Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, March 02, 1917, Image 1

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Der Uuttöcszsttsus zeigt,
bad der Deutsche imchr olv AkigrhSrZge anderer
(Kationen sein eigen Heim besitzt
.. Wer deshalb Oinrnostiieke, Hauset, Läden
und Farmen zu verkaufen hat. sollte in der
Tribüne anzeigen.
weSlerbsktchi. '
jyi'tr Omaha und Umgegend: Veränderlich
und kälter heute cibcnd und SamöKg.
Für Ndmwfa: Schön im nördlsäien und
veränderlich im südliche Teil heute abend und
Samstag, kälter im zentralen u. östlichen Teil.
Für Iowa: Veränderlich mit Schnee im
südlichen Teil heute abeich, SamZtng kalter.
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)?. Jahrgang.
Omaha, Nebr., Freitag, den 2. März 1917.
1. Ausgabc.-8 Seiten.-No. 301
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Senator Stone ist Her einzige, der öie Echtheit des ominösen Briefes
in öer großen Debatte in Frage stellt; erhielt angeblich
vom Präsidenten einen Rüffel.
Note angeblich von amerikanischen Geheimagenten abgefangen.
Das l)aus hat öie Vorlage zur Bewaffnung der Handelsschiffe mit einer
riesigen Mehrheit angenommen. Nur 15 Zugeordnete haben
Y dagegen gestimmt. Der Senat hat heute morgen
mit Debattierung der Vorlage begonnen.
Washington, 2. März. Politi
sche Fichrer hobeit heute die Uifla
ruiiff abgegeben, dafz dem Präsiden
, ten innerhalb 3(5 Stunden vom Kon
red alle Moclitbefngnisse erteilt wer.
den würden, um welch er nnchgc
sucht hat. Der Präsident ist bereit,
die Neutralitätsbill, sobald sie auch
im. Senat angenommen ist, zu unter
zeichnen, und Befehl gegeben, die
amerikanischen L'andelöschisfc zu be
? ivafsnen. Die Nentralitätsbill wur
de init einigen Abänderungen im
Hausemit einer so große Majorität
angenommen (103 gegen 13), daß
sogar die Regieriuigsbeamten er
staunt waren. Die Bill aber ist nicht
nach dem Geschmack des Präsidenten,
und sobald sie den Senat erreicht,
ivird sie durch die tut Oberhause er
aänzt werden. Sollten sich beide
Häuser einigen, . und man wird
dieses jedenfalls unter dem Sporn
des deutschnicz,ikanischabanische',
omvlotts tun , dann wird 510 it
1 ! son autorisiert werden, andere Mit
'-ie( als beschütze, .Kanoniere und
Gelo" anzuweiiden, uiu der gegen
'. wärtigen Krisis begegnen zu können.
'.Das 'Haus fcot diesen Passus der
'' Regierung? Bill gestrichen.
" 'Der Kongreß, der gestern noch
teilweise Zweifel hegte,. daß der mit
Zimmcnnairn" unterzeichnete Brief
auch echt sei, und empört war, daß
Präsident Wilson zuerst die Zeiwn
gen und dann erst den 5!ongrcß in
dieser Beziehung ins Vertrauen zog,
ist heute anderer Meinung. Man
weife, daß die Jnsormationcn, welche
die Regierung erhalten hat, authen
tisch sind. Staatssekretär Lansing
hat den Kongrch in Uenntnis gefetzt,
das; die Geschichte betreffs des Kom
Platts auf Wahrheit beruhe.
Damit ist die zögernde Opposition
zus dem Wege geräumt.
Die Bewaffnete Neutralitätsvor
läge" wurde gestern im Hause ange.
nommen. nachdem viele patrioksche
Reden gehalten worden waren. Jol.
. gende Abgeordnete stimmten - gegen
die Annahme der Bill:
Teinokraten: Shackleford (Mo.),
Dicker (Mo.). Shcrwood (Ohio).
Republikaner: Benedict (Cal.). Ca
?y (Wis.), Cooper (Wis.), Davis
(Mirni.), Helgcsen (N. Tak.). Lind
bergh (Minn.), Nelson und Stafford
(Wis.), Wilson (Jll.). Sozialist:
London (N. ?).). '
Mehrere Kongrcßleute find der
Ansicht, daß Präsident Wilson dem
Senator Stove, Vorsitzender des 5ko
' , llntees für auswärtige Bestrebungen,
indirekt einen Verweis erteilt habe,
vil er Wilsons Fordenuig nur
,'a. ach Unterstädte. Der Präsident
äatte Senator Swanson zu seinem
'Mundstück im Senat gemacht und
nicht, wie bisher Senator Stone.
letzterer hatte in öffentlicher Senats,
sitzimg angedeutet, daß die 5lomp!vtt.
geschichte möglicherweise darauf bc.
rechnet sei, die öffentliche Meinung
zu beeinflussen. Die Veröffeiitli
chuiig des Briefes", sagte Senator
Stone .hatte offenbar einen gewis.
sen Zweck. Ich weiß uicht, woher
die Zeitungen das Dokument erlangt
haben. Ist dasselbe autentisch, dann
?rgibt sich notwendigerweise, daß die
!e Information der amerikanischen
Presse nicht von der deutschen !!e
zicnuig übergebe): worden ist. (fs
muß voil jemand anders hsrausgeg?.
ben worden sein.
Liest man die Zoitimgen, dann ist
. die Schlußfolgerung die, daß der
Lrief von den (fzeklitivbeamiei? un
serer Jicgienmg erhalten worStch ist.
Mit dlr Beröffentlickung desselben
wurde ein gewisser Zmeck verfolgt,
will aber nicht bersnäien, den Zweck
' weiter zu erörtern, nußer man wollte
die öffentücke oder die okfizielle Mi,
kumg oder beioeö in den tkt. Staa
ten beeinflussen. ,- . -
hurG Lttttslttg
Zimmcrmallll
ccht und wahr eMären!
.
Herr Stone ließ durchblicken, daß
die Regierungen der Alliierten die
Information den Ver. Staaten zu
kommen ließen. Kein Geheimnis
und vertrauliche Beziehungen dieser
Art sollten zwischen einer kricgfüh
rcndcn Macht und unserer Regierung
bestehen, Ich will hierüber unter
richtet sein," sagte Herr Stone, ehe
ich und andere in den Strudel hin
ruigcrisscn werden. Ich bm nicht
für den Krieg, außer es gilt, die
amerikarnschen Rechte und Ehre in
jeder Hinsicht' aufrecht zu erhalten.
Ich wünsche zu wissen, ob eine Ur
sache zum Kriege vorliegt, ob eine
schwere Beleidigung oder ein An
griff auf unsere Integrität, ein un
gehöriges Eingreifen in unsere Rech
te seitens der deutschen Regierung
zu verzeichne ist. Koinnit die Nach,
richt z. B. von London, dann will ich
es wissen das ist alles. Der Prä
sidcnt soll uns Mitteilung über den
Zimmennann Brief machen."
Präsident lirstätiat Echtheit des ZiM'
- mermann'sche Briefes. .-.,,.
Washington. 2. März. Präsi
dent Wilson ließ gestern abend dem
Senat auf dessen Anfrage, die Mit
teilung zugehen, daß die Bundes
regicrung in dem Besitz von Bewei
sen für die Echtheit des Zimmer.
mann'schM Briefes ist, in welchem
klar gelegt wird, daß Deutschland
Mexiko und Japan zu einem Krieg
an seiner Se'te gegen die Ver.
Staaten verlocken wollte.
- - -.
Schreiben des Präsidenten.
Der Brief, welcher Herr Wilson
dem Senat zugehen ließ, lautete
folgendermaßen:
An den Senat!
, In Beantwortung der vom Smat
mn 1. März 1917 angcnommelicn
Resolution, in welcher der Präsident
ersucht wird, dem Senat, falls nicht
unverträglich niit dem öffentlichen
Interesse, irgendwelche Information
zu übersenden, welche er bctrcsfs der
am genannten Tage von der Presse
veröffentlichen Note hat. die angeb
lich am 19. Januar vuin, deutschen
Staatssekretär des Auswärtigen an
den deutschen Gesandten in Mexi.
ko gesandt wurde, übersende ich hier
mit einen Bericht des ' Staatssekre
tars, der meine Billigung hat.
. Woodrow Wilson."
Was Herr Lansing schreibt.
Es folgt bienn.it der Bericht des
Staatssekretärs:
Ail den Präsident! I
Betreffs der am 1. März vom'
Ver. Staaten Senat angenommenen'
Resolution, iin welcher derselbe sie
ersucht, ihn, weuil nicht unvcrträg
lich mit dem öffentlichen Interesse.!
irgendwelche Information zu geben, j
welche Sie bezüglich der am genanii ,
ten Tage von der Presse veröifent'!
lichten Note haben, die angeblich ant'
1!). Januar 1917 von dem deutschen
Staatssekretär des Aeußcren an den
deutschen Gesandten in Meriko ge
fandt wurde, habe ich die Ehre zu.
ertläreik. daß die Regierung iür.Ve '
sitz von Beweisen ist. welche die "Zat-'i
sache feststellen, daß die genannte!
Note authentisch iit. daß sie sich'
im Besitz der 5?!cgicrung der V?r.
Staaten befindet, und daß die B
weise während der gegeinnärtiaen
Wache erbracht wurden: daß eö je
doch nach meiner Meinung mit dem
öffentlichen Interesse unverträglich
sein würde, irgendwelche weitere In
formationen betreffs der in der 2c
natsresolutioil erwähnten Note zu
senden, loelche sich im Besitz der Re
gierung veiinden, gegemvärlig dem
Ze'at zu üderseiien,
Ächlungvoll - i,lernii!telt
Robert aüsing."
Amcrik. Geheimagentc singen Note
ab.
Nein York. 2. März. Das deut
schc Koniplott. im Falle eines Krie
geö zwischen den Ver. Staaten und
Deutschland Mexiko und Japan ge
gen die Letzteren aufzustacheln, wur
de von Geheimagenten der Bundes
regierung entdeckt, und nicht durch
irgendwelche ausländischen Quellen,
vie eine Depesche aus Washington
an die . New Jork Evening Post"
besagt. '
Tatsache ist," heißt es in der
Depesche, ..daß die Bundesregierung
nicht durch irgendlvclche ausländi
schen Oliellen, sondern -durch eigene
Geheimagenten einen Brief, der un
zweifelhaft die Handschrift des Grq
fen von Bernstorff trägt, abgefangen
hat, in welchem der deutsche Gc
sapdte in Meriko, Baron von Eck
ardt instruiert wird, : sofort Unter
Handlungen mit der mexikanischen
Regicrung zu beginnen, sollte es
zwischen den Wer. Staaten und
Teutschland zu Feindseligkeiten koin
mcn." , . : ' " ; -
Die Bill im Senat.
Washington, 2. INärz. Bei der
Heutigen Eräffnungösitzung des Se
nats stellte Sen. Stone den Antrag,
die Bill, laut welcher dein Präsiden
ten Vollmachten gegeben werden,
amerikanische Handelsschiffe ., zu be
waffnen und amerikanische Rechte
auf hoher See zu schützen, sofort in
Beratung zu nehmen. In der Bill
wird dem Präsidenten das Recht g
geben, zu diesein Zivecke auch an
dere Mittel" anzuwenden.'
Norweger empört
über brit. Brutalität!
Berlin, 2. März. (Funkendcpe
sche.) Bei einer Debatte im nor
wegischcn Parlament wurden gegen
England . in nicht sanften Worten
heftige Anklagen erhoben.
Ter Oppositionsführer Hagerup
erklärte, daß die britische Regicrung
Norwegen während der Kohlcnkrisis
mit einer Brutalität behandelt h'
be, wie sie ein neutraler Staat nie
vorher erdulden mußte, In abnli
cher Weise äußerte sich der Abge
ordnete Svend.
Der Parlanientspräfidcnt Mowiu
kcl sagte, daß Norwegen nur ver
gewaltigt worden sei, weil es sich
nicht von seiner Neutralität abbrin
gen ließ. , England habe die nor
wegische Regierung gezwungen, die
Ausfuhr von Fischen nach Deutsch,
land zu verbieten und die Folge sei
ein Konflikt , m't der deutschen IZe
gierung geivesen. Zu einem weiteren
demütigenden Mkommeu 5?t Eng
land die norwegische Regierung
durch die Abschncidung der Kupfer
einfuhr gezwungeu. "Mc Proteste
gegen die völkerrechtswidrigen Me
thodcn und die Eingriffe der brili
schen Regierung in die Souveräni
tät Norwegens seien vergebens ge
Wesen. ,
Spanien Konfisziert
alle Mehlvorrate!
Madrid, über Paris, 2. März.
Die Ledensmittelfrage beginnt in
Spanien ernst zu werden. Um für
cir.c gleichmäßige Verteilung zu
sorgen und Preistreibereien zu ver
hüten, bat die Regierung hier uiid
in &m lienackbarten Slädten alle
Meblvorräte. ungefähr 1,5(X Ton
nen, koinioziert,
X'ii fiionifchc Parlautciit ist bis
auf unbestimmte Zeit vertaat ivor
den. Das Dekret wurde feiten? der
Opposition niit Protest ausgenoui
men.
DcMcr Gcsandtcr
..$Qttoü$n)m'
Zilttlttcrlnalllss Brief!
Die mexikanische Regierung hat die Verschwö
rung", formell in Abrede gestellt. Brief
ist gefälscht, sagt Mexiko.
Stadt Mextto, 2. März. Hier
herrscht attgfmkln das Gefühl dor,
daß der Zimmer imurn Brief nicht
echt fc! kann. Sowohl der japani
sche als auch der drntschc Gesandte
haben die Erklärung abgegeben, daß
sie irgend etwas von dem dcntschrn
Komplott wissen. Die mexikanische
Regierung wird in Abrede stellen,
das sie irgend etwas mit dem dcnt
schcn Komplott gemein grhabt habe.
Der hiesige deutsche Gesandte von
(Eckhardt gab gestern die Erklärung
ab, er wisse nichts von den angcb
lichr Instruktionen, welche ihm an
geblich vom Staatssekretär des Aus
wärtigen, Tr. Zimmermann, betreffs
eines deutsch-mexikanischen Bündnis
ses im Falle eines Krieges mit den
Ber. Staaten zugegangen sein sollen.
Bon Eckhardt gab diese Anttvort
auf die Anfrige, ob er die ihm an
geblich von Tr. Zimmermano über
sandten Jnstrnktionr erfüllt habe.
Sie müssen nach Washington ge
hcn, um Information z erhalten,"
sagte der Gesandte . den Fragestcl
lern. Falls Sie zrgend etwas sa
gen wollen, sönnest Sie erzählen,
der deutsche Gesandte wisse nichts
von alledem." A ;j:
Japans Geschäftsträger weih auch
nichts.
Der hiesige japanische Geschäfts
Entstellung
einer Erklärung
durch die News"
Das Abendblatt legt Herrn Bal. I.
Peter Worte in den Mund, die
, er nicht gesprochen.
Die News" frug ' gestern den
Herausgeber der Tribüne, ob er
über Jiinmerinann's Brief eine Er
klärung abzugeben habe. Sie erhielt
die Antwort, dies sei verfrüht, denn
die ganze Sache erscheine zii un
wahrscheinlich und unglaublich.
Der Reporter stellte dann die Fra
ge: Glauben Sie jetzt nicht, daß
Wilson's Bruch mit Deutschland be
rechtigt war?"
Tarauf entgegneie Herr Peter:
Es kann keinein Znieifel unterlie
gen, daß der Bruch berechtigt war,
wenn Wilson zu jener Zeit diese
Information (Zimmermanns Brief)
hatte, und von dessen Echtheit über
zeugt war."
Gestern abend brachte nun die
Nelvs" ein langes Interview des
Herrn Peter und legte ihm Worte
in den Mund, die er nie gespro.
chen hat. Besonders der Hauptsatz
war entstellt und zwar folgenderma
ßen: Es kann keinem Zweifel un
terliegeu, daß der Präsident berech,
tigt war, die Beziehungen abzu
brechen, da (since) er diese Jnforma
tion zu jener Zeit hatte."
Die News hatte das Wörtchen
da (sinee) anstelle des Wortes wenn
(if) gesetzt und dem Satz eine ganz
andere Bedeutung gegeben. Der
Nachsatz ..und von ihrer Echtheit
überzeugt war", fehlte ganz und gar.
Herr Peter hatte die Echtheit des
Ziminernianns Briefes in Frage ge
stellt, die News dagegen hat die Sache
so hingestellt, als ob er von seiner
Echtheit überzeugt wäre.
Die? ist mieoerum ein Beweis,
wie leicht Entstellungen entstehen
und wie durch dieselben Verstiminun.
gen verursacht werdeil könmicn.
Nur einen Satz brachte die News"
richtig, und der war, daß. sollte sich
dic-Wabrliaftigfeit des Briefes her
ausstellen, io habe Deutschland ei,
fach in Merico und Japan Vcrbün
dete iuerben wollen, ähnlich wie Prä
sident Wilson Verbündete suchte, als
er die Neutralen einlud, das mne
rikanische Vorgeben gegen Teutsche
land zu dem Ihrigen zu machen."
Daraus hätten iivrigens die Leu
tc, die sich über Herrn Peter's Erklä
rung aufregten, sofort ersehen fön
neu, wie er die ganze Sache benr
teilte, lind daß er die Erklärung nie
abgegeben, nie abgeben konnte oder
würde, die die News" gebracht bat.
Unter der Teuerung, dürsten die
jenigen am schwersten zu leiden ha
ben, die von sich und ihrer Not am
reuigsten reden machen.
trager Tamckichi Ohta sagte, er ha
be in keiner Weise irgendwelche
Kenntnis von einem Bündnis mit
Mexiko oder Deutschland gegen die
Ber. Staaten.
Auch mexikan. Rcgierungsbeamtcr
ohne Kenntnis.
Anch Garza Pcrez, der mexikani
schc Unterstaatssekretör des Aenßcrn,
und der jetzige Leiter des Ausmärt!
gen Amtes, erklärte, ihm sei von den
erwähnten Borschlägcn nichts be
konnt. Falls ein solcher Borschlag
vom Gesandten von Eckhardt der mc
xikanischen Regierung gemacht wor
den sei, was er persönlich sehr be
zweifle, so miisse derselbe direkt Ge
ncral Earranza oder dem Minister
des Aeusiern, Aguilar, übermittelt
worden sein.
Amer. Gesandter sucht Carranza
' ' auf.
Ter amcrikauische Gesandte Henry
P. Fletcher, ist gester morgen mit
dem mexikanischen Minister des Aus
wärtigeu, Aguilar, nach Guadalajara
gefahren, wo sich General Carranza
gegenwärtig aufhält. Die Reise wnr
de plötzlich arrangiert nud geheim
gehalten, bis der Gesandte schon lan
ge nntcrwegs war.
Ganz England vor
Freude auZzer sich!
Man glaubt, das; Amerikas, Eintritt
iu den Krieg jetzt sicher istrr
London, 2. März. Die Ent
hiillungen" über Deutschlands Kom
plott gegen Amerika hat jiicr eine
ebenso große Sensation hervorgern
fen, als i,r Amerika selbst. ' Eng
land glaubt, daß der Versuch, Me
xiko und Japan gegen Amerika aus
zuspielen, der letzte Tropfen gewe
fen, der das Faß zum Überlaufen
bringt. Es wird mit Sicherheit
angenommen, daß der Eintritt Ame
rikas in den Krieg sicher ist.
Es ist aber eigentümlich, daß die
Northcliff Zeitungen sich allen Ko
mcntars über das Komplott enthal
ten. Andere Zeitungen erklären,
daß Delltschland sich eines Aktes
zu Schulden kommen ließ, der di
rekt zum Kriege führen müsse."
Ein solches Komplott, sagen diese
Zeitnilgcn, war übrigens ; von
Deutschland zu erwarten. Man
glaubt nicht, daß Japan sich auf ein
Bündnis mit Deutschland eingelassen
haben würde.
Diese Enthüllung", schreibt der
Daily Chronicle, reinigt die Luft.
Sie beweist, daß die , vom Kanzler
jüngst ink Reichstag gehaltene Siebe
ein Meisterstück der Heuchelei war,
und sollte die Kongrcßleute, deren
Aufgabe es ist, das Interesse Ame
rikas zuerst zu wahren, überzeugen,
daß diese Interessen in Gefahr ste
hen. Der Kongreß sollte sich sa
gen, daß die Lage viel zil ernst ist.
um sie auf die leichte Achsel zu
nehmen."
Der Daily Telegraph" schreibt:
Es ist erfreulich, daß die Enthül
lilngen gerade mn diese Zeit kom
men. (Für die Pacififten passen sie
wie die Jaust aufs Auge!) Sie
werden den übrigen Neutralen wei
tere Beweise der deutschen Freund
sckaftsbctcuerungen beibringen. Erst
schmiedete Deutschland gegen einen
und dann gegen einen anderen
Staat ein Komplott in der despcra
ten Hoffnung, sich von dem Schick
sal, das ihm bevorsteht, zu retten.
Zivilisation bleibt gefährdet, bis die
se schreckliche Karrikatur ihres cige
neu Bildes aus dem Archiv -"der
Menschheit verschwunden ist."
Italiens Anleihe.
Rom. 2. März. Nach der amt
licheii Ankündigung haben die Zeich'
nlingen auf die neue italienische An.
leibe bisher die Höbe von 2'200 Wil
li ouen Lire erreicht, danon 117(1
Ä?illionen in neuem Gelde.
Was Llohd George nunmehr in
lmiger Rede ausführte, bat er früber
schon in zwei Worten gesagt: Zn
spät!"
Alllrmbclilhtc aller
Art llusWakhinatsn!
Die Brunnenvergistung wird stündlich schürn
mer; mit weiteren sensationellen Enthüls
lungen sollen wir beglückt werden.
Die Deutschen sollen Mexikanern Geld leitzeiU
Die nachfolgende senfatZonellc Ge
schichte einer Bcrschiuömng zwischen
Deutschland, Mexiko uiid Japan zum
Schaden der Vereinigten Staaten, im
Falle diese in einen Krieg mit
Deutschland geraten sollten, wurde
von der Uuited Preß veröffentlicht.
Da für die angeführten Anklagen
weder bestimmte Beweisführung,
noch Gewährsmänner angegeben
werden, und sie zum großen Teil
Briten unterliegen
im Handgemenge!
Bei Souchez und am Anere Bach
kommt es zu blutigen Gefech
ten; Offensive in Rumänien.
Berlin, 2. März. (Funkellbericht.)
Offiziell wird gemeldet, daß die
britischen Angriffe auf die deutschen
Schanzgräbeir östlich und südöstlich
von Souchez alle abgeschlagen wrn
den. Es kam vielfach zum blutigen
Handgemenge, in welchem die Feinde'
unterlagen. Zwischen Dpern und
Arras unternahmen die Briten meh
rere Vorstöße, die ihnen jedoch nur
schwere Verluste einbrachten.
In dem Handgemenge bei Sou
chez wurden 20 Briten gefangen ge
nommen und ein Maschinengewehr
wurde erobert. In dem Anere Ab
schnitt fanden in den Vorfeldstellun
gen unserer Positionen heftige Zu
fammenstöße statt. Dort uud wäh
rend des Rcinigens von uns erober
ter englischer Schützengräben bei
Sailly machten wir 30 Gefangene
und eroberten drei Maschinengelveh
re. Was die Franzosen sagen.
Paris, 2. März. Offiziell wird
gemeldet, daß die deutschen Ueber
fälle au die westlich von Soisfons
gelegenen französischen Schanzgrä
ben abgewiesen wurden. Französische
Abteilungen überfielen einen, deut
schn Schützengraben bei Vaqnoise in
den Argonnm und brachten mehrere
Gefangene ein. In dem Avoeourt
Gehölz entspann sich heute ein leb
hafter Geschützkampf.
Von östlichen Krirgsschanplätzrn.
Berlin, 2. März, (Funkenbericht.)
Das deutsche Kriegsamt macht
bekannt, daß die deutschen Truppen
am 28. Februar die Offensive an
der nördlichen rumänischen Front
ergriffen hätten. Sie eroberten meh
rere russische Höhenstcllungen, mach
ten über 1300 Gefangene und er
beuteten 11 Maschinengewehre und
9 Minenwerfer. - Eine der eroberten
Stellungen wurde später aufgegeben.
Der Bericht besagt des Näheren:
Ein Angriff der Italiener an . der
serbischen Front brach unter dcni
Fcncr der Deutschen mit bedcutciiden
Verlusten für den Feind zufamrnen.
Armeegruppe des Prinzen Leo
pold: Die Lage, ist unverändert.
Armeegruppe des Erzherzogs Jo
seph: Auf beiden Seiten der Val
Plltna Straße, im südlichen Teil der
bewaldeten Karpathen, gelang ein
sorgfältig vorbereiteter und kräftig
ausgeführter Angriff unserer Trup
pcn vollständig. Wir eroberten meh
rere' russische Höhenstellungen, maa
ten 12 Offiziere und 1309 Mann
zu Gefangenen und nahmen 11
Maschinengcschütze und 9 Minenwcr
fer. Die eroberten Linien wurden
von uns trotz der während der Nacht
gemachten russischen Gegenmigrifse
behauptet. Später wurde eine von
uns südlich der Straße genommene
Stellung, ohne daß der Feind ir
gendwelchcn Track ausübte, aufge
geben, nachdem wir die Befe
stigungen zerstört hatten: ihre Lage
war für uns ungünstig.
Armeegruppe des Feldmarschalls
v. Mackensen: , Die Lage ist unver
ändert.
Mazedonische Front: An der Bie
gung der Tschcrna machten die Ita
liener nach kräftiger artrllerini icher
Vorbereitung mit starken Kräften ei
nen Angriff am unsere ostlich von
Paralovo gelegene Höhenstellung die
wir ain 12. Februar erobert hat
ten. Der feindliche Angriff schlug
vollständig febl. Wir verloren kei
nen Zoll on Boden.
nur auf Vermutungen basieren, so
geben wir wohl den wesentlichen In
halt im Wortlaut wieder, aber mit
allem Vorbehalt, da wir für die
Richtigkeit nicht eiilsrchen können.
Die Schriftleitung.
Washington, 2. März. Hiesige
Regierungstreue wollen wissen, daß
kürzlich von Deutschen in AmMika
Mltionen Dollars an die Csrransz
Regierung geschickt wordw sind;
mehrere dieser Millionen waren
persönliche Darlehen". Andere Mil
lionen wurden dazu verivcndet,
Schnielzwerke in Mexiko aufzukm
fen. Das Geld wurde trotz der War
nungen des Präsidenten nach Mexiko
gesandt. Die Regierung hatte die
Erklärung abgegelM, daß derartige
Darlehen von derselben nicht sanktio
niert werden würden, außer man
hat dieselbe vorher darüber verstän
digt. Dieses ist eine der zahlreichen
Entivicklungen seit Beknntwcrden
des deutschen Komplottes. Man will
heute in Erfahrung gebracht haben,
daß alle Instruktionen, die an die
deutschen Konsuln in den Ver. Staa
ten gerichtet wurdm, zu gleicher Zeit
mit dem Brief an Bernstorff abge
schickt worden sind. Die Jnftrukrio
nen bezogen sich auf die Abwicklung
schwebender GesckKftsverhsndlNFen
und auf welche Art und Weise mit
der Zerstörung der Maschinerie der
deutschen, in hiesigen Häfen liegen
den Handelsfchiffe vorgcgangcn wer
den soll, falls es zum 5triega kom
men sollte.
Alles dieses beweist, daß, NÄyrend
dieses Land mit Deutschland Frieden
hatte, ' letzteres feindselige Handlun
gen gegen die Ver. Staaten plaiite.
Regie. ungskreise sagen, daß die Buir.
desregierung wettere Enthüllungen
machen werde, sobald der richttgs
Zeitpunkt gekommen. Man will die
Aufstände auf Kuba und Costa Rica
auf deutsche Umtriebe zurück stihren.
Während der letzten Wochen hat der
vertriebene Präsident von Costa Rica
mit dem Staatssekretär in Vcrbin
dung gestanden. Das geeMwörtige
Regieningsoberhaupt hat der Ver.
Staatenregierung mitgeteilt, daß es
der Unterstützung der Bundesregic
rung nicht bedarf; man sagt sich hier,
daß er jedenfalls von anderer Sei
te mit Geld unterstützt wird. Auch
in anderen lateinischen Republikei.
sollen deutsche Uintriebe offensichtlich
sein. Da , ist z. B. der Columbian
amerikanische Vertrag zil erwähnen;
die Regierung Columbians ist immer
noch nicht bereit, denselben zu unter
zeichnen.
Der deutsche Serjäger.
New Aork, 1. März. Der deut
sche Seejäger, welcher iin Jämmö
so viele Schiffe der Eiltetttemöchts
in dem südlichen Ozean versenkte,
loar so zweckmäßig bewaffnet und so
ailsgiebig bemannt, daß man vcrinn
ten kann, er fei in cinenr deutschen
Hafen eigens für die Zerstörung
hergerichtet worden. Dies ist die
Ansicht des Kapitäns T. Fakeschi.
ma 'bon dem japanischen Tainpfer
Hudson Maru", welcher-am Mitb
woch aus Pcrnambuco, Brasilien, m
New Jork eintraf. '
Die Hudson Maru". war eineS
der gekaperten Schiffe. Ungesähi:,
310 gefangene Offiziere und Mrmn
schatten wurden an Bord dessÄbcn
gebracht und das Schiff nach Per
nambuco beordert. Ter japatlifche!
Kapitän sagte, daß die 2 großeil
Geschütze und die 2 TorpedoRöhrett
des Secjägcrs mit einer . Geschick
lichkcit angebracht waren, die ihn
überzeugten, daß dieses Schiff, das
ein untacbalttcS Lastfahrzeug ist, in
einem Hafen ausgerüstet worden feilt
müsse, in welchem detttsrlje Geschütze.
Material und Seeleute .in Menge
vorhanden waren. Wie er sagte,
war der Scejiiger , ein , Boot von
5,000 Tonnen mit einer Geschwin
digkeit von 18 Knoten.
.Plattsmouth. 2. März. Der
Weichensteller Frank S. Brinkman,
wurde gestern abend von einer Lo
komotive überfahren und getöter.
Ter 8 jährige Mann hinterläßt an
ßer seiner Frau drei Töchter mÜ
einen Sohn,
i