Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, April 26, 1919, Page 8, Image 8

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    Seite 8-Tä'gliche Omaha Tribüne-SamStag, den 26. ?lpril'1O19.
Sekretär des Innern
gibt Erklärung ab
?hmt ist zutn dem Londoner Wer
nag drn Italienern nicht der
sprachen worden.
Waslnugton. 2G, April. Ueber
die ital im tfite Lage hat heute der
Sekretär dcsf Innern -Lane folgende
(srüiiriMit abgcgcbcn: .Unter den
Tobiii;nir;;.Kvn in Londoner Vcrtra
dar vor Eintritt Italiens in
den firicg abgeschlossen wurde, ist
'mmc den Italicnern nicht derspro
i;m worden. Unter diesem Vertrag
sollie ?iums ein Kroatien fallen, das
.t ein Teil der jugo.sladifchcn Re
VüHl( iit. Und das ist es gerade,
N'as Präsident WUson wünscht. Prä
jideni 2-Jilfon, Clcmenccau und Lloyd
George sind der Ansicht, daß es im
brecht sein würde, Fiume nicht der
reuen adriatischcn Nevublik zuzu.
sprechen, beim Finme ist der einzige
Vasen auf der östlichen Seite des
'Jldnaiisckm Necres, der den Ju,
s!o.?Iaven zur Werfügimg steht. Die
Itallmcr behaupten, das; die Ae
vöücrunz Fiurncs italienisch ist und
dc;!)alb zu Italien gehören sollte,
wie es vor hundert Jahren der kvall
tvät, Würde man aber ihren Sßun
schon willfahren, dann würde man
cr.flcrra wehe tun. und dieses würde
fortdai'.ernd eindschast' wrvorw
hn. Italien hat Venedig und Trieft
i?;id bedarf des Hafens von Fiumc
nicht. Mr die junge jugoslavische
"vtjniMi aber ut Fiume unentbehr.
lieft 4 ' ' "
Bestürzung in Fiume.
"Mm,
?h. Aönl. kine aus
rtiumc hier ngetronene Lepejche
besagt, das; die Erklärung des Prä
v.nicn Äilson hinsichtlich Mumes
dort groho Bcfnirznng Herdorgerufen
ter. irinc nach .aulenöcn zalNen.
bc Mcnschcnttienge durchzog die Stra.
f,c:i der Ttadt, verlangend, daß Fi
wtte Italien angegliedert werde.
C'Mu, 26. April. Jene Stra.
he. welche kürzlich den Namen
Gilfon" erhielt, heißt hellte Fiume
Ctrahc.
'
cn
V, Osi sns vino An.
zahl Demonstranten erkannte heute
auf einer Straße Gabriele dÄnimn
gi, der soeben mittels eines Aero
Plans von Fiume hier eingetroffen
war. Er wurde veranlafzt, vom
Balkon bes San Sovanio Hotels
k'KiS eine Ncde zu halten. Später
f.-grtete der Patriarch La Fontain
die Temonstrauten auf dem St.
Äarkus Platz. :
Trieft, 26. Avrrl. Die jugo.
indische Negierung hat drei weitere
'IV. ., wi.' tu fc-
m
:;cn zu den Waffen gerufen.
?ö.7VM,ttue
2lnleihe gezeichnet
Washington, 26. April. Heute
rorulZriaa eingelaufenen Berichtm
cm'i-h find feit gestern abend wei
iere $100,000 für die Siegesanleihe
gezeichnet worden; der (Gesamtbetrag
lvlüuft sich jetzt aus $650,000.
Eegen Erhöhung der '
Celephonraten
Chicago. 26. April.' Eimrbun
deörichterlichen Entscheidung zufolge
Zierden die von dem Generalposunei
f:cr Burlewn angeordneten Erhöhim.
gen der Telephonratm im Staate
".llinois , keine Anwendung finden,
'undesrichter Laudis hat angeord.
rcr, die Erhöhung niM in , Kraft
treten zu lassen.- ; Richter Laudis
ciinchicd, dasz Vurkson nur in
megezeiieu öaS Neckzt Zustehe, der
k-nige Anordnungen zu treffm,
'izAZuisFö aber die , Polizeigewalt
fcci 2taxtcl übertrete. . . .
Mutz ihr Kind hergeben.
Clara May Pearce hat sich cni
schloffen,, dem Verlangen ihres Man
nes, daß sie die Obhut über ihren
leinen Sohn aufgebe, nicht gcrickit
I,ch eitgegen zu treten. Ricktcr
Zump wird den Teil der Eheschei
Uiw. der ihr Sohn und .$25 rno-rr::-isc
Alimente zuspricht, widerm
s?c. ' ' y ,
findiger Tg für Tesk'Sergeanten
Die TcskZergeanten der Omahaer
werden vom 1. Mai an nur
.-f., s:ti 12 Zlündigen Dienst, täglich
. : K rricktn haben. - Dazu war cs
r.'.'V.'x, einen 3. zu ernennen. Die
:.''!,! ist. ruf Sl'rqcOnt Fcrris von
c3 C;nc! a ocfaücn," der deshalb
-:: d'r Südfelt.näch Omaha der
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Vvear nls Buibn
bho iOn kave helpcd
f 'nv.sh Ihe Job
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. :smi'rr!m
Tochter Cr-Senators
stirbt an Vergiftung
Frau Happy Theodor Van Wyck
Venner. Tochter des früheren Bun.
dessenators für Nebraska, ChaZ. H.
Van Wyck, starb gestern abend, nach,
dem sie aus Versehen am Morgen
Ouecksilbertabletten eingenommen
hatte, in ihrem Heim, Portland
Apartements, Park Ave. und Lea
venworth Straße.
: ßtau Benner lebte von ihrein
Manne, einem New Yorker Architekt
ten, geschieden, mit ihrem lö jähri.
gen Sohne hier in Omaha, seit kurz
vor ihrer Scheidung.
Vor kluzem war sie in der Osji.
ce des Geschäftsführers der Omaha
Directory Co., eines früheren Etadt.
redaktcurs des Chicagoer Erami.
ncrs, wchen angeblicher Trunken
hcit mit dem Herrn Thompson zu
sammcn verhaftet worden. Thomp
fon bchmchtcte damals, dasz seine
Frau die Sache angestellt und ihnen
die Polizei auf die Office geschickt
hätte.
Wie dem auch sei, Frau Thomp.
son reichte tags darauf ihr Gesuch
um Scheidung ein. Frau Venner
ist seitdem nicht in der Oesfentlich
kcit erschienen.
Dr. Erwing Brown, der zu Hilfe
gerufen worden war. nachdem die
Vcrgiftrulg ftattgesunden hatte, ver.
weigerte vorläufig alle Auskunft,
aber der junge Benner nmchte die
Angabe von der Vergiftung
I. W., Steinhart von Nebraska
City, der die Geschäfte der Vcrschü'.
denen besorgte, kam kurz vor ihrem
Verscheiden au. Es war ihr Rechts,
beistand, Wli)xon Leonard, der gestern
abend der Polizei telephonierte, daß
Frau Benner gestorben sei.
Thompson, der mit ihr in seiner
Office verhaftet wurde, soll nicht in
der Stadt sein.
Frau Benner ivar in New For!
durch ihre auffälligen, oft kühnen
Toiletten bekannt, verkehrte gern mit
Schauspielern und führte im allge
meinen ein 'fideles" Leben. Es
heißt, daß dies der Grund ihrer
Scheidung gewesen sei. Andererseits
wird aber behauptet, der Antrag auf
Scheidung sei ihrem Gatten übcrra.
schend gekommen, der sie und den
Sohn noch zur Bahn begleitet hatte,
als sie nach Omaha abreiste, einen
Besuch zu machen und alte Freunde
wieder zu sehen." Ihr Gesuch ge
langte vor Gericht hier in Omaha
im Mai 1917.
was aus öer deutschen
Handelsflotte wird
Paris,' 26. April. Die United
Preß hat heute in Erfahrung ge
bracht, daß der größte Teil der deut
scheu Haudelsflotte in Händen der
Alliierten bleiben wird. Nur die
kleineren Schiffe sollen Deutschland
gelassen werden. Möglich aber ist,
daß mehrere der gecharterteu Schis
fe an Deutfchland zurückfallen wer
den, sollte dies als nötig erfcher.
nen. Anrcrika wird wohl all dis
großen deutschen Schiffe behalten,
das Geld, was mit denselben ver
dient wird, Zoll den Teutschen an
Kriegskosten angerechnet werden.
Auch viele deutsche Patente werden
zurückbehalten werden, darunter
Salversan.
Ungarischer Soviet
ist kriegsmüde
Berlin. 26. April. Eine Wie
ncr Depesche besagt, daß die ungari
sche Soviet Regierung die britische
Mission ersucht habe, einen Waf
fensrillftand mit den Alliiert: zu
vermitteln. Gleichzeitig . wird ge
meldet, daß der Sovictminifler des
Amßeren Bcla Kun versuche, mit
den Rumänen Waffenstillstandsver
Handlungen anzuknüpfen. Er habe
sich bereit erklärt, die SovietRegic.
ning zu veranlassen, zurückzutreten.
Belgische Trnpxe in Parade.
Um die Mittagsstunde paradier
ten durch die Straßen des (Geschäfts,
teils Omahas eine kleinere Anzahl
belgischer Truppen, in feldmarschmä
ßiger Ausrüstung, mit Eifenhut und
Gewehr über die Schulter", die
einen stattlichen Anblick gemährten.
Eine Abteilung der Polizei eröffnete
den Zug, 4 kleinere Geschütze, von
Hunden gezogen, beschlossen ihn.
Wetterbericht für die Woche vom
28. April zum X Mai.
Im oberen Miniiswpi. und unte
rem MiZsouri'Ta! Negen am An
fang der Wocl. Allgemein schön
Mitte der Woche bis zum Schluß.
Beinahe normale Temperatur Diens
tag.
Northern Rock,) Mountain und
Plateau Region, anhaltend Regen
während der ersten Hälfte der Wo
cke, allgemein schön Ende der Wo.
che. Beinahe normale Temperatur.
; Wenn malm von den Zeichen der
Ieit wricht wird man die Erklärunq
des eng'ijcben Arbriters zuguuncn
des Lstfon'Zcken ' FricdensxrogrsiZt.
mcl nicht üderZchm dürfen.
1
Ein Ereignis, das vor 50 Jahren
noch zu langen Leitartikeln in der
Presse der ganzen Welt Anlaß gege
den hätte, ist fetzt fast als etwaZ
Selbstverständliches hingenommen
worden. Wir meinen die Heirat der
Prinzessin Patricia von England, ei
ner .Prinzessin von Geblüt", mit ei
nem ganz gewöhnlichen Bürgerlichen,
einem .Eommoner", wie die Englän
der sagen. Ja, vor fünf Jahren hätte
sich noch alle Welt baß ob dieser Hei
rat erstaunt und von .Mesalliance'
gesprochen, jetzt aber wundert man sich
gar nicht darüber, sondern wundert
sich nur daß man sich vor dem
Weltkrieg darüber gewundert hätte.
Tatsache ist es, daß keiner sozialen
Einrichtung auf der Welt der Krieg
so übel mitgespielt hat wie dem Adel.
In allen neuen Staaten oder Re
publilen, die entstanden sind, haben
alle noch von früher bestehenden
Adelsvorrechte verschwinden müssen,
ja in einzelnen wird es 'sogar verbo
ten, Adelsprädikaie zu führen. Man
ch:r wird nun sagen, daß z. B. in
Deutschland auch schon vor dem
Kriege keine Sonderrechte mehr be
standen. Diese Ausfassung ist na
türlich irrtümlich. Zunächst hatte der
Adel in fast allen Bundeöstaatcn ge
wisse feste Sitze in den Oberhäusern
der gesetzgebenden Körperschaften,
z. B. gehörte in Preußen ein Drittel
aller Herrenhaussihe dem .alten und
befestigten Grundbesitz", d. h. den In.
habern von Fideikommißgütern, also
Adeligen. Es ist klar, daß solche Ein
richtungen dem Adel einen viel große
rcn Einfluß auf die Eefetzgebung ge
währten, als ihm der Zahl der Mit.
glieder nach zustand. Die .Standes
Herren", d. h. die Abkömmlinge von
ehemals reichsunmittelbaren Fürsten,
deren es bei den Dutzenden deutscher
Vaterländer in alter Zeit nicht wenige
gab, hatten daneben noch das Recht
auf Steuer und Militärfreiheit.
Hunderte von Adelsfamilien hatten
auch Jagdgerechisame, ferner das Be
stätigungsrecht für den Pfarrer ihres
Stammorts oder auch die Schulleh
rcr. Kurz, das geschriebene Gesetz ge
währte den Adeligen diele Privilegien .
und das ungeschriebene vielleicht noch
mehr. Umsonst hat der deutsche Dich
ter nicht gesungen: " , '
.Viel Klagen hör' ich oft erheben ;
Von Hochmut, dcn der Adel üvr;
,Tes Äöels Hochmut wiro sich gcl'en,
.Wenn eure Kriecherei sich gibt,"
Das war eben überall der Fall, der
Bürgerstand huldigte und flattierte
dem Adel, nicht nur in Deutschland
und Oesterreich, fondern auch z. B.
in England, denn mancher Englän
der .dearly loves a Lord". In Eng
land wurden allerdings schon vor dem
Kriege dem ouse os Lords' wieder
feine Privilegien gekürzt, fs daß es
eigentlich gar .nix tau seggen" mehr
hatte. Ter Weltkrieg räumt nun in
ganz Europa mit all diesen Ueber
sien des Mittelalters auf. D. h. .des
Mittelaliers" kann man nicht gut
sagen, der Vergangenheit" ist besser,
denn schon im grauestcn Altertum
hatte der Adel seine Privilegien und
feinen Stolz; bemerkten doch die Pha
risäer über Jesus Christus in weg
werfender Weise: .Er ist nur eines
Zimmermaims Sohn.'
In der neuen Welt, die in Blut
und Eisen empfangen und geboren
wurde, wird das Wort des Euripsdes
zu Ehren kommen: .Jeder Ehren
mann ist ein Edelmann; wer es nicht
ist, ist ein Unadeliger und wenn er
gleich von Jupiter selbst gezeugt
wäre.'
Auf Umwrgru.
Einem bekannten" Pariser Ro
manschriftstellec izt ein kleines Miß
geschick drolligster Art begegnet. Ei
ne große Pariser Zeitung hatte bei
diesem Schriftsteller einen Feuille
ton.Roman, wie der Vertrag be
sagte, zu einem Franc die Zeile be
stellt. Unser Feuilletonist ging zu
einem alten Schriftsteller, einem g
Heimen Mitarbeiter vieler lebenden
Eelebritäten, der das Feuilleton zu
schreiben für 25 Centimes per
Zeile übernahm. Die Zeitung war
im Begriff, den zweiten Teil des
Iiomans in Angriff zu nehmen, als
unser Schriftsteller erfuhr, daß fein
alter Mitarbeiter sehr schwer er
krankt sei. Er lief Zu ihm hin und
fand ihn im Sterben liegend. Sehr
beunruhigt über das Schicksal sei
nes" FeuilletoN'RomanZ beeilte er
sich, in die Redoktion des Blattes zu
gehen, wo er sich die 12 legten Num
mcrn der Zeitung geben ließ. In
zehn weiteren Fortsehungcn führte
er den Roman einem schleunigen
Ende entgegen. Das Manuskript
trug er dann zur Redaktion. WaS
ist das?" fragte ihn der Ncdaktions
ftkretär. .Nun, die Fortsetzung und
das Ende meines Romans!" Sie
wollen es wohl ändern, denn hier
ist es ja schon wir erhielten das
Manuskript vor drei Tagen!" ...
Man kann sich das verdichte Gesicht
des Autors vorstellen. Die Sache
verhielt sich nämlich wie solgt: Ter
alte Tchri'lsteller zu 2 Centimes
hatte einem ondern Lieferanten sei
un Aufkraz zu JQ Centimes die
Zeile übcrlai'cn, und dieer tili
den Neman in aller Rnbe fertig ge
,,.-,x.
liiUUjt
Des Adels Ende;
Steuerpflichtige
tt!.,I,ttM,
Verettttgungen
, i
Tas Bureau of Jntcrnal Rovenue
.jr.4 .....t C.. tit w!n
macht darauf aufmerksain, daß mit
dem ersten April das neue Steuer
gesctz in Kraft trat, demzufolge gc
sellschaftliche. athletische oder Sport
vereine" steuerpflichtig sind, voraus,
gesetzt, daß die regulären Beiträge
eines aktiven Mitglieds" solchen
.ülubs oder solcher Organisation mehr
als $10 das Jahr betragen. TaS
(Metz besteuert auch die Eintrittsge.
bührcn. vorausgesetit. daß diese sich
auf mehr als HO belaufen. Die
Ziele und Zwecke rines Klubs oder
Vereins und nicht der Nanrc cnt
scheiden die Frage, ob die Mitglieder
steuerpflichtig sind. Falls ein sol
cker Verein oder Klub beansprucht,
dasz er nicht unter diese steuerpflich
tige Rubrik gehöre, hat er dem
Commissioner es Internat Revenue
in Washington. D. C.. seinen Cl?ar.
ter, seine Verfassung und Neben
gesetze in Verbindung mit einer Er
klärung der wirklichen Bchrebungcn
des Klubs vorzulegen.
Hauptquartier öer
Deutschen aufgelöst
Berlin. 26. April. Es wurde
heute bekannt aeaeben, dasz das
grobe deutsche Hmiptauarticr in der
Auflösung begnnm it, oa es sur
dasselbe doch nichts mehr zu tun
gibt. Hier, cingetroffene Nach-
richten besagen, daß me trcitkrafte
des sozialistischen Mnistcrpräsidcn'
ten von Bayern, Hossmann, das
Bonrbardcment Münchens zeitiveisc
cintMlen. und deck dann Flieger
Pamphlete auf die Stadt herabwer.
fen. die Kommunistm zur Unterwer.
fung auffordernd.
Die Notlage in Wien
Berncr Bund. 22. Februar.
Die schweizerische Geschäftsstelle
der Hilfsaktion für Wien in Bern
bat von dem in Wien anwesenden
schweizerischen Hilfskomitee einen
Bericht erhalten, dem wir folgendes
entnehmen:
Nackstchcild ik Höchstpreise der
hauptsächlichste!: , , Gebrauchsartikel.
Dabei ist zu bemerken, da vcrschie.
dene Artikel oft uur zu einem Teil
oft aber auch gar nicht vorhanden
sind, nämlich im legitimen Handel.
Dafür bekommt nian sie dann im
Schleichhandel aber zu welchen
Preisen? Brot, Laib 1200 Gramm
Höchstpreis 1.5C!ftr; Mehl pro Ki
lo Höchstpreis 2.7 Ür; Rindfleisch
je nach Qualität, pro Kilo Höchst,
preis 8.20 Kr. 10, 14, 20, 22 und
- SchsmMandl!sbreis 40 Kr:
Pferdefleisch pro Kilo Höchstpreis!
8 Sit; Tchleickhculdelsprcis 20 Str;
Milch pro Liter 1.20 Kr; Schleich.
Handelspreis !! Kr; weister Zucker,
pro Kilo ' Höchstpreis . 3.0-1 lx
Schleichhandelspreis 24 Kr; Butter
pro Kilo- kein Höchstpreis, Schleich
bandelsprcis 80 Kr; Kartoffeln uro
Kilo. Höchstpreis 0.72 Kr; Schleich.
Handelspreis i Kr; Kohlen Pro 100
ttlo .80 Kr; Schlcichhandclöpreis
12 r; Schokolade, pro Kilo kein
Höchstpreis; Tchleichhandelspreis bis
100 Kronen.
Interessiere,: dursten auch einige
Zahlen über die Zuteilungsquoten.
Brot wöchentlich 1 Laib 12G0 Gr;
Schwcrarbeiterzusatz Laib; Mehl
wöchentlich 230 Gr; Rindfleisch wo
chentlich 123 Gr; schon lange keins
mehr im Verkauf; Pferdefleisch wö
chentlich 125 Gr; auch nicht mehr
vorhanden: Milch pro Kind bis zu
1 Jahr täglich 1 Liter, von 1 bis 2
Jahre Liter, von 2 bis 6 Iah.
reu täglich Liter, von 6 bis 14
Jahren täglich 4 Liter.
Milch damals nd jetzt.
Wien brauchte vor dem Kriege
W0.000 Liter Milch taglich. Jetzt
kommn in die Stadt pro Tag 50..
000 bis 60,000 Liter, und davon ist
regelmäßig ein Teil sauer und nnge
uiekbar. So kommt es vor, daß
viele Leute feit Monaten nie einen
Tropfen Milch sahen und daß mich
solche Haushalte, wo -die Aerzte den
mindern oder Kranken Mllch ver.
schrieben, keine bekommen.
Zucker pro Monat 7',0 Gramm;
Fett pro Boiyi 320 Gramm, tat
sächlich werben abgegeben pro Woche
40 Gramm; .ttartoffeln wöchentlich
1 Kilo, tatsächlich gibt es schon lang
keine mehr und wenn, es einmal sol
che gibt, so sind sie klein und schlecht;!
Sichte für die Küche pro Haushalt;
und Woche 20 Kilo, zum Heizen 23
Kilo, gibt es schon seit Oktober 1918!
nicht mehr; es gibt also pro Haus-!
halt und Woche 20 Kilo, und zwar
Braunkohle.
Auch diese Zuteilungsauoten ste
hen oft nur aus dem Papier. Des-
bald müssen diejeitige,:. welche im!
noriualen Handel etwas kaufen wol. !
fen, anstehe,:". Das heiht: Manj
fanin'elt sich vor den Lüde,: schon um !
3 eder 4 Uhr ux-rgenS und stellt sich'
in die Reihe. Nun kann es pafsie- j
rcn, daiz jemand t:;i 4 Uhr an da !
örnanden hek, uiü dann um 9 ode:
4,0 Uhr it vernchmeit. hak der i:rr-
rat erschöpft sei. . Beim Schleichhan
del ist die Sache insofern bequemer.
aU wc mu cl.()ältnch ist und daß
t. . j.i ..,rir.,. .,.r, chk
man UUUJ muji uiiii wn muij. .uu
zghlj,,l M,sj man. Preise, bezahlen.
; , ... 4 . 5.. 1 . , .
die für die Armen einfach nicht rr
schiuinglich sind.
. 1)30,000 All,r!irmsie.
Laut Mitteilungen, die nn-s heute
morgen ein Magiitratsrat gab, gibt
es in Wien i!30,000 Einwohner, die
zu den Mindestbeiiiittelten zählen.
Darunter seien zirka 100,000 Kin
der. Für diese Armen wird gesorgt
durch Armenhäuser und auch in of
fener Armenpflege durch die Armei:
rate und Rätinnen. , Aber diese Hil
fe ist oft eine spärliche. Vorab fehlt
es an den Geldern, namentlich aber
an den nötigen Sachen.
Wachtmeister Hiröbninner fand
auf seinen Uontrollgangen viele ttin
der, die im Tag nur einmal zu essen
bekommen, und dies einemal bestand
das Essen aiw einer Portion Rüben
oder Kohl mit wenig Fett gekocht.
Solche Kinder fand Hirsbrunner in
den öffentlichen Ansspeisungen, eine
Art Volkssuppenküche, deren es eine
ganze Anzahl gibt. Neben osfiziel
len öffentlickn Ausspeisimgen gibt
es auck solche, die von Klöstern, und
Privaten ins Leben gerufen sind. In
einigen kann mau gegen Geld auch
ganze Mittagessen haben. Wir tra
fen bei unferem Gong in M'i Häu
sern im Bezirk 20 und 16 Kinder,
die nickt einmal diese Tagesration
bekommen. Dies aus den: Grund,
weil es Kinder betrifft, die noch nicht
fchulpslichtig sind, oder die krank
sind, oder die keine Kleider haben.
um ausgehen zu können. In einem
eutsche, studiert
englische Sprac
Kttali -
m ' " ' ? ' '4 I
ettglisehes Wörterbuch
6css beste Hilfsmittel
Herausgegeben von kiu der grösiten amikaische Lerlagssiriücn.
RnP7arnl-ßn0ßhof für iinsßro
yJCI.iui flllyWili ms läiiüuiy iaUiiui
Nur allzuhäufig lesen 'oder hören unsere Deutschamerikaner
englische Worte und Bezeichnungen, deren Sinn und Bedeutung
ihnen nicht ganz verständlich ist r
Häufig' sehen Sie sich auch geschäftlich öder im Privatleben be.
müßigt, englische Briefe abzufassen und in solchen Fällen ist es
stets äußerst peinlich, wenn man über die genaue Schreibweise ge.
wijser Worte im Unklaren ist. ,
Die Kinder, die die Volksschulen besuchen, sind häufig gezwun
gen, ihre Kenntnis des Buchstabieret . und der Grammatik aus
Wörterbüchern zu vervollständigen.
Um dicsm ullWemen ItebclstW MMfen,
hat sich nun die
Tägliche Gmatza
?r
entschlossen, ihren
buch, das
7 'iillfelV
ÜPUr I' i ,i , ' " t ,
."tW 1 i' i'ii 1
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:,: . :. " M. , :. II
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Hause besanden sich 82 Faiuilien mit
iilsgesamt 150 Kindern. Im ande
ren Hanse waren 62 Familien mit
180 Kindern. Wir besuchten in je.
dem Hause ein: Anzahl Familien.
Ucberall dir schrecklichste Not.
Kleine Wohnimg. zu im'nig Bet
ten. keine rechte Bettiväscke und
Kälte und Hunger, die Frauen bleich
und hohläugig, die Kinder bleich und
zurückgeblieben. Da und dort Bil
der zuiu Grauen schrecklich. Wenn
da drei Kreatürchen auf dem schlecht
erheizten Ofen sitzen, denen man an
sieht, das; es wahr ist. was die Mut
ter sagt, wenn sie erzählt, dad die
Kinder jetzt seit drei bis vier Iah.
rcn nie genug zu essen gehabt hat
ten. -
An einem anderen rte linden
wir in einer Kellerwohnung, sagen
wir .Uellcrloch, eine 4Z.jährsge Frau
mit einer 16 .jährigen Tochter. Ke:
ne hat ein rechtes Kleidungsstück.
Nur eine hat noch so rtivaö wie eine
Fttszbekleiduttff. Nur eine kann also
in die öffentliche Ausweisung gehen.
Aber sie wechseln sich ab. An einem
Tage geht die Mutter, am anderen
die Tochter. , In der Wohnung ist
kein , Möbelstück mehr, nur in einer
Ecke ein kleines Eiscnöflein und da
neben ein Tuch auf bloßem Boden
ist die Lagerstätte. Dazu ist der Bo
dci: osfen. Die Hokzladen wurden
aufgerissen und verbrannt. ,
Die Delegation hat beschlossen, den
ersten Liebcsgabcnzug vorab den im
bemittelten, notleidenden Kindern zu
kommen zu lassen. Der zweite Teil
soll dann zum Teil wieder für äl.
tere Personen in Spitälern und Hei.
inen verwendet werden.
Hierzu bietet Ihnen Cassel's
m f. i
Seutieues UttS seunw-
Lesern das besteDutsch
Cassell's neue, -
jl
Name
Adresse
Stadt
CPCJTty 1L A. aaI a a
tlmUW- &VXlKlVlMß
Kirchliche Nachrichten
Ev. Lutb. Kreuz Gemeinde. 20.
und Vinton St raste, Tituö Lang.
Pastor. Englische Sonntagsschul
3:30; deutscher Gottesdienst 10:30
vormittags; englischer Gottesdienst
8 Nhr abend?, mit illustrierter Pre.
digt über Eliristi Auferstehung und
Himmelfahrt. Pastor E. T. Cth
wird prediocn. Am nächsten Ton
nciswg um 2 Uhr nachmittags rn.
sammelt sich der Frauenverein.
Erste Ev. Luth. Kirche. 20. und,
Maso. Lawrence Acker. Pastor.
Teutscher otteödicnst um 10 Uhr
mit einer Predigt über ..Gott sieh't
nicht was vor Augen ist." Engli
scher Gottesdienst um 11 Uhr mit
'ciner, Predigt über: Werfet alle
eure i-orge anf
Gott." Kein
Abendgotjcsdienst.
Wir laden freundlich ein zu dcn
Versan mlungen der Ersten Deut
scheu Mlthodisteu Kirche. Ecke von
S. 11. und Center Str. Sonntag,
schule 10:00 Uhr morgens? de:,t
sch? Predigt 11:00 Uhr morgens
Jugendbund Versammlung 6:4.1
nachm.; englische Predigt 7:30
abmds. Betstunden 'jeden Mill
ivoch um 8:00 Uhr abends. KingS
Herold Versammlung ersten Sonn
tag im. Monat um 2:00 Uhr nach
mittag. Missionövcrsammlung jeden
erst'n Donnerstag im Monat um
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