Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, June 15, 1916, Image 1

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Kleine Anzeigen 2
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bringen vollen Erfolg. Probiere 2
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Omaha, Ncbr., Donnerstag, 15. Juni 1916.
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Aationalkonvent der Demokraten bis jetzt er
eignislos verlaufen; platform enthält
planste gegen vindestrichler.
tzughes wird in derselben aber nicht angegriffen.
' St. ßonL8, Mo.. IS. Juni.
Im Verlaufe seiner Rede verwies
der temvoräre Borsitzende Martin S.
Elynn, Er-Gouvernnir von New
flott, auf den Umstand, daß seit dem
Bürgerkrieg kein Präsident der Ver.
Staaten auf eine härtere Probe ge
stellt worden ist, wie gerade Präsi
dent Wilson. Er sagte, Amerika
nismus und Friede, Bereitschaft und
allgemeiner Wohlstand" bilden das
Motto der demokratischen Partei. Er
schloß mit den Worten, daß Präsi
dent Wilson sicher wieder erwählt
werden wurde. Tiefen, Worten folg.
te eine sechzehn Minuten anhaltende
Demonstration, bei welcher Hochrufe
aus Präsident Wilson ausgebracht
wurden. Nach Glynn's Rede ver
tagte sich die Konvention bis heute
11 Uhr vormittags.
Suffragetten bilden Spalier.
Eine ungeheure Menge Frauen
rechtlerinnen hatten auf der nach
dem Auditorium führenden Haupt
straße Posta gefaßt, doch kam es
ifcrrfiita in frnncrlft Temrtnftrrtftn.
uen.
Der Konvent im ersten Stadium.
Kurz vor Mittag begann sich die
Konventionshalle schnell mit Delega
ten und Gästen zu füllen. Musik
kapellen begleiteten die verschiedenen
Delegationen bis zum Eingang zur
Halls, doch wurde ihnen nicht ge
stattet, die Halle selbst zu betreten.
ES herrschte kein Wirrwarr, auch
mangelte es an Enthusiasmus. In
allen Ecken bemerkte, man Maschinen
zucAufnahme von' SZandelvildern.
ES herrschte eine kolossale Hitze, und
diele Tclegaten zogen die Röcke aus
und fast alle übrigen folgten ihrem
Beispiel.
Die TeraZ Delegation verteilte
kleine Balln? Baumwolle als Sou
vcnier. Um 11:13 sang ein Quar
tett ein patriotisches Lied, welches
den Sängern lebhaften Applaus ein
brachte. Die offizielle Kapelle spielte
dann Tirie" und Columbia",' die
Delegaten und Gäste erhoben sich
von ihren Sitzen und stimmten mit
ein
Als William Bryan seinen Sitz
auf der BerichterstatterBiihne ein
nahm, wurde er in enthusiastischer
Weise begrüßt. Der Enthusiasmus
aber ging nicht von den Tclegaten.
sondern von der Galerie aus; eine
Anzahl Anhänger Bryans unter den
Delegaten stimmte dann ebenfalls in
das Beifollsgetösc mit ein.
Die New Norker Delegation über
sandte dem 'Vorsitzenden McCombs
einen aus Holz geschnitten Tiger.
Es war bereits 12:30, als McCombs
die Versammlung zur" Ordnung rief.
1 Während der temporäre Vorsitzen
de Glynn sprach, ertönte aus dem
hinter der Konventionshalle gelege
nen Stalle das Geschrei eines Esels,
so das; der Redner eine zeitlang in
nehalten mußte. Herr Glynn faßte
den Zwischenfall als ein gutes Omen
auf. lächelte und fuhr, als sich das
Grautier beruh'gt hatte, in seiner
Lobrede auf Wilson weiter fort. Um
2:3(1 hatte er seine Rede beendet.
Telcgat Alfred E. Smith von New
Fork machte die Delegaten darauf
aufmerksam, daß der 11. Juni Flag-
rtcnfrtrt fni (tpstln hiit )ftrrtrt
Y4)J V 111 't.. .1111114).
daß die vom Präsidenten Wilson
erlassene Flaggentag-Proklamation
verlesen werde. Seinem Wunsche
wurde Folge geleistet.
Hierauf schritt man zur Organi
fation. Resolntionskomitee in Sitzung.
Sähnrih Jinä fffpfnsiifintKfniiiits,n
in Beratung war. machte Telegat
Samuel E. jting von Mah folgende
Aeußerung: Ich sprach gestern nach
mittag bei Herrn Wni. I. Bryan
vor und fragte ihn. ob cr irgend
loelche Wünsche in Bezug auf die
Ausarbeitung der Platform habe. Er
gab mir zur Antwort: Ich habe kei
lte Planke, welche ich unterbreite
könnte, außer diejenige des Präsiden,
ten. Ueberzeugt Euch, was er will,
und seine Platform wird die meinige
sein. Ich werde für ihn bor das
Volk treten.
Gegen die Bindestrichlcr.
. Präsident, ,Wilsou telegraphierte
noch in der elften Stunde eine Plan
U seiner Platform an das Reso
gchtZic
um Schnürchen!
lutionökomitee, in welcher er kolos
sal gegen die Aindeslrichlcr vom Le
der zieht und einen Teil derselben
als Landesverräter hinstellt.
WilsvnS Wunsch.
Die demokrati'sche Platform, die
der Nationalkonvent annehmen wird,
wird einen hA'hülltcn Angriff auf
die Republikaner, weil sie ihren
Uandidaien dem höchsten Gerichtshof
entnommen haben, nicht enthalten.
Das ist Präsident Wilson Wunsch,
und der Wunsch des Hauptes der
Partei ist für den demokratischen
Konvent Befehl. Heißsporne vom
Schlag Bundeösenators Wm. I.
StoneS von 'Missouri müsseil sich zu
frieden geben. 'Störn war der
hauptsächliche Befürworter und Ur
heber des Planes, den Republika
nern' in der demokratischen Plat
form eins auszuwischen, weil sie den
höchsten Gerichtshof angeblich in die
politische Arena gezerrt haben.
Kriegsminister Newton D. Baker
brachte den Wunsch des Präsidenten
gestern noch St. Loilis und ' verlor
keine Minute Zeit, .um shoe Bill"
Störn- und seine Gesinnungsgenoss m
wissen zu lassen, daß der Präsident
von ihrem Plan nichts wnsen wm.
Einen reichhaltigen Wunschzettel
haben die Vertreter der organisierten
Arbeiterschaft zusammengestellt, die
unter Führung von Samuel Vom
pers, dem Präsidenten des nationa
len Gewerkfchaftsrats, hier sind. Die
Forderungen 5er organisierten Ar
beiterschaft bilden ein ganzes wirt-
schastspoktischcz Programm, bei des
sen Prüfung man unwillkürlich an
die Lehren denken muß. die das
kämpfende deutsche' Volk den übri
gen Völkern im Verlauf des Kriegs
gegeben hat. Der wichtigste Schritt
auf der Bahn zu nationaler Rü
stung," erklären die Forderungen der
organisierten Arbeiterschaft, ist so
tvohl was die Verteidigung des Lan
des anbelangt, als auch seine Wei
tercntwickclung und fein Gedeihen,
Erziehung, welche die Fähigkeiten al
ler Bürger weckt und ausbildet und
jeden in den Stand fetzt, alle sich ihm
bietenden Gelegenheiten ail Zeit und
der Arbeit auszunutzen." Weiter ver
langt die organisierte Arbeiterschaft
unter anderem die Ausbildung tüch
tiger amerikanischer Seeleute, die so
wohl für die Verteidigung als auch
für die kommerzielle Entwickelung
des Landes nötig fei. Eine andere
Forderung ist Uebernahme der Te
legraphen und Telephonlinicn durch
die Bundesverwaltung und gleiches
Stmnnrccht für Frauen.
2Zoosevelts ceiden
unbeöeutenö!
Derselbe wird sich heute einer Rönt
gcnstrahlen-Untcrsnchnng
unterziehen.
Netv Jork, 15. Juni. Gestern
verbreitete Gerüchte, daß Theodore
Roosevelt ernstlich erkrankt ist, wer
den als unbegründet bezeichnet.
Roosevelt, der in letzter Zeit häu
fig an heftigen Hustenartfällen litt,
wurde gestern crm Hafen, als cr sei
nen au Süd-Amerika eintreffenden
Sohn Kermit erwartete, von großen
Schmerzen befallen.' Er erklärte dies
damit, daß er vor Jahresfrist bei ei
nem Sturz vom Pferde eine Rippe
gebrochen, und fein heftiger Husten
vielleicht jetzt den Riß einer Sehne
verursacht habe. Er wird sich heute
einer Röntgenstrahlcn Untersuchung
unterziehen, um die Ursache seines
Halsleidens ausfindig zu machen.
Der Oberst hielt gestern mit zwei
progressiven Führern in seinem Ho
tel eine Besprechilng ab, wollte je
doch Zeitungsreportern gegenüber
sich nicht über Politik auslassen. t
Wetterbericht.
Für Omaha und Umgegend: Teil
weise bewölkt heut abend und Frei
tag. Keine wesentliche Temperatur
Veränderung.
Für Nebraska: Teilweise bewölkt
und wahrscheinlich unbeständig heute
abend und Freitag. - Keine wesentli
che Tkmpcraturveräuderung.
Für Iowa: Negcnfälle heute nach
mittag und heute abend. Kühler im
nordwestlichen Teil. Freitag IchSn.
Tauchboot am 22. Juni
in New York erwartet!
Unterseehandeloschiff ist mit Passa
gieren nd wertvoller La
dung untcrwegs.
New Fork, 15. Juni. DaS erste
deutsche transatlantische Unterseeboot
soll, wie hier von neuem behauptet
wird, am 9. Juni in Cuxhaven abnc
segelt sein, und wird hier ungefähr
am 22. Juni crmartet. Schon am
LZ. Mai fuhr ein solches Wunder
der deutschen Schisfsbaukunst von
Cuxhavcm nach Nein ?)ork ab. mußte
aber, als es schon 212 Meilen west
lich von der Üüste Irlands war, zu
rückkehren, weil seine Maschinen in
Unordnung geraten waren. Das
neue Fahrzeug wird denselben Kurs
fahren, den die Dampfer der Hol
land . Amerika - Linie nördlich von
Schottla.id nehmen.
Sobald in Deutschland die draht
lose Nachricht eintrifft, daß dos Boot
rjicr angekommen ist, wird von Cup
haven aus ein zweites in See ge
hen und eine wertvolle Ladung nebst
einem ganzen ojser voll Wertpapie
ren mit hierher bringen.
Man behauptet sogar, daß das er
ste Untersecschiff nicht nur eine ganze
Anzahl von Passagieren mitbringen
werde, sondern daß sich auch schon
jetzt Leute gemeldet haben, die dar
auf die am 2l). Juli stattfindende
Rückreise nach dem alten Vaterland
mit antrete werden.
Ein hiesiger britischer Marine
offizigr gab zu. daß das deutsche
., Ueber - Unterfeeboor" sehr wohl
durch den Long Island Sund oder
bei sandy Hook vorbei in den Ha
fen von New Nork hereinkommen
könne. Er wies darauf hin. daß
deutsche U-Boote ja wiederholt an
Gibraltar voriibcrgcschlüpft seien,
vieueicht sogar ot ohne unterzuwu-
chen.
Auch sei es außerordentlich schwer,
ein Tauchboot auf hoher See zu er
wischen. Das betreffende, deutsche
Mcerwunder werde also vielleicht
hier anlangen,, und wenn auch die
Wachtfamkeit der englischen Kreuzer
vor dem New Yorker Hafen noch
schärfer wäre, als dies ohnehin sei.
Die hier am 22. Juni fällige
deutsch: Ucbcrraschung hat angeblich
neben wertvollen Postsachen auch
Troguen und Chemikalien im Wert
von mehr als einer Million an
Bord.
Nach den Angaben eines kürzlich
von Deutschland hierher zurückge
kehrten Seemannes ist das Schiff
400 Fuß lang und 40 Fuß breit
und kann zehn Passagiere befördern.
Seine Geschwindigkeit über Wasser
beträgt 11 Knoten, kann aber auf
18 Knoten erhöht werden. Es
dürfte ohne Schwierigkeit, die Reise
über den Atlantischen Ozean in zehn
Tagen zurücklegen. Ausschließlich zu
Vcrteidigungszwecken" ist das Fahr
zeug mit einer drcizölligcn Kanone
bestückt. AuS diesem Grunde hegt
die deutsche Regierung die Hoff
nung, daß die amerikanische Regie
rung das Schiff wie cii anderes
Handelsfahrzeug behandeln wird.
Natürlich wird das Untersecschiff
nicht nur eine Ladung, fondern auch
neue Vorräte einnehmen, obwohl es,
wie behauptet wird, Brcnmaterial
für eine Reise von (5,200 Meilen bei
sich führen soll.
Aus die Frage, ob er daran glau
be, daß das deutsche Mcerwmider
der Wachsamkeit der Engländer ein
Schnippchen schlagen könne, antwor
tete ein sehr bekannter hiesiger Ree
der mit dem Hinweis aus den
Dampfer Appmn".
Na, wenn neun Teutsche auf ei
nen 10,000 Toiinen'Dampfcr stet
gen und 300 Großbritannier unter
Deck jagen und dann die Appam"
über den ganzen Atlantischen Ozean
nach Norfolk schleppen können, dann
sehe ich doch nicht ein, warum ein
Unterseeboot nicht die ganze englische
Flotte zum Besten haben und zwi
schen Euxhaven und New Iork ein
blühendes Geschäft betreiben können i
sollte." ,
Dampfer aufgelaufen.
Der Passagierdampfer Bear" von
der San Francisco & Portland
DampsschisfahrtöGesellschast ist mäh.
rend eines dichten Nebels bei Sugar
Loaf, 70 Meilen südlich von Eure-
ka. ausgelaufen. Das Schlachtschiff
Orcgon" hält neben dem gestran
deten Dampfer, und übernimmt die
Passagiere desselben. .
Bei Parade dom Tod ereilt.
Los Angeles. Ca., 15. Juni.
An der am Flaggentag ftattgefun
denen Preparedneß" Parade nah
men cnva 51,000 Menschen teil. Phi
lip Lewis, der mit seinem jungen
Sohn an der Seite mitmarschjrte,
stürzte während der Parade plötz
lich tot nieder. Mehrere andere der
Marschierenden wurden ohnmächtig. -
Carranzas Geldnot mag
Sturz herbeiführen!
In Washington glaubt man, dasj
i5arranza eine vrwnssnete Jntcr
devtwn erztuingcn null.
Washington, 15. Juni, i- Dem
Flottenamt wird von der Westküste
Mexikos mitgeteilt, daß eine große
Anzahl Truppen Carranzas per
Wasser von luyamas nach Mazatlan
verschifft wurden. Der Grund die
ser Truppenversch'cbung wurde nicht
angegeben. - .
Alle höheren Beamten hier find
sich einig, daß. was immer sich in
Mexiko ereignen mgge, , die Anwe
senheit amerikanischer Truppen auf
mexikanischem Boden nicht den
Hauptgrund zu der anti-amerikani-schon
Bewegung abgibt, sondern daß
parteipolitische Gründe hinter der
selben stehen. Hauptsächlich glaubt
man, - daß ' Carm' as Regierung,
welche augenscheinlich dem Zusam
menbruch nahe ist, besonders da es
ihr nicht gelungen, das Finmizpro
blem im Lande zu lösen, ihre Hän
de im Spiel hat, um eine tatsächli
che bewaffnete amerikanische Jnter
vention zu erzwingen, wodurch sie
im Trüben zu fischen hofft. Es ist
Earraiiza uiiinöglich, aus dein Aus
land das nötige Geld zu beschaffen
und der Geldmangel macht sich be
reits sehr bemerkbar.
Fünf Banditen getutet.
Chihuahua Eitu, 15. Juni. Ge
neral Jacinto Trevino, Corranzas
Oberkommandicreude' im Norden,
hat, wie hierher gemeldet wurde,
fünf Mitglieder der Banditenbande
unter Bicholas Hernandez gefangen
und erschienen' lassen. General Ja
acio Ramoö hat kürzlich im Rio
Jlorido Distrikt eine Truppe von
' 600 Banditen gestellt und ansein-
ander getrieben,
Ulliierte feiern
wieder Brüderschaft!
' ,
Ökonomische Konferenz der ffnteute
Mächte gester in Paris
eröffnet.
Paris, 15. Junil Gestern wurde
hier die ökonomische Konferenz der
Alliierten eröffnet. Ministerpräsident
Bnand hieß die Tclegaten im Na
men der französchen Regierung will
kommen und betonte, daß es nicht
genüge, durch eine militärische Union
zu siegen, sondern daß eine diplo
matische und ökonomische Union un
tcr den Alliierten ebenso notwendig
sei, um die Hilfsquellen derselben
genügend entwickeln und ausnützen
zu können, und sie aus den Welt
markten zu verteilen. (Man sieht.
Frankreich wünscht eine ökonomische
Union, um England, dessen Egois
mus es befürchtet, zu veranlassen,
auch auf dem Gebiete des Handels
seinen Verbündeten gleiche Rechte zu
gewähren. Wenn der Krieg vor
über, wird sich England viel um
diese Verträge kümmern!)
Von deutschen Kriegsschiffen gekapert
London, 15. Juni. Aus Kopen
hagen wird der Exchange Telegraph
Co." berichtet, daß der dänische
Danipfer A skoe" in der Nordsee von
einem deutschen Kriegsschiff aufge
bracht und nach einem deutschen Ha
fen geschleppt wurde. Askoe" ist ein
ganz neues Schiff? wurde erst kürz
lich voil einer holländischen Gesell
schaft für eine dänische Firma ge
baut und befand sich unter dänischer
Flagge auf der Fahrt nach ihrem
Bestimmungshafen. Im Sund ka
perte ein deutsches Kriegsschiff den,
auf der Fahrt, nach einem englischen
Hafen befindlichen schwedischen Dam
pfer Svea".
London. 15. Juni. Wie Ex
change Telegraph Co." aus Kopen
hageit erfährt, wird die dänische Re
gierung die Freigabe des von einem
deutschen Kriegsschiff vor ungefähr
zwei Wochen gekaperten und nach
Swinemünde geschleppten dänischen
Dampfers Guldborg" unter der Be,
,',,,, frtiit Srtf Sirt flsif !
llilitiCllllU DH'HH; "fj
bringn nach einer angeblichen Er- j
kläruug des Kapitäns in schwedi-!
uug ocö napuans i
! scheu Gewässern erfolgte.'
I Allgeuieiner Bihnstreik droht.
I New gork. 15. Juni Die Be
sprechungen zwischen den Vertretern
von 350,000 Bahnangesicllten und
den Bahnverwaltungen befinden sich
auf dem Punkte, da ein allgemeiner
Streik zu den Möglichkeiten gerech
net werden muß. Die Angebote der
Bahnen wurden gestern von den Ar-beiter-Delcgaten
schlankweg abge
lehnt. Heute wird eine weitere Kon
fereuz stattfinden, von der es abhän
gen dürfte, ob ein Generalstreik er
klärt werden mag. Falls die Bah
nen die Forderungen ihrer Angestell
ten nicht erfüllen, dürfte dies fchö
leicht der-Fall' fein.
wilson beschimpft
die vindestrichler!
Spricht von einer kleinen Minorität,
welche eine Art politische Er
Pressung ausübt.
Washington. 15. Juni. Prä
sideiit Wilson hielt gestern nachmit
tag, nachdem er an der Spitze der
Preparedneß -Parade marschiert,
am Fuße deö Washington Denkmals
eine Ansprache, in welcher cr seine
Anklagen gegen die Bindestrich-Ame-rikancr
(mit denen cr deutlich die
Deutschamerikaner meinte) erneuerte.
Unter anderem erklärte cr, daß
nicht seit dem Bürgerkrieg das Land
wie jetzt die Probe auszuhalten ha
be, ob die Sterne und Streifen für
irgend einen gesamten einigen Zweck
einständen. (Ob sich Herr Wilson
mit diesem einigen Zweck selbst be
zeichnen will?)
Emphatisch erklärte der Präsident,
daß in den Ver. Staaten die Dis
loyalität ihr Haupt erhebe und ab
solut zerschmettert werden müsse. Sie
habe ihren Ursprung in einer sehr
kleinen aber tätigen Minorität, wel
che heimlich wühle, aber auch ihr
häßliches Haupt erhebe und im ge
genwärtigen Mv!,:ent versuche, eine
Art polirische Erpressung auszuüben,
indem sie sagt: Tut, was wir im
Interesse fremder Denkart verlan
gen, oder wir ivcrden unsere Rache
an den Stimriikäften an Euch küh
len." Gegen diese Leute müsse das
amerikanische Volk auftreten, und sei
ne Absicht sei es, ihm diese Pflicht
heute in Erinnerung zu rufen.
Eine HcrailSfordcrilng der Fremd
geborenen. Die Worte des Präsidenten wer
den, als eine Herausforderung der
fremdgeborenen Bürger des Landes
betrachtet, welche, wie jener aus
fremdsprachlichen Zeitungen und aus'
anderen Quellen erfahren, seine Wie
dercrwählung bekämpfen. (Für Wi
sent ist also Bekämpfung feiner Wahl
gleichbedeutend mit Disloyalität dem
Lande gegenüber. Daran werden
sich aber die Deutsch, und Irisch
Amerikaner wenig kehren.) Regie
rungsbcamte, welche dein Präsidenten
nahe stehen, erklären, . daß er diesen
in omgen Worten angcocmeten
Standpunkt zu einer Hauptfrage in
der gegenwärtigen Wahlkampagne
machen werde. (Na denn man tau!)
Fleischknappheit
in NuUand!
London, 15. Juni. Wie aus Pe
trograö gemeldet wird, hat die Du
ma ein Gesetz angenommen, wonach
an vier Tagen der Woche sich die
Untertanen des Zaren des Fleisch
genusses enthalten müssen. (Und wie
wurde zuerst über Deutschland ge.
spottet, als es derartige Gesetze er
ließ. England wird auch noch dar
ankommen.) Engländer in
Persien tötig!
London, 15. Juni. Eine Reu
ter.Depesche aus Teheran meldet,
daß General Sykes am Montag mit
einer britischen Streitmacht die Stadt
Kerman im südlichen Persten be
setzt hat. Es ist dies die bedeutend
fte Stadt im Süden des persischen
Reiches.
Der Zweck dieser Besitzergreifung
wurde nicht öffentlich bekannt ge
geben, man glaubt jedoeq, vaß sie
vorgenommen tvurde, um in dem
Teil Persiens, der dem britischen
Interessengebiet angehört, die Ord
nung aufzuhalten. Infolge der
Wühlereien deutscher und türkischer
Agenten soll es in dieser Gegend be-
reits zu geringfügigen Ruhestörun
gen gekommen sein.
Wollen Postranb fortsetzen.
London, 15. Juni. Tie britische
und die französische Regierungen
arbeiten gemeinsam an dem Ent
wurf der Antivort auf den letzten
.fw- L r V
txfanxWn Protest gegen die
Störung des neutralen Postberk hrs.
nnnonge .eizogrriigi.'u, vie aus ao
ministrative Fehler zurückzuführen
waren, find jetzt ausgeschlossen, wie
amtlich versichert wird. Die Beant
wortlmg der amerikanischen Note
dürfte immerhin noch einige Zeit
in Anspruch nehmen, da sie' einzel
ne Fälle anführt, die erst von den
Behörden untersucht werden müs
sen." Im britischen Auswärtigen Amt
ist die Ansicht vorherrschend, daß die
amerikanische Beschwerde in erster
Linie die Anwendung des fraglichen
Prinzips betrifft, nicht aber das
Recht der Alliierten, die neutrale
Post zu prüfen ein Recht, über
das kaum Meinungsverschiedenhei
ten bestehen."
enisthe erobern
neue Stellmmen!
Der Schliisfel des inneren vefeftigungsrings von
verdun, Fort Souvitte, wird gegen
wärtig unter Feuer genommen.
Offensive der Nüssen in
Berlin, 15. Juni. Das deut
schc Kriegsamt hat gestern nachmit
tag folgenden Bericht herausgegeben:
Auf dem westlichen Kriegsschauplatz
ging gestern bei den Höhen südöstlich
von Zillebeke ein Teil unserer neuen
Stellung verloren.
Auf dem rechten Ufer der Maas
wurden von uns Stellungen des
Feindes, westlich und südlich von
Thiaumont, am 12. und 13. Juni
genommen. Wir machten dabei 79?
Franzosen, unter ihnen 27 Offiziere,
zu Gefangenen und erbeuteten dabei
15 Maschinengeschutze.
Teutsche Patrouillen im Somnie
tal und in den Argonnen bestanden
erfolgreiche kleine Gefechte.
Was die Franzosen sagen.
Paris, 15. Juni. An der
Front von Vcrdun haben die Deut
schon auf dem östlichen Maasufer
ihre Sturmangriffe wieder aufge
nommen, und schwere Schläge gegen
die Forts Souville und de TavanncS
werden in den nächsten Stunden er
wartet, denn die feindliche Artillerie
überschüttet die zweite französische
Verteidigungslinie vor den beiden
Bollwerken mit einem furchtbaren
Feuer und hat ihr immer heftiger
werdendes Bombardement auf die
Front westlich und südlich vom Fort
Vaux ausgedehnt. Westlich von der
Maas entfaltet die deutsche Artil
lene m der Gegend von Ehattan
eourt eine enorme Tätigkeit, und
der Feind scheint auch an diesem
Punkt wuchtige neue Angriffe vor
zubereiten. Der - Feind hat neue
Mannschaften und neue Geschütze
herangezogen, die Stellungen neu
formiert und die schwere Artillerie
nach Punkten verlegt, von denen aus
eine methodische Beschießung der
Forts und sonstigen Verteidigungs
werken möglich ist. Einem beson
ders heftigen Anprall find die bei
den Hauptforts Souville und Ta
vannes ausgesetzt. Gleichzeitig wur
de auf die französische vorgeschobe
ne Linie, die bereits den ganzen
Sonntag hindurch mit Geschossen ge
radezu gepflastert wurde, mehrere
heftige Angriffe ausgeführt, insbe
sondere gilt solches 'von den Stellun
gen bei Thiaumout. Die Franzo
fen sind bis zur Erschöpfung mit
allen zu Gebote stehenden Mitteln
bemüht, die deutsche Sturmwelle zu
rückzudämmcn und jedes verfügba
re Geschütz ist herbeigeschafft worden,
um ununterbrochen in Tätigkeit ge
halten zu werden. Augenzeugen be
zeichnen den Kamps als ärger denn
die Hölle".
Jii dein heute vormittag heraus
gegebenen Bericht sagt das franzö
fische Kriegsamt: Die Teutschen setzen
ihr ungemein heftiges Bombarde
menr auf die französischen Stellun
gen nördlich des Forts Souville
fort. Fort Souville ist der Schlüs
sel des inneren Festungsrings von
Verdun. Während der letzten Nacht
haben keine Jnfaittcriekämpfe statt
gefunden, weder auf dem rechten noch
auf dem linkeil Maasufer. Auf der
Vogefenfront griffen deutsche Wtei
lungen unsere Stellungen an, die
Angriffe wurden jedoch abgewiesen.
Von der Ostfront.
Berlin, 15. Juni, über London.
Die russische Offensive, die bis
her gegen den südlichen Teil des
östlichen Kriegsschauplatzes gerichtet
war. begann gestern auch gegen die
Truppen des Feldmarschalls Hindcn
bürg, ungefähr 75 Meilen nördlich
von Pinsk. Die Russen machten mit
ihrer Infanterie mehrere anfcinan
derfolgcnde Massenangrisfc, sie wur
den jedoch, wie das deutsche Kriegs
Hauptquartier gestern abend berich
tete, unter großen Verlusten zurück
geschlagen. '
In dem offiziellen Bericht heißt
es weiter: Auf dem östlichen Kriegs
schauplatz, südlich des NaroczSees,
zerstörten Kundschaftsabteilungen
feindliche Befestigungen und brachten
60 russische Gefangene zurück. Nörd
lich von Baranovichi gingen die Ruf
sen nach vorhergegangenem heftigen
Geschützfeuer mit großen Infanterie
niassen gegen uns vor. Sie der
suchten siebenmal unsere Linien zu
durchbrechen, wurden aber vollstem
dig zurückgeschlagen .-und , erlitten
große Verluste.
wolhynien ist gestaut.
Während der letzten Tage haben
unsere Flieger häufig die hinter der
russischen Front befindlichen Eisen
bahnlinien bombardiert. Truppen
tronsportzüge wurden dadurch zum
Stillstand gebracht und Bahnhofs
gebäude wurden zerstört.
Vorn Balkan ist nichts Neues zu
berichten.
Petrograd warnt.
Petrograd, 15. Juni. Tie hie
sigcn Zeitungen fahren fort, glän
zcnde Berichte über die angeblichen
kolossalen Siege zu veröffentlichen,
die von den russischen Tnippen zwi
scheu den PripetSümPfcn und der
Grenze von Bessarabien errungen
sein sollen. Die Russen beanspruchen
jetzt, 1780 feindliche Offiziere und
120,000 Mann gefangen genommen
und 120 Geschütze sowie 260 , Ma
schinengewehrc erobert zu haben.
Es wird jedoch zugegebeu, daß die
russischen Streitkräfte. die nördlich
von Luzk über den Stnr gerückt wa
rcn, zurückgetrieben worden find und
der Graf Bothmer die Offensive der
Russen auch bei Buczacz zum Still
stand gebracht hat.
Die rasche Gegenoffensive der
Oesterreicher und Teutschen, auf die
man nach den Meldungen über die
angebliche wilde Flucht der öfter
reichisch-ungarifchen Armeen nicht ge
rechnet hatte, hat hier Ueberraschung,
um nicht zu sagen Bestürzung her
vorgerufen. Man hatte darauf ge
rechnet, daß die Russen nun, ohne
auf weiterm Widerstand zu stoßen,
direkt Aach Kovel und Lemlerg Niar
schieren würden, aber der Feind ha!
offenbar bereits große Verstärkun
gen erhalten und pariert nun den
wuchtigen Stoß, vor dem er für ei
neu Augenblick zurückgeprallt war.
Die milstärifchcn Sachverständigen,
die vorgestern noch von einem voll
ständigen russischen Triumph und
dem Beginn des letzten Aktes des
Kriegsdramas" geredet hatten, war
nen nun vor allzu großer Sieges
Zuversicht und erklären, daß der Ge
neral 'Brusilow und die Generäle v.
Lin singen und v. Bothnrer noch gar
nicht begonnen hätten, ihre Kräfte zu
messen.
(Die gewaltigen russischen Sie
ge" sind darauf berechnet, den Leu
ten, besonders aber den Amerika
nern, ein X für ein U vorzuma
chen. Rußland braucht Geld und
zwar recht viel Geld: 50 Millionen
Dollars hat Rußland kürzlich hier
gepumpt, bedarf aber noch diel mehr.
Die Siegesnachrichten werden des
halb in die Welt hinausposaunt, um
amerikanische Geldleute zu kirren und
sie zu veranlassen, wieder in die Ta
sche zu greifen und mehr Geld zu
borgen. Haben die Russen 'mal das
Geld, dann ist es mit ihren, Sieges
Meldungen vorbei.)
Von der italienischen Front.
Rom, 15. Juni, Die. Italiener
behaupten, alle neuesten Angriffe der
österreich.ungarischen Streitkräfte an
der Südtiroler Front seien abge
schlagen worden. Heftiges Bombar
denient durch die Oesterreich-Ungarn
dauert aber an allen Fronten fort.
Bei dem Streifzug österreich-un
garischer Flieger gegen Venedig, in
der Mowagnacht, wurde, nach ita
lienischer Angabe, eine Frau getö
tet, und vier Zivilisten wurden ver
wunder. Der Eigentumsschaden soll .
nur gering gewesen sein. (Dahinter
ist ein großes Fragezeichen zu fetzen!) j
Achtfacher Morder verhaftet.
Kanfas City.. Mo.. 15. Juni.
Die hiesige Polizei verhaftete gestern
den 26-jährigen Arbeiter William
Mansfield, der in einem hiesigen
Schlachthaus angestellt ist, unter
dem Verdacht, vor vier Jahren in
Villisca, Ja., Herrn und Frau I.
B. Moore, deren vier Kinder und
zwei auf Besuch befindliche junge
Mädchen mit einer Axt erschlagen zu
haben. Mansfield, welcher ein Te
serteur der Bundesarmee und kokain.
süchtig ist, bestreitet die Schuld. Wie
die Anklage behauptet, hat Mans
sield den achtfachen Mord in eines
Anderen Auftrag gegen Bezahlung
ausgeführt. . , '
Wonniert auf dis Wg WeTZKims