Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, June 28, 1918, Image 1

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    LEND YOUR MONEY AS FREELY AS OUR FIGHTING BOYS ARE GIVING THEMSELVES
PUBLISHED 'AND DISTRIBÜTED ÜNDER
PEBMIT (No. 364). ALTIIÜBIZEÜ Bl THE
ACT ÜF ÜCTüBEB 8, 1917, ON FILE AT
THE PUST OFFICE OF OMAHA, EBB.
BT ORDER OF THE PRESIDENT
A. 8. BÜRLESON, POSTMA8TER-CENERAL
An Amerkan Newspaper
Kick stand for Ameri
ca Ideals and . 'nciplea
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can cltizeni who read
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35. Jahrgang.
Wm Verluste des
emdes
Berechnungen gemätz
dem letzten Gefecht zw
Mann an Toten iitU
Alliierte rechnen mit neue I sicher Offensive
Mit der amerikanischen Armee anSchlag, von welchem der Ausgang
der Marne, 28.. Juni. (Von Lewell des Feldzuges abhängen mag. Und
Mellett, Korrespondent der United die Zeitung Chronicle" schreibt:
Preß; 2:25 Nachmittags.) Ange. Wichtige Ereignisse sind an der
' " ' . . w , .. i . m. ii c j-t.y r -
stellten Berechnungen gemäß betrag:
die Zahl der in dem Belleau Ge
, Hölz-Gefecht gefallene,! und vcrwun
detcn Teutschen zwischen 1100 und
1200 Mann. Den arokten Vchaocn
richtete das Sperrfeuer der amerika
nischcn Artillerie an.
Feinde durch List gefangen ge
nommen.
Mit dcr Amcrikaiu,chen Armee an
der Marne. 27. Juni. (Bon Loiuell.
Melket, Korrespondent der Umtcd
llrnfc fßnrsiflWiHslM lrNNk US.
Brest. Nacktbericht.) Frank P
ennart, der ungewöhnlichste Held,
den Chicago je hervorgebracht hat
teilte der United Prcsz heute mit
wie er gezwungen wurde. 83 Deut
icke (78 Man und 5 Offiziere) letz,
tcn Dienstag Nacht während des Ge
1.,
fechts im Belleau Gehölz gefangen
. . f. ... I C vit tT4- (mitfltt (ÜH-
m nebinen. Er war mit snncn Ge
sangencn, atemlos vor Freude, so
cocit im Hauptquartier eineetrof.
fen. Sehen Sie." so sagte er zwi.
schen beiden Feucrlinien geratend sah
ich mich plötzlich einem feindlichen
Maschinengewehr gegenüber; ich kroch
in einen Geschos;krater. Der Schütze
feuerte nichk. Ich wartete eine Zeit
lang und hob dann meine Hände
empor- Aber noch immer feuerte er
nicht; schließlich erhob ich mich und
sah, wie der Mann neben dem Ma
schinengewehr mit erhobenen Händen
dastand. Er winkte mich zu sich her.
att und führte mich zum Hanptmann.
"Tiefer gab mir ein paar Zigaretten
und etwas zu trinken und fragte
mich, ob er umzingelt sei. Ich ver
sicherte ihm, dasz dieses der Fall sei.
Darauf antwortete er: Warten Sie
einen Augenblick," und verließ mich.
Als er zurückkehrte, sagte er zu mir,
die übrigen wollten sich lieber erge.
den, ehe sie niedergeschossen würden
und ersuchte mich,, sie nach der ame
rikanischen Linie zu führen. Wir
marschierten ab; alle hatten wir Eit
lere Hände emporgehoben. Wir ver
irrten uns. und es dauerte geraume
Zeit, ehe wir auf eine ainerikanische
Feldwache stießen. Dann tauchten
noch mehrere Amerikaner auf, und
diele wollten meine Gefangenen nach
dem Hauptquartier bringen Ich
aber sagte nichts dergleichen; sie
' gehören mir!" Man ließ sie mir denn
auch, und ich brachte sie hierher."
Kämpften bis auf den letzten Mann
Amsterdam. 23., Juni. Hermann
Katsch, Korrespondent der Kölnischen
Volközeitung, telegraphiert seinem
Blatte unter dem 21. Juni aus dem
deutschen Hauptquartier an der loth
ringschcn Front Folgendes: Jin
Verlaus unseres Angriffes nördlich
von Renners Gehölz (nordivestlich
von Seicheprey) weigerte sich eine
amerikanische Abteilung, welche eine
von unserem Feuer unberührt gcblie
bene Stellung inne hatten, die Waf
fen zu strecken und känipftcn hoff,
nungslos gegen unsere ihnen an Zahl
weit überlegenen Truppen. Nur
zwei Mann, die von uns übermal
tigt ' wurden, gerieten in Gefan
genschaft." In der Depesche heißt es
weiter, das; nach Angabe der beiden
Gefangenen die Amerikaner sich aus
dem Grunde so verzweifelt wehrten,
weil ihnen gesagt worden war, daß
die Teutschen die Gefangenen quäl
tcn und verstümmelten. Dieses stell,
ie der Korrespondent als Verlernn,
dimg in Abrede.
Weiterer Schlag bevorstehend-
dnnYinn 98 Yi ini fcf nntfthpm
viiw... -.w. vj " V
die
Lage auf dem italienischen
" ' ' 1
lriegsschauplatz fast wieder normal
geworden, richten sich die Augen der
Welt erwartungsvoll auf die Front
in Frankreich und Flandern, wo der
tn,,ik 4..SPU "fiincnhsirf hnn 9?riirrn
entbrennen kann. Erhöht werden
diese Erwartungen, durch die Aus.
lassungen des britischen Mimsterprä.
sidenten, Llolid George am letzten
Montag im Unterhauje. Er wgie.
das; em neuer feindlicher Angnn zu
Wi )) vm i""""'"; u - - v ,
erwarten sei, möglicherweise binnen
wenigen Stunden, sicher aber inner
halb der näckiien paar Tage ein
bei Belleau
die Deutschen in
; 1,100 und 1,200
vundeten ein
We,tsront in oer VNlwiaetung oe
ariifcn. Deutsche Reserven manöve
rieren in listiger Weise und nehmen
Stellungen ein, um die Offensive
wicocr auMneymcn. ?,i n
dessen unmöglich zu sagen, an wel.
chcm Teile der Front der Schlag
fallen wird.
Wenn es auch, mit Ausnahme der
Kämpfe beim Belleau Gehölz zivi-
deutschen und Amerikanern, an
bc , Westfront m keinen größeren
Achten gekommen ist. so hat' die
.-..irr.. ris-Alrr
deiitickie Artillerie um so gröbere
Tätigkeit bewiesen, um die Stärke
der. gegnerischen Stellungen von
Flandern bis zur Marne in Ersah,
rung zu bringen. Südwestlich von
Armontieres. im Lvs Abschnitt, so
wie zwischen Givenchy und Robecq
Iv I. jjiuijujcil vinvciiuiy uiiu
finö bie britischen Positionen aus
i- . rrt r i , . -r Yr. a
feindlichen Geschützen allen Kalibers
einem heftigen Feuer ausgesetzt ge
wesen; namentlich viele Gasprojktile
sind von den Deutschen dabei in An.
Wendung gekommen. Die Franzosen
sind zwischen Oise und Aisne einem
ebenso starken Feuer ausgesetzt ge
Wesen; von besonderer Heftigkeit war
dasselbe in der Gegend nördlich von
Villers-Eotterets. Tort war der
Feind bei feinem Vorstoß in der
Richtung von Paris am weitesten
vorgedrungen. Es wird erwartet,
daß die kommende Offensive sich gro.
ße Ziele gesetzt hat, denn man sieht
deutscherseits ein, daß man die Zeit
gegen sich hat 'und das; Eile Not tut.
Die deutsche Heeresleitung sieht, daß
von Tag zu Tag immer mehr ame.
rikanische Truppen der Schlachtlinie
einverleibt werden, und sie weiß
auch, daß sie es mit einem ebenbür
tigen Gegner zu tun hat. Resigniert
haben sich die Deutschen durch den
Verlust des Belleau Gehölzes in ihr
Schicksal gefunden: bis jetzt haben
sie noch keinerlei Anstalten zu einem
Gegenangriff gemacht. Den letzten
Berichten gemäß haben die Amerika,
ner bei der Eroberung des Gehölzes
311 Gefangene gemacht, elf Maschi.
nengewehre und 10 automatische Ge
wehre sowie eine Menge Munition
erobert.
Am Piave (italienische Front) ist
alles ruhig; die Italiener haben sich
in den Stellungen, die sie den Oe
sterreichern abgenommen haben, fest,
gesetzt. In der Gebirgsregion ist es
zu lebhaften Gefechten gekommen, in
welchen die Italiener die Oberhand
gewannen-
Französischer Bericht.
Paris, 28. Juni. Offiziell wird
gemeldet, daß französische Truppen
ihre Positionen in dem Senecat Gc
hölz, nordwestlich von Montdidier,
verbesserten und 30 Gefangene mach,
ten. Zwischen der Marne und der
Oiircq, südlich von Tammard. ge
rieten 22 Mann in Gefangenschaft.
Britischer Bericht.
London. 28. Juni. Feidinarschall
Haig meldete heute: Feindliche Ue.
bcrfälle in der Nachbarschaft von
Moyenncvillc und südlich von Arras
wurden abgeschlagen; der Feind er
litt erhebliche Verluste. Ter Ge.
schiitzkampf nahm in der Nähe des
Nossignol Gehölzes, südöstlich von
Goinmccourt an Gewalt zu. Bei
Mericourt brachten unsere Patrouil.
len mehrere Gefangene ein.
Tcntscher Bericht.
Berlin, über London. 28. Juni.
5n dem offiziellen deutschen Be
richt ron gestern Abend heißt es:
tr r. -, nr t r . a. n - . .
Es ist kein Wechsel der Lage auf
dem Kriegsschauplatz zu verzeichnen.
Nördlich der Scarpe und an der
Somme, westlich von Toissons und
nordwestlich von Nhcinis. entwickelte
der Feind rege Tätigkeit. Auf dem
Westuser der 'aaö snyrten wir
nördlich von St. Mihiel erfolgreiche
Strcifzüge aus. Ein starker feind.
iiazer Angriss wnroe aogewiezen
Fünf Acroplaue Norden aus ei
' m
nein feindlichen Bombenilugzeug ce.
scl'iuader, das während der letzten
paar Tage Karlsruhe und Ofenberg,
Omaha,
Der Zlppett öes Präsiöenen:
Ich appelliere ernsthaft an jeden Mann, jede Fra
und jedes Kind, sich an oder vor dem 28. Jnni z der
pflichten, daß sie fortwäh ?cnd sparen und regelmäßig
Regiernngs'Sekurttätcn kaufen werden.
Wer KTkegssparmarkm kauft, überträgt die Kauf,
kraft seines Geldes auf die Vereinigten Staaten bis
nach dem Kriege.
Möge keiner fehlen in dem grofzen Freiwillige'
' er der Schaffenden nnd Sparenden. . -
Woodrow Wilfon.
I
Frauenstimmrecht
später aufgenommen
Mnsz der Armek'Bcrwittignngsvor'
läge Platz machen. Befürwor
ter crden hart kämpfen.
Washington. 28. Juni. Wegen
straffer Opposition mußten die Wer
suche, eine Abstimmung über das
Frauenstimmrecht zu erreichen, ge.
ftern aufgegeben werden. Vorsitzer
Joncs vom Frauenstiminrcchts.
Komitee. hat seinen Vorschlag, die
Armeeverwilligungs , Vorlage bei
feite zu schieben, zurückgezogen,
kündigte jedoch an, daß er nach Er
ledigung derselben die Resolution
wieder vorbringen uiid vor dem
Senat halten werde, bis sie entschie.
den find. Senator Williams von
Mississippi reichte ein Amendinent
ein, wodurch das Stimmrccht nur
auf weiße "Frauen beschränkt wer
den sollte.
Um zwei Mr nachmittags legte
Senator Brandegee von Connecti
cut dein Senat die Armecverwilli.
gungs.Vorlage vor und benutzte sie
als Gelegenheit, gegen das Frauen
stimmrecht zu reden. Senator Joncs
von New Mexico verlangte die Bei
seitelcgung der Armeevorlage, doch
Senator Chambcrlain wies darauf
hin, daß die Verwilligung von Gel
dern sür den Krieg wichtiger fei,
als Frauenstinimrecht. Senator Pitt
man oon Nevada. einer der Vcrfcch.
ter des Frauenstimmrechts, verwies
darauf, daß nach Erledigung der
Verwilligungsvoclagen Ferien in
Aussicht genöniinen "worden '" sind,
und sagte, daß er gegen die Ferien
fein würde, bis über das Frauen
sümmr?chtsAmendment abgestimmt
worden sei.
106Uamenanföen
amer. Verlustlisten
Washington, 28. 'Juni. General
Pershing berichtete heute 56 Namen
auf der Verlustliste der amerikani
schen Expeditionstruppen. 21 Mann
wurden im Kampfe getötet; vier er.
lagen ihren Wunden; drei starben
an Krankheiten. 22 Mann wurden
schwer verwundet; die Wunden von
zwei anderen sind noch nicht auf ihre
Schwere hin untersucht worden.
Einer geriet in Gefangenschaft. Die
Leutnants K. H. Eyman, Lancaster,
Ohio; I. L. Goldman, St. Louis.
Mo.: N. McCrearv. Volant. Pa.,
und I. S. Timothy. Highland Falls,
N. wurden im Kampfe geto.
tet. Major A. L. Gmbb, Bcrkley
Springs. W. Va., starb infolge
von Krankheit. Hanptmann E. I.
Presper, Philadelphia. Pa.. geriet in
Gefangenschaft.
Perlnste der Marinrtruppen
Washington, 28. Juni. Die
bl'uie aemcldcten Verlinte der Mari.
netruppcn belaufen sich auf fi0
Mann. Im Kampfe getötet wuroen
17 Mann, sieben erlagen ihren Wun
den und 26 Mann wurden schwer
verwundet.
Vermacht Bcrniogen an Institute.
Chicago, - 28. Juni. Der $1.
700,000 Nachlas; von Geo. E. Har.
ris. dem Präsidenten der Burling
ton Bahn, wird schließlich doch
dem Preobytrian.HosPital und dem
Kunttinstitut von Chicago zilfallen.
Die Witwe erhält das Seim und
cincn TrustfndS von "300,000,
Kleinere Fonds stehen anderen Ver.
wandten zur Verfügung. Die
Fonds muiien nach dein Avitervcn
der betreffenden Personen den obi
gen Instituten zufallen.
Flieger durch Stnrz getötet.
Fort Worth. 28. Juni Flieger
kadctt Thomas Cliiford Anderson
'von Trinidad, Cal.. wurde hier ge.
ftern bei einem Acroplanunfall ge
tötet.
letztere eine Industriestadt in Loth,
ringe, beschossen hatten, herabge.
holt, leneril wl rtt Paris von un
jeren Fliegern beschossen.
Nebr., Freitag, den 28. Juni 1918.
C'JY
AgQTKER
WÄR SAVIX6S
sim?
Weitere Enthüllungen
von Dr. Muehlon
Geschichten von Greueltaten in . Oft
Preußen sollen Erfindung sein
Washington. - 23. Juni. Weitere
Enthüllungen von Dr. Muehlon, Di.
rektor der KruPp-Werke, der in der
Schweiz weilt, sind in einem Tel?
granun aus Bern zusammengestellt
und zeigen, daß 'Deutschland die Ge.
schichten über die nrssischen Greuel,
taten zu Anfang des Krieges ge
fälscht hatte. Gemäß den Angaben
Dr. Muchlons ist die Koinmission
der Kabincttsbcainten, die nach Ost.
Preußen gesandt wurden, um eine
Untersuchung anzustellen, ohne Be
weise von Greueltaten zurückgekehrt
und brachte icn Bericht, daß die
Bevölkerung das Betragen der ruf.
fischen Soldaten sehr lobte.
Eine BehaUPt'ung Dr. Miehlons
wird auch zitiert, welche angibt, daß
im August 1914 hohe deutsche Be
amte sich brüsteten, daß Deutschland
die Mittel besaß, Rußland ohne eine
Schlacht zu zerstören, indem es Re.
volution anbettelte, und daß der
deutsch Plan mich die Befreiung von j
Finnland und 'der baltischen Lander
und die scheinbare Wiederherstellung
des Königreichs Polen, sowie die Ab
gäbe Bessarabiens an Rumänien und
kmikasischen Territoriums und Per,
sicns an die Türkei einschloß.
Schweden wird um
Information ersucht
Washington. 28. Juni. Die
amerikanische Regierung hat Schwe
den erneut um Information be
züglich der berichteten Beschlag,
nähme des amerikanischen Konsu.
lots und Plünderung eines amen
lanischen Hospitals durch türkische
Truppen in Tabriz. Persien, er
sucht. Es wurde bekannt, daß daS
StaatsDePartement die schwedische
Regierung bereits zweimal darum
ersticht?, die Tatsachen so schnell als
inöglich zu berichten und daß ein
gleiches Verlangen an die spanische
Regierung gerichtet worden ist.
Falls der letzte Woche beim
Staats Departement' vom ainerikani
schen Gesandten in Teheran einge
gangen? Bericht bestätigt wird, mag
das wahrscheinlich die ttnegeer
klärung an die Türkei bedeuten.
Beamte sagen, Stockholm und
Madrid würde keine Schuld an der
Verzögerung des Berichts über dre
Vorfälle zugeschoben, da man als
sicher nnnehnie, daß der Trubel in
Konskantinopel liege-
Ex-Zar Nicholas soll
wirklich tot sein
London, 28. Juni. Die erste!
WiMfimirt iih"r fen XO0 oes ui
Zaren Nicholas. die einer offiziellen
Bestätigung ähnelt, ist hier heute
eingetroffen. ie Frankfurter Zei.
tuiig erklärt, wie der 5kopenhagen
. .. v.-, ' .r. O-r
,lorrei,ponoeni oe.v vjrajmiHi: n-
graph meldet, der russische Minister
des Aeußeren Tchtcherin habe dem
russischen Gesandten in Tarinstadt
in Ki'nntnis aesert. dak Nicholas
Romanoff gctiit't worden sei.
Spkllacy zum (ssonvkrncurckandida.
tcn nominiert
Hartford, Conn., 2. Juni. j
Tbo. X. Svellacn von Hartford !
wurde von der hiesigen deinokrati!
schen Staatskonvention zum Gou!
verneurskandidaten nominiert. ie
'Llatform stimmte der Admiiiistra.
tion Wilsons bei und erklärte, daß
die höchste Amtrcualma. darin be
sieben müßte, den Krieg zu gewin-!
nen.
Schisfsverluste im
' vergangenen Mai
Betragen etwas mehr als im April,
aber die Tchiffsnnfiille forderten
schwere Opfer .
London, S3. Juni, GemZZ dsn
Angaben der britischen Admiralität
waren die Schiffsverluste durch
Tauchboote und Seeunfälle im Mai
wie folgt: Britische Schiffe, 221,.
735 Tonnen, alliierte und neutrale
Schiffe. 130,959 Tonnen. Diese
Gesanitsumme von 855.694 Tonnen
im Mai steht einem Verluste von
311.456 Tonnen im April und
einem Gesamtverluste von 630,336
Tonnen im Mai vorigen Jahres ge
genüber."
Die Verluste durch Schiffsunfälle
waren im letzten Monat besonders
groß. Das Schiffsverkehrsministeri
um gibt an, daß die Gesamtzahl der
Schiffe, welche im Mai in den Häfen
des Ver. Königreiches ein und aus.
liefen und je über 500 Tonnen groß
waren, iin Ganzen 7.777.813 Ton
nen darstellte, ausschließlich der Kü
ftenfahrer und Kanalschiffe.
Straßenbahner wollen
$1,750 das )ahr
Washington. 23. Juni. Die
Kriegs'Arbritsbehörde hat nach der
letzten Sitzung bei dem Verhör der
Straßenbahnangestellten. die höhere
Löhne verlangen, eine Entscheidung
über den Vorschlag der Angestellten
und der Straßenbahngesellschaften
vorenthalten, wonach Präsident Wil
fon ersucht werden soll, die Lokal
transportraten zu erhöhen, wenn es
sich nötig erweist, damit die Gesell
schaftm den Angestellten die Löhne
erhöhen können. Vertreter der Ange
stellten ersuchten, daß die gegenwärti
gen Löhne 'von $1,000 das Jahr im
Mittelwesten und Osten auf $1,600
bis $1,750 erhöht werden. Es wur.
den Beweise eingereicht, die zeigten,
daß die niedrigsten Löhne, mit wel.
chen der Straßenbahnangestellte eine
Familie, von 4 Personen ernähren
könnte, etwa $1,600 ausniachen. .
Gen. pershing sendet
Regiment nach Italien
Washington. 23. Juni General
Pershing hat unter Anordnung aus
Washington ein Infanterieregiment
ausgewählt, welches sofort nach Jta
lien gesandt wird, wie Sekretär Ba.
ker gestern bekannt gab. Er gab je.
doch nichts über die Identität der
Truppen an. Das Regiment wird in
Frankreich ausgebildet und an seine
Stelle wird ein anderes von hier
dorthin gesandtes Regiment treten.
500 Zowaer zur
Zlusbildung nach Seras
Washington, 28. Juni General
provast Crowder berief gestern 685
Wehrpflichtige aus den Staaten New
Fork, Texas und Iowa zur Ausbil,
dung in Fachschulen. New Aork
wird 100 Mann, die für allgemeinen
Kriegsdienst qualifiziert sind, nach
der Lehigh llniversität, South
Bethlehem, Pa., senden, und 185
Mann für teiliveisen Militärdienst
nach der Osmego Schulbehörde in
Oswego. N. ?)., entsenden und zwar
am 5. Juli. Texas wird 100 fur be.
schränkten Militärdienst nach der
Universität von Texas in Austin,
Tex.. am 18. Jirli senden. Iowa
sull 300 Mann für allgemeinen
Militärdienst noch der Universität
von Texas am 25 Juli senden.
Deutschland soll Krieg gegen
Griechenland erklären
Amsterdam. 28. Juni. Der
Kreuzzeitung" zufolge hat ,Bulga
rien von Deutschland verlangt, Krieg
gegen Griechenland zu erklären.
Früherer französischer Minister des
Hochverrats angeklagt
Paris, 28. Juni. Ter französi
sche Senat wird am 15. Juli in
dem Prozeß von Louis Malvy, dem
früheren Minister des Innern, we
gen Hochverrats angeklagt, als Ge
richtshof fungieren. Diese Entschei
dung wurde auf einer unoffiziellen
Sitzung gestern gefaßt.
Scelktttc streiken
Detroit. Mich., 28. Juni. Seit
zwei Tagen befinden sich die See
leute am Streik, weil ihnen die nach
gestickte Lohnerhöhung nicht bewil
ligt wurde. Der Daiupfcrverkehr
zwischen Detroit und Clevcland, so
wie Detroit und Ausfalo ist insolgc
dessen lahin gehegt worden.
uchlmann
' '
Reichskanzler v. yertling in das yauptquartter
des Kaisers berufen; letzterer sott Über Uiihl
manns Aede wütend fein.
tzaafe greift die Negierung in scharfer weise rnt
Paris, 28. Juni. Eine Züricher
Depesche an das Journal zneldet, daß
der deutsche Minister des Ausivärti.
gen Dr. Kühlmann am Mittivoch
seine Resignation unterbreitet habe.
Die Depesche besagt weiter, daß der
Kaiser die Resignation annehmen
werde. Einer Amsterdamer Tcpesche
zufolge soll der Kaiser an Kühl,
mann wegen dessen - Reichstagsrede
ein wütendesTelegraMm" gesendet
habe.
Loudon. 28. Juni Dr v. Kühl
mann hat seinen Gegnern, die ihn
wögen feiner Reichstagsrede angrif
fen, in folgender Weise geantwortet:
Sobald einmal eine Legende ent
standen, hält es schwer, dieselbe aus
der Welt zu schaffen, ich muß jedoch
angesichts des weiteren Umfichgrei
fens der Legende erklären, daß keine
Frage über meine Idee eines langen
Krieges obwalten kann." Dieses sag
te Kühlmann .als ein Abgeordneter
die Erklärung abgab, daß Kühlmnnn
mit einem Kriege von langer Dauer
rechne.
Amsterdam, 28. Juni. Der un
abhängige Sozialist Haase griff
Kühlmann heftig an und sagte, daß
der Reichskanzler Hertling nach Em
pfang eines gewissen Telegramms
nach dem Reichstag eilte, um Kühl
mann die seidene Schnur" (Auf
forderung zur Resignation) zu über
reichen- Haase kennzeichnete v. Hert
ling, v. Kühlmann und den Vize.
Kanzler v. Payer als Feigenblät
ter" um, die Nacktheit der militäri
schen Regierung zu verdecken und
fragte, weshalb der wirkliche Herr
scher Deutschlands, Generalquartier
meister 'v. Luöendorff' nicht zum
Reichskanzler gemacht würde. Es
wird behauptet." sagte Haase, daß
Geld in England herrsche. Dieser
Krieg aber hat bewiesen, daß die
Anbetung des Goldenen Kalbes hier
ebenso eifrig betrieben wird, wie in
England oder Amerika.
Oft ist uns gesagt worden, daß
der Sieg unser sei. Am 1. Januar
1917, als der unbegrenzte Tauch,
bootkrieg begann, versicherte uns
Herr Helfferich. daß Amerika nicht
aktiv in den Krieg eingreifen würde.
Admiral v. Capelle bezeichnete das
Eingreifen Amerikas als nichtssa
gend; jetzt aber befinden sich 700.
000 Amerikaner in Frankreich; die
U-Boote waren nicht imstande, deren
Landung zu verhindern.
Dieser Krieg wurde durch Oester
reich verursacht. Die flämische Be
wegung, die wir uns einbildeten, ist
purer Schwindel. Die Lage in Esth
land imd Livland ist nach unserer
Okkupation beklagenswert und hoff
nungslos. Das ist, was sie in so
Pomphafter Weise die Befreiung klei
ner Nationen von russischer llnter
Knickung nennen. . Falls sich das
russische Volk Mieder erhebt, wird es
zwischen demselben und uns zu einem
Kampf auf Leben und Tod kommen."
.Kopenhagen, 28. Juni. Es wur'
Zur Primärwahl
in Nord Dakota
Fargo, N. D 28. Juni. Die
Nominierung von Gouverneur Lynn
I. Frazier von Hoople, Kandidat
der NonPartisan Liga, über John
Steen von Rugby, der von der Jnde
pendent Voters League bei der re
publikanischm Gouverneursnomina,
tion unterstützt wurde, ist gestern
von den Freunden Steens zugege
ben Morden. Die Majorität soll et
wa 5,000 Stimmen betragen. 695
von 1,978 Präzinkten im Staate
fehlen noch. Frazier erhielt bis.
her 28.454 und Steen 26,763 Stim
mcn. Bisherige Zahlen bezüglich
der demokratischen Nomination ge
ben S. I. Toyle einen guten Vor
sprung vor G. W. Wilkinson, der
von der Liga unterstützt wurde.
Grand Forks, 23. Juni. Ob
wohl nur 73 aus 542 Präzinkten
noch fehlen,- hat Henry Vick einen
Vorsprung von 142 Stimmen vor
dem Kongreßabgeordneten John M.
Baer bei der republikanischen Nomi
nation. Vick hatte 11,544 Stimmen
und Vacr 11,402 Stimmen.
8 Seiten.-No. 92.
tritt
t vr tt y
llngemmi W!M
de hier heute bekannt, daß RsichS
kanzler v. Hertling zu einer wich
tigen Konferenz ins Hauptquartier
des Kaisers befohlen worden ist. Auch
ist hier die Nachricht eingelaufen,
daß Kühlmann nicht sofort resignie
ren, sondern so lange im Amte blei
ben wird, bis die rumänische Frie
densfrage und wichtige andere auf
die östliche Lage bezughabenden Fra
gen erledigt sind.
Grubenarbeiter durch
Erplosion verschüttet
Bon 29 noch 8 lebend aufgefunden?
Zahl der Toten unbekannt;
Blitzschlag verschuldet Unfall.
Virginia. Minn.. '28. Juni. R.
tungsmannschaften, die in der durch
eine vorzeitige Explosion von 30
Tonnen Dynamit völlig verschütteten
offenen Silbermine arbeiteten, hatten
! gestern abend drei Grubenarbeiter le
jbend aber besinnungslos ausgegra
. ben. Fünf andere, die in einer Höhle
. verschüttet wurden, find durch Rohre
erreicht worden. Sie stnd bmu
aber wahrscheinlich nicht tötlich. Die
Beamten der Hannah Company be.
richteten, daß 29 Mann verschüttet
wurden. Aber die Zahl der Toten
wird nicht bekannt werden bis die
Grube von den Rettungsmannschaf
ten ganz durchsucht ist. Eine Leiche
wurde geborgen. Ein Blitzschlag
wird als . die Ursache des Unglücks
angesehen.
Aheims-Uathedrals mit
Beschießung bedrstzt
Berlin, über London, 28. Juni.
Offiziell wird gemeldet, daß die
Kathedrale zu Rheims von dem
Feinde zu Beobachtungszwecken be
niitzt wird. Diese Ankündigung wird
als ein Vorläufer ' zur Beschießung
des Gotteshauses betrachtet. Die
Franzosen haben in Abrede gestellt,
daß dasselbe je zu Observations
zwecken benutzt worden sei. Von der
Kathedrale ist nur noch wenig übrig;
nur die Westfront und die Säulen
sind erhalten.
Neuer Angriff der ,
Flieger auf Paris
Paris, 28. Juni.
Mehrere
Schwadronen feindlicher Flieger
drangen Lurch die Abwehrlinien
von Paris gestern nacht. Die Ab
ivebrgschiltze haben sie schwer be
schossen. Mehrere Bomben wurden
abgeworfen und Materialschaden an
gerichtet. Elf 'Personen wurden ge
tötet lind vierzehn weitere verletzt..
Viel Champagner in Tentschland
Amsterdam. 28. Juni. . Die'
Teutsche Tageszeitung schrieb, daß
trotz der schwierigen ökonomischen'
Verhältnisse in Deutschland riesige.
Summen für Luxusartikel und Ver-
gnügungen verausgabt werden. Vor
dem Kriege wurden in Deiltschland
10,000,000 Flaschen Champagner'
verbraucht. 'und im ersten Kriegsjahr
ging die Zahl auf 5,000.000 herun.'
ter. Im Jahre 1917 stieg die Zahl'
bis auf 20.000.000 Flaschen, ob-'
gleich der Preis um 300 bis 400'
Prozent höher geworden war. Außer,
dem seien die Theater immer gefüllt,
und bei Wettrennen würde mehr ge-,
wettet, als früher. - '
Wetterbericht.
Für Omaha und Umgegend
Wahrscheinlich Gewitter heute Nach-,
mittag oder Abend; kein wesentlicher?
Teinperaturwechsel am Samstag-
Für Nebraska: Teilweise bewölkt,
heute Abend und Samstag; wahr',
sckxinlich Regenschaper im östlichen
Teil. Kein wesentlicher Tempera-
turwechsel.
Für Iowa: Unbeständig heute
Abend und Samötag. Kein wesent
licher Temperaturwechsel.
A5omert auf die Tägliche Tribuns
!