Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, September 26, 1919, Page 7, Image 7

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    Seite 7-Tägliche Omaya TribUne-Frcitagl, Vcil 26. September 1919.
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Gefüllte Kreise.
Die Krebse werden in vren Kcs
scl mit kochetldcm Wasser getan und
Mit einer Handvoll Salz 'JO Minu
ten lang gekocht. Wen sie gar
sind, werden sie aus dem Wasser
cruommen, und das Fleisch wird ab
gelöst, recht behutsam, damit - die '
Schale nicht zerbricht. Zu einem '
Pint Fleisch wird etwaZ Sölz Und
Pfcsfcr gegeben, erst weniz und
dann Mehr, wenn es nach dem Ab
7
schmecken tätlich erscheint. Man
rribt etwas Muökatnuk darüber Und
g!bt dann noch Jolgendes zu: Einen
Losfel voll gestobene Cracker öder
BrotknlMctt, 2 gut verschlagene
Cicr. 2 gestrichene Lössel voll üb
terj alles gut zusammengeführt und
dann die reiiigcwaschencn Schalen
gefüllt: diese werden mit dem Saft
benetzt, mit Vrotkrumen obenauf be
sireut und in den Backofen gestellt,
big sie hellbraun sind, wozu tm paar
Minuten genügen. Sie sollten heiß,
auf großen Schüsseln ausgelegt, ser
viert werden. Man idt sie zum
Frühstück und zuiil Abendbrot.
, Hühnrrsrikassce.
DaZ gut gereinigte und in Pas.
finde Stück? zerlegte Huhn w.rd mit
Suppcnkräutcrn in zirka 1 Ouart
Nasser weichgekocht, wozu je nach
dem Alter des TicreZ Stun
im erforderlich sind. Wünscht man
das Fleisch recht weig zu hbcn so
blanchiert man es vorher, d. h. man
lcszt es einige Minuten in sieden
dem Wasser, gieszt dann kaltes dar
iibcr und jl'tzt es erst dann mit fal
icm Wasser aus. Zur Sauce berei
ht man mit 2 Löffeln l'ifiil und
ttwa3 Butter eine helle Mehlschwitze,
verkocht sie mit einem Teil fctt Hüh
nktbrühe, gibt tin tüla Weißwein.
UwaS Zitronensaft Und 1 Löffel
Ziapcrn azu. legiert mit einem Ei
gelb und läßt das Hühnerfleisch noch
etwas in, dieser Sauce zleh,m. ' Will
n.an das Gericht verbilligen, so kann
man Weißwein und Eigelb auch
fortlassen und statt dessen mit rtwas
ychackter Petersilie , die Sauce
schmackhaft machen. Am besten paßt
zu dieser Speise gedämpfter Lieis,
den man mit der Hühnerbrühe oder
tfcch : nur- mit Wasser Und . etwa?
Butter quellen ließ.. . ' ';:.'
Moklatortk.
4 CKtofsel besten Kaffcs brüht
brüht man mit so viel . lochendem
Wasser mehrere Male, bis man
Lßlöffel Esjenz hat (lan kcr.n jkaf.
fee-Esjenz auch kaufen.). Ei,e halbe
Tasse Mehl wird mit einem glatt.
Zcsirichcncn Teelöffel Backpulver 4
Kal gesiebt, 4 Eigelb ivcrdcn sehr
,'chaumig geschlagen, 4 Eiwcisj zu
fcsteiit Schnee geschlagen. Zudem
Zchnee rührt Man dann Tasse
ttoch.ickcr, die Eigelb-Ercine, 2 Eg
'.ösfel der Kaisee-Esjenz und kaltct zu
!rtzt ganz leicht, ohne Rühren, das
pi'ehl hinein. Die Masse wird nun
icsort in zwei Lagen bet ir.üßigcr
Hitze, gebacken. ,Nach dem (Zrkaltcn
.Mt man die Tortenböden. Hierzu
wird eine Tasse Nahm steif geschla
gen, 2 Eßlöffel feinen Zucker dazu
und 2 Eßlösfel Kaffee.Esscnz. Zu.
letzt die Glasur: 4 gehäufte Eßiöf
fei, Zucker und soviel Esse.lz, daß
i.'ne dicke Crenle-Majse entsteht, die
man mit einem tn kaltes Wasser ge
tauchten Messer glatt über die Torte
streicht. St. B. Unbedingtes Ge
lingen hängt ab vom richtigen Maß,
von sehr sleifetn Schnee und oni
recht leichten Turclzziehen deö Meh
les.
Pfeffergurken. Kleine
Gurken, möglichst rauh und ohne
Flecken, werden vom Stiel befreit,
gewaschen und 24 Stunoen in so
viel Calzwäjscr gelegt, daß 3 über
die Gurken geht, dann mit teinen
Tüchern abgetrocknet. Zji einen rei
nen Cteintopf, der Uock niemals zum
Äulbcwahren von Fett benützt wur
te, legt umn zu unterst eine Schicht
Z.ill, daraus eine Lage Gurke, mit
dazwischen gestreuten Psefferkörnern,
Lorbeerblättchen, MttrretU.Mckchen,
kleinen Perlzwicbcla und Pfesfer
schoten, dann wieder eine Lagi Till
vnd diverses Eurl.nkraut, wie Estra
gsn, Fenchel, Bohnenkraut wieder
vurken U. f. s. diS letztere verbraucht
lind, zu oberst lrieder eine Loe Till.
Alsdann wird ttincr Weinessig mit
ei wag Salz ausgekocht, unö erkaltet
über die Gurken gegossen, dieset
wiederholt abgegossen, aufgekocht
und abgekühlt wieder aufgegossen.
Tie Gurken müssen vom Csiig (der.
wenn zu scharf, etwa? gewäjiert sein
darf) vollständig bedeckt ein.
- Da Qichtlöste Lehr
(welcher von den ' Lebensrnitteln
spricht): Weges, waS hältst du füt
daS wichtigste GctmßmittelZ'
Mevcr: ?en Zin?Z?nuZ, Hen
Lehrer."
v
Nomen in zvc, Banden von Fritz Mauthncr. I
! . (35. Mtiang.) -
Ban TeniuS wieS auf Widersprüche
h der Begründung der kinzelnenHerren
hin, citirte notorische Irrthümer von
Sachverständigen, zz AuZsprüche der
trskn Pathologen über Beränderungen
der Leicht hetbei und schloß diese Aus
fiihrungk damit, daß er den Sachver
ständigcnbeweiS grundMlich und Jbt
lege ferenda' ablehnte. Auch die Sach
verständigen feien nur Zeugen, welche
den Laien unter den Juristen und
Geschworenen Thatsachen, in diesem
ssall Thatsachen der pathologischen
Anatomie Mittheilen. DaS Urtheil
Über diese Thatsachen hätten sich die
Geschwottnen dann allein zu bilden.
Nach dem Leichenbefund sei dii? Frage
der Zeit deS Morde für ihn unent.
schieden.
Mit schärferen Worten und mit
wachsender Ironie, mit einer Art von
grimmigem Humor, wandte sich van
TeniuS gegen die AuSsasien der Sach
verständigen l?ezllglich d:Z Mstdwer!
zeugs.
Ich frage Sie. meine Herren Gc
fchworenen, ob jemamlS ein Sachver
ständiger dazu gekommm wäre inen
der eisernen Spaten als Mordwaffe zu
bezeichnen, kvenn nicht diese: Pole der
Angeklagte gewesen wäre? Hätte ein
Steinsetzter die Uhr gefunden, dieSach
verständigen hätten ine Namme 13
Waffe genommen. Hätte ein Viehtrei
der d Uhr gefunden, dann hätte er
den Mann mit seinem Knoienstock er
schlagen. Meine Herren Geschworenen,
eZ ist menschlich, daß Sachverständige
so irren, aber es ist Unmenschlich, den
Angeklagten dafür büßen zu lassen,
.daß er angeklagt ist. DaZ wäre ebenso,
als wettn der Herr Släaisanwalt die
Schlußfolgerung ziehen wollte, der An
geklagte müsse schuldig sein, denn sonst
wäre r nicht angeklagt. Die Sachver
ständigen haben den eisernen Spaten
als Mordwerkzeüg nicht anerkannt,
nein, sie haben beschlossen, daß eS mit
eine Spaten geschehen sein soll. Sie
vber. weine Herren Geschworenen, sind
Gott sei Dank keine Sachverständigen.
Sie sollen nicht beschließen, ob Twardki
dek Mörder ist. Sie sollen erkennen,
ob er es ist.
Meine Herren, wenn Jhneä ouS
dicstt Ausführung daS Scfühl leben
big geworden ist, daß die Sachverstän,
digen daS Werkzeug d:S MordeS nicht
gefundett, sondirn erfunde haben, er
funden . Unter dem psychologischen
Zwange einet fälsche Voraussetzung,
die ihnen der Untersuchungsrichter fug
gerirtt, dsnn meint Herren Gischtton
tien.wkkden Sie mit derselben Kaltblü
tigkeit auch den Beschluß dieser Herren
prüfe, daß der Mord in den Morgen
stundin des Montag vollführt worden
sei. Ich habe bisher nur nachgewiesen,
daß dieser Beschluß der Sachverstand!
gen vor Her Logik hinfällig ist. Nun
muß ich aber ebenso, wie der Herr
Siaatsanwalt. eine Beziehung streifen,
die ' Verbrechen nothwendig auf
Sonntag verweist, wenn man nicht vor
her und ohne jeden Beweis den un
schuldigen polnischen Arbeiter für den
Mörder ansteht. Auch ich will mir be
züglich' der Zeugenaussagen der Frau
Schade Schranken setzen, so schwer eS
mir wird, weine starke subjektive Ueber
ßeligung zu unterdrücken. Ich
bin weit von dek Anschau
Ung deS Hcrt Staatsanwalis
entfernt, daß diese Zeugin in tinet Art
von pathologischer Gedächknißschwäche
die Wahrheit nicht gesagt habe. Nein,
Frau Schade hat keinen falschen. Eid
geleistet. Der Zcrpen ist vm Sonntag
um sechs Uhr zum letzten . Mal
be! ihr gewesen. DaS Gedächtniß
kann die kluge Frau wohl für Ein
zelheiten threS letzten Gesprächs
verlassm haben. Die Thaisache aber,
wenn der Gemordete die Nacht in ihrer
Billa zugebracht hätte, diese Thatsache
hätte sie nie und nimmer vergessen,
und hätte auch nie und nimmer gewagt
es unter ihrem Eid vor Gericht abzu
leugnen. Wir haben also einen Mann,
der um fechS NachmiiiagS ein HauS
verläßt, mit dem Versprechen, nach
kurzer Zeit wiederzukommen. Dieser
Man wird !":r.!ge I, Minuten von der
Villa entfernt todt ausgefunden. Alle
Bemühungen der Behörden, Jemanden
zu erfragen, der diesen Mann, eine
diel bekannte Versönlichkeit. in der
Zeit don sechS Uhr NachmiticigS b!
fünf Uhr deS Morgen gesehen hätte,
sind umsonst. Jeder infäche Verstand
würde da den Schluß ziehen, daß der
Zerpen nur durch seinen Tod verhindert
worden ist, zu Frau Schade zurückzu
kehren. Der Untersuchungsrichter und
der Herr Siaatsanwalt aber derschie
den den Mord um zehn Stunden, weil
mein Klient nun einmal durchaus der
Mörder sein soll. Ich werde später tn
anderem Zusammenhang auf die wahr
scheinlichen Vorgänge in dek Billa zu
lückkommen.
Dek Herr StaaisanwZlt bat ferner
daS Leben und Treib? in jener Ge
pend fast dichterisch geschildert, um die
Unmöglichkeit klar zu machen, daß dort
zwischen sechs und sieben Uhr AbcndS
ein Raubmord verübt worden sein kön
ne. Mine Herren Geschworenen, S
war ein Märztag und um diese Iah
reszeit. fragen Sie den Kalender
nd die Berliner Gastwirihe ist da
Publikum auS dem Gruneweld nach der
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Twardki und nichts gegen ihn. Ban
TeniuS kritisir?e mit der Bitterkeit, die
sich auf seine Erfahrungen in den socia
len Processen stütze, die Behandlung
welche das Vorleben des Polen zu dem
typischen Vorleben eineS Verbrechers
gemacht habt. . ;j :
Meine Herden Geschworenen, wenn
Zeder Mann eines Mordes verdächtig
sein soll, der einmal eine Schlägerei
hatte, und mit dessen Sitten sein Pfar
rer unzufrieden war, dann meine Her
ken schließen Sie die Gefängnisse.schlie
ßen Sie die Gerichissäle, dann sind
drei Viertel aller Menschen deS Mor
deS verdächtig, dann torin Herren,
vernichten Sie dreiviertel des Men
schengeschlechtZ, und gründen Sie eine
neut Menschheit auf den unschuldigen
Lämmern, die Niemals zu eine Tadel
Veranlassung gaben! Meine Herren
Geschworenen, ich proiestire dagegen,
daß Twardki hier des MordcS derdäch
tig trllärt wird, weil er die Dinge ge
th'an hat, die uns alle nicht hindern
würden, ihm eine Vertrauensstelle in
unserm Haus zu geben. Ich protüst!
auch dagegen, daß wie so häufig
in Mordprozessen das Natürliche
Verhallen eines Unschuldig Anklagten
zuiii Zeugniß gegen ihn gebraucht wird.
Er wird auS seiner Thätigkeit herauZ
gerissen und eines Kapitalverbrechens
beschuldigt. Wenn er erbleicht und zit
tert, so gilt daS für einen Schuldb:
weis. Er haf daS und jenes zu der
schweigen, und sucht sich nach seinem
Bildungsgrade ' heiäuszüredeg. Ei
SchuldbeweiS. ; Er kommt Mit !' dir
Wahrheit nur ' zögernd heran. Ein
Schuldbeweis l Meine Herren Geschtto
tenen, ich habe den Polen Twardki in
seiner Zelle häufig und g:rn besucht,
und habe in ihm einen gutmüthigen und
ehrlichen Menschen kennen gelernt, der
freilich auch mir durch seine dumm
schlaue Methode ich bitte ihn für
diesen Ausdruck Um Verzeihung viel
zu schassen gemacht hat. Er wußte
ganz genau, daß dit Uhr rhm nicht ge
hörte, und daß er wegm Fundunter
schlagung bestraft werden konnte. W:
gen dieser kleinen Gefahr, und gewiß
auch um seine Geliebte zu schonen, hat
er nicht gleich die Wahrheit gesagt.
Meine Herren, wenn dek Neserveoffi
cicr im Wagen des KuischerS Nadusch,
wie ich bestimmt arnuhme, der Thäter
war, dann schweigt auch er vielleicht,
um den Ruf einer Dame zu schonen,
undSie alle haben sür eine folcheHand
lungsweise ein gewisses Verständniß.
Mir ist dieser Zug an Twardki trotz
keiner Dummschlauheit immer liebenS
würdig erschienen. Et gehörte einet ga
lanten Nation an
Marianne lächelie, als be! diesen
Worten ein heiteres Murmeln durch
den Saat ging. Aber ein Schauer
fuhr ihr zugleich Über die Wangen.
Sie wußte nicht warum. Twardki
blickte stupid und dankbat zu seinem
Verlhtidlger auf. Van TeniuS wischie
sich dit Stirn ab, legte daS Barett auf
den Tisch und fuhr fa seiner Rede
fort.
Er komme jetzt zu dem einzigen that
sächlichen Anhalispunkt dtt Anklagt.
Twardki sei im Besitz der Uhr gewe
sen. Wenn ein Raubmord stättgefun
den hätte, waS die Vertheidigung ab
lehne, wenn dieser Mord in den Mor
genstunden verübt worden wärt, was
die Vertheidigung widerlegt habe, und
wenn dem Twardki eine solche That
zuzutrauen wäre, wovon die Berthe!
digung da? Gegentheil erwiesen habe,
dann erst wärt det Besitz der Uhr ein
ernster Wcrdachisgrund. Sonst nicht,
sonst liegt eine Fundunterschlagung
vor.
Wäre der Besitz det Uht vbek auch
wirklich ein hinlänglich starker Beweis
gründ, so stünde dem einzigen Lela
stungSmoment auch eine usreichende
entlastende Aussagt, gegenüber.
.Der Siaatsanwalt hat die Wahr
heiisliebe der Zeugin Mariha Neu
brodt in Zweifel gezogen, und ich
müßte ihm das sormale Recht dazu ein
räumen, wenn die Polizeiauskunft über
dieseS Mädchen Nachteiliges aus ih
rem Leben zu berichten hätte, wenn sie
eine Dirne oder eine Diebin wäre. Es
ist dem Herrn Staatsanwalt aber nicht
gelungen, seine Zweifel an der Klassi
zilät dieser Zeugin üus solchen For
malien zu begründen. . Der Staaisan
walt hat einen nicht eöm wshlklinzen
den Beinamen des Mädchens dahin
euszudeuien gesucht, dalz Martha Neu
bv.ki5 kI!.UrM ihrer B;kznniz
ein ungeordnetes öeben 'führe. Meine
Herren Geschworenen, ich kann dem
Herrn Staatsanwalt in die philologi
scht Tiefe scintt Deduktionen nicht fol
gen. Ich bin kein Berliner, aber ich
lebe lange genug in dieser Stadt, um
empfinden zu können, daß daS viel ei
tirte Wort rüdige Bolle" nicht gerade
einen feierlichen Ton anschlägt, ja ein
gewisses Wohlwollen für die also ffii
zeichnete verräth. Martha Neubrodt
wäre deN Zungen Mädchen unserer 6
Herrn Töchterschulen Uicht all Wüster
vorzuführen. Martha Neubrodt ist
ohne Zweifel genußsüchtig und vielleicht
auch leichtsinnig. In unserem Fallt
aber hat sie brav und prdentlich
handelt. Sie hat, die Rücksicht, .die
der Angeklagte walten lassen wollte,
verhindert. Sie ha.t sich freiwillig zu
einer Aussage gemeldet, die ihrem Ge
liebten güxstig wär. sie selbst aber wohl
Noch in Ungelegenheit bringen wirh.
Martha Neubrodt hat Nicht gelogen, sie
wak eS wirklich, die die Uhk dc Zer
pe gefunden hat. Diese goldene Uht,
dit allein im ersten Augenblick den Ber
dacht auf Twardki lenken -lonnki Und
muhte, ist von ihr gefunden worden,
und hätte der Untersuchüngsrichtet daS
am ersten Tagt erfahren und geglaubt,
so hätte kk den Polen Wiedtr freigelas
sen und dann vielleicht dit richtigeSput
verfolgt.
Meint Herren Geschworenen, in
allen meinen bisherigen AuSsührungc
habe ich offen Und nach meinet Ueber
zeugung dem Gedanken Ausdruck ge
geben, daß erstens kein Raubmord vor
liegt, und daß zweitens auf keinen Fall
Twardki der Thäter ist. Hätte ich
aber diese Ueberzeugung auch nicht ge
habt, ja glaubte ich die Thäterschaft
meines Klienten 'möglichst, oder gar
wahrscheinlich, so Müßte ich dennoch zu
dem Schlüsse kommen, daß Sie in
Schuldig über ihn nicht aussprechen
können. Dem Untersuchüngsrichtet
und dem Herrn Staatsanwalt ist tS
Nicht gelungen auch nur ii subjektiv
klares Bild don dem Vorgefallenen
zu geben. Ueberall stoßen wir auf un
gelöste Fragen, und Niemand von Jh
nen würde es auf sich nehmen können
angesichts der Folgen Ihres Spruches
zu erklären: das ist mir deutlich, daß
Twardki der Mörder ist. Bisher
habe ich aus meiner Ueberzeugung her
ausgesprochen. Jetzt lassen Sie mich
bot einem übereilten Spruch warnen,
wie ich watnen würde, selbst wenn
ich an die Schuld deZ Polen
glaubte."
Und van Tenius zerpflück!! in langer
Ausführung daS Bild, wie es die An
klage zusammengestellt : hatie. NichiS
erschien mehr sicher. Nicht die Stim
mung, in det ZerpeN die Villa der
Frau Schade verließ, nicht der dbjekiive
Thatbestand, Zeit, Ausführung und
Werkzeug des MordeS. .
- Kein Momandichter hä!!e es wagen
dürfen, seinen Lesern zuzumuthen, diese
wirren Angaben für glaubhafte Dar
stclluNgen zu geben.
Meine ganze juristische Vergangen
heit lege ich für meinen Klienten in die
Wagschale. Er ist Unschuldig, wieder
hole ich. Hätte er mir aber in seiner
Zellt den Mord eingestanden, so würde
ich Ihnen jurufen: Sie müssen ein
Nichtschuldig öussprechen, denn der
Fall liegt nicht klar! Meine Herren
Geschworenen, Sache der Anklage wäre
e3 gewesen, Ihnen ein deutliches Bild
d:S ganzen Vorgangs zu liefern. Meine
Aufgabt ist es nicht, die Wahrheit so
weit zu verfolgen, daß die richtige
Spur gefunden, werde. Ich kann mich
darauf beschränken, die Beweisführung
zu erschüttern. Weil ich aber glaube,
meinem Klienten dadurch zu. nützen,
will ich zum Schluß den verwegenen
Versuch machen, Ihnen, in einem idea
len Bilde den Sachverhalt so wie ich
ihn sehe, mitzutheilen, Ihnen den wirk
lichen Mörder zu zeigen." ,
" Hort Atzung solgt.) '
' Pech. Gauner: DaS heißt
ober Pech haben! Müht ich mich da
einen ganzen Monat ab, von rückwärts
durch die MaUek ein Loch zur Kasse
deS Bankhauses zü brechen, und der
weil macht det Bankier vorne ban
krott!"
Det tigettsittnige Pa
kleni. Doktor: Sie müssen eine
Brille tragen, mein Lieber." Ehap
Pie: Ich würde ein Monocle vorzie
hen." Doktor: Dann werden Ihre
beiden Augen afficirt werden." Pa
tient: Dann werde ich zwei MonocleZ
tragen." ' "
Dit liebe tiltiftlL
Er: Mein liebes Frauchen, eS ist eint
bekannte Thatsache, daß seht intelli
gentt Frauen fast niemals hübsch
sind." Sie: Und wie würdest Du
mich klassifiziren?" Er: Du? O,
Du bist nichts , weniger als intelli
gent!" Sie: .Du Schmeichler!"
Rafsinirt. Sie sagen,
daß Sie auf derselben Neiseroutt, di
ich gkmacht habt, vorzüglichen Wein
getrunken hätten. DaS kann ich nicht
begreifen, mir ist immer elendes Zeug
vorgesetzt worden!" Das glaub
ich, vor mir hatte man mehr Re
spekt, ich hatt mich nämlich überall
als vereidigter GerichtSchemiker einge
tragen!"
Verlegenheit. Huberbau
er: ,J' hab' waS 'merkt. Bei der
nächsten Wahl Muß i', Bllrgameist
wer'n die Bauern woll,n'S net an
derS.',J' machat mir aa' so diel nel
d'rauS, wenn'I net wegen der An
sprach dar', die V halsn muß. Sonfl
hob' i' s alleweil Lumtt Und Spitz,
bud'n Sitz'. und letzt ssll f au)
amal.l'n:,Nün öqre!'
Arbeiten
für das
Tr. Pattcrsö
In aMhffisteefe l
' Wir beschäftigen einen Sta von Sirzsalistm' sür irgend
eine Arbeit in der ZahnheilkuNd deren Anstrengungen dar
auf hin gerichtet sind, unsere Arbeit zur licstc zu machm.
Konsurticren Sie unö wegen Arct Zähne. Alle unsere Arbeit
ist 'garantiert. '
Offen abends bis 8 Uhr
Telephon
TonglaS
823
tOrAWAVtiüiiL
. d-K' i ii i !), i i
iK."!''t-hv1i"Tll'i'ti;jü-
th-ias-i-oi s-iim-l ',!!' ..!, 11
warum sollen Sie Zhrett tlngehSrZgett
in öer alten yeimüt durch
Geldsendungen
yttfe bringen?
1. Laut der lehtcn Nachrichten sinken in Tentschland nd an
denn Landern die LevcnkckZttelprcise und werden Llbens
Mittel in steigender Masse importiert.
2. Nasche Hilfe ist otig. Nach nS Zugegangene Kabrlnach
tichtcn werden Geldsendungen in Deutschland, Oesterreich,
Czecho-Slovakia usw. binnen 18 bis 20 Tagen zur Aus
Zahlung gebracht. .
3. Unsere direkten Bankverbindungen in alle Länder sind
beauftragt, die Geldsendungen am Tage des Empfanges an
die Enipfängex weiterzubefördern ttnd kostenfrei ins HanS
znznstcllen. Keinerlei Unsicherheit, dä wir Ihnen den
authentischen Beweis der erfolgten Zustellung liefern.
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