Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, June 08, 1915, Image 5

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mal bfrartißfS spricht nicht ßfrabf ui die
Ezschicküchkkit unser ffinde im Brück?,!
spkfngfn. abkk ti hat sich thatsächlich
wchrsach errignft.
Ich mochte die Lcist kennen lernen, die
ich mit dem nöthigen Zimmerhosz nicht
' wieder in die Hölie klotzen und keilen
kann." Ten alten SJIont.-jrgtunbfafj ha,
den auch unser: Pioniere sich zu eigen g.'
macht, und aus manchen der BriicZenrepa
raturen kommt er schön mb deutlich zum
Ausdruck. Da hat die feindliche, Spren,
guug nur ein inziges Fach des ganzen
langen Brückenträgers beschädigt. Aber
schon ist er auf tinem mächiigen Bauliolz'
fiapel wieder in die Höhe gillodt worden,
befindet sich wieder in genau horizontaler
Lage und ruht mit dem nächsten unzerftör
ten Fachwerttnoten sicher auf dem Stapel.
So bleibt nur noch die verhältnismäßig
kleink Lücke des einen zerstörten Faches zu
schließen und wieder thut Bauholz, thuen
solide Äernholzbalken hier gute Dienste.
Schon ist auch diese Lücke überbrückt und
das Gleis in Ordnung gebracht. Kaum
drei Tage sind vergangen, seitdem der
Feind durch seine Sprengung bie Brücke
und damit bie ganze Eisenbahnlinie un
gangbar machen wollte, und schon 'rollt
ber erste Zug wieder über den ausgebesser
ten Schienenweg. Etwas vorsichtig bk
greislicherweise und langsam, aber er sin
bet boch glatt seinen Weg über ben Flusz,
ber nach bem Plane der Feinde ein
dauerndes Hindernis für zedcn durchgehen
ben Eisenbahnverkehr bilden sollte. Wcl'
chen Unterschieb es aber ausmacht,ob man
glatt, wenn auch langsam durchfahren
kann, oder ob man an den beiden Flusz
ufern alles ausladen und mit Kähnen über
den Flusz bringen muß, das ist wohl leicht
einzusehen.
Es sind natürlich nur vorläufige Nepa
raturen, die in dieser Weise ausgeführt
werden, aber ihr praktischer äUi ist ganz
gewaltig. Erstens einmal, weil, wie gesagt,
in kürzester Zeit wieder ein Verkehr über die
gesprengte rucke hinweg möglich wird.
Zweit, aber auch, weil durch diese vor
lausige. Reparatur die endgültige Ausbes
scrung in bester Weise vorbereitet wird-
Es ist ja ber Brückenträger bereits wieder
In die alte Horizontale gebracht worden,
und ei genügt jetzt. auS dem Jnlande die
verhältnismäkig wenigen Stahltheile für
bie Ergänzung der zerstörten Fächer 'om
men zu lassen, um das Verbesserunglwerk
zu vollenden. Unb dieses wiederum kann
ouögesuhrt werden, ohne daß der Verkehr
über die Brücke hin zu stocken brauchte.
Während die Züge noch vom Zimmerwerk
getragen werden, fugt sich unter dem CJe
rassel der Nietmaschinen Stahlsiück an
Stahlstück, und bann noch einmal ein letz
tel Aufklotzen bes ganzen Trägers. Eine
kurze Verkehrspause, während der bie letz
ten Auflageknoten angenietet werde.
Dann senkt sich ber Träger. 'Kräftige
Vxthiebe jagen die Treibkeile aus dem
Holzstapel, und fest und solide ruht der
anze Brückenträger wieder auf steinernen
Brückenpfeilern. Die Brücke ist endgültig
reparirt, "
Schon in FriedenszeiieN ist die Arbeit
unserer Pioniertruppen interessant unb
abwechslungsreich. Aber der Friedens,,'
siaich kann 1 begreiflicherweise nicht die
BcrhNtnisse be Krieges bieten, kann nicht
die wilden Zerstörungen geben, bie ber
Krieg thatsächlich mit sich dringt. Erst
km Krieg bietet sich bert Pionieren daher
Gelegenheit, die volle Höhe ihres Könnens
U zeigen, unb was sie da bisher geleistet
haben, ist aller Ehre werth. (
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d.'fl, k!i,. y'MiT?; ibe 3ib j dü b. ej.
Ein Eriiifterungsblatt.
Der Rath zu Dresden hat mOO Mark
ausgesetzt, für Entwürfe zu einem Er.
innerungsblatt für Anghige gifallener
Kileger. ' ',
(sie 4 i in ten 2annknwi!bkm um
Iram? :n, rr.i!(nfJru Uhi !!,!..! k,,um
uns i:Iom:tff weit von hi SliiU er.l
sarl liriit, und ibr Wüscurn, das in
cern 17. iü nach b:rn ÜJIudtr b4 9;iitn
tttger Cladi!:,iiiff4 ßftaiit-:n ?j.z!!snfe
unlngebkacht itt, si.:d weit übet die Gren
jen d,s tanbes berühmt.
Ne:,exbink!i würbe irr Name durch ben
russischen Einbruch bekannt. M 2aae
lang, tem 1. bis 8. Xfvnihr 1014,
herrschten in biefern reinen, sf'önen, alten
Städtchen bie Nüssen und a!s sie sich
schweren HerzenS. vl'n ihm trennen muß
ten, trösteten sie sich noch im Weggehen
mit einem baldigen Wiedersehen. Zu ruf
fisch Weihnacht am 7. Januar 1315
wollten sie hier einen grossen Ball ver
anstauen und auflisten ben Bürger
meiftcr ber Stadt, er möge über bie Stadt
getreu wachen und für Tänzerinnen
sorgend die fluchteten Damen zurück.
rufen. Tank der Heldenhaftigkeit der
Verbündeten und unserer Truppen erfüll
ten sich weder ike Prophezeiungen noch
ihre schnsuchtsvollen W'insche. Es hatte
nickt an ihnen gelegen. Heute stehen die
russischen Truppen wieder kaum 10 Kilo
meter von der Eiadt entfernt. . Und die
Stadt ist ruhig. Ihr foild hat sich nur
insofern verändert, das es jetzt von Uni
formen wimmelt. Sonst sieht man hier
nur dann einen Sodatcn, wenn er auf
Urlaub oder in das Bad kommt.
Den Einwohnern merkt man nicht die
geringste Unruhe an. Die Zuhausegeblie
denen, wenige Männer unb Frauen, er
füllen in gewohnter Lebensweise ihren
Beruf. Abends locht sie bie erfrischende
Frühlingsluft auf ben altert viereckigen
Martiplai), wo sie von den von ber Front
hereinkommenden Offizieren die neuesten
Ereignisse hören. Nach Neuigkeiten fra
gen sie. nicht. Wozu auch? Sie leben ja
selbst mit jeder Faser ihrer Nerven mit
ten im Kriege, und die Ereignisse spielen
sich ja knapp vor rhren Augen ab.
An Feiertagen, ganz so wie sonst, geht
Groft und Klein in den nahegelegenen
Badeort, um Weilchen, Himmelschlüssel
und Schneeglöckchm zu pflücken, um von
den gesammelte Blumen Sträuße zu
binden. Sträuße und Kränze. Duftende
Sträuße für die Verwundeten und
Kranze, vielleicht auf ein vereinzeltes
Hcldcngrab oder auf bie todbringenden
Seschuke. deren naher Donner den Bärt,
faern schon monatelang wie eine vertraute
und ermunternde Musik klingt. Die Ein
wohner leiben an nichts Noth. Frohe,
zuversichtliche bie allgemeine Stim.
mung zurückspiegelnde Gesichter aller
scits. Die Zuversicht Ist groß; was kein
Wunder ist. Dies überträgt sich von un
scren Truppen auf die Bevölkerung. Das
Bild der Gasse besser gesagt, da Bilb
des Markiplatjes ist sehr lebhaft. Die
Uniform der Infanterie wechselt mit der
pelzbesetzteif Ulanka ber Ulanen und
dem rothverschnürtcn Attila ber Honved
Husaren ab.
Vom ethnographischen Standpunkte aus
betrachtet, ist der Marktplatz jetzt ein
wahres Museum. Die würdevolle, lang
sam fließende, ungarische Sprache hat ihre
Herrschaft verloren, sie muß diese mit der
befehlenden deutschen, mit ber schnell
fließenden böhmischen, der fchwätzenden
polnischen, der kernigen ruthcnischen. mit
dem näselnden jüdischen Jargon und dem
monotonen slowakischen theilen. Und hier
in dem großen burch ben Krieg ent
stanbenen Wirrwarr ber Sprachen
kann ber Mensch boch keinen Augenblick
vergessen, baß er auf bem Boden steht, der
bie unnarischen .honvcds gebar denn
bie Seelen ber nicht weit von hier käm,
psenden Truppen begeistert ebenso dasselbe
todeSverachtcnde und todbringende Elore
wie die Söhne bicser Erde, die 'ihrem
ungarischen Namen ewig dauernden Ruhm
unb bei österreichisch-ungarischen Armee
bie Anerkennung ber ganzen Welt ver
schafften. , .
So sieht bak kriegerische Bärlsrems,
Dvortftik, Kriegsberichterstatter des
.Berl. Tageblatt".
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Bon ben neuen Ucber-Zcppelinen spricht
London als .Lust'.Treadnoughts" und
I sürchiU (it 1 bai jüngste Gericht.
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J'tzl d tt-.t ,l aus V effafti
tj!tr'!t.:f. 2(1 h'l W.t yl't in;t mit
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f. vr.meiib-'n Zkr!!.,,". an den i.J finufti,
ob ivm ti ,rrhl (:!!!: in h da!e, lt; 011
b, KU b)j l'e ':'id f.it iiüTfi ictiie
llnl'fi; an die Iirie Heiirall, denkt (l'iv.fe
immer die H.:ls,t. iMt rerfüren durch
di tj.inz lar.ötU 2!., w? t:t If ari:!atn
lief) a;i bie Ür t'üt.üiUif n innern, in
d.N'N unsere bocen ii.iiiilunierj-t dem
'.nzläi'.b-r b!:Iizk schlage üheilten.
Nun verl.'ffen wir die Straße, einer muß
hinter dem anberen gehen, der auigetre
lene Pfad it zu schmal für zwei. Es
g. kt aus kohlen über Wassergraben, haar
schürf zischen zwei wasiergesüllte V!ra
allöchern hindurch. Ein kleiner Fehl
Iri und man ist vollkommen burchnäszt.
Ein Zurück giebt es jetzt nicht mehr, die
Kleider müssen am Leibe trocknen.
Endlich steht der erste Mann am Lauf
graben, der zum Schützengraben führt.
Nun fängt siir bie Hinteren Leute ein ge
faljtlichei Warten an, bie vorderen kam
men in bem engen Graben langsam voran,
und so stauen sich, bie Leute am Ende.
So nancher wurde so am Eingang des
sicheren Graden noch von einer heirniiicH
schen Kugel erreicht. So ist auch jeder
trotz, yn Ort und Stelle zu sein, man be
sreit sich vom Tornister, reinigt die Hände,
mit denen man sich die Grabenwande ent
lang getastet hat. Nasch wird die nun ab
rückende Kompagnie noch nach dem Ber
lauf ber letzten Tage gefragt; ba interessi
ren besonders die Verluste, bas Artillerie,
feuer. überhaupt, was ber Gegner macht.
Lautlos rücken bie abgelösten Leute ab;
benn hat ber Gegner einmal burch seine
oft nahen Horchpostm heraus, baß abge
lojt wird, o beginnt er ein mörderisches
Fe":r, gegen das man sich auf freiem Jelb
nur nothdllrftig durch Hinlegen schützen
kann. Auch dieses Hinlegen in den
Schmutz ist eine Selbstüberwinbung. Für
uns im Schützengraben fängt bie Arbeit
erst an. - Die Wacht, und Horchposten
werden eingetheilt, der Rest der-Nann
schaft arbeitet am Graben. Da giebt es
übergenug zu thun. Das Wasser unb ber
Schlamm werden ausgeschöpft, Kohlen
gelegt, eingerutschte Grabenwänbe burch
Reisigbünbel ausgebessert, Sanbsäcke ge
füllt unb als Deckung aufgesetzt, Stahl
blenben eingebaut. Es ist erstaunlich, wie
ra unlere Heeresverwaltunei bas Ma
terial für ben neuern Stellungskrieg zur
Stelle gebracht hat. Infanterie unb
Pioniere konnten mit dem Verbrauch
kaum folgen,' solche Berge von Brettern.
Dielen. Stacheldraht, Schießscharten,
Pfählen waren in kurzer Zeit angehäuft.
Em gepflegter Schützengraben ist deshalb
neuerdings, falls die Bodenverhaltnisse
einigermaßen gut sind, auch gar kein un
wirthlicher Aufenthalt; falls man nicht
immer mit dem Wasser zu kämpfen hätte,
könnte man geradezu in Hausschuhen ba
rin spazieren gehen. Die Wände des
Grabens sind verschalt, ebenso sind die
neueren Unterstände keine Erbhöhlen mehr,
sondern Bretterzimmerchen mit Fußböden,
manchmal steht sogar ein kleiner Ofen zur
Beifügung.
Am unbequemsten arbeitet sich'S in vor,
berster Linie an den Drahtverhauen. Da
müssen einige beherzte Leute mit Pfählen
unterm Arm, mit Draht oder S!rahtwal'
zen beladen, zum Graben hinauskriechen
und unter Deckung, nur wenig vom Feind
entfernt, die gefährliche Arbeit bes Ein
schlagens ber Pfähle und bes Drahtziehens
verrichten. Das läßt sich natürlich nur in
stürmischen oder regnerischen, mondlosen
Nächten machen, in denen bie Leuchtkugeln
nicht bie Finsternis durchgingen. Trotz
bem ist bie Arbeit noch gefahrlich genug.
au Franzosen, auch die Englander. unter
halten gewöhnlich bei Nacht ein langsames,
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Te .-ttre rn,i:! i oft :;t f,-n Q;-at
Eiir.as lebfiibiüfs EK-jnerfi! man
tagsüber s In festen, cmrni mal ein
2.'itzenian0 zum 5ctf.1:ei:i, o (tat! im
nächsten AugenbliZ auch .h-n d;t .f:tift,
und ber Spuk ist wieder von ber Erse
derschnnnbe. Die ganz: Wtcxh li'?t in
diesen Morgenstunden traurig bi. nichts
regt sich, fein Bovk läßt sich b.iren.
Nur ein paar Taukn sind stiindige Zu
Eie sitzen auf den Trümmern
einer vor der Front befindlichen zerschösse
nen Windmühle, zu der sie wohl einst ge
hörten. Mit bem ersten Artilleriifchub
finb sie weg. Dieser Umml meistens in
den ersten Nachmittagsstunden. Solange
der Gegner schießt, verkriecht sich alles
machtlos tn ben Unterstanden, sängt ba.
gegen bie eigene Artillerie an. dann steht
bie Mehrzahl beobachtend an den Schieß
scharten. Jtder Schuß wird besprochen,
ob zu kurz, zu weit recküs oder linls. Voll
treffer werden besudelt. Das Vertrauen
auf die Treffsicherheit unserer Artillerie
ist so groß, daß, wenn zum Beispiel ein
feindlicher Graben 150 Meter vor ber
Front beschossen wirb, in unserem
Schützengraben gemüthlich beobachtet wirb,
wie bie Granaten einige Meter über uns
weg sausen und darüber krepiren. Daß
mal eine zu kurz einschlagen könnte, daran
denkt niemand. Neulich sahen wir bei solch
einer Kanonade eine Kaffeekanne und
einen Englander in die Lust fliegen. Die
Granate muß einen Unterstand erwischt
haben, jedenfalls flog zuerst die blau
emaillirte Kanne in die Höhe, bann kam
ber Engländer, dein es auf dem Graben
rand nicht zu gefallen fchien, er schüttelte
sich und wurde dann von hilfreichen öän
den wieder unter den Boben gezogen. Wir
waren alle so Perplex, bag keiner an fein
Gewehr bachte.
Gegen Abend nimmt die Grabenarbeit
jvieber ihren Anfang, beim Mondschein
over beim Licht von Atagnesiumleucht
raketen, welelje die Franzosen unserer Er
fahning nach mit kindlicher Freude am
Feuerwerk in die Luft steigen lassen. So
rann man oft nachts an diesen Lichtern
bie Front In bem ebenen Gelände Meilen
weit verfolgen, wenigstens ein Stück un
seres unendlichen Grabens von der Nord
see bis zur Schweiz übersehen. Am über
nächsten Abend winkt uns die Ablösung,
man zählt die Stunden bis dahin und
sreut sich Im voraus auf die Ruhestunden
hinter der Front ...
Kleingeld in Frankreich.
Nach dem in Angouleme erscheinenden
Le Matin Eharentais hat bie Handels
kammer in Poitiers zur Abstellung des
Kleingelbmangels 250,000 Franken Sil
ber, Nickel unb Kupfergeld vertheilen
lassen. Um zu verhindern, baß bas Pu
blikum bas Kleingeld versteckt, wird eö
darauf aufmerksam gemacht, baß es nur
50 Prozent bes Nennwertes habe. ,Dann
darf nicht vergessen," sagt das Blatt, baß
bas Silbergeld, welches gewisse Leute auf
häufen, mehr als 60 Prozent vom Nenn
werthe verlieren würde, wenn die Ereia
nisse einträten, die gewisse unverbesserliche
Pessimisten, denen man in zu großer An
zahl begegnet, zu befürchten scheinen.
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Soldatenheime.
Nach bem Borbild von Gießen, wo
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ununterbrochenes GeweHrfeuer. wohl ans ',; i,iir,sA.i c.rn:m f.-i. ,. ....
ft k. . iw rr l l. f . , v. mi via vitnuiiiiijiiiii Ui, utll UCB
Slngst vor Angriffen und biese ungeziel. ufenthalt verwundeter Soldaten errichtet
en Kugeln forbern hm unb wieber auch korben ist. sind nunmehr Soldatenheime
ihre Opfer. Daß Leute zur Arbeit an ben , rn,.,, m k v. -J rst.
&lnb''lft l0m.manbitj würben, hörte fcnbach errichtet worden.
niu(ivciuiiinjti nuuj iuu;i, c mciucn ,
sich Immer Freiwillige. Ueberhaupt je j ,
näh; ber Feinb, desto tollkühner bie Leute. ! Bismarckschcr Wein für Hindcnburg.
Bei unserem Kompagnieführer melbete n m,ttn,r cJnmmHr ti. ,m
sich neulich ohne Aufforderung einer, ber iBismarck-Geburtstae an Generalfelo
an die gegnerischen Schützengraben hin I marschall v. Hindenburg eine Flasche Wer
'uechkn "nd horchen wollte, ob barin, Steinberger Kabinett . Trocken ' Beeren
Französisch ober Englisch gesprochen wirb,
nur weil wir einen Wech el beim Gegner
vermutheten.
Auch Besuch kommt zu un in bie
Schützengraben. Da stellen sich nachts
noch Pioniere ein, bie beim Ausbau ber
Stellung helfen sollen. Sie arbeiten die
Auslese, bekanntlich einer ber hervorra
gendsten Weine Deutschlands, gesandt.
Hindenburg hat in einem Dankfchreiben
ben Empfang bestätigt; daß er barin von
bem Köstlichen Wein" spricht, beweist, baß
er kein Kostverächter ist und ben Wein be
reite geprobt hat.
'rfiiiideiie due Nn l's;e,ök.
? '! einen, fl.-rii! b'k ,eea Ziir.ft
üiinst" melden bie PeterNurger !?!.
ter, biifj in Kiew bei b'k Dukcb.kuchüNg
iriffl;i-latJiifiif r , tt--Ttf!ih!fJ.t ffiiere
'lip'mnäk eine iKfl.itifisf.ihne in'btt
Hanbiasche des Felbmarschalleutnants Ta
moschj gesunben worden sei. Auch Negi
menlil..i!,nen seien entdeck! wörben, sie w.r
ren in Streifen zerschnitten, biese nume.
rirt und unter ben Offizieren vertheilt
worden. (Die Geschichte von ber Festung,
sahne in ber Handtasche be eldmarfch.al
leulnants klingt sehr nach Erfinbung. Die
Russen pflegen Hanbtafchen nicht erst in
Kiew zu untersuchen, wenn sie sie in
Przemnsl schon einer Durchsicht unter
ziehen können.)
.
Studentische Sänger im Fclbe.
Bom Sondershäuscr Verband (S. V.)
deutscher Studentengesanavereine, ber zu
Beginn bes Krieges 1200 stubirende Mit
lieber und 000 alte Herren in 22 Bun
dcevereinen zählte, sind bis Ansang April
r-n nfi. , . . . ' " . T
luve uno ane Herren den Helden
tod fürs Vaterland gestorben. Mit dem
Eisernen Kreuz wurden 784 Mitglieder
ausgezeichnet (darunter 10 auch mit der
ersten Klasse) und 232 erhielten verschie
dene andere bundesstaatliche und öfter
reichische Kriegsdekorationen. Die größte
Zahl von Gefallenen (50) hat der Mlln
chenex Akademische Gesangverein; es fol
gen die Göttinger Blauen Sänger" mit
33 und bie Marburger Friderizianer mit
21.
.
Matin-Rcdalteur und Hochstapler.
In Verona wurde ein Journalist, Kor
respondent des .Matin', der in Beglei
tung einer Dame reiste, wegen Sockstave,
lei verhaftet. Sein Haupttrick bestand da
rm,,Tur Belgien zu agitiren und Samm
lugcn zu veranstalten.
.
Ein I Ssgliriger achsenlzeld.
Man berichtet aus Leipzig: Aus der
Karpathcnfront kehrte soeben hierher ein
Soldat zurück, der wohl einer ber jüngsten
in ber Armee sein bürste: ber von hier
stammende Fritz Lehmann. Er erzahlt, erst
15 Jahre alt zu sein und hat bereits für
besonders nützliche Aufklärungsdienste die
silberne Tapferkcitsmedaille erhalten. Das
Soldatcnkind hat sich überaus tapfer be
nommen und als man ihn fragte, wofür
er seine Auszeichnung erhalten habe,
meinte er bescheiden nd fast verlegen:
Ich weiß wirklich nicht. Alles, was ich
gethan habe, war nur eine Kleinigkeit."
.
Taö Eiserne Kreuz für Szunnay.
Nach einer Schlacht, in der ein heftiger
russischer Angriff durch Theile ber beut
schen Sllbarmee und der Kräftegruppe des
Feldmarschalleutnants v. Szurmaq zu
rückgewiesen worden war. heftete ber Ge
ncralstabschef ber beutschen Südarmee
bem Feldmarschalleutnant v. Szurmay
auf bem Schlachtfclbe bas Eiserne Kreuz
an die Brust. Die Verleihung bes beut
schen Ehrenzeichens an ihren sieggekrönten
Führer wurde von ben Truppen mit Be
geiftcrung begrüßt.
Ein Bctcrair der drei letzte Kriege.
Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielt
unter gleichzeitiger Beförderung zum. Ma
jor Herr v. Schweinitz aus Berlin. Er
hat bereits als Os nzier bie Feldzüge von
18. 1866 und 170-'71 mitgemacht,
unb hat sich bei Ausbruch des jetzigen Krie
ges, im hohen Alter von 72 Jahren, zur
Verfügung gestellt, um wieder an ' den
Kämpfen gegen Frankreieki theilzunehmcn.
Herr v. Sckweinitz hält sich gegenwärtig
zur Kur in Meran aus.
Fliegerangriff auf Neibenbiirg
Bei dem Fliegerangriff auf Neidenburg
in. ber letzten Aprilwoche fügten die Ruf
sen sich selbst mehr Schaden zu, als den
Deutschen. Wie die .Allenstciner Zeitung"
hört, sind russische Fliegerbomben auf
dem Marktplatz niedergefallen, wo ruf
sische Gefangene gerade mit dem Aufräu
men von Schutt beschäftigt waren. Drei
ber russischen Gefangenen wurden getöb
tet lind brei vermundet. Außerdem wurde
eine alte Frau verletzt. .
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l!, "!g's,l! ch finb b:e rii.fr, ht bi Z!k
tr!ib.fe aus be Arzt ,i!'d s.-il'e Um'
bunq richten, iren nickt Ermüfiine Lr
niaiiiinq uns i' i'.nt.i i;;ni.! pc Billig
ßkci'.tiiulüq g.-nii'f I. Blicke dell Schreck
und Muth, vo Dankbarkeit und !i'itle,
Kinderslicke bringen ans biefen verwit
testen und rauhu OLfidneni. Als wär
den su sich aus eiwas freuen, etwas be
furchten, etwas erwarten und aus allen
spricht Hoffnung und Reltnngsbewußt
sein.
In solch einem Augenblicke arbeitet das
ganze Spital wie eine Uhr. Wenig
Worte, kein berausch, fchweigende!, Rei
chen der Geräthe. Verbände und Baum
wolle. Eine ganze Reihe von Verwunde
ten wird aus einmal von den Aerzten un
tersucht. Die. bie noch auf bie Unter
suchung warten, schauen ausdrucks und
theilnahinsvoll zu. wie die Aerzte bie
Verbände voll abnehme?., da Lei aber
lauschen sie doch und haschen nach jedem
kargen Worte des Arztes, was er von die
sem oder jenem sagen wird. Die Span
nung laßt nach, wenn der Verwundete
nach Reinigung der Wunde frisch verbun
d .i wird.
Der ok'ene unb gutmüthige kleine Slo
wak, dem ein Schrapnell die Bcmchdecke
aufriß, erzählt, nachdem ihm ber Arzt
bie Wunde vernäht unb verbunden hat, er
habe gerade von seinem Weibe die Nach
richt bekommen, es hätte eben sein viertes
Kind geboren. Ein Mädel; die ersten drei
sinb Buben, sagte, er ganz stolz. Ein
Deutscher aus Schönbcrg hat eine gräß
liche Wunde am Vorderarme, der Knochen
ist zersplittert. Der Arzt spritzt sie aus
und reinigt sie. Der Verwundet- zuckt
nervös mit dem Fuß. brückt bie Augen
zu, spricht aber kein Wort. Er beruhigt
sich, da ihm der Arzt sagt, es fei ein aro
ßes Glück, daß keine Schlagader getroffen
wurde, wobei er mit dem Instrument
immer tiefer und tiefer greift, um biezcr
plitterten Knochcntheile herauszuziehen.
Etwas muß ber Mensch aushalte,.", da
mit beruhigte sich selbst der Verwundete.
Ein junger Ruthene,' hübsch und voll
von Leben, hat unter dem linken Arm
eine Kugel im Leibe. Man muß sie so
fort entfernen. Die Kugü liegt oberfläch
lich, die Operation wird also ohne Nar
kose vorgenommen. Der Ruthene sitzt
ruhig, da der Arzt und bie Schwester bie
Gummihandschuhe anziehen, zu't kaum,
als das Messer einschneidet, und muckt
nicht, dck die geschickten Finger deS Arztes
in der Wunde nach ber Kugel tasten. In
einigen Augenblicken ist bie Kugel ent
fernt.
.Hat eö weh gethan?"
Ich habe nur bie Zähne zusammen
gebissen," sagt der Ruthene lächelnd.
Ein zweiundvierzigjähnger Kroat,
übergroß, schleppt sich wie ein scchzigjähri
gej Greis herbei. Der Operationstisch
langt für ihn nur bis zu den Knien aus.
Der Nest der Beine hängt herunter. Die
Kugel steckt ihm im Oberschenkel, um sie
bilbete sich ein innerer Eiterherd und be
drohte die Schlagader. Der verwundete
ist körperlich sehr herabgekommen, könnte
nicht einmal die Narkose vertragen. Bei
vollem Bewußtsein des Kranken wird
äußerst vorsichtig operirt, um die Kugel
zu entfernen und damit die Eiterung zu
verhindern. Der Kroat seufzt, schweigt
aber. Als man ihm die entfernte Spitz
kugel zeigt, winkt er dem Arzte dankbar
mit den Augen.
Eine Ausnahme bilden die Wiener und
die Ungarn. Sie sind temperamentvoller
und begnügen sich nicht mit den bündigen
Aufklärungen des Arztes. Sie polemisi
ren mit Ihm und wollen ihn selbst aufklä
ren. Es bedarf vieler Worte und Zure
dens, ehe ihnen die Aethermaske über den
Kopf gezogen werden kann. Und ehe der
Aether sie einschläfert, dringen unter der
Maske immer Proteste hervor. Ucbcrn
Tag, wenn er sich schon freier fühlt, ist
der Wiener sehr selbstbewußt nd der Un
gar lustig. Und den ersten unbewachten
Augenblick benutzt der Ungar dazu, sich
zum Würzen seiner Kost ein bischen Pa
prika zu verschaffen.
Dr mährische Bauer ist, wie immer,
mißtrauisch. Gegenüber den anderen ist
er im Nachtheil, weil er alles besser aus
saßt und beobachtet. Wird der Berband
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l'etfönfnl'üßsf flf m
t .11(1 Prrfor.en. und (-iüUtir.hifn tl
JH as dem VetSdamer Personen, nd
,':u,fkkhnb,!.f 2CA2, auf dem St'ttin.-r
'''Ionen, und .erbakmbof mrm ans
dem Schlesischen Bal'df lL'.".' zf
dem Bahnhof Friedrichstraße h9,m, auf
dem löjfinkwf Alexanderrlatz (in 4 Mo
naten) 8371 P-rfonen. Die Zahl der in
biefen sechs MonaUn vorgenommenen
pkisungen beläuft sich also auf 4S0.S45.
ErhoknneiShklm für N-Boatleute. .
Als Erholungsheim für Unterseeboots
Mannschaften ist bas in Eutin liegende
schloß bes Großherzogs Friedrich August
von Oldenburg hergerichtet und Ansang
Mai von den ersten ErholiingZbcdürftizen
bezogen worden. Großadmiral d. Kc,,'s,'r
und e,n Generalarzt der Marine haben
mit dem Vaterländischen Berein dcis L.
forderliche für die Unterbringung ftp?,
lkgt-' Der Großberzog stellte schzn in
erbst 1914 seine ScfitciTn in o,.
Zahn unb Nastede als Lazarette rnd'sei'ie
ammacht lenfahn als Lazarctischif'
zur Verfügung. '
. '
Schlime Folgen für Scaröettuzsj.
Wie die Times" sich aus Scarboror!
melden läßt, merkt man jetzt nach fast die:
Monaten äußerlich nichl allzuviel Spure,
des Bombardements; aber die wirtbschaft
lichen Nachtheile für die (Stadt sm'h
och schwerwiegend. Innerhalb von die.
Tagen nach der Beschießung hatten 12.
15,000 Besucher die Stadt verlassen, und
nur wenige von Ihnen sind zurückgekehrt.
Da aber diese Besucher das kaufkräftigste
Publikum de; Stadt darstellten, so vegt
das Wirtschaftliche Leben darnieder.
. '
Die Kriegsorchidee.
Auf der Blumenschau in der Horticuk.
tural Hall zu London, die alljährlich statt,
findet, intercssirte diesmal besonders eint
reichhaltige Orchideensammlung, die eilt
berühmter englischer Orchibeenzüchter I.
Gurney Fowler ausstellte und wofü? tx
die Goldene Medaille ber Ausstellung er
hielt. Das meiste Aufsehen unter all de
kostbaren und seltenen Orchideen erregte,
aber eine neue Züchtung, der Fowler den
Namen Odontoglossum Mars" gegeben
hat. Diese Kriegsorchidee. die den Orchi '
beensammler und kennet stets an das
Jahr 1915 erinnern soll, zeigt ein großes
Büschel braunröthlicher Blüthen, die wie
getrocknete Wlutstropfen" ausschn. Diese .
düstere Farbe und der unheimliche, fast
grausige Charakter der neuen Orchidee
veranlaßten ben Züchter, sie nach MarZ zu
benennen.
. " '
Ergebnis: 1 Rekrut!
In einer Zuschritt an bi Mnrn!
Post vom 21. April sagt G. W. May. er
habe folgende Stelle in Einern Brief eine
.crriioriaiioivaten gelesen, und er fragt,
wann bie Regierung endlich ben Muth
haben werde, bie allgemeine Wehrpflicht
einzuführen:
24 von uns.' so heißt es In dem Brief,
sind für ein hig zwei Wochen hier, um
von 10 Uhr Vormittags bis 12 Uhr
Nachts Rekruten anzuwerben; aber eS ist
ein hartes Stück Arbeit, denn bie Leute
machen alle möglichen Ausflüchte. Ge
stern Abenb bareibirtcn wir von 8 bis 12
Uhr mit zwei Musikkorps durch die Stra .
ßen, drangen i ein Kino ein, spazierten
an allen Plätzen auf und nieber. hielten
eine Werbcvcrsammlung ab und pochte
bis an das letzte Haus in Chelsea Palace.
Ergebnis: ein Ne'"tt."
abgenommen und erkennt, der Arzt mit
raschem Blick die Nothwendigkeit einer
schweren Operation, bemerlt er Merkmale
einer Vergiftung, die Gefahr des Tcta
nus, so steigert sich In dieser etwa halben
Sekunde die Stille im Saale no ' mehr,
und wenn auch noch im selben Augenblick
der Arzt ein beruhigendes Wort spricht,
fühlt der Kranke doch den Ernst sein?.!
Lage, und seine unsicheren, schmer'hast??,
Augen wandern von einem zum anderen
herum, die Wahrheit zu finden. Bald
aber fügt er sich nd überläßt sich williz
den Armen der Pfleger. . ''
i
M-