Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, July 12, 1915, Image 6

Below is the OCR text representation for this newspapers page. It is also available as plain text as well as XML.

    M,.M!
V.,,,-- &mtjtt i
1 cv; tiu riM. n v.ff nn
- p
hl! 'In jtalr mil .liiinsiiiifiiis. 'u'
fi
'
II 4
FfB ?
i
k
i
) f.'ü f f t: i
' s - ' I - -t :- 'f .
" "' ' M
l , , . , ,
f ,
f V" : "J '
f f tj V ;
,1 '1 '
j.. .
t '5 ,,'lfj,,
A' fr
!
f- r-- ) .
k ' . t-
i '
t ' - ,
f:
-
K
, 1 , .
' f
f
f i f
t-.iit
? 'i
! I"
v riti,
! ': f ' ' t
I ! ; I
. , t . t . . - r ,
M . - , -,, ?
' ' ' ' '!
I !t ,
I
?, Vtfnnt fiffstf,
f
, !.
' !
f ....
.. i , . f ' ,
tf !
f T 1 I ( '
M. " ' f .
, t ' 1 '
? .'-,.hIZ'ktz L't v!ft.
.
H i ! il
f ,, 'tz j.
', f
H iff
Sihni,!,chr.W.-ilk
,,..Un, ;f f ,. p .1 ft.M,
's?
t . ,, : I ., f
i ! ,
t l:
t
,
tt,l t'i i"s !,'.:
.-"t Jti'f:' f: I- i- f !,
f.I. !-WE f'U.'.-nt ' :-, ,
st,,. .Uf,,( z ; " f
t's,:'fi, f':-'-n ,..'! . .i
s .ian t!bt ! I i-.-.ic ,i. -tft
Kafi.-!'!! e? p f-,;.r, k
t-f uif ft C':i r in ii'" .V ;
Pa,k in, y,:-7!lt nuk."?. '
7tUt l'hüfis' nfu;;:f d,k ;.rr-t
Vade,,n. : fif dik ffcüte Jjr.v
JiP?l.:f!:!t tr't tni ftir.en c"-"
jiimiüu d?k ft-t lif.ifit f i!; !!',? t et
Jf.tnl ki -ch ei'ifin ;;eiici 'tUrU',-
!, , I I
t
Hl
i
ttn?n
firuhiffirä f;
:t.
die gfftoftrtn i:tt irifhr h'lc
und ein I?!n!üni'fnr Zixtil av.i
i5nen tlit-fn, ob it !,:i?n
Wanze s:ch wieder runden u:is mit
der Farbe der SesundKeit dede'n
würden?
Liebevoll wi: eine Muiter f!riA sie
über die fei.iceäderjen )cinde und
suchte die la'.ltn o'uvtz ' mit ihrer
vollblütigen Kraft zu erwärnien.
Taß es dabei eigentümlich in ihrem
Herzen zuckte, daß ein unbe!ann:es
Gefühl mit leisem Cchaner sie be
schlich sie konnte ihm nicht weh
ren... Etwas Neues, Fremdes war
in ihr schlichtes, nüchternes Leben ge
treten da Weib war in ihr er
wacht. Nicht ein Weib mit heißen
Wünschen und Begehren alles erst
reines Fühlen, zart und innig, das
aus Mitleid geboren schon den Keim
der Liebe in sich trug.
Und er. der junge Kriezer, der
mit tapferem Mut und kühnen Hoff'
nungen in den Kampf gezogen und
von oer ruaijchen Kugel eiries Frei
schärlers in feiner Sicgerlaufbahwrung, die mit Jean vorgegangen.
ausgeyauen war ahnte er. datz Eie ahnte,, daß er den Offizier
KufioVmlsf Msl vw f.... O r.L -ra 4. IW
t'llhie ms um Angeyorigen einer
liebevolle Pflege an seinem Lager saß
und treue Wacht hielt? Spürte er
den leisen Druck der lebenswarmen
Hände, den frischen Hauch des blü
henden Mundes? Ist es nicht, als
ob ein leises Beben über sein Gesicht
zieht, als ob die Adern in den
Schläfen schwellen?... Nein. Ein
Sonnenstrahl, der durch das Gemach
huscht, hat das Trugbild hervorge
zaudert. Edma, Edma!" tönt die Stimme
der Mutter.
Das Mädchen fährt zusammen.
Zerflattert sind die Traume!
Rasch erneuert es erst den Um
schlag, um dem Ruf der Mutter zu
folgen.
Kaum hat Edma die Kammer der
lassen, als die Tür sich fachte öffnet
und ein abstoßender Mensch- herein
lugt, mit scheuem Blick den Schläfer
musternd. Leise, unhörbar nähert
sich der Schleicher dem Bett und hef
tet einen Blick wilden Hasses auf den
Krankn. Dann tasten feine Hände
suchend unter die Decke, unter das
Kopfkissen, immer tieser wühlend.
' Plötzlich hält er inne und horcht.
Er hört die Stiege knacken. , Mit ei
nem Ruck ist er an dem' Waschbecken
und macht sich mit der Kompresse zu
schaffen.
Was machst du hier. Jean?" ruft
das Mädchen streng, das schnellen
Schritts auf ihn zutritt und den
Ueberrafchten mißtrauisch ansieht.
.Was werd' ich machen?" erwidert
der andere mürrisch. Hab' nach dem
Kranken gesehen."
Das ist nicht deine Sache. Geh'
zur Mutter, sie braucht dich!'
Widerwillig geht der Knecht; knur
rend wi, ein bissiger Köter hinkt er
aus der Stube! '
Das ' Mädchen blickt drohend hin
ter ihm her. Sie kennt ihn. den
falschen Spion, der immer auf der
Lauer liegt, wenn sie dem Fremdling
, Samaritendienfte leistet. Er haßt den
Teutschen und würde ihn verraten,
wenn er nicht den Zorn des Hofbe
sitzers fürchtete, von dessen Gnade er
khängt.
. Monsieur Renard halle sich des
Verwachsenen üngenommen, der über
all abgewiesen wurde. Er hatte nuch
Nichts Bestechendes an sich. Auf
schwachen, krummen Beinen saß ein
mächtiger Rumpf. Dies und die
langen Arme mit den breitn Fäu
s:e, der grojze, oise Ropx ocriie-
V r. ( ' !:' :
' t . .-. '-.::
! ! ;;!:!
";t ; t:( ;(
,,;,( .., S 1
' fn ,"r "!
' V.iej - - i '
?!, ft
t:l'..l,"''r,
'.i n X'c'x sliif, nt
(ist i'"U'
"r.utl if r -fUrtr , uin 1 'n't. t ' i!
.Hr.ipt'f! i;;!e fiii-rui' Mul'fnP,
'.lt ti ifn, d.'ß er f.u fnrr
ru d.x'Xt etn . ern Wut
;ctnt zu ful-.'.en let.nt:! 2tan:tfr
i!NN'.? und 'citt.-tvi;!ti.j p,:h:n ft die
c i :.!.e bin. Während der f;x:a
U:i, irrten !e Au.ien fieberest um.
ber. nach ibr aüZ'xä!. und l:.m
t::;e fein Peiniier von ibm o'ctl:'
itn, so lag er s.tcn vor der P.:.nu
merliir auf der Lauer, dinier der
lSfcini3 den vcrlßien
cf!e?tf.
V!ua dem fünden Sklaven war
ein gefährlicher Spion geworden, der
jeden Augenblick sann und brütete,
rcie er den Nebenbuhler loswürde.
Einmai war ihm der Zufall gün
stig. Die junge Pflegerin hatte den
Kranken während der Mittagszeit
verlassen ... Jetzt oder nie! Schon
hatte er seine sehnigen Hände erho
den. den Bewußtlosen zu erdrosseln,
da hörte er die ärgerliche Stimme des
Bauern, der ihn zum Essen rief.
Hei, wie flink konnte der krumm
beinige Mensch seine Füße bewegen,
um aus der Kammer zu kommen!
(!dma suhlte wohl die Berände-
Fremdling
feindlichen Macht weiter ging ihr
Denken nicht. Ihre kindliche Seele
hatte kein Verständnis für die glü
hende Leidenschaft, die den Knecht
beherrschte.
Gleichwohl konnte sie ein Angstge
fühl nicht loswerden, venn sie an die
wütenden Blicke dachte, mit denen
Jean ihren Pflegling streifte; sie be
mühte 'sich, gegen den Untergebenen
doppelt freundlich zu sein, um ihn zu
beruhigen, zu besänftigen.
Doch dies Bestreben goß Oel ins
Feuer. Der mißtrauische Krüppel
sah in der Freundlichkeit des Mäd
chens nur weibliche List, ihre Liebe
zu dem Prussien zu verheimlichen; er
verrannte sich immer mehr in den
Wahn, daß mit der Beseitigung des
Rivalen der Weg zu Edmas Herz
frei sei. Der Tor war so von seiner
Idee erfüllt, daß ihm gar nicht der
Gedanke kam, eine so niederstehende
mißratene Kreatur könne bei einer
Werbung um die frische und hübsche
Bauerntochter unmöglich in Betracht
kommen. ...
Es war an einem hellen Winter
tag. als Edma die ersten Spuren
wiederkehrenden Bewußtseins bei ih
rem Patienten entdeckte.
Langsam und schwer hoben sich die
Lider, verwundert blieb der Blick des
Kranken auf dem Gesicht des Mäd
chens haften, das an seinem Bette
faß.
Leise faßte dieses die magere, fein
gegliederte Hand zu fänftigendem
Druck und antwortete auf die Fra
gen mit ruhiger Stimme: Sie sind
bei guten Leuten auf einem Guts
Hof. Wir freuen uns, daß Sie wie
der bei sich sind. Es wird nun rasch
besser werden".
Der sanfte Ton der Stimme, die
Gewißheit, in guter Obhut zu sein,
genügte dem Frager, der nach kurzer
Zeit wieder die Augen schloß, um
in einen gesunden Schlaf zu fallen.
Edma, glücklich über die günstige
Wendung, wollte sofort ihre Mutter
davon unterrichten, vergaß aber nicht,
beim Verlassen des Zimmers die Tür
zu schließen, . um jede Störung von
dem Schläfer fernzuhalten.
Hätte das gute Mädchen geahnt,
diiß wenige Minuten später der
krumme Spion wie eine Katze nach
der Kammer schlich, sie hätte nicht
so heiter ihren Posten verlassen. Für
sie gab es jetzt nur eine -orge, dem
Zcn ihm ciwcis Zwergartiges. Und j Krakke nahrha.'e Kost zu schassen,
Xl
V'i In y ; t
", r, l st i : j t '
... ... f,,! jij.''fi ; .!t , t f ' -:.,r(
!!.'!.! kk,z !' J f :.t k '.','!! ,!'k
vt.'rt('S; fr ki. ,!- tf"
i'. t-fn fnti.U, f ;i et :. ti: rrr
;;i'.tn l:t:f-:fü C ' :'ft dfü li:v.i
tmt niks.kili!k,k!: f,ctvn, ter ,'et.
t'it ft 'd,':-'t, Kvt sfikN ci'ütM
gk;? f-ti..':,
'.tft.rli.ki ituf ft tn 3',:.;f:rt.i r:n.
Zr,Rt iputPe rc'fr, o!ö
fr die Zur bet Ftfml'fnk.iinüikr ret
sZoikn szii. 2o i'l.iijif fr tcnn in
die teli-ie Ra!f Cti tSulitfn
S.txii, wo l'iutif r und Tobtet in
frkiindl!.kk!N ',!fktzch walikie. m:i
seiner Entrüstung derb und plump
hinein.
,'J!un sagt. rrnS sind denn c.;5 rar
bfillvse Geschichten? VI uf dem 'i'o
den kraspelt irgendein Frechling hcr
um. unv der Zuganz zu unserem
Kranken ist verslosien!"
Das hb' ich getan. Vater! Der
Arme soll ungestört bleiben."
,Ja. wer will ihn denn stören?"
.Weißt du, Jean ist so neuzicrig,
der will überall seine Rase hinein
stecken". Daß dich dieser und jener! Also
war's der damige Kerl, der oben her
umrumorte und, als man ihn über
raschte, aus der Luke sprang. Den
juckt wieder einmal der Buckel. Statt
zu arbeiten, treibt der Faulpelz al
lerlei Dummheiten".
Edma war bei den Worten des
Baters Zusammengezuckt. Also wie
i,er war der Elende hinter dem Osfi
zier her! Wie gut. daß sie seiner
Arglist einen Riegel vorgeschoben.
Aber jetzt mußte sie den Gast vor
dem Menschen warnen und ihm die
Möglichkeit geben, sich im Notfall ge
gen einen heimückischen Ueberfall zu
wehren.
Baer Rnard hatte sich eine Pfeife
angesteckt und paffte dicke Rauchwol
ken. stets ein Zeichen großer Erregt
heit. .Der Jean muß mir vom Hofe,
ich mag den Tagedieb nicht mehr se
hcn!" Aber bedenke doch", siel die Frau
begütigend ein. jetzt im Winter, wo
soll der arme Teusel hin?"
Ich trau' dem Kerl nicht und halt'
ihn für schlecht genug, den Verräter
zu spielen und uns die Franktireurs
auf den Hals zu hetzen."
Oh, das wird er nicht tun!"
Du kennst den Halunken nicht.
Solltest mal sehen, wie giftige Blicke
cr schießt, wenn von dem Kranken
die Rede ist."
Was sollen wir aber machen?"
Sobald der Osfizier wieder bei
Kräften ist. muß er aus dem Hause!"
So schnell wird das nicht gehen."
Es muß eben! Jeden Tag kön
nen wir französische Soldaten hier
haben. Seit drei Tagen donnert's
vnd wettert's unheimlich. Bei Or
leans ist wieder eine Schlacht im
Gange."
Oh dieser unglückselige Krieg!
Wie lange wird es noch dauern!"
Bor den Teutschen hab' ich we
niger Angst, als vor unseren Solda
ien. Erfahren sie, daß wir einen
Prussien hier beherbergen, so zünden
sie uns das Haus über dem Kopse
an."
Davor wolle unS die heilige Jung
frau bewahren!"
Also sorgt, daß unS der Offizier
bald verläßt je bälder, desto bef
fer. Tn, Edma,. kannst ihm diese
Notwendigkeit beibringen."
Das will ich tun. Vater!"
Als Edma nach einiger Zeit nach
ihrem Pflegling sah, fand sie ihn
wach. Auf seine Frage, wie er hier
her gekommen, gab ihm das Mädchen
genauen Bescheid.
Und meine Kleider, meine Was
fen wo sind die?" fragte der Of
fizier, sich aufrichtend.
,(Fortsetzung folgt.
,' c !
i
k
' -
, 5
I' 'i
' ' ' ' : U ' ; : ' , ' ' ' . ! v u- ; i
? , , - 4- .i ,.' I i
' i'"-. '1 ?f 1 ., t-, ,,,,,, 5.
.'" 5";- r,-f -r?r " , , ' , ,
. , . I ...1,1
, . Ll ,--.! . , ., ? j . f .f i , ' i
C"f t'f '. '' i : , f, .. i , , '. . i
'. K-u Vr. ,f , v ( r ; . .,
1 s'f . 1 ' ' : 't -,' ,tf ,-f !! ;?', ' ! 1,1
' Vlt ' '.' ' '!! I' !
:,ff lit fkstfN. I't ,!:
.V.5 ff IV 'fix. " 'I t'l ft ,,!! k'N
T-Vi-f l'i'.fm rrff.tf f,'T.;-
Z . lCiU-et kk!!,!.' -fit je:in
2 ,:u(ti;tt k,ick,t :::- ( zu sin: f ,n
lie :::cl.-nde:, tiii'itf u d.,
en-if -r.rn.f--tte iurt',:vw ,d. Im
5!t-va.:ft;, ftiitf vxxu tai
i'.itctl-ir.S nn! r.ll fcüf rt iiraftrn
ctfalli z.i diten, tit ft c.i die
wiiuttifnte '.:.'.;'f funrer.
Äbet teilte bleibt der ftsel.riie
ZA'.si t:ui. Tet junie 'i'riivitto
ient brl: i:tr Ätem. Die Wucht
tet finitfttn Lausch ist le;4t sich
ihm bel'.emtnend cuf die Brujt. Er
glaub! zu ersticken.
Ist er ein Ehrloser, ein Berrä
ter am deutjchen Äaikilance Er,
der keinen Äuzendlick gepudert, den
U,iivers,tät:stuhi mit der Waffe zu
vertauschen, als Teiitschland seine
Töhne rief!? Hätte nicht jeder an
dere in feiner Lage heute genau so
gehandelt?
Nicht das feindliche Feuer hat er
bisher gefürchtet, tiihn ist er im
dichtesten Granatenregen stets drauf
losgestürmt. Etwas ganz anderes
ist es, wovor er gebangt, seitdem sein
Regiment nach dem Osten abkom
mandiert worden ist.
Iwan Pietrowicz der Freund,
mit dem er die fröhlichen Stuben
tcnjahre in' Heidelberg, seine ge
mütliche Bude, ja, den letzten Gro
schen geteilt, er ist das Schreckge
spenst, das ab und an, mitten in
der jubelnden Sicgeslaufbahn, vor
ihm auftaucht. Aber damit hat er
es stets mit einem überlegenen Lä
cheln gebannt. Es war ja Blödsinn,
Heller Unsinn, daß bei 'den Millio
nen von russischen Truppen, bei der
ausgedehnten ' Äampfesfront gerade
der als Reserveoffizier militärpflich
tige Freund ihm eines Tages gegen
übertreten sollte. So tückisch, o
grausam konnte der Zufall nicht fein!
Und doch heute war das Furcht
bare geschehen.
Stundenlang hatte sein Regiment
im Feuer gelegen, um die Bewegun
gen der Artillerie zu decken. Dann
war es zum Nahkampf gekommen.
Mit markerschütterndem Hurra wa
ren sie gegen den Feind angestürmt.
Er, wie stets, einer der ersten. Da
war ihm das donnernde Hurra plötz
lich in der Kehle stecken geblieben,
der Arm mit dem erhobenen Bajo
nett kraftlos herabgesunken.
Iwan Pietrowicz das waren
seine Aügcn, die ihm da voll Kamp
fesfeuer entgegenloderten. Das war
fein schmales, energisch geschnittenes
Gesicht, gegen welches er soeben die
Waffe gezückt. '
Eine Sekunde nur hatten sie sich
gegenüber gestanden. Der andere
hatte ihn wohl nicht einmal er
kannt. Aber diese winzig kleine
Sekunde hatte genügt, einen Riesen-
berg von Scelenpein und Gewissens
not in Bernhlnds Innern aufzu
türmen. Er hatte den Feind geschont, er
hatte seine militärische Pflicht ver
letzt! Den Feind? Ter Freund
war es doch, fein liebster, erprobte
ster, hatte er denn anders handeln
können? Nein nein das Va
terland konnte solch ein Opfer von
Selbstverleugnung nicht von ihm
verlangen!
Aber dann, als der Schlachttag
sich neigte, als ihm und mehreren
seiner Kameraden wegen hervorra
gender .Tapferkeit das Eiferne Kreuz
verliehen wurde, für das er schon
längst vorgemerkt war, als olles
ihn beglückwünschte, da vermochte er
nicht in den begeisterten Jubel der
Kameraden mit einzustimmen.
Es drückte ihn, auf der Brust, es
brannte ihm auf der Seele, das von
allen ' so heißerschnte Ehrenzeichen.
Abreißen hätte er es mögen, von sich
werfen mit den Worten: .Ich ver
-, r
i . '
,
) '
( '
(
rt H
(
!' ! t
t h .
! '1
i t ,""
i !
11 I.' : I ! I ! '
V
-'!,
("1
n
7y-i
,:I3.
' ,
' X
,n
t- ' ft i !,!
'1
' - ü tlt:r
I fT t':-T.
" i, '
fr k!f VtvM
et n. ' n rt krch nn vv-tn '.Ir:'
!' Ist r1' . ! l?k ?;ri
r tit ,f, rrn feUtf. !t iff;-ro!i.
Zrl !! i!'i"f ta.f l.fii t'.jtn, t le
'I'.n I'i'i külf alt l;htf;t.j'ilf
!nr.:f!x.n.ii, f :? hat 1 1; n anfiel!
'iiaerer kc!t tet ans ilrn fiiitin.
iifiUf n ij:: :r CffM'et Zi, iifiifiü
2 tr;e a;i. Die Licht i.itben be '
'iusUtLenkfN 2 )f:tt:rer!etj bestrah
len sin f.trn.tle, energisch Kinlt
teiteZ laJ.tiJif... und Ihm"
Bernhard" - zu gleicher Zeit löst
ti sich von dem Munoe der betten.
Diesmal ist es der russische O't
zier, dem der erbetene Arm wie
gelabmt Heras. sinkt.
Bernhard. Du?" noch
einmal stammeln seine Lippen diese
Worte da geht ein Gurren durch
die Luft, die hohe Gestalt des Rus
fen schwankt, in seinen Armen fängt
Bernhard Neubert den getroffenen
Freund auf.
Der Graben dort, ein paar Schrit
te weiter, bietet einigermaßen Dek
kunz. Mit Aufbietung aller Kräfte
schleift er den Todeswunden zu der
geschützten Stelle. Sanft läßt er
ihn auf das weiche Moosbeet glei
ten. Um ihn herum singen die
Granaten, knattert das Gewehrfeuer.
Er beugt sich über den kaum noch
Atmenden. Ein schwerer Kampf
durchwühlt Bernhards Inneres,
nicht weniger stürmisch als der um
ihn tobende.
Wo liegt seine nächste, seine hei
ligste Pflicht?
Bei dem sterbenden Freund oder
bei feinem von nachgeschobenen ruf
sischen Kräften stark in - die Enge
getriebenen Regiment?
Da ein leises Klirren auf
seiner Brust. Das Eiserne Kreuz
hat den Meiallknops seiner Uniform
berührt. Das Eiserne Kreuz, es
gibt ihm die Antwort. Die Stim
me des Vaterlandes ist es, die ihn
ruft!
Jäh richtet Bernhard sich empor.
Fest beißt er die Zähne zusammen.
Ein letzter Blick auf den Verschei
denden, dann reißt er sich los. Und
nun wehe dem Feind, der Bernhard
Neubert jetzt unter die Klinge kommt.
Der Schmerz um den sterbenden
Freund, den er gefunden, um ihn
für immer zu verlieren, führt seinen
Arm.
Ein heißes, schweres Ringen.
Mann gegen Mann. Aber als der
Morgen heraufdämmert, den der
junge Pnoatdozent so heiß herber
sehnt, da ist der Sieg erfochten.
In wildem, ungeordnetem Rückzug
flieht der Feind.
An der Waldböfchung, wo die
dunklen Kiefernadeln sich leise im
Morgenwinde schaukeln, gräbt man
das Massengrab für die Gefallenen.
Eine stille, ernste Arbeit. Sie stimmt
schlecht zu dem Siegesjauchzen. das
jede Brust höher schlagen läßt. Lern
hard Neubert lockert die bräunlichen
Erdschollen im Schweiße seines An
gesichts. Feucht perlt es ihm von
der Stirn, feucht von den Augen.
Der letzte Liebesdienst für den ge
fallenen Freund.
Den Helm in den Händen, ein
wortloses Gebet im Herzen, fo steht
der junge Krieger an dem langge
streckten Hügel. Mit unbeschwertem
Herzen, mit freier Seele kann Bern
hard Neubert hier stehen. Er weiß
sich jetzt frei von Schuld. Er hat
sein Eisernes Kreuz verdient. Nicht
für seine Tapferkeit, nein, für den
Sieg über sich selbst, als er den ster
benden Freund verließ, um seine
Pflicht gegen das Vaterland zu er
füllen. Da , flammt der erste Morgen
sonnensirahl' durch rosenrotes Gewölk,
Er läßt das Ehrenzeichen auf ; der
Brust des jungen Helden funkeln
und blitzen.
. t
i ! ? I '
' i ),C'
? ,' .
' ' ' f f !'
'!'!,"'. nz !!
''cnani, in!.
1 1 i i - f i 'iv ;
, t't y-1 ! )i tf
f 4 i .,,! k.'..ik
C s : - ' :!' ':'
i I f. i.: f ii ! f i i
, . ', t -t x r. - ' :
, ,s !"
n ' f I -i hm ' '
's".-", yt t' -1 Zi'
!,, t'!'.','; !';)!
a i ' ,'i - ai
U ; Mf jj; '):,
erf V ' !'f. t'f l it
.'! t,t Ze:,!t,'t'a!tip!-n
i retirrn, j rerii !fr. D tfsf 'i'u't
te i . r, ,i wiari Ifht zzehim rtjearrn
f f n. I i( L.'kh.kir.'.f kfk V : tett in
an Zlaf.Zp.'tki,'.,' Irarcil sk,,'a!
k..j tkk,bz'l?zf.n, niewkttd je! ?,
i'..fi ei n in ttn Ttupfintms
p?r! ti.nittlle. selbst daZ Ziuw
-n.il n aste ni'.M ii!.cr ti; 'i'tilun
iauit.1 det Zii ik. bis ti leitete. An
-esteüte. die det Ar.tnrist det ruf
jX:n Osftjiere t:no Soldaten tci.ie
,i clatt unv bis nehfittrnif sollen Zaat
tut Bi-nbeifahrfn aeselen tiücn,
g'aublen uatüilij), daß zirischen den
te'den ungewöhnlichen Ereignissen
eint Beziehung beiliinde, und weh:
war nicht nötig, um das Gerücht vom
Eintreffen eine russisi'acn Heeres ent
sahen zu lassen, das seinen Weg von
''Jiimd zu Mund nahm, in neutrale
Länder überging und nun durch den
Draht in alle Winde gemeldet wurde.
?ie ersten Unnone in Brandenbiirsl
Zumeist glaubt man. das, die Be
wohner der Mark Brandenburg Ka
noi,en erst lennen lernten, als der
erse Hohenzoller.. der Burggraf bon ,
Jiurr.v'erg, mit der faulen Greie" in
die Mark kam. Indessen kamen schon '
rordem fianoiien in der Mark zur An-!
Wendung, und zwar steint dies im
Jahre im zum erste.', malt der Fall!
gewesen zu sein. Ter damalige Lnn-
deshautmaun der Mark Lippold von
Bredow befand sich rm Kriege mit
dem Erzbischos von Magdeburg und
zog vor das an der Havel belegene
Schloß Wihm, um es zu belagern.
Besonders sollten ihn dabei zwei Ka
nonen oder, wie man sie damals in
der Mark nannte, Donnerbüchsen, die
mit bedeutenden Kosten angeschafft
waren, unterstützen, und sie wurden
aufgestellt, sobald man die Feste eingc
sch'ossen hatte.
Ob man schon damals eine Art
Batterie gebaut, ist nicht anzunehmen.
Die ziemlich beträchtliche Munition
ward mit einer Balkenlage umgeben
und bedeckt, die Geschütze aber davor
gestellt. Nach dieser Aufstellung ward
das Laden der Büchsen in Gegen
wart aller Heerführer mit den nöti
gen Gebeten, und Feierlichkeiten vor
genommen, wobei wahrscheinlich die
Röhre bis zur Mündung vollgepfropft
wurde. Als diese Arbeit verrichtet
war, machte jemand von den Heerfüh
rcrn den Vorschlag, auf einen nahen
Hügel zu gehen, um die Wirkung der
Geschosse von dort besser beobachten
zu können. Das war ein Glück in
dem Unglück, das sncll genug folg,
!e. Denn als die Herren auf dem
Hügel angelangt waren, richtete der
Büchsenmeister eine der Donnerbllch
sen und brannte das Geschütz ab.
Die Heerführer bewunderten den
Knall, aber unmittelbar darauf folgte
auch ein zweiter Krach, einige öiitter
wurden zu Boden geworfen, andern
die Helme vom Kopf gerissen, in der
Luft tanzte?. Balken. Kugeln. Waf
sen umher, und schaudernd sah man
sogar einzelne Glieder von Menschen
aus der Luft zur Erde fallen. Eine
gewaltige Tampfwolke hüllte die gan
ze Ebene ein, und als diese sich ver
zogen haite. waren die Geschütze, der
Munitionsschuvpen und die Bebte
nungsmannschaften verschwunden, und
dazu war unter den anderen eine heil
lose Verwirrung vor schreck entstan
den, was sich die Belagerten schnell
durch einen Ausfall zunutze machten.
Die Märker erlitten eine vollständige
Nuderlage, Lippold von Bredow selbst
ward gefangen.
Johann Roots, ein in
Pleasant Valley, unweit Davenport,
Ja., wohnender Belgier, ist plötzlich
cm Berfolgungswahnsinn erkrankt. Er
wurde der Jnenkommission vorge
führt und wird wahrscheinlich nach
Belgien deportiert werden, da er kein
Bürger der Ver. Staaten ist, obwohl
er seit neu Jahren sich im Lande be
yindet.
, . i : ..., . i
i , ,, , ,,,.,, i -'
, , , M " - '
,. ,,, ,..,- , . . - ,
' ' . f r I ', 1 '
' "
! ff j
, t'-'fW
u ,
., ,,, i '
Jx
'-, f ' t f
'Jn
' 4 )-
(h.iMri
ty
ii ,:V
m . i l .i i i i r
?. r V
i "ii """"
u(-- 1
-j
fi-'ri: a-ift t zr c ''k'i'!f 5?,'s ?"''!'!.
2 3 kf !,',-- 3w! r Si; l-t.t 5i.
', .ü'd ,-uk in den 2.'f 5:'t r n C
je c ? inüef ,('',', k t't er H.'nt-rt'l
r-s.f-i Cv'f-niii ! ;ihi!!,',i?. 1-t. ('-rfa.
Iiir 1 itHr-'t? :.j puit !! -''I
.V Tm " 1 ii'ittvti'-.-r !'! in t'i
va;.-f(n: V.i'-n, mal ! tir F!.j. rcll'ül' j.
Bef!k!lun,i.anwk!sunz.
Diese Muster werden on Irzeno
eine Adresse gegk Einsendung bei
Preises geschickt. Man gebe Nummer
und Größe und die rolle Abreise
deutlich geschrieben an und schicke den
Coupon nebst 10 Centi für icbe
bestellte Muster cn da
Omaha Tribüne Pattern Dept
131 1 C-owark t.
. 5 P I
tz I ! "
o i ; : i
o : '
' "s : :
a P . I
s , C S
(a C Q' . .
ß . .
il n r a I
.5 o M : Z itt
II S u ' t .
w X '
W o 'C
CZ- a '. ja ,
3 . . a :
Je. K ä
2 B 2J ? S t
Ä o . S
4 : : !
5 . .
,i?
H
Ii -B t-.
a- p
e :ä o
:e ss ;
Christliches.
Der Landstürmer Kahlmäuser ist
mit noch anderen Kameraden zur Be
wachung gefangener Russen bestimmt
worden; ein Dienst, der besonders an
die Geruchsnerven hohe Anforderun
gen stellt. Da ist Dank der wunder
vollen Strategie Hindenburgs neuer
Zuwachs in das Lager gekommen.
Es sind lauter echt russische Leute,
die zweifellos aus einer Gegend stam
wen, wo Rußland am echtesten, das
heißt, am schmutzigsten ist. Da
spricht' Kahlmäuser zu einem seiner
Kameraden: Ich wollt', unser Pa
stor wäre hier."
Nanu, Kahlmäuser, woher hast du
denn auf einmal diese plötzliche
Sehnsucht? Brauchst du denn geistli
chen Zuspruch so nötig?"
Nee, durchaus nicht! Aber unser
Herr Pfarr' predigt immer: Liebet
eure Feinde", und das tonnte er mir
hier bei der stinkigen und dreckigen
Bande einmal vormachen!"
Zeitgemäß. Lehrer: Hans,
kannst, du mir sogen, wo das vor
kommt: Alles rennet, rettet, fluch
tet?"
Schüler: Wenn sich unsere Tau
ben" in Feindesland zeigen!
Nützliche Kunst. Herr:
Der Müller hat als Zeichner schon
großes geleistet!
Freund: Der Müller? - Nanu,
ich wußte ja noch gar nicht, daß der
auch zu den Künstlern gehört. Was
hat er denn gezeichnet?
Herr: Hunderttaufend Mark Krieg?
anleihe!
Aber dann! Wie kommt k
denn, Frau Tipfelhuber, daß Sie
Heuer all Ihr Getreide mit der Hand
ausdreschen und nicht mit der Ma
schine?
Mein Mann wird in den nächsten
Wochen eingezogen, und da will er
sich immer ein bißchen üben!
Beruhigt. Herr: Jener
Hahn gefällt mir sehr! Er ist aber
doch nicht etwa französischer Abstam
mur.g?
Verkäufer: Haben Sie keine Angstj
Das ist eine ganz neutrale Stosse! ' '
i
fi
1
ii
1
i
i
m
iil
.
4
i
r
.
(
i
i n
t
1 r
;
. 1 H
l
i i
y
i-
I
s '11
" i
ttJ ,
.7.
i s :
) "
l ' ,
i (