Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, November 26, 1891, Image 4

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Tiden quälen och gorfleu vom früljeftcit Morgen
Bis spät niüljl (jinciu in die Nachl?
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ll Btabt. Wir besitzen da gröjkle Lagrr IN Gardrrobeartlkeln srr Arbeiter.
ffaufbedingnngen: Baar.
Während uuserer Expedition in Ober
burma benutzte ich meine freie Zeit dazu.
Ausflüge in die Berge zu machen. Da
Ztluna war mäßig warm und gestattete
leichte Kleidung. Ich belastete mich mit
keinerlei (bepack, nicht einmal eine Waffe
hielt ich für nöthig, da ich kcincrlei Ge
fahr zu bcfürgficn halte. Mit einem
leichte Bambnöfiöckchcn in der Hand,
gut beschuht, sticg ich Stunden lang in
der Vcgcild unsere Hauptquartier um
Ijrr und eindeckte immer neue Reize
einer Statur, welche im Ihalc eine p
ige Pflan?k!ipracht, auf den Höhe
fast einen alpinen Charakter entsallcte.
Eine Zage gelangte ich, etwa
Meter über der Ä1iccrc?fliiche. in eine
vrrglaudschafl, die mich lebhaft an
meine frül,erkn Particcn in Südlirol er
innertc. ch kam auf einen zicmltch
siril ansteigende !cg, der wischen den
siclscii sich hinwand und so kunstvoll
angclcgt war, daß man hätte glauben
kvnnc. er sei in deutschen Alpen für
Touristen gebaut. ?ln manchen tel
lc war dieser Wca ziemlich breit, dann
aber kamen wieder strecken, auf dcncn
der Psad osicnbar in Felsen abgcrun.
gen war, die ihn schroff überragten und
zur Rca,lc,l t:: al,cni Vlbsturz sich ytnw
Seite von Metern tief fortsetzten. Aber
überall war der Wca durch einen wen!
gcr kunstvollen als mühsamen Stein
wall gegen die Gefahr de Herabstllr
zrnS gesichert. Ich bewunderte die
Ävrglalt und die ?Iu?daucr, womtt
hier, in anscheinend stundenlanger AS
dehnung. Tausende von ffclSblöcken
aufgeschichtet und die Lücken mit kleine
rcn Gelteindbrocken aufgefüllt waren.
Dieser Wall war arwis, schon viele
Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte alt
und die Verwitterung langer Zeiten
iuuc u)ii iiiu ttlliiirllnein itinrnuu
llberklcidet : nur hier und da zciatcn
sich ?cachbcsscrungen einer neueren Zeit.
Wohlgemut und begierig, die End
bestinimuug dic'cS Wcgcd zu ergründen,
waiidkrte ich auswärts, von Zeit zn Zeit
zur Seite in die steilen Tiefen blickend.
Einige Male eröffneten sich Ausblicke
auf ein lief unten sich hinbreitende
malerisches Panorama.
Plvlilich tiand ich wie vom Blib ge
troffen, lim eine scharfe FelSkante die
end, sah ich mitten im Walde einen
Tiger. Das voll aSgcvachs:ne, schon
gezeichnete Thier kam ganz langsam den
Weg herab und sowie es mich erblickte,
blieb es stehen und richtete seine funkeln
den Augen auf mich. Ich stand wie
gelähmt und Entsetzen durchrieselte mei
neu örpcr.
Wer, wie ich, die Gefährlichkeit de
Tigers in seiner Hciniath in Hunderten
von ffällen kenne gelernt, wird meinen
Schrecken begreiflich finden, da die Er
kchcinnng ju ganz ungeahnt vor meine
Blicke kam. Im sumpfioen Röhricht
der Dschungel kann man in Indien
Überall den Tiger treffen, wie aber kam
diese Besti' hierher, auf das kahle Ge
birge, das nur stellenweise kurze Ge
strüpp darbot 'i Fclsenklüfte, waren ja
allerdings vorhanden, aber noch nie
hatte ich davon gehört, daß sie dem
Tiger zum Aufenthalt dienten, und noch
nicinalö wird wohl der erfahrene Tiger
jägcr ein solches Nngcthum auf Berg
Höhen angetroffen haben. Gerade da
Unerhörte der Erscheinung erfüllte mich
mit Schaudern, und ich war ganz hilf
lv ; außer einem kleinen Taschenmes,
ser besaß ich bin Mittel zur Abwehr.
Meinen Stock ließ ich sofort fallen, er
wurde die Bestie nur gcrciit baben. nxb
konnte uiiimt Amdkste nützen.
iSWaTd ich stehen blieb, setzte der
Tiger mitte auf dein Wege sich nieder,
er starrte auf mich und ich starrte auf
ihn. Seine Kinnbacken knctschtcn, als
hätte er mein Fleisch schon zwischen sei
nen Zähnen, die ich nhciiniich aus ocr
chnauzc hervorblicken sah. Ich fühlte
mich unrctlbar verloren, liier mußte ich
sterben. Im nächsten Moment mußte
das gewaltige Tlzicr sich auf mich stUr
zen und mir einem chlagc seiner Pranke
mich zu Bvdc schmettern. Wenn es
mich nur wcuigstkns mit diesem Schlage
sofort tödtctc und nicht mit seinen Zäh
nen und prallen Stück für Stück von
meinem lebenden Körper riß ! Da
war der nächste (cdanke. der durch mein
Gehirn zuckte. Hu ! von einem Tiger
bei lebendem Leibe gefressen zu werden,
da ist eine yanzc Hölle von Vorsiel
lung. Hätte ich wenigstens ein Gewehr
bei mir gehabt, obschon mich auch dann
da Thier, selbst tödtlich getroffen, noch
mörderisch angesprungen haben würde,
da es mir viel zu nahe war.
Jetzt bewegte der Tiger, ganz nach
Katzen Art, wedelnd seinen Schweif,
richtete sich wieder auf und kam auf mich
los. Ich wich, lautlos, unwillkürlich
bis an den Rand des StcinwaUS zurück.
Weiter konnte ich nun nicht ; selbst
wenn ich den lebensgefährlichen Sprung
Über den Wall i die Tiefe, die ich aa
dieser Stelle nicht mit den Augen ge
messen hatte, hätte wagen wollen, so
würde der höchsten Wahrscheinlichkeit
nach da Thier sofort auf mich
gesprungen sein. E ist eine Eigen
thümlichkeit wilder reißender Thiere,
sich auf ihe Opfer zu stürzen,
sobald diese sich bewegen, indem sie
vielleicht annehmen, die Opfer würden
ihnen durch die fflncht entgehen. Dem
Mensche gegenüber ist die besonder
dann der Fall, wenn er sich umwendet
und ihnen den Rücken zukehrt. Einen
gewissen Eindruck übt da menschliche
Auae doch auf wilde Thiere au.
obald ich au den Steinwall ange
kommen war und mich auf diesen stützte,
setzte sich der Tieger wieder vor mir
nieder. Wir verwendeten keinen Blick
von eincaider. Je länger Ich regung
lv stand, desto deutlicher empfand ich
den Mangel an Blutzirkulation ; e
tvar, als ob ein kalter Strom mich durch
rieselte, meine Hände und Fllße'tchlenen
abzusterben, aber mein Herz pochte er
nehmlicklaut.
Die zene verlängerte sich, sie dünkte
mir eine Ewigkeit. Wenn doch nur
irgend ein Umstand eingetreten wäre,
der einen Wechsel hätte herbeiführe
können, etwa durch das Erscheinen eine
anderen Wesen, eine Geier In der
Luft, oder eine Menschen, eine Be
kafwetcn aber nicht, nicht I
Der Tiger schlug zeitweise mit dem
Schweife den Boden und beleckte mit
der langen rothen Zunge seine feuchten
Lefzen. Warum zauderte er nur mit
dem Sprunge? Hatte er überlegen
den Verstand und weidete sich an meiner
Oual ? Wollte er sich den Genuß, ein
sichere Opfer in der Gewalt zu haben,
verlängern ? Oder war er noch zu satt
und sparte mich al seine nächste Mahl
zeit auf? In meine Verzweiflung
mischte sich eine Art von Wuth über
die siegesgewisse Beharrlichkeit der ver
ünschte Bestie und über die Hilflo
sigkcit meiner Lacje. Meine Gedanken
gingen sprungweise von einer Möglich
kcit zur anderen über, aber alle diese
iviöglichkcitcn bewegten sich nur im
Kreie meine Verderben. Je länger
ich den Tiger anstarrte, desto mehr ver
wirrten sich meine naturwisscuschafk
lichcn Begriffe.
Ich kanntcdicse Bestien nur al blut
gierige Geschöpfe, die, ungleich dem Lö
wen. auch dann ohne Zögern auf ihre
Opfer springen, wenn sie kein Nah
rungsbcdürsuiß haben, während die Ken
ner de Löwen behaupten, er morde
nur. wenn er Hunger habe, auSgenom
men wenn er angegriffen werde. Also
welch' ei sonderbare Thier hatte ich
hier vor mir l Es war mir unbegreif
lich. Dennoch drängte sich mir immer
wieder die entseklicde Vortelluna auli
in der nächsten Minute wirst Dn nie
dergcschmcltcrt, zerrissen und gefressen l
Halte ich einen Mantel bei mir gehabt,
ich würde uin, in der Verzweiflung
siimmung in der ich mich befand, ohne
Zögern uver die Bcllie geworfen hauen.
Gab e denn gar keinen Ausweg,
nicht das geringste Hilfsmittel ? Ha,
wäre ich ein Herkules gewesen, ich würde
einen der daliegenden ffelSblöcke gepackt
und auf den Tiger geschleudert haben !
Oder wäre ich ein amson gewesen,
der den Rachen de Löwen voneinander
riß ! Ich suchte mit den Augen umher, ,
ick blickte auf mein winziges Stöckchen, '
ich fummelte an meinen Taschen herum
e war ja Alle Unsinn, ich halte ja
absolut nicht zur Wehr. Und doch
etwas etwas, da vielleicht die Rata
strophe beschleunigte, oder eine Verän
derung herbeiführte! Eine Papierdüte
fülilte ich i meiner Rocktasche, aber
diese Dllke enthielt Pfeffer, gestoßenen
Pfeffer. Ich hatte in meiner Angst
gar nicht mehr daran gedacht, daß ich
diese Pfeffer noch bei mir führte, den
ich für unsere Menage in der Stadt bc
sorgt hatte und bei meiner Heimkehr
von der Erkursion abliefern wollte. Ein
ganze Pfund gepulverten Pfeffer I
Wie, wen ich ihn al Waffe gebrauchte
und der Bestie in' Gesicht schlenderte?
Wozu meine Todesqual noch verlän
gern ? stört ließ mich die Bestie doch
nicht. Der Gedanke erfante mich wie
ein Fieberwahn und er trieb mich wie
einen Wahnsinnigen zur That !
,a griss. oime meine tcuung zu
verändern, möglichst behutsam in die
Tasche, zog die DUte heraus und öffnete
sie, wobei meine Hände zitterten. Da
Thier folgte mit seinen tückischen Augen
jeder meiner Bewegungen. Die Diile
schien seine Aufmerksamkeit zu erregen.
Jetzt geschah e ich hob den Arm mit
der Düte und schlenderte de ganzen In
halt derselben Über den Kopf des
Tigers ; e entstand eine förmliche
Staubwolke zwischen ihm und mir.
AJtr -4.ia.cr Begann z pusten und zu
niese, beugte den Kops zu Boden und
fuhr sich mit der Tatze über die Angcn
und Rase. Der Boden war mit Pscs
fcr bedeckt und da Pusten verstärkt
sich, sobald das Thier die Nase dem
Boden näherte. In diesen Augen
blicken war da Thier so vollständig mit
sich selbst beschäftigt, daß e alle Auf
uiiiiiuimcii in cin pcr verlor.
Jetzt galt e jetzt oder nie I Ich
entrafske mich meiner Lähmung, ich wen
vcke mich, immer die Augen aus den
Tiaer crichtct. ur stluckit.
Der Tiger folgte mir nicht, ich kam
glücklich um die scharfe Felsecke herum
und von da an lief ich mit großen
Sätzen den Berg abwärt, wie ich noch
nie im Leben gelaufen war ich hätte
mit der Schnelligkeit einer Lokomotive
Wettlaufen können. Eine halbe Stunde
lang behielt ich d,cc Schnelligkeit bei.
dann muhte ich athemlo anhalten, die
Wirkung de schrecken machte sich jetzt
mechanisch in meinen Gliedern geltend,
sie zitterten vor Schwäche und ich war
wie in Schweiß gebadet. Langsamer
ging ich nun weiter, ich kam In bewohme
Gegend ich fühlte mich gerettet I
AI ich zu den Meinigen kam, sank
ich erschövft auf eine Bank und erzählte
in athcmlose Pausen mein Abenteuer
Nun kommt aber das Uebcrra
schendste, etwas, da mir eine namenlose
Selbstbesthämung zuzog. Zwanzig bis
dreißig Offiziere unsere Regiment bc
schlössen, wohlbewaffnet aufzubrechen,
um den Tiger zu jagen und zu erlege.
Es war eine angenehme Aufregu.iig in
dem Einerlei de Dircfie. T?a, in
wilgnscrcrZurüstungcn, meldete sich
ein Burmese, der in unserer Truppe
diente, und sagte : der Fürst Amarn,
tm Avkomhi.lina de Boa, tiave oben im
Gebirge ein Schloß, in welchem er ganz
zurückgezogen seine Tage verbringe.
Der Fürst besitze zwei gezähmte Tiger,
die ihn, gleich Hunden, begleiteten und
den Zugang zum Schlosse bewachten.
Wer sich dem Schlosse nähere, komme
schwerlich an einem dieser Tiger vorbei,
wenn er am Wege liege.
Ich hatte e also mit einem dieser ge
zähmten Tiger zu thun gehabt. Da
war eine tZnttciuschung aber der Ge
danke, daß diese Bestien kriegsgeüdten
Männern Schrecken einzustoßen ver
mochten, war den Offizieren doch so
widerwärtig, daß man beschloß, sich
ihrer zu entledigen. Zwei Tage nach
meinem Abf '.euer machte sich eine Jagd
Partie in' Gebirge auf und bei dieser
Gelegenheit wurde einer der Tiger er
schössen. Den zweiten bekam Sciemanö
zu Gesicht ; der alte ergrimmte Son
derling, der sich nur widerwillig der
britischen Herrschaft fügte, ließ Kn
wohl nicht mehr umherstrolchen; aber
der Weg war seitdem für Jedermann
frei.
Verkehrte Hrdnung.
Schreite e Gefreite ngnsi neschke
sei,e Freud i der Provinz.
Lieber Hugo !
Wie Du weißt, wohne ich mit mei
nem General in der Dorothcenstraße.
Nun ist kürzlich vU--vi von uns ein
alte Fräulein eingezogen, welche einen
entzückenden Dicnstbcfen mitgebracht
hat. Dieser Besen hat es mir an
gethan. Er heißt Anna. Ich habe
selten so ei hübsche MadHen gesehen
wie ihn. Er ist zu niedlich, wenn er
nach der Markthalle trippelt, mit dem
reizenden Häubchen auf dem Locken
köpfchen. Natürlich bin ich sofort mit
ihm bekannt geworden, und ich
schmeichle mir, Eindruck auf ihn ge
macht zu haben. Heute gestand e r mir
seine Liede, worauf ich mich I h m mit
einem herzhafte Kuß verlobte. Wenn
ich Zeit habe, werde ich I h n sogar hei
rathen. Dein
August.
.
II.
Schreibe tel Dlenfimiidchen Anna
Plimpe ihre Schwester i Stetti.
Wir sind jetzt nach der Dorothcen
stratze gezogen. Uns gegenüber wohnt
der alte General. Gleich bei meinem
erste Ausgang fiel mir die O r d o n
nanz de General auf. Diese Or
donnanz firirte mich, ging mir nach und
sprach mich an. Ich gab ihr Ant
wort. S i e sagte mir. daß sie August
hcie. Ihr Benehmen war derart,
da ich Zutraue zu ihr faßte. Ich
habe schon manchen hübschen Soldaten
kennen gelernt, aber noch niemal einen
so hübschen Kerl wie sie. Sie hat
einen prächtigen Schnurrbart. Heute
machte s t e mir ihre Liebeserklärung.
S e umfaßte mich mit ihrem kräftigen
ManncSarm und küßte mich. Ich hoffe,
daß sie ihr Mannecwort halten und
mich heirathen wird. Wir werden ge
wiß ein hübsche Paar abgeben, ich und
sie. Deme
Anna.
Schwache rede. Graf: Was,
dieses Pferd empfehle, Sie mir ganz
besonders feurig I E läßt ja den
Kopf hängen. Pferdehändler:
,O, nur au Ehrfurcht vor Ihnen,
Herr Graf.'
Poesie und Prosa. Sie: .Wirst
Du jemals unsere Hochzeitsreise ver
gcsse, mein Schatz?" Er: Nie
mal, niemals, mein Engel, die Rech
rningen waren manchmal zu fürchte
lich !"
Geschäftsmäßig. Bankier : Ihre
Schuld wächst aber so bedeutend an,
Herr Lieutenant ; da ist schon beinahe
eine halbe Tochter I"
Die unljeimllche wMraije
ach einer cchre egebeuheit.
E war m die MitteruachtSstmide
eine schönen, mondhelle November,
abend, al ich mit Frau ud id.
nach einem Besuche in traulichem Freu,
deskrcise in ch,, i der Equipage mei.
ncS Freunde denHcimweg nach ,ri.
nem etwa zwei stunden tmtciiitc;i
Wohnorte N. antrat. Der mit ,
thige Pferden bespannte Landanc
brachte uns bald durch A. nd L. an
die Höhe der Straße und nun gings i,
raschem Tempo hinein in den Walk,
von dein man immer gemunkelt hau
e sei da nicht ganz richtig." iSiu
Ränder halte in alter Zeit hier sein U
wese getrieben, seine Räuberhöhle wild
och gezeigt. Und nun sollie der Ge:
de Unmenschen und die Geister der von
ihm inge,nord,ten da noch allnachllii
ihr piel treiben. Ich hatte die Tour
auf dieser verrufene Waldstraßc schon
oft gemacht, zu jeder Tage, und Nacht
zeit, aber es war mir niemals etwas be
gegnet, was dcrn abergläubischen Ge
rede irgendwie hatte Vorschub leisten
können. Bei der erwähnlen Nacht,
tour jedoch ist auch mir etwa passirt.
daS mich fast a da .Nichtrichtigsci?'
glauben ließ.
Wir Halle e unS recht bequem i
unserem Wagen gemacht; unser Jun e
schtief bereits den Schlaf des Gerechic,,
und auch an un fuchle Gott Mor
pheus feine Rechte geltend zu machcn.
Da schreckte un an unserem Hall'
schliimmer ein plötzlich losbrechender
Lärm, ein Getöse kreischender und ra
her Stimme, da den ganze '',ald
durchtönte. Au welcher Richtung der
HöllcnlalM kam, ließ sich nicht bestiiu
nie, denn rechts und links, hinten ,,d
vorn, oben in den Bäume uud nulcn
am Boden schallle es heran? und das
Getöse wirkte um so schrecklicher, als
bis dahin förmliche Grabesruhe übcr
dcm Wald gelegen war. Wir sahe us
gegenseitig an, jedes mit dem Gedanken
beschäftigt : Was mag da bedeuten d"
Da ein langgezogener schriller
Pfiff. Unsere Pferde griffen zur schnell
sten Gangart aus und mit einem Male
herrschte wieder TodtensliUe in den,
Walde. Aber, was war das da auf
der rechten Seite der Straße, auf der
wir mit Windeseile dahinfuhrcn?
Da stand ein großer, blendend weiß
überspannter Wagen, bespannt mit vier
schwarzen Pferden, je zwei derselben
gehalten von einem Manne, aber
regungslos standen die Rosse, regungs
lo die Männer, un anstarrend. Zar
seile des Gcsahrtcs eine Anzahl von '
1215 Gestalten, theils auf der Straße, j
theils unter den Waldbaume stehend,
mit blendendweißen Tüchern die Häp
ter umhüllt, sonst schwarz wie die Rosse
am Wage, und da Alle wie äuge
wurzelt, regungslos, starr, schauerlich
still, geisterhaft. Das Ganze magisch
beleuchte! vorn Monde, der hie und da
einzelne strahlen seine Lichtes durch
die Baumkronen sendete. Dumps rol
led sauste unser Wagen an der gespen
sterhaften Gruppe vorüber durch die
Todtenstille hinein in den dunklen
Wald, die Pferde griffen ans al gingen
sie durch.
Hast Tu's gesehen?" frugen wir
un fast gleichzeitig. Kein von un
Beide war einer Antwort mächtig.
Da gräßliche Lärmen, der schrille Pfiff,
die dargiissglgende Todtenstille, dcr
unckwarteic, geheimiiißvolle Anblick, dcr
rasende Lauf serer P'cde, da Alle
hatte wie betäubend auf nn gewirkt ;
e lag un wie ein Alp auf der Brust,
wir konnte vorerst keine Worte finden.
Wir flogen rasch dahin durch den dnnk
len, dichten Wald. Die Straße ging
jetzt etwas bergauf, die Pferde gingen
ruhiger und wir kamen an einer Lich
tung de Walde an. Wir athmeten
wieder freier auf.
Wa mag da gewesen sein?" Nun
ging' an eine ruhigere Erörterung dir
ser Frage. Der Kutscher wurde zu
einer Erklärung herangezogen. Er
schwieg zuerst hartnäckig aus unsere Fra
ge ; ohne sich nach zurückzuwen
den, sagte er endlich kurz : Ich Hab's
gesehen." Als wir endlich au dem
Walde heraus waren und nahe an nn
serem Heimathorte, wendete er sich um.
Sein Gesicht sah verstört an und er
erklärte: Keine Gewalt bringt mich in
dieser Nacht wieder durch den Wald zu
rück." ,S' sind wohl Zigeuner ge
wcsen," suchte ich ihn zu beruhigen ;
die haben da ihr Nachtlager gehalten."
Sahen Sie nicht die lcichcnstarrcn
Gesichter, die Pserde regungslos, den
Wagen mit dem Leichentuche und die
geisterhaften Gestalten ringsumher ?
Und die Todtenstille! Zigeuner?
Gehe Sie I Ich weiß, was ich weiß.
Ich bleibe, wo ich bin. Morgen ist
auch och ei Tag." Damit spannte er
seine Pserde vor dem Gasthos in N.,
wo wir mittlerweile agekoen. ab.
Am andern Tage zogen wir die nö
thigen Erkundigungen ein. Wetter a
diesem Tage, noch a einem der vorher
gehenden waren Zigeuner gesehen wor
den, auch an dem folgenden Tage pas
firten keine unsern Ort. Also von Zi
genner stammte dcr puk. dessen Zcn
gen wir gewesen waren, nicht her. Sie
musste unscreu Ort passirt haben,
denn es gibt blos die eine Straße zwi
scheu L., resp. sch. und N., die wir ge
fahren waren. Wir suchte allerhand
Erklärungen, aber keine hellte da Tun
kel des gehcimnißvoUen Ereignisses auf.
Wichtigere Dinge verdrängten allmälig
die Erinnerung an da merkwürdige
Erlcbniß jener Novcmbernacht, das
eben unerklärbar schien. Wir waren
nahe daran, selbst zu glaube, es sei da
nicht ganz richtig.
Da sprach eine Tage, etwa ein
Vierteljahr ach dem eben geschildenen
Vorkommuiß.ine von denButterhönd
leriiiuen an . bei un vor,' von dcr
wir dann und wann unleren Bedars
kauften, wenn unsere gewöhnliche Bc,
zugSqnelle un im Stiche gelassen hatte.
Bon S. au nämlich wird der Hohe
Wald mit Butter versorgt. Eine große
Anzahl von Frauen diese Orte kaufen
die von den Waldbewohnern stark be
gehrte Waare aus den Gütern und
Bauernhöfen de Grundes" auf und
führen sie allwöchentlich einmal ihren
Kunden zu. Sie kommen ineislentheils
karawanenweise mit ihren mit blendend
weiße Tüchern überdeckte Franke,
körben af dem Rücken in N. an, ver
theilen sich dann, um hier und in den
nächsten Fabrikorten ihren Kunden zu
zueilen und ziehen am Nachmittage,
nachdem sie sich auf der Höhe wieder ver
sammelt haben, mit ihrem Erlös heim.
Eine dieser Bntterhändlerinne also
hatte in unserem Hanse vorgesprochen
und ich traf sie, eben auch von einem
Arntsweg heimkehrend, mit meiner
Frau im Gespräche. Katharine. Sie
kommen ja heute einmal viel spaler al
gewöhnlich." jagte meine Frau, dir
Weg ist wohl recht schlecht?" .Das
net," ntgcguete die S.dörfcrin, aber
wir machcn uns halt jetzt et mehr l
früh auf den Weg. Wissen, i j,.
nicht geheuer im Walde. Es ist
vor einiger Zeit was passirt, jritdra
bringt un Alle keine Gewalt mehr dco
Nacht? durch den Wald und unsere
Kunden müssen un halt warten. Wi,
könne doch net da Leben aus' Spiel
setzen und die Seligkeit?"
Ja, wa ist Ihnen denn so Schreck
Uche begegnet?" frugen wir fast ei
stimmig, wieder an unser eigene Erleb
iß aus der Waldstraße uns erinnernd,
Hören Se nur. ' war im Ro
vembcr vorigen Jahre ; 'ne schöne
Nacht, den der Mond schien hell. Un,
den anderen Tag rechtzeitig bet unseren
Kunden zu sei, wollten wir das bc,
nützen nud machte nn mit iiiifcrcn
Korben noch vor Mitternacht aus du'
-Weg. Se wissen ja, wir hallen irn,!,u
j'samm' ' marsch, rt sich besser in Ge,
jellschajt. Schon waren wir oben,
wo' den .Grund" 'aufgeht ai,
S.Burg, da kam nn ein großer Fuhr
awagcn ach, mit einer uiciini
Plane überdeckt und mit vier Pferden
bespannt. Wen wir auch et schlecht
zu Fuß sind, die Last, auf dem R'iitfeu
und den Berg 'ans wird'S einem doch
manchmal recht sauer, und wen rnci
da zur Fuhre kommen kann, nü:l
mer' gern mit. So frage wir Heim
den Fuhrmann, ob er nn gegen Gelo
und gute Worte ein Stückle wollt' ii
nehmen.
Meinetwegen," sagte der Fuhr
mann ; der Andere, dem die beide Vor
spannpferde gehörten. war'S auch ein
verstanden und so setzte wir Weibslei,!
uns lit unseren Körben den in den
geräumigeu Wage, so gut hatte wir's
lang et gehabt.
Aber unterwegs kainen die Fuhrlenu
in Streit, spräche immer heftiger aus
einander los nd je tiefer hinein an,
die Waldftraße. desto lauter wurden sie,
sluchlen, drohten sich mit den Peitschen
und hieben aus einander ei ; ja der
Eine drohte dem Ander mit dem Mes
ser. Da wurde es uu unheimlich auf
dem Wagen ; sollten mir denn Zeuge
sein von einem Mord? Mit Geschrei
machien wir uns vom Wagen 'riinler
und gingen hinter her. Da war gerade
der Lärm der Männer am tollsten und
unser Schreie machte ihn auch et ge
ringer. Da hallle Se fürchterlich
durch den Wald. Schon wollte eben
der eine der wüthenden Fuhrlenle seinen
Genossen packen und schrie ihn, zu :
Verfluchter Kerl! Der Teuscl muß
Dich holen I" Da mir zittern noch
die Knie, wenn ich daran denke, da
that'S mit einem Male einen snrcht
baren Pfiff, daß US Hören uud ehe,,
möcht vergehe, und rangesanst kam er,
der leibhaft'ge Gottseibeiuns.
Das ging, ein Schimmel und ein
Schwarzer vor dem Wagen, wie ein
Pfeil in der Luft sauste er heran ! Hö
reu Se, die Haare standen uns zn
Berge, starr wie die Leichen standen wir
Alle, ich wollt' mich bekreuiige, aber ich
konnt' kein Glied rühren. Uud die
Fuhrleute waren wie vom Donner ge
rührt, jeder hielt mit der eine Hand
seine Pserde und starrte erschrocken nach
dem Fürchterlichen. Aber er hat'S
noch gnädig gemacht, der Leibhaft'ge. cr
fuhr mit einem furchtbaren Gebrumm
vorüber und auf der Straße fort weiter
in den Waid 'nein. Mer hat daö Ge.
brninin lang gehört nd als wir nach
einiger Zeit nn etwas vom schrecken
erholt hatte nd fiilljchweigeiid hinter
den Fuhrleuten, die auch da sprechen
verloren hatten, dreiiiglngcn, da roch
noch weit ans auf der strecke nach
Schwefel. Scheu Se, das war or
'nein Vierteljahre. Seit dcr Zeit bringt
uns keine Gewalt mehr durch den er
rnfenen Wald. Die Kunden müssen
warten. D'S Leben und die Seligkeit
kann mer net dran setze."
Ich brauche nicht zu versichern, daß
wir Beide, meine Frau und ich. gespannt
insbesondere dem letzten Theil der Er
zählung unserer Butterfrau gelauscht
hatten.- Nun hatten wir die natürliche
Erklärung -für unser Erlebniß. Wis
sen Sie, gute Frau," sagte ich zu der
Erzählerin, wer der Gottseibeiuns"
war, der Sie so in Furcht nd schrc
ckcii gesetzt hat ?" Starr vor Ver
wunderung hörte sie die Ausklärung, die
ich ihr geben konnte, wie wir beifte
Theile nn grundlos vor einander ge
ängstigt hatten. Mir fällt's," sagte
sie endlich, wie ein Stein von der
Brust." Ich habe dem Ganzen nur
noch zuzufügen, daß der Pfiff, der in
den Lärm hineingeschaut, von unserem
Kutscher ausgegangen war, der damit
feine Pferde zum schnellsten Lauf an
treiben wollte und daß der schwefelge
ruch natürlich EinbiUiina dcr furcht
samcn Fraucn gcwcscn ist. Alle übrige
Räthselhafte in den beiderseitigen Er
lebuisscn hat durch die Erzählung selbst
wohl seine Erklärung gesunden.
Kaiser Franz und die Censur. Im
Jahre 182ü, zur Blüthezeit der Metter.
nich'schen Censur, gab die lithographische
Anstalt von Trenlsensky in Wien aus
Anregung de kaiserlichen Leibarztes
Stifft einen Stammbanm der Habs
burger heraus, auf dessen Schlußblatt
Kaiser Franz mit seiner vierten und
letzten Gemahlin dargestellt war, wäh
rend seine drei früheren Frauen, Elis"
beth, Theresia und Ludovika, in Medail
lons an einer Pyramide des Hinter
grnndcs erschienen. Der Censnrver
merk zu diesem Blatte lautete: Ge
nchmigt jedoch ist dem Herausgeber
die Unbcscheidenheit zu verweisen, den
Monarchen mit seinen vier Frauen dar
zustellen." Empört Über diese Albern
heit, legte Stifft das Blatt dem Kaisei
vor. schaut's, schaut's," rief Franz
lachend, das nenn' ich doch eine auf
richtige Pol'zei. die mir unter die 3!asc
reibt, daß vier Frauen zu haben unbe
scheiden sei. Ich Hab's ja aber nur
nacheinander gehabt und nicht nebenan
ander." Castairs und die Taumschrauben.
Der Kaplan Wilhelms III. von Eng
land hieß Castairs und hatte unter der
Regierung der Stuarts die Tortur der
Daumschranben bestanden, ohne den
Zweck seiner Verbindungen mit Wil
Helm zu verrathen. Als die Revolution
nun geglückt und Wilhelm König ge
worden wo-, schenkte die Stadt Edi-
bnrgh dem standhaften Geistliche die
Marlcrinstnmente, deren man sich
gegen ihn bedient hatte. Als der König
die hörte, ließ er sich die Danrnschran
den zeigen, legte die Finger hinein und
befahl Eastair, die Kurbel zu drehen.
Dieser that c vorsichtig. Fester!"
befahl dcr Monarch. Eastair gehorchte
zögernd. Plöklich schrie Wilhelm laut
ans. Sogleich befreite der Geistliche
den König. Castairs !" sagte der nun :
Du bist ei Held ; ich hätte alle ans
gesagt, wa man gewollt. Nie sollen
unter meiner Regierung Daumschrau
den angewendet werden. So geschah
es auch.
Mißglülkte Drohung. Der bekannte
englische Geschichtsschreiber Oldys saß
mehrere Jahre im Fleetgefängniß in
Schuldhaft. Mit der Zeit wußte er sich
die Gunst de Gefangcnwärtcr so zu
erwerben, daß dieser ihm oft erlaubte,
de Abends, ausgehen und seine Freunde
besuchen zu dürfen. Oldys machte viel
fach von dic,'er Vergünstigung Gebrauch
und kehrte natürlich so spät al möglich
in seine Zelle zurück. Einst kam er
aber mitte in der Nacht ; er pochte den
Gcfangenwärter aus dem Schlaf, dieser
öffnete die Thüre und sagte, halb schlaf
trunken : Sir Oldvs, wcnn Sie künf
tighin noch einmal so spät kommen, so
bleibt mW nicht übrig, al Sie gar
nicht mehr einzulassen. Merken Sie
sich da l"
Guter Rath. Junge grausam
Morgen nach der Hochzeit): Denk'
Dir, mein Mann will mir keine Köchi
ballen!" Mutter: Warte 'mal
bt nachemMittagessen I"
Opium im lönstle" einzu
schmuggeln wurde kürzlich in San
Franc, Sea perllirilt und llnnr hnn einem
Manne. Derselbe hatte sich aber an
dem leicht zu verrathenden Körpertheile
doch zu voluminös ausgestopst, um
nicht den Verdacht eines sleuerinspck
tor zu erregen und fo wurde er denn
sammt seinen fünf Kannen Opium in
Beschlag genommen.
X
Hassenjungenrecht.
einige Tage bevor Kaiser Wilhelin
II. neulich als Gast der Königin, Rege
tin von Holland nach Amsterdam kam.
veröffentlichte der Senat der Snu1
einen höchst sonderbaren Erlaß. lr
welchem die Gassenjunge daraus er,
mcrksam gemacht wurde, daß i:i
nicht gestattet sei. sich hintc an k
Wage des dcntschcn Kaiser az,
gen, wen dieser durch die Slraßc,, ;
ladt fahre. Für de Uneingcwci,,
warf dieser Erlaß ei eigenlhnrnli
Licht auf da Gebahre der A,s,e
mer Straßenjungen, in Wirklichkeit l
delt e sich aber m ei alte Recht, v
da man in Holland eifersüchtig i:
Wahrung dcr ans alter Zeit st,,!,',
den Rechte wacht, war es nothivc.
eine solche Verfügung zu erlassen, da
sich ja auch um eine juristische An,,, .
genheil dabei handelte.
Dcr Herrscher Holland sührtc fr,
den Namen eineöGrafen vonHvlland. i
durfte laut der Konstitution nur au i
stimmte Tagen tu der Hauptstadt '.'I
sterdan, erscheine, mußte aber dann i,
allen Ehre empfange werden, Vi
dannungen au der Stadt waren n
damals an dcr Tagesordnung ; von d
polilisckcn Parteien, die sich hcslig ,
tercinander wegen politischer Angeiegei,
heilen befehdeten, kam bald die eine, in- '
die andere an das Ruder, nd die .
reiche verfehlte nicht, ihre Gegner so,,.-,'
aus der Stadt auszuweisen. Alliml,
bildete sich jedoch da komische Recht ; "
aus, daß diejenigen Verbannten, die si
hinten au dcr Kutsche de Regenten a,i
hielten, wieder in die Stadt hinein u,u,
sich dort aushalten durste, wen o
ihnen gelang, sich, hinten an die Kut; :
angehängt, durch das Stadtthor hin
durch zu schmuggeln. Dieses Re,hi
wurde schließlich verbrieft, und da sic',
die Zahl der Verbannlen vermehrn-,
wurde hinlen am Wageu de Grafen
von Holland ein Tau befestigt, an wcl
chem sich die Verbannten festhielten, um
sich durch da Stadtthor schleppen zu
lasse ; aus einem Tan wurden im
Laufe der Zeit sogar zwei.
Als die politischen Verhaltnisse in
Holland sich änderten, als das Verba,,
neu der Parteien unter einander auf
hörte, wollte man doch das alte, gine
Recht der Bannlösnng durch da Ä
hänge an den Wagen nicht aufgeben,
und so behielte die Straßenjungen von
Amsterdam bis heute da Recht, sich
hinten an de Wagen des Regenten oder
der Rcgentin anzuhängen, wenn diese
da Stadtthor passircu. E war an
zunehmen, daß an die Equipage Kaiser
Wilhelm'S sich die biederen Straßen
jungen anhängen würden, man erließ
deshalb die obige Versttgnng, jedoch
nicht etwa in der Absicht, die straßcn
jungen in ihrem Rechte zu kränke, son
deru vielmehr au juristischen Gründen.
Wie holländische Zeitungen breitspurig
auseinandersctzlen, besitzt ja der deutsche
Kaiser in Holland nicht die Macht,
einen Bann zu lösen, e dnrfte sich da
her auch Niemand hinten an seinen Wa
gen hängen, weil man dadurch iudirkt
zugestanden hätte, daß er gewisse Rechte
in Holland besitze. Man sieht, die Hol
länder sind ein eigenlhürnliche Volk,
das sehr am Althergebrachten klebt und
eiscrsiichlig über ost sonderbaren Rechten
wacht ; eines dcr sonderbarsten unter
diesen sonderbaren aber ist jedenfalls
das Recht" der Amsterdamer Gassen
jungen.
In der Dorfschule. Der Klan ist
ein schlimmer Schüler allerhand
dumme streiche stecken ihm im Kops
und von den Lehrgegenständen will
deshalb wenig in ihn hinein. Schon
wieder einmal sieht sich der Lehrer ge
nöthigt, dem Klans eine kleine Zuch
tiguug zu geben uud er nimmt ihn des
halb beim Ohr, als plötzlich Klan'
Mutier wuthend zum Fenster herein
ruft: Esel!" stimmt !" entgegnct
schlagfertig der Lehrer. Ich mache
ihm schon die langen hre !
Eine Mondfinstern iß in
Sansibar. Bon seinem Spe;iallc
richterstatter i Sansibar erhält dcu
B. T." folgende Anfangs Juni dckkirtc,
aber verspätet eingetroffen interessant,
Schilderung : Mesi - ma - kamata - m
Aila-Allah ill-al-laaa 1" schallte eS in
ohren zerreißendem Lärm an, Abend
de 23. Mai durch die Straße von
Sansibar; da wüste Brüllen obiger
Worte wurde nur durch ein betäuben
des Trommeln ab und zu unterbrochen.
E war eine totale Mondfinsterniß ein
getreten und die liebe Negerjugend
Sansibars. Maunlein wie Weibleiii,
hatte sich auf die slraße begeben, um
zu konstatiren, daß die böse Schlanqe
den Mond gefaßt habe, und zu ver
suchen, dieselbe durch möglichst großen
Lärm wieder heransznjage. Wenn
auch ei großer Theil der Neger, durch
ihre arabische Brrdherrei, ansgeklart.
schon längst nicht mehr au die schlänge
im Monde glaubt, so ist da Eintrete
einer Finsterniß immerhin eine will
kommene Gelegenheit, während einiger
Stunden auszukiieisen und unter dem
Vorwande. den Feind, die Schlange,
zum Verlassen de Mondeö zu bewegen,
eine Heideiirada." wie sich der Bcr
iiner ausdrücken würde, in szene zn
setzen.
A u f H e l g o l a d ist eine sehr wich
tige Ertdeckung gemacht worden. Der
Bauunternehmer G. Weiß, welcher mit
der AuSsührunz der Befestignugear
besten auf der Insel betraut ist, suchle
und sand aus der Insel eine Süßwasser,
quelle, und zwar in einer Tiefe von 150
Fuß. E soll nunmehr ein Hochrcser
voir angelegt und ganz Helgoland mit
Wasserleitung versehen werden. Ais
Betriebskraft soll der auf Helgoland so
reichlich vorhandene Wind benutzt wer
den, der einen Windmotor betreiben
und da Wasser aus einer Tiefe von
150 Fuß auf ein Hochreservoir, im
Ganzen auf circa 200 Fuß Höhe beför
dem wird. Die mit dcr Ausführung
der ganze Anlage betraute Firma hat
ihre Arbeiten bereit begönne. Dcr
Windmotor wird auf einem 60 Fuß
hohen eiserne Thurm errichtet, beson
der stark gebaut uud mit einer eigenen
RcgulirungSvorrichtttug versehe, die
den Motor gegen die gewaltige,,
Stürme, die über die Insel hinwegsc
gen. schützen soll. Die Leistung dco
Pumpwerke und de Motor ist an,
1&00 Gallonen ver Stunde berechnet,
wofür die Erbauer Garantie leisten.
Auf Umwegen. Dichterling:
Run, Herr Doktor, wie urtheilen Sie
über meine Versuche ?" K r i t i k e r :
Ich möchte Sie mit Achill verglei
chen " Dichterling: sie
meinen, daß ich gleich ihm unsterblich
werde?" Kritiker: Nein, das
nicht, aber s.ie wissen, er litt viel an
den Versen."
Feiner Unterschied. A. : Siebe
schäftigen sich doch so viel mit Humor
und sind dabei so ernst ; mein Neffe,
der sich auch darin übt, lacht den ganzen
Tag!" B. : .Mein Lieber, bedeuten
Sie auch Ihr Neffe lacht Über seine
Witze selbst und ich überlasse e Ande
ten !"
Gute Empfehlung. Dame (ärger
lich ): .Besorgen sie schnell diesen
Brief! Aber sind Sie auch verschwie
gen?" Packträger: O da
fragen s' nur den Herrn Gemahl, ob
ich dessen Heimlichkeiten schon verrathen
bak'!"
Ta Bettlergewttb in Klan.
Rußland sicher allein in Europa
eigenthümlich ist da benisiiiä;i,i'
; Bettlergcmerbe. Auch diese hat tu'.:
I der Bauer zum Waudererwerb zu ge
I stalten gewußt. Bei seiner Sctuldmtn
wollen wir der interessanten Darlegn,,,
j A. Ihn' folgen.
Mit dein Bettler, ewerbe beschäm,,,',,
j sich mehrere Aemter in der Provi"
' Mvsta, wie Wuschegorodskoja i
i Simbuchowskaja. Im letzteren Bc. '
! haben 5' Dörfer mit 4310 ntamiliaif:
Rei,ciSsccle sich diesem Erwerb g,
widmet. Die Bettler sind inner de,
Rainen Schuwaliki bekannt, da sie !,
Jahrhundert lang Leibeigene de Gn,
se Schnwalow wäre. Nach der V'x
sicinng erhielten sie den vollen Vanda.i
theil, reichlich Wald uud Wiesen
können die wüstlirgeiideu hcrrschafil!,,,"
Fcldcr al äijcide benutze, die 'e,
zucht und Lauoiviiihschaft sind benc
äl in den angrenzenden Omchanc,,
einwickelt, die Zwiebelzncht gewährt ic
deutende Einnahmen nd drei nahe g.
legeue Slädlc biete eine vorlhcilhal
tc Absatz. Zu Bettler machte e r
Bauer das Jahr 1H12. Scho frühe,
hatten sie sich in sen polnischen Pruni,;
zeit, wohin sie als Zimmerleutc ;,u
mit dcr daselbst enlwickcllen Bei,,,,,
vertraut gcniachi, dann, als ihre Oo,
ser niedergebrannt und ihre Felder i,
besäet waren, wandte sie sich an Sir,
der Bettelei zn und erhoben diese i
zn ihrer beständigen Beschäftig,,,,
selbst IS sie wieder zu geordnete,, Vc,
hältiiiffe gelangt waren.
Im Herbst sahre die Bauer i
Zwiebel ans die Märkte und aluudcu
bei den dortigen Getreidehändlern, in
welchen Provinzen die Ernte gut cwt
sen ist. Da bilden d,e Bauern Ar
teli.Genossenschasten, von zehn bis zwan
zig Personen mit 5 bis 10 Fnhiweil, n
und nehmen Genossen von verschiede
nein Geschleclit nd Aller niit sich. ':
Letztere beruht auf ArbeitSlhcilnng i,:i
Gewerbe : Die Greise begründen iliic
Noth durch Alter und Hilflosigkeit, d,e
Frauen die ihrige durch die kleinen ,
der und die erwachsenen Männer durch
Feuerschaden. Ein jeder Artel wahll
sich seine Gegend ans, damit sich nicht
mehrere an einem Orte Abbruch thun
n u d die Ungläiibigkeit der uiildherzigcn
Geber erregen. Am meisten zichc sie
nach Kleinriißland, in die baltischen
Provinzen und nach Polen. Da in
den baltische Provinzen die russische
Sprache och immer nur wenig bekannt
ist, so versorgen sich die dorthin Fah
renden mit Klagcbriefcn" in deutscher
Sprache über die Ursachen ihrer Nolh,
Wenn die Bettler in Provinzen
gehen, wo Pilger ziisammcnströnicn,
so fertigen sie gefälschte Erlaubniß
scheine dcr geistlichen Behörden an.
um Gelder für Kirchcnbauteu, für Ocl
zu wuudcrthätigcn Heiligenbildern zu
sammeln.
Nachdem sich der Artel derartig vor
bereitet hat. begibt er sich mit dem ersten
Schnee, Ende November, auf da Ge
werbe. Am Orte ihrer Thätigkeit an
gelangt, fahren die Genossen zn je zwei
und drei in verschiedene Gegenden nud
verabreden, nach einer oder zwei Wo
chen wieder zusammenzutreffen, um die
gesammelte Gaben zu verlausen.
Wen die Bettler zu einem Dorseange
fahren kommen, so lassen sie da Pferd
mit einem Genosse außerhalb desselben
stehen und gehen vo Hau zu Hans.
Gewöhnlich betteln sie Brot, Getreide,
Leinwand, alle Kleider und Geld. Zu
größerer Ueberzeugung der Geber ver
setzen sich die Künstler" unter den
Bettlern Arme und FUßc, kleiden sich
in angebrannte Pelze, ziehen keine Heut
den an und geben dies als Folge des
Brandschadens aus. Einige schlagen
die Kinder mit der Peitsche, um ihnen
Thränen zu entlocken und die Bauern
zur Barmherzigkeit zn stimme. Die
größere oder geringere Einträglichkeit
des Gewerbes besteht in der Kni, st, Ar
muth zu erheucheln, hierzu bedarf es
großer Gewandtheit und erfinderischen
sinneS. so fährt z. B. der Bettier
I aus der großen Vandstraszc. A:a kon,
I nie Fuhre entgegen, und flugs legen
sie dc Greis in de Schlitten, bedeckcn
ihn mit Matten und weinend nd jcui
zcnd bitten fi: die Vorüberfahrendcn
um ein Almosen zur Beerdigung" des
unterwegs gestorbenen Vater oder
Großvaler. Der Bettler Aleksis !ju
gorow führseine Frau au der Keiie
durch alle Hose und gab sie für verrück!
ans. Die Frau ranule mit dem Kopf
gegen die Wand, warf sich auf den
Man, kroch in den Ofen, fing an ans
dem Waschgesaß zu trinken und beging
ähnliche tolle streiche. Das Resuliat
waren so reiche Gaben, daß der ge
nannte Bettler ei schöne HauS baute,
eine große Zwiebelzncht einführte und
Überhaupt auflebte." Auch behauptet
man. daß einige Bettler von den Am
men Findelkinder kaufen, sie versiiim
mein und Almosen für die Siechen
sammeln. Mit dem letzten Winterwcgc
kehren die Arlcli vom Gewerbe heim,
gewöhnlich im März zu Ostern. "Nur
alte Leute, die zur Feldarbeit nicht mehr
taugen und Familien, die aufgehört
haben, Ackerbau zu lreiben, betteln das
ganze Jahr hindurch, doch gibt es deren
sehr wenige.
Außer dieser genossenschaftlichen Or
ganisation des Gewerbes erstarr noch
eine kapitalistische, wobei ein Unternch
nehmer mehrere Arbeiter beschäftigt.
So nimmt ein Bauer für den Win, ei
ln zu sechs Knaben als Lehrjnngen an,
denen er je nach Alter und Fähigkeit ein
Pensum festsetzt. Ter Knabe, der seine
Ausgabe nicht erfüllt hat. niitci lic,'i
gransamer Züchtigung. Der Unter
nehmer selbst beschäftigt sich ausschlin
lich mit dem Perkans der Waaren nach
Moskau. Die Eltern geben ihre Kiu ,
der gern i die Lehre, da bei erfahrene,,
Meistern die Kinder nicht nur einen
guten Lohn, von 1020 Rubel, son
betn auch gute Unterweisung in dcr
Kunst de Betteln erhalten. Aber
da ist sehr wichtig, denn an einen
Bauern, der nicht zu betteln versteht,
wird, wie da Sprichwort sagt, auch
nicht eine Tochter an guter Familie
verheirathct.
In früheren Jahren brachte ein guter
Bettler 100 bi 200 Rubel baar nach
ach Hause, in dem letzten Iahrzcnt
50 bi 75 und in neuester Zeit nur 40
Rubel. Diese Verminderung der Ein
ahmen hat nach Ansicht der Bauern
seine Ursache darin, daß in letzter Zeit
in alle Ende Rußland' die eigenen
Bettler sehr zahlreich geworden find,"
Reben dem Erwerbe von Baargeld ist
aber die Ernährung dcr Pferde von
höchster Bedeutung, die durch da z
sammengebeltelte Brod aufgefüttert
werden und ach dcr Rückkehr eine
doppelten Werth erhalten. Sie leinen
im Sommer da Doppelte als andere
Pferde und ermöglichen eine ansnierk
sanie Bearbeitung der Felder und Zwie.
belplantagen.
Durch die Fortschritte der Technik,
durch Eisenbahnen und Dampfschiffe
und durch die Gründung vo Fabriken
und Einführung des maschinelle Bc
triebcS wird gegenwärtig dem Höhe,
stehenden Wandertriebe bedeutende,
Abbruch verursacht, so daß die Zeh
nicht mehr fern ist, wo die Arbeiter zu
Schwarzarbeiten,", ungelernten Fa
briksarbcitcrn, herabgedrückt fei wc
den. Bci ihnen wird dann auch di
Landwirthschast zu Grunde gegangen
sein und au ihnen werden sich 'd;
Keime eine hin und herziehenden Pr-
leiariatS bilden, da nicht mir o.r
eigene Laiidwirthfchaft, sondern au
ohne eigene Hau ist.
Sin eigrntüu.lichc uSstellu
ist in Petersburg erossiici wv,vc : um,
Sammlung von gegen b"0 n;0a!',i
Volksbilden, in grobem Farbe,:dr,:.
die in Rußland überall für wenige
pcke feilgcbolkil. aber von Banern ,,;&
Soldaten immer gern ekrnift we,
Für den nltiii Historiker Hai t"
Sammlung al Produkt original-:! r ,
sifchen Votksgeistcs nicht geri
lerefie. Sehr viele dieser Bil.'.v i
religiöse Inhalt, nd das , , :, :
G.'ticht mit den im Höiknpn,; i l'i
neiideu Sünder und dem grinse:., '
Teufel, mit einem Munde, der r
halbe Gesibt ausfüllt, spielt in i .! ;
eine große Rolle. Daneben al er
e nicht wenige Bilder, in denen . r:
Russe sich selbst verspottet, nd t:::,cr
Anderem seine viebe zum S!,ua;' '.
So sieht mau z. B. einen Angler ,
Ufer sien. an dessen emporgcho, e,
Angel eine Braieislas,1,e
während an dein Wasser eine ga:
Menge Fische mit bärtige Rnffenkrs, ,,
springen. Die Unterschrift laute; :
Der Wurm, ans den jeder Russe c t
beißt I" Auch Bilder politischen In
halt begegnet man unter den nisjiju i'u
Vollbildern, aber vorwiegend tilic.T
iipit ItnS nn.l iMnl s 'if-,i X M'itf-Il Vli'
, , "",
I sonders ich lim in kommen meist die ,!,-,'
i gen Brüder" weg, die Franzose,,, c
in den Bildern au dem Jahre IXI;J
und später zusammen i den miniem
dern in den Bildern des iii,, ,e,,cs
von 1: 1:6 sehr wenig iiiit,,,,iu:
behandelt werden. Ein nichi selm,
wiederkehrende Moliv ist die Oarsiel
lung der Franzosen als Sche in
, den Bildern aus dem russischen Feldzug
i RapolebU I. Manche dieser allere
! politischen Bilder, die sich in den seilen
Händen einiger Sammler befinden,
! stehe gegenwärtig sehr hoch in, Preise.
' So ist kürzlich, wie das B. T." er
fährt, eine Saninilnng von 7s ij
fische Karikaturen aS den Jalnen
i lHl'J ttd ISI.'t öiit lifiMnls-nn Nun einem
Liebhaber in London für lt'on Rubel
erstanden worden. In Petersburg
besitzen die Herren RowinSki und Ja
kowlew sehr werthvolle Sammlungen
derartiger seltener, russischer Vollsbil
der. ,
3tr lfrfii.I hr IU.I
Die Nadel, dieses überaus nützliche
und weitverbreitete Werkzeug, von dem
man glauben sollte, die erste Frau habe
es erfunden, flammt aus dem I,',. ahr
hundert. Um das Jahr um liegan
neu die Nadel die Dornenstachel zu
verdrängen, deren sich arme Leute zum
Befestigen ihrer Kleider bedienten, und
die silbernen und goldenen St, sie, wclclie
die Reichen zu gleichem Zwecke au
wandten. Ter Erfinder der Nadel ist
ein Drahtzieher in Pari, Tourangeau
mit Namen, der schnell reich werden
wollte und Tag und Nacht daraus sanu,
sein Handwerk zu vervollkommnen. ie
Schwierigkeit der Herstellung iiuichit
ansang die Nadeln zu seltenen und
kostbaren Dingen und ihres hohen Prei
ses halber waren sie eiit egeniia!,
dem man damals nur ans s,ust!i,e
Ankleidetischen begegnete. So besand
sich eine Büchse mit Nadeln unter l.ii
Gabe, welche die Tochter Ludwigs XI.
von Frankreich (UHO) bei ihrer Ver
mähliiug als Mitgist erhielt, nd der
bis ans unsere Tage gekommene Ac
druck .Nadelgeld" weist schon darauf
hin, wie eins! dieser heule so gewöhn
liche Gegenstand eine besondere und
stets mit hohen Zahlen angeseilte 'Rubrik
in den einer Frau ausgesetzten OieliUTii
bildete. I England blieb die Nadel
bis zur Regierung Heinrichs VII. .
bekannt. Zu dieser Zeit (1 jii'.i) brachte
sie die schöne und später so nnginelliie
Anna Baleun mit ans Ftaiifmch, uns
ohne Zweifel ist das heute noch int Vc,,ke
verbreitete Vvrunheil, es bringe U
glück, wenn man eine Nadel scheust,
denn dieselbe steche die Vieüe durch,"
ans jene bejaninicruswcrthe Fürstin zu
rückznfiihrcu.
Die deutschen K o n o n i n l
t r u p p e n in Ostasrika sind bewaffnet
mit dem allen großtalibrigcn Mauser
gewehr, dem alten insantericjeiten,ze
wehr und einem Kavallerie-Revolver.
AIS weitere Ausrüstung haben d,c Lerne
Theekessel, Suvpeuhaieu und Trink ie
! schirr, ferner vier wollene Decken, einen
: schwarzen Mantel und ein Mns!,tonetz.
! Die Uniform ist aus gelbe, u ?rill, -.',ts
Uopsbedeelnng d,cnl der sogenannte
englische Delm mit Schleier und c,j
Kävvi. nieder der Anaewotbe
hält bei der schutztrnppe fer'Cha,
-i. e Aicniizcii zeilt e-ppett. v,.-..:.
Zwei Jahren TniM,,,,,ig j
Kolonien erhälSer Manu sreie RYef
reife und is, Fic., nach vier In ,,
freie, Rückreise und 7oo F,e.- -weißen
Schutztruppen stehen in !: : ,
Abhängigkeitöverhältniß zn d,n ,,
borenen Kolonialtruppen, und lial ..'
Soldaten vor den schwarzen li:;a., .,
keine Ehrenbezeugung ; mach.,:
keine Befehl von diesen a;::::: ,:,
Zu e i n e in P I e b i s c i k , ;
B o n l a u g e r S elbüniv: S ein .:
oder ein ritterlicher Alt gewesen, ,
der Pariser Figaro" seine Veser
Leserinnen eingeladen. Es tie, c-si,:i
licht eine Anzahl der eingelaufenen V'::t
worten. Die Männer uci :;, (.;e;;, n
Überwiegend die That Bottlanger.'.
theils vom christlichen, theils vorn pe ,,
tischen Standpunkte aus. anf's : .
schiedenfie. während viele weiblul ' :
Zuschriften sie rührend und U ,
ehreniverth finden. Die letzte ja';: :
Ihm wird viel verziehen, weil er viel
geliebt hat."
Ans dem Meere v e r h n n g e r
ten nenn Maltosen an Antwcrp.-n.
deren Schiff infolge falscher Windrich
tnng verschlagen worden war. i,r
zehnte Matrose wurde durch einen
Dampfer, der vorüberfuhr, gerettet.
Der Leichnam soll ver
b r a n n t und die Asche zerstreut wer
den," hat Professor Moleschott in cvm
in Bezug auf seine Frau angeordnet,
die sich eigenhändig in'ö Jenseits bcsör
dert hatte.
Bei dem Erdbeben, das kürz
lich die Insel Hondo, Japan, heimgc
sucht, wurden nach einem Berichte vrn
dort CM) Personen getödtei und
verwundet. An (ebäuden sind 7:,.0
gänzlich und 12,000 thcilweise zerstört
worden.
Bei eine in Hochzeitsfeste
g e t ö d t e t wurden '6b Frauen und
Rinder in Tunis. Es war ein heftiger
Sturm entstanden, welcher eine Mauer
umstürzte, die ans da Haus, in welchem
die Festgäste sich befanden, fiel, dasselbe
zertrümmernd und die angezeigte Zahl
Personen erschlagend.
Der berüchtigste Wucherer
in Pari. Namen Ollivicr, wurde vor
einigen Tagen an Handen und Füßen
gefesselt und mit dem Scidcnfoulard.
da er zu tragen pflegte, erdrosselt in
seiner Wohnung aufgefunden. Da
Geld und alle Werthsachen waren ge
raubt. Tit Thater sind noch uner
mittclt.
sein Kind und dann sich
selbst tödtete ein bi Jahre aller
Wittwcr in Wien. Da Mittel war
Morphium, von dem er zuerst dem
Kinde, einem neunjährigen Mädchen,
und dann sich selbst gab. AI bei ihm
die erwartete Wirkung ausblieb, echentie
sich der lluglueklich mittelst einer Red
schnür am Feusterkreuzc. Zerrüttete
Vermöczeitsverhältnisse waren da Mo
liv der entsetzlichen That.
jstjtaj
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