Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, December 31, 1918, Image 2

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F-jü.
Cie schüttelt daZ gssmkte Köpf,
chen, und die Augen füllen sich mit
Tränen.
.Nicht?. Und doch hast Tu Dir
den .Buben behalten? Warum
denn?" -
Weil weil er Ihnen so ahn
lich sieht!" ,
Paolo geht plötzlich ein groszeV
Licht auf, und in diesem Richte sieln
er auch, wie lieb und jiib das junge
Ting ist, das ihm in seiner Ver,
mirruna nun beinahe im Arme ruht,
Er weiß ja genau, dasz s nur ein
bettelarmes Waisenkind ist. aber mit
einem Male iiberkommt ihn ein
fiihl, als sei ihm PaZ junge Geschöp
ans Herz gewachsen.
Eretelein", flüstert er zärtlich
und sucht die jungen, zitternden
Lippen, c3 . ist doch gut, daß Tu
den Buben für Tich behieltest, und
daß alles in .Erfüllung' geht, waö
die Silvesternacht prophezeit!"
eujulzrösunizer.
kr? "iw jr&
Silvester in der Mche.
l)umorkslie von nnu Theiss.
In der erjten Etage des on der
Promenade gelegenen Herrjchaits
Hauses erstrahlt Heller Lichtergtaaz
und auch im Souterrain, roo sich
die große Nuche mit ihren Neben
räumen befindet, herrscht festliche
Helle und rührige Tätigkeit.
?'ur noch eine knappe . halbe
Stunde trennt daö alte $ahr' von
dem neuen, und der durch jeine'Lei-
sln.'igen rühmlichst bekannte Kuchen
chej. Meister Paolo genannt, ein ge
borcner Italiener, aber akklimati
fierier Teuljcher, ist gerade damit
beschäftigt, die zweite . Auslage des
Ovrtresitichcn Punsches zu brauen,
öer ?cn.'. 'der .Tafel das Entzücken
unö die hetterzten Lebensgecher der.
Geladenen wachgeruzen .
Jetzt - erscheint die Zofe an der
liüüMtür und bringk auf einem
Tablett die geleerte Bowle zum Füb
kn. . : .
.Tind Sie fertig, Paolo? . Ach,
bitte, machen Sie raich! Oben gie
cn sie eben Blei, und die wunder
barsten Dinge konunen zum Bar
schem; ach, ich mochte gar zu gern
einmal Blei gießen und sehen, was
ju! cinen Man ich bekomme!
ßla, na nur gemach, Jungfer
Suöchen, wissen Sie denn, ob Sie
überhaupt einen Mann bekommen?"
Das geputzte Perjönchen mit dem
hochsrijiertn rötlichen Haare macht
ein verdutztes Gepcht, und von n
nem ScikentiZche, an dem das schon
emicls angefahrte Hausmädchen mit
ihrer jungen Gehiljin beschäftigt ist,
das Silber zu reinigen, erschallt
lautes Gelächter.
,Ha, hü,' hal" Und die kräftige
Gujle stemmt beide Hände gegen die
ruuöcn Hüften - glauben Sie
denn etwa, Meister Pao, daß sich
das zufrieden geben würdet ohne
Mann?" , -
Jüin, baü ' wird man ja erle
den V" lenkt' der Küchenmeister be
gütigend ein, denn er fürchtet den
Streit, der jedesmal in seinem Ne
rier entbrennt, wenn das Heirat!
thema aufs Tapet kommt. Tann I
füllt er den aromatischen Trank in
sie Äowie.
So, Fraulein Suse nun tragen
Qh Las mal rasch hinauf ich
fülle inzwischen unsere Gläser, und
wenn Sie dann wieder runter körn
nten, befragen wir auch mal das
Lrakc! miteinander.
Das Löschen erscheint auffallend
rcisch wieder im Souterrain, und
Paols langt lächelnd yom Sims tw
Spielkarten yerumer. '
.So. nun gruppiert Eucy mal
um den Tisch komm' her. iSreiei
TU darfst auch mitspielen!"
.Ach. das funge Ting-, lüßt M.
7mi vernehmen. .Wie alt iü
?jnn las Kind eigentlich?
Zl?b' noch nicht mal siebzehn!" ftM
die ?.ofe hinzu.'
.Na, ons HeiraZen wirü sie woh!
och nicht denken, aber mitspielen
kann sie doch!"
Verlegen laßt sich daZ lung?
fäMira r Tilck nieder, und
Voow beginnt die Karten m
sche. .So die drei Buben kom
men herauZ, und nur einen, den
Schwärzen, lsssen wir drinnen. , Wer
il'' ern Schluß behält, wird noch in
!:cscm Jahr heiralen, denn alles,
was die Silvesternacht prophezeit,
geht in Erfüllung!"
Ter Schelm weiß ganz genau
daß beide in ihn vernarrt sind. 2oi
Löschen sowohl, als auch die (Lüfte.
denn einmal ist er ein hübscher
Ren, oen ö:e weiße Muhe zu den
Ichwarzen Locken prachtig kleidet
und 'dann wissen sie auch, daß
Erspartes" besitzt und daran denkt,
sich selbstandii, zu machen. Er be
kustigt sich jedoch im stillen und mag
jiö beioe nicht.
Nun gibt er die Karten auZ. So
oie gieiozen weroen immer abao
legt - iaß man sehen, Gretel, Du
kennst ja, wie mir scheint, nicht mal
die einfachsten Karten. Tie müssen
raus, und die, so, ,iedtlag mich
ziehen!" - . i
Das Spiel nimmt seinen Fort-
gang, bis nach und nach 'die meisten
Karten auf der Mitte des Tisches zu
liegen kommen und nur noch wenige
sich in, den Handen der Spielenden
befinden. Jetzt schiebt Gretel ihre
letzte KartePaolo zu,, und dieser legt
sie mit der seinen ab.. Auch die
vier Karten der beiden anderen
Mädchen hcbm sich gegenseitig auf.
Za, ico Zkeat öenn nun oer
Bube?" ,
Alle sehen sich verwundert an. -Ich,
ich hab' ihn", stottert (sro
tel endlich verschämt und bringt den
Vermißten unter der Schurze her
vor.
Na, so 'ne Gans!" .Guste Zagt
es ;m Brustton tiesster Ueberzeu
gung und will gerade fortfahren,
ihrer Empörung Ausguck zu ver
erhen, als die alte Uhr in der Ecke
aushebt und mit wuchtigen Schla
gen den Beginn des neuen Jahres
verkündet. Zugleich erschallt aus
Tie zwölf heiligen ?Uchte oder.
wie wir sie jetzt nennen, die Wem
nachten waren für unsere heidnischen
üborsahren eins Zeit gehcimniöool
len Webens und Schafsens in der
Natur. Ta stiegen die ötter. allen
voran Wodan und seine Gemahlin
Frigg, zu den Menschen herab, um.
Segen spendend, aber auch Strafen
verhängend, ihren Umzug auf Er
den. zu halten. Die Arbeit ruhte,
und alles freute sich des Siegel,
den das wiederkehrende Licht über
acht und Finsternis davonetraIei,
halte. An diesen so wichtigen Ab'
schnitt des Jahres, der vom 23-
A'ezcniccr vis zum s. Januar
wahrt, haben sich schon m alters
grauer Vorzeit allerlei sinnvolle
Brauche und Fe tzeremLnien ana
schlössen, die nach 'der Einsiihruna
oeZ Evangeliums, ckriil ,cb umae
deutet, vom Volke beibehalten wur
den. In vielen Gegenden Teutsch
lands noch heutigentags in Uebunz.
wie z. B. das Berchienlansen oder
das Umherziehen des St. Nikolaus
und feines Knechtes Ruprecht, tra
gen sie neben den spezifisch biblischen
Weiiznaaztszpielen, der Anbetung der
Hirten und der Weisen aus dein
Morgenland, nicht wenig zur fest
lichen Stimmung bei. '
4 Zu diesen alten Bolksbrauchen.
die jetzt leider mehr und mehr ver
schwinden, gehört auch das in ganz
Niederfachsen bekannte Neujahrssin.
gm zum Slummelputt". Durch
Jahrhunderte hat sich die schöne!
Sitle erhalten, und in Ortschaften.
deren Polizei noch nicht den mö
derilslen Anschauungen huldigt, zieh:
noch heute die kleine Sattgerichir
von Haus zu Haus Tann erschallt
plötzlich vor den Fenstern des nieder
lächsischen ' Bailernhauses aus der
Tuiikelheit heraus daS Lied:
,Fruken, mak de vr np
lln tat den Rummel in,
Tar köm en Schipp vun Holland,"
Tat har en mo Wind',
begleitet von den tiefen lörummtö
neu eines wunderlichen, von den
Kindern selbst hergestellten Musik
insiruineiils. Wird dann die Tür geöffnet, so
kommen )ic herein up de grote Teel,
Jrmgs un Teerns, grot un lütt, m
Mäntel und, Tücher vermummt, ost
auch in kottiljcheii Berkleidungen
Im Schein des Herdseuers stimmeil
ie ihren eintönigen Gesang von
neuem an. Geistliche Lieder, in de
nen den Hausbewohnern viel Gutes
gewunicht wird, wechseln mit weit
lichen, iil denen von Mettwürsten
und anderen schönen, Sachen ouffä!
lig viel die ölede ist. " Wenn es dann
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ziiin Schlüsse heißt:
Vat uns nich to Imat fialjn,
Wir möt vunabcnd im' wieder nasin",
läßt die Hausfrau sie dann auch
nicht länger warten mid beschenk.'
die Sänger mit Honigkuchen, Aev
sein, Russen usw. Befriedigt zieht
die Schar hinaus in die kalte Wm
ternacht, um auf einem anderen Ho
von neuem ihr Glück zu versuchen
Der AWkttabrnd.
In Schivaben redet man allgemein
vom Altiahrcsabend und nicht vom
Silvesterabend. Tiefe Bezeichnung
stellt den letzten Abend des allen
Jahres in schönen Gegensatz Zu dem
Ncuiahrönlorgen sowie zu dem r
ftcn Tage des neuen JahrcL, dn
N'cuiabk. Tie Atteicknuna Silve
stcrabend" stellt eigentlich eine AV
kürzung jür die längere Benennung
Abend des EilvestertageS" dar
Ter heilige Silvester, der alS Papst
Silcvcftcr 1. von 314 33a auf dun
Stuhl Petri in Non saß, hat mit
oem, was wir ais live icrieier zu
bezeichnen pflegen, mit dein Abschied
vom alten und mit der Begrüßung
dcö neuen Jahres nicht das geringste
zu tun. TerHeilige starb am,3!.I
Tezcinbcr 333, lind die katholisches
Kirche ehrte nach feiner Heiligspre
chung sein Andenken dadurch, .daß
sie ihn zum Kalenderhciligen seines
Todestages machte, wie dies auch
bet fast allen übrigen Kalenderheili
gen der Fall ist, deren, Gedenktage
nicht ihre Geburtstage, sondern ibre
Todestage sind. Ter protestantische
Kalender behielt den Namen Cilve
strr für den 81. Tezcmber bei. Je
drnsalls hat für die heutige Zeit der
Name Silvester jede Beziehung zu
seiner uriprünglichen Bedeutung ver
loren, denn sonst wäre es nicht gu
denkbar, daß man von Siluestcr
Punsch, von , Silvesterkrapfcn oder
gar von Silvesterball und Silvester
unsug reden könnte.
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In der Lrmurtmig.
Wenn die Kerzen deS Weihnacht?.
festes erloschen sind, wenn die Stiiii
nmiig, die die Feiertage hcrvorgeri,.
fcn haben, allmählich abgeklungeii ist.
werden die meisten Menschen von ei
ner Unruhe erfaßt, die ungefähr den
Elmrakter einer aewannten i!rwar
tunF trägt. Noch wenige Tage, und
das 5,al,r ist abiielaufen. Und da ist
cs vielen zumute, als wenn fie auf
den Moment warteten, an dem ein
Gast endlich die Türe hinter sich zu
Wir hoffen auf was 5
Wir köimrii cS nicht sagen. Daß eS
ander wird. Taß es besser wird.
Taf; sich irgend etwaS ereignet, wa?
uns da bringt wa wir Glück nen
nen. Wir hoffen auf daS Wunder
Unrn itnh hft mi'ickt kick mitten in
diese Gefühle unsagba,, Hoffens
plötzlich der Verstand ein und be
lehrt uns recht üchteru. daß eS keine
Wunder gibt. Wir muism uns
di? Wunder felbst schaffen sonst
gebt 'cö uns wie im abgelaufenen
Jabr.
L'.'ii! lwkfen also, daß wir uns die
Wunder selbst schassen werden. . . in
diesem kommenden Jahre ganz gc
miß. Und wir erinnern uns bei die
ser Gelegenheit, was wir sruyer
versäumt haben. Wir hatten in der
Sait unserer Crwaring dcö Jahres.
Wechsels vergessen, mit dein scheiden
den Jahre ehrliche Abrechnung zu
kalten. Wir haben nicht gesragt, was
cS unZ an Gutem und Bösem ge
brackt bat. sondern ließen cs einfach
ziehen und glitten unversehens in das
iiene Jabr hinein. Nun hoffen wir
aber zunächst, daß wir eS diesmal
onoers maazen. Wir werven oe
Guten gedenken, und bei dem Bösen
Lstpreußischer NensuhrSbrailch.
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Ermlaiid, der katholische'.'.
Enklve der Provinz Oitprculzen.
wirb ei eigenartiger Neujahrs'
brauck aeübt. Tort werden am
Silvesterabend aus Brottcig, zu des
scn Herstellung geweihtes Wasser
benutzt wird, allerlei igun uen
Haustieren gewinnt, wie (erce,
Kühe, Schafe, Schweine, Huhner, m
der warnrcn Ofenröhre getrocknet
und am Nenzahrsmorgen den be
treikenden Tieren ganz oder zer
bröckelt ins Futter gemengt. Tie fo
bedachten Tiere Zollen auf diele
Weise im neuen Jahre vor Krank
beit und Uiksall bewahrt bleiben.
Auch hier hat man eS mit RchA:
altgermanischcn Bolköglaubens zu
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Selbstschutz der Natur.
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NeusaHrSsänger 'n SleZivlg'Holsiein.
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und bringt den Vermieten unter ta
schürze vor.'
den oberen Räumen lautes Jubeln
und Prosit.Neujahr.Nusen, und die
öciden älteren Mädchen eilen rasch
hinauf, um als die ersten ihr
Glückwünsche darzubringen. -
Paolg bleibt mit der kleinen zu
rück.
.Sag' mal, Gretel, warum hast
Tu denn die Karte versteckt?"
.Sie Sie sagten doch - daß
wer den Buben behält -"
Paolo lacht laut aus über die
naive Auffassung des Mädchens,
donn faßt er eS bei den Händen und
zieht es ganz dicht heran.
Kaum ist der WeihnachtStrubel
vorüber, da naht schon wieder ein
neues Fest. Neujahr mit dem 'vor
angehenden Silvesterabend. Mit
Musik und Tanz, ohrenbetäubendem
Lärm, Lachen und Scherzen, Pfrop-
fengcknall, und am Ende gar noch
mit wirrem Kopf ms neue Jahr zu
gehen, ist nicht jedermanns Ge
fchinack. Viele Familien ziehen cs
vor, mit einigen, guten Bekannten
beim Punsch das neue Jahr zu er
warten.
Hier Rezepte: Der Zucker wird
zunächst zcrlazzen, und zwar rechnet
man etwa Zweidrittel Pfund auf
3 Quart Flüssigkeit. Zu V2 Quart
kochendem Wasser braucht man 1
Quart Rotwein und y2 Quart Arra!
oder NuM7 Diesen gießt man zuerst
auf den Zucker, dann den Rotwein
darauf und schließlich .das kock)cnde
Wasser dazu. Tas Getränk hat dann
gerade die mundgerechte Wärme.
Zusätze von ' abgeriebener Zitronen
schale Pomeranzenschale, - Ananas
verändern den Geschmack nach jeder
manns Belieben, indes ist Punsch
ohne gewürzte Zusätze der bekömm
lichste. .
Von 1V2 Pfund Zucker und 2
Quart Was'er bereitet man inen
Sirup, in den man den Sast von
2 Apfelsinen' und 2 Zitronen gibt.
Ter durchgeseihten Flüssigkeit fügt
man 1 Flasche Rheinwein, eine
77lasche Burgunder und ciie halbe
Flasche Eogzioc zu. Tie Mischung
Kind, Tu wirst doch nicht auch, wird erliitzt, darf jedoch nicht ins
schon auZ Heiraten denken? Hast
onl End gar sck'on Za einen jnnzrn
SxrinZi.'iZfeld
sen?"
ins Herz geschlc'-
iZocken kommen.
Eine Unze Tee wird aufgebrüht
ind der Abzug auf 2 Quart ver
düi'nt. iNan gibt hierzu den Sast
von 6 Apfelsinen, W'i Pfund Zu
ier. auf dem man die Schale von 2
Apfelsinen abreibt, eine halbe Flasche
lrrak und eine halbe Flasche Slto
osckino.
AQuart Weißwein, 3Teelöffel
oll Zitronensaft werden mit
Lfiind Zucker und Iil Eiern gemischt,
ie Mischung wird zu Schaum ac.
chlagen, im Wasscrbade erhitzt und
zuletzt wird ein Pint Arrak zugesetzt,
Stimmungsvoll.
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Ira itef
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Zimmerherr (nach fröhlich ver
lebtcr Silvesternacht in benebelter
timiniing): .Tu biit wlS cme T'lu-
me, so hold und schön und rein; i.r
schau . dich an, und Wehmut schleich!
mir iS Herz hinein!"
Wirtin: .Nee, Hr Toktor, über
in aber Such, daniit meinen sie
doch mcht nur?!" ' ,
Ter menmulche Korper ,!t . in
aesundem Zustand eine Art Medi
zinmann für sich selbst, und, wenn
llün mmt durch iinzweckmaßige Le
benswcise plump ins Handwerk ge
pfnzcht wird. ,d. h. die freie Ent
faltunz seines ' BetätigungSgangcs
keiner Hemmung unterliegt, so
ziemlich dcr verläßlichste Schüler
AeskulapZ. Tas ist eine Tatsache,
die jeder Laie an Hand von Be
obachtungen sejtstellcn kann.
Nehmen wir beispielsweise das
Blut an. Verirrt sich einer, der
zahlreichen zersetzenden Fremdkör
per in den roten Lebenssaft, sofort
finden sich die Polizisten des 5!reiZ
laufe, die weißen Blutkörperchen
ein, um den ungebetenen Gast in
Form von Eiter kjinauszudrängen.
Eben'ö sicher bleibt die An'amm
lung , der , weißen Blutkörperchen
aus, wenn die Entstehung von Zer
fetzuiigZprodüktezf'.iii Wunden durch
die sogenannte aieptiichL Behanö
lung von vornherein verhindert
oder die bereits vorhandenen auf
antiseptischen Wege entfernt wurden
Eine ganz ähnliche Aufgabe
kommt dem Fieber, jener außeror
dcntlichen Wärmesteigcrung im Kör
per, zu,.. die. bei 5 gewissen Krank.
neitssormon, wenn sie nicht, von
selbst entsteht, durch Schwitzbäder,
Packungen und dergleichen auf
künstlichem Wege erzeugt werden
muß. Allein die selbslschutzcnde
Tätigkeit des Körpers äußert sich
noch in viel 'einfacheren Formen
und verlangt, um sich entfalten zu
können, nicht einmal Unterstützung,
sondern nur verUandnisvolles . Ent
gegcnkommen. Wenn wir der kor
perlichen Leistungsfähigkeit größere
Anstrengungen zugcniutet hatten,
als ihr von Natur aus zu
kommen, sagt uns ein stark ansge
prägtes Müdigkeitsgefühl, daß die
über das gewohnte Maß verbrauch
tcn Kräfte durch entsprechende län
gere Auhe erfetzt werden sollen. All
zulangcs Nichtstun dagegen Lußert
sich wieder im Verlangen nach der
stärkte? Krastentsaltimg.
Eine seltsame, oft sogar in Form
einer Art , Heißhunger auftretende
?,eigun!k zu dieser oder lencr im
gewohnten Speise läßt darauf fchlie.
ßen, da diese gewse Nährstoffe
enthält, die wir in der täglichen
Mahlzeit unbewußt vermissen, wäh
rend eine scheinbar unnatürliche Ab
Neigung cgcn sonst gern acnoin
men Nahrungsmittel auf die über
mäßige Anhäufung im t Augenblick
entbehrlicher Produkte ! schließen
läßt. So schreibt der Naturtrieb im
Men'chen selbst den Weg zu' einem
langen Leben vor, und Aufgabe des'
jenigen, dem er zugute kommen
'oll, ist es lediglich, ihn nicht zu
kreuzen.
Die F r c u n o ch a 1 1 ist wert
r!l, die Ireunde sind kostspielig. ;
macht und das Hirn verläßt, ein werden wir uns fragen, wieso
...... ... r(. .I. -ff - A ........ :U lin
iDCfi;sliu rs (jt'iuiiiiiiL-i 141. .u iuu-
fcen wir wohl manchen Fehler ent
decken, den wir gemacht, manchen
Mißgrisf. manche unrichtige Ueberle
gung, und wir werden uns das recht
scharf einprägen, oanrn wir nicyr
Mi(rtS. ! is,illi Tttifilnr TTJifs.
IflLUlt ll lllliVk o'-v"- ""U
griffe verfallen. " '
TaZ ist unsere Hoffnung, auf da? .
Gute, daS wir uns durch die Er
kcnntnis des Schlimmen schaffen kön.
nen. Tas sind die Wünsche, die wir
uns selbst, wünschen, daß wir durch
richtiges Erkennen das Nichtige tun
und uns das schaffen, wonach wir
uns sehnen.
Und weil wir den besten Willen
dazu haben, weil wir fest entschlos
s. . sind, mit uns klar und wahr ziv
sein, und auch wissen, daß wir da
nach handeln werden, sind wir froh
lichen Herzens. Wir schreiten in das
neue Jahr hinein vollbescelt mit
stärksten Entschlüssen, die von schön
sen Hoffnungen gestützt und gctra
gen werden, und wir wünschen uns
nur Glück zu der Kraft, mit der wir
iin neuen Jahrs an unserem Glück
b ucn wollen.
Galt, der reudig ausgenommen
wurde, sich aber durch allerlei im
schcnfälle mißliebig gemacht hat.
Nun wird man Tür und Tor
weit öffnen, um einen sehnsüchtig er
warteten neuen Gast zu cinpsangen,
So geht cs uns Jahr um Jahr.
Ueberkluge Leute bemühen sich zwar,
uns klar zu machen, daß der um
schnitt, der für uns daS neue Jahr
bedeutet, nur ein willkürlich gewahl
ter Kalendertag fei, der an sich gar
nichts Be anderes hat. Aber un er
Fühlen ist stärker als die kalte Logik
dieser nüchternen Weifen. Unser
Empfinden steht unter dem Einfluß
der Sonnenwende. Tas Licht, da
uns beinahe ganz verlassen haben
schien, beginnt allmählich Sirückzu
kehren. Ein wohliger Schauer geht
durch unsern llörper u. unsere Seele,
die durch die immer stärker werdende
Abkehr der Sonne so bedrückt, so
traurig war, regt wieder iqre
Schwingen mit der Wiederkehr des
Lichts. Sie regt die schwingen und
erfüllt unser Gemüt mit tausend an
genehmen Gefühlen und zahllosen
neuen Hoffnungen.
Mg Möt öcr Vekunu in Aom.
WaZ für die nordischen Kinder der
Weihnachisiiialm, der Ztnecht Rup
recht, der heil. Nikolaus usiv. bedcu
tct, das ist den italienische! Kleinen
die Befana. AuS dem griechischen
Namen für das Fest der Erschei
nüiig des Herrn, der Epithania.
italienisch Besana, ist der einer Fee
geworden, die in drohender Gestatt
die unfolgsamen und pflichtvergei
fenen, besonders aber die unfrom
men Kinder erschreckt, den braven
dagegen nächtlicherweile Leckereien
Spielzeug und andere Gabe be
schert. Tie Kinder finden diese beim
Erwachen ant Trcikomgötag ,m Kfr
min oder in dem eigens aufgchang
ten Strumpf und sind überzeugt,
daß die Fee jie ihnen gebracht hat
Sicherlich geht die cS Bolkssest au
die antiken Gebräuche der Beschert
kling, der Familicnvergnügungen
Und Ausgelassenheiten zur Zeit der
Jahreswende, auf die Saturiialien
mid die Zeremonien zu Ehrest des
Janus AgoiiiuS zurück, und zahl'
reiche Spuren deuten auf diesen sei
nen Ursprung hin. Noch heute hat
daS Fest in Rom seinen 'Mittelpunkt
auf der Pmzza Navona, die ihren
jetzt üblicheren Namen Circö Ago
nale von Agon herleitet.
In den italienischen Familien ift der
BeschcruiigStermitt nicht der heilige
Abend oder der Welhnachtsmorgen,
wilvern oas upllJamas c t. 'ic
Knaben verkleideten sich als alte
Weiber mit geschwärzten Gesichtern.
riesigen Hauben auf dem tXopU,
stocken und Nuten in den Händen
und jagten den Kleinen Furcht ein.
die aber doch vertrauensvoll den
Leckereien entgegenharren, welche
die Befana ihnen bringen mußte.
Gegenwartig besteht die Hauptbclu
stigung der Jugend, und nicht nur
dieser, am Vorabend ' des Treikö
nigstagcs darin, daß sie mit allen
möglichen und unmöglichen Lärm
geräten, vorzugsweise Kir.crtrom
pcten, Rohrtrommeln und Blechkä.
ften, die Straßen durchziehen und
nach Herzcnölufl Spektakel machen.
Tie Jahrmarktsbuden und die
abendliche Illumination' find von
Polizei wegen auf die IZiazza Na
vona nd ihre nächste'" Umgebung
beschränkt worden, ohne auS der
Nähe vieler Nirchen ganz verschwun
den zu sein. Mit der Dunkelheit
beginnt auf dem genannten Platze.
den die monumentalen Fontänen
Pcrninis schmücken, ein geräusch
volles, ausgelassenes Treiben eige
ner Art. llindcr und junge Leute,
aber auch manch einer, der nicht zu
ihnen zu rechnen ist, sind mit Lärm
insinimeiiicn bewaffnet und iibr.
bieten eiiioudct durch möglichst im
harmonisches ' Getöse. Cs herrscht
eine gewisse Karncvalöfreiheit, und
Einspruch gegen direkte Attentcue
auf die Gehörorgone darf nicht er
hoben werden. Cs ist deshalb ein
sehr beliebtes Vergnügen der, jungen
Leute, auch aus der besseren Gesell
schaft, der Gymnasiasten, Studenten.
Kornmis usw., gruppenweise die
harmlosen Zuschauer, Gesellschaften
von 'Fremden, die durch daS tolle
Treiben angelockt werden, sowie eiil
zelue Pärchen oder Familien zu ver
folgen, zu umzingeln ynb durch den
Lärm zu betäuben. .Mit Vorliebe
werden die jüngeren Damen zur
Zielfcheibe dieser Scherze gemacht,
und man kann hundertmal da?
Schauspiel erleben, daß der beglei
tende Herr Papa, Ehemann, Onkel
oder Bruder.iclleicht ein würde
voller englischerGentleman, martia
lischer Militär oder unbeholfener
Professor, mit verhaltenem Unwillen
oder einer gewissen Befangenheit in
das Getümmel schaut, während dis
hübschen weiblichen Cchutzbefohlenen
oder Begleiterinnen sich im Grunde
nicht ungern zum Gegenstande der
ausgelassenen Aufmerksamkeiten leb
ha ter udlandifcher Jünglinge ae
macht sehen.
Ter Lärm wird noch erhöht durch
das Geschrei der Verkäufer und Ver
käuferinnen in den ringS um den
Platz stehenden Bilden, wo Eßwa
ten, ußigkeilei,, billiger Hausrat.
fiujiuu nev i ver aneoenen
Scherzartikeln, letztere nicht immer
sür die Blicke prüder Töchter At
bionö geeignet, feilgeboten werden
Tie Ostericn in der Nähe haben an
diesem Abend nicht Raum genug für
die Durstigen. Je weiter der Abend
vorrückt, desto dichter werden die
Menschenströme, die sich auf den
Platz ergießen. Ganz spät erjcheint
auch die vornehme Welt, um einen
Blick auf das originelle Treiben m
werfen und den Kitzel einer vorüber
gehenden Befreiung von den Fesseln
oer oiileite zu genießen. Daß übn
(teils auch noch andere Gesetze o!S
die der Etikette und des dn toa
in dieser Nacht übertreten werden,
ann man aus den VöliMberickten
des nächsten TagcS erfahren, in de
nen die Messerstechereien ,uweilen
einen breiten Raum einnehmen.
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