Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, July 25, 1917, Image 7

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    Die Vseös von Csnbstt. - Sturm.
tnb ,u den bcdcu.eiidsten der Welt jh rechnen.
Einen Besuch der DockZ von Lon
don schildert ein schlveizcr störn
fpondent. wie solgt:
Die Docks ud der Hasen von
London unterscheiden sich von an
deren, z. B. von Liverpool, daS an
Tonnage (namentlich ',vas die Aus
fuhr betrisst) London nicht viel
nachsieht, dadurch, dasz sie nicht nur
eine Organisation zum Transit von
zum Konsum i, Lande selbst de
bestimmten Waren oder zur Aussuhr
seiner Judustrieprodulte bilden, son
dern der Hafen von London ist ein
Depot von Waren aller Art, dein
die Kapitale des ' britischen Reiche
seine kommerzielle Suprematie ver
dankt; von hier aus iverden sie nicht
ohne ansehnlichen Gewinn in alle
Länder verteilt. Die geographische
Lage Londons 'trägt dazu in reichem
Beginn des Krieges mehr als eine
Million Tonnen Waren gegangen.
In den West Jndia Docks" herrscht
reges Leben, und die Arbeit drängt.
Doch entsteht keine Stauung dank
dem guten Willen der Leuie, die,
wie uns der Direktor dieser ToclZ
jagt, besser zu lenken sind, ali die
in Manchester und Liverpool. Die
Eingänge sind regelmäßig, mit dem
einzigen llnlerschied, dusj die Schis
se seit einigen Monaten , gruppen
weise ankommen.
Wir begaben unS daraus in die
weiter abwärtö gelegenen, fünf Sli
lomeler langen Victoria Docks".
Hier kommen namentlich die Schisse
aus China, Japan und Australien
an. Wir bemerkten fünf ans Ja
pan eingetrosscne, hauptsächlich mit
ahrungsmiltelprodutten beladen
Ta erste deutsche Kapeklcnaut.
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DaS Innere dcS Wagens dient dem Geistlichen zum Auseiithalt; die Rückwand
wir b gcössnet, so daß dann dcr eingebaute Feldaltar erscheint.
Maße bei, denn sie ist, sozusagen
im Zentrum der großen Seewege,
einzig, trotz dem Nachteil, dasz es
sich nicht direkt auf den Ozean bis"
net, wie Liverpool. Dennoch wäre
eine ausgesprochene protektionislische
Politik dazu angetan, es ernstlich
zu schädigen und seine Suprematie
zu bedrohen.
'Die Docks von London sind
längs der beiden User der Themse,
hauptsächlich am linken, angelegt.
Obwohl die bedeutendsten unterhalb
dcr Towec Bridge" gelegen sind,
kann man doch sagen, dasz der See
verkehr sich von London Bridge",
dem Zentrum dcr City, bis nach
Tilbury erstreckt, unterhalb 23ool
wich, wo die meisten Passggiere der
groszen Dampfer aussleigen, die sich
von da in die Docks begeben, um die
Waren abzuladen und neue auszu
nehmen. Die Docks von London
wurden, von einer Korporation er
fiefll, die durch die Fusion dreier
Gesellschaften zustandekam, und sie
Ijen unter der Kontrolle des Han
delsdeparteinents. Sie werden von
einem vicrziggliedrigen Rat unter
dem Vorsitz Lord Tevonports ver
waltet.
. Unser Besuch begann bei den
Säest Jndia Docks". Wie ihr Na
me sagt, kommen in diesen Docks
die Produkte aus Wcstindien an,
darunter hauptsächlich Zucker und
Num. Wir waren gerade dabei, als
dcr für die Truppen im Felde be
stimmte, Rum aus mächtigen Holz
kusen in Stcinkrüge abgezogen wur
de. Diese Kruge werden zu dreien
in mit Sägespänen gepolsterte Ki
sien verpackt; man kann sich von
ihrer Zahl einen Begriss machen,
wenn man ersährt, dasz dazu acht
svZillionen Tonnen Sägespäne ge
Schisse. Gegenwärtig fahren in
der Woche sünszig Schisse ein und
aus. Die Victoria Docks" bilden
niit den noch weiter abwärts gele
genen Albert Docks" ein Ganzes.
Diese nehmen die größten Cargo
boats" aus. Sie sind die größten
und modernsten von allen, säst aus
schließlich siir den Verkehr mit den
Kolonien, mit Ostindien und Aine
rika bestimmt. Seit einiger Zeit
sind gewaltige Vorräte von argen
tinischem Gesriersleisch und von Ge
treibe aufgehäuft worden. Hegen
wattig beträgt, der Verkehr durch
schnittlich zwölf große Schisse am
Tag. Wöchentlich kommt ein Oze
andampser anS Argentinien an.
Wir sahen einen von 0000 bis 7000
Tonnen, der Gefrierfleisch ablud.
In einem neuen Kühlraum, den wir
zum großen Schaden unserer Lun
gen besuchten, denn die Temperatur
wird dort aus 16 Grad unter Null
gehalten, lagern 'etwa hunderttau
send Stück Schafe.
Die Einrichtung des Albert
Dock" ist ganz modern; auf einem
einzigen Ouai sind dreiundvierzig
elektrische Krane aufgestellt niit ei
ner Hebekraft von je drei Tonnen.
Wie wenn das noch nicht genug
wäre, und wie wenn, England sich
aus eineil noch regeren Seeverkehr
nach dem Kriege vorbereiten würde,
sind weitere Docks im Bau, die den
F.amen Royal George Docks" er
halten und an Ausdehnung den Vic
toria und Albert Docks in nichts
nachstehen werden. Die Grabnngen
sind zum großen Teil bis zu der ge
planten Ticse von ungefähr vierzehn
etcr gediehen und die meisten
Stützmauern der Quais siir die
größten Cchisfe fertig. Es werden,
wenigstens zurzeit, die untersten an
Von HanZ Walter Schmidt. Mit
: Bildern von E. Bercht.
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.rri m sIMZO' iH V W 0 '
kfMMh'H MW j e VVk
iMM!m-k
Indische Truppen in Frankreich aus dem Marsch zr Front.
braucht werden. Der Geruch des
Runrs ist scharf, und es ist säst im
begreiflich, wie die Leute, die dieie
Arbeit tun, ihn den ganzen Tag
aushalten können. ' Die .West In
dia Docks" nehmen übrigens nicht
nur Schisse aus Wcstindien aus.
Wir sahen einen großen Transport
aus Bombay und zwei andere' aus
dem Kapland. Die meisten dieser
Schisse find grau angestrichen, und
fast aus allen besindcl sich auf einer
hinteren Plattform ein Geschütz. AI
lein nach Frankreick, lind seit dem
der Themse sein.
' Von hier begaben tvi: unS durch
den im Jahre 1Ü08 eröffneten, et
wa drei Kilometer langen und hell
erleuchteten RothchitheTunncl un
tcr dem Fluß hindurch u den
Survey, Docks" auf dem rechten
User dcr Themse.. Der Verkehr
war nicht geringer als in den an
deren. Endlich fuhren wir stadt
nLrtZ. gelangten in die London,
Docks" beim Tower, die ältesten von
allen, um dort die Lager von !l!oh
gummi u sehen
Heine Holt saß sinnend an dem
hölzernen Tisch. Er hatte da Haupt
in die Hand gestützt. Jetzt seufzte er
tief. .Das ertrag ich nicht, Muhme."
wandte er sich an die alte Frau, öie,
einen Strickslrumps in den welken
Händen, im Lehnsluhl saß. Oh.ie die
li-'iite hat das Leben für mich leinen
Wert. Es war Sonnenschein, ehe der
Elaas tam. Dann wurö es finstere
Äacht. Der der Claas Johaimjen,
möge ihn "
Du sollst nicht fluchen, min
Jung.", kam es teije über die Welten
Lippen der Alten.
, schweig, Muhme Lining," unter
brach ne Heine hestig, .mich, oen
wohlhnbenviten Fijcher von Peinow,
weist sie ab und den hergelaufenen
Kerl, den den Elaaö Johannsen,
den 0, ich könnt' ihn er "
Pscht, Heine, unser Hergott hört
dich!", die Alte legre warnend oen
Finger an die Lippen.
Draußen tobte der Sturm.
.Horch, üliuhme." sagte üer junge
Fischer, und sein Gesicht nahm einen
gespannten Ausdruck an. .Wie öag
blast, ein tüchtiger Wester, Muhme.
Und wie die See donnert und tost.
Gottlob.' daß wir alle daheun sind
im sicheren aus. Weh dem, der sich
jegt noch aus See besmoet!"
Die Alte strickte ruhig weiter.
.Sind sie denn alle daheim, Heines"
fragte sie dann.
Heine zürne die Achseln. Als ich
kam, waren die Boote alle öa, bis
aus das von Petcrien und Claas
hannsen."
Claas Johannscn war noch nicht
lange ,n 'lernow. Erst vor einem hat
den Jahre war er hergekommen und
hatte eines der kleinen Fischerhäuer
erstanden, das mit den grünen Fen
sterläöen, wo der alte Pölle Euers
lange Jahre gelebt, bis sie ihn hin-
ausgetragen hatten auf den stillen
griedhos.
Einige Tage darauf hatte Claas
mit feiner Mutter Dörthe und seiner
kleinen Schwester, der blonden Anne-
liefe, dort seinen Einzug gehalten.
Zuerst waren die Leute ihm doch
wohl freundlich, aber zurückhaltend
begegnet; sie wollten erst ihre Fühl
säden ausstrecken,, um zu sehen, was
das für einer wäre. Dann aber hieß
&X4fä3-'
A
t.---
WZ
bämS
i-S;
' i'i i''
gm i c
V. -i,BJ, t
iPrirrrn;
er wieS mit dem Arm in daö wogen
de Meer, seht, dort, daS auf der Klip
pe da draußen vor der Bucht! Ist
das nicht "
Ein Men ch. ein Mensch !' schrie
ein anderer, und ein dritter rief laut:
Manner, es ist der Claas und noch
einer, aber der " er flockte.
.Ja, wo ,st der zweite, der mit
ihm hinausfuhr, dcr Jürgens?" ließ
sich eine dumpfe Stimme vernehmen.
.Gott fei seiner Seele gnädig,"
murmelte der alte Petcrsen, .denen
da draußen aber gebe er Rettung uns
Heilt"
.Der Claas!"
Wie ein, Laufefeuer ging der Nuf
von Mund zu Mund, die Gläser rich
teten sich hinaus auf die See, wo
zwischen den lämpsenoen Wellen die
niedere Klippe deutlich hervortrat.
Und oben auf ihr lagen zwei
Menschen, zwei Männergettalten, die
um ihr Leben rangen mit dem all.
gewaltigen Element.
Wie eine Schar aufgescheuchter
Ameisen sah Claaö die Kameraden
am Strande hin und hereilen. Aber
sie taten nichts zu feiner Rettung,
denn denn sie vermochten es nicht.
"Das Boot ist tau lütt, mn Jung,"
schüttelte der alte Petersen ernst das
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EöESStn
Du solls! nicht fluchen. m,cn Jung',
kam es leise iwer die welken Lippen der
Alten. Die großen grauen Augen blick
ten forschend durch das Glus der Horn
brille zu Hcine hinüber.
es einstimmig: Claas Johannscn lst
der rechte Mann!", und sie verkehrten
gerne mit ihm und seiner Mutter.
Im Hause des alten Pölle Eilers
herrschte stets heiterer Frohsinn, denn
die Bewohner hatten das Herz aus
dem rechten Fleck., Nur an ;cnem
Abend, an dem der Sturm so heu
lend über die' Dünen dahinpfisf, war
aller Jubel verstummt. Mutter Dör
the schlich leise durch die kleinen Räu
me; Anneliese aber saß mit verwein
tem Gesicht in der Ecke auf der Bank.
Claas war mit den Fischerknechten
am Nachmittag hinaus auf den Fang,
wie, alle anderen auch, aber er war
nicht heimgekehrt. Das Unwetter hat
te, ihn aus See überrascht, bei dieser
Brandung aber war es nicht möglich,
mit seinem kleinen Boot das Land
zu gewinnen.
Wohl kamen noch am Abend die
Nachbarn und Freunde des FischerS
am Strande zusammen, aber es war
wenig tröstlich, was sie da sahen.
Heulend fauste der Sturm in den
Lüften, wild tobte die See. Da konnte
menschliche Kraft jener der Elemente
nicht trotzen.
Und unoerrichteter Sache kehr
ten sie in die bescheidenen Hütten zu
rück.
Ziaum zitterte der erstr blaßgraue
Schein am östlichen Himmel empor,
da zogen sie auch schon wieder hin
aus an den Strand dcr See, die
Männer, den Südwester tief in die
Stirn gedrückt, die Frauen und Mcjd
chen, die Tücher fest um die Schultern
gelegt. Mit unverminderter Kraft
blies der Wind von Westen herüber.
Dann wurde es heller. In rötli
chen Tinten erstrahlte der östliche Ho
rizont. Da tönte eine laute Stimme durch
das Wüten des Sturmes es war
der junge Petersen, der neben der
Mike stand.
Seht, Männer," rief ex criegt, und
Ta sank sie bor ihm nieder auf die
nrne und rief; .neue ujn, reue lyn,
Hemel Mette ujni
Haupt, als sein Sohn die Kette lösen
wollte. Und er gab sein Vorhaben
auf, denn er sah, daß es nutzlos war.
Nicht weit davon stand die hohe
Gestalt des Fischers Holt. Düster
glühte sein Auge, als er hinausslarrte
in die wogende, brandende See. Dort
draußen aus dem Felsen, den bald
die steigende Flut bedeckte, dort lag
sein Feind, verniunct, zertreten. Bald
war die Mike frei, dann wurde sie
wieder sein sein! Wie Frohlocken
wollte es in seinem Herzen empor-
steigen, aoer nein, die innere Stimme
erhob sich dagegen warmnd, dräuend.
Und schwer atinend beugte sich Heine
vor und stemmte die großen Hände in
die breiten Husten.
Da entstand unter der Menge eine
Bewegung. Em Madchen eilte zwi
schen den rauhen Männern hindurch;
sie machten ihr willig Platz. So hatte
sie bald den finsteren Mann erreicht,
Heine Holt. !)l,un stand sie vor ihm,
Das feiu Tuch glitt von ihren Schul
tern, der Kneten des üppigen Gotd
Haares löste sich und heulend spielte
der Wind mit den Flechten des blon
den Gelocks und riß und rüttelte an
dem wehenden Kleid.
.Mike Mahn!" kam es erstaunt, in
bitterem Ton von deö Manneö Lip
pen. Da sank sie vor ihm nieder auf die
Knie und rief: .Nette ihn rette
ihn, Heine! Nette ihn! Nur du kannst
es, denn du hast das größte Boot.
Mit dem kannst du zu ihm!"
Ein ächzender Laut entfloh dem
Munde des jungen Fischers, feine Ge
stalt reckte sich empor. Da umschlang
sie mit ihren weißen, runden Armen
seine Knie und flehte noch einmal:
Nette ihn, Heine, du allein kannst es
ja!"
.Ich wag's!" rief er so laut, daß
es auch die Entferntesten hören lonn
ten, .ich wag's!" Er klang wie der
Ruf eines Gefangenen, der die Last
der Ketten abgestreift und hervortritt
zum Licht, zur Freiheit.
.Wer geht mit? Aus, ihr Wackerm,
wer hilft!" so klang fein Ruf auf
fordernd, ermunternd.
Ich ich gehe mit!" rief dcr jun
ge Petersen. .Wenn der Heine geht,
gehe ich auch!"
.Und ich auch ich auch!" schallte
es durcheinander.
.Komm, Willi Petersen, und du,
Nachbar Scharner," rief Heine in
fliegender Hast, und eilte mit den zwei
stämmigsten Burschen des Ortes hinab
zum Boot.
Klirr klirr, rasselte die schwere
Kette auf die nassen Planken nieder.
Hei, wie die wackeren Jungens zu den
Schaufeln griffen.
Heine stand iin Heck, daS Steuer
rüder in der nervigen Faust. Seine
Augen glänzten, sie ruhten auf Mikes
schlanker Gestalt. Dann tönte feine
markige Stimme durch Sturmesge
braus und Wogenprall: .Alles klar,
stoßt ab!"
Der Ruf schnitt durch Mark und
Bein, er bedeutete Tod oder Leben für
die zwei da draußen und für die im
Boot. Die Segenswünsche der ande
ren begleiteten das Schiff, daö toll
kühn mit der Brandung rang.
Jetzt nahte eine mächtige Woge, die
mit voller Wucht das gebrechliche
Fahrzeus lra.
; Wss
ij'f-rv'-' . .
PBÄA?ZM-'2. - -
F "-r Wr& - -. mmtv . . ? --"ii
f n-'fr- .iiiht-t --- , -, r-:2B
DaS mit einem Belag von 100 Betten errichtete neue Krankenhaus in Styr,
elerrech.
Aber die Wackeren hielten aus.
Nur erst durch dieBrandung hindurch,
dann war viel gewonnen. Denn das.
Boot war groß und fest gefügt, das
konnte schon etwas vertragen.
Ein donnerndes: Hurra! entquoll
dem Munde der kleinen, tapferen
Schar, die Brandung war glücklich
passiert.
Doch nun nahte die Klippe. Hier
konnte das Boot zerschellen, wie ein
irdenes Gesäß, das gegen einen Stein
schmettert. Heine versuchte einen mehr
nördlichen Kurs, die Kraft feiner Ar
me vermochte kaum das Steuer zu
halten. Das Boot ächzte in seinenFugen
krachend schlugen die Wasser an sei
nen glatten Rumpf, aber es hielt aus.
Es näherte sich langsam dem einsa
mcn Felsen, der sich umtost vom ge
waltigen Element, aus Schaum und
Gischt drohend erhob.
Upp, Jungs," übertönte mit mar
kiger Stimme eine Holt das Tosen
der erzürnt,,. See, dem Menschen
kraft und Menfchenmut die sichere
Beute noch im letzten Augenblick ent
reißen will. Daö Boot warf sich
herum. Die nächste Welle, die es hob,
ließ die Insassen erkennen, daß sie
sich dicht neben der gefahrdrohenden
.Nippe befanden. Heinrich band das
Steuer fest und griff zuin Tau, daö
vor ihm lag. Wie einen Lasso hatte er
eö zusamniengerollt, dann wirbette es
kreisend um sein Haupt, ein Ruck:
zischen sauste das Seil durch die Lust.
Die Entfernung zum Fels war doch
noch zu groß. Klatschend fiel das Tau
ins aufspritzende Meer. Und dann
wirbelte das Boot auch schon wieder
hinab in die gurgelnde Tiefe.
.Upp, Jungs," ermunterte der
Wackere nocy einmal die Kameraden.
Da hob, sich auch wieder das Boot.
Der Felsen lag dicht backbord. Heine
erschrack. Nur eine Drehung nach
links und es mußte zerscheuen am
Riff, wie Claas' Fahrzeug zerschellt
war. Wieder wirbelte die Schlinge
des Taus in der Luft, dann ein mäch-
tiger Schwung!
Hurra, hurra!" dröhnte es aus
drei rauhen Seemanns kehlen. Sie
hatten das Eiland erreicht. Man
hielt sie drüben fest. Und jetzt
glitten zwei Gestalten von oer
ttlippe ab in die brausende, tosende
See, wie ein seeyunöspaar vom
schlüpfrigen Fels sich m die Flmen
stürzt.
.Ruder aus, laßt, treiben, min
brave Jungs!" rief Heine Holk.
Her. Jungs, dat Tau holt ein!"
Sie zogen mit aller Kraft. Immer
größer wurde die Rolle im Boot, um
die sie es wickelten. Da tauchte ein
Mensch aus den Fluten empor, haio
besinnungslos, und doch umklammer
te die rauhe Faust das rettende Seil.
Krachend schlug der' schwere Körper
gegen den Rumpf des Boots.
Man tau! Trecken!"
Ein Schwung, und der Mann lag
bewußtlos im rettenden Boot. Aber
dort am Ende des Seiles hing
krampfhaft Claas Johannscn, der
auch in Todesgefahr den treuen Knecht
zuerst sich retten ließ. Dann erst kam
er selbst.
Wieder zogen die Wackeren in Hei
nes Boot an dem Tau, die eine Hand
um das zähe Geflecht gekrampft, mit
der anderen sich festklammernd am
hohen Bord. Die herandonnernde
Woge hob das Boot hinauf und
schmetterte es wieder nieder in den
gähnenden Abdrung. Aber Claas ließ
nicht los. Langsam zogen sie ihn her
an, immer näher näher.
Nun arbeitete er sich an Bord, zetzt
war er im Schiff.
Hn- Hei ne, du du ?
Seine Augen erweiterten sich. Dank,
Heine, Dank!" Dann brach er kraft-
los zusammen.
Donnernd rollten die brüllenden
Wogen über das Boot. Die Wut der
Brandung schien es zu verderben.
Und doch kam es wieder und immer
wieder hervor aus dem lochenden, bro
delnden Gischt.
Da schlug im gewaltigen Anprall
die letzte Woge gegen den Rumpf des
Fahrzeugs, man vernahm am Ufer
den drohnenden Krach, man iah es
verschwinden in dem tobenden, rau
schenken Wasserschwall. Dann schoß
es herbei, die Woge warf es dem Lan
de zu, der stillere Hafen war erreicht.
Heil, Heu! wollten sie alle rufen,
die da am Ufer harrten, aber das
Wort erstarb auf ihren Lippen. ' Der
kühne, starke Mann mit den großen,
leuchtenden Augen, dcr das Schiff
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Ein Kranz von dunklem Grün liegt
auf dem frischen Grab und davor stehen
zwei junge Menschenkinder: Claus Jo
hannsen und Mike, sein Weib.
durch Gefahr und Tod mit sicherer
Hand gelenkt, er war nicht mehr im
Boot, die Stelle, wo er gestanden
am Heck, war leer.
Mann über Bord!" tönte es durch
das Pfeifen und Heulen des Stur
mes, durch das Donnern und Brau
sen der brandenden See. Mann
über Bord!" Das war ein Todesruf,
denn alle wußten es: hier gab es kei
ne Rettung! Der eine hatte sich für
den anderen geopfert: Heine Holt für
Claas Johcrnnsen!
Der Sturm war abgeflaut, ruhi
ger ging die See. Der Feuerball der
Sonne stand hoch am Himmel und
beleuchtete mit freundlichem Strahl
das Fischerdorf und die unendliche
See. Eine Gruppe von Männern
war am Strande versammelt. Ernst
waren ihre Gesichter. Sie umstanden
den leblosen Körper eines Mannes,
den die Wogen aus Land gespült
Heine Holk.
Dann ruhte auch er neben dem al
ten Pölle Eilers unter den leise rau
schenken Buchen in der kühlen Erde.
Ein kleiner Hügel, ein schmuckloses
Kreuz bezeichnenden Ort.
Ein Kranz von dunklem Grün liegt
auf dem frischen Grab und davor sie
hen zwei junge Menschenkinder:
Claas Johannscn und Mike, sein
Weib...
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MMWNs -W
Cine KricgÄist der Franzosen. Infanteristen berstccktcn sich in einem Misiwagcn,
der scheinbar verlatjen vor 'einem Dorfe stand, dem sich deutsche
Lrtte nabelten.
likgcr-CharaktkN5tijl.
Icr ouf ein wenig Aberglauben zurtick
. zuführende Gruß.
Gelegentlich einer Schilderung des
furchtbaren Angriffs französischer
Flieger auf die Stadt Freiburg i. Ä.
plaudert ein Kriegsberichterstatler von
der Charakteristik der .Flieger im all
gemeinen: '
Ais Freiburg stieg ein viuliunger
sehniger Offizier in unser Abteil, der
sich durch seine Abzeichen h,iio
Falke, halb Flugzeug als Fließt
erwieS. Und hätten wir die Epkz..!i
Waffe an den Achselstücken nicht er-
kannt, so wurden wir sie aus dem
Abschiedsgruß, den der Offizier ei
nem auf dem Bahnsteig zurückbleiben
den Kameraden zurief, erraten haben:
.Hals und Beinbruch!" Erst war
ich recht entsetzt über die jugendlich
übermütige Herausforderung des
Schicksals. Ich fragte den Flieger,
warum gerade dieser Gruß gewählt
worden sei, worauf ich den bestimm
ten Bescheid erhielt: Unser Beruf,
der zwischen Erde und Himmel aus
geübt wird, macht etwas abergläu
bisch. Deshalb rufen wir das Un
glück bei Namen und glauben es dann
beschworen." Den nämlichen Gruß
hörte ich später in Zeebrügge einem
der bekanntesten Flieger Deutschlands
zurufen, der eben in sein Flugzeug
klettern wollte, um englische Flieger
abzuwehren.
Die abergläubischen Flieger! Kcin
Soldat geht so kühn und verwegen
auf sein Ziel los, keiner bietet Tag
für Tag dem Gegner und den tau
send kleinen Feinden zwischen Hrm
mel und Erde so offen die Stirn wie
der Flieger. Der Aberglaube mag
darin bestehen, daß jeder Luftkämp
ser fernem Schicksal. " auch dem
schlimmsten, stündlich voll ins Ge
sicht sehen und darin feine für das
schwanke Flugzeug so notwendige
Führerfestigkeit gewinnen will. Je
der neue Tag wird ihm so zum Ge
schenk.
Mit dem Leben immer abgeschlos
fen haben und es immer neu gewin
nen. muß einen geradezu prickelnden
Reiz ausüben. Wieder in Zeebrügge
lernte ich den Führer eines Wasser
flugzeuges kennen. Lt. zur See Erich ,
Killinger. Sein Name er wird
in Davos wohlbekannt sein steht
auf einem kleinen vielgelesenen Buche
.Die Abenteuer des Ostseefliegers",
das mir der jugendliche Verfasser mit
einem Schmeichelwort an die Adresse
ver cyweiz, seiner zweiten Heimat,
in die Hand drückte. Im April 1915
wurde er mit dem Beobachter seines
Flugzeuges in der Nähe von Libau
von den Russen zur Landung ge-'
zwungen. aufgefischt und gefangeis'
nach Petersburg geschickt. Aus den
cn.-i':. c , m.i ' . i , .
uuctien von -pner uno Paut laiu
er nach Sibiren, wurde von einem
Lager ins andere abgeschoben uns
sollte schließlich auf die Insel Sacha
lin verbracht werden. In der Manö.
schurei sprang er samt drei Kamera
den aus dem in voller Fahrt befind
lichen Zuge, schlug sich durch Sümpft
und Wälder nach Mukden durch und
entwischte japanischen und russischen
Aufpassern nach Shanghai. Als an
geblicher Franzose schiffte er sich 'auf
einem japanischen Schiffe nach Japan
und Amerika ein und vermochte sich
durcy aiiviutigleit und Gewandtheit
unter den vorwiegend englischen Pas
sagieren sogar einen gesellschaftlichen
Rang zu erwerben. Unterwegs ange
eignete, Gcschäftsformulare legitimier
ten ihn als Vertreter dcr fchweizeri
schen Maschinenfabrik Brown, Bo
veri & Co. In den Vereinigten
Staaten war der Flüchtling in Ge
fahr, , der Reporterhetze zu , erliegen
und unliebsam bekannt zu werden,
bis ihm in einer New Aorker Hafen
schenke ein Paß auf den Namen des
Schweizers Jean Pahn aus der
Klemme half. Killinger schwärzte sich
Gesicht und Hände, schlug . sich die
Goldkronen aus dem Munde und
ließ sich als Vollmatrose auf einem
norwegischen Dampfer zur Fahrt nach
Europa anheuern. Durch tausend
Listen entging er den englischen ?cach
forschungen und gelangte rber No
wegen in seine Heimat. Und wofür
die abenteuerliche gefahrvolle Reise,
die nahezu ein Jahr in Anspruch
nahm? .Nur um seine junge Haut
auf noch exponierterem Posten für
seine Heimat zu Markte zu tragen."
Dieser Ausdrücke bediente sich ein
5apitän zur See, der uns Zeebrügge
zeigte.
Auch meinen Reisebegleiter von
heute lernte ich von ähnlicher Seite
kennen. Zwei zugestiegenen Ofsizie
ren machte er klar, daß ihn etwas
ganz Schlimmes betroffen habe. Er
sei nach der Ostfront komman
diert worden, wo niemand Gelegen
hcit habe, sich mit dem Abschuß "fei
nes zehnten Flugzeuges den Pour le
Merite" zu holen. Man mag dem
Orden den erzieherischen Weri ab
sprechen (ich hörte oft über den Zu
fall schimpfen, der im Austeilen der
Orden stark mitspreche), die anseu
ernde Wirkung besitzt er jedenfalls.
Der Unterschied. '!'."
ter, was ist eigentlich für ein ,Un
terschied zwischen Oper uns Open
te?"
Die Operette ist mein n;.
!,aeuoblenerV