Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, October 27, 1917, Image 4

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    Seite '-Tägliche Omaya Tribüne-Samstag, den 27. Oktober 1917.
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V ' jm
aglickr Omaha Tribüne
TRIBUNE PUBLISHING C0.VAL. J. PETER, President.
1311 Howard Str. Telephon! TYLEB 810. Omaha, Nebraska,
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dlans: Bei strikter Boransbezahknng, per Jahr $1X0.
Application for a Terrnit to print, publlsh and distribute the Targüche
Omaha Tribuene free from the restriction of Section 19 of the Trailing with
thu Encmy Act, approved October 6, 1917, insofar as they relate to filing-
'l Translation or certain matter with tne postmaster, appueu ror witn tiie
PoKtmastf.r General on Octotn-r 6, 1917.
. Er.tercd as gccond-class matter March 1-1, 1912, at the postofllce of
Omaha, Nebraaka, uisder the aet of Congress, March 3, 1879.
nw!jfl, Ncb Samstag, den 27. Oktober 1017.
(True translation filed with the postmaster at Omaha, N K., on Oct.
27, as required by the act of Oct. 6, 1917.)
. D!s BslfHeviki-Bewegung in Uuszlaili'.
- Wer Augen sind jetzt nach dem italienischen Kriegsschauplatz gerichtet.
tvö sine neue grobe 'Offensive von den Teutschen mit einigen gröberen
Erfolgen eingesetzt Hat. Tas Ereignis, obwohl von den Kriegführenden
und in wohl informierten Sl reisen sicherlich vorausgesehen, kam doch für
uns ein wenig, überraschend. Daher kommt es auch, dafz der russische
Kriegsschauplatz mit den Ereignissen der letzten Woche ganz außer Acht
flcrateu ist., Tennoch sollte nmn der Bewegung der radikalen russischen
sinken, den Volshebiki, Beachtung schenken. Sie scheinen nach den täglich
einlaufenden Tcpcschcn in Rufzland eine grosze Rolle zu spielen. Nicht
geimg, daß sie unlängst in sorm von Instruktionen an ihren Telegaten
zur Pariser Konferenz ihre Fricdensbcdingungcn aufstellten, die den Status
Mio befürworteten und in umstrittenen Gebieten die Velksabstinimung zur
Geltung kommen lassen wollen, sie wagten sich auch daran, die Jnter
Nationalisierung oller Meerengen und Kanäle zu verlangen, was für uns
insofern vom Interesse ist, als es auch den Panainakanal einschließen
rrürde. Tadurch müßten wir die Früchte jahrelanger Arbeit und großer
(eldaUSgaben aufgeben und , überdies die PJonree Toktrin dabin ab
ändern. Tas kann und wird Uncle Sam nun einmal auch den Bolsheviki
zu Gefallen nicht tun.
ES scheint, das; es in den Köpfen der radikalen Herren überhaupt noch
selzr kunterbunt aussieht. Bei Eröffnung des provisorischen Parlamentes
nämlich sollen sie. den Tepcschcn gemäfz. erst Beifall geklatscht und später
im Protest aus dem Saale gegangen fein. Tann greifen sie Kcrensky mit
der Anklage an, Petrograd den Teutschen ausliefern Zu wollen, und vcr
pflichten sich, den Teutschen vollen Widerstand entgegenzusetzen, um im
nächsten Augenblicke eine Friedensresolution anzunehmen und einen
Waffenstillstand für alle Nationen zu befürworten. Ihr Trotzky lehnt sich
gegen das provisorische Parlament auf und ermuntert seine Anhänger,
bereit zu fein, für ihre neuen Machtbefugnisse zu kämpfen, waS russische
Zeitungen sogar veranlaßt hat, einen Bürgerkrieg vorauszusagen.
Wie dem auch immer sein mag, eines steht fest. Tie Bolshcviki
scheinen an Macht zu gewinnen, denn auf ihre Tätigkeit sind wohl die
dicken. Meutereien und anarchistischen Ausbrüche zurückzuführen, die der
Kriegsminister Verkhovöky zugegeben hat. Sollten die Bolsheviki mit
GERMAN-AMERICANS.
(Chicago Tribune.)
Among the narnes of enlisted men
cited for gallantry aboard the United
States destroyer Cassin we find:
Werchbrodt, Edv.
Hoffn;an, George
Miller, Hans
Ochl, Alfred
Klein, George
Leonhardt, E. F.
Among the eoldiers tlrowned when
a Gerrnan U.boat sank the United
States transport Antillcs were:
Ehrhfirdt, Anton
Echel, E. L.
Egert, Emest
Kleber, Otto
Faust, William
Miller, Otto
It is only a few weeks since we
heard the cry, "Germans cannot flght
Germans," but it is only a few days
since a Cterman-American rote.
"Perhaps the brightest page in the
history of this war for sreedom and
dernoeraey will be devoted to the
herois-n of German-Americans." Who
doubts it now?
Jahrhundertfeier des Deutschtums in
Brasilien.
ihren Bestrebungen nach Frieden durchdringen, oder sollte Teutschland aus
der verworrenen Lage Vorteile ziehen, du; zu einer Kaltstellung Rußlands
führen, so würde das von Amerika insofern schwer empfunden werden
müssen,- als von ihm größere Opfer an Mannschaften und Geld und!
ivn....i j - - -- . 4. i. ' . . . m . rr i - i
Ätriegvfnaienai geioroiTi muivm, ca iijrn oie con Dar iuiijen gciragcne a'hmfi
vt . . y f r it . . . r ... .r. . r . rv I v ,1 1 L
jyuroe rootji zuiauen roiro, wen es nocy ourcy reine großen Beringe
geschwächt ist und frische Truppen und unermeßliche Hilfsquellen zur
Verfügung hat. :
Auf die lkinfrage des Teutschen
Bolksblattes in Porto Alegre, ob die
im vergangenen Juli in Lomba
Grande verstorbene Frau Breitbach
woyl oie letzte öer im Jahre 1821 in
Brasilien eingewanderten deutschen
Ansiedler gewesen sein möchte, die
nunmehr auch das Zeitliche gesegnet
hätte, konnte das Blatt auf Grund
verschiedener Inschriften feststellen,
daß jetzt tatsächlich keine einzige Per
son der allerersten deutschen Ein
wanderer lebt, Frait Breitbach also
wirklich die letzte dieses Geschlechtes"
gewesen ist.
Bei Gelegenheit dieser Umfrage
bekamen die Teutschen Bolksblätt'er
auch einige sonstige interessante Mit
teilungen über bestimmte Borberei
hingen für die im Jahre 1021 g?
plante Jahrhundertfeier des
Teutschtums in Brasilien". So
schrieb Herr Carlos Pechnianu. Kar
tonnagenfabrikant in Hamburger-
später einem staatlichen Museum
überwiesen werden oder noch besser
einem deutschbrafilianifchen Muse
um, was man bei Gelegenheit der
uhrhundertfeier des brasilianischen
Teutschtums in Hamburgerberg oder
sonstwo gründen könnte."
Wenn diese Anreauna in deutsch.
brasilianischen Kreisen eine allseitige
gute Aufnahme finden würde, so soll
uns das im Interesse unserer deutsch.
brasilianischen Stammesgeiiosien
freuen. Nichts ist so geeignet, die
'Verdienste der Deutschen um die
Länder, die sie kolonisieren halfen,
naohzuweisen, wie eine obiektive. hl
storische Tartellung ihrer Tätigkeit
für die neue Heimat. Il,r gegenüber
müssen auf die Tauer selbst die gif.
tigften Lästerzungen verstummen.
Z:!L Ausbildung unserer Rekruten.
Wir glaube alle, daß bei richtiger Schulung unsere Sanünies"
sich als die besten Soldaten der Welt erweisen werden. Und eine solche
Schalung wird ihnen unzweifelhaft zuteil werden, denn Onkel Sam bat
zu , diesem Zwecke seine ersahrmsten militärischen Lehrmeister und seine
hervorragendsten Fachmänner auf allen in Frage kommenden Gebieten
herangezogen. Wahrend wir als Nation uns bemühen, eine grone amenkiT
. niiche Armee ins Leben zu rufen und die einschlägigen Probleme nach
bestem Wissen und Können zu lösen, mag es nicht ohne Jnteree fein, die
Hauptpunkts zu verzeichnen, welche nach Anficht Fernstehender hcurptfächlich
-für d Ausbildung amerikanischer Soldaten in Betracht kommen sollten.
und zwar handelt es sich hierbei mcht um wiiienschastlich begründete Theo
rien, verwickelte Fragen der Strategie oder eindrucksvolle Manöverübun
fien, sondern um rein praktische Anschauungen, die auf den französischen
Schmchtteldern geiammelten Erfahrungen entipnngen. Einer der in der
Schweiz weilenden .amerikanischen Kxiegskorrefpondcnten setzte nämlich
anläßlich feines kürzlichen Besuches eines Feldlagers, in welchem britische
Soldaten interniert sind, zwei Preise für die beste Beantwortung der
Frage crns: Was ist notwendig für die Schulung der amerikanischen
Arniee?", und bestimmte, daß nur Gemeine und Unteroffiziere ' steh an
dem Wettbewerb beteiligen durften. Mehrere hundert Aufiätze liefen ein.
und es verdient besondere Beachtung, daß fast ausnahmslos größeres
lcwicht auf bm Geist, der ein Heer beherrscht, als auf dessen Ausrüstung
usw. legen. In einem Aufsatze findet sich der Satz: Ter Kampf in
. Europa hat aufgehört, ein Kampf der Körper zu sein. Ter Geist von
Volk und Heer ringt mit dem Geist von Volk und Heer. Tie Seite,
welche ihre Kämpfer mit dem größten Maß von Enthusiasmus und der
festesten Ueberzeugung des Rechtes ihrer Sache zu inspirieren vermag,
kird als Sieger aus dem gewaltigen Ringen hervorgehen."
Tie ausgesetzten Preise wurden dem Scharfschützen des 12. Londoner
Regiments R. Ncwson und dem 2. Sergeanten des König!. Irischen Negi.
mentö A. Williams zugesprochen. Beide vereinigten sich in der Erklärung,
die unerläßliche Vorbedingung allen militärischen Erfolges Disziplin
ist. daß blinder Gehorsam und strenge Manneszucht Ziel und Zweck aller
militärischen Erziehung sein müssen. Tas Unheil, das die Russen be
fallen hat," bemerkt Ncwson, liefert einen vollgiltigen Beweis hierfür.
Während Amerikaner, die im Allgemeinen gut unterrichtet und aufgeweckt
sind, die praktischen Einzelheiten des Dienstes, Schießen, Fechten und son.
stige Lehrgegenstände der modernen 5lriegsfühnmg unschlner werden cr.
lernen können, dürfte eS ihnen große Uebcrwiiidung kosten und Zeit
erfordern, sie an eine völlige Unterordming unter militärische Disziplin
zu gewöhnen. Disziplin bedeutet nicht die Unterdrückung aller Initiative
und des Selbstvertrauens, denn schwere Verluste an Offizieren mögen es
notwendig machen, daß der Gemeine zu irgend einer Zeit das Kommando
ergreifeil und intelligent zu führen vermag, wohl aber zögerungslosen
Gohorsanu In diesen Tagen müssen Männer nicht als Maschinen, sondern
5e.,v C!,i; .;t,c.- it.,. i.;.s (,-r,;-..f .".r.- t.-ra ctc:.:..
vciutKDc ticwi. taiiifta. tun cta i;tiutt,5Uuyit.ii. uuas-ii 'A,ii,)itie ijf i i J fr q- "t cv
ab, SfcrMir mit ihren Nnterm'wnen tretm. mif h,ik sie W Slcrtrmrrm ll. oq ttvenoe. d.zayngs oas
erg. daß er schon seit zwei Jahren
an der Herausgabe einer Chronik
zum Jubiläum der ersten deutschen
.vaniburgerberq" arbeitet.
Diese soll aus Grund eines umfang,
reichen, seit langem gesammelten
Materials folgendes behandeln:
1. Entstehung des Ortes und erste
Einwanderung vor 100 Jahren. 2
Entstehung uiid weitere Entwiche,
luiig des Handels und Verkehrs von
1821 1921. 3. Die Schreckenszeit
des Farrappenkrieges 18331811.
4. Die Entstehung und Gründung
der deutschen protestantischen und
katholischen Kirchen und Schulen
nebst Regierungs schulen. 5. Der
Krieg gegen Paraguay 18GG 1872.
G. Die Entstehung und Gründung
der hiesigen deutschen und brasilia
nischen Vereine. 7. Tie Revolution
von 1801 01. 8. Tie Stellung der
deutschen Kolonie Hanibiirgerberg
zum Weltkrieg 191-1 ? und Schluß,
wort zur Jubiläumsfeier.
Auf katholischer Seite ist, wie ein
deutscher Jesuitenpater, der als Ge
schichtsforscher schon durch Heraus.
gäbe anderer Werke einen ?amen sich
gemacht hat. ebenfalls seit längerer
im öamit beschäftigt, bis zum
Jahre 1921 auf Grund einer ein.
gehenden Quellenforschung ein um
fangreiches Werk über d'e Geschichte
deö Deutschtums in Brasilien her-
auszugeben.
So sieht zu hoffen, daß der edle
Wettstreit auf allen Seiten etwas
Tüchtiges zustande bringt und die
deutsche Kiilwrarbeit in Brasilien.
setzt fo vielfach verkannt und herab.
geöruckt, ,ns richtige Licht gestellt
werde und die verdiente Anerkennung
finoe-
Auf die schon erwähnte Umfrage
hin sind, wie das genannte Blatt er.
fahrt, auch aus ihren Freude, und
Leserkreisen einige interessante, für
Oie z'uUurgeichichte des brasiliani.
schen Teutschtums wichtige Tuku
niente eingesandt worden, so z. B.
ein im Jahre 1832 in S. Leopolds
für oent!che Kolonijtennnder gedruck
tes ABC Buch, aus den? u. a. der
gewinnen, denn die Erfahrung hat gelehrt, daß je größer das Vertrauen
der Soldaten in ihre Offiziere, desto williger der Gehorsam, mit welchem
deren Befehlen genorcht wird.
Drei Eigenschaften sind für den cunerikanischen Soldaten unbedingt
erforderlich, ehe er als eine leistungsfähige Rampfmaschine bezeichnet wer.
den kann." äußert sich der Gewinner des 2. Preises, Disziplin, Enthusias.
rm,s und körperliche Gesundheit. Von diesen dreien. ist Disziplin die wich.
i'rvi, denn ohne sie verlieren die anderen zwei ihren Wert. Dem Durch.
fchn.Mamerikaner wird es meistens schwer werden, aus selbständiges Den.
fs'Tf LUsrffiSf T linffni fnrtrSmtrtrrrw Strf ifim imt?nrft.'4riMTi-fi itnVinr-
. - "v '.-y j. t. .ins v v i. va iwitl uuv. uiivi-
t.uwg erichinnci prompt Folge zu leisten, und doch muß er sich
d'e F ch'aü. ol'ue Fragen zu gehorchen, aneignen, wenn er den Wert
?;;ikr i itl.iu-'sain trj clmng nickt außerordentlich verringern will. Kör.
n riile s c u.r "5t, -fc i und Abhärtung sind angesichts der Strapazen,
d e d." .t au modernen Schlachtfeldern zu überwinden hat, unerläß.
y'l.n i.kt L'hcr die Bedeutung des Enthusiasmus als Siegesfaktor
v-isK ., C f., te..'at'scl,e Piano mag ein Musikstück mit technischer
: ..' , d. i g z i l, bringen, und doch, wie verschieden, wie voll nerien
-.ic-i kl rat e wenn es von einem guten Orchester gespielt wird. Vom
Ert.n.s'..'.'uZ gilt, nus von der Liebe gesagt wird: Er begeistert, leidet
e l.'. eix- t c'l::. Enthusiasmus ist eine unbesiegbare Triebkraft für
u ö Si.de. Lcht den anzerikanischen Soldaten die Ursachen und
,;'c t".s Utug verstehen, erfüllt ihn mit Begeisterung ob seiner Be.
' 1 n Kampfe für die Keckste feines Volkes, und er wird unwider.
:ci' l) le-.N"- gehen bis Verhallen des letzten Echufses." Dies'
Z .-S in der Tat Hinweise, deren Wichtigkeit der Beachtung der militäri
i Lehrmeister unseres MiLioamhecreS von Rekruten sicher sein dürfen.
Mayer semor lesen gelernt hat. Ein
anoerer e!er Les genannten Blak,
tes versprach, ihm einen interessanten
Brief aus dem Jahre 1832, defsen
Jnbalt sich mit dem damaligen 5!o.
lonistenleben beschäftigt, einzusenden.
Wie wäre es nun, lesen wir in
einem Artikel, wenn man im Jahre
1021. bei der Jahrhundertfeier in
Hamburgerberg, eine,, Ausstellung
solcher 5lulturdokumente. die für d:e
Entinickelungsgeschichte des brasilia.
nischen Teutschtums wertvoll find,
veranstaltete und mit der Sammlung
solcher Gegenstände schon jetzt be
gänne? Die Redaktion des Deut,
schen Volksblattes" hat sich cnt
schlössen, einerlei, cb nachher die
Ausstellung zustande kommt oder
nicht, schon jetzt zu beginnen, solche
Gegenstände, die ja, vereinzelt auf.
bewahrt, wertlos sind und allzuleicht
zu Grunde gehen, zur Aufbewahrung
bis zum Jahre 1921 entgegenznneh.
nie., Tas Eigentumsrecht soll dabei
jedem Einsender vorlaufig gewahrt
Tie deutsche Sprache in der Schule.
Die Tatsache, das; die Per. Stan
teil zur Zeit mit Teutschland im
Kriege liegen, hat in verschiedenen
Städten des Landes zu Bestrebungen
für Beseitigung oder Beschrankung
des Unterrichts in der deutschen
Sprache in den Volksickulen geführt
Bestrebungen solcher Art sind AuS
hi)e kleinlicher Tenkungsart und
als solche zu bedauern, sagt treffend
oie venopoft" m Elncago. "em
deutschen Volke tut man damit keinen
schaden: eher schon dem hiesigen
Deutschtum- Ta aber unser amerika
nisches . Teutschtuni doch schließlich
ein Teil unserer Nation ist, so soll
ten jene Leute, die jetzt wie ein Stier
auf alles losstürzen, was deutsch
heißt oder ist. jener alten Fabel ge
denken, in der die Glieder dem Kör.
per ihre Tienste verweigern. Alle
Gjjsde? einer Nation müssen Ziisam.
menhalten, wenn der Organismus
nicht leiden soll. Das Deutschtum ist
ein Teil des Organismus. Verwei.
gert man ihm unbilliger Weise die
Nahrung, die man den anderen ge
währt, so schädigt man es zwar, aber
zugleich auch den ganzen Organis
mus. 'Warum sühren die Hetzer Krieg
gegen die deutsche Sprache hierzu,
lande? Haben die Amerikaner deut,
scher Abstammung nicht dasselbe
Recht, ihren Kindern die Keiintnis
der Sprache ihrer Eltern zu crhal
ten, wie die Amerikaner anderer Ab.
kunft? Glaubt man die Kinder deut
scher Eltern dadurch, daß nian sie der
Möglichkeit bcrmibt, die Schätze deut'
scher Literatur sich zum geistigen Ei
gentum zu machen, in bessere Ame
rikaner zu verwandeln? Solche Poli
tik hst sich bisher noch stets als ver.
fehlt erwiesen. Wie lange ist es denn
her, seit unsere amerikanischen Blät
ter die preußische Schulpolitik ver
urteilten, weil sie sich d'e Ausmer
zung der polnischen Sprache in den
Schulen der ehemals polnischen Lan.
desteile zur Ausgabe gestellt hatte?
Auch sie war ein Fchlschlag. In den
Schulen sprachen die Kinder zwar
deutsch, aber außerhalb derselben
misschlicßlich ihre Muttersprache.
Mit Zmangsmaßregeln ans diesem
Gebiet ist man noch nirgends weit
gekommen. Die Kinder der Amerika,
ner deutscher Abstammung haben sich
:n unseren schulen stets durch Fleiß
und große Anpassungsgabe ausge
zeichnet. Sie haben willig und schnell
die Landessprache gelernt und wer
den das auch weiterhin tun. Ter
englischen Landessprache muß in
allen unseren Schulen unter allen
Umständen der erste Platz einge
räumt und der Unterricht in allen
Fächern sollte in ihr erteilt werden.
Wenn die Gemeinden aber dem gro.
ßen Prozentsatz deutscher Abkömm
linge daneben auch noch Gelegenheit
geben, sich bessere Kenntnisse in der
Sprache ihrer Väter zu erwerben, so
ist es unverständlich, wie das den
Kindern oder der Gemeinde oder gar
der Nation irgendwie zum Schaden
gereichen sollte.
Aber will man auch von diesem
Grunde für die Beibehaltung des
deutschen Sprachunterrichts ganz
absehen, so sollte doch schon eine ein
fache Ueberlegung genügen, um sei.
neu positiven Nutzen für die nächste
Generation darzutun. - Ter trieg
wird nicht ewig dauern, und nach
seiner Beendigung tvcrden die sich
jetzt bekriegenden Nationen ollen jetzt
von gewisser Seite geplanten Hau
delskriegen zum Trotze ihrer Ha,
delsbeziehungen wieder aufnehmen.
Tie Kenntnis fremder Sprachen
wird dann noch eine weit gebieteri
fche Notwendigkeit sein, als sie es
bisher schon war- In allen Ländern
lernt man eifrig fremde Sprachen.
W scheint undenkbar, daß man hier,
zulande so kurzsichtig fein sollte, den
Kindern die Möglichkeit, sich solche
Kenntnisse anzueignen, zu nehmen,
weil wir uns gerade im Kriege mit
der betreffenden Nation befinden.
Außerdem vergesse man nicht, daß
der deutsche Sprachunterricht nicht
einmal obligatorisch ist! Tas Kind,
das kein Teutsch lernen will, ztvingt
Niemand, an der deutschen Stunde
teilzunehmen. Trotzdem haben sich
viele Tausende von Kindern nicht,
deutscher Eltern cm deutschen Un
terricht beteiligt, weil sie sich von
der Kenntnis des Deutschen Vorteil
für ihren zukünftigen Beruf der.
sprechen. Und mit Recht. Die Zeit
rückt schnell heran, da Amerika die
tonangebende Weltmacht sein wird,
der gehen werden, um den Produkten
unserer Industrien Absatz zu vev
schaffen. Ohne Kenntnis der Welt
sprachen ist aber da ein Erfolg für
sie nicht möglich. Nur kleinliche
Engherzigkeit kann sie dem ver
schließen.
Es ist-eigentümlich, daß gerade
Amerikaner sich solcher Kurzsichtigkeit
schuldig machen sollen. In England
denkt man in dieser Hinsicht ganz
anders. Im Julihest der English
Review" berührt der Verfasser eines
Tie Erziehiingssrage" betitelten
Aufsatzes die gleiche Frage und
kommt dabei zu folgenden Schlüssen
Nach Beendigung des Krieges wer
den wir in einer Welt leben, die
wenigstens 100 Millionen Deutsche
enthält. Von diesen sind mir ein
Trittel Preußen. Wir können in
folgedessen deutsche Wissenschaft eben,
so wenig außer Acht lassen, wie deut,
sche Kriegskunst, deutschen Handel
und deutsche Industrie. Man hat
alle diese deutschen Errungenschaften
überschätzt, aber das sollte uns nicht
verhindern, sie auszunützen. Taö
würde Torheit sein, und zwar eine
Torheit, deren sich die Teutschen je
denfalls nicht schuldig machen wer
den. Die internationalen Beziehun
gen werden sichnach dem Kriege viel
intimer gestalten, im Laufe der Zeit
auch mit den Teutschen. Darm
müssen wir Engländer in Zukunst
französisch, deutsch, italienisch und
spanisch viel intensiver lernen, als
bisher. Von Jahr zu Jahr wird
die Notwendigkeit für den Studieren,
den der Geschichte, Philosophie oder
Theologie, französisch, deutsch oder
italienisch lesen zu können, dringen,
der werden, und alle Studenten soll
ten darauf sehen, diese Sprachen nicht
bloß lesen, sondern auch sprechen zu
lerne!?. Ter moderne Engländer ist
mit dem alten Griechen zu verglei
che; er bringt den größten Teil sei.
ner Zeit im Freien zu und spricht
bloß seine eigene Sprache.
Diese Unkenntnis moderner Spra
chen stellt eine der größten Lücken im
englischen Erzichuiigeinesen ha
Bon Wales und deut schottischen
Hochland her wissen wir, wie hoch der
Wert der Toppelspwchigkeit einzu
schätzen ist. Kinder erlernen eine
fremde Sprache fast mühelos: denn
in jugendlichem Alter ist das Gehirn
ebenso leicht an neue Worte und
fremden Klang, zu gewöhnen wie die
Zunge. Außerdem würd? die Ein.
führmig in eine fremde Anschauungs.
weise eine wertvolle Beihilfe zur
Ausmerzuiig gewisser tiefeingewnr.
zelter bigotter englischer Borurteile
sein." Jeder Verständige wird die
Ausführungen dieses Engländers
nur unterschreiben können.
The New Ccntnry Club.
Unter dem Namen The New
Century Club" ist im Heim deö
Omaha Musikvereins ein neuer Ver.
ein ins Leben gerusen worden, der es
ich zur Aufgabe gemacht hat. das
gesellige Leben zu fördern und dem
Leben die beste Seite abzugewinnen.
Unter den Auspizien dieses Clubs
findet am Freitag abend, den 2. No.
ember. im Mufikverein ein Tanz.
vergnügen statt, zu welchem alle
Freude herzlich eingeladen sind. Tas
Komitee besteht aus folgenden Her
ren: A. I. Konrad, Karl Haarmann,
Geo. Heidekamo. C- N. Miller. E.
L. Rcese. Walter Schroeder. Carl
Stangel, Wm. Sternberg.
Mit fast vom Rumpf abge
trenntkin Aoj)se wurde der 21 Jjy
alte Tomingo Eonzalaz, ein fc-p
nier, der in Rewark. R. I., ein Zim
merhaus für Spanier führte, von
seiner Gattin tot aufgefunden. Frau
Gonzalaz erzählte der Polizei, dafz
sie durch einen Luftzug erwachte und
nach ihrem Gatten reichend, etwas
Feuchtes fühlte. Da er nicht ant
wortete, sprang sie aus dem Beti
und zündete die Lampe an. Dann
sah sie, daß fein Kopf fast vom
Rumpse abgetrennt und das Bett
blutbefleckt war. Sie schrie auf und
fiel in Ohmnacht. Auf ihr Geschrei
kamen die Spanier herbei, von ve
nen etwa hundert dort logierten, di:
meisten aus Südamerika und in lo,
kalcn Munitions-Fabriken beschäf
tigt: Die Polizei nahm die Frau
und 28 Spanier, die in derselben
Etage wohnten, fest und brachte sie
zum Verhör nach dem Hauptquar
tier.
Einseitig. Cchneidermei
fter: Die linke Westenta,che hal ex.
tra fefteö Futter; Sie haben doch :
gewiß eins goldene Uhr.,..
Herr: Und die rechte nicht? Ich
habe doch auch einen goldenen Trau
ring."
Gelungen. Pantosselheld
(ohne Hausschlüssel, als er einen
Spitzbuben ertappt, per eben mit
Tperrhaken die Haustüre öffnen
Will: Eehn'S. fan'S, lernen'S das
mir a bisferll"
Einschätzung. Parvenü:
.Ich weiß nicht, warum Sie von
dem Herrn so viel Aushebens ma
chenl" -
Erlauben Sie, der Mann ist ei
ner der bedeutendsten Pianisten!
Hm besserer Akkordarbeiter!'
iiik mm fort
IN THE Mio".
' In the grcat cyclc of jirogress
ihe opportunity of being the
greatest port and cornraercial
centcr in the world lias corn to
New York. It is instructive to
trace the Course of history that
has changed the currents ot
cornnicrcc, the location of . trade
routes, and at last has tlirowa
dominatiost at our heads,
whether we will or no.
All during the middle ages
the commercial, financial and
shipping center of the world
was in Italy. Venice and Genoa
ftrove for the palm. The great
rade was between western
iiurope and the Orient, via the
lediterranean. At the western
nd of the route were the Italian
cities, which transshipped, stor
d and distributed goods for
tne western world.
The Saraccns took Constanti
nople, conquered Egypt and
closed the overland routes to
Persia, India and China. There-
with the glory of Venice and
Genoa departed. In search oi
a sea route to Asia, the Portu
guese sailed round the Cape of
Good liope and Lisbon became
the world's port, the Clearing
house between cast and west.
The Portugiese were navigat
ors, but not merchants. Nor bad,
they the financial strength to
handle the trade they bad
brought tipon themselves. The
Durch had the money and the
Merchandising skill; they were
also sailors. They drove the
Portuguese out of the field they
had discovered. Antwerp on the
Scheldt replaccd Lisbon.
Amsterdam, also Dulch, re
placed Antwerp and was the in
ternational world center until
the Uritish fleet drove van
Tromp off the seas and wrestej
for Great Lntain the eastern
trade.
London's dominion was built
upon the monopoly of the Eng
lish East Indies Company and
the monopoly of the trade of the
Xorth American colonies.
The products oi the old east
ern and the new western world
had to come to London in lirit-
ishships, and in London be;
stored, financed, sold, transship
ped to other lands. As shipping
center London to-day must dis-
pute the palm with Liverpool,
Antwerp aizd Hamburg; but as
warehousing and financial nns
tress of the world, the city on
the Thames still reigns supreme.
Until three years ago New
York was great because it was
the "chief outlet of a continent.
We were not a transshipment
nor re-export center. London
did .our international financing
for us. we paid in Sterling ex
change and we were paid in
Sterling exchange.
To-day we have risen to be
the greatest rnanufacturing na
tion in the world. That rneans
that unsold cargoes of wool,
hides, sugar, t rice, jute will be
consigned to New York to be
sold en route or stored and dis
posed of in the - market that
5erves the world's chief in du
strial center. ' 'Work for the
warehouse3 and the bankers
who carry these products!
The re-exportation of these
goods to minor markets will re
sult in a large volunie of freight
to be added to our domestic ex
ports and so supply the basis
for more varied and frequent
ooean Service from New York.
Our export trade has risen
from two and a half to six bil
lion dollars a year. Every one
is buying in America. Eecause
of the paralysis of non-war in
dustries elsewhere and because
of the great purchases from
America that 'must be made for
reconstruction, all the world is
going to want dollar exchange
dollar exchange mcans "the
right to reeeive money in New
York." Eecause dollar exchange
is generally acceptable it is go
ing to become a Standard me
dium of payment between for
eign countries. American banks
are going to get a part of the
rieh toll that London exacted
from merely acting as an inter
national financial Clearing house.
The course of events destines
us to commercial leadership.
What sort of leadership that
will be depends upon us. We
can, if we insist, prove so in
capable that the opportunity
will be taken from our grasp
New York needs a great deal
of constructive thought and
constructive planning before she
is ready to take the place of
London. We need a new spirit
of co-operation between du siness
men. We need a new spirit of
co-operation between govern
rnent and business.
(New York Eyening MaiLl,
CONSCRIPTION IN CANADA
AND IN m STATES.
. The formation of a coäÜtion
cäbinet in Canada, consisting of
Conservatives and Liberab, who
are pledgcd to cornpulsory mi
litary Service, is an assurance
that the conscription act recent
ly passed by the Canadian pari
liament will be enforced. Ths
only hope of the Opposition ap
pnrently is to retiirn a hostilei
majority to parlianient at tha '
general elcction announced for,
january.
We have been sornewhat at
a loss in this country to undcr-
stand the antagonisrn toward
conscription in large sections
of Canada. Considering the lies
of blood that link our Canadian
neighbors both to England and
France, we assurned that they
would be more willing than tha
United States to subrnit to corn
pulsory Service. Yet the con
trary has been true. If Charles
E. Hughes or Theo. Roosevelt
undertook a carnpaign against
conscription in this country we
should have a Situation sorne
what analogous to that in Ca-
nada, where Sir Wilfrid Laurier,
the leading figure in the Lib
eral party, is pronioting the
agitation against the conscrip
tion act.
We should not sorget, how;
ever, that Canada has raised an
arrny of some 400,000 nien by
the voluntcer systern. Thai
nurnber is said to be equal in
Proportion to 5,000,000 from the
United States. And the Cana
dians have given good aecount
of themselves on the battlesieldj
they have done, and are domg,
their share in this war for de
moeraey. It is not apparent that anti
conscription agitation in Ca
nada arises from any flaw or
break in the national über. The
Canadians as a whole, we be
lievc, are determined to "carry
on, and nene more so thau
those who have al ready joincd
the colors. It is largcly among
the French Canadians that the
anti-war Propaganda has found
the most willing audience, and
the reasons for it s ready accept
ance are rooted in the Isolation
long maintained by that clement
of the Canadian population,
Impartial observers bclieve
that the Canadian govern
ment could have enlisted the
support of the recalcitrant pro
vinces if the right methods had '
been adopted from the outset, -,
The minister of mihtia, it ap
pcars, allowed partisan consi
derations to dictate bis policy,'
with the natural result of furth
er alienating the French Cana
dian population. j
Eut the big mistake was the
failure to adopt conscription
earlicr in the war. It is certain
that it could have been done
with little difficulty in the first
flush of war spirit, and it would
have insured Canada against
much of the internal disturb
ance she has experienced. In
Canada, just as in England, the
voluntcer systern has proved
unfair and undemoeratic. It has
taken men who should have rc
mained at home; it has called
forth an exorbitant quota from
certain communities while leav
ing others untouched. It has en
listed practically all Canada's
best blood and lest the slackers
and second rate men at home.
Worst of all, the Canadian
divisions now find themselves
without nieans of recruiting
adequate reserves. Canada must
now resort to conscription.
An American lawyer who haj
lived many years ' in Toronto
puts the Situation in these
words:
"There are only two alter
natives for Canada, and no
amount of oratory or political
maneuvering will alter their
finality; either Canada must get
more men by conscription or
quit the war gradually, per
haps, as one by one her divi
sions fade away, but none the
less certainly. Quit or conscript,
tnere is no other choice.
We are fortunate in already
having adopted conscription for
this war. But the alternatives,
"quit or conscript," have a wid
er significance than in their ap
pljcation to this particular Con
flict. The voluntcer System
must always remain essentially
undemoeratic; it is always Sub
ject to limitations- that tnake it
frequent'.y unreliable. It is bet
ter to establish conscription at
the beginning of war than in
the middle of it, but it is bester
still to have adopted conscrip
tion long before, and to main
tain it as a continuing policy.
The only safe reüance for a
great nation is universal mili
tary training and Service.
Chicago Tribune.)
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bleiben. Die Gegenstände könnten da Amerikaner in aller Herren Län Abonniert aus diese Zeitung.