Grand Island Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1893-1901, April 09, 1897, Sonntags-Blatt., Image 8

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    W
Inständisthe poflnachriktitem
-.—-—...——-.
Der »Mumienmensch« bildet
fett in Paris eine Sehenswiirdigkeit.
Das subtutane Zellengewebe ist bei ihm
verschwunden; die Muskeln und Kno
chen sind atrophisch Der Kopf dieses
iettsarnen Jndividuuins erinnert an
Ribera’s Heilige Maria von Eghpten
Dieser Sieche ist scheinbar les-Jahre alt,
zählt aber in Wirklichkeit 28 Jahre;
er mißt 1.45 Meter und wiegt nur 24
Kilogramrn Seit seinem fünfzehnten
Jahre ist er derart mumisizirt. Man
kann nicht schlechthin von Degenera
tion reden; vielmehr handelt es- fich bei
dem Mumienmenschen ukn vartielle, lo
jalisirte Degeneration Sein Nerven
system ist intakt, seinBerstand durchaus
normal. Bevor er nach Paris kam,
Intersuchten ihn mehrere Aerzte, beson
ders in Marseille und in Montpellier.
Professor Grasset von Montpellier hat
eingehende Studien an ihm gemacht
nnd kam zu dem Schlusse, daß es sich
Uns- einen seltenen Fall handelt, der vom
Standpunkt der Aetiologie schwierig zu
klassifiziren ist. Die Haut des Gesich
tes ist runzeliges Pergament, das an
den Knochen klebt. Niegends sind
Muskeln zu sehen. Das Ganze ist zu
sammengeschrumpst, gleicht einer gro
ßen Narbe, ist gewissermaßen erstarrt.
Dieses mumisizirte Gesicht hat nichts
Lebendiges an sich. Der Mund ist un
beweglich, verengt, Halb geoffnet. Ue
sieht aus wie ein in einem Lederriemen
geichnittenes Knopfloch Die Nase
tritt nur wenig aus der Gesichtsfliiche
heraus; sie zeigt in der Mitte eine Er
höhung. Die Nasenspitze ist sebr scharf;
die Nasensliigel sind kaum sichtbar und
unbeweglich Die Lider sind schmal, zu
kurz und vermögen nicht, den beraus
tretenden Augapfel zu bedecken. Die
Wangen sind sleischlos; das Kinn ist
eingeschrumpft. Bart fehlt gänzlich;
reichlicher Haarwuchs bildet hingegen
einen seltsamen Kontrast. Dieses Ge
sicht ist mit einem Wort das Bild des
Gräßlichen. Und dann der Körper!
Die Extremitäten des Oberkörpers sind
sent verkümmert Es sind die Glieder
eines schwächlichen Kindes-, was noch
immer oiel gesagt. Trotzdem tann man
am Arme das Ruditnent eines Biceps
atmen. Aber welchen Biseps! Zur
Hand hinab klebt sich die Haut wieder
an den Knochenbau an. Sie ist dünn,
gespannt und mit röthlichen Flecken be
sät. Der Arm läßt sich etwas biegen,
nnd dennoch wagt man nicht, denselben
die Bewegungen ausführen zu lassen,
dean man glaubt, ihn krachen zu hören.
Die Hand macht den Eindruck, als sei
Iie vollständig sezirt worden; sie ist wie
todt. Die Finger kleben aneinander.
Trotzdem kann man das Gelent etwas
biegen. Der Thorax ist beinahe normal,
tbgesehen davon, daß auch hier die Haut
über die Knochen gespannt ist. Die
unteren Exttemitäten sind die eines
Stelzenläusers. Die Atrophie ist eine
allgemeine. Der Körper bewegt sich
aus diesem großen lnochigen Gestell
mehr oder weniger leicht vorwärts-. Die
Düfte und die Kniee sind ziemlich be
weglich, so daß dieses Individuum, ob
gleich sein Gang sehr steif ist, sich bücken
nnd ohne zu große Anstrengung Trep
pen steigen kann. Dagegen ist der Fuß
gewissermaßen wie durch einen ortbo
pädischen Stiefel an das Bein ge
schraubt. Er ist ebenso unbeweglich
vie ein Holzsusz. Ungeachtet dieser
Veränderungen, welche sich aus die
baut und die subtutanen Zellcngewebe
erstrecken, weisen die Muskeln, die
Sehnen, die Knochen, die Eingeweide
keine Anomalität auf. Das Herz ist an
seinem Platz und funktionirt richtig.
Das Athernholen geht normal vor sich.
Die Leber und der Magen haben das
natürliche Volumen. Der Appetit ist
gut. Das Nervensystem ist intatt, das
Gehirn vollkommen gesund. Dieser
Degenerirte plaudert gewandt, ja ver
Iebt sogar kleine Probleme zu lösen.
Ein bewegter Abend in
Pe s a r o. Man berichtet au-; Mai
land Vom 10. d5.: Jn dem Städtchen
Pesaro, wo bekanntlich Maåcagni als
Direktor des Konservatoriums Rossini
wirkt, ist eH gestern Abend zu einem ar
gen, gegen Magragni gerichteten Stan
dal gekommen Man muß wissen, daß
die Bevölkerung von Pesaro sür Mag
eagni sebr begeistert war, bis eH der
Mal-Mo durch-setzte daß diesen Winter
im Theater des Städtchens- sein »Wil
liam Ratclifs« zur Ausführung gebracht
verde. Der ,,Ratctifse« ist aber un
screitig die hohlste und langweiligste un
ter allen Obern Maseagni’s, und dieses
Werk zwei Monate hindurch immer von
Neuem mitanbören zu müssen, mag eine
Iolter sein und hat das Theaters-abli
kum Pesaro, insbesondere die Aben
Ienten, zu geschworenen Feinden Mas
eagnisz gemacht. Wie man sich denken
kann, stand es unter diesen Umständen
such um die Finanzen des Theaters
schlecht. Das Personal tonnte nicht be
slylt werden. Gestern Abend brach nun
I Unwetter«los. Es sollte wiederum
oWillirim Ratcliff« gegeben werden,
Oder vor Beginn der Vorstellung er
klärte Kapellmeister Tangv, er werde
Iicht dirigiren, wenn man ihm nicht auf
der Stelle sein rückständigesGehalt aus
zahle. Die Jmpresa war dazu beim be
Ien Willen außerStande und ries Mas
se ni um Hilfe an. Dieser erklärte,
Ia der Kapellmeister im Rechte sei.
änzwischen wurde das Publikum unge
ldig und gerieth in Zorn gegen den
Mrspenstigen Kapellmeisten Mas
ugni hielt von seiner Loge aus eine An
fprache an das Publikum, wurde aber
Mrgezischt Jn diesem Augenblicke
beten zwei Polizisten den Kapellmeis
in das Theater zu seinem Platze hin
s
W
Ilund wollten ihn zwingen, die Vorstel
lung zu dirigiren. Das Publikum
brach in Schimpfrufe gege den Ungliicb
Z lichen aus während Mascagni und eine
kleine Minderheit der Zuhöter ihn in
Schutz nahmen Es dauerte nicht lange,
so wurde man lsandgenieim Mascagni
war außer sich vo: Wuth unxüberlläuß
I te das Publikum immer aufs Neue mit
Beæidssiungsn Das Ende vom Liede
war, daß der Bräfelt Herrn Mascaani
und den Kapellmeistet Tango mit Ge
s walt aus dem Theater schaffen und un
7 ter polizeilicher Bedeckung in ihre Woh- :
« nung geleiten ließ Das Publikum be
i ruhigte sich dann fele bald, und da der »
! Burgemeister dem Personal Bezahlung
jversprach nöthigenfalls aus- itädtischen
Mitteln so konnte unter Leitung eines
stellvettretendenKapellmeisters auch eine s
IVorstellung zusammengebracht wetdenl
Y— die Kiinft et sangen Romanzen End
hArien das Orchester spielte ein vaar I
«Tänze, das Publikum freute sich, einen
· so beut-würdigen Abend verlebt zu haben l
Iund der Jmpresario war glücklich, daß
ier die Ei ntr ittågelder n: cht hatte zurück
zahlen müssen Dagegen soll Mascag
ni MS .- immung —- und das klingt seht
iglaubwiirdig —- nicht eben die rosigste
fein.
»Ein Gast zu oermiethen.«
zDiese ungewöhnliche Antiindigung, so
i schreibt das Wiener »Fremdenblatt«,
ädiirfte in der nächsten Zeit sich einbür
;gern. wenn ein von England ausgehen-«
des Beispiel Nachahmung findet. Prat
-tifch. wie die Engländer sind, scheinen
sie das Mittel gefunden zu haben, unt
seinem bei gesellschaftlichen Veranstal
;tungen Jst schmerzlich emnftindsnen
IUebelstande abzulselfen ««..’I:;: Hostie,
. wie schwer es für Leute, di: siizi cteganteg
E»Ha:is« machen wollen. oftmals ist« in
zteresfnnte Beriihmtheiten auszutreiben,
Tdarnit das Diner oder Zoll-per einen er
höhten sozialen Glanz aufweise. Ein
IFall, der auch nicht selten oortommt, ist
die leidi ge Fiigung des Zufall5, daß in
zFolge von Absagen die übrigbleibende
zTischgesellsehaft sich auf die in weitesten
zKreisen unbeliebte Zahl Drei-zehn zu re
Hduziren droht. Zwar verfügen einzelne,
jvom Geschick besonders bevorzugte Fa
;milien über gutwillige Bekannte, die sich
im letzten Momente behufs Vermeidung
der 13 gefügig einluden lassen. Es gab
in Wien einmal einen solchen Aushilfs- J
ggast, der auf den Taufnamen Ludwigj
lhörte und deshalb von seinen Jntimen i
gerne »Ludtvig der Vierzehnte« genannt j
wurde. Aber er war doch nur ein Di
,lettant und eine vereinzelte Erscheinung,
kmit der man nicht als mit einem regel- l;
Frniißigen Faktor rechnen konnte. Die !
besagte, aus London kommende Ante-;
,gung schafft ein- für allemal Remedur, s
iund sie überhebt Familien, die kampf
s haft nach Sommität jagen. der Gefahr«
sich mit einem »Schweizer Admiral« be
gnügen zu müssen. Das englische No
vum aber besteht darin, daß ein lediger
xLord Cein verheiratheter wäre nicht der
i richtige Mann, tveil seine Lady die Sa
lche kompliziren würde) bereit ist, gegen
honorar Einladungen anzunehmen.
Für acht Pfund Sterling besucht er
Balle und Hochzeitsfeierlichkeiten, für
fünf Pfund Balle, für zwei Pfund ein
fache Diners. Er sagt nicht, ob er auch
einen Tarif für Reconnaissancebesuche
hat; das Ganze muß überhaupt noch
im Detail ausgearbeitet werden. Viel
leicht kommt ein Leihinstitut zu Stande,
das Gäste verschiedene Kalibers zu ver
schiedene Preisen auf Lager hält. Ueber
ghaupt kann sich da aus kleinen Anfängen
Enoch Großes entwickeln. Aber der An
Tfang ist gemacht, und bei allen Neuer
I ungen ist eben der Anfang das Wich
tigste. «
l
» Groß-Marmc1ro-Z.Der von
den Polizeibehörden in Wien und Bu
-dapest lange gesuchte Raubmörder Al
.fons Hradil wurde hier derhaftet. Hm
Fdil hat itn Januar in Budapest die alte
Frau Koch erschlagen und beraubt und
kurz darauf in Wien eine Frau Eladic
; lebensgefährlich verletzt und beraubt
;Hradil hat beide Unthaten eingestanden.
jLeugnen bezüglich des Raubmordoer
- suches in Faooriten wäre übrigens nutz
" los gewesen, denn man fand in seinem
E Besitze mehrere vorn Raube herrührende
-Gegenstände. Hradil ging aber in sei
nein Geständnisse noch weiter. »G
, kommt jetzt obnedies auf Eins hinau5,«
« bemerkte er cynisch zu dem ihn verboten
den Polizeitomrnissiir, »so mögen Sie
; denn wissen, daß ich in Budapest, wenn
,nach der Ermordung der Koch meine
I Spur nicht entdeckt worden wäre, wei
kiere'Morde-dersucht hätte.'« Dagegen
" leugnet HradiL an der Ermordung der
Marie Bjeldbada betheiligt gewesen zu
sein. htadil ist 23 Jahre alt und von
nicht gewöhnlicher Intelligenz. Oradil
lebte seit drei Jahren von Diebstahlen
und wird von mehreren Behörden ge
sucht rnan tonnte aber seiner nicht hab
haft werden, da er stets seinen Namen
wechselte und sich in den Besitz falscher
Arbeitsbiicher setzte. Jn Budapest hatte
er dier Geliebte.
Auch eine Kanzelredr. —
Von einein Pastor Wichmann .tau Za
pel bi Eriin in Mectlenburg erzählt
3 Felix Stillsried in der neuesten No. 11
der Zeitschrift »Niedersachsen« (Vre
,men) folgende originelle Kanzelredez
« a, dor sitt Ji Kopp bi Koop, un wull
« i hüt min Käppi von de Kanzel sink
ten, dat fel nich up de er’. Un sitz
des Sündags? Denn tünn ict mit den
Köfter hier Kuhlsäg fpelen und Griep,
wenn uns dat Spaß möt, so leddig ist
denn in de Kirch! Liid’, Litd’, denkt Ji
denn gar nich an den jüngsten Dag?
»Wenn denn uns’ Herrgott up sinen
t Thronsitt un all’ de Minschen üm ern
ftahn un hei de Schap tau sine Rechten
W.-—
W
I steile un de Blick tau sine Linken, denn
iröppt hei of nah mi: »Ist-arm Peter
Wichmann, wo hest Du Dine Schape?«
Denn äwer diiter ick mi un verstek mi in
den Oiiknpeh dat bei mich nich gewahr
ward-. Hei äwer röppt taun annern
kal: »Johaan Peter Wirt-wann wo
heft Tiu Dir-e Schape?« Un ick diiker
xni noch duller un segg kein Wurd.
Aewer denn röth de Herrgott taum«
driidden JJtal: »Johann Peter Wich
rnann, wo beft Du Dine Schape2« Un
denn feil-. ict jo, dat belpt minch nich, un
ick rächt nt Liwer Enn’: »Ach leiw Herr
gott«, Jena Eck. »’t sünd keineSchatze nich«
t’ sxind atlenv raudige Bück8« — »Lüd’q
Lide de::tt an den jüngsten Dag, dat
ick nich luter Blick tau wisen bruk!«
Wien, 12 März. Der Latr-aga
lege Brot d. Schrötter nahm Anlaß,
Vergiftungen durch Chlorkalilösungen
zu besprechen, um, wie er einleitend sag
(
te, ver der Anwendung dieses Mittelss
zu warnen. »Ich erfuhr«', sagte der
Vortragende unter deutlicher Anspie-;
lang auf den Fall Mitterwurzer, »du aIß
der Kranke häufig mit Chlortali graut-:
gelt bade, das jetzt häufig als Mund
wasse:, aber ebenso häufig auch inner-!
lich als antifeptisch wirken follendes
Mittel tegeben wird. Von vielen Aerzsi
ten wird es gegenwärtig bei Diphtherie
verordnet, und zwar in ziemlich großenj
J«1
YUscth UUU »F UIV EU ULUU Hil- Dic(
Haupteinwirkung dieses Medilamentg !
ist die auf das Blut, nämlich die Zer
störung der rothen Blutlörperchen. Jch
will nun ganz besonders darauf auf
mertsant machen. daß gar tein Grund
dazu vorhanden ist, das Chlortali alsI
Mundwasser. noch weniger aber inner
lich anzuwenden. Man hat das gethan, »
weil man sich vorgestellt hat, man be .
komtne eine große Menge Sauerstoff;
zur Verfügung, den man im Organi5-I
mus verwenden konnex aber es findets
eine solche Zersetzung des chlorsaurenz
Kalig nicht oder in ganz geringer Menge ««
statt. Die erwartete Wirkung tritt also
nicht ein eJ besteht mithin »auch teinen
Anlaß zu einer solchen Verwendung des
Chlorkalis Merkwürdig ist anderseits, :
daß man tleinen Kindern Tage hin-.
durch Dosen bis 40 Gramm gegeben;
hat, ohne daß Vergiftungserscheinungen g
eingetreten wären, daß aber bei Erwach- E
senen bei Anwendung einer geringerns
Dosis der Tod eingetreten ist, insbeson: T
dere bei solchen Personen, die chlorsau:
res Kali als Gurgelwasser bentisst ha: ;
ben Daraus ergibt sich, daß außeror-·
deutlich vorsichtig vorgegangen werden
muß, und daß was wohl die Haupt
sache ist, der Kranke sich sein Mund-« ,
wasser nicht selbst bereiten dars, denn eH Z
lann namentlich bei aufgeregten Men-?
schen leicht vorkommen, dasz sie eines
große Menge nehmen und auch der-;
schlucken·« Professor o. Schrötter führ- l
te einen Kranken seiner Klinik dor, derj
auf dieselbe Weise wie Mitterwurzer er- I
tranlt ist« der aber, weil die Krankheits
rechtzeitig erkannt wurde, wohl gerettet .
werden wird. «
Zahnpslege in den Sehn-I
len. Auf die Nothwendigteit, pratti- ;
sche Hygiene in den Schulen auch inso-·
fern zu pflegen, daß man die Zähne der
Schultinder unter fachmännische Auf-« ;
ficht stelle, ist häufig schon hingewiesen !
worden. Ein neues Argument fiir diese I
Nothwendigkeit wird aus Wiesbaden
mitgetheilt· Der dortige Zahnarzt Herr !
Stieren untersuchte in zwei Bürgerschu
len die Zähne von 15318 Schulkindern «
im Alter von 6 bis 14 Jahren. 97,. )
pCt. l!) derselben hatte tranke Zähne, L
und zwar zusammen 7964 durch
schnittlich jedes Kind unter 32 Zähnen
immer 03 tranke. 17 Zähne waren be
reits entfernt,2 bis JWO müßten noii «
entfernt werden, aber ungefähr 5«)0()
wären durch geeignete Behandlung noch
zu retten, während bisher nur 17 (!).
erhalten worden waren.
—— Schmectt die Glettri·.
zitä t ? Während wir einen besonde-«
ren Sinn zur Wahrnehmung de: tiiet 7
trizität leider entbehren, nehmen wir
Wirtungen der Elektrizität mit mehre
ren Sinegorganen wahr: Wir empfin
den den elektrischen Schlag mit den
Hautsinnegnerven und wir sehen den»
elektrischen Funken mit dem Auge-H
Aber auch auf den tsjeiflnnadssinn Ditti
die Elettrizität. Volu, den! Dir so’
viele Bereicherunaen unserer KennznißH
der Elektrizität verdanten, machte auch;
folgende Entdeckung: Wenn er an dies
-obere unv an die untere Seite der Ringes
je ein Stück Metall s-- natürlich Siiicte
von verschiedenen Metallen -— brachte
und beide Metallstiicke außerhalb des
Mundes sich berühren ließ, so empfand
er einen saueren oder einen langen-arti
gen Geschmack, ie nachdem der positive
vder der negative elett:ische Pol aus der
Zungensläche lag. Eg ist diese Beob
achtung urn so hsher anzuschlagen, als
zu Vvltas Zeiten noch nicht hetannt
war, daß durch dieElettrizitöt eine Zer
; sekung von Körpern in saure und lau
; enartigeBestandtheile stattfinden Nun
s t der Rasse Ljubirnow diese Versuche
« von Volta türzlich wiederholt. Er fand
;dabei, daß Volta eine ganz erstaunlich
s seine Geschmacksempsindung gehabt ha
s den muß, denn er selbst tonnte beim
s Auslegen der Metalltheile denGeschmack
I nur dann wahrnehmen, wenn er ganz
i besonders tvirtsame Metalle anwandte,
s und auch sonst günstige Versuchst-editi
gungen vorhanden waren. Als Liubig
know die Versuche an anderen Perso
, neu wiederholte, stellte es sich heraus,
s daß nur Leute, die sich auch bei anderen
Gelegenheiten als knit seinem Ge
schmacksernpsinden ausgestattet erwie
z sen hatten. eine Geschmackstvirtung der
Elettrizitiit wahrnahmen.
Internet
—Aus und davon. Eineschönes
Ueberraschung wurde dem Elevelander
Fischhändler William Ziegler zu Theil,
als er am Freitag Nachmittag nach sei
ner Wohnung zurückkehrte Jn dern
Hause herrschte ein großes Durcheinan
der. Er glaubte anfangs-. daß Einbu
cher dagewesen waren. Seine Frau und
die übrigen Angehörigen seiner Familie
waren nirgener zu finden, was um so
aussallender war, xle seine Familie fast «
nie gemeinsam das Haus verlassen hatte. j
Aus einem Tisch-e fand Ziegler schließlich«
einen Brief seiner - rau, dessen Jnhalti
ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel
berührte. Der Brief hatte ungefähr sol
genden Wortlaut : »Ich bin fort, um
nie mehr zurückzukehren, dente ich sei
gestorben. Wean Du Lust hast, Dich
anderweit zu o:rheirathen, so steht Dir
nichts im Wege.« Außer Frau Ziegler
sind auch ihre heäIen Töchter und ihr
Schwiegersohn Charlez Roderrnund aus
und davon· Arn Freitag Morgen ver
ließ Ziegler wie gewöhnlich um T Uhr
das Haus. Kaum war er fort, als in
größter Eite die Vorbereitungen sür die
Macht getroffen wurden. Um 9 Uhr
suhr bereits ein Erpreßwagen vor dem
Hause bor. aus den die Kasten und Kos
ser geladen wurden. Wann die Familie
das Haus verließ. ist nicht bekannt. Zieg:
ler lam mit seiner Familie vor mehreren
Jahren aus Deutschland nach Elem
land. Sie wohnten mit ihren Töchtern,
von denen die Aelteste mit Ehas. Roder
nrund verheirathet ist, zusammen Ein
verheiratheier Sohn. Wilhelm Ziegler,
ist ein Versicherten-gis - Agent· Das
Iamilienleben soll, wie der verlassene
Gatte sagt, stets ein glückliches gewesen
sein, und es ist ihm deshalb um so un
begreiflicher, waH seine Angehörigen zu
der Flucht oeranlaßt haben konnte. Er
machte der Polizei die Anzeige, erklärte
aber dabei, daß er keine Anstrengungen
machen werde, die Flüchtlinge zu finden.
Wie Ziegler sagt, hat seine Frau vor ih
rer Abreise stin) bei der Bank geholt und
außerdem die goldene Uhr ihres Gatten
mitgenommen. Das Geld stand auf dem
Namen seiner Frau, gehörte aber ihm.
Rodermund war längere Zeit Bucht-al
ter bei der East End Foundrh Co» war
aber seit Kurzem außer Arbeit. Frau
Rodermund ist 25 Jahre, ihre Schwester
22 Jahre alt. Ziegler glaubt. daß seine
Familie die Reise nach Deutschland an
getreten habe
—- Ungeheure Aufregung
herrscht in Marietta, O» über eine in
dem Haufe des ungefähr zehn Meilen
von hier wohnenden FarmerH Henry
Biegel von Räubern vor einigen Näch
ten oeriibte Schandthat, und falls man ,
der Thiiter habhaft werden sollte, wird
unzweifelhaft fummarische Justiz an
ihnen geübt werden« Biegei. welcher
wohlhabend ist und gewöhnlich größere
Summen Baardeld irn Haufe bat. wur
de von zwei magtirten Einbrechern, die
mit borgehaltenen Revolvern auf ihn
eindrangen, überfallen und unter Dro
hungen aufgefordert, ihnen den Platz,
wo er fein Geld aufbewahre, zu zeigen.
Als Biegel sich weigerte, wurden er,
seine Gattin und fein acht Jahre altes
Söhnchen gefesselt. Letztereni wurde
ein an der Zimmetdecke befestigter
Strick mittelft einer Schlinge urn den
Hals gelegt, und als Biegel fich int
rner noch weigerte, dem Verlangen der
Räuber nachzukommen, begannen die
Schurken, den Knaben empor zu zie
hen und zu stranguliren, bis dessen
Zunge hervortrat. Die Mutter des
Knaben wurde bei dem entsetzlichen «
Anblick ohnniächtig und Biegrl bot den
Räubern III-IN um den Knaben zu
retten. Der Knabe war bereits be
wußtlos und liegt jetzt todttrant dar
nieder. Die Räuber machten sich mit
dein Gelde davon. Man vermuthet,
daß es dieselben Banditen find, die
vor Kurzem auf ähnliche Weise von
dem in der Nähe wohnenden Dr. J· J.
Eor 31700 erpreßten. Die Farmer
werden eine Versammlung abhalten,
uin eine Belohnung auf die Ergreifung
der Räuber zu setzen. i
—- Jn New York wären zwers
Personen, Mann und Frau. ums Haar z
in einem sog. »Foldingded", welches im ;
Parlor stand, elendiglich um’H Leben
gekommen. Es war gerade halb zwei!
Uhr, ais Herr E. B. Morrig aufgestan. j
den war, um ein Glas Wasser zu trin- ;
ten. Er ist ein ettoa 55 Jahre alter ;
Herr, von gar gesundem Körperbau s«
und einem Gewicht von 265 PsundJ
Seine Gattin, die mehrere Jahre jün
ger ist und in demselben Bette ruhte, ;
schlummerte, mit dem Kopf nach derj
Rßseite hin, ruhig weiter. Nachdem
orriå seinen Durst gelöscht hatte,
wollte er sich wieder in’S Bett zurückbe
geben, doch, siehe da, er hatte taurn sich
hingesetzt, als das Ding zusammen
tlappte und Mann und Frau zwischen
holz und Decken und Kissen gefangen
hielt. Der Vordertheil des Bettes, ei- ,
nen Chissonier darstellend, wiegt mehr
als dreihundert Psund, wodurch es
leicht ertlärlich wird, daß sich das Ehe
paar in einer ebenso unangenehmen als
gefährlichen Lage befand. Nur mit
größter Anstrengung gelang es herrn
Martin der schon dem Erstickungstode
nahe war, seinen Kon aus der einge
1 tlerninten Lage zu befreien und urn hilse
I schreien zu können. Der in einem ande- l
Tren Theile schlafende Sohn des Ehepaa
zres stand schleunigst aus und eilte seinen .
iEltern zu Hilfe. Es gelang ihm nurT
Imit der allergrößten Anstrengung, denz
Ieinen Theil des Bettes herabzuziehen
Innd seine Eltern aus ihrer gefährlichen
Situation zu befreien. Er merkte den»
Ictften Augenblick, daß sowohl Mutter
W
als Vater ziemlich schwer oerlenr waren "
und beeilte sich deshalb, den in der Rach
barschaft wohnenden Dr. Hirschseld
herbeizurusen. Herr Morris war in
der Zwischenzeit bewußtlos geworden,
doch gelang es dem Arzte schon nach tur
zer Zeit, ihn wieder zur Besinnung zui
bringen; sowohl Herr Morris als seine 1
Gattin sind ziemlich iibel mitgenommenJ
worden und dürfte es einige Zeit dau-l
ern. ehe sie sich von den Schrecken dieser -
Nacht erholt haben Das Ehepaar wird. i
das binterlistige Klapdbett sofort in die
Rumpelkammer schaffen lassen denn es
will es nicht noch einmal risliren, leben- i
dig im Bette begraben zu werden Herr T
Morris wird übrigens einige Tage das·
Bett hüten müssen, ehe er sich Von deni
ausgestandenen Strapazen erholt haben E
wird. »
——-- Wenn sich zwei junges
Menschenkinder recht von Herzen lieb
haben, dann mögen sich alle Elementei
und Cousins der Welt verschwören.
die Liebenden kriegen sich doch. Punk
tum Streusand drüber· Werg nichts
glauben will, der frage einmal den Henrh -
Tatje und die Margarethe Hutmann —
nein doch heute muß man sagen Herrn
und Fr au Tarje. Die Beiden werden
bestätigen, daß treue Liebe alle Hinder
nisse überbriictt aller Stürme und aller
Coustns spottet. Sonst wären sie ja-;
auch lein Ehepaar geworden Der erste?
Theil der Geschichte spielt an Bord des z
Lloyddampfere »H. H. Meierc der am
Donnerstag, nachdem er mannigfache;
Abenteuer bestanden, im New Yorler
Hasen eintraf. Unter den Passagieren
befanden sich zwei Briider Kragge aus«
Kansa Z Ei ty, Margaretbe und Henrhs
Tatje. Die Bruder Kragge hatten derz
alten Heimath einen Besuch abgestattet
und Couscnchen Hut mann zu einem Ge
genbesuch überredeL Auch Tatje, ein
bemittelter Flei scher :n Neid York, hatte
in Deutschland Verwandte besucht Da?
alle vier Kajiitenpassagiere, konnte es
nicht ausbleiben daß Margaretbe und«
Hean belaunt wurden, und da der Ent
wicklung zarter Triebe im Herzen nichts.
sörderlicher ist, als eine Wasserfahrt, so
waren die beiden Leutchen bald iiber die
Ohren verliebt. Die Kragges hatten für«
die Symptome des Berliebtternz kein
Auge. Hatten sie es gehabt. dann wäre j
es ihnen sicherlich aufgefallen, daß Mar
garethes Hündchen oft länger in Henrns
ftarter Rechten ruhte, als von der stren
gen Sitte erlaubt, und daß Hean Mar- .
arethen Blicke zuwarf, feuriaer alg der —
stärkste Punfch· Aber die Brüder
Kragge merlten nichts-U Das Interesse.
wurde von Eisbergen und hohen Wellen
und von dem Feuer im vorderen Raum
des Dampfers in Anspruch genommen :
was tümmerte sie das Feuer, das Gott"
Amor in den Herzen der beiden Lieben-: ;
den angefacht. Kurz vor der Landunaz
machte Margarethe den Cousinz ds
Mittheilung, daß sie, ftatt nach Kansas«
City Fu gehen, in New Yort zu bleibenZ
und Tatje zu heirathen gedenke. Dies
Kragges fagten nein. Was, das Con- «
sinchen dem Tatje lassen ? Lieber würde
sie noch einmal den Ozean treuzen und
Margarethe zur Mutter lzuriictgeleiten.
Aber Margarethe blieb fesi, um fd fester, »
als Tatje erklärte, daß er ein Vermögen ;
von 810,000 habe. Gleichzeitig hän
digte er der Geliebten 1000 Mart ein,!
damit sie die nöthigen Borbereitunqen,
treffen könne. Die Coasinå gaben den«
Kampf noch nicht auf. Sie sprachen bei ;
Hilfs-EinwanderungB-Kommissär Mc- -
Sweenen vor und veranlaßten Marga
rethes Detention. Doch es half ihnenj
nichts. Tatje führte den Nachweis-, daß
er Bürger der Ver. Staaten fei und«
durchaus in der Lage. eine Frau zu er-;
nähren. Außerdem fei Margarethe ma- ?
forenn. So vielen Argumenten konnte.
Mc31veeney nicht widerftehen —- er gab .
Maraarethe frei. Das letzte Wort in»
der Sache sprach Paftor Schneider, von
dem die Liebenden getraut wurden. «
—- Der Roman eines- Bei
n e H. Es sind jetzt nahezu ZU Jahre
her, daß unter der Führung von Lhdia
Thompson und Pauline Martham die
englischen ,,Burlquue-Blonden« ihre
erste amerilanische Jnoasion ausführ
ten. Jm alten Nil-los Garden waren
sie damals durch mehrere Saisons die
,,rage" des ganzen schaulustigen New
Yort’s. Selbst hervorragende Geist-«
liche iießen sich in ihren Vorstellungen
antreffen, wo sie natürlich nicht die
blonden Haarschöpse und enthüllten
Beine der Londoner Sirenen, sondern,
wie sie feierlich ertliirten, das von ihnen
gesprochene tlassische Englisch be wun
derten. Auch im Westen machten die
übermiithig —- reizenden Geschöpfe nach
haltige-s Furore. Aus und außerhalb
der Bühne. Jn Ehicago namentlich
dadurch, daß Lhdia Ihompson, die ilein j
und zierlich war, unter Assistenz der
heroisch gesormten Pauline Marlham
(man nannte sie allgemein nur die
»Schönheit mit den heldenschenteln«)«
Wilbur E. Stern-, den damals all-l
miichtigen herausgeber der »Chicago
Times« und Repräsentanten des grim-«
migsten gelben Journalismus jener
Tage, auf offenen Bahnhos - Perron
durchpeitschten. Bei der allgemeinen
Beliebtheit, »dem Storey sich erfreute,
sand sich hinterher nicht einmal ein·
Richter, der die beiden schlagfertigen
Amazonen verurtheilen wollte. Das ist
jetzt, wie gesagt, schier dreißig Jahre
her, und die jüngere Theater-Genera
tion hat wohl ebenso wenig noch eine
Jdee von Lydia Thompson und ihren
Blonden, wie die jüngere Journalistit
etwas von Wildur E. Storeh mehr
weiß. Da taucht plötzlich in den Zei
tungen, in einem Louisoiller Tele
gramm (siehe »Volishlatt" vom W
d. Mth wieder einer dieser Namen
auf. —-— und wieder ist es die ganze Glo
rie des wirklichen Beines und diejenige
—---- - —
eines vollen Erfolges, was diesen Na
men umgiebL Der Name Pauli
Martham’s, des obengenannten Flü-,
zel-Adjutanten und Prü el-Assistenten«
dek Lndia ThompsonL ie hat soeben
vomKentuckyerObergeticht inFrantfott
in einem Schar-merken -- Prozeß für
ein »zum Gebrauch in Trikotz« Uns-Jug
lich gewordenes Bein Alles in Allem
WO zugesprochen bekomme-m Und
das heute noch. im Jahre 18127l Waf
nkuß dieses- Bein erst 1367, an ganz
New York Davo: auf den .5kni«:«1 lag,
werth gewesen fein? Und wie wenig
muß deute Las kve::i: fein, mzz von
Pauljne Marsham nach Abzug d?efes,
vom Getidn so generöå taxirte:!, » eines
übrig ist ZI
—- E i i: M a n n , toelcver den yea
men Chris. Brdwn angab, fand vor et
lichen Tagen Ausnahme jin Hospitcil zu
Olrni:, R. Y» und verfiel bald dar-auf
in einen tiefen Schlaf aus dein er erst
nach 48 Stunden wieder aufwachte.
Verwundert riev er sich die Augen und
seine erste Frage war: »Wi) ist meine
Geldtaschc3« Die Erwiderung, daß er
salz ,.Tra:iii)« nach Olean gekommen,
wollte er erst gar nicht glauben. Eine
Weile staiite er sinnend drein, dann
ries er bestiirzt aus-: ,,Mei::e Dämon
ten sind mir gestohlen ivordeii·4« All
miilig begann in ihm die Erinnerung
irieder ausiiidämmerm wenn auch die
Ereignisse seit August v. J. in Dunsf
kel gehüllt blieben. Aus seinem Munde -.
ersuer man nun solgende seltsame Kun
de: Der musteridse »Eharles Brolvn«
ist iii Wirklichkeit David J. Pelsnir, ein
Millidniir auH dem seinen Südamerika,
der dort an den werthvollen Diamant
gruden der »Seveii Associjtes Com
p.inn« bettieiligt ist. Im Eoiiiiner v.
Js. kam er Hierbei, uin direkte Geschäfts
oerbindungen mit amerikanischen Dia
mantenliärndlern anzutniivscn In ei
nem Lekdgurt tin-g er eine Sammlung
von toitdiren Edelsteinen-, lslit an der
Zahl, die er vier zu Lande verlaufen
ivollie. —-— Irr Tigntanteiilzixiiivler und
Million-Er erinnert sich noch, daß er zu
letzt im August v. J. in Chirqu nn ei
nem Nachmittage iin Jackfon - Port
lizstloanvelte und nach dern Konzert, bei
Jizbrechender Dunkelheit, den Heimweg
antrat. Auch glaubt er sich dunkel ent
sinnen zu können, daß er in eine Brosch
te gebracht wurde. Was dann iveitet
mit idin geschehen, weiß er nicht. Erst
hier im Hospital ist er wieder zu sich ge
kommen. Der Polizeiches von Olean ist
sest überzeugt, daß die ganze wunder
liche Geschichte von dem Diamanlem
rauhe eine wahre Begebenheit ist. Durch
Nachsorschungen ist er in seinem Glau
ben an Richtigkeit der Angaben noch be
stärkt worden. Er hat den Millioniie
undDiamantenhändler jetzt gastfreund
lich in seinem Hause ausgenommen nnd
leitet die Nachforschungen nach den ver
schwundenen Diamanten Ueber den
räthselhasten Fall spricht der Polizei
Ches die Ansicht aus« daß Pelsair von
den Räubern in Chicago mit einem
«Sandbcig" niedergeschlagen wurde,
eine schwereGebirnerschiitterung davon
tiug, unter deren Folgen er monatelang
in geistiger Umnebelung in unbewußter
Lebensverrichtung gut-reichte Vermuths
lich sei er die Zeit vom August v. J. von
einem Hospital in’s andere gewandert.
Pelsair hat aus die Wiedererlangung
seiner Diamanten eine Belohnung von
325,000 ausgesetzt
Cl
N
»Die Ueaislatue von Mis
souri hat« wie schon früher mitgetheilt,
in ihrer kürzlich geschlossene Sitzung ein
Gesetz erlassen, welches namentlich den
katholischen Geistlichen irn Staate, und
davon sind drei Viertel Deutschen Un
annehinlichkeiten bereitet. Dieses Gesetz
verbietet nämlich die Vollziehung von
Trauungen durch Geistliche-, soelche nicht
Bürger der Ver. Staaten sind. Da
nun die katholischen Geistlichen mit
wenigen Ausnahmen an der Wahlkam
pagne oder Wahl keinen aktiven Antheil
nehmen und auch nur sehr wenige dein
vor mehreren Jahren ihnen vom Erz
bischof Kenrick gegebenen Rath, Bürger
zu werden, gefolgt sind, so hat das Ge
fey für viele, namentlich Lanvgeiitliche,
unangenehme Folgen. Die noch nicht
Bürger aewordenen Geistlichen wohnen
weit auseinander und die Kreiggerichte
haben nur zwei Terinine im Jahre. Jn
Folge dessen werden die Geis lichen sich
an Das ot. Louiser Kreisgerichh wel
ches Jahr aus Jahr ein in Sitzung isk,,
wegen Erlangung von Biirgerpapieren
wenden müssen. Zwei Pfarrer, G. N.
Brand von der St. Julius-Kirche in
llteier, Franklin Countn, und J. C.
Ernst von der Allerheiligen Kirche St.
Peters, haben kürzlich mit Hülfe von·
Herrn Heinrich Spaunhorst bereits ihre
zweiten Papiere erlangt, nachdem sie sei
ner seitdem Rathe des verstorbenen
Erzbischoss Kenrict gefolgt waren und
das erste Papier erwirkt hatten. Für
gar Viele wird das Gesetz geradezu pro
hibitiv wirken, da sie zwei Jahre nach
Erlangung des ersten aus die zweiten
Bürgervapiere warten müsset-. hre
Gemeinden haben natürlich mitznlei .
Das Geseh ist natürlich apaistischen
Ursprungs und wurde in der Legislatur
ganz unbemerkt durchgeschmuggelt.
Von den irischen Psarrern werden sehr
wenige betroffen. insgesaknmt etwa 200
Pfarrer und Gemeinden.
—- Kasernenhofbliithr. Sergeant
(zu einem viinkelhasten Bankierssohn):
»Einsähriger Goldstein, wollen Se sich
iesälligst von der Höhe Ihrer Million
in die Kniebeuge herablassenl«
—--- Was ein Häkchen . . .. Der kleine
Cohn: »Tatelel)en, kaus mer einen Dra
chen!'« — Cohnt »Wozu?« Der kleine
Cohnt «Will ich doch auch steigen lassen
Papierrl« ,