Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, February 05, 1918, Image 7

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Wenn man von C fctlüc ibunj fpnck!.
f meint man damit liwl einfaches,
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Viffcr totncl'infif Üi;p oH(t CpcrtTIr?.
Ist, macht tarin sine Aufnak-e. Aar
tecrachlet man auch da gewisse einfache
Linien d' Schnittes, die den ftrim,
I.ichiki, Vcwezunge förderlich sind. Im
lurßeri Ganzen aber kümmert man sich
wkiiig um die praktische Ccitr. CchiZ
soll t ßuSfrff rt und oi'riciKMt Heiden
ititt) den guten Geschmack bet Trägerin
h: jeder Wendung iinb Biegung ver
raten, daZ find seine Aufgaben.
AlZ ninbmaterht venrtnoet man
gern Samt. B?n diesem gilt es glän
zende und stumpfe Dualitäten, die letz
leren find teurer als die ersteren und
gelten als eleganter. Allzu stark glän
zender Samt eignet sich nicht besonder?
zu EiLla:fIof!ümkN, er wirkt leicht ge
putzt', bietet ober immerhin den Vor
teil, daß er in allen Preislagen zu haben
ist. Sklixt oder Baumwoll.Tamt ist
ebenfalls ei beliebter Stoff und ebenso
Eorduroti, der besonders gern in weiß
und lebhaften Farben getragen wird.
Wohiiigezen Seidensamt am 'besten in
dunkelblau, Maulwurfszrau und allen
braunen Tönen wirkt. Als neuere
Stoffe gelten die rzubgcschorenen, lebet
artigen Tücke. Wolljechy sieht man
ebenfallz diel verarbeitet. Tasz Gabar
dine, Serge und Cheviot nicht fehlen,
wo et sich darum handelt, der Winter
keilte Trotz zu bieten, versteht sich 'von
selbst. Der Aufputz besteht in Pelz
kragen, Aermellxsatz, der häufig so breit
ist, daß er den Muff ersetzt, und breiter
Roekberandung. Damit ist Gelegenheit
gegeben, Luxus zu enifaltcn, denn Pelz
ist immerhin eine teure Garnitur. Man
kann aber für solche Zwecke alle alten,
unmodern gewordenen Pehstiicke neu
verarbeiten. Nutria, Seal und Biber
sind die modernsten Pelze, ffeh, auf
,Mart gefärbt, Nerz und Chinchilla
Me kostbarsten. Bei wollenen Stoffen
i;r eine breite Sou!acheStickerei sehr
elegant.
Die wollenen Strickschals und Mühen
und ein reizendes Beiwerk des Eislauf
lostümS. Ein grüner oder fraifefarbencr
Zchal zum wkifen CorduroyÜeid, dazu
weiße Stiefeletten man kann sich
aar nichts hübscheres auf der Eisbahn
denken. Die Wabl des SchuhzeugS ist
iehr wesentlich. Obwohl weiße Stiefel
Lntjcheidnng.
Novelle von Serena Flshr.
T!e weiße, glänzend gestärkte Haube
der barmherzigen Schwester neigte sich
abfchiednehmend zum Gruhe, dann
kehrte die hohe Gestalt lautlos in daö
Krankenzimmer zurück. Margarete vor.
Weiigcrn stand allein in dem stellen Gsng
dk, Krankenlzauses, wo das helle Licht
des klaren Herbsttages durch die hohen
Fenster fiel und den schmucklosen Raum
in seiner peinlichen Sauberkeit und
Weiße freundlich erglänzen ließ. Noch
einmal ging der Blick der jungen Frau
zur Tür:, die sich soeben hinter der
Pflegerin geschlossen, dann schritt sie mlt
kleinen, behutsamen Schritten über den
glatten Steinboden durch den langen
Korridor, über die Treppe hinab, vorbei
in dem grüßenden Torwart, trat durch
cas große Tor hinaus auf die Straße,
unter die Menschen. Mechanisch ver
folgte sie ihren Weg heimwärts, grüßte
ab und zu Bekannte, besorgte noch ein
paar Kleinigkeiten und war doch mit
ihren Gedanken weit, weit weg. Es
iatte sie doch sehr erschüttert, das plötz
iiche, unerwartete Wiedersehen mit
.hrem Jugendfreunde. Jugendfreund?
Sie mußte über sich selbst lächeln.
Zngenosrennd nannte sie jetzt in ihrer
ireißigjährigen Ueberlegenheit den, der
rinmal, tot Jahren, ihr ganzes Sein
lusgesullt batte. Ach Gott, wie lange
vas das schon her! Und was lag alles
azwischkn! Wenn sie so zurück
achte an die sonnigen Tage daheim, da
hre Eltern noch das hübsche Gut be
cßen und sie mit Waz Über die blumi
,en Wiesen gegangen war und sie sich
ie schönsten Aepfcl von den Bäumen
ieschutlett hatten. An ihrem dicken,
blonden Zopf hatte er sie so st neckend
,ezogen, daß sie vor Zorn ganz rot
durde, aber wirklich böse konnte sie ihm
wch nicht sein. So waren sie in den
?'tien immer die besten Kameraden in
Ä.',!o und Flur gewesen, die beiden
k.,chtattk!nder und waren es auch ge
'lieben, e!s Max als blutjung! Leut
mni auf Urlaub daheim war. Nur
chsner war ei noch, schöner und doch
o anz anders. Aber die Aepfe! holten
. sich auch damals noch von den Läu
en und unter so einem prächtigen alten
'?felbaume, der schwer an seinen rot
-ck'g'N Früchten trug, hatte der jung
'uiiicnt die hübsche, blonde Erde ge
iijil. Und sie schlang ihren weichen
linden Ärin um seinen Nacken und küßte
hu wieder, mitten auf seine frischen,
ken Mund. Vesprichen wurde da
taU nlli kiel, aber sie wüsten wohl
eise, biß sie einander schr li?b hotten.
- '-jst di i'e ff önf, glücklickit Zeit
e !ud wie gut l'iirfwrele sich jetzt
t'ed'k Uran erinnerte! So gut, wie
l! die Jahre nicht, die dazwischen
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elegant sind, werden auch diel braune
und sckMarze getragen. Für Frauen,
die größere Touren machen, eignen sich
vorzüglich die handgemachten oder die
Zeit hatte sie Max nicht wieder gesehen,
erst heute verwundet, im Spital.
Margarete war daheim angelangt und
stieg nachdenklich die Treppen empor.
Seil sie Witwe war, wohnte sie wieder
mit ihren Eltern zusammen, die das
Gut schon lange verlaust hatten und in
die Stadt gezogen waren. Neugierig
und fragend sahen die beiden alten Leute
zu ihrer Tochter empor, als diese jetzt
das Wohnzimmer betrat. Seitdem Mar
garete heute die telephonische Aufforde
rung erhalten hatte, einen Verwundeten
im Spitale auszusuchen, ohne daß dessen
Name genannt worden war, ergingen sie
sich in allerlei Mutmaßungen, wer das
wohl sein könnte und sahen der Rück
lehr ihrer Tochter mit verzeihlicher Neu
gierde entgegen. Die junge Frau wäre
viel lieber in ihr Zimmer gegangen und
hätte nichts erzählt, aber sie mußte Stück
ficht üben und sich den Gewohnheiten und
Wünschen der Eltern fügen, wollte sie
mit ihnen in Frieden leben. So sagte
sie denn auch jetzt gleich nach der Begrüß
ung kurz: Max Heidenau liegt der
wundet im Krankenhaus, er läßt euch
grüßen.' - ,Der Marl,' staunte Frau
Lenk und ließ die Stickerei sinken, Gott,
wie lange haben wir nichts von ihm ge
hört, ja, wie geht ej ihm denn, ist er
schon Hauptmann?" Margarete hatte
wenig Lust, die raschen Fragen ebenso
rasch zu beantworten. Sie nahm lang
sam vor dem Spiegel ihren Hut ab, falz
dann nach der Uhr und meinte, es fei
doch schon längst Jausenzeit, sie wolle
einmal nachsehen, ob das Mädchen noch
nicht fertig sei. Im Speisezimmer blieb
sie aber am Fenster stehen und sah per
sonnen auf die Straße hinab, ohne
etwas z sehen und um ihren Mund
lag plötzlich ein bitterer Zug. Irgend
ein unklares, böses Gefühl war in ihr.
etwas kaltes, feindseliges g'gen ihre
Eltern. .Tcr Mark," so hatte die ?Äut
tek immer gesagt, nur der Klang war
verschieden und. damals war es ein har
ter, abweisender gewesen, als sie zur jun
gea ttrett gesagt: T Mail, nein,
den kannst du nicht beiraten, dazu habt
ihr beide nicht daö Gels. Ten schlage
dir nur aus dem Kopf." Tann
war wohl jahrelang der !l!ame nicht über
Kutters Lippen gekommen warum
mußte Margaret heute gerade dieser
letzte, harte Auöspruch einfallen? TsS
war doch alles längst vorbei, erledigt
vergessen. Vergessen? Nein.
das war sie nicht, ihrer Jugend schönste,
sonnigste Erinnerung, aber tief verbor
gen holt? sie sein müssen, sie hatte nicht
mehr in ihr Leben g'ixchl.
Ein Klirren schreckte sie o ihrer Ver
funken!;! aus. Tas 'lttMen stellte
den Kaffee auf den Tisch, Margarete
J4ntt i! Antz fettl Sijer. Na.
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.feMfafc: jkl, .ftuf rfjfcjg. -
von Fabriken auS gutem Material er
zeugten Stiefel, die in ihren praktische
Formen keineswegs der Eleganz entbeh
ren; man möge solche nicht verschmähen.
ilirlich kamen sie wieder aus Maz zu
sprechen und der jungen Frau blieb nichts
anderes übrig, als Rede und Antwort
zu stehen. Mitten in dieses Gespräch
kam Professor Möller, seit kurzem Mar
garetens Bräutigam. Er war ein gro
ßer, starker Mann, dessen dunkles Haar
schon viele weiße Fäden durchzogen, von
etwas derber, aber gerader Art. Ge
täuschvoll und behaglich begrüßte er die
Anwesenden, ließ sich gern eine Tasse
Kaffee reichen und blickte dabei verliebt
auf die schlanken, weißen Hände seiner
Braut. Nachdem er einige Alltäglich
leiten erzählt, hatte, stellte er die obligate
Frage, was es Neues gäbe. Margarete
antwortete nicht, wie sie auch während
der ganzen Zeit, da sie nun am Kaffee
tisch saß. mit einem merkwürdig abwe
senden Blick vor sich hingestarrt hatte.
Aber Frau Lenk nahm lebhaft des Pro
fessors Frage auf und erzählte umstand
lich, voll Eifer von Max Heidenau, froh,
auch einmal etwas besonderes wie ihr
schien zu wissen. Eduard Möller
schien kein großes Interesse für den
fremden Hauptmann zu haben, auch
nicht, als die alte Frau erzählte, daß
Margarete ihn besucht habe. Warum
sollte sie den verwundeten Jugendfreund
nicht aufsuchen? Nur Margaretens
Schweigen siel ihm schließlich aus, aber
er war es schon gewöhnt, in seiner Braut
eine stille Frau zu sehen und gab sich
mit der bequemen Erklärung, sie habe
Kopsschmerzen, völlig zufrieden.
In den folgenden Wochen besuchte
Margarete öfter Max Heidenau und gar
manche liebe Erinnerung kam in ihren
Gesprächen verblichen ans Tageslicht und
schien so uralt und weltenfern. Die
junge Frau liebte es nicht, die sonnigen
Jugendiage heraufzubeschwören, immer
lenkte sie mit einer heimlichen Scheu da
von ab, doch eigensinnig kehrte der
Hauptmann mit seinen Gedanken und
Worten immer wieder zu der frohen,
sorglosen Zeit zurück, da sie Nachbars
linder gewesen und mitsammen durch
Wald und Flur gezogen n?', Auch
seiner flotten, schönen Leutnantszeit ge
dachte er und sprach träumerisch von
dem alten Apfclbaum, unter dem sie sich
zum erstenmal geküßt. Wie kommt es
nur," fragte er dann eines Tages un
vermittelt, daß du so bald daraus Wen
gern geheiratet hast? Ohne mir ein ein
zigeS Wort zu schreiben, ohne dich über
baupt noch um mich gekümmert zu haben
Ich war ja wie vor den Kopf geschlagen,
als ich die gedruckte Anzeige bekam, ich
war halb verrückt vor Schmerz und
Zorn, aus Wut und Aerger. Schreiben
wollte ich, hinfahren zu euch und dich
zur Siede stellen, deinen Mann fordern
was weiß ich. was ich alles tun
wollie. Aber dann tat ich gar nichts,
denn langsam und grausam kam mir die
Gemibh.'it, daß du mich nie lieb gehab!
nnd dich nur ltttkki küssen lassen, weil
ich ein jimaek Leutnant war und weil ei
gjiiinre, sonnige Sommersvit g'we
sen.' Ter Hvuptmann schwieg und
lehnt lilt rolltnd 1s dem lxauem
'fWjwirmf"
weil sie kräftige Sohlen einen mäßig
hoben Schaft, nicht sehr hohe, aber volle
Absätze aufweisen; eS sind dies durch
aus praktisck) Mcchnshmen, welche der
hüten werden, daß der Fuß Venenkun
gen und andere Verletzungen erleidet.
In unseren Bildern sind drei der mo
dernsten Kostüme gezeigt, die kürzlich im
Hotel Biltmore gelegentlich einer Ko
Sessel zurück. Seit einigen Tagen
durste er an besonders schonen Tagen
in den Garten herunter und so faßen sie
nun unter einer alten Kastanie, deren
Blatter in goldigem Herbstglanze leuch
tcten und sprachen von dem, was sie beide
tief im Innersten bewegte und was ste
sorglich verborgen halten gewollt. Aber
nun, da die verhängnisvolle Frage ge
fallen, der Margarete mit Bangen ent
gegengesehen, weil sie plötzlich gefühlt,
daß sie unausbleiblich, nun war ihr
doch, als müsse es so sein. Verloren
streifte ihr Blick die späte Pracht der
bunten Dahlien, die rings um sie herum
in letzter froher Taseinsfreude standen,
ging zurück zu der Gestalt im Lehnsessel
und forschte in den ernsten Zügen. Ja,
ste mußte antworten. Und langsam, das
Gesicht halb in den Händen verborgen,
erzählte sie ihm, daß ihre Mutter um
ihre Liebe gewußt und sie ihr kurz und
bündig als völlig aussichtslos dargestellt
hatte. Wie sie dann bald darauf, halb
gezwungen, halb freiwillig, den reichen
Kurt von Wengern geheiratet und dabei
noch so viel und oft an den jungen Leut
nant dachte, der sie so heiß und wild ge
küßt hatte, wie es der bedächtige Kurt
nie tat. Ein paar Jahre lebten wir
so dahin, mehr nebeneinander als mit
einander, aber doch in einem anständi
gen Frieden. Ucbrigens sorgten schon
die vielen Gäste, die Kurt immer ein
lud, daß wir einander nicht zu gut ken
nen lernten, sonst wer weiß? Aber
so hatte nie eines Zeit für das andere
und das war vielleicht das beste.
Dann kam der töiliche Jagdunfall mei
nes Mannes und von heu!' auf morgen
war ich Witwe. Geld war nicht mehr
viel da, Kurt hatte nicht verstanden, da
mit umzugehen, es war ihm immer all
zuleicht aus den Händen geglitten. So
blieb mir nicht diel anderes übrig, als
wieder zu meinen Eltern zurückzu
kehren."
Margarete seufzte tief auf, als sie ge
endet. Sie hatte eigentlich noch etwas
sagen wollcn, aber ri;.e mellmmdige
Scbeu hielt sie davon ab. Wie sollte sie
es Max, diesem energischen, klaren Men
schen begreiflich machen, daß sie im
Grunde ein sehr unfclbsiändiqes Wesen
war, daS keinerlei Entschlüsse fassen
konnte, sich hin und herschieben ließ und
vor kurzem, knapp ehe Max hergebracht
worden war. sozusagen von ihren Eltern
verlobt wurde, verlobt mit dem wohl
angestellten Professor Eduard Möller,
der ihr zwar sympathisch aber im
Grunde gleichgültig war und den sie
hauptsächlich deshalb nahm, weil ihr das
Leben mit den alten Eltern auf die
Dauer unerträglich schien.
Diese Gedanken waren ig ihr
Kopfe, während sie mechanisch mit der
Spitze des Schirmes Figuren in den
Kiesctboden zeichnete, s? daß sie es gar
nicht merkte, wie aufmerksam Mar Hei
lenau sie beobacktete. Er b'grisf, daß
sie nicht allzu Freundliches dachte, alxr
seine Mutmaßungen gingen doch in
ta aai ntem ffit&luna. Und ,
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.. r.w.afrfcrtiwa,A6y,.ib ulMiWitoV Ä. .W--'' '"- ljÄSV av
stüm-Ausstcllung viel bewundert wurden.
Links ein Mantclklcid aus kastorbraunem
Samt mit breitem Skunksbesatz; in der
Mitte ein schickes weißes Kostüm auS
Tuch und biberfarbencm Samt; rechts
ist ein Kleid auS Ledertuch mit grauem
Pelzbesatz zu sehen. Ausfallend an den
Modellen ist die Weite der Röcke im
Gegensatz zu den enganliegenden Leibchen.
plötzlich sagte er mit einem weichen, bei
naljf etwas zagen Ton in seiner dunklen
Stimme: Gretl, liebe, kleine Gretl,
willst du nicht die alten Geschichten ruhen
lassen? Ich habe ja auch meinen jähre
langen Groll, den ich dir gegenüber
hegte, vergessen, feit ich dich wiederge
sehen. Schon damals, da dein Mann
verunglückte, wollte ich dir schreiben, aber
ich brachte es doch nicht so zustande, wie
es hätte sein sollen und da ließ ich es
bleiben. Und die Zeit verging und ich
dachte oft und oft an dich und schrieb
dir doch nicht und wußte nichts von dir.
Da kam der Krieg alles Gewesene
verblaßte vor seiner herrischen Gewalt
und Macht, ich zog hinaus und ließ alles
hinter mir zurück, hatte mit allem abge
schloffen. Aber als ich dann verwundet
hierherkam, war mein erster Gedanke doch
wieder an dich und du weißt nicht, was
mir dein Besuch an jenem Tage war..
Gretl, willst du dich noch an den jungen
Leutnant erinnern und an den verschwie
genen Apfeldaum könntest du noch
einmal mit mir so jng werden, wie wir
damals waren, so jung und so glücklich?
Willst du? Sage doch etwas, sage
doch ja ."
Margarete war es, als ob plötzlich der
ganze Garten, all die bunten Hcrbstblu
men, die Sträucher und Büsche, die wei
ßen Kieswege, als ob alles vor ihr ver
sänke und riesengroß stand eine dunkle
Gestalt vor ihr und die trug Professor
Möllers Züge. War sie denn verrückt
gewesen? Hatte sie es nicht kommen
sehen, hatte sie es nicht gefühlt und ge
ahnt, daß Max so sprechen würde?
Hatte sie es nicht im Innersten ihres
Herzens ganz, ganz heimlich gehofft ?'
Alles, alles war wieder lebendig
geworden in diesen stillen, friedvollen
Tagen, da sie bei dem Verwundeten ge
sessen und seinen Worten gelauscht,
alles, was sie vergessen und begraben
gewähnt. Ein Jubel, leichtsinnig
und froh, wollte in ihr aufflammen,
aber da war der andere, dem
sie da! Wort gegeben und si: kannte
ihn gut er würde sie nicht ohne wei
teres freigeben.
Erstaunt, unruhig und nerdös war
tete der Hauptmann auf Margaretens
Antwort. Warum schien sie so maßlos
erschrocken, ja verstört? Das selig
verträumte Lächeln, das über ihre hüb
sckzen Züge gehuscht, als er von der alten
Zeit gesprochen, halte ihn doch nicht ge
täuscht? Ihre lieben, guten Augen, die
ihn immer so strahlend gegrüßt, hatten
doch nicht gelogen? Er hatte so sickr
geglaubt, sie sei ihm noch gut, die stille,
ernste Frau, so wie ihm das lustige,
junge Mädel damals in der lzellen Som
wtrsjeit gut gewesen. Und nun?
Aber dann erfuhr er es doch. Stockend,
vergeblich mit den Tränen kämpsend, wie
in einer Beickte. erzählte ihm Maraa
r'te die alltönlicke Geschichte ihrer Ver
lobung mit Professor Möller. AIs sie
g'eudei, war es lange fr ist zwischen den
beiden. Schließlich 'war kl der upt
mann, fiuj titiiat nita tmni ,
Außer diesen Kostümen waren der
schiede andere dort ausgestellt, die bei
fällige Kritil fanden, so ein Kleid aus
dunkelblauem Samt, das born ein prin
zeßartigeS Unterkleid aus weißem Tuch
hatte. Rings um den Rock, Aermel
und Halskragen, der, wie bei allen ande
ren Kostümen, hoch schloß, lief Pelz
besaß, Affe war hierzu verwendet. Ein
ernst und ruhig meinte: Wenn du mich
mehr liebst als ihn, so wirst du natür
lich ein Ende machen und deine Berlo
bung lösen. Du kannst ihm sagen, was
du willst, am besten wohl die Wahr
heit.'
Aber der Professor wollte nichts da
von wissen. Ihm war es unbegreiflich,
wie man einmal gefaßte Entschlüsse wie
der umstürzen konnte. Auch liebte er
Margarete in semer geraden, einfachen
Art und hatte den Gedanken, sie bald
als seine Frau um sich zu haben, so fest
in seinem Fühlen und Denken eingestellt,
daß es ihm anders unmöglich 'schien.
Ueberdies hielt er Margaretens Liebe zu
dem plötzlich aufgetauchten Offizier, von
dem er nie vorher etwas gehört hatte,
für eine Einbildung, die gewiß vor
übergehen würde. Doch er vergaß eines,
das wichtigste vielleicht, er vergaß
Max Heidenau.
In des Hauptmanns Augen kam ein
finsterer Glanz, als Margarete halb ver
zweifelt ihm von Möllers Weigerung
sprach In kurzer Zeit sollte er wieder,
ganz genesen, an die Front, da hieß es
bald überlegen und dann handeln. Er
war sein Lebenlang ein entschlossener,
fester Mensch gewesen, der nie, um etwas
zu erreichen, einen Umweg machte, so
auch diesmal nicht. Kurz bor feiner Ab
reise bat er den Professor um eine Un
tcrredung, die ihm dieser weder verwei
gern konnte noch wollte, denn nun begriff
er, daß die Sache eine ernst zu nehmende
war.
Und fo standen sich eines Abends in
Möllers vornehmem dunklem Arbeit
zimmcr zwei Männer gegenüber, die ein
ander vorher nie gesehen hatten und die
doch etwas Großes, Ewiges gemeinsam
hatten die Liebe zur selben Frau.
Wie sehr sie beide Margarete liebten, das
kam ihnen vielleicht erst in dieser Stunde,
die über Besitz oder Verlust entscheiden
sollte, so recht zum Bewußtsein. Sie
kämpften beide mit ehrlichen Waffen,
offen und aufrichtig, aber beugen wollte
sich keiner. Daß der Professor durch die
Tatsache der Verlobung im Rechte war,
gab Hauptmann Hlidenau unumwunden
zu, setzte dem aber ruhig entgegen, daß
Margarete ihn mehr liebe als Möller.
Es war hart für den Bräutigam, dies
kurz und bündig von den Lippen des
anderen zu hören. Und während er rast
los in schwerem Sinnen auf den dicken
Teppichen auf und nieder schritt, kam
ihm langsam ein beinahe körperliches
Unbehagen vor der grotesken Tragik
dieser Unterredung.
Ich mache Ihnen einen Vorschlag,
Herr Hauptmanns begann er schließlich,
nachdem er lange überleg! hatte, denn
ich will diesem Wassengange ein Ende
bereiten. Wollen Sie mich ein paar Mi
nuten anhören?
Sie müssen ins Feld und könnten mo
mentan doch nickt beiraten. Ueberlassen
wir also die Entsckidung dem Schicksal.
Komm' Cie glücklich zurück, sollen Sie
der Ciezer sein, auch da. Tann gehört
in, Eraiit Qku. . Wuz tiü..?j
Copdrighl, Jnkemational Film Srb!c.
anderes Kostüm war ganz und gar mi
litärisch gehalten und setzte sich aus
Beinkleidern und Waffenrock aui wer
ßem Tuch zusammen, ein wenig ge
wagt", aber doch sehr schick. Nach Her
renart trug das Modell Hemd und Um
legekragen mit Selbstbinder. Ein klei
ner weißer Filzhut war die passende
Kopfbedeckung.
aber darüber ist eS wohl nicht notwen
big zu sprechen, wir wissen es beide. Die
Eltern Margaretens sollen vorderhand
nichts erfahren, ich möchte auch ihre!
wegen das Auffehen einer plötzlichen
Entlobung vermeiden und die Angelegen
heit unter uns dreien belassen. Um es
aber Ihnen und mir leichter zu machen,
werde ich die Stadt erlassen. Hier liegt
ein Brief, worin ich eine Berufung an
die Universität von W. ablehne. Nun
werde ich einen anderen schreiben und
annehmen." Bei diesen Worten nahm
der Professor den Brief und zerriß ihn
nach kurzem Zögern ent,chlossen in kleine
Stücke. Dann wandte er sich wieder zu
dem Hauptmann und fuhr fort: Wenn
Sie mit meinem Vorschlage einverstan
den sind, so gebe ich Ihnen mein Wort,
daß es bei dem bleibt, was ich soeben
sagte."
Max 'hatte regungslos zugehört. Er
sah den müden, gequälten Zug in Mol
lcrs Gesicht und ahnte, was der Mann,
der sich seinem Ziele so nahe gewähnt,
jetzt durchmachte. Für ihn selbst, der
voll Begeisterung hinaus zog zu neuen
Taten und Kämpfen, war doch die Sache
viel leichter. Und dann er war Fa
talist. Fair ich SoldatenloS
das schönste. Komm' ich als Sieger,
sinde ich daheim das Glück." Und Max
Heidenau schlug in des Professors Rechte
und antwortete kurz und fest: Ich bin
einverstanden."
Und ebenso knapp und so klar erwi
derte der Professor: Sie haben mei
Wort."
Noch eine Verbeugung, ein Abschieds
wort, ein leises Klirren der Sporen,
dann siel die Tür ins Schloß
Möller war allein.
Mehrere Wochen später standen in
einer viclgclesenen Tageszeitung zwei
Nachrichten.
Die eine:
Unser hochgeschätzter Prosessor Edu
ard Möller hatte vor kurzem unsere
Stadt verlassen, um einem ehrenvollen
Rufe an die Universität von W. Folge
zu leisten. Zu unserem größten Be
dauern erhalten wir erst heute die tele
graphische Mitteilung, daß Professor
Eduard Möller gestern dortselbst einer
plötzlich aufgetretenen akuten Lungen
entillndung Nlcgen ist."
Ein warmer Nachruf für den so un
erwartet in den besten Jahren Dahin
gegangenen und darunter die zweite
Nachricht:
Hauptmann Max Heidenau von dem
. . . Regiment siel als Held in treues!
Pflichterfüllung für Kaiser und Reich
bei einem Sturmangriff auf dem ....
Kriegsschauplätze."
In wuchtender Kraft, groß und ge
waltig, war das Schicksal einen andren
den eigenen Weg gegangen. Scktver
und bitter, für menschliches Fühlen u,;d
Denken voll grausamer Unbekümmert
heit und in finsterer Tragik war die
Entscheidung gefallen.
Und war dennh vielleicht ein TchiW
nu ?i !WS 31 SW, fcfei.