Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, August 23, 1917, Image 2

Below is the OCR text representation for this newspapers page. It is also available as plain text as well as XML.

    'Täglich, Omaha ZtiMne. '
Utttcr Kritischer Nelruchtuui)
Die Rcde Llshd HZkorgcS nach der Mkrikanifch, Krlcgserflärung.
Zu? Rede des englischen Minister
Präsidenten Lloyd George bald nach
z.'r st riq Verklarung der Ver. Staa
en Deutschland schreibt ein deut
scher Korrespondent einer Schweizer
v
. Ulchi ersichlllchea E runden
stellte Lloyd George seinen Zuhörern
die Dinge so bar, alZ ob die ameri
kanische KriezserNärung in Deutsch
Zand a'3 ein nebensächliches Ereignis
ßern. .Schiffe! Schiffe! Schiffe!"
ruft Lloyd George den Amerikanern
zu. Das ist ganz die Auffassung
Deutschlands. Endlich zeigt sich also
zwischen den beiden Landern einmal
eine Uebernnstimmunz, eine Ueber
stimmung darüber namkich. daß das
Problem deö Schiffsraumes den
Krieg entscheiden werde. Nichts
anderes hatte aber auch Hindenburg
in feinem bekannten Interview er
A -' .'
-t - -JJ? W 3BSiW"ar -
tr4&3Ui
J-Hrvt. U'.-lk
vtÖ?rirvraC
fj---jr; ?-
8 .-' i
' ' JCil
' VM
v"i -v-. . Ci'
V- -VaiäV
"
.-"W(.. .if-f
äLMäLSTMMZü
3rv VMK
Teutsche Soldaicn beim Fischfang am User der Mosel.
kicht genommen worden sei. Das ist
nicht richtig. Die deutsche öffentliche
Äcinllng hat die ganze Tragweite
:icf:Z Schrittes, besonders in Wirt
ichzfUicher Hinsicht, nicht verkannt,
wichtig ist. daß trotz dieser Erkennt
-Z die Nachricht von dem amerika
::ische Eingreifen mit einer Gelas
r.heit aufgenommen wuroe, die nicht
xeljt überboten werden könnte. Das
hat zunächst den psychologischen
Grund des überlangen Anreizes, ei
nes Anreizes, der nun seit Jahr und
Tag ununterbrochen andauerte und
schließlich zur Gleichgültigkeit führen
mußte. . Dann ober ist man in
r
!
4
; 1- t f4.'
' A . iüi
i sxm i
- i.
r ,
l.
- '
7 I !
A
. M,
" , . '
i-.
..U'
4 As '
: "r,
m
m.
t JBIfc - -
irnL
Ä4
''"l ;
. s , '-V : V5j ,r 1
- M . Jr "..-r,-. , i . , li
l mnsi
l
Felwraue Emauartierung nimmt von
, it.--- t-.:t.:l.. 1K!,-1 nln mit
j., ljLtn jimtUfUUyCll
' ; denen sie im fchönljen Einvernehmen
i " gestanden, Abschied.
Teutschland allerdings der Ansicht.
la ei praktische Einwirkung Ame
titai aus die europäische Kriezfüh
rnnz ilbtt das bisherige Maß hm
ßui nicht leicht möglich sein werde.
Za$ den Worten Lloyd Georges half
.Irnerifa ja bereits als neutraler
Ziaat die Schlacht von Arras ge
sinnen: .Amerika baute GeschüZe,
erstellte Munition, lieferte Maschinen,
äsn. sowohl das eine wie das andere
H fabrizieren, lieferte Stahl, und
zwar dank der wunderbaren Anpaz
sfähizkeit. dank dem erfinderi
itn Geiste des großen Voltes, das
diesen großen Kontinent bewohnt. . ."
So iah also, nach englischem Zeug
niZ, die Neutralität Amerikas aus,
uns rnan glaubt nun in Deutschland.
dak eZ den Amerikanern kaum ge,
Iin?,en werde, diesen Anteil an der
Kriegführung in absehbarer Zeit in
rennenZwertem Umfange zu verzrö
klärt, und es ist deshalb nicht recht
einzusehen, warum Lloyd George bn
dem deutschen Heerführer eine Auf
fassung nicht gelten lassen will, zu
der er sich selbst vurch seinen dreima
ligcn Hilferuf nach Schiffen in so
drastischer Weife bekennt.
Es versteht sich von selbst, daß
Herr Lloyd George auch üoer die
Motive vcs ameruanischen Eingrel
fens gesprochen hat, uno daß oiese
Motive in seinen Augen rein ideeller
Art sind. Sie sind ebenso ideell wie
diejenigen der andern Entemeftaaten,
von denen Lloyd George mit vielem
Pathos versichert, daß t keinen ist
oberungZkriez, sondern einen Frei
hettikamps fuhren, watzreno er zwei
Minuim später den Rdem als die
künftige Grenze 'Deutschlands andeu
tet. In Deutschland wird man die
en Idealismus nach Gebühr zu
schätzen winen. Die ganze Art, wie
Wiizon auf seine Kriegspolitik hm
arbeitete, wie er den Meiito-wr
schenfali für diesen Zweck verwertete,
wie er mit allen Mitteln die Leiden
schaft seines Aoltes bis zur Siede
Hitze steigerte dies alles uns die
dugendfachen Versicherungen der
deutschen Regierung, daß sie mit
Amerika in zfruden zu leben wun
sche. hindern loyd George nicht, vor
aller Welt zu erklären, daß Deutsch
land die Vereinigten Staaten zum
ktitz herausgefordert habe. Der
Unterieedootkrieg? Man ist v
Deutschland fest überzeugt, daß er für
Amerika genau so nur em Äorwand
war, wie die Äcrletzung der belgi
scheu Neutralität, einen Ädrwand sur
England bildete. In Wirklichkeit sie
hen andere Dinge auf dem Spiel.
Genau wie seinerzeit Frankreich an
Rußland, so wurde in diesem 5triege
Amerika durch seine Anleihen an die
englische Politik gefesselt. Die Ver
kettung ungeheurer Gold und Wirt
fchaftsinteressen zwischen der Union
und England würde im Falle einer
englischen Niederlage katastrophale
Folgen auch für Amerika nach sich
ziehen. Diese Niederlage unter allen
Umständen zu verhindern, war der
Zweck und war der einzige Zweck
der ganzen amerikanischen Politik,
wobei man zugeben darf, daß Wilfon
persönlich den Krieg vielleicht nicht
wollte und erst durch die Macht der
Ereignisse, und besonders durch das
Scheitern seiner Friedensbemühua
gen, zu diesem Entschluß gezwungen
wurde. Nur in diesem Zusammen
hang wird die ganze Entwicklung der
ameruanlichen Politik verständlich,
Man hat in Deutschland diesen Zu
ammenyanz endtiz erkannt, man
j hat sich mit ihm in aller Ruhe abge
sundell, und man wird mit Äuldie
lunz oer ganzen Vollökra't oersu
chen, seinen Wirtungen zu begegnen.
Äber was man in Deutjchlano nicht
mehr verzieht, und wovor man nach
gerade einen gelinden Etet empsin
oct. ist die Tatache, daß die
laatsmanner der Entente noch un
mer daraus ausgehen, sich seldr Mit
einem politischen Heitigenichem zu
umgeben.
ittt Lloyd George hat bann in
jeiuei Rede viel von der msen
ourg-Linie gebrochen, tir hat die
leii egrisf aus bad politische Geoiet
u vertrage uno mit großem Avcheu
oaoon erzählt, wie Deiiand in oer
ergangciiyeit oeruchl yave, sich in
sie inneren LZerYatlniize anoerer
Staaten tiuzumi(uen. i'ian mugie
ein ganzes uch chreiben, um dicie
dcijaußiuiu aut islce Riaztiuieit zu
pruren, aller wir teilen eoenjaus
uruius den iuücheu des engii,cyen
cinlnerpilisioenlen vor allen derar
ligen versuchen. Wie teilen auch
ovuiommen leine Ansicht, dag ieües
et te und lelosiandige siiod bau Dltäjt
yadea musie, nach eigenem Willen
ein iÄluck und logar cm Unglück zu
uazen, und m Anwendung oieics
csrunofzizes hat ja zum Beipiel sie
seuliche Regierung wicderyou seier
iich versichert, dag sie sich leöer
mischunz in die rusijcyen Vorgänge
enthalte, ilann der engliich erlre
ter in Peteisoura von iiq das geiche
erllärenk Hat England nicht bei der
Gestaltung der inneren ÄeryStlniiie !
oriechenlanoS einen recht regen An
:eil genommen? Hat es durch eme
irttchallichen Maßnahmen nicht m
die innere Freiheit oer europaiichcn
Neutralen ziemlich erheblich ringe
griffen? Und kann man nicht über'
yaupt sagen, daß die Hmdendurg'i
nien englischen Druckes und engn
schcn Zwanges heute kreuz und quer
über den ganzen Erdball lausen, ohne
auch nur em einziges Land zu ver
schonen?
Nach unserer Meinung hatte wys
George, der mit diesem Ausdruck
ß. " V. '
'
-? TJ-b- ,
V MAlvjli.
rm-i 1
' - "' r?i u -"MM. MkM
'
tm creA
um. tui-m
nmi
t & i i
M
r ' l st .
' i -ff i-i - r
's-' --z f-M-
- ' r:wmilr
' . - i j w rri h-- S'
-ii'L. --:
jL.i'tl'mniz
i
4 l'IW
-S ' i ( , I
? u
r " X. -Cx Hl
-Jr1AMm-
TSWFIW.
.-!,r 'kirsil
v.i.'jäu". m
kömgltch. Schloß in Sofia.
thu Gehör.
Das Gehör ist einer unserer wich
ticisten Sinne, und obgleich wir bei
weitem nicht dieselbe Schärfe .des Ge
höres besitzen wie piele Tiere, sind
Zoch die Leistungen, die der Mensch
mit dem Ohr und seinem Gehörsinn
zu erreichen vermag, außerordentlich
große. Gewohnheit, ebensoerhaltniffe.
in vielen Fällen auch besondere Sau
verkeil im Innern des Ohres befähi
gen manchen Mensch?, sehr fein zu
hören. Wo andere Menschen noch
gar nichts vernehmen, unterscheide
sie schon deutlich Geräusche und Tone.
Ein Hund allerdings hört noch auf
viel weitere Entfernung als ei
Mensch, und wenn der feinhörigste
Mensch noch nicht daS Mindeste merkt,
wird der Hund schon langst ausmerk
sam und unruhig.
Ein interessantes Experiment hat
der Zufall vor einigen Jahren in ei
nem englischen Osrte hervorgebracht.
Auf dem Gute eines englischen Lords
wurden zu einer oefilmmten tztunoe
am Abend die Fasanen jedesmal auf
geschreckt. Dieses Erschrecken r
Liere erfolgte in einem ganz bestimm
ten Augenblick und unter Umständen,
die ganz unerklärlich waren. Durch
einen Zufall gelangte man zu einer
Entdeckung, die man schließlich durch
sorgfältiges Vergleichen der Uhren
bestätigte. Um sechs Uhr abends fiel
in dem 64 Kilometer entfernten Ha
sen an der englischen 5tüste der söge
nannte Abendschuß aus k'nem Ge
schütz. Selbst wenn der Wind ge
nau von jenem Hafenorte her stand,
war es einem menschlichen Ohr un
möglich, auf eine' Entfernung von 64
Kilometern noch den Tonner des Ge
schützes zu vernehmen. Aber die Fa
sanen mit ihren feinen Ohren hörten
ihn und wurden an jedem Abend um
ciese Zeit durch den Tonner des
Schusses erschreckt.
Was hört man am weitesten in
der Natur?
Die Antwort ist leicht gegeben; sie
lautet: den Tonner, und feit Jahr
.WI"
mtfö
fc ?n -
fc i v
-' ' j lJt? ,
- t&i'T v'.lw'
I 'I,f
J' S'-y A
c. - 'mr,,,:il- " ji- i -i , xtis w. -- -.m
?" --'V Urz:imtm
i - " k -
":?ZZs.- ' " IJhi'ivift - : 1
f :V
--"fvV -'Lsy'-w y$
w..-, . tä4VF'&'5v mBVS '
Wch?DUGÄtzWKckchUM
AAjVkMZGV
il
Republik an Marino.
oon der HindenburgLinie offenbar
ein neues Schlagwort prägen wollte,
entschieden bezier getan, von diesen
Dingen nicht zu reoen. Er hatte es
besonders deshalb vermeiden sollen,!
weil die Entente m ganz onen er
tlärt hat. auch in Deutschland eine
mächtlgeHmdenburg-LlNie errichten zu
wollen, eine Linie, die nichts weniger
anstrebt, als das deutsche Volk von
seiner Regierung zu trennen und es
auf diese Weise gefügig zu machen.
Mag man nun über monarchische
Institutionen und ähnliche .inge
denken wie man will, so wird man
doch jedenfalls diese Kampscsart we
niz sympathisch finden, uns man
wird besonders erstaunen, wenn sie
oon Leuten angewendet wird, deren
zweites Wort das Selbstbestim
mungsrecht der Nationen ist. Pran
öent Wilson hat bekanntlich die,es
Unterfangen damit begründet, daß
das deutsche Volt als solches un
schuldig und nur durch seine Regie
runz in den Krieg getrieben worden
sei. Aber wenn das Kriterium, das
Wilson damit, ausstellt, entscheiden
sollre, dann mu'.e kein Regierung
Haupt schneller von. der Vilöfläch
verschwinden, als er selbst. Das
amerikanische Volk rn seiner gcwai
tigert Mehrheit ist sicherlich nicht krie
gerisch gestimmt geweien: man
braucht nur daran zu denken, mit
welchen Schwierigkeiten Wilson noch
vor 'kurzem zu kämpfen hatte, um
auÄ nur die Bewaffnung der Han
delöschisfe durchzusetzen. Wenn also
in irgend einem Lande der Kriegs
wille nickt aus den Manen empor
stieg, fondern ihnen von oben her
aufzezwungen wurde, dann war es
m den Vereinigten Staaten. &t
rade ihr Beispiel zeigt mit erschrecken,
der Deutlichkeit, wie sehr die Ver
Hältnisse in dieser Beziehung überall
die,elben sind,wenn auch die Methoden
noch so verschieden sein mögen Aber
wo.: im fremden Lande als Verbrechen
gilt, das scheint rm eigenen erlaubt
zu sein und die angebliche Hinden
burgLinie, zu deren Vernichtung sich
eine ganze Welt verschwört, will man
mit größter Seelenruhe aus deutschem
Boden richten. Ist eZ denkbar.
daß aus diesem GeisteZzustand eine
Gesundung der Volker entsieht und
daß diese politische Moral die Mensch
heit von ihrem Unglück erlösen könn
lu?
klingt aus einiger Entfernung wie
Äufcn und Schreien,! wie Weinen und
Jammern. Der eigene Atem kann
unö in stiller Nacht täuschen, wenn
wir verschleimt sind, so daß der
Atem eine rasselnde Bewegung her
vorruft. Besonders im Halbschlaf
und im Traum ist man durch Ver
schleimung und das dadurch beern
flußte Atmen den ärgsten Täusch
gen unterworfen. Im Halbschlaf
wird das Knistern des Materials, mit
dem unser Kopfkissen gestopft ist, zu
Probe geben (Fig. 2). Solche In
strumente hat man auch in England
bei der Untersuchung über daS Hö
ren in Luftballons verwendet und
hat damit staunenswerte Erfolge er
zielt. Daß durch Röhren, die söge
nannten Sprachrohre, der Schall der
menschlichen Stimme außerordentlich
verstärkt werden kann, ist ja allge
mein bekannt, und daß Taube sich
besondere Röhren in die Ohren stet
ken, die sogenannten Hörrohre, weiß
jedes Kind. Wenig bekannt aber ist
S"j
k
QY-jr .VT -
k-' r
I
! ... " ix
TwÄ
jjdV tfjttj "yj'l
sBW .
Ciy' I lY'" i rjft
7i, Vf. m
I '' 1 - Yt'A
A M
0! w im
tausenden sind unsere Vorfahren der
Ansicht gewesen, daß man nichts auf
weitere Entfernung in der Siatur ver
nehme, alö den Donner. Das ist je
doch ein Irrtum. Wenn man bei
cinem Gewitter, wcihes Heraufzieht,
langsam zählt, sobald man den Blitz
sieht, und zu zählen aufhört, wenn
der Donner erfolgt, so wird -man
schon, wenn man bis 10 gezählt hat,
i.ur ein leichtes Rollen des Donners
vernehmen, selbst wenn der Blitz noch
so gewaltig gewesen ii, uno oocy ,ji
dann das Gewitter nur ungefähr 3'
Kilometer weit entfernt. Aus diese
Entfernung aber hört man in stiller
Nacht auch das Bellen eines Hundes,
und 10 Kilometer weit vernlmmk
man deutlich das Heulen einer
Schiffs-Sirene.
Die Ballonfahrten haben uns diele
neue Aufklärungen über die Verbrei
tung des Schalles in der uft und
über das Gehörvermogen gebracht.
Durch sie haben wir erst genauer ten
nen gelernt, waö man allerdings
schon früher durch Experimente auf
Türmen zum Teil festgestellt hatte:
daß der Schall von unten nach oben
viel leichter dringt, als von oben
nach unten. Selbst in kolossalen Hö
hen hören die Insassen des Ballons
noch das Gebell von Hunden, das
Pfeifen der Eisenbahnzüge, aber auch
das Hochrusen von größeren Men
fchenmengen, das Rauschen von Was
jerjällen und das 'Geräusch der In
duftrie. Won oben nach unten dringt
der Schall viel weniger aus, was
wohl damit zusammenhängt, daß die
Luftschichten nach oben sich perdünnen,
die Schallwellen also, die von unten
nach oben kommen, sich leichter e
breiten können, denn sie aus der dün
nen Luftschicht in die dickere ' über
lautem Dröhnen, ebenso wie Fieber
kranke und Irrsinnige durch lÄerau
sche, die lediglich aus der Lagerstätte
kommen und durch ihre Bewegungen
entstehen, sich oft außerordentlich be
fchwert suhlen.
Man nehme einen Feuerhaken oder
einen Eisenstab, Ibesestige ihn mit ei
ner Schlinge in der Mitte ernes Fa
dens, stecke sich dann die beiden Fa
denenden mit den Fingern in die
Ohren und schlage mit dem Eisen
lab pendelnd rechts uns unks an je
te Gegenstände oder lasse eine an
dere Person an den Eisenstab schlagen
(Fig. 1). Ter Ton, den dann der
Eisenflad hervorruft, klingt im Ohr
wie das Drohnen einer gewaltigen rte.
enhasten Glocke.
Wir können sogar Eelbsttäuschun
gen des Gehörsinnes erzeugen, indem
wir willkürlich gewisse Laute, die wir
vernehmen, umdeuten; so das Knar
ren des Holzes, das Rauschen des
Laubes, das Murmeln des Baches,
das Knattern des Feuers, das Brodeln
des kochenden Wassers. Wir können
das, weil wir durch die Dichter ge
lernt haben, aus diesen Geräuschen
Gespräche, Gelächter, Stöhnen.
Krächzen, Gesang und Musik heraus
hören. Bei nervös erregten Men
schen (es brauchen gar nicht einmal
Irrsinnige zu sein, e genügt schon
ein Fieberanfall) bilden sich von selbst
Gehörsoorstellungen. die mit den
wirtlichen Geräuschen gar nichts zu
tun haben. Die knarrenden Wagen
machen Erzählungen, die Schweine
grunzen Namen, Erzählungen und
Verwünschungen, die Hunde schimpfen
und bellen Vorwurfe, Huhner und
Hähne geben Schimpfworte von sich,
Gänse und Enten schnattern Namen,
Redensarten und Referate, die Glocken
rufen .Spitzbube", die Vögel singen
es, daß der Kranke ein verworfenes
Wesen sei. das Gekritzel der Feder.
mit der andere Leute schreiben, ruft
dem Kranken zu: Du 'lügst, du
lügst!"
Diese Beobachtungen eines Nerven
arztes beweisen, welcher Täuschungen
das Ohr von Erkrankten fähig ist.
Schon eine leichte Entzündung des
Ohres kann große Täuschungen her
rorbringen. Geringe Geräusche klin
gen wie der Donner aus den Wolken
cder wie Geschützdonner. Für ent
zündete Ohren kann selbst das Tick
tack einer Wanduhr unerträglich wer
den.
Auch gesunde Menschen werden
nachts oft erschreckt durch Geräusche,
die sie sich zuerst nicht erklären tön
nen und die doch nur aus den ei
genen KLrperh'öhlen des Lauschenden
kommen. Diese Geräusche kommen
aus dem Magen, aus den Därmen,
aus den Lungen und wirken bei der
eyen.
Wohl kein Sinn ist so vielen Tau
schungen unterworfen, wie daS Ee,
hör. Wenn wir den Kopf gerade hal,
ten, uns die Augen verbinden lassen,
sich dann, zwei Personen so ausstel
len, daß die eine vor uns, die an
dere hinter uns in ziemlicher Entfer
nun steht, und diese Personen Ge
rausche hervorrufen, sind wir kaum
imstande, festzustellen, ob das Ge
rausch vor uns oder hinter unS statt
oefunden hat. Sobald wir aber den
Kopf bewegen und das Ohr der be
treffenden Person zukehren, verneh
men wir deutlich, woher das vjt
rausch kommt.
Hundegebell , bringt aroße Tä'u
schunaen des SehsrfinneS bervok. ES
eZ. daß die Tiere gewisse hohe Tone,
die der Mensch nicht mehr vernehmen
kann, noch deutlich hören. So hat
der englische Professor Galton eine
mechanische Pfeife konstruiert, die ei
nen quiekenden, schrillen Ton hervor
dringt. Sobald dieser Ton. eine be
stimmte Höhe überschritten hat, ist
er für das menschliche Ohr nicht mehr
vernehmbar, aber Hunde boren ihn
dann noch auf weite Entfernung. So
hat man mit Mausen Experimente ge.
macht und hat gefunden, daß Mäuse,
die sehr vertraut sind, sich nicht stö
ren lassen, wenn sie Menschen in der
Nähe sprechen hören. Sobald man
aber einen scharfen Pfiff ausstößt,
werden die Mäuse in ihren Gehöror
ganen so gestört, daß sie augenbllck
lich flüchten.
Treibhaus über Garage.
Cme
neue hübsche Combination
Autlcr und Naturfreunde.
für
Ein Liebhaber-Gartner, welcher
zugleich Automobil-Liebhabcr ist und
seine eigene Garage besitzt, ist auf
den Gedanken verfallen, unmittelbar
auf der letzteren ein Treibhaus zu
erbauen und beides, sowie auch das
Hühnerhaus, von einer und derselben
Anlage aus nach Bedarf zu heizen.
Wie sich diese Verbindung, von
außen betrachtet, ausnimmt, ist aus
j-fff i
WUAWUM ,u
Hfe
AWsMchM
KDWzMGMU
S"'
t'-JX t--'VT
dem beigegebenen Bilde zu ersehen.
Der Bau ist nicht blos gefällig
für daS Auge, sondern erweist sich
au'ch als haushälterisch und in jeder
Hinsicht befriedigend. Das Treib,
haus bat den Vorteil, daß es ohne
weiteres reichlich Lust und Licht be
kommt: es ,st stets so warm, wie
es sein sollte, ist leicht zu heizen und
bedarf nicht einmal einer töktravor
kchrung sur diesen Zweck.
Keine Automobilgarage allein
könnte sich so hübsch ausnehmen; es
ist. als ob die Prosa deS sausenden
modernen Ge chastsledens, an wei
cher der Kraftwagen stets mehr oder
weniger' erinnert, eine poesievolle
Krone erhalten hätte! DaS liebevolle
S 8 f, .
ff Jnt Jj
1W mmM
Lt t4
ausgestreckten Lage des Horchenden
unö bei öer nervten Spannung,
sich seiner bemächtigt hat. ganz ei
genartig. Wer ängstlich ist. hört in
der Nacht Geräusche, die lein anderer
vernimmt, ohne daß er krank ist. Fie
ber hat oder an Ohrenentzündung
leidet. Er ist eben in der Dunkelheit
nicht imstande, diese Geräusche mit
Hilfe des Gesichtes zu kontrollieren.
Wenn man eine große Muschel an
das Ohr hält oder an Stelle der
MusHel nur ein Trinkglas benützt,
hört man deutlich die Luft in der
Muschel oder im Trinkglase sau
sen. ,
Zur Verstärkung des Hörens, zur
Aufnahme von Geräuschen, die aus
weiter Entfernung kommen, hat man
wissenschaftliche Instrumente konstru
iert, poa denen wir beifolgend eine
Studium der Blumen und Gewächs:
kann täglich, auch ohne eine Aus
fahrt, eine erfrischende Abwechslung
bieten. Für viele Vorstadtbewohner
besonders, wenn sie sich dergleichen
überhaupt leisten können, erscheint die
Nachahmung dieser geschmackvollen
und praktischen Idee jedenfalls ent
schieden empfehlenswert: der Ge
schäftssinn und der Schönheitssinn
finden ihre Rechnung bei einer sol
chen Anlage. Die Idee ist natür
lich nicht patentiert.
Ein Frechling. Gutsbe
scher: Heda was machen Sie auf
dem Baume?'
Apfeldieb: ,Na unsereins will doch
auch mal auf 'nen grünen Zweig
kommen!
Zur ttium von Scdiltt.
ticloersprkchcnd . diröbk,iiglick,e Ersin,
dug ctiikS Bkgsilianer.
Im Grunde genommen ist m der.
Kunst des Hebens und Bergens der
suntener Schisse noch äußerst wenig
Fortschritt gemacht worden, obschon
der Gcschicklichkkit uno dem Glück
der betrelscnden Mannschaften schon
gar manche wichtige Schissshebung
gelungen ist. Allerlei besondere
Vorrichtungen zu diesem Zweck sind
zchon ersunocn oder in Vorschlag ge
bracht worden; aber gerade auf die,
sein Gebiet sind sämtliche bisher ge
machten Erfindungen oon geringem,
ober gar keinem praktischen Wert,
seien je nun dem Gehirn eines Pro,
sessors der Technik,, oder eines Zucht
haus'Sträflinas u. s. w. entsprunH
gen. und mögen sie sich auf dem Pa
pier auch noch so schon ausneymen.
Es wäre ja ungeheuer einsach, z.
A. mittels der Anziehungskraft ei
nes ungewöhnlich großen und starke
Magnets ein untergegangenes schiff
aus einer beliebigen Tiqe emporzu
holen, so etwa den in 12,000 Fuß
Nasser versunkenen Riesendampfer
Titanic . Ader noch keine Berge,
Gesellschaft hat sich ermutigt gefühlt.
einen so .einfachen" Versuch zu ma
chen; und noch auf lange hinaus w-
ten wir sehr froh sein mu en. wen
es gelingen sollte, alle Schisse aus
ren bescheidenen Tiefen zu heben,
welche noch dem Taucher Zugang
lich sind! Vorderhand sind wir auch
von diesem Ideal noch weit, weit ent
fernt. Doch die Erfinderwelt läßt
sich nicht abschrecken, und natürlich
wirkt der Weltkrieg auch in dieser
Beziehung vielfach anregend, weit
mehr noch, als eine einzelne Schisfs
Katastrophe.
Ob eine neue einschlägige Ersin
dung, loelche ein Tr. Sylvio Pellico
Portelia (der Name ist jedenfalls
klangvoll genug, um weithin zu drin
gen) in 5iio oe Janeiro, Brasilien,
gemacht hat,, sich praktisch besser be
während wird, als ihre Vorgängerin
nen, oder ob sie in einen Topf mit
diesen zu wersen ist, darüber läßt sich
augenblicklich noch nicht urteilen. Sit
ist auf alle Fälle interessant genug,
um eine kurze rwaynung vet oen
jetzigen Zeilen zu lohnen, und kom
pliziertes ist nicht an ihr, soweit sich
cisehen läßt.
Selbstverständlich wird ein Boot
benutzt, ein Tendcrboot von neuem
Typ. aber ohne irgendwelche schwer
fällige Hebungs-Apparate. Das
Boot ist mit vielen Flößen odkl Auf
triebKorper von vollkommen waj
serdichtem Material ausgerüstet.
Diese nehmen im Boot nur wenig
Raum ein, da sie niedlich zusammen
gesaltet sind, später jedoch, wenn
sie mit Luft aufgebläht werden, deh
nen sie sich mächtig aus und nehmen
allerlei verschiedene Gestalten an, wie
Zylinder, Kugeln u. s. w.
Noch immer zusammengefaltet,
werden sie von Tauchern in die Tief
genommen und an verschiedenen Tei
len des versunkenen Echifs fiese
stigt, sowohl innerhalb wie außer
halb desselben. Mittels Schlauches
wird noch immer die Verbindung mit
dem Tendcrboot aufrecht erhalten.
Wenn alles in die richtige Stellung
gebracht und festgemacht ist, werde
Die Körper durch Luftdruck von oben
gefüllt,' ähnlich wie die Radreifen
eines Automobils. Bei ihrem An
schwellen aber sollen sie allmählich
das Wasser sowohl innerhalb des
Wracks wie unmittelbar um dasselbe
herum verdrängen, und außerdem
sollen sie schon durch ihren eigenen
Austrieb, der im ganzen ein ge
w a l t i g e r ist, das Wrack bis an
die Oberfläche heben, ohne daß eine
weitere Nachhilft erforderlich wäre!
Der Erfinder behauptet, daß mag
mit einer solchen Einrichtung beinah;
jedes versunkene Schisf in irgend
einer Tiefe, die für den Taucher noch
erreichbar ist, bergen könne, gleichviel,
welche Lage das Wrack auf dem Bo
den der See einnehmen sollte. Wenn
diese Ankündigung sich als nüchtern!
Wahrheit erweist, so wird man ge
radezu von einer neuen Epoche im
chlszöhebungswesen sprechen ron
nen, sowohl sur die Handelsmarine
wie sür die Kriegsflottcn-Verwaltun
gen! Und mehr als je könnte eine
Erfindung in der nächsten Zukunft
ungeheure Arbeit zu bewältigen km
den und vielleicht noch berühmteh
werden, als sogar die Tauchboote,
welche ihr einen riesigen Teil der Ar
beit zufuhren oder schon zugeführt
Neulich abends wurde
das Bureau des Eoroners in PittS
bürg von dem Selbstmord der 27,
jährigen Frau Alexander Honeig in
Nord Braddock benachrichtigt.. Ihr
Schwager Samuel Honeig trank zwei
Tage zuvor im Haufe seines Freun,
des, G. P. Soloman von Linhart,
Karbolsäure und wurde dieser Tage
begraben. Nachdem Frau Honeig der
Beerdigungsfeierlichkeit - beigewohnt
hatte, schloß sie sich in ein Zimmer
ein und trank Karbolsaure.
Bei dem Versuch, seinen
Gefährten aus tiefem Wasser zu ret
ten. ist der 14jährige Maria Culp
aus Washington. D. C.. in dem
Nappahannock Flusse ertrunken.
Seine Leiche wurde geborgen.