Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, October 18, 1918, Image 6

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(7. Forschung.)
Es hing an einem Haar, so hätte sich der glänzend begabte und
verschlagene, aber moralisch völlig doraussetzungslose Burr durch
geschickte Manöver selbst auf den Präsidmienstuhl gebracht. Ha.
mitten war es, der dies vereitelte. Aber feine Partei brach dar
über vollends zusammen. Die Föderalisten hatten die Cympa
thien der Massen eigentlich nie recht hinter sich gehabt. Sie der
loren nun. nachdem sie den Auf, und Ausbau der Union mit Mühen
fo weit gebracht hatten, daß einigermaßen Sicherheit der politischen
Zustände erreicht war. die Macht an die Demokraten. Diese erlangten
für volle 60 Jahre eine kaum unterbrochene Herrschaft über die Union.
Die föseralistischen Schöpfungen blieben fortbestehen, aber ihre Weiter
entwicklung i zentralistischem Sinne unterblieb, ja eö trat später auf
dem einen und anderen Gebiete eine Verminderung der schon erreichten
Zentralisation ein. ,
, Izffcrson handelte klug, die bisherige politische Gegnerschüft, die
sich zu fügen und seiner Verwaltung unterzuordnen bereit war, nicht
durch umfangreiche Entfernung ihrer Mitglieder aus Bundesämtern
wieder zu verschärfen. Und ehe er für 1805 mit überwältigender Mehr
heit wiedergewählt wurde, hatte er die Beamten angewiesen, sich der
Beeinflussung der Wahl möglichst zu enthalten, denn eine solche liege
weder in feinem Sinne, noch stimme sie zu den demokratischen Grund
saßen. Seine ersten Botschaft an den Kongreß diese Form ruhet
überhaupt von ihm her Zündete u. a. die Verminderung und SRefor
mierung der Arm, die Herabsetzung der Marine, die infolge deS Kon
flikics mit Frankreich beträchtlich vermehrt war, biS auf die gesetzliche
Höhe an und beschränkte die diplomatische Vertretung der Union in
Europa auf die drei für sie weitaus wichtigsten Punkte: London, Paris
und Madrid. ' "
Gleich im Beginn feiner Amtsführung trat ihm die Durchführung
einer politischen Angelegenheit von allergrößter Tragweite entgegen.
Reibereien der Union mit Spanien über das Recht der freien Schiff '
fahrt auf dem ganzen Mississippi bis ins Meer, das die Union auf
rrund des Pariser Friedens von 1763 beanspruchte. Spanien jedoch
verweigert, waren durch Jefferson als Staatssekretär 170? in der
Weise beigeleg. worden, daß Spanien New Orleans zum Freihafen für
amerikanische Schiffe erklärt hatte. Mit der Freud: der Südstaaten
über dicfin Erfolg stand der Aerger der Nordstaatcn der Union in
auffallendem Widerspruch. Diese wünschten den zunehmenden Han.
del der MississiPpizebict.Z auf ihre Häfen zu lenken. Im Jahre 1800
aber trat Spanien ganz Luisiana, das eZ eS 1763 eingetauscht hatte,
an Frankes ab. Wieder war Frankreich im 3:!" ""damerikanischeu
BodenS und wollte neuem die- Errichtung eines Kolonialreiches
dort unternehmen. Die Besorgnis, die man in in Union schon knzc
gehegt hatte, daß eine-starke Macht im Zusammenhang der europäischen
Kriege Hand auf diesen fpan"en Kolonialbesitz legen könne, war
Taksache geworden. Der Vertrag war geheim gehalten. Erst im
Frühjahre 1802 erhielt die UnionSregierung davon Kenntnis. Und
nun handelte Jefferson sofort im Bewußtfein der Tragweite deS Falle!
mit aller Energie und ftaatSmännifchem Weitblick. Er verständigte
die französische Regierung, daß die notwendige Folge der Besitzer?:!,
fung von New Orleans die Le bündung der Union mit England fern
werde. Er drohte mit eine: englifch-amerikanifchen Weltherrschaft.
JamcS Wonroe, bisher Gouverneur von Virginia, wurde als außer
ordentlicher Gesandter Nucn Paris, geschickt. Ein gefährlicher Auf.
stand auf Haita gegen die französische Herrfchaft und wachsende Krieg.
g,'fahr in Europa kamen ihm zu Hilfe. Nur zu gern hätte Napoleon I.
unter anderen Umständen die Gründung eines Neufrankreich am
unteren Mississippi wieder aufgenommen. So aber brauchte er Geld,
die Kolonisationspläne mußten zurücktreten. Er bot der Union daZ
ganze Gebiet zum Kauf an. mehr als sie zu erlangen gehofft uns
beabsichtigt hatte. Aber' auch Monroe zeigte sich seiner Aufgabe ge
wachsen. Er griff zu. und für nur 15 Millionen Tollars ging daZ
riesige Gebie: zwischen dem mexikanischen Golf, TexaZ, dem Felsen
gebirge und Mississippi ' ? i April 1803 in den resitz der Vereinig
in Staaten über. Mit sehr geringer Freude sah England die rasche
und für die Union so günstige Erledigung der Sache.
Aber auch in Neuengland ward dieser Zuwachs überwiegend mit
Widerwillen empfunden. Man fchätzte. daß er politisch nur den Süd
fiaaten zugute kommen und also daS politische Gleichgewicht zioischen
beiden Hälften der Unioz verschieben werde. Man warf im Norden'
der Regierung Verletzung der Verfassung vor, da diese zu Landankäu.
fcn nicht ermächtige. Abermals also nahm die Minorität ihre Zu
flucht zum Buchstaben der Verfassung, -ur daß beide Parteien ihre
Rollen unmehr vertauscht hatten. efferfon gab zwar die Verfassunas-.
Verletzung zu, wußte sich aber gedeckt, da die Mehrheit des VolkeS feine
Handlungsweise entschieden billigte. In diesem inneren Streite, der
bedenklich: Heftigkeit annahm, tauchte abermals, um im trüben zu
fischen, mit .hrgeizigen lane Aaron "uri auf. Er zog die extremen -föderalistischen
Gegner der Regierung an sich und vereinigte sie mit
seinem demokratischen Anhangs in den nördlichen Staaten. Ernstlich
wurde der Plan erwogen, unter BurrS Leitung die nördlichern Staaten
z:; einer besonderen politischen Machtgruppe zu vereinigen, die ent. -weder
die Lorherrschaft in der Union oder die Unabhängigkeit von ihr
durchsetzen sollte. Hamilton war eö. der auch diefe Intrigue und die
daran geknüpften Spekulationen vereitelte, diefe rettende Tat aber mit
dem Leben bezahlte. Er wurde von Burr im Duell 1804 erschossen.
Burr selbst machte sich dadurch unmöglich. Die Erregung in Na
tion aber wurde durch äußere Ereignisse abgelenkt.
In dem Ringen zwischen England und Frankreich, das seit 1703
mit nur einer ganz kurzen Friedenepause bis 1815 andauerte, hatte be
sonders die Unionsfagge sich alsbald zu einer vielgesuchten Deckung
des SeehandelS entwickelt. Zahlreich waren außerdem spanische und
französische Schiffe in nordamerikaniscben Besitz übergegangen. Die .
Schiffahrt der Nordamerikaner zwischen den französischen und spani
scheu Kolonien und ihrem Mutterlande hatte mächtig zugenommen.
England ergifs Maßregeln gegen diese Unterstützung seiner Feinde,
unterwarf die amerikanischen Schiffe strenger Durchsuchung nach fran
,L fischen Waren, während umgekehrt Frankreich Schiffe, die sich solches
gefallen ließen, für Prisen erklärte. Proteste Nordamerikas gegen
das Vorgehen beider Machte blieben unbeachtet. Seit der entscheiden,
den Seeschlacht bei Trafalgar 1805 dehnten die englischen Kreuzer
und Kaper bis auf die Reeden der Union selbst ihre Gewalttätigkeiten
auS. Die gegenseitigen Blockade und Sperrdekrete beider Mächte
1806 und 1807 bedrohten vollend? die nordamerikanische Schiffahrt mit
ewalt und Verlusten. Als Antwort versuchte die Union durch die
Erschwerung der Einfuhr englischer Waren einen Druck auf England
auszuüben. Ende 1807 aber ging sie einen starken Schritt weiter. Sie
erließ zum Schutze ihreS Handels ei Embargo, daS die Ausfuhr und
das Aussegeln amerikanischer Schiffe gi'nzlich verbot. Die Maßregel
fch.en erfolgverheißend) denn ste brachte die parke Einfuhr Englands
nach 'Nordamerika von 34 Millionen Pfund Sterling der Gesamt,
auffuhr EnglaiiZs 12 Millionen zum Stillstand und bewirkte auch,
dzß umfangreicher und kräftig die igene Industrie in Nordamerika
fiii rez-n nißte, die von England bisher durch die völlige Beherrfchimz
noroamrrikanischea Marktes niedergehalten war. Und dazu kam,
Laß in England eine Handelskr'ife herrschte und ein .wachsender Not
s.. in zahlreiche!. Ianufakturzweigen und BevolkrungSgruppen ein
trat. Ieds England kam nicht ntgegen. England wie Frankreich
r;:,;;:;a fortan auf die Neutralität der amerikanischen Flagge über
fc,u"! keine Rücksicht mehr. Daher wurde nun der Widerstand gegen
tli gz-.öakZS im Kongreß iad f stark, daß Jefferson im Frühjahr
1803 noch kurz vor seinem Scheiden auZ dem Amte eine teilweise Auf
Hebung desselben genehmigen mußte.
Jefferson zog sich auf seinen Landsitz Monticello zurück und wid
mcle seine Tage wiederum geührten Studien. Oft wurde er dort von
den Politikern und Staatsmännern um Rat angegangen, und man
würde ihm unrecht tun, ihn als Staatsmann gering einzuschätzen. Auch
sonst gingen Besucher in Menge bei ihm ein und auS. Seine Gast
freundschaft machte ihn arm. Kurz vor seinem Tode 1826 begann
man in der Union Geldsmmlungen für ihn zu veranstalten.
Sein Nachfolger in der Präsidentschaft, zugleich fein Landsmann,
JameZ Madison, besaß zwar scharfen staitsmännischcn Blick und eine
große Gabe der Ueberredung,, war aber kein selbständiger Charakter,
kein Mann der Initiative. In überaus schwieriger Lage der' Union
trat er sein Amt an. Frankreich suchte durch schlechte Behandlung die
Nordamerika zum Kriege gegen England zu nötigen. England ließ
durch einen Geheimagenten die Haltung NeuenglandS für den Fall
eines Krieges mit der Union sondieren. Hamiltons Finanzpolitik und
Jeffersons sparsame Verwaltung hatten die Staatsschuld erheblich ver
mindert, Geld in den Staatsschatz gebracht. Der wiederholt nur mit
Mühe bewahrte Friede hatte die wirtschaftliche Lage der Bewohner
verbessert. Aber Heer und Flctte waren aufs stärkste vernachlässigt,
die Nation durch Jeffersons Crndsätze gewissermaßen entwaffnet,
"nd dabei wurde es imme eussichtsloser, die Gereiztheit zwischen Eng
land und der Union in Güte zu schlichten. Zusammenstöße zwischen
den beiderseitigen Kriegsschiffen vermehrten die Schwierigkeiten. Die
Amerikaner verstärkten ihre Flotte, die Engländer ihre Kriegsschiffe
vor der amerikanischen Küste und blockierten diese. Rigoros übte Eng
land seine Seepolizei. Von 18031812 wurden von französischen
Seegcrichten 538, von englischen 917, von dänischen 70, von ncapolita
nischen 47 nordamerikanische Schiffe für konfisziert erklärt. Und dazu
kam, daß England zu Tausenden die Bemannung derselben zum Dienste
auf seinen eigenen Kriegsschissen preßte. Faktisch befand sich England
bereits im Kriege gegen die Union. Er hielt die Gelegenheit für günstig,
den ehemaligen Kolonien ihren Abfall heimzuzahlen. ,
Da war es eine Schar noch junger Männer des Südens und der
den-,okratifchcn Partei, welche, unterstützt vom jungen Westen, die Jni
tiative ergriffen, durch leidenschaftliche Agitation im Kongreß eine
Mehrheit für den Krieg gegen England g.-wannen. dem Präsidenten
die Kriegserklärung an England im Juni 1812 abzwangen, indem sie
davon seine Wicsermahl abhängig machten. Damals betraten ,
mit ihnen jene Männer die politische Bühne der Union, die Im Laufe
der folgenden 40 Jahre bei allen wichtigen Handlungen das Wort ge
führt haben, Henry Elan (geb. in Virginia 1777, Pflanzer in Kentucky
gest. 1852) und Johi, C. Calhonn (geb. in Südkarolina 1782. gest.
IM)'. Aber in der nördlichen Hälfte der Union, besonders in den
Ncuenglandstaatcn. war die Stimmung überwiegend gegen den Krieg.
Abermals traten hier ernstliche Trennungsgelllste zutage, d'.: zwar von
den maßvollen Föderalisten unter Führu.-.g Daniel Wcbstcrs (geb. in
New Hampshire 1782. gest. 1852), obwohl auch diesen Krieg verurteil
tcn, als verräterisch und aufrührerisch bekämpft wurden, ober noch
wahrend des ganzen Krieges lebendig ' blieben. Selbst fe den Gc
sandten derNInion in Europa regten sich ernste Befürchtungen vor
einem inneren Zwicfpalt, als diese Extremen in der vielgenannten Kon
vcntion zu Hartford 1814 die Lösung von der Union berieten. Unter
stützt wurde diese Stimmung überdies durch den im allgemeinen recht
unglücklichen Verlauf des Krieges.
Ein Einbruch in Kanada, um es den Engländern zu entreißen,
mißglückte; Truppen und Führer waren gleich minderwertig. Bei
Detroit kapitulierte ein anderes Heer . auf Gnade und Ungnade vor
. einem engliscb-indianischcn. Auch ein zweiter A"niff auf Kanada
schlug fehl. Inzwischen hatte der Indianerhäuptling Tekumfeh, eine
der wenigen überragenden Pe:stinli6?Zeiten in der Jiidianergeschichte,
trotz der Niederlage, die er 111 am Tippekanoe von General Harrisyn
erlitten hatte, einen großen Jndianerl'und bis nach Georgia hinab als '
Verbündeier Englands 'zustande gebracht.' Vkutiaer Kleinkrieg er'üllie
die'Grenzlandfchafrcn. bis im Süden Andrew Jactwn (geb. in Suü
karolina 1767). eine Hinterwaldlernatur von riiSnchtsloscster Tatkraft,
ihm ein Ziel setzte und im Norden Harriion am Thamessluß 1513
Engländern und Indianern eine Niederlage beibrackte. in der Tekumfeh
selbst auf dem Platze blieb. Glücklicher zeigten sich die Nordamerikaner
auf dem Wasser. In kühnen Strcif'üigen bis unter die Küsten Eng
lands kaperten sie weit über 1000 Handelsschiffe. Perry vernichte::
auf dem Eriesee die englische Flottille. Auf dem Cbamplainsee'bchauv
teten sich die Amerikaner. Aber die englische Seemacht setzte, nachdem
durch die Niederwerfung Napoleons ein großer Teil derselben gegen
Amerika verwendung'ähig 'worden war, d:r Union furchtbar zu.
Die Küsten wurden durch Landungen verheert. Selbst die Bundes
Hauptstadt Washington würd' mit ihren öffentlichen Lauter durch ein
tr." ' ' Korps von etlichen 1000 Mann in Asche gelegt. , Jedoch
wurde der Angriff auf N'w Orleans mit sehr schweren Verlusten für
die Engländer am 8. Februar 1815 von Jackson zurückgewiesen. Es
war die glänzendste , Leistung der amerikanischen Waffen in diesem
Kriege, und Jackfon besaß seitdem eine allgemeine und namentlich bei
den westlichen Hinterwäldlern tiefwurzclnde Popularität. Bereits l'a
Monate vor diesem Ereignis, am 24. Dezember 1814, war in Gent
nach einem vergeblichen Vermittlungsversuche Rußlands zwischen beiden
Mächten ein Friede geschlossen worden, der im Besitzstande beider nichts
veränderte.
Abermals hatte die Union eine große Schuldenlast angehäuft.
Handel und Wandel waren ruiniert. A5er der Krieg hatte in der
schieden? Richtungen auch unverkennbar fehr günstige Wirkungen für
die Union. Marine und Heer instand zu halten, ließ die Regierung
sich fortan sehr angelegen sein. Die englische Blockade hatte die Jndu
sine, namentlich in Neuengland, bedeutend gefördert. Das Bewußtsein
der Zusammengehörigkeit war gekräftigt, der Parteihader und die Ab
sonderungsgelüfte kamen zum Schweigen. Die Union wurde durch
diesen Krieg nationaler, innerlich selbständiger und geschlossener. Und
diese Erfolge kamen auf Rechnung der demokratischen Partet: Es
schließt zugleich daS Zeitalter in der Geschichte der Union, in dem sie
in engster und für ihren Frieden und Bestand gefahrdrohender Weife
i.r die Kämpfe und Interessen der europäischen Mächte verwickelt
gewesen war. Fortan amerikanisierte sie sich. Ihr Antlitz, das bisher
Europa zugekehrt gewesen, wandte sich nunmehr gen Westen.
Ansbreitnng der Bevölkerung und wirtschaftliche Entwicklung
der Union bis 1800.
Bei der Ausbreitung der Bevölkerung über das Missifsippigebiet
und den Westen wirkten Abwanderung aus der Bevölkerung der älteren
östlichen Kolonialstaaten und Einwanderung aus Suropa zusammen.
Aber die letztere hatte durch die politischen Ereilznisse von 1775181?
eine mindesienS Parke Einschränkung und zeitweise wohl völlige Unter
brechung erfahren. Und die Wirkung davon oilf die Zusammensetzung
der nordamerikanifchen Bevölkerung war die, daß Sprache, Sitten,
Rechts und Staatseinrichtungen Englands endgültig-ihr das Kepräz:
gaben und die Grundlagen für den weiteren Aufbau wurden. Die neu
ankommenden Kolonisten unterwarfen sich von vornherein dem beHerr
fchendea Banne dieser Kultur. Wie die beiden amerikanischen Kriege
dort zahlreiche Existenzen entwurzelt hatten, die jmseitZ der AlleghanieS
dann eine neue Heimat und bessere Zukunft sich zu schaffen suchten, so'
hatten auch die großen europäischen Kriege im selben Zeitraum die Aus
wanderungsluft bedeutend gesteigert. Die Jahre nach 181? dürften
sehr hohe Ziffern der Einwanderung in die Union gebracht hauen.
Eine jährliche Statistik derselben besteht durch Bundesgesetz erst seit
1819. Jedenfalls ist seit Herstellung deS Weltfrieden! 181? die Ein
t.anderung auS Europa n.i'h Amerika eine regelmäßige Erscheinung
von wachsendem Umfange. Und zwar war eS daS mittlere und nörd
liche germanische Europa, das nebst Irland bis in die 60er Jahre
durchaus '.ie Hauptmass' der Einwanderer abgab.
Die Ursachen politischer, wirtschaftlicher, sozialer Natur der
steten Zunahme der Auswanderung auS Europa im 19. Jahrhundert
sind hier nicht zu erörtern. Auch das Aufkommen und die Vermch
rung regelmäßiger Schisfahrtsverbi rdungen. die bessere Beratung Aus
wanderungslustiger in der Heimat und die verbesserte Fürsorge für sie
in der Fremde, die hohen Löhne hier, der Landüberfluß, später auch cie
Entdeckung der gewaltig,,,, Edelmetallschätze im Westen sowie die Tat
sache, daß die Mehrzahl der eingewandcrtcn Landsleute ihr Glück
machten, waren wesentlich. Faktoren, die immer größere Mengen zur
Ucbcrsiedlung bewogen. Schlechte Ernten, Handelskrisen, politische
Wirren in Europa ließen dieselbe zuzeiten besonders anschwellen. Die
gleichen Umstände in Norhamcrika drückten sie zu anderen Zeiten herab,
so vor allem die schwere,. Wirtschaftskrisen von 1837 (Einwanderung
1837; 80,000, 1838: 39,000) und 1837 sowie der große Bürgerkrieg
1801 bis 1865.
Unter den Einwanderungshäfcn der Union rückte im 19. Jahr
hundert New Aork bald an dic erste Stelle. ES war die größte und
cntwiölungsrcichste Stadt in der Union, sie besaß die besten Vcrbin
düngen mit, Europa und dem Hintellande nördlich des Ohio. wohin
die Einwanderer, namentlich die Teutschen, in der Mehrzahl strebten.
Hier war eS am leichtesten, Gelder für Unternehmungen auf dem Neu
lande geliehen zu erkalten. Um 1850 landeten von sämtlichen Ein
Wanderern 72 Prozent in New Aork. je 9 Prozent in Boston und New
r 7,5 und nur je 5 Prozent ir, Philadelphia und Baltimore, trotzdem
in New Jork dic organisierte Ausplünderung der Ankommenden ungc
heuerlichen Umfang annahm. Baltimore durch seinen Tabakezport ein
Mittelpunkt deS deutschen Handels war und in New Orleans die Aus
tung am geringsten, die Schiffsverbindung den Strom hinauf die
bequemste war.
Von der Gesamteinwanderung 1821 bis 1830 (152,000) waren
5 Prozent Deutsche. 1831 bis 1840 (600,000) 25.4 Prozent. 1841 bis
IM (l,71a,uu0) 25.3 Prozent. 1851 bis 1800 (2,600,000) sogar 36.5
Prozent, ungerechnet die Oesterreicker und Schweizer. Aber trotzdem
il,e Anteil stärker als der irgendeines anderen Volkes war, blieb ihre
Einwanderung, die jetzt mehr als vordem Einzelunternehmung war,
unpolitisch. Versuche deutscher Schwärmer in den dreißiger Jahren,
as deutsche Element in der Union zu organisieren, und das Ansied
lungsunternehmen des Mainzer Fürstcnvercins irt TezaS, waren poli
tisch ergebnislos. Cie bevorzugten die Gebiete zwischen dem Ohio und ,
den Seen und weiter über den Mississippi hinaus Namentlich in
Missouri betrugen um 1850 unter den Eingcwanderten die Deutschen
weit mehr als die Hälfte, Tausende davon seit den dreißiger Jahren
angelockt durch DudenS Beschreibung von Missouri. Und nicht viel
anders war das Verhältnis in den angrenzenden Gebieten Illinois.
Iowa, Wisconsin. St. Louis und Milwaukee waren die Brennpunkte
deutschen Wesens im mittleren Westen. Auch jetzt wandte sich die
deutsche Einwanderung vorwiegend dem Ackerbau zu und außerdem war
si: an geschulten Handwerkern reicher als irgendeine. Auch Itl der
ersten rationellen Ausbeutung der Kupferminen in Wisconsin z. B.
waren die deutschen Arbeiter (die .Harzer") durch Intelligenz, Fleiß
und Haltung die weitaus besten.
Während sich die Besorgnis, daß der Teutsche eine politische Ge
fahr für die Union werden könne, schnell nach 1815 verlor, nahm aber
auch seitle Beliebtheit ab. deren e- sich wegen seiner' vollswirtfchasilichen
Nützlichkeit u wegen seiner treuen und tapferen Teilnahme am Re
itionskriege erstellte. Das hatte verschiedene Gründe. Der wesent
lichst. aber war. daß der Teutsche politisch im allgemeinen eine unglück
liche Wabl traf. . Das von ihm durchaus bevorzugte Einmanderungs
gebiet war die nördliche Hälite der Union, wo die Sklaverei ausge
schloffen war. wo diejenigen Parteibilduugen vorherrschten, welche die
f der von den Sklavenhaltern des Südens geleiteten demokratis'N
Partei bekämpften. Dennoch, schlössen sich die Deutschen überwiegend
gerade dieser Partei an und halfen ihr die wichtigsten Wahlsiege er
kämpfen. . 1852 waren pon den deutschen Zeitungen in der Union 35
demokratisch, nur sieben von anderer Parteifarbe. Anderseits aber be
kämpften dieselben Teutschen , aufs eifrigste und rücksichtsloseste die
l werei fch dadurch die Symp "jien auch der Sklaven
t,al!?r. So brachten f?e sich be" Parteien gegenüber in eine ganz,
schiefe Stellung.
Den Jndianerrk gegenüber war die Einwanderung der Weißen inZ
Mississippigebiet die Fortsetzung der bisherigen Politik der Verdrän
gung und Ausrottung. Nach der MitKe des 18. Jahrhunderts hatte
allmählich ihr Vordringe.- über die AlleghanieS begonnen. In Ohio ,
waren in den fünfziger uni, sechziger Jahren deutsche Herrnhuter, wie
Post, Heckcwelder. Zeisbcrger. unter den ersten, die Ansiedlungen inS
Leben riefen. Mit Erfolg suchten diese die Indianer zu zivilisieren,
zu seßhafter, ackerbsutieibe er Arbeit zu erziehen. Aber die Anglo
amerikaner erblickten dari . eine Gefahr und vernichteten schließlich diese
Indianer und die Niederlassungen. Im Süden wurden der sagen
u,..sponnene Daniel Boone aus Nordkarolina und Landsleute von ihm
in heißen Kämpfen mit den Indianern auf dem blutigen Grunde"
von Kentucky und in Tennessee nach 1770 die Pioniere. Der Indianer'
bund des umsichtigen und rastlofe OttamahäuptlingS Poniiak 1763 in
Ohio blieb ein vergeblichei Versuch, größere Teile der roten Rasse zum
erfolgreichen Widerstand zusammenzufassen. Wenige Jahre später
wurde er selbst ermordet, als er in Missouri die westlichen Stämme
uuiMstacheln suchte. ' Nicht besser ging eS mit dem noch umfassenderen
Jndianerbunde des Shawneehäuptlings Tekumfeh 1811. Seit seiner
Niederwerfung war eS mit der Widerstandskraft der Indianer östlich
deS Mississippi im wesentlichen vorbei. Seit 1825 wurden gemäß
einem Kongreßbefchluß alle ostlich des Stromes befindlichen Indianer
auf die westliche Seite desselben in die Prärien jenseits der Grenzen
d damaligen Staaten verpflanzt. Nur ganz geringfügige Bruchteile
d? alten Bevölkerung blieben da und dort in nutzlosen Winkeln fort
bestehen. Im sogenannten Jndianertcriitorium wurden die Trümmer
der entwurzelten Waidindiam umeist untergebracht, und die Regie
rung bemühte sich, durch Anlage gemeinnütziger Anstalten undUnter
richt sie zur Seßhaftigkeit und Arbeit zu erziehen.
DaS Vorrücken der weißen Ansiedler jenseits d:S Mississippi leitete
eine neue Phase der Jndianerkampse ein. Hier auf den Prärien und
Steppen tummelten sich in der nördlichen Hälfte der mächtige Stamm
der Sioux oder Sakotah und danebca nach dem Felsengebirg: hin
' : der gefürchtete kriegerische Stamm der Schwarzfüße, südlich von
' ,'den die Pawnees, weiterhin die ComancheS und nach der mezi.kan!
fchen Seite hinüber die Apaches. alle! Reitrwlker. die von der Jagd
die nach Millionen zähl.den Büffel dieser Gebiete übten. Noch
bis in die siebziger und achtziger Jabre dauerten die Kampfe mit ihnen,
bis sie auf wertloses Land gedrängt und gebändigt in sogenannten
Nervatione. e-?wung?ne Ruhe hieltest. Und in denselben Jahrzehn
ten wurden auch die Büffel in unglaublich kurzsichtiger Zerstörungslust
so idl wie völlig ausgerottet. 1860 betrug die Zahl der Indianer im
UnionZgebiet, die unter der Kontrolle deS JndianerbureauZ, einer
Kbtcilunz im Departement deS Innern, standen, g'gcn 300.000, die
zum Teil in guten und geordneten Verhältnissen bereits lebten und
nicht selten sich Negersklaven hielten. .
Der junzen Union mußte daran liegen, so schnell als möglich ihre
schwache Bevölkerung zu vermehren, ihre großen neugewonnenen Gc
biete durch .sicdlung und Bearbeitung volkswirischaftllch nutzbar n
machen. Während die e.iglische Rierung einst für die Kolon! sieben
jähriei-n Aufenthalt zur Bedingung für die Erwerbung dc volle
Bürgerrechts gemacht hatte, verlangte das erste Naturalisationsgesetz
der Union 17S0 nur eine zweijährige Frist, die aber 179 schon auf
fünf Jahre e.,öi)t wurde. Und dabei ist eS, von etlichen Schwankungen
abgesehen, die mit der Haltung der Parteien zur Einwanderungsfrage
zu .mmenhingen, biö auf de heutigen Tag i,.blieben. Den Bundes'
gesetzen über die Bürgerrechtserwerbung traten ergänzend zur' Seite
' solche über die Erwerbung von öffentychen Ländereien, von Kongreß
land. Während jene den Einwanderer einer Probezeit unterwarfen,
gewährten ihm dfese sofort die Mittel, sich während dieser Zeit bereits
t' : unabhängige Stellung zu gründen.
Langen Streit hat es gegeben um daS Eigentum an dem Gebiete
zwischen den AlleghanieS und dem Mississippi. Der Bund alS solck'r
erhob Anspruch da: f. zahlreiche der 13 Staaten aber begehrten, mit
Be; . ans ihre Gründungsurkunden, mehr oder minder große Teile
davon und stritten trüber untereinander und mit dem Bunde. ' Erst
nach langem, zum, Teil nicht ungefährlichem Zank und Streit wurde
bis 1302 mit allen in Frage kommenden Staaten die Angelegenheit irr
der Weife .rdnct. daß sie ihre Ansprüche zugunsten der Zentral
g.ir.-lt c',,sgabcn. Doch sollten die von ihnen abgetretenen Gebiete,
t ...n sie eine bestimmte Bevölkerung erreicht hätten, auf ihren eigene
Antrag als gleichberechtigt neue Staaten in die Union aufgenommen
werden. Lie Einteilung deS Landes in Territorien, die Organisation,
Verfassung und Verwaltung diefer wurden schon 1784 durch Kongreß
beschlüsse geregelt. Das Land nördlich und südlich deS Ohio wurde
zunächst als zwei Territorien organisiert. Aber ni.'t auf diesem Bo"
den kam der neue ? at zur Union hinzu. DaS Land l... grüne
Berge, Vermont, löste sich von New Fork los und fand 1791 als " t
l jfnal: in die Union. Erst 1792 begann mit Kentucky, der echte'! ir
Tochterklonien Virginia!, die Reihe der Staatcnbildungen Nord.
der All"5'...mcs. 179? jolgte Tenncsscc, daS Kolonialgebict Nord
karolinaS. Erst 1802 wurde Ohio nördlich deS Flusses Staat. Diese
langsam. Eiu...iluiig im Norden hing mit dem feindseligen Verhältnis
zu den Indianern zusammen, die erst 1794 von General WaM zur,
Ruhe gewiesen wärden.
So schritten die Bildung neuer Territorien und die Umgestaltung
älterer, die durch daS Ausscheiden einzelner Teile als Staate not
wendig wurde, weiter un weiter übcrdaS Urwaldgcbict hinweg nach
Westen vor. Jäger und Biberfänger, weiterhin aus den Prärien und
Steppen Trapper, fo genannt nach ihrem Haupigerät, der Biberfall:,
vielfach Auswurf der Menschheit, Leute, die durch Verbrechen dieEzi
stenzbcrcchtigung in geordneten Zustände verwirkt hatten, til;tea
überall den ersten VortraS, befanden sich in beständigem Kampfe gege
.lleS Lebendige, achteten keine Fesseln des Gewissens und der Moral
mehr, terrorisierten auch noch die Keime so vieler städtischer Ansied
hingen im Westen. Aber sie fanden und Iw 'm die Wege in den
fernen Westen für die Kolonisten, und darin besteht ihre Bedeutung,
N.ben ihnen gehörten auch die Squattck, die eigentlichen Hinterwäldler,
zumeist angloameril- ', , r Herkunft, zur Vorhut der Kolonisation.
Aber sie waren daS solide Element. Kraftbolle, selbstherrliche Person!
lichkciten zogen sie mit Weib und Kind allein oder zu mehreren in den
Urwald, schlugen ihr Blockhaus an zusagender Stelle auf. begannen die
Rodearbeit. Die Zunahme der Ansiedlungen in ihrer' Nähe verleidete
ihnen nicht selten die Lust an der Gegend, sie gaben ihre Heimwesen aus
und drangen weiter nach Westen vor. ES sind staunenswerte Leistungen,
die diese Squatter zu kleinen Gruppen vereinigt allein mit der rohen i
Menschenkraft zustande gebracht haben, z. B. die ersten Kunstwegbautcn "
in Luisiana, ArkansaS, TezaS. Und in der Gefchichte der Losrcißung
deS letzteren LandeS von Mcziko nehmen sie die hervorragendste Stelle ein.
Hinter dieser Vorhut her rückten dann alsbald die Ansiedler, die
sich dauernd seßhaft machen, sich bleibend mit dem gewählten Boden der
binden wollten, Sklavenhalter im Süden, Farmer im Norden. Unte,
den letzteren standen an Zahl und Bedeutung die Deutschen nur wenig
hinter den Angloamerikanern zurück. Sie waren nicht häufig unier den
ersten, Pionieren, aber sie waren ein stetigeeS Element a!S die Anglo
amerikaner. Sie schufen sich behagliche Heimwefcn und waren bald
daS wohlhabendste Element aus dem Neuland. Die Arbeitsamkeit fhrer
deutschen Hausfrauen trug zu diesen wirtschaftlichen Erfolgen wesentlich
mit bei.
Die Entdeckung deS EdelmetallrcichtumS in den Gebirgen de We
stenS feit 1848 erzeugte auch dort eine ganz eigene Menschenklasse, die
um die Erschließung der Gebirge sich die allergrößten Verdienst erwor
ben hat. den Typus dcS.sog. Prospektors. Er machte eS sich zur Auf
gäbe nach Goldminen allüberall dort zu spüren und betrieb seine Tätig
keit mit wachsender Erfahrung mehr und mehr wissentfchastlich. Wie die
Leidenschaft des angloamerikanischen SquatterS der unablässige Kamps
gegen den Urwald, war die seine das Entsecken. Die mllhfam ab
bauende Tätigkeit de! eigentlichen Bergmanns verachtete er ebenso, wie
jener daS behagliche Einwurzeln im Boden. Die gefundene Mine der
kaufte er und eilte weiter, um anderen nachzuspüren. Auch dieser Vor
läufcr fester Besudelung im Gebirgsland war rastlos und unstet,' aber
er erkundete die Stätten des edlen Metalls, wies die Wege durch die
Gebirge und fand die günstigen Plätze dauernder Siedlungen.
Die Lieferung der Wirtschaftsartikel und Genußmittel für die
Kolonisten, die Abnahme und Verwertung ihrer Erzeugnisse besorgte
die Kaufläden, die Stores. Sie umfaßten ursprünglich alleZ. waren
Wirtshaus, Hotel. Versammlungsstätte u. f. w. der werdenden Nieder
lassungen. - An der Hervorrufung und Ausbreitung städtischen LebenS
auf dem Neuland hat kein Teil der nordamcrikanischen Bevölkerung
größeren Anteil als die Ladenhaltcr, die Storckecper.
Aus diesem neugewonnenen Raume des MississippigebicteS konnte
sich die Neigung deS Angloamerikaners zu ungehindertem, schranken
losem Walten frei ergehen. DaS Bewußtsein endloser räumlicher Weite
und unbeschränkter Entwicklung gab dem Manne, der auf diesem Boden
sich niederließ oder erwuchs, ganz anderen Schwung, als sein Land!
mann an der Ostkllste besaß, machte ihm aber auch eine gewisse Groß
mannssucht zu eigen, die nichts für unmöglich hält.
Lehrreich ist ein Vergleich 'zwischen dem Allmählichen Wachsen der
Einwanderung und Bevölkerung nördlich und südlich deS Ohio. Noch
1790 betrug die ganze Bevölkerung des Landes Ohio 2000 Seelen,
während Kentucky südlich deS Stromes fchon 74.000 zählte. 1840 eÄ
hatte Ohio 1Z Millionen Einwohner und Kentucky erst halb soviel. Die
Verschiebung in der Zunahme der weißen Bevölkerung ist um so au?
fallender, wenn man sich gegenwärtig hält, daß nördlich deS Ohio di
Sklaverei verboten war. füolich desselben aber der Prozentsak der Neaer
an der GesamtSevölteruiig sehr beträchtlich war. Und waS von Ohio
und Kentucky gilt, wird durch Vergleich auch für andere neue Staate
zu beiden Seiten deS SlromeS bestätigt.. Auch im Wachstum der beiden
wichtigsten Städte an der Mississippilinie.'Ncw Orleans und St. LouiS.
machte sich dieselbe Tendenz allmählich gellend. Erst 1764 war Sf.'
Louis von einem französischen Pelzhändler gegründet worden in US'..
gezeichneter, natürlich günstiger Lage, die in neuester Zeit durch Kanal
und Bahnbauten zu einer der attergünstigstcn in der Union überhaupt
gesteigert worden ist. Noch 1830 hatte es 6700 Einwohner, während
da? allerdings erheblich altere New Orleans bereits 49,000 zählte 1860
aber hatte St. Louis 161,009 und New Orkan, 168,000 Einwohner,
Die Masseneinroandcrunc,. die immer wachsend nach 1830 besonder, au,
Deutschland der Union zuzog, bevorzugte die Gegenden nordlich de,
Ohio. T:e Abneigung gegen die Nezerskladerei im Süden und die
Tatsache, daß New York der wichtigste Einwanderungshas?n 'worden
war, gben dem Strome der Wanderer die Richtung.
(Fortsetzung folg!,)
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