Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, April 16, 1917, Image 1

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    Schreiben SU fu deutscher
Sprache m die Geschäftsleute,
die in der Täglichen Omaha Tribüne anzeigen,
ohre Wünsche werden genau so ausgeführt
erden, als , wenn Sie in der englischen.
Sprache schrieben.
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Für Onmha und Umgegend: Negm k'
abend und fcjcnftaa., leine . DcicnlliiSje
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rung der Temperatur.
Für NebraZka: Regen tbet S'chn im ipcJU
sichrn u. östlichen Teil heute abend u. Ätifr,
Für Iowa: Regen heute abend und Tinu
tag. wänner im äußersten Osten heute abend.
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34. Jahrgang.
Omaha, Nebr., Montag, don 16. April 1917.
-3 Seiten.-No. 29
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Aeignisreiche
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oche bekorstehend!
Mit Spannung wird das Eintresfen der Regie-
rungskommission der
worin deren Ausgabe besteht.
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Amerika rüstet silr einen dreijährigen Krieg!
Washington. 16. April. Eine
der ereignisreichsten Wockzen in der
Geichlchte Amerikas ist angebrochen.
Der Appell des Präsidenten Wilson
an all- Männer, Frauen und Kinder
der Der. Staaten, mitzuarbeiten, um
dm Krieg zu einein siegreichen Ab
schlug zu bringen, dürste aus frucht
baren Bodm fallen, und ein aktives
Eingreifen der Ver. Staaten in den
Krieg gegen Deutschland bald zur
Folge habeii.
Der Kongreß wird im Laufe die
ser Woche alle nötigen Kriegsvorbe.
reitungm tun, und anfangs der Wo
che wird auch die Kominission der
Alliierten, die sich aus hervorragen
den Staatsmännern - und Militärs
zusanunenfetzt, in Washington ein
treffen, die Friedensbedingungen der
Alliierten unterbreiten, praktische
Vorschläge machen und alles bespre
chen, was ein einheitliches Vorgehen
gegen dm gemeinsamen Feilü be
dingt.
Vom Vundesfeimt wird erwartet,
daß er die, am Samswg nachmittag
angenommene Kriegsbewilligungs.
vorläge im Betrage von Z7.000.000
schon am . Mittwoch bedinngsloS
annehmen wird; doch wird voraus
gefetzt, das; Senator La Fixierte ge
gen dieselbe stimmen wird.
Sobald diese Vorlage aus dem
Wege geschafft ist, wird Pch der Kon
grcft mit dem Vestelierunt'roblem
befassm. Schatzamtssekretar McAdoo
bat dein Kongreß bereits einen Vor
schlag , gemacht. , auf welche Weise
man zwei Milliarden Dollars laut
seinem Vestcucrungsplan aufbringen
lonne.
Geaenwärtikt hcfaht s?ck das
atskoimtec für Militärwesen mit
?fcer Konskriptionsvorlage. Immer
Sin englischer
Weltfrieöensplan!
Lord 33rtjce plant Bildung einer
Liga zur Erzwingung des
Friedens".
London, 16. April. Einzelhei
sen über den sogenannten Brycc
Plan" zur Erzwingung des Frie
dens find von Lord Brnce, dem frii
bercn englischen Botschafter in den
Ver. Staaten, bekannt gegeben wor
den. '
Lord Vriice erklärt, der Plan fei
von ihm selbst, unter Mithilfe eines
5iomitccs hervorragender Engländer,
schon vor zwei Jahren gefaßt, sei
ober nicht früher veröffentlicht wor
den, weil die geeignete Zeit zur
Veröffentlichung noch nicht gefönt
inm erschien" und weil die öffentliche
Meinung in England inmitten des
Krieges für ruhig Zukunftsbetrach
tnngen ungünstig sei.
Lord Vryce sagt unter anderem:
Der Eintritt des Vereinigten
Staaten in den Krieg läßt es wün
schenswert erscheinen, daß die Be
inühungcn der amerikanischen Liga
zur Erzwingung des Friedens in ei
nein Ausdruck der hiesigen öffentli.
chen Meinung ihren Wicderhall sän
den. Ich erlaube mir deshalb, ij
nm einen Plan vorzulegen, der niit
demjenigen der amerikanischen Liga
fast identisch ist. Offenbar können
erst nach dem Kriege praktische
Schritte unternommen werden, doch
könnte das Publikum sich mittler
',ne schon eine Meinung bilden.
:ct Plan hat die Zustimmung ge
l v t:.t o;.:.
r om-'unntimti Uhu luujtui. viumci
minister und Auslandssekrctäre.".
Der VrncePIan schließt sich in
den Grundlagen eng an die amen,
knnischen Vorschläge an. geht aber
einen Schritt todter in Bezug auf
zwa?i'Lmeise Durchführung von Ent.
scheidungen, befüttvortct ein gemein
sames Vorgehen gegen irgend eine
Nation, die sich nicht als Mitglied
anchiießm will, oder die als Mit
glied s,ch nicht dem Schiedsgericht
untttivirft. Es wird vorgeschlagen,
daß die größeren Mächte in dem in
teriiationalcn Rat durch drei Mit
gliedcr vortreten sein sollten gegen
iiber eines oder zivei für kleinere!
Macktc. doch erklärt Lord Brnce, Z
dies sei niäit von fundamentaler Be
. deutupg. da die FuMionen des Na
H null rrekutiv. sondern beratend
IcSlau
Alliierten erwartet;
mehr hat es den Anschein, daß die
Bill im Senat angenommen werden
wird, doch wird der Präsident noch
einen schweren Druck aus gewisse Se
natsmitglicder ausüben müssen.
Von größter Wichtigkeit aber ist
das Kommen der Allllertenkommisl
sion. Die Besprechung der Friedens,
bedingungcn dürfte wohl von groß
ter Tragweite sein. Allerdings wif
sm die Alliierten, was sie wollen,
doch ist ihnen auch die Gcsimmiig
des Präsidenten Wilson bekannt, die
wesentlich von den Friedensbedin
gungen Frankreichs uird Englands
abweicht. Letztere werden sich wohl
den Wünschen Wilsons mehr oder
wemgcr sugen. Alle aber gehen da
rauf hinaus, dem preußische Miii
tarismus auf alle Zeiten den Gav
auS zu machen. Von einen: baldigen
Frieden aber kann keine Rede fein.
denn die Ver. Staaten bereiten sich
auf einen 5wieg von dreijähriger
Dauer vor. Es wird offiziell gesagt,
daß man hier nichts von einer wirk
lichen Friedenspropaganda weiß,
eine solche vorläufig auch mcht er
wartet wird.
Es heißt, daß die Ententemächte
den Beschluß der Vereinigten Staa
ten, sich nicht dauernd durch ein
Bündnis an die Alliierten zu fesseln,
wohl verstehen und billigen, doch
halten sie es andererseits für uncr
läßlich, daß sie bis auf weiteres eine
solide Front mit ihnen bilden.
Von wohl unterrichteter Seite her
wird versichert, . daß die Alliierten'
kommissäre gewisse Friedensbedin
gungen zu unterbreiten beschlossen
haben, denen wohl von den Vereinig
ten Staatm , beigestimmt wcrdcii
kann, und zwar werden die folgenden
genannt:
Rechtfertigung des Friedens, und
Gercckitigkeitsprmzips gegen eigen
nützige Aggression autokratischcr Mo
narchen.
Unverletzlichkcit der Rechte kleine
rcr Nationen.
Ausrottung des Militarismus.
Schaffung einer Weltfrii'dcnsliga
auf der Basis des Rechts, und
Mmschlichkeitsprinzips.
Die Freiheit der Meere
Keine U-Boote im
Pazifischen Ozean!
Jlpans Krikgsflotte gewährt unserer
Hazifischen Küste vor Au
griffe Schutz.
San Francisco, Cal., 16. April.
Eine hiesige javanische Zciwng
erhielt gestern' ein Telegramm sei
tens der japanischen Admiralität, in
dem sämtliche Nachrichten von dem
Vorkommen deutscher Tauchboote
im Pazifischen Ozean als Unwahr
heiten hingestellt werden.
Die Admiralität erklärt, daß die
pazifische Küste der ' Ver. Staaten
durch den Schutz der japanischen
Flotte vor feindlichen Angriffen si
cher ist. ,
Türkei interniert
amerik. Zvachtschifs?
Amsterdam, über London, 16.
April. Wie ein aus Kanstantino
pcl hier cmgctroffcnes Telegramm
besagt, hat die türfischc Regierung
in Koiistantinopel daö amerikanische
Wachtschiff Seorpion" interniert.
So soll die dortige Zeitung .Sabah"
berichtet haben.
tt-Boot holt grotzen
Geldampser herab!
New Zork. 16. April. Offizie
re eines hier eingelaufenen britischen
Schiffes berichten, daß der 196
Tonnen große englische Oeldampser
Narragansett" an der .rlandifchen
Küste von einem doutschen Tauchboot
torpediert und versenkt worden ist.!
-
Gründer des Esperanto gestorben.
Amsterdam, 16. April, über Lon
don. Dr. Ludwig Zamenliof, Be
gründer des Eji'eranto, ist gestern n
Warskimn gmorbeii. Dr. Znmenbof
wurde im Jähre 18,7v) . zu Bii'ljtoij
ccocrcu. . , .
Deutsches werben um
Frieden mit Rußland!
Rnssische Sozialisten beschuldigen
Mtgiano, zede nedens'AgUa'
tiou zu hintertreiben.
Kopenbaam, über London.. 16.
April. In einer Besprechung des
Besuches des Sozialisiert Philipp
Schcidcmann auf einer Fnedensmif
sion in Kopenhagen sagt das Bei.
liner Tageblatt", daß sich auch ein
wohlbekanntes Zentrumsmitglicd des
deutschen Reichstages hier befindet,
das an den Besprechungen teil
nimmt. Das Tageblatt nennt aller
dings seinen Namen nicht, aber es
liegt nahe, darunter Math. Erzbcrger
zu vermuten, der. wegen seiner her
vorragenden Neigungen, sich mit aus
wärtigenAngelegenheiten zu befassen,
bekannt ist. Auch hat die deutsche
Regierung ein unter seinen Auspi.
zim stehendes Propagandabüro leb
haft unterstützt, das die neutrale
Presse beeinflußt und auch in Italien
und in Rumänien die Propaganda
leitet.
Das Tageblatt weist auf die un
wahrscheinlichen Ablcugnungen die
ser Verhandlungen hin, die die deut
schen Sozialiftcn und andere führen,
und auf die Notwendigkeit, eineil
durch die Sozialisten herbeigeführten
Separatfrieden mit Nußland in
höchst delikater Weise zu behandeln,
damit nicht allzufrühe Oeffentlichkeit
den ganzen Plan zunichte macht.
Es glaubt, daß die MajoritätsSo
zialisten, die bisher immer für die
Kricgskrcdite gestimmt haben, von
den Russen vielleicht nicht so freund
lich aufgenommen werden, wie sie
glauben, und betrachtet allerdings
auS anderen Griinden als Gras Re
ventlow die Hoffnungen auf einen
Erfolg sehr skeptisch.
Anklage gegen England.
Während ihres Aufenthalts in
Stockholm ließen die russischen Delc
gatcn eine Erklärung des Inhalts
ergehen, England versuche, eines
der bedeutendsten Resultate der russi
schen Revolution, die Amnestie siir
russische politische Verbrecher, hinfäl
lig zu lnachen; des weiteren verhin
dcre es Russen, die für den Frieden
agitieren, ' an der Rückkehr in die
Heimat.
Teutschland wurde hingegen zum
Lobe nachgesagt, dqß es sem Verspre
chen voll und ganz halte.
Sodann wurde erklärt, daß von
der Schweiz aus mit den deutschen
und sranzöfischen Sozialistcn eine
5!orrcfpondenz unterhalten wurde.
Die Partie wurde in Stockholm
vom Bürgermeister und einer Dele
gation namhafter Sozialistcn em
pfangcn.
Dagcns Nyhcter" erklärte, Lcn
nins Absicht sei es, demnächst von
St. Petersburg nach Stockholm zu
rückzukehren, und zwar innerhalb ei
nrs Zcitrmlms von zwei Wochen, an
der Spitze einer russischen Deputa
tion. Er erklärte weiter, er trete
für allgemeinen Frieden ein, doch
wenn England einem solchen oppo
nicre, so werde er sich um einen Se
paratfricdcn zwischen Rußland und
Teutschland bemühen.
Die ruisischcn Abgesandten bcfin
den sich auf dem Wege nach St. Pe
tcröburg.
vryan meldet sich bei
wilson zur Stelle:
Ist willens, in der Fenerlinie z
stehen, will sich aber auch sonst
verdient machen.
Washington. 16. April. Wil
liam 3: Brnan sprach heute dein,
Präsidenten Wilson vor und hatte
mit demselben eine halbstündige Kon.
fercnz. Im Verlaufe derselben teilte
er dem Präsidenten mit, daß er wil
lens ist. in den jtricg zu ziehen und
sich in die Fenerlinie zu stellen; kann
man ihn dort nicht gebrauchen, so
bietet er seine Dienste dem Vater
laiide auf irgend eine Weise an. die
dem Präsidenten genehm ist.
General Alexiess jetzt
Gberbesehlshaber!
ZLetersbura. 16. Avril. Gene-
ral Alexiess, bisher Gcneralstabschef
der russischen Arince. ist von der pro
visorischen Regierung zum Ober
befehlöhaber derselben ernannt wor
den.
fleischlose Tage.
Parkersburg, W. Va., 16. April.
Alle Familien in Parkersburg sind
von der städtischen Handelsbehörde
aufgefordert worden, wöchentlich zwei
fleischlose Tage zu kalte. Auch hat
die Behörde in einem Aufruf die
Einwolmer aui,iefordcrt, mit allen
NoiiruiMiniitcln ökonomisch zu ver
tchrc.
Präsident wilson
appelliert an des
Volkes Mitarbeit!
Wendet sich an alle Berufe und
Stände, zur erfolgreichen Durch
fiihrnng des Äriegcs bei
zutragen.
Washington. 16. April. In ei
nem persönlichen Appell an das aine
rikanische Volk wandte sich gestern
Präsident Wilson an jeden amerika
Nischen Bürger, Mann. Frau oder
Kind fest zusammen zu stehen, um
die Nation zu einer einzigen unzer
trennlichcn Masse zwecks der Erhal
tung ihrer Ideale und des Trium
phcs der Demokratie, in dem Welt
krieg zu machen, b
Aus dem Appell, in welchem der
Präsident sich an seine Landsleute
wendet, heben wir die folgendm
hauptsächlichen Stellen hervor:
Der Eintritt unseres geliebten
Landes in diesen schrecklichen und
grimmigen Krieg , für die Deinokra
tie und Mcnschcnrechte, der die Welt
erschüttert hat. schafft soviele Proble
nie des nationalen Lebens, welche
eine sofortige Lösung verlangen, daß
ich hoffe, Sie werden mir gestatten,
in Bezug hierauf einige Worte an
Sie zu richten.
Wir bringen unsere Kriegsflotte
mit größter Schnelle auf eine wirksa
nie Kriegsstärke und find dabei, eine
große Armee zu schaffen und aus
zurüsten. Dies jedoch find die ein
fachstcn Teile der großen Aufgabe,
der wir uns miterzogen haben.
Unsere Sache nicht selbstisch.
In der Sache, die wir, verachten,
kann ich nicht ein einziges selbstisches
Element sehen. Wir kämpfen sür
das, was wir als die Rechte der
Menschheit betrachten und erwün
schen, sowie .für den zukünftigen
Frieden und die Sicherheit der Welt.
Um diese große i Sache gebührend
und erfolgreich durchzuführen, müs
scn wir uns ohne Rücksicht auf Ge
winn und materielle Vorteile in den
Dienst stellen. Wir müssen voll und
ganz erkennen, wie groß das Unter
nehmen ist, wie viele Opfer es ver
langt und wie viele, .Dmge wir zu
dessen Durchführung zu tun haben.
Wir müssen nicht nur für uns, un
scre Heere und Seeleute hinreichend
Lebensmittel liefern, sondern auch
für einen großen Teil der Lander,
mit denen wir jetzt gemeinsame Sa
che geinacht haben, und zu deren Un
terstützung und an deren Seite wir
jetzt kämpfen. Wir müssen Schiffe
zu Hunderten aus unseren Schiffs
bauhöfen liefern, um nach der an
deren Seite des Ozeans Tauchboote
oder keine Tauchboot!? hinüber zu
schassen, was dort zcden Tag ge
braucht wird.
Industrien müssen lcistnugsfähiger
werden.
Es leuchtet daher jedem denkenden
Menschen ein, daß unsere Industrien
leistungsfähiger -unb wirksamer als
je gemacht, ökonomischer geleitet und
den Erfordernissen unserer großen
Aufgabe mehr gerecht werden müssen,
als bisher. Tie Männer und Frau
en, welche ibren Geist und ihre Ener
gie diesen Zweigen widmen, .dienen
dem Lande in dem Kampf um Frie
den und Freiheit ebenso, als die
Männer auf dem Schlachtfeld oder
m den Schützengräben.
Farmer sollen mehr bauen.
Das, wa? unser Land wie die mit
uns verbündeten Länder am nötig
sren brauchen, sind Lebensmittel.
Auf den Farmern des Landes be
ruht daher iil bedeuten dem Maß
stabe das Schicksal des Krieges und
das Schicksal der Länder. Die Wich
tigkeit einer genügenden Lcbmslnit
tel.Vcrteilung, besonders für das je.
tzige Jahr, ist eminent. Ohne ge
iiügciidc Nahrung für die Heere wie
für die jetzt iin Krieg liegenden LLn
der wird dos große Unternehmen,
in das wir unS eingelassen, zuiant
menbrcchen und mißlingen. Mög
daher daS Land sich aus die Far
mer verlassen können, daß sie nichts
unterlassen werden, die Produktion
ihrer Ländcreicn zu crböhen. Ich
fordere alte wie junge Männer auf,
sich der Farmarbcit zu widmen und
dafür zu sorgen, daß es weder an
Arbeitskräften noch an Mühe ge
bricht, um die Farmen fa ertragreich
wie nur möglich zu machen. Befon'
ders appelliere ich an die Fanner
des Siidens Nahrungsstofse in hin
reichendem Maße anzubauen so gut
wie Baumwolle. Sie können ihren
Patriotismus nicht besser bezeugen,
als wenn sie sich von den gegenwär
tigen hohen Bmiinwollpreisen nicht
in Versuchung führen lassen, sondern
in großen Maße durch genügenden
Anbau von Brotfrüchten und Gemü
sen dies Land und die anderen Län
a4 wclchö &x Lz msa
Unruhen brechen in
Argentinien aus!
Bei den Krawallen behalte die Pa
zifisten die Oberhaud; deutsches
Eigentum zerstört.
Buenos Ayres, 16. April.
Heute fanden hier von Befürwortern
und Gegnern des Krieges Vcrsamm
lungcn statt, die einen lebhaften Ver,
lauf nahmen. Einmal stießen die
sich gegenüberstehenden Gruppen zu,
fämmen und es kam zu einem hitzi,
gen Gefecht, in welchem die Pazifi
stcn Sieger blieben. Heute nachmit,
tag werden die Pazifisten eine große
Masfeiivcrfammlung abhalten. Der
Minister des Auswärtigen, Zedbal
los, wird in derselben den Vorfitz
fuhren. Aber nicht nur tn der Lan
deshauptstadt, sondern auch in fast
allen Städten der Republik fanden
gestern Ruhestörungen statt; und es
muß zur Ehre der Polizei gesagt
werden, daß fie bei Unterdrückung
der Unruhen unparteiisch zu Werke
ging. Offiziell wird gemeldet, daß
es bei den Kämpfen viele Verwun
dcte gab; es ist indessen anzunehmen,
daß auch eine Anzahl Personen ge
tötet wurden.
Der an deutschem Eigentum in
dieser Stadt angerickitete Schaden ist
bedeutend; unter den beMdigten
Gebäuden befindet sich das Haupt
quartier des Deutschen Klubs, der
Kaiserhof, die deutsche Gesandtschaft
und das Gebäude, in welchem die
deutsche Zeitung hcrmisgegeben wird,
Die Regierung hat alle Maßnahmen
getroffen, alle ausbrechenden Ruhe
störungcn im Keime zu ersticken. Es
heißt, daß Deutschland Entschädigung
für die Zerstörung des Eigentums
der Deutschen verlangen wird.
Die argentinischen Sozialisten
hielten hier heute nachmittag eine
Massenversammlung ab und nahmen
Fnedensresolutionen an.
Die tonangebende Zeiwng La
Frenza verlangt die Bestrafung der
jenigen, die Mißbrauch mit der ar
gentinischm Flagge auf dem Dam
pfer Monte Protegido getrieben ha
ben; derselbe wurde bekanntlich von
einem deutschen Tauchboot versenkt.
Die genannte Zeitung besteht darauf,
daß Monte Protegido in ungesetzli
d)cr Weise die argentinischen Landes
färben getragen habe; das Schiff fei
überhaupt nicht als ein argentini
fches Fahrzeug registriert gewesen.
Dies lassen Sie mich zu den Zwi
Freiheit kämpfen, zu ernähren helfen.
Mahnung a die Zwischenhändler,
schenhändlern sagen, einerlei ob sie
unsere Lebensrnittel verhandeln, un
ser Rohmaterial für die Fabriken
oder die Produkte unserer Mühlen
und Fabriken. Die Augen des Lan
des sind besonders auf Sie gerichtet.
Dies ist Ihre Gelegenheit, dem Lan
de wirksame und uninteressierte
Dienste zu leisten. Das Land er
wartet von Ihnen, wie von allen
anderen, sich aller ungewöhnlichen
Profite zu cntschlagen.
Den Männern, welche im Bahn
dienst beschäftigt, sind, mögen sie de
ren Geschäftsführer oder Angestellte
sein, lassen Sie mich zurufen: Die
Bahnen sind die Arterien des Le
bens der Nation und auf Ihnen ruht
die Verantwortung, daß diese Ver
kchrsadent keine Hinderung irgend
welcher Art erleiden.
Der 5nufmänn wähle sich den
Wahlspruch: Kleine Profite und
schnelle Bedienung, und der Schiffs
bauer halte sich stets vor Augen, daß
daS Leben des Krieges auf ihm be
ruht.
Auch lassen Sie mich hinzufügen,
daß Jeder, der sich einen Garten an
schafft und kultiviert, bedeutend mit
hilft, das Problem der Ernährung
der Länder zu lösen, und daß jede
Hausfrau, welche strikte Sparsam
keit übt, sich selbst in den Rang der
jenigen stellt, die dem Lande hcl
fen. Jetzt ist die Zeit für Amerika
gekommen, feine riesige - Vcrgcu
dungssucht und Extravaganz abzn
stellen. Laß jeden Mann und jede
Frau cS als ihre Pslicht dem Lande
gegenüber betrachten, so ökonomisch
zu leben und ihre Ausgaben ein
zuschränken.
Ich bitte alle Zeitungsheratlsgebcr
im ganzen Lande, diesem Appell eine
so große Vcrbreiwilg wie nur mög
lich zu geben und hoffe, daß Geistli
chen dies Thema für wert erachten, es
von ihren Kanzeln herab zu bespre
chen. j
Das Land steht jetzt der größten
Kraftprobe gegenüber und wir niüst
sen alle zusammen einig sprechen,
handeln und dienen. -
Woodrow Wilson." j
Arniour tritt fiir fleischlose Tage
ein, damit die Alliierten reichlich
versorgt werden können. Davon
freilich muß das eigene Voll u
UMesi
A
lliiertcn-Sicll
nehmen
Zur Abwechslung werden die Deutschen jetzt auch
im Elsatz geschlagen; Deutsche melden
über belanglose Gefechte.
Aur keine Angst, sagt die .Fossische Zeitung"!
Berlin, 16. April, über London.
Das Kricgsamt meldete gestern,
daß die deutsche Linie nördlich des
Scrape Flusses an der Arras Front
etwas zurückgezogen worden ist; es
kam dabei nur zu leichten Gefechten.
Aber sowohl in diesm als auch bei
den Mafsenangriffen an der Front
der Niederung des Scrape Flusses
bis zur Arras-Cambrai Bahn, die
alle fehlschlugeii, erlitten die An
greifer fchwere Verluste an Toten
und Verwundeten. Gestern verloren
die Franzosen, Briten und Amerika
ncr in Luftkämpfen 17 Aeroplane.
am Donnerstag und Freitag büßten
die Franzosen und Briten zusammen
36 Flugzeuge und 4 Fesselballons
ein. Nördlich vom Bapaume-Cam
brai Landweg fanden gestern hitzige
Gefechte statt; in der Chanipagne
und der Aisne entlang donnern die
Geschütze unaufhörlich.
Nur kciue Angst. '
Amsterdam, 16. April. Der
Militärkritikcr der Vossischen Zei
wng schreibt, daß in vielen Briefen,
die bei ihm einlaufen, die Schreiber
ihre Besorgnis um den Stand der
Dinge zum Ausdruck bringen. Der
Militärsachverständige betont, daß
die Besorgnis unbegründet ist. Mi
litärische Entwickelungen an einem
kleinen Frontabschnitt beeinflusse die
Sachlage in keiner .Weise.
AllücrteU'Tiege.
London, 16. April. FeQmor
schall Haig berichtet, daß die Briten
das Dorf Villcret, südöstlich von
Hargicourt, genommen haben. Auch
nordwestlich von Lens haben die
Besten Erfolge zu verzeichnen. Fer
ner wird von der Front gemeldet:
Samstag griffen die Deutschen daS
ihnen kürzlich entrissene Monchy mit
zahlreichen Strcitkraftm an. Die 3.
bayerische Division war dm deutschen
Sturmkolonnen als Unterstützung
Uriegskredite von 7
'tfIisfirtt'iV'tt sitttisstrtf t
, '' , .
Hans einstimmig für die nefigeu
Bcwllligungcn? Soztaust Lon
don stimmte icht.
Washington, D. ., 16. April.
Ohne wesentliche Amendierung nahm
das Abgeordnetenhaus Samstag, zu
spater Stunde, die Siebenmilliarden
Kriegsfinanz-Vorlage an. Keine ge
gentetlige Stimme wurde bei dem
Hauptvomm abgegeben. Der Vozi
alist London enthielt sich der Abstim
mung.
Diese Woche kommt die Armeebill
der Administration zu ernstlicher Be
ratung. Eine heutige Umfrage stellt
fest, daß Präsident Wilson femen
auswahlsweisen Aushebungs-Plan
durchdrücken wird.
Im Gegensatz zu seiner Ursprung
lichen Stellungnahme, hat das
Kriegsdepartement 20 Staaten der
Union mitgeteilt, daß sie noch mehr
Milizheereskörpcr aufbringen kön
nen, wenn es lbneii so beliebt; doch
riet es ihnen, keine weiteren aufzu
brmgen, bis die gegenwärtig vor
handenen die volle Friedensstärke
haben, da andernfalls keine Aufnah.
me in den Bundesdicnst erfolgen
werde.
Alle diese Staaten können jetzt bis
zu 800 Mann Pro Kongreßdistrikt
rekrutieren. wenn aber sich Poli
tik in Ernennungen einschleicht, so
wird die Arinecleitung, wie angekün
digt, nicht zögern, einen Ausjätungs
Prozeß vorzunehmen.
Das Staatsdepartement verkünde
te seinen Plan, eine Kommission nach
Rußland zu senden; diese Kommis
sion ist getrennt von derjenigen, wel
che nach anderen Alliiertcnländern
gehen wird.
Es sind Pläne im Gange, 0.000
bestimmten Anforderungen gleich.
müßig entsprechende Lasi-Autos für
o,e neue Armee aufzutreten.
In Philadelphia soll ein riesiges
Pazisistenkomplott" entdeckt worden
sein, die Rekrutierung zum Einhalt
zu bringen.
Tie Flotte kündigt ihre Absicht
an, Alles aufzubieten, um bis zum
1. Mai dem Dewcn Taa"
ilire Mann'ckoitc-ttärkc auf 100,000
m.,... , t
WMMi tfi fctu.ca .
kein
deigegeben worden? aber auch diess
wurden unter schweren Werlusteni
zurückgeschlagen. Me Deutschen er
litten große Verluste an Toten und
GefangenM sowie an Kxiegsmdm
al.
Paris, 16. April. OfsizieT
wird gemeldet: Franzosische Trup
pen drangen in die zweite deutsche
Verteidigungslinie im Elsaß ein; in
den Schanzgräben fand man eine
große Anzahl deutscher Leichen, die
von den Geschossen aus französischen
Geschützen dahingerafft worden wa
ren. Aber auch an der Oife habm
die Franzosen an Grund und Boden
gewonnen. Während der fetzten
Nacht kam es im Elsaß, Lotbmgen,
in der Gegend van Soisions und
Rcheims zu heftigen Gefchützkänipfen.
Befondcrs schwer warm dieselben
zwischen Soissons und Rheuns.
Ex-Prasident des
Sangerbund gestorben?
Herr Theodor G. Behrens von (S?)t
cago, eiu m das deutsche San
gerweseu verdient Mann,
Laut einer Depesche, die tan
Herrn Ceo. Kieck aus Mllviaukee,
dem Sekretär des Sängerlnmdes
Nordwestens, bei Herrn R. C. Strebs
Iow, dem Präsidmten des Sänqer
bundes, hier einlief, ist Herr Theo
dor G. Behrens, der .frühere Präsi
dent dieses Bundes, in Chicago nach
längcrem Lcidm geftorbm. '-Die B
erdigung sind et nächsten Mittwoch
statt. - ' "'V'-.;,
Herr Beln-enZ stammte aus ".vt-...
stein und erhielt draußm eine gründ,
liche . gefchäftlickx Ausbildung. Vor
vielm Jahrm kam er nach Amerifo
und ließ sich in Chicago nieder, wo
er sich dem Grundeigentumshandel
und Bankgeschäft widmete und es zu
Wohlstand brachte. , Seine freie Zt-r
widmete er der Förderung des Dent
schen Liedes, an dem er mit großer
Hingabe hing. Er war jahrelang
Präsident der Ver. Sänger von Chi
cago, dann Vizepräsident und zuletzt
mehrere Termine Präsident des
Sängerbundes des Nordwcstens. lüt
ter feiner Amtszeit wurden die bei.
dm Glanzfefte des Sängerbundes in
Qmaha abgehalten, die wohl schwer
lich jemals übertroffm werden durs
ten. Herr Behrens war ein schlichter,
biederer Charakter, der im Kreise des
Sängerbundes viele aufrichtige
Freunde hatte. Er hat dem Bunde
viel Muhe und Zeit gewidmet, und
hatte die Genugtuung, ihn nr schön
stcr Blüte zu schen. Auch nachdem
er aus dem Amte geschieden, brachte
er dem deutschen Sängerwesen eifrig,
stes Interesse entgegen und trat da
ftir ein, daß der Sängerbund des
Mrdwestens das nächste Fest zufam
mm mit dem Nordamerikanischen
Sängerbund in Chicagc, abhalte,
nachdem Kansa City das Fest wegen
des Krieges absagen mußte.
Herr Behrens ist in Omaha wohl
bekannt und geschätzt und wird die
Nachricht von seinem Hmscheidm mit
aufrichtigem Bedauern vernommen
werden. , Ehre seinem Tndcu!,
Tschechen sollen sich
' anwerben lassen!
New Fork, 16. April. Din?.
toren der Böhmischm (Tschechischen)
Alltanz von Amerika habm tn thrcr
gestrigen Konferenz beschlossen, einen
Aufruf an alle wasfenfähigm Tsche
chen in Amerika zu erlassen, in wel
chem sie aufgefordert werden, sich un
ter der amerikanischm Flagge an
werbm zu lassen.
St. Paul, Minn., 16. April.
Die in St. Paul wohnenden Tf5st
chen habm Präsident Wilson ihr?
Dienste angeboten. ,
Brasiliens Zlrbeiter
gegen den Urieg!
Rio de Janeiro. 16. April.
Heute hielt der Vorstand der brasi
lianischen Fcderation of Labor ein
Beratung ab und nabni Rcsoluti???en
an, in welchen der Friede jkürwzr
tätzzk. - "A