Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, July 12, 1918, Image 7

Below is the OCR text representation for this newspapers page. It is also available as plain text as well as XML.

    i
'
i '
TögNlhe Omaya Trmse
WMSNNSSövSM b$S AlMNSM
IllW
1
' :
M
,.f
.&
1-.-.
, t
Kva-Liefts
Das VuPpen-Thcater.
i Eine Phantasie.
T wem dieser warmen, bewölkten
j Sag, an denen in stiller grauer Hin
m4 einen halb müde und halb traurig
macht, war ich ziclloi durch die Straßen
gegangen, bis ich plötzlich die Stadt
ganz hinter mir liege hatte und mich
am Rand inet dunklen grüne schwei
genden Wäldchens befand. Und dort
sah ich dai Puppentheater. Es war auf
iner klcineu Lichtung aufgebaut und auf
den HolzÄnke säße ein paar alte,
gleichgültig aussehende Männer mit et
tergefurchten Gesichtern und ein paar
. ebenso alte, gleichgültig aussehende
Fraum mit knochigen mißgeformten
Händen als Zuschauer, und da ich un
luftig war weiter zu gchen, setzte ich mich
zu ihnen und sah mit zu. DaS Stück
aber, daö der Puppenspieler seine JRa
rioneiten spielen ließ, hieß Die Wahl.
Der erste Akt zeigte den glücküchen
Jungen1 Pierrot olS Dichter. Gerade
hatt er in wunderbares Buch vollendet,
da! voll der tiefsten Weisheit und Ein
ficht war. AlleS dunkle und versteSte in
unseren eigenen Herzen hatte er ausge
deckt, und mit zärtlichen und traurigen
Worten die wige Sehnsucht gezeichnet,
die nk all jagt und treibt. Die Fluch
tigkeit, die Vergänglichkeit, die Nutzlosig
Zeit unsenl Leben? hatte er in Worte
gefaßt, die voll ewiger Trauer und voll
wiger Schönheit waren und die wie eine
süße zwingende Melodie die Herzen aller
rührten, die sie hörten. Und die Welt,
die bis dahin nie seinen Namen gehört,
kommt buldiaend und bewundernd u
der Tür des Dichters und bringt ihrnf
Wein und Rosen und krönt ihn mit
Frühlingsblüten, und Columbine schenkt
all ihr Zärtlichkeit dem, der ihr daS
eigene Herz wie in einem kostbaren gol
denen Spiegel gezeigt hat. Alle find hei
ter, glücklich, bewegt, und Pierrot zieht
mi' ihnen aus der Einsamkeit feines klei
nen Zimmert in da! lockende Leben
hinaus.
Im zweiten Akt ist Picrrot in der
großen Welt; aber es ist ein anderer und
ärmerer Pierrot als der, der in der stil
len Einsamkeit und Abgeschiedenheit des
ersten AkteS lebte. Nun ist er geblendet
und berauscht und hat im Taumel deZ
LeienS alle Einsicht und alles Verstand
niö verloren. Er mißversteht und er
wird mißverstanden, und sein Herz be
herbergt nicht mehr Zärtlichkeit und ,
Trauer, sondern Neid, Zorn, Mißgunst
und Eifersucht. Alle, die juiljnt kom
men, gehe mit leeren Händen fort; er
hat nichts mehr zu geben, er ist so arm
wie sie. Enttäuscht und enttäuschend
verliert selbst Columbine, und der
lassen von allen bleibt er allein.
Im dritten Akt ist er wieder ein Kind
der Einsamkeit, und nun, da er allein
ist, da er von der allzu großen Nähe der
Dinge nicht mehr geblendet wird, findet
r seine Vision wieder und baut auS den
Bruchstücken der Welt, die ihm in Stücke
gegangen, eine neue, tiefere, schönere und
wahrere Welt der Träume. Alle die
Dissonanzcndie ihm Ohr und Herz zcr
rissen haben, verschmelzen in der Entfer
nung zu einer weichen Harmonie. Er
sieht die Hilflosigkeit der armen, todge
hetzten, ewig suchenden und ewig betro
genen Menschheit, er sieht sich und ander
in den Maschen eines trügerischen NetzeZ
verfangen, er sieht die Wertlosigkeit des
GluckeS, die Vergänglichkeit der Freude,
die Unerbittlichkeit dek Schicksals, und
er findet wieder nachsichtige und mitlcZ
dige Wort für die armen Geschöpfe, die
ein wenig Süßigkeit mit so viel Leid
bezahlen müssen und die nach einem kur
zen, flüchtigen Augenblick im Licht, der
Nacht und den Schatten zum Opfer fal
len. Und so schreibt er sein zweites
Buch.
Im vierten Akt. wiederholt sich das
Spiel. Die Welt holt reuig Pierrot zu
rück. Wie haben wir Dich nur verges
sen können', rufen sie auS, wie haben
Die Mm
Die Augen unserer Kinder sind die
Augen, mit denen unsere 'Nation künftig
zu sehen hat. Untersuchungen, die kürz
lich a den Augen amerikanischer Schul
linder in allen Landesteilen vorgenom
men wurden, brachten die traurige Tat
. fache ,u Tage, daß wenigstens 20 Pro
zent der Kinder durch eine defekte Seh
raft behindert sind und eine bemerken
wert große Anzahl der Fälle sogar als
nsthaft angesehen werden muß. Wel
chen Einfluß dies auf die Nation hat. ist
nschwer zu ersehen. 12,000 Mann wur
oen beim ersten Dran' zurückgewiesen
und von den 10,000 Hallen, die in de
taillierter Weist analysiert wurden, wa
re tin Fünftel mit schadhaster Seh
kraft. Da! war zweimal mchr als die
Fälle mit schlechten Zähnen und drei biZ
viermal mehr all alle übrigen namhaft
gemachten Kerpersäden. Et ergibt sich
da! di zwingende Pslicht für die
Eltern, sich bester und ri,,bnM um
'Rkanderei.
wir nur an Dir zweifeln können! Du
kennst uns besser, als wir unS selber ken
nen, Du sollst unS leiten und führen!
Komm mit unS. komm noch in einziges
mal mit unS, und alle Gaben del Le
benS sollen Dein sein."
Und Pierrot geht mit ihnen und lebt
mit ihnen und wird einer von ihnen, und
da er einer von ihnen ist, geht ihm wie
der seine Weisheit in Stücke und Trüm
mer, und er ist blind und klein und elend
wie alle anderen. Er, der Schätze zu
verschenken hatte, wird zum Bettler, und
wie ein Bettler bleibt er allein und vcv
lassen am Wege liegen.
Der fünfte Akt zeigt eine stille, sier
nenklare, zauberhafte Juninacht, und
Pierrot sitzt zu Füßen dek weisen GotteS
Pan und klagt ihm sein Leid. Man
ruft mich, weil ich reich bin, und ich
komme und werde arm. Man ruft mich,
weil ich sehen kann, und ich komme und
werde blind. Man ruft mich, weil ich
lösende Worte weiß, und ich komme und
verstumme. Ist da ein böser Zauber im
Spiele? WaS soll ich tun, Bater Pan?"
Und der Gott antwortet: Siehst Du
nicht, daß Du Wahlen mußt, Pienot?
Du kannst entweder daS eine .haben oder
daS andere: Du kannst genießen oder Du
kannst verstehen, Du kannst besitzen der
Du kannst erkennen. Du kannst Schau
fpielcr fein oder Zuschauer, aber beide!
zusammen daS ist unmöglich. Weißt
Du nicht, daß das, waS Du besitzest.
Dir auf immer verloren ist, und daß nur
daS, was Du endgültig aufgegeben hast,
je Dein sein kann? Siehst Du nicht ein,
daß Du entweder Columbine selber oder
das Bild ihre Wesens haben, aber daß
Du beides zusammen nie fassen kannst?
Daß eineS da! andere zerstört? Weißt
Du nicht, daß nur das Ferne nah ist,
und daß NaheS Dir fern und unver
ständlich bleiben muß? Siehst Du nicht
in, daß Du wählen mußt, Pienot, daß
Du Dich entscheiden mußt, ob Du die
eine Welt oder die andere bewohnen
willst, ob Du Rosen pflücken willst oder
Nachtviolen, ob Du den Saft der Neben
begehrst oder den Wein, den ProserpZna
braut? Beide Blumen, beide Becher.
beide Welten über, oh Pierrot, können
niemals Dein sein." Und Pierrot ruft
auS: h, Pan. Du hast recht! Ich
muß wählen und Ich will wählen.
Schwer mag S sein, entweder dem einen
oder dem anderen zu nisagen, doch S
muß geschehen, sonst bin ich heimatlos
in beide Welten. Ich wähle '
Plötzlich gab eS einen Krach, die Pier
rotPuppe zerfiel in einzelne Stücke, und
die Vorstellung brach ab. Der Puppen
fpieler trat vor und erklärte, daß an der
Marionette der zusammenhaltende Draht
gerissen sei, und daß dieS für Marionet'
ten dasselbe bedeute, wie für Menschen
der Tod. Das Stück könne daher nicht
weiter gespielt werden und wer wolle,
könne sein Geld wieder haben. Die al
ten Seifte gingen davon, und ich blieb
allein und nachdenklich mit dem Puppen
fpieler. der sein Theater bereits abgebro
chen hatte und feine Marionetten in
einen großen Kasten packte. Endlich
faßte ich mir ein Herz, trat an den
dunklen, großen, ausländisch aussehen
den Mann heran, und sagte: ,KanN Ich
etwas fragen?" Und er antwortete mit
der orientalischen Würde eines magischen
Fürsten: .Frage Immerhin". .Wenn
die Puppe nicht zerbrochen, wenn Pier
rot nicht gestorben wäre", sagte Ich, wie
würde er gewählt haben? WaS Ist besser
und erstrebenswerter: zu haben oder zu
wissen. Genuß oder Erkenntnis, Leben
oder Vision?" Der Puppenspieler la
chclte ein wenig und in seinem Lächeln
lag die ernste, strenge Freundlichkeit und
die tiefe weise Traurigkeit ewiger und
uralter Götter, als er sagte: Diese eine
Frage, diese größte und schwerste aller
Fragen, die muß ein jeder meiner Zu
schauer sich selber beantworten." Und
ehe ich noch eine Entgegnung finden
konnte, waren er und seine Marionetten
mir auS den Augen entschwunden.
er Nation.
die Augen ihrer Kinder zu bekümmern,
besonder! in den Jahren, wo die Seh
kraft am meisten geschädigt wird, aber
auch Störungen vermieden oder behoben
werden können.
Wie dik allgemeine Gesundheit de!
Kinde?, fängt auch die Sorge für die
Augen schon durch eint gesunde Geburs
an. Angemessene Nahrung und Pflege
im Säiglingsaltcr. überhaupt im Kin
dekalier, wo der Körper mit allen Or
gan.cn am meisten wächst, sind dringend
notwendig. Ungeeignete oder unzurei
chende Nahrung, Vernachlässigung,
Krankheit sind die Ursachen, welche die
gesunde Köiperentwicklung hindern und
die Augen wie jtdeS andere Organ, schä
eigen können.
Aber selbst, wenn die Grundregeln zur
Srsangiii',1 guter Gesundbeit und a'beifi
sessssssvsssssvvsossst
Die Trau
f& t Q
ssosossssessss
N)!e dkr, ss mir.
(3uftlnul erUtk.)
Wie dir geschah, so soll'S auch mir
gescheh,
Nur wo du hinkamst, will auch ich
hingchn:
Ich will in'ö Licht nnt, wirst im
Licht dn sein,
Bist du in Nacht, so will ich in die
Nacht,
Bist dn in Pein, so will ich in die
Pein.
Von dir getrennt hab' ich mich nie
gedacht,
Zu dir, zu dir will ich allein, allein!
Meiner Mutter.
(TeHrt killt,.)
Wie oft sah ich die blassen Hände
nahen,
Ein Stück für mich wie liebevoll
dn sorgtest!
Ich sah zum Himmel deine Augen
flehen,
Der Aeröegang
Der Beobachter der Mode, der sich in
die Vergangenheit versenkt, wird bei dem
Kapitel Damenhüte in Verlegenheit ge,
raten. Eine schier unsaßliche Fülle von
Formen und Gestalten zieht an ihm vor
über, die den Damenhut allmählich zur
Krönung der ganzen Toilette auSgestat
tet haben.
Erst ganz allmählich hat der Hut im
weiblichen Kostüm die hohe Bedeutung
erlangt, die er heute besitzt. Die Grie
chinnen der klassischen Zeit gingen bar
Haupt und setzten höchstens auf der Reife
einen breitrandigen Hut auf, der sie ge
gen die Sonnc schützen mußte und den
sie nur ihre? Teints wegen als eine un
schöne Verbergung der Frisur mit
in Kauf nahmen, für gewöhnlich
aber an einer Schnur auf dem Rücken
herabhängen ließen. Die koketten Aera
des Praxiteles kennt bereits eine spitze,
deckelartige Kopfzier, die pikant auf der
hohen Lockenfrisur bilanzierte und be
sonder! den Tanagrafiguren einen mon
dängraziösen Reiz verleiht. 4
Die römische Matrone trug in der Zeit
der Republik, züchtig nur de Schleier,
und erst in der entarteten Epoche der
Kaiser erscheinen die zahllosen Frisur
gebäude, Kopfputz der raffiniertesten
Art, unter dem seit Nero'S Tod der Hut
eine wichtige Stelle einnimmt. Die drei
hundert Kopftrachten, mit denen die Ge
mahlin Marc Aurel'ö paradierte, zeigen,
welch hohen Wert vornehme Frauen auf
diesen Teil' der Toilette legten.
Nie aber Ist der Hut In der Antike
bei den Frauen zu einem so notwendigen
Element der weiblichen Kleidung auf der
Straße geworden, wie er es heute ist,
und wie er eS bei den Männern schon
damals war. Ueberhaupt galt der Hut
lange als ein spezifisch männliche! Klei
dungSstück; die Herrentracht hatte in
Hutform sehr lange die Führung, so daß
die Frauen ihre Kopfbedeckung übernah
men, wie den Federhut in der Renais
sance oder den Filzhut in der Rem
brandtzeit oder den Cylinder In der
Kongreßwoche. Vielfach stand der Kopf
putz im engsten Zusammenhang mit der
Frisur, wurde im Salon und beim AuS
gang ganz gleich getragen, Hauben,
Mantjllen und Spitzen-ArrangementS
licher Entwicklung befolgt, sollte doch den
Augen immer noch besondere Fürsorge
zu Teil werden. So sollte man z. B.
kleinen Kindern nie die Sonne direkt in
die Augen scheinen lassen, wenn sie im
Kinderwagen liegen oder sie so setzen
oder betten, daß sie in ein künstliche?
Licht sehen müssen, weil die Augknner
den dadurch zu sehr leiden. Beim He
ranwachsen strengen Kinder ihre Augen
oft über Gebühr durch vieles Lesen oder
andere Arbeiten bei schlechtem Licht an.
Namentlich nach Irgend einer überstände
ner Krankheit sollten die Augen vorsich
tig geschont und nicht zu früh angestrengt
werden. Und wenn die Eltern erst wis
sen, WaS von der mangelnden Pflege ab
hangt und daß Untüchtigkcit und Un
Zufriedenheit mit dem Dasein sehr oft
die direkte Folge schlechter Augen sind,
werden sie sich der Pflichten, für die
Augen ihrer Kinder angemessen zu sor
gen, gewiß auch in besserer Weise an
nehmen. Zwei kleine Werkchen, ,Pre
natal Eare" und Jnfant Care", werden
kostenfrei zugeschickt, wenn man Unter
deutlicher Adressenangabe an den Chief
es die Children'I Bureau. U. S. De
partment of Labor. Washington. D. E",
die Bitte nrn die Werkten adressiert.
im Spiegel Se
Ein Wunsch für mich wie liebe
voll dn sorgtest!
Uud an mein Bett kamst du mit
leisen Zehen,
Ein Schutz sllr mich wie sorgen
voll dn horchtest!
Längst schon dein Grab die W'nde
überwehen,
Ei Gruß für mich wie liebevoll
d sorgtest!
Tiefer Vrunnen.
Ol Heys.)
Verschließ' dich nur, du schöner
Mund,
Verbirg dich, tiefes Herz mit Fleiß;
Der Rechte kommt zur rechten
Stund',
Der Mund und Herz zu lösen weiß.
Gedenk ich dein, kommt mir zu
Sinn
Die Sage von der alten Stadt.
lies fraltenhütes.
stritten lange mit ihm um die Herrschaft,
und biS weit inS 19. Jahrhundert hin
ein war e! Mode, such für die feine
Damen unserer nördlichen Länder, mit
einem Kopftuch öder einem Häubchen
auf der Straße zu erscheinen, eine Sitte,
die Im Romanischen ja auch noch heute
anhält. Der Sieg des DamenhuteS ist
allerdings in den letzten Jahrzehnten so
entscheidend geworden, daß auch ganz
einfache Frauen ohne Hut nicht mehr
gern über die Straße gehen.
Die germanische Frau schmückte sich,
wenn sie nicht zum Zeichen Ihrer Mäd
chenschaft barhaupt, ging und stolz ffre
Zöpfe zeigte, mit einer einfachen Lin
nenhaube oder bei festlichen Gelegenhei
ten mit dem Schapel, einem schmalen
Das Mais-, Kerjien- und
Aoggenmelzl und wie es ver
wendet werden kann.
folge verschiedener
Umstände, die. der
Krieg mit sich ge
bracht hat, ist daS
Weizenmehl knapp
geworden, weshalb
man bis zur neuen
Ernte sehr, sehr
fparsam damit
umgehen. daS heißt.
S möglichst durch
anderes Mehl er
fetzen muß. Da bietet NUN Maismehl
inen vorzüglichen Ersatz. ' Wegen des
hohen RahrgehalteS und wegen seiner
Leichiverdaulichkeit wird ai Maismehl
mannigfaltig verwendet; eS ist fast die
ausschließliche Nahrung der armen ita
lienischen Bevölkerung, die bekanntlich
sehr gesund und widerstandsfähig ist.
Bis jetzt hat man davon hier nicht viel
Gebrauch gemacht; wahrscheinlich wird es
jetzt anders werden. DaS Roggenmehl
wurde bisher hauptsächlich zur Bereitung
von Brot verwendet, während man es
auch sehr gut für den Haushalt zur Be
reitung von Mehlspeisen aller Art ge
brauchen kann.
Gerste und daS daraus bereitete Mehl
ist ebenso nahrhaft wie daö Weizenmehl,
nur diel dunkler in der Farbe. Es der
langt Viel mehr Zusatz von Flüssigkeit,
daher werden die Teige auS Gersten und
Noggenmehl immer viel dichter werden,
als die auS Weizenmehl erzeugten. Man
wird zu jedem der Teige ein Auflocke
rungSmiltel geben müssen, und zwar ein
beliebiges Backpulver. Um die Farbe ein
bißchen lichter zu machen, kann man
einige Tropfen Zitronensaft zufügen.
Suppennudel n.
Man nimmt zu gleichen Teilen Ger-
r.'&S 'vl
w yVA
ins yJjrb
Vt'.c CZA
LjZ
CUt mwl (iinltn
lw Comiitm- 91
Der Seschmack.
Mit Recht wird von alters her der
Geschmack als ein besonderer Sinn be
trachtet, obgleich er vielfach mit anderen
Sinnen, mit dem Gesteht, dem Gefühl,
dem Geruch, derartig in Verbindung
steht, daß man in manchen Augenblicken
nicht Imstande ist, zu sagen, welcher
Sinn wirklich in Tätigkeit tritt.
So sind Geschmack und Geruch sehr
eng miteinander verbunden. Hat. man
inen Schnupfen, infolge dessen man
schlecht riecht, weil di Nasenschleimhäute
angegriffen und die Geruchssähigkeit ver
mindert ist, dann schmeckt man auch von
den Speisen, die man genießt, nur we
Dichters.
Ein alter Brnnnen lag darin,
DranS keiner noch getrunken hatt'.
Er war so tief, so wundertief, ,
Ließ man ein Becherlein hinab,
Der Fade viele Stunden lief
Und reichte doch den Grund nicht
ab.
Da kam des Wcgeö ein Musikant,
Der sah den Brnnn und trat herzn
Und nahm sein Gcigenspiel znr
Hand
Uud spielt ein Stück und sang dazu.
Und sieh, da rauscht es tief und voll
Und wogt herauf und sprudelt klar,
Und lieblich kühl Gewässer schwoll
Empor zum Rande wunderbar.
Der Spielmann trank nach Her
'., zenslust,
Da war gelöst der dunkle Bann.
Wer dich so zu ersingen wüßt'
Ach, wäre wohl ein fcl'ger Mann!
Goldreif öder auch Streifen aus buntem
Zeug, der bei den Bornehmen durch Ver
zierung mit Edelsteinen und Perlen,
durch blumenf'örmige Rosetten und Zin
ken zu einer Krone Windes allmählich
kamen direkte Goldhüte auf, schwere Dia
deine die ;die ganze Frisur bedeckten.
Doch zogen die Damen der Ritterzcit
solch prunkend offiziellen Schmuck löst
licht Blumengewinde vor, die wie in
blühendes Dach sich um die Haarflechten
legten und das Gesicht beschatteten. ES
gab eine ganze Zunft unter den Gart
nern, die sich mit der Verfertigung sol
cher Blumenhllte beschäftigte. Während
die Römerin aber schon früh künstliche
Blumen bei ihrem Kopfputz bevorzugte.
scheint die deutsche Frau lange den na
türlichen Kindern Floras treu geblieben
zu sein; erst im Barock treten künstliche
Blumen auf, die, zur Garnierung dn
HUie verwendet wurden. , ,
sten wie Weizenmehl, eine Messerspitze
Backpulver und zu je 8 Unzen Mehl ein
Stückchen Butter, 1 Ei. Wasser nach Be
darf, knetet den Teig und beendet die
ücudeln wie gewohnlich. Der Butterzu
satz verhindert das Brüchigwcrden des
Teiges.
Apfelstrudel.
3 Unzen Weizenmehl, 3 Unzen Ger
stenmehl, 2 Unzen Butter, etwas war
mes Wasser. 1 Dotter (kein Klar). Salz
werden sehr gut abgearbeitet und mit
Butter beschmiert; unter einem warmen
Gestell rasten lassen und dann ausziehen,
mit Aepfelfülle füllen, auf ein reichlich
mit Butter bestrichenes Blech geben und
backen. y
Polenta in Scheiben.
8 Unzen Polentamehl wird in
Quart siedendem, mit k Unze Salz ge
mischtem Wasser so lange unter Umrüh
ren gekocht, bis es ein ganz fester Brei
wird, in dem der Kochlöffel aufrecht ste
heg bleibt. Nun faßt oder stürzt man
es auf das Fleischbrettchen aus, streicht
es zu glattrunder Form, und wenn eS
ein wenig überkllhlt ist, schneidet man mit
einem Spagatfaden Scheiben.
Schmarren.
Zu 3 Unzen aufgeweichtem Reisgrieß
kommen 2 ganze Dotter, ein bißchen zer
lassene Butter, 2 Klar Schnee, nach Be
darf ein wenig Milch, eventuell einige
Unzen Rosinen. In eine Pfanne kommt
etwas Butter, die Masse darauf, wird
in der Röhre halb gebackn,, dann zerrif
sen und fertiggebacken. Man kann dazu
eingekochte Früchte, wie Pflaumen und
Aprikosen, auftragen.
nig. Eine andere Probe, die den Zu,
sammenhang zwischen Geschmack und
Geruch beweist, kann man mit einer
Zwiebel machen. Wenn man sich näm
lich die Nase fest zuhält und dann in eine
geschälte Zwiebel hineinbeißt, soll man
am Geschmack nicht unterscheiden können,
ob man in ein Zwiebel oder in einen
Apscl beißt. Nur durch da! Gesllhl der
Zunge, auf, welche die Struktur deS
Apfels und der Zwiebel ganz verschieden
einwirken, wird man den Unterschied
deutlich spüren.
Auch Geschmack und Gesicht sind eng
miteinander verbunden. Wenn man
DasMrMeMsen.
Klagelied einer Betroffenen.
Trüb gestimmt ist meine Leier,
Trauer sitzt mir im Gemüte.
Dunkel blick' Ich In die Zukunft.
Schwer nur wahr' ich meine Haltung
(Guter Form recht zu genügen!)
Angesichts der schlimmen Kunde, '
Daß der hohe Rat beschlossen
Den Verbrauch un! zu beschränken
Blanken Stahls für unser Mieder!
Weil den Stahl für Panzerplatte
Krieg'risch'wichtlg man genötigt.
Doch nun frag' ich: WaS heißt wichtig?
Wichtig wie die Panzerplatten
Die der Schiffe Rumpf umgeben
Ist für Frauen doch daS Mieder.
Wichtig noch viel wicht'ger mein' ich!
Panzerplatten sind ein Schutz nur,
Ein Korsett jedoch ein Retter
Der Aesthetik für die Menschheit.
Ein Korsett ist unersetzlich,
Ist ein Ausgleich für die Dünnen,
Ist ein Ausgleich für die Dicken,
Der wild
Das sogenannte Spielen deS wilden
ManneS, daS darin besteht, daß ein Ver
breche? einen TobsuchtSanfall erheuchelt,
kommt nicht selten vor, und überhaupt
liest man häufiger davon, daß Menschen
sich zu irgend welchem Zweck geisteskrank,
gestellt haben sollen. ES gibt dafür auch
eine ganze Anzahl von Beispielen aus der
Geschichte. Sehr bekannt ist die Geschichte
von Lucius Junius BrutuS, der die Kö
nigsherrschaft im alten Rom stürzte und
dann zum ersten Konsul gewählt wurde.
Er erhielt sein Leben nur dadurch daß
er sich wahnsinnig stellte und so den Ver
folgungen entging, die der letzte König
von Rom gegen alle ihm verdächtigen
Personen richtete. Der Name BrutuS,
der sich in der französischen Sprache noch
in einem Eigenschaftswort erhalten hat,
hat diese Tat der Erinnerung aufbe
wahrt. Zu den berühmten Leuten, die
ähnliche Versuche gemacht haben, gehört
ferner Odysseus bei Homer, David im
Alten Testament und auch der Gesetz
gebet Solon, der durch dies Mittel die
Athener zur Befreiung von. Salamis be
geisterte. Soweit man nach der . Ueber
lieferung dieser alten Beispiele und nach
den , neueren Erfahrungen beurteilen
kann, äst die Art, wie ein Wahnsinn er
heuchelt wird, im Laufe der Zeiten ziem
lich dieselbe geblieben. Vor allem aber
ist eine Tatsache von außerordentlich
großer Bedeutung und gibt wahrschein
lich auch die einzig richtige Lösung für
daS Hamlet-Problem. Der geistvolle
Vörne sagte mit Bezug auf den Hamlet,
eS gäbe Geisteskranke, die lichte Zeiten,
und andere, die lichte Räume haben, und
zu diesen gehöre Hamlet. Er glaube, mit
dem Wahnsinn zu spielen, und dieser
spiele mit ihm. Damit stimmt die Auf,
fassung überein die Professor Mills von
jemanden die Augen verbindet und ihm
dann Wein zu trinken gibt, ist er nicht
imstande, zu unterscheiden, ob er Weiß
wein oder Rotwein trinkt, und wenn es
ein noch so tüchtiger Weinkenner ist.
Dabei unterscheiden sich Weißmein und
Rotwein, wenn man sie mit geöffneten
Augen trinkt, außerordentlich im Ge
schmack. Dieser Unterschied verschwindet
auch, wenn man im Dunkeln Weißwein
oder Rotwein trinkt.
Jeder Raucher weiß eS. daß der Ge
schmack deS Tabak, und der ganze Ge
nutz deS Rauchen! erst in die Erschei
nung tritt, wenn man Rauch und Feuer
steht. Raucht man nachts eine Pfeife,
in welcher man das Feuer nicht sieht, so
hat man gar keinen Genuß davon; man
weiß überhaupt nicht, ob man raucht,
und wenn man in der Dunkelheit eine
Cigarre raucht, weiß man nur, daß man
raucht, wenn man das Feuer der Ei
gar sieht. Wenn man den Rauch nicht
sieht, ist der Genuß nur ein teilweise?.
Verbindet man jemandem die Augen und
gibt man ihm abwechselnd ine kalte und
eine angezündete Pseife zu rauchen, so
ist er nicht imstande, zu sagen, welche
Pfeife kalt und welche brennend ist.
Die Organe deS Geschmackes sind die
Oberfläche der Zunge und der weiche
Gaumen. Im harten Gaumen sitzen gar
keine Geschmacknerven mehr und deshalb
entwickelt sich dort auch kein Geschmack.
Wohl kann man ein Brennen und Ste
chen in dem harten Gaumen empfinden,
wenn man gewisse Speisen genießt; daS
st aber nicht die Aeußerung deS Se
chmacks, sondern die deS Gefühls. Die
Schleimhaut deS harten GaumenS em
pfindet dann wirklich ein stechendes oder
brennende! Gefühl. Die v 'terfeite der
Zunge hat keine GeschmackSnerven aber
auch die Oberseite ist verschiede mit
Nerven auSzestattct. Die Gelehrten un
terscheiden sogar Geschmackszonen auf
Hier di: Fülle sanft verteilend.
Dort den Mangel weich bedeckend,
(Könnte daS 'ne Panzerplatte?)
Bis wir alle. VenuS ähnlich,
Klafsifch'fchSne Formen zeigen.
Aber ach, wa! soll nun werden?
Kaum vermag Zch'S auSzudenken,
Daß korfcttloS unser Dasein.
Sollen wir, statt stolz und aufrecht.
Wie geknickte Lilien wandeln?
Ohne Rückhalt. Stütz, und Wehrkraft
Preisgegeben aller Unbill,
Die daS Mieder ferngehalten?
Sollen alle Schranken fallen?
Wird'S unS gehen wie dem Jüngling.
Der sich einst nach SaiS wandte,
Um die Wahrheit dort zu schauen
Und dem Tode war verfallen
Al vor ihm der Schleier fiel?
Werden, wollen, sollen, müssen
Wir jetzt auch die Wahrheit schau'n?
B.K.
mann".
der Universität Philadelphia In einem
Vortrag über erheuchelten Wahnsinn ge
äußert hat, wonach es überhaupt der
gleichSweife selten vorkomme, daß Wahn
sinn von einem geistig völlig Gesunden
geheuchelt werde. Man müßte also an
nehmen, daß im allgemeinen nur der Im
stände ist, einen Zustand der GeistcS
krankheit vorzutäuschen, der selbst eine
krankhafte Anlage nach dieser Richtung
besitzt. Daß dem nicht immer so sein
kann, lehrt allerdings fchoN die Tatsache,
daß eS auf der Bühne so viele Wahn
sinnsrolleN gibt, die von großen Schau
spielern glänzend bemeisiert werden, ohne
.daß eZ jemand einfallen wird, bei diesen
Darstellern selbst eine Spur don Ver
rücktheit zu argwöhnen. Dennoch wird
eS den meisten ganz gesunden Menschen
unbegreiflich erscheinen, wie Schauspieler
sich beispielsweise in die Wahnstnnsszene
eineS Königs Lear, ines Narziß, einer
Ophelia oder eineS Gretchen einleben tön,
nen, ohne ihr eigenes geistiges Ereichge
wicht dadurch gefährdet zu sehen. , Im
Leben sind Fälle von erheucheltem Wahn
sinn am häufigsten in Gefängnissen, in
Asylen von krankhaft veranlagten Ver
brechern und im Zusammenhang mit dem
Militärdienst. Wie eS Menschen gibt,
die sich ihrer Wehrpflicht durch Verstüm
melung deS Körperl zu entziehen suchen,
so wählen andere, die man vielleicht noch
verächtlicher betrachten kann, die Er
heuchelung von Wahnsinn als Mittel. Es
.gehört zuweilen eine besondere Kunst da
zu, die Täuschung aufzudecken, die dann
selbstverständlich dem Schaukopf teuer
zu stehen kommt.
Will unsre Zeit mit bestreikn,
Ich lasse es ruhig geschehn.
Ich k o m m e aus anderen Zeiten
Und hoffe in and're zu gehn."
der Zunge. Süße, saure und salzige
Speisen und Gegenstände schmeckt man
auf dem vordern Teil der Zunge, aber
nicht nach der Zungenwurzel zu. Legt
man tin wenig Staubzucker so weit auf
die Zunge nach hinten, als man nur Mit
den Fingern in den Mund hinein kann,
so schmeckt man gar nichts von dem
Zucker. Bittere Substanzen, z. B. Chi
nin, haben wenig Einwirkung auf die
Spitze der Zunge. Ihr Geschmack macht
sich erst besonders stark bemerkbar, wenn
man sie schluckeis will; wenn also diese
Substanzen den Hinteren Teil der Zunge
passieren.
Die Geschmacksfähigkeit ist bei ver
schiedenen Menschen durchaus verfchie
den. ES gibt Leute mit sogenannten fei
nen Zungen, und andere, deren Ge
schmacksnerven nur auf sehr starke Rcjze
überhaupt in Tätigkeit treten. Wie se
der Sinn, ist aber auch der des Ge
schmacks durch Uebung steigerungs und
verbesserungsfähig. Es gibt Tee und
Weinkoster, welche mit kolossalen Sum
men dafür bezahlt werden, daß sie tag
auS, tagein Teeabkochungen oder Weine
probieren. Diese Leute bekommen eine
derartige Uebung in der Anwendung ih
reZ EefchmackSsinnS, daß sie unter einem
Dutzend Teeabkochungen eine bestimmte
Sorte herauskennen und don jeer
Sorte, don der sie einen Mund voll nch
men, erklaren können: diese Sorte
stammt da und da her und hat einen
Wert von so und so viel. Auch die
Weinkoster bringen es durch Uebung zu
ähnlichen Leistungen. Die Leute, die slz
Koster ihr Brot verdienen, müssen na
türlich die Zunge sehr schonen. Sie ?i!r
fen niemall scharfe, auch nicht stark ri:
chende und atzende Speisen genießen,
sondern müssen sich einer sehr sorgsamen
Diät befleißigen, um die Geschmacköner
den nicht abzustumdfen, sondern besia
big frisch zu rhalten.
i '
i ;
.1
' l
i
!
iii
!'!!!'!!!!
"'l'fp'l
in
in,n'!!!!!!f(i!'!",!!!!'!,!IM'l!,!f'!!'!ll!!'!",t'!
m ämkäii mMwmm ä
m
m
MMimimimt
f i
iiii.i
)
lyM5gl&rK-rv3
'aiiHificiiiaiiiiii