Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, October 31, 1917, Image 10

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    fr
Seite 10-Wglicho Omaya Tribüne -Mittwoch, den 31'. Oktober 1917,
MüMmrt bczghlt.
CvmautU mr L. Mar.
, ! .'. .
Eugen SZMforo war entschieden
eine uulogiiche Natur.
Bei wichtigen Gelegenheiten grok
jügig, voruchm, ei Spender mit
vZlcnen Hainen, war er knickerig,
kleinlich, ein Öei.ujal in kleineu
Tingcu bei Lebens.
Trotz seines Wohlstandes und fei
er Vorliebe jiir gute Zigarren in
fremde Häusern konnte er jich nie
(aali zu einer Merausgade als
tchn Pfennig per Eluck aujjchwin
gen, wenn es jich um seinen pecjön.
wichen Tabaksverv rauch im eigenen
fceim haubclle. Den Omnibus mit
seinen herrlichen leilstrecfeit zog er
jeder Eleitriiche vor und ging so.
gar in seinem ungerechten Enthii'
jmsmuj für ersteres Gefährt so
tociX daß er jeglicher Trojike ihre
L.aeinsvercqi!gung am Qccunaon
JcheJ Bejöröerungviiiittel rundweg
ad sprach.
Er hatte sich, dem Trangen seiner
Familie nachgebend, sich iifct end
lich, trotz jahrelange Stcäubeus, zu
eü!u Teiephsnanichlutz detvegen
lassen und sich ein CechierTeleptzon
zugelegt, dessen Benutzung er eijrig
überwachte, um ja nicht am Ende
des Jahres über die Gebührenlaxe
von hundert Mark hinausäugelan
gen.
Er inspizierte den Gasverbrauch,
begutachtete den Kotzlenkonjum, janö
Ziechenjehler im Wirljchaslsbuche sei
oer Frau und hätte ganz bestimmt
den Orden Pour le nierUe betörn-
men, wenn verleibe jemals tu
Auszeichnung jür das Muster eines
jUeinkrauiers verliehen worden
wäre.
In dem Augenblick, von dem ich
spreche, war er gerade damit be
jchäsligt, in Schlvsserrechnuzig
über, eine War! fünsunöjechzig P,en
u!z ik ihm soeben praienliert
wurde ' nachzukontrollieren. Er
meinte, lie Summe schon eiimial ge
zahlt zu haben, und ösjnete zur
Vergewisserung seiner Nnnahme den
fernen Getdzchrank.
Zaun- durchblätterte er mit Um
ftäiidllchkeit einen Stoß Quittungen,
ohne einen Beleg für seine irrtüm
liche Behauptung zu finden. Jetzt
erst zahlte er den ungebulöig war
tenden Handwerker und tietz sich
ir.it Tatum . bitte" die Note
quittiere.: Lei dieser Gelegenheit
nun war es, daß ihm der Zufall ein
Tepeschensormular. in die Hände
spielte. Eil bezahlte Nuckant-
wort", die Tante Lieschen aus HoU-
buä bei ihrer ärztlichen iicnjuUa.
tion ia Berlin vorher an ihn geriet
tet, und die - zur Zeit durch ein
gteich daraus entnerles telephon
jches Ferngespräch ,der 'ängstlichen
Dame überholt und berjlü',stg ge
woröen war.
, Es lag die bezahlte RüSantwort
zehn Worte lechs Wochen aüb
Lz jür ganz Teutschland, unvenuy
uns verwertet m seinem jeuerje.
st? Arnheim, und er. las voll
schrecken, daß heute der letzte Ter
min sei, an dem sie noch verwenö.
tos wäre.
.Almal" schrie er seiner Frau
ms Nebenzimmer zu, hazt du heut
etwas zu oepechierenk"
. Was meinst du?", fragte die
erZlose Ehehälfte zurück. Sie
glaubte sich nämlich verhört zu ha
den.
.5 hl etwas zu depeschieren
tzait." ; .
ch depeschiere doch niemals
warum sollte , ich beim gerade
heute " .
Haft du dielleicht einen Geburt
tag oder sonst irgendeine Gelegen-
beU bei Bekannten, wo man sich
durch ein Telegrainm freundlich er
we-.!en konnte i
.Ja übermorgen hat Frau
Atbrecht Namenstag.
,Na, dann depeichlerst du eben
schon heute. Man kann sich doch
irren zwei Tage was macht
das!'
.Ich verstehe dich gar nicht, Eu.
gen", sagte jetzt- die kleine Frau,
ganz beängstigt über den Netten
zusiarid ihres Gatte .bist
du vielleicht nicht ganz wohl?
warum denn durchaus heute?"
22m ich eine bezahlte Nuckant
wert besitze, die heute noch abläuft
darum: heute", brüllte es.
.Ach so!" sagte Frau Alma ver
stäildnisinnig und atmete erleichtert
au
Hrrr Eugen Malkow sasz in fer
nem Schreibsessel und grübelte.
Äer ihn so dasitzen sah, hätie denken
r..i.;;cn, daß er jich mit der Lösung
eines der schmierigsien Sellrätsel be
schäftigte. Jetzt schien er dieselbe ge
Zünden zu haben. Ei triumphie
rer.le Lächeln ging über seine Züge
nd er sagte:
Ich werde an Onkel Heinrich te
l'nieren, der steht im Leben drin
der hat gewiß alle Tags etwas
e'lepeschieren.
x.de? und AuSsuhnrng war das
Vtxi ein Augenblicks.
Es damrte lange, bi.S Onkel Hem!
?' Telephon ir-rijf, um was
es sich eigeitzüch handelte. Als
er es aber verstauben, gab er so
Schnell das Schlußzeichen und dreht
die Kurbel so heilig, daß selbst der
Unbeteiligte unichwer seinen Aerger
über die Auslage und die negative
Äntwott erraten konnte.
Eugen Malkom war eine viel zu
zahe atur, um sich durch kleine
jornausbrüche anderer auch nur im
geringsten die Laune veröerben oder
dadurch an seiner Tatkraft etwas
mindern zu lasten.
Er telephonierte jetzt an Tante
jilara.
'K-w
Uabkne No.
Roman von Oökar T. Schwerin.
tih$-Mtt4t4Z
(2. ForttkKung).
FS war ein junger Wann, der
dreißig, auch siinfunodreißig Iah
alt sein mochte. Dunkelblond, schlank
und muskulös x gebaut; mit einem
kräftigen Schnurrbart einem Anflug
von Glatze, und einem mächt izen
von
7S .f.. w.,".V'.. ? . ,, . , uun vyiui, UUU Ulltlll illU.
Tt r . " i i ' h v7 . . Schmiß über die rech Wange, Hin
Akt nach aurlMb verheiratet ' n0 ffiic&ft tut inea Uejtn y
n denen zwei ihr demnachnige ! r,;.m nr .rurii
,., ; V CM t . ' HiHtl fclH VVIVVWt ilVM
Gronulierireuden in Auscht eU- j b frf,f sll!af feem icht
'CIl. ' Hri,;i,,. u,.,. H kj.
.,,..,.., ,, . . UUtll'-Utll lUUlf UJltll Ull -n.uutu
'luch sie wollte iich Nicht nach dem s,i. hn nn 1,4.
.tti !,.!.'.. ...I uns. VV" 0"
kv.iiiui.il iijii. Auujici itiiy nif.i)iu. fennen
etcuiioigcii, iq yerzios war oic'
Person.
An Freund Schott telephonierte
er.
Schade eine Minute zu spat.
Er war ausgegangen.
-Mit Oskar uns Wilhelm Faber
suchte er Anschluß.
Sie lachten ihn aus.
Wir haben doch Fiinfpfenniate-
lephon", wagte Frau Älma bejchei-
den dazivischen zu werfen'. 02o viel
ist doch die ganze Rückantwort nicht
wett."
Er hörte gr nicht, was sie sagte.
Er war in Rage und ließ sich oer
bmden mit Hinz uiiö jtunz.
ES war wie verhezt. öieiner hatte
etivas zu telegraphieren.
etzt kam ihm ein rettender Ge
danke und er jagle: Aliiia, haben
wir schon bei deiner Freunöin am
Freitag zum Tiner zugeichrieben
einN so bepejchleren wir eben.
Tas sieht nobel aus, scheint etwas
extravagant und man spart fünf
Pfennig und den Äogen."'
Wie gesagt, so getan.
Besagis Fremibm, die das merk
würdige Telegramm von' Äatow
eine ho,lbe Stunde daraus erhielr,
war eine gute Seele. E lutzUe
die Leiden und Freuden aller JWen-
scheu intensiv mit. Um wieviel mehr
suhlte sie, wenn sie das Wohl chrer
Freundin gejahrdet sah.
Tie Tepe,che des Falkow, die
eme Zusage für eine acht Tage jpa
ter stauiindende Festlichkeit bei ihr
enthielt, gab ihr die Ueberzeugung,
baß der Geisieszusland des Avjen
ters absolut nicht normal sei. In
ihrer lieoevoUen Fürsorge jay sie oe
reits eine totale ö.ervenzerruttung
bei dem Manne ihrer beiien Freun
bin vor Llugen.
Tu galt es zu handeln.
.Sie denachrichiigie den ihr per
jönlich bekaimten äußerst berühmten
vervenarzt von ihrer erschreckenden
Wahrnehmung und bat ihn noch am
jslvige Aveilö um eine onulta.
tion.
Unter der Maske eines ihrer aus
märtigen Verwandten sollte er ge
meinjam mit ihr einen Besuch vei
2t'alkom abstatten, um den Geistes
zustand des in Frage kommenden
Patienten zu prüfen.
Tie Tiagnose dieses gottbegnade-
ten Pjychiaiers siel so günstig aus.
daß die gute Seele von Freundin
unmöglich das Resultat auf dem
Herzen behalten konnte und es ein-
fach dem Freunde Malkom vor En
zücken mitteilen mußte.
Taraus entstand die unerfreuliche
Ausgabe für unseren immerhin noch
auf point d'honneur haltenden
Knicker von vierzig Mark deutscher
Reichöwährung, die sonst die Freun
din mit Freuden jür die Konsulta
tion gezahlt hätte.
Was ihn sonst noch die bezahlis
Ruckannvort kostete, rechnete
Denn ohne ein Wort zu
ver.ieren. nahm er den geleerten rüg
und ersetzte' ihn durch einen vollen.
Und schweigend trank der andere die
Blume.
Auf dem Promenadendeck spazier
ten indessen zwei Herren im eifrigen
Gespräch auf und nieder. Sie un
terhielten sich in französischer Spra
che. Und jedesmal, wenn sie am
Nauchsalon vorbeikamen, warfen sie
einen Blick durch die erieiichielen Fen
ster. Tann sahen sie den Mann da
drinnen mit seiner Ziz.nre und sei
nem Bier.
.Sie sind gräßlich, diese Deut
schenk sagte der eine, sie 'sind über
all."
.Mein Gott, waö wollen Sie?
Auf ihren eigenen Schiffen müssen
sie doch minfiens sein können. Wenns
ich sie so gar nicht leiden konnte,
so wurde ich doch mit einem eng
lischen oder französsche Dampser
fahren."
.Sehr richtig. Aber, wie ich eben
gesigt habe, sind sie ja doch überall!
Und, ehrlich gestanden, am be
sten fährt es sich schon auf einem
deutschen Dampser."
Sehr konsequent," murmelie der
erste. Ter andere hatte es aber ge
hört.
.Was wollen Sie? Man nimmt
eben das Gute, wo man es findet,
und geht im übrigen diesen Leuten
aus dem Weg-.'
Der Deutsche haß? die Franzosen,
aber :r liebt ihre Weine." sagte der
erstere in deutscher Sprache.
.Wie?"
,Oh. ich meinte nur "
Sie kamen wieder am Fenster des
Nauchsalons vorbei.
Ein flüchtiger Blick zeigie den bei
den Herren den einzigen Gast bti
Nauchsalons noch immer bei seiner
alten Beschäftigung. Bier trinkend
und rauchend.
.Sehen Sie!" fing der eine von
neuem an, und nicht einmal in rtcfc 1 stellte, daß sie Kabinennachbarn seien
tigem Dreß! Ich wetle, wie er da 'Als sie eine halbe Stunde später von
drin sitzt, so ist er schnurstracks auseinander schieden, waren sie. was man
fernem Bureau oder seiner Fabrik io .die besten Freunde nennt.
der ersten Leaegnuna immer mustert
wenn alle Sinne darauf gerichtet, sind
zu ergründen, was der anders wohl
lur ein Uien ch sein möge.
Sie bildeten einen Gegensatz die
o:'oen. Bergmann war kaum mit
telgroß uid ein klein wenig unteriekt.
Ein nach unten zuge,pitzter schwarzer
-öüUiwtt zurie sein itinn; m etwas
Überhängender Schniirrbart verdeckte
seinen Mund. Dieser Haarreichtum
mumeriak bieten sur die Haararmu
des Schädels; Bergmann war fast
vollständig kahl. Das Bemerkenswert
teste an ihm waren seine schwarzen
Augen, die hinter gologänderten
Aunengla ern funtelien. Das heißt.
sie funkelten nicht immer. Denn der
Mann hatte die Anzewohnheit zu ge
wissen Zeiten die Lioer halb über die
Augen fallen zu lassen. Das sah dann
aus, als wenn ein stark kurzsichtiger
Mensch nach irgend eincm Gegenstand
ausspäht und die Augen daizn nur
noch durch einen ganz schmalen
palt in den Lioern zu lehen sind.
Steward kam; Bergmann be
stellte ein Glas Münchner.
,'vch oaö! lchon!e Getränk am
Abend; zuma! wenn man es aus er
Her Hand haben kann."
.Aus erster Hand Wir sind doch
nicht m München.
.Freilich nicht. Aber in Deutsch-
land." '
ölönnecke blickte überrascht auf.
.Sind Sie nicht Deutscher?"
Nein; ich. bin öiusse. Merken Sie
das nicht an meiner Aussprache?"
-Das ,st s, was mich überraschte
ch hätte Sie nach Ihrer Aussprache
jur jemanden aus der Provinz Posen.
in der Nähe der russischen Grenze ge
halten. Aver für einen Russen nie."
.Ich freue mich jedesmal, wenn
man mir das sagt. Keine reine Aus
spräche ist wohl ein Erbteil von mei
nem Bater. Der war ein geborener
Deutscher; tatsächlich aus der Gegend,
die Sie den nannien."
Daher auch der deutsch: Name."
.Ganz recht. Meine Mutter jedoch,
eine echte Russin, hat wenigstens da
für gesorgt, daß kliras Russisches an
mir ist. Mit Aornamen heiße ich
Iwan."
.Und sie machen die Reise nach
Amerika zum ersten Mal?"
.Ja, zum ersten Mal. Sie auch?"
.Ich auch
Dann sprachen sie vom Weiter, don
der wahrscheinlichen Tauer der Re:se
und waren entzückt, als sich heiaus
gekommen "
.Fabrik?! Sagten Sie Fa
brik?l"
Ich meinte nur so; als Jllustra
tion. Ich kenne ihn nicht."
.Ach so."
Sie gingen weiter. Als sie zum
dritten Mcile an den Fenstern vorbei
kamen, blieb der eine, der vorher auch
deutsch gesprochen hatte, sichert.
Ich würde mich nicht stören lassen.
Monsieur Pitrou. Zudem habe ich
wirklich selbst Appetit auf ein Eläs
chen Wein, kommen Sie; gehen wir
hinein."
Doch der andere schüttelte energisch
den Kopf.
Nein. Mit einem biertrinkenden
Mann in einem hellen Jackettanzug
kann ich mich doch abends nicht zu
sammensetzen."
Das brauchen wir ja mich gar nicht.
wn ,eZen uns an einen eigenen
jich
Herr Eugen Malkow nach dem j 2ifch.
Wiaiig zweier neje aus, cie er ,jr03 fach!, höhnisch cuf.
Iich i beide nicht hinter den Spiegel j .Kennen Sie die Teutschen, lieber
lockte. freund: ick wette mit knxn. f,-um
Ter eine war von Tante Klara, int, te;r ,JV& ,,rr.Tn ?i?4 .r-k,
der eine derartige Kleinigkeit denn kommt btf'er Mann, rnntft Mn"f;ir!
doch über die Hutschnur ging" und j Brüche Bezeugung und erzählt uns
die deshalb ihn ersuchte, einstweilen , wie er h'ißt. Das ist so Mode in
die Sonntagö-Dinervisiten bei ihr Deutschland, daß man Menschen, die
einzustellen. Weit schlimmer ließ sich
das Schreiben des schon erwäuntm
Onkels Heinrich an.
Dieser L9jährige reiche Hagestolz,
der Erbonkel unseres Helden, lebte
in seiner am Wannsee gelegenen
Pilla ebenso beschaulich wie ange
nehm. Der telephonische Anruf d
.a I
CS 1
ks gar nicht wissen wollen, immer
bleich erzählt, wie man heißt."
Der andere lachte.
.Also ann entschuldigen Sie mich.
Ich möchte mich wirklich bei einem
Gläschen ein wenig erholen. Spater
sehen wir unS wohl an Deck."
.Aber bitte, bitte."
Der Franzose ging davon; de? cm
teilen deruri'ackte. wie wir aeieben '.
haben, be, Onkel Heinrich einen au- ; ce lian0 noaz einen Woment in der
ßergewöhnlich starken Wutanfall, ' 2. oes auchjalons und blickte ihm
über dessen eigentlichen Grund nicht nach. Hin etwas hohnischer Zug spiel
völlige Ularheit vorhanden war. i um seme L'.ppen.
Sein Schreiben an M'alkow hatte ""?' fielie er in lernt.
k'olaidm beklaaensmerten ftnbail: Wm ui;cp. ann man, er ich
Er tonne zwar viel verstehen und ,w utJat n a''n-.
viel verzeihen, aber reiche Geizhälse i , ?aPt; -""ranzoie nicht je-
seien ihm in der Seele zuwider. i, ,,g,e. r qaut
Gleichzeitig teile er mit, daß er w" ' .mn viaues
da er allein stehe - sich entschlossen Wunder erlebt Denn sein Nei efreund
habe, demnächst sein Eheglück zu r3T i ,V , D1?""n:tn
. den Deutsche lvs. der ihn zuerst gar
versuchen.
Man kann sich denken, welche Ge
ühle dies Schreiben in Eugen Mal
kom auslöste, und welchen Aerger er
zu verwinden hatte, wegen der .be
zahlten Nückantwort."
nicht bemerkt, und erst auf den Klang
ver klimme eusichrecite.
.Verzeihen Sie, wenn ich fiöre.
Wein Name ist Bergmann. Ich sehe
Sie so allein da siszen; und wenn es
gestattet wäre "
Tu Angesprochene hatte sich er
Jeder liest, so kickt blükend ? hoben.
er sich nach oben auftue, noch belastet ' .Erich Konnecke.
mit einer Wurzel in der finilerv, fe- Und tun faßen sie sich gegenüber
r. ff- ' W C - 1.1 r. . ' r. . . .
en vsroe , iKivmiitvt liin, wie mau iicd v
Auf dem Deck spielte die Musik.
Tas konnte sie sich trotz der späten
Stunde leisten. Denn auf dem Meer
tönt der Schall wohl übers Wasser,
bringt aber n:e in die abtnen.
Und zur Musik wollte Iwan Berg
mann. Erich Lnnecke blieb bei seinen
bedanken im Rauchsalon.
Kaum hatte der Russe daö Deck br
treten, als ihm der Franzose auch
Ichon triumphierend entgegenkam.
.Ich habe Sie durchs Fenster be
obachtet!" rief er schon von weitem
und ich habe mich gefreut über Ihren
Reinfall und noch mehr darüber, doß
irk m''4 r? f. (i..ih.. r-rr. ..X
'1 ii.iy iiti.iyu-i Miiiiiu UCil, UUU
hinein zu gehen. Und sogar Bier ha
ben Sie mittrinken müssen. Oh, ich
habe alleS gesehen! Ist es nicht genau
so gekommen, wie ich Ihnen prophe
zeit habe?"
.Genau so!"
Und Arm in Arm ritten sie auf
die Musik zu.
Indessen saßen Kapitän Frchmann
und der Erste Offizier Gräbert oben
im sogenannten Kartenraum. Aber die
Harte, die sonst gewöhnlich vor dem
Napitön ausgebreitet lag, und auf
welcher der Seeweg vonEuropa nach
Amerika bkzejchnct war. lag zusam
menzerollt, unkachtet in einer Ecke.
iÄrabert hzjie eben jeinen Bericht er
stattet. Ter Kapitän blickte mißmutig
or sich ';in.
.Acrzerlich. Sehr ärgerlich!" preß
te er zwischen den Lippen hervor. .Ich
weiß wirklich nicht, was man hier ma
cl,en soll; zum ersten Wal in meinem
Leben auf See weift ich mir kein"
Rat. Also, Sie glauben auq an
e'nen Dieb stahl."
.Ich tu's nicht gern, aber ich kann
mich doch den Tatsachen nicht oer
schließen."
Die Faust des KapitänZ sauste mit
Wucht auf den Tisch nieder.
Da ioll doch dieses oder ZeneZ!
Wenn ich hn Ner! erwische '
-Trübe lächelte er seinen , Offizier
an.
.So wben wir ihn nicht kneqen.
was, Gräliert?" Und dann: .Ach so!
der Andacht lcnkt sich ja gegen eine
.sie". Auch das noch!"
Srädert nickte.
.Sehr richtig, Herr Kapitän. Aber
ich möchte 'zst meine Hand dafür ins
Feuer legen, daß diese junge Dame
mit der Geschichte nichts zu tun hat.
Man braucht das arme Kind ja nur
anzusehen "
Trotz des Ernstes der SZwatio
lachte der Kapitän laut uf. !
.Schon wieder verliebt?" i
Der .Eiste" errötete wie ein Schul
ki'abe.
.Herr KaÜän, e ist eine jung,
Dame aus bester deutscher Familie
und diese hochmütige Gräfin, die den
Bcrdacht aus sie lenkt, nimmt sie zun
erstenmal mit nach Amerika. J1
glaube nicht cn die Schuld diese
Mädchens: schon auZ ganz einfache:
Gründen nicht. Die hätte zu diel zu
verlieren und zu wenig zu gewinnen."
.Na. na! Welchen Wert hat denr
das ttoüieir
.Hunderttausend Mark sagt die
Wrasin.
Also sagen wir funsziglaufend
Mark. Und bat nennen Sie nicht viel
zu gewinncn?"
Gräber! guckte mit den Schultern.
.Ich glaube es aber doch nicht.
.Herr Kapitän."
Der stand auf und durchmaß mi!
langen Schritten mehrmals den klei
nen Raum. Dann blieb er vor dem
Offizier stehen. '
.Mein lieber Gräbert. mit Redens,
arten kommen wir nicht weiter. Wir
müssen handeln; schnell handeln sogar
Wie Sis sehr richtig sagten, muß der
Dieb natürlich immer vorausae
ekt. daß überhaupt ein Dicbstahl vor
liegt vor unserer Ankanst in
vouthampton erwischt fein."
Er blickte auf feine Uhr.
.Es ist iekt neun Uhr. Morgen
srüh um fünf sind wir dort. Wir ha
ben also acht Stunden Zeit zum Hau
deln."
.Nicht lehr viel."
.Genug, um zu erreichen, was wi?
wollen wenn wir überhaupt et;?
erreichen. Und nun kommen Sie, und
zeigen Sie mir von der Brücke herab
ganz unaussällig einmal diese wie
heilzt sie doch?"
.raulcin von Girsdorff."
Also kommen Sie."
Und der Erste Ofizier folqte seinem
Kapitän aufs Deck.
Die Uhr des Nauchsalons zeigte di
neunte Stunde. Erich Könitecke stau?
auf und reckte sich ein wenig.
.Langweiilge Geschichte," brumm
er vor sich hin. .Diese ganze Gesell
Ichast l t zu fade, als daß es sich ver
lohnte, mit ihr anzuknüpfen. Der
Russe ist auch nicht besser. Und zum
Zubettgehen viel zu früh. Ach
was "
Schon hatte er sich wieder hinge
ekt: schon hatte der Steward den
Krug ergriffen , da tönte durch das
offene Fenster eine alte deutsche S!u
dentenmelodie an das Ohr des ein
amen Gastes.
.Und geht dabei mein ElaS in dun
derttausend Trümmern, So hat sich
doch kein lliensch, kein Mensch darum
zu kümmern."
Da war Konnecke lebhaft aufze-!
prungen. Gute alte Studentenlievkr!
Die wollte er sich doch aus nächster
'jiaqz anizoren.
(Zorijehung folgt.)
tisssiKKmssssia!1
assifie
i,3,l'W'
WSWLWWWWWWWH
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You Should Read
ttlassittzierte Anzeigen.
Verlangt Weiblich.
Berlangt: Weibliche HauLbe
sorger im Parton Block. Anzufragen
im Zi,,er !l!4. 1 1-1 -1 i
nähere Auskunft wende man sich an
Frank Schmale, Halber), Ncbr.
10-29-17
verlangt: Mädchen für Hans
arbeit. Erfahrung nicht nötig .ftlci
ne Familie. Harn. 2001. 10.3047
Verlangt: Erfahrenes zweites
Mädchen Niit Emvfehliingeu. Frau
Arthur Meh, J2S Tewey Ave. Tel.
Harney 41 tf
Verlangt: Junges christliches
Mädchen sur Hausarbeiten in Fami
iie von drei Personen; gutes Heim,
Harney 8121. 10 20-17
Beilangt: Mädchen für Hans
arbeiten. Zu melden 3316 Toda!
traße. 10.2047
Berlangt: Gutes, tüchtige
Mädchen für Haiisarbeiten; keine
Wäschearbeiten; guter Lohn; muß
verstehen, zu kochen. 110 vc. 31. Ave.
Harnet, 2051. tf
Brrlangt: Ehepaar in mittle
ren Jahren für Farmarbeiten. Gu-
ter X'cijn für das richtige Paar. Zu
melden unter Box (Y. A. I., Omaha
Tribüne.
-tf
Verlangt Männlich.
Verlangt: Fünf Mann, entwe
der erfahren oder solche, die daö Be
seiimacher-Haiidwerk erlernen wollen.
Wir beschäftigen auch Mädchen und
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$1-50 pro Tag. Schreiben Sie um
Nälieres. Teshler Broom Factorl,,
Deshlcr. Nebr. '11.5.1.7
Verklingt: Farmer, im Privat
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und Notar. Krundakte geprüft.
Z,mmer 1418 First National Bank
building.
Detekti.
James Allen. 312 Nevill,
Mi. Beweise erlangt ru Krimi.
:al. und Z'vilsäUen. Alles streng
vertraulich. Tel. Luler 1136.
Wohm'ng. Douglas 801. tf,
5todak Fiuishing".
Films entwickelt, lOc für Rolle, in
einem slgc. staie Stoöot btuöio,
Ncbiile Block, 16. u. Harney, Omaha.
12.14?
Medizinische.
Erfolgreiche Behandlung der Gcvick
slarre. In der Pariser Acadömie de M6
decine erstattete dieser Tage Dr.
Azalbert Bericht über die Ergebnisse
seiner Behandlung von 17 Fällen der
gesurchleten CerebrospinalMeningi
lis, dxs Kopsgenickkrampses, der be
kanntiich bloß Kinder und junge
Männer befällt und in eincr eitrigen
Infiltration der Hirn- und Nacken
markshäute besteht. Dem genannten
Arzt lag die Bekämpfung e ner klei
nen Epidemie ob, die in Narbonne in
Südfrankreich unter Rekruten des
Jahrganges 1917 ausgebrochcn war.
Das Ergebnis der Behandlung be
stand darin, daß elf Kranke geheilt
wurden, bauen sieben oollstär.dia;
schwere Folgen blieben in vier Fäl
len zurück, nämlich einmal vollstan
dige Taubheit, zweimal Taubheit an
einem Ohr und einmal Schielen. Da
wo der Kranke nicht gerettet werden
konnte, handelte es sich um einen mit
fast blitzartiger Schnelligkeit aufge
trctenen Fall, in dem die Behandl'mg
von vornherein keine Wirksamkeit
versprach. Nach den Beobachtungen
Dr. Azalberts kann die Krankheit in
ihrem ersten Stadium die nämlichen
Symptome ausweisen wie eine akute
Halsentzündung oder die Masern; zu
ihrer Bekämpfung ist vor allem die
rasche Anwendung des Antimeringi
tis-SeruwZ in starken Tosen not
wendig. Die Erfahrungen des fran
zösischen. Militärarztes berechtigten
zu der Erwartung, daß die Kran!
heit vermittelst einer energischen sero
thnapischen Behandlung in den mei
flen Fällen heilbar ist.
Tr. H. 21. Schulz, Zahnarzt, ,
321 Omaha National Bank Gebäude.
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Er hat erst heut früh wieder ein
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Frau Prosessor: .Sehen Sie nach,
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