Nebraska Staats-Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1901-1918, July 27, 1906, Image 8

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    · Ver Reunfpokt. I
Dos- Mtsch Ess. hutdigt ihm, —?
aber nur seht vorübergehend —- s
Er findet jejt keinen Spaß
mehr daran.
Mißet Editeri
Der Luödelfepp — no, Mister Edi
feh Sie fein mistähke, Sie wisse nit,
ms--Jch«sage will, dersKnödelsepp is
gar koe KameeL Jm Gegetheil, er »
kimmt manchmal J
seht händig erei. ?
Nämlich, MH
ster Editer, was»
is der Juhs, sich
ze batteth Es
gebt immer noch
plenw Tfchäns,
iesisGeld ze mache.
Mer muß es nor (
verstehn. Jch sag
Ihn-, Mistek
Editer, Jch geh4
Geld mache wie;
Heu. Wie? Well, J
es is so iesi wie»
Pei esse oder e!
Log de Bergj
enunnek rolle. !
-Offkohrs, es gebt T
e ganze Masse«
T II L:it, wo Geld
weitern. des is awwer blos, weil sie
nix derw- verstehn. Dene geschieht es
ganz recht. Leit, wo nit dekvo ver
stehn, die sollte ihr Finger detvo lasse.
Nämlich Ich meen de Rästeiitt Jch
hen früher leen Stock in Räses un so
Sache genomme. Jetz sein Jch awwer
deehinner getimme, daß es e feiner
Spott is, un biseils kann mer Geld
derbei mache wie Heu. Osftohts, mer
muß es verstehn Mek muß wisse. die
Winnee erauszepickr. Wann mer des
versteht, Misiee Editek, da is mer all
right. Un Sie mache e Wett, Jch ver
steh des.
M hejnt enang zu die Räses un
—- tve jÅifter Editee, Jch offer Jhne
e Bett Fusszich Dollars gege Jhne
Jhee zehn Volkes. daß Jch wenig
stens finstausend Dollaeg mail-»Ton
send Dollees deevo schenk Jch der Altj,
dreitausendfinfhunnert Dollets bezahl
Jeh an eine OttotnobiL wo Mir gepf
sert is nun eme Mann, wo es wege
Ranmmangel un Todesfall in der Fä
mili nn plötlichee Abeeis nach Jueoop
verlaase muß, un die Böliinz verspend
Ich heini Abend beim Tschalli. (Sie
könne nach hitienene).
Nämlich, Mister Cditer, unner Uns
gesagt, Jch hen äbsolutli strähte Tipg
—- lanter Sehne-Thing-Winneks —
es is e Sintsch. Nämlich der Knobl
iepp kennt en Mann, wo in Geävsend
e Bußleben hot —- dee kennt all die
Tsehoelies un die Rässiäbel-Proppreie
tees un iiwweehaupi alle Leit un der
weeß immer die Gewinner ähsolutli
We voraus. Well, Mister Editee.
vun dem Mann kriegt der Knödlsepp
die äbsolutli steähte Tips nun die
Schutthing-Winnees.
Dem Knödlsepp sei Feent war heint
beim Tschalli un hot Mir, der Knödl
sepp hot ihn zu Mit interdjust, die
Tipsgegewwh (Jch hen de Mann sein
geteiedet un hen em auch aus eeer Fix
geholfe, weil ee nämlich sei Packetbuch
vergesse gehott hat, awwer wag hot
Laufe wolle.) Jch hen ihm awwee ver
spreche müsse,- die Tips nit weiter ze
gen-we
WTIL Miste-: Editer, un biseits die
Tips is es noch was. Nämlich Jch hen
e Sistemm! Des is Mei eigene Jn
wen chen. Des sag answer nit.
Die Suptbjutti vun eim Sistemm
tonststet da drein, daß mer herbei äh
solutli nit verliern tann un am Ende
gen-inne muß. Mer kann sich gar nit
nnnerseht helfe.
Mir gehn jey enaus fahrn uff die
Träcks, Mistet Editcr — Jch hen e
Ottomobil geheim. Was geb Jch um
Expenses, Mistet Editerxk Des muß
ums komme derbei.
Well, Mister Editer, weil Sie es
fein, will Jch Jhne en Tip gewwe ——
se fchures Ding: Bei ver erste Nähs
müsse Sie for erste Platz uss Swiet
Elliea seh-. Ja nit uff Yäntie Son·
Mnki Son is e gutes Pferd, awnm es
minnt nit. Es« wird eigehaltr. Swiet
Ellien for erste Platz is e todtschutes
Ding. Es is e redhot Tip. den Jch
gekriegt heu. Ich thät Jhne aach Tips
for die anneke Rähses gewe, awwer
s »den dem Knödetsepp seim Frent
, spreche, die Tips nit weiter ze gew
coe. Also Mut-am is des Wort. Jch
muß jeh schließe, Mister Editer,
fimscht sein mer nit an Teim.
Also einstweile so lang
Mit Rigakds
Youts
John Rit sch, Esq.
Mittwoch Motche de zwanzigste.
Mister Editert "
Detsnödgepp is e Kameet Un sei
Just-—- weil-, Mem der weeßx wann
er gut ab is, dann timmt er sobatd
nimmer in Mei Näh, fanscht stekbtek
de Tod um eme Hund. Des is- Alles.
»Ich keb «.o uix drum, dann ch geh
. at If die RAE-sey for-« ld ze
M. tot-es mer seit eBißle,
es en terest bot tm fo· Mar
M se et, es is bio, daß Jch des
C if Mag fort kärgnalyåfalhm
Mk u. - en an
W Its der sitze-Ah on denJ
i Z u, mit Carishr un
, « tild- enaui seitmme is.
. M SW isallreib
« ATM « IMM
JH«««-«..S owmcipmkik
ter Aas me Jch iekn wihc Com
meht gehatt den un die anaete Buwe
aach nit) des war der senzige, wo gut
war.
heint will Ich es noch emol pro--l
birn. Jch n Mit nämlich diesmah
felwer die winner aus pickt. Uns
diesmal muß sich·aach ei Sistemm’
bemähtn, weil -«ch Mir for die letzte
Räs was zerück alt.
Des we e der Wett, wo Jch anH
estern geosfett heu, war officka blosi
! on· -
Es war eBißle viel, was Ich ver
lvrn heu, awwet es macht mx, weil
clsi heints wieder .ussmach. Jch saht
int alleeni enaus——mit der Ca:.s
Jhuk des amtiche wusch-nd (
— Der Obige Esa.
Mittwoch Abend. — Jch geh nintE
met uff die Rähses. Jch seh seen on
derbei. Es is« Mit-euch zu geräu ch
voll. Morckse Nachmittag spiele mer
PinackeL Des is viel schöner.
J. R. Esa. i
Eine Riefeyshssuenflåtte.
Daß die Pariser Große Oper eine
der größten Biihnenstiitten der Welt
ist, weiß wohl Jedermann, der sich
nur einigermaßen für die Welt der
Bretter interessirt. Und trotzdem tann
man sich erst dann eine richtige Bor
ftsellnng Von dem gewaltigen Betriebe
machen, wenn man hinter die Kulissen ;
nnd in die lKontobiicher sie t. Die
Jahreseinnahme der Großen per be
trägt 4 Mill. Fr. l3 Mill. Einnah
ten, fast eine Million staatlicher
Suboention). Die großen Dekoratio- -
nen verschlingen viel Geld, nnd zur;
fFüllung der riesigen Bühne dient ein’
Heer von Statisien und TänzerinnenH
etwa über 1500 Personen letwa 501
Sänger und Sangs-rinnen, 160 Cho-;
»riiten, mehr als 100 Musiker, 200»
Tänzer nnd Tänzerin-ren, 250 Pia-T
fchinisten und ein-a 40 Elektrizitäts
«ark-:iter). Die Reinigung der Thetis
«terriiurne erfordert Bottich fast 40,
3000 r. Ein Spie abend kostet ein-a
21,( Fr» während die durchschnitt
liche Einnahme sich aus 16,000 und
der von der staatlichen Beihilfe auf
oen Abend fallende Theil aus 4000
Fr. belänft, so daß sich für jede Vor
itellnng ein durchschnittlicher Feinde
ttag von 1000 Fr. ergibt. Das
Magazin für die Delorationen befin
det sich nicht ini Hause, sondern in
Asniereå, so daß ihr Herbeischasfen
eine tostspielige und umständliche
Arbeit bedeutet. Aus diesen Uebelstanv
ist es hauptsächlich zurückzuführen.
daß die Oper nicht jeden Abend Bor
stellungen giebt, obgleich dies allgemei
ner Wunsch ist und die Truppe voll
kommen dazu ausreichen würde. «
Spur-Use standen.
Bei dem Attentat auf das junge
Königspaar war es ein Grande, der
Herzog von hornachuelos, der die
Thiir des königlichen Wagens öffnete
und dem König und der Königin half,
das Gefährt zu verlassen. Ein altes
hauptgefetz der Etitette lautet: »Die
Königin darf nicht berührt werden.'·
Früber war es bei Todesftrafe in Spa
nien für Jedermann, auch für den
Granden verboten, die Königin zu be
rühren. Nur der Handtuß war für
die hierzu ausdrücklich Eingeladenen
erlaubt. Natürlich zeitigte das Ver
bot ganz merkwürdige Vorfölle. So
pafsirte es, daß eine Königin aus dem
Haufe Oefterreich beim Probiren eines
Pferdes aus dem Sattel gefchleugert
wurde. Das Pferd war gefallen, die
Königin hatte den Fuß im Steigt-ji
gel und konnte sich nicht erbeben. Nun
wollte Das Pferd frch wieder erbeben.
und es lag die Gefahr vor, daß es die
Königin zuTode schleifen würde. Aber
keiner der anwesenden Granden wagte
es, der Königin zu helfen, um die Eri
kette nicht zu versehen. Schließlich
faßte sich ein Edelmann und befreite
die Königin aus ihrer Lage. Er war
tete aber nicht, bis fie aufgestanden
war. Er warf fich auf fein Roß und
flüchtete ins Ausland. Man veröf
fentlichte feine Be nadigung, er kam
zurück und wurde sogar belohnt. Aber
fein erfter Gedanke war, daß er fein
Leben verwirtt indem er das der Kö
nigin gerettet. —- Es giebt drei Klaf
fen Adlige in Spanien: erftens die
Edelleute ohne Titel. Sie find un-"
zöblig Es giebt fogarStiidte, die ad
lig sind, wie es in Frankreich welche
giebt, die das Kreuz der Ebrenlegion
bestim. Jn der zweiten Kategorie
find die Adligen mit Titeln, die aber
noch keine Granden find. Dann fortz
rnYi die Granden, die Pairs des Kö
nigs, die das Recht haben, in Gegen
wart des Königs das haunt zu bede
cken, wenn der König ebenfalls feinen
Hut auf hat. «
Nicht zu sen-eilten
Mutter: »Wenn der Vater heute
Nachmittag auf den Keller geht, so gib
Acht, daß er nicht-mehr als drei Maß
trinkt«
Der kleine Fritz: »Und wieviel darf
ich denn trinken?«
Praktisch
Dame (beim RechtsanwalOt »Was
kann ein junges Mädchen thun, wenn
ein Mann, der ihr die Liebe geschwo
ken hat, sich nachher weigert, sie zu
heirathen?«
Rechtsanwalh »Ist er reich?·«
«Dame: »Nein, er hat keinen Pfen
nig.« -
Rochiöanwalit «Dann kann sie —
M Glück stian
nichts ist unmöglich!
Episode aus dem Leben eines großen
Mannes.
s Ferdinand de Lesseps, der berühmte
Erbauer des Suez-Kanals, konnte vor
Allem das Wort «unmöglich« nicht
leiden. Für seine energische, zähe Cha
kalteranlage schien es eben nichts Un
mögliches zu geben. Er machte Alles
möglich, ein Zurückweichen gab es für
ihn nict,0.. Das war auch jedenfalls der
eheime Talisman, durch welchen fast
fein ganzes Leben hindurch der Erfolg
an seine Sohlen geheftet wurde, bis
ver schmählich gefcheiterie Bau des
Vanamalanals auch ihm bewies, daß
der Weg des sterblichen Menschen hie
und da eben doch durch Unmöglichkei
ten verharriladirt- wird.
Ehe dcks Schicksal ihm diese Ei
lenntniß aufzwang. war einer seiner
Freunde Augenzeuae des folgenden
Vorgange-H bei dem Lesseps feinem
Koch unwiderleglich klar machte, daß
er für seine Pe:fon nichts Unmögli
ches anerlanne.
Der alte Viccmte, er zahlte damals
74 Jahre, war ein leidenschaftlicher
Reiter. Nichts liebte er so sehr, als
aus seinem mächtigen Vollblutrosse
weite Spazierritte in die Umgegend
seines Landhauses oder durch das
Boiä de Boulogne zu unternehmen.
Er ritt aber dabei nicht ivie Leute ge
wöhnlichen Schlages, sondern wie ein
Cowbon aus den unermeßlichen Prat
rien, am liebsten mit einem Gefolge
von sechs bis zehn seiner ebenso wire
dabinsliegenden Kinder, deren sei
zweite Frau, eine Kreolim ihm mehr
als ein Dutzend aeschentt hatte.
Nun war Lesseps ein ungemein
gastfreier Mann. Jn seiner lebhaften
Freude an heiterer Geselligåeit hatte
er eigentlich immer ossene - asel, und
es tam ihm gar nicht daraus an, ohne
vorherige Anliindigung von einer
Sitzun der Atademie der sämmtli
chen » nsterblichen«, soweit sie der
»Versammlung; beigewrhnt hatten, als
I Tischeöste mit nach Hause zu bringen.
Gestattete er sich solche Extravaganz
lin Paris, wo wenigstens Alles schnell
Tzsi taufen war, to liesz sichs der Koch
lohne lautes Murren gesallen, denn das
vornehme, slotte Haus in der Nähe der
Madelainetirche bot im Uebrigen ein
zu angenehmes Leben, als dass der
Herr Kuchen-Chef nicht auch mit guter
Miene derartige Zumuthun en an
Heine Erfindungsgabe in den aus ge
nommen hätte. Der Hausberr aber
leistete sich zuweilen auch aus dem
Lande ähnliche Dinge und versetzt-:
dadurch den Koch in nicht geringe
Verlegenheiten ,
So tras es sich einmal, daß der
obenertoiihnte Augenzeuge in einer
Herrengesellschast von achtzehnKiipsen
seinen naturwissenschaftlichen Stil-L
idienausslug zu Pferde unternommen
hatte und dabei mit der Lesseps’scheii
litavallade zusammenstie . Die Wie-l
dersehenssreude war gro , denn die
Naturforscher waren zum größten
Theile gute Betannte des jugendlichen
Greises. Es dauerte nicht lange, da
konnte er der Versuchung nicht wider
stehen, und das nachgerade zum ge
flügelten Wort gestempelte: »Aber nun
müssen Sie auch heute Alle meine;
Gäste sein!« tam über seine Lippen.
Lachend wurde die Einladung an
genommen, und der so start ange-!
wachsene Troß setzte sich nach dem’
Lesseps’schen Landbause zu in Bewe
. KUML
Der Freund, der das Geschehan
berichtet, war schon an das Reiter
tempo des alten Herrn gewöhnt und
bekam eL daher fertig, sich heiter plau
dernd zur Seite von dessen unermüd
lickem Renner zu halten: die Anderen·
blieben je länger desto mehr zurück,
und nur die ritterlich-e Woblerzogen
brit der jungen rren v. Lessepg be
wog diese, auch r rerseits die gewohnte
rasche Gan art ibrer Ponys zu
zügeln, um gen Gästen ihres Vater
Gesellschast zu keisten.
Als der Vater nach geraumer Zeit
das Zurückbleiben der Uebrigen be
merkte, war es ihm peinlich, so daß er
irn ersten Augenblick umtebren wollte.
Dann aber lachte er und meinte: »Es
ist doch vielleicht besser, ich galoppire
weiter voran und bereite meinen Koch
» aus den Zuwachs an Gästen vor. Diese
«Herren von der Küche sind manchmal
- erstaunlich schwersiillia.«
Belustigt und selbst neugierig auf
das Gesicht des Koches folgte der
Freund ihm, so gut er konnte, und
hörte dann folgendes Gespräch zwi
schen demVicornte und seinem Küchen
Ches mit an:
Lesseps: »Ich habe die Freude, acht
zehn lrebe Freunde mit nach Hause zu
bringen, Julius. Sorgen Sie, daß
sie»sich recht wohl fühlen an meinem
Tryche.«
·Koch: Achtzehn herrenl? Und
lerne Vorratbe im Hause-Thier aus
dem Lande, ivo nichts zu haben ile
Unmöglich, Herr Vicomte!« ·
Lessep7: «Streichen Sie das Wort
»unmoglrch« aus Ihrem Lexiton, mein
Freund Ei gibt nichts, was unmög
lich wäre.« «
Koch: «Aber, here Vicomte . ch
kann doch anz unmöglich die her-en
mit Kartos ln und Rüben bewirtbem
oder die Gerichte, die für se zelzn
Essen· berechnet« waren, siir vierun -
dreißig lang «zieben!«
Le eps: »Sie brauchen schon wiebe
das ort Janus lich«!« -
: .,Dazu si Alles zum Aus
tragen fertig und würde verderben,
wenn ei m t bald verspeist Iotirdr.
keing S nicht« here Otto-nie
u d r it vo S -
est- surllpet seit-few- ten.« m Mr
iLee n doi it -
ROHR-« un, un nichnchzu
—
M: W«
Le e: aRein Ja«, kein Lilie-«
kein« nnrdgli« ,lieber Juliust Ser
viren Sie den "gen das Vorhandene
als einen kleinen orimbifz. und das
Uebrige wird sich finden. —- Berirann
satteln Sie schnell meines braune
Stutne!«
it von zwei Minuten saß der
BieJrun ebzigjiihrige auf dem frischen
Pferde. nickte seinem Freunde nur noch
zu und bat ihn: «Vertriifte die rreu
auf meine baldige Rückkehr!« amit
jagte er davon, daß die Funken stoben.
Als er eine Stunde später ebenso
zurückgejagt kam, hatte er an jeder
Seite des Sattel-Z große Körbe befe
stigt, die man ihm im nächsten Markt
plake mit Allern, was zu einem Gast
mahl nöthig ist, gefiillt hatte; am
Sattel hingen dazu Hasen und found
ssobiel Wildgefliigel herab, die dem
Fiiberraschten Koch abgeliefert wurden·
»Da sehen Sie mein Freund: das
i,Wort »unmöglich« miissen Sie ein sür
allemal streichen " sagte ihm der große
JMann gemiithsruhig, stieg von seiner
braun-n Stute herunter klopfte ihr
mit einem Kosewort den hats und
;ging in s haus, um fiir seine Gesell
schast Toilettr zu machen
s Als nachher die tdstlich zubereiteten
iGerichte auf der Tafel dampften, war
ider greife Wirth die Heiterkeit und
iGemiithlichleit in Person« und Nie
mand hätte ihm angesehen, welche an
strengenden Morgenritte er bereits hin
ter sich hatte. Die Gäste aber waren
wie gewöhnlich vdllig bezaubert von
der vornehmen Gastfreundschaft dieses
eigenartigen Hauses
po- Viertel.
Es tennt ihn ieder den aus Eisen
lsein, Knochen oder anderem Material
shergestellten Körper der ans 12 glei
chen Kanten, 6 gleichen Flächen unt
acht gleichen Ecken gebildet ist, abe:
nicht jeder dürfte über den Ursprung
und das Alter des Würfels unterrich
siet sein. Das Würfelspiel ist uralt
Fund soll einer Sag-. zufolce, bon dem
ilnriecheir Palameteg während der Be
llagerung Trojas erfunden worden
:,sein urn den Kriegsleuten Kurzweil
1Zu verschaffen. Wenigstens wird in
’Homers Jliae neben triegerischen und
;ghmnasiischen Uebungen neben Ball
Hund Brettsviel das Würfel- oder
»Astralusspiel als eine der hauptsiich
lichsten Belustigungen genannt. Bor
"den Griechen ternten die Römer das
Würfelspiel, und von diesen hat es
sich, von Jahrhundert zu Jahrhun
dert, nack- und nach iiber die ganze
n. chi nur zivilisirte Welt verbreite.
Heute nach mehr algs dreitansend Jah
.ren, hat der Wursel noch genau die
selbe Gestalt wie zu Trojas Zeit. Jrn
Mittelalter war da- Würfeln noment
lich in Deutschland oft geradezu zu
einer Seuche ausgeartet, und die»
»Schelmenbeine« oder ,,Teuiessblöcle«s
spielten beispielsweise im Leben derl
Landtgnechte eine bedeutende Roll
EH gab damaIH in jeder grbszeren
deutschen Stidt eine Zunst der Wurf
ler oder Würfelmacher, Nürnberg;
war der Hauptherstellunasort derj
Würfel. Nach einer Fußpredigt degj
Franziskanermönches Johannes Ca»
pristanus sollen dort nicht wenicer
als 40000 Stück Würsel den Flan
men überantwortet worden sein. «
Etas erse preußisch- papier-eu
’ vor hundert Jahre-.
; Als Freiherr v. Stein vor hundert
jJahren Geld zum Kriege schaffen
ssollte, machte er den Vorschlag, daß
szehn Millionen Thaler in Tresorschei
Tnen ausgegeben werden sollten. Der
sBorfchlag war nicht ohne ernste Be
sdenten, da man teine entsprechende
Baarsumme zur Deckung der Scheine
in den Schatz oder in die Bank nieder
zulegen vermochte. Es bestand daher
die Gefahr. daß die preußischen Tre
sorscheine das Loos der früheren fran
Izösischen Assignaten theilen und voll
fiiändig entwerthet werden könnten·
fStein fürchtete ein solches Unglück
; nicht solan e die Erniision des Papier
sgeldes zu en Bedürfnissen des Ver
tehrs im rechten Verhältnis stände.
So wurde denn durch Kabinettsorder
die Ausgabe der Tresoricheine befoh
len. Ja Berlin erregte die Maßregel
großes Aufsehen und rief in der Bür
gerschaft Spottlust hervor» Es er
schien eine Karrilatur, die unter der
band viel verkauft wurde. Sie zeigte
den preußischen Adler, der vom Mini
ster Schnlenburg-Aehnert wie eine
alte Gans mit Papier genudelt wurde.
Das Thier sah höchst elend aus und
verdaute rapide; denn tvas es an Pa
pier einnahnr, gab es gleichsam in
Form der Treforscheine von sich· Die
derliner hatten mit ihrem Spott nicht
so unrecht: Kaum niar der Krieg aus
gebrochen, so fielen die Scheine tief
unter ihren Nennwerth
Deiner-ers ists vertauschen Zei
esssswef u.
Wie heftig bereits in dern jungen
Lande ein Wettbewerb amerilanischer
Art blüht, ersieht man aus einer An
zeige der Wetscherna Pofchtm Die
von S. S· Schangow geleitete Zei
tung kündigt darin an: Der Bezug-i
preis der Zeitung wird auf 18 Fran
len jährlich und 10 Franlen halbjähr
lich herabgesetzt Jeder Jahre-Weste
her erhält zugleich rntt der ersten Num
mer- eine Taschenuhr von Nickel oder
einen Wecker. Jeder halbjahreöbezie
her erhält, wenn er Dorfbetvvhner ist,
Mist-.
Ek: »Hei1froh kann man sein, daß man jekt nicht in Rußland lebt.
sWie dort die Jntelliaenz getnebelt !vikd!"
: Sie: »Na, vix würde wohl nicht viel gethan werden —- !«
s
Beinen Strohhut. wenn er Stadtbewoh
are-r ist« eine Kette, eine Zigaretten
spine und ein Notizbuch. Jede Dame,
die die Zeitung fiir ein Jaht bezieht,
erhält einen englischen Strohhut, fiir
ein halbes Jahr zwei Wirthschafts
bücher. Jeder Soldat, der der Zei
tung zehn Abnehmer besorgt, erhält
ein Paar neue Achselftiicke mit der
Nummer seines Truppentheils, wer
zwanzig Abnehmer besorgt, ein Paar
Stiefel im Werthe von vierzig Fran
iien, wer dreißig Abnehmer besorgt, ei
inen Uniformroek. Arbeiter erhalten
Lgegen einen Jahresbezug eine blaue
Biufe oder einen Weder. Agenten der
Zeitung können das Blatt für drei
Stotinken (Centimes) beziehen und die
Anzeigen in dem Blatte zur "lfte
des ver-merkten Preises anne men.
Für die alten Abnehmer der Zeitung
jwerden Sonderziige und Vergnügun
gen angeboien werden. Jn keinem der
ljungen Balkanftaaten ist bisher ein
ähnlicher Wettbewerb vorgekommen.
Der sröste Oliv-is der Deus
P Ein Riesenglobus, der sich sriiher
’Ern Petersburger Zoologischen Mu
ifeum befunden hat. ist vor einiger
Zeit nach der in letzter Zeit oft ge
nannten Zarenreskdenz ZareiojesSeiI
iiiberfiihrt morden. Der Globus mißt
11 uß im Durchmesser Und ist aus
stup er hergestellt. Der Bau des
Modus wurde im Jahre 1654 begon
nen und im Jahre 1664 unter der Re
gierung des Herzogs Friedrich von
Holstein vollendet. Die äußere Hülle
des Globus ftelit die Erde dar, und
die innere die Himmelssphiire mit den
Sternbildern beider Hemisphärean
das Jnnere des Globus führt eine
Thür; im Zenit-um befindet sich» eirx
runder Tisch mit Bänken, an ve:
gen 12 Personen Platz nehmen ihn
nen» Mit Hiife eines besonderen Me
chanismus kann der Globus un: seine
Achse herum bewegt werden« Peier
der Große — erhielt den Globng nach
Einnahme der schlegwigholsteinifchen
Festung Tinningstedt vom Herzog von
Schleswi·a-Holftein zum Gescheni.
Zum Transpori des Globus nach Ve
tersb rg brauchte m vier Jahre
Bis eval wurde der silbbus auf dem
Wasserwege transporiiri. Daraus
mußte eine Maschine ionstrnirt wer
den, welche auf Wegen geführt wurde,
»die durch Wälder durchgelegi tdlen
mußten. Der 2(,() Pud schewer
Ibus wurde der Atadernie der Wisseln
schasten irn Jahre.1725 übergeben.
; Zyeierlri Rath s
i «Schen Sie nur das Paar dart! j
Sie hat aussallenb rathe Wangen!« s
»Die sind geschminit!« I
.Und er hai eine rathe Nase!" i
»Die ist aber echi!«
Ein Geiiihlsmenich «
Sindiosus (dessen Schneider ins
Wasser gesallen): »Hilse! hilfr! wer
reiiei meinen Schneider?. .jDer
Mann hat ja nach fünf Mart von rnir
zu bekommen!«
Ritter-Idee Umstand
Richter: «Jm Laufe einer einzigen»
Woche haben Sie sechs Paar Siiesei
gestohlen!« -
Angeklagien «Jaivohl, Herr Rich-.
ter! Das tonnni daher, weil ich so»
furchtbar roße Füße hab’! . . . Erst
das letzte qpaar hat gepaßi!« :
Vertauscht
Duechlaucht sder beim Empfang in
einer Landgenieinde von einer etwas
stark beiahtten Ehrensungseau ein
junger, saurer Wein dargeboten wird):
»Vert! . . . Die guten Leute haben,
wie mir scheint, die Jahrgange ver
wechselt!«
Istale seitens-ums
Onkel Cdee seinen Ressen zum Mit
tagessen eingeladen): «Kellnerin, zah
len! . . . . Schreiben Sie nur alles u
sammen. was wir beide schuldig sin !«
Kellnetim »Seht wohl! — Mach
einigen Minuten). Bitte, hier ist die
Rechnung! Macht 186 Mart 50!«
Ontel: «Waas —- das einsache Es
sen?« s
Kellnetim »Sie sagten doch —- ich«
solle alles zusammentechnenP i
In der Buchhandlung
l »Ich möchte einen Liebesbriessieli
eri«
»Die haben wir nicht mehr, mein
Fräulein, da« sie untzlrattiich find —
ftatt dessen führen tr mittels der
Schreibmaschine fix und fertig ge
ichtiebene Liebeshriefe, in größter
Auswahl .
Wider-leit
.Musiier wollen Sie Jhrer
Sohn werden lassen? Dazu hat er
aber nicht das geringste Talent!«
.Dummes Zeug! Mir ift auch ge
sagt worden ich hätt’ zur Schlöchterei
tein Talent —- und trotzdem hab’ ich’s
zum dreifachen haushesiher gebracht!«
Aus besagter Zett.
Erster Autlerz »Ich begreife nicht,
wie man Dich verpriigeln konnte,
wenn Du nach dem Ueberfahren gleich
davongefauft'bift!«
Zweiter Auiler: »Ach. ich tam bei
der Flucht an die Unglückssiiitie eines
Kollegen, der auch davongesaust war,
und da haben sie mich verhauen!«
Glut Unwesen
»A so a G’meinheit! Jn oam hin
tanzt dr Bader, der windige, mit
man«r Kathit Wann’s no’ so fortgeht,
nacha schlag i’ ’m Huh’rmich’l ’n
Schäd’i eini, daß d’r Bad’r was z’
thun triagt.«
Irrt-L
A.: »Du. mir ift da eben eingefal«
len, daß ich dir vor mehreren Mona
ten meinen Schirm geliehen habe!«
B. iärgetlich): »Dann hättest du
dich auch früher erinnern können . . .
seht habe ich ihn gerade neu überziehen
lassen«
Ein kleines Mißverständniss.
Professor: »Was wissen Sie von
den Kneivv’schen Kuten2«
Student: »Kneipen? Hm, die sind
alle mit Katzenjammern verbunden.«
Richtig.
Lehrer: »Alle Naturprodulte wer
den in drei Reich: getheilt. Wohin,
Fräulein Emmy, gehört zum Beispiel
ver Zucker?«
Emmy: »Ja den Kaffee.«
Essiitilch. .
»Aber lieber here Doktor-, wenn
Sie immer so grob sind, können sich
die Leute unmöglich sür Sie erwär
mens«
»Das ist auch gar nicht nöthig,
wenn lich nur recht viele Leute sür
mich ertälten!'«
, Es seht an.
Schulrath: »Nun, Herr Gemeinde
vorstand, sind Sie mit Ihrem neuen
Lehrer zufrieden?w
Gemeindevorstand-: »Nun, so viel
ich gesehen habe, schlägt er gui ein«
here Schulrath!«
Geschäfter bit-sinnt
»Ihr Antrag ehrt mich sehr, Herr
Müller, aber ich tann ihn zu meinem
Bedauern nicht annehmen; ich habe
mich gerade gestern mit herrn Meier
verloht.«
»Ach wie schade! Na, dann viel
leicht später ’mal!«
Veeiehlte Rücksicht
»Am-halb sind Sie denn so ver
West-«
»Den!en Sie sich, komme ich da eben
in mein Stammlotal und sehe meinen
Freund Akthur dort siyen, dem ich
neulich in disttetet Weise etwas vor
gestreckt habe. Weil et das Geld nicht
am mal-redeten Terrain zurückzahlte,
denke ich, die Begegnung mit mir sei
ihm peinlich und setzte mich in eine
entfernte Ecke. Da erblickt mich pliiyi
lich Atti-m- und ruft mit durch das
ganze Lokal zu: »Kann-M nur het, Du
Feiglingi . . . Du denkst wohl, icks
punuk Dich wieder an?!«
Muts-h
«Ttinlen darf ich nicht mehr, tau.
chen darf ich nicht mehr, mit’m Lesen
ist's auch nichts mehr —- ie i eh« ich
Liszt-steten und schimpff auf d utomps