Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, January 27, 1915, Image 3

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gliche Cmofia tribüue Mittwoch den 27. Janr 1015.
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Vie AtalttSVttdltt.
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Roman von Julius Knopf.
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Hieraus wandte sie sich Ihrem S3ru
der Mols zu, der sie in eine Fenster
tuiche zog und ihr geschwakia nnt
teilte, was für eine vvrieilhittte Posi.
uon er oemnachs erliinaeit könnte.
ttt cg!llckNZ25.
erst überhaupt nicht! erwidern.' Dann
widersprach er lkbhaft. Ter .elende
Nslcn- sei ein mllel, gulel Schiff
mit einem netten sliivitan und tut.
arl!ten beuten. Er würde sich nilt
Erste, Kapitel.
Ter tteisüiche halte die lelzien e
jzensworte am Grabe gesprochen. Nun
nichte Ihm tu KUcheuöiuut den
Weihquast. Mit einem halblauten:
,pl!,',,!,i, ,,at in rmrnn", besprengte
Psarrer nochmals die Gruft und
streute drei Hände voll Erde auf den
tarn.
Die Leidtragenden kamen langsam
naher, um der Äerstordcnen die letzten
CJciifje zu weihen. Sie zögerten aber
irnö warteten auf Regina, die, als
älteste Tochter der Heimg'gangenen,
den ersten Pl,d unter den Hinterblie
benen einiiahm.
Regina riihrte sich nicht. Mit flar
rer Ruhe hatte sie wahrend der gan
zen Feier diisikstanden. den Älick in
Weite gerichlet, nur von dem einen
Gedanken beherrscht, ihre Fassung zu
bewahren, der gierigen Menge
nicht das Echauspiki einer Ohnmacht
oder eines Weinlrnuivfes zu geben.
bie hatte den Spruch des Priesters
gar nicht gehört, so sehr war sie in
ihre quälenden Gehäusen versun!en.
Eine kalte Hand legte sich auf ih
ren Arm und eine nervöse Ko,n
nnindostimme besaht im Flüsterton:
Kind, paß doch auf!"
'Regina blickte den Sprecher an und
antwortete:
.Verzeih. Onkel Eberhard!' Tann
erfüllte sie ren rituellen Brauch.
Oberst von Linker führte seine
Nichte einige Schritte seitwärts auf
den Weg: er hatte mit militärischem
Ctralezenblick den passenden Platz
aewühlt. an dem 9(eqnia die Bei
leidsbezeigunzcn dkZ Trauerzesolges
entgegennehmen sollte. In strammer
Haltung stellte er sich an ihre Seite,
einen halben Fußbreit hinter sie, auf
diese Weise mit seiner goldbestickten
Uniform einen scharfen Kontrast zu
der strengen Trauerllcidung schaf
send, in der ihre schlanke Gestalt noch
feiner und zarter erschien clä sonst.
.Blicke nicht so frein d und teil
pahmsloZ, Kind," riet er ihr. angst
lich besorgt, daß feine Nichte auch
.Haltung bewahre und die Trauer sie
ziemend zum Ausdruck bringe, wie es
sich für eine wohlerzogene, korrekte
Tarne oiiä gutem Hause schickt. Ne
gina hvrte ihn gar nicht. Mechanisch
neigte sie bei icder Bei'kidzkui.oae
bunz das Haupt, lief; sich von den
Tarnen die Hano drucken und starrte,
ohne mich nur eine Silbe zu errci
dern, über die ilöpU aller fort nach
oem Buschwerk, oaZ die Ausgangs
Pforte des Kirchhofes umrahmte.
Als letzte verlich Regina am Arme
des Obersten die Grabstätte. Einen
Augenblick zögerte ihr Fußals wäre
es ihr unmöglich, sich von der gelicb
ten Mutter zu trennen. Ta ertönte
zum dritten Male die scharfe Stirn
nie: .Fasse Tich doch endlich. Neai
na. die Leute beobachten Dich! Hai.
tung, Kind. Haltung!"
Aus ihren tiefblauen Augen sah
Regina ihren Onkel unendlich traurig
an. Er miswcrstand den Blick und
flüsterte ihr ein zärtliches .armes
Herzchen" zu. Gie wollte entrüstet
ihren Arm aus dem feinen ziehen;
aber es näherten sich Bekannte,
darum unterließ sie es.
Am Ausganze des Fr'iedhsfeZ ent
stand vorübergkhiikd ein dichtes, ver
wirrendes Menschengctoühl. . Alles
drängte sich- zu den bereitstellenden
Wagen, eifrig darauf bedacht, nur so
schnell wie mißlich fortzukommen,
um wieder den täglichen üiesichäj'un,
Gewohnheiten, Passionen nachzi'ge
hen. Man hatte seine Wicht erfüllt,
d.r Enlschlasenm das letzte Geleit
kkgcben, man hatte gesehen und war
esekzen worden der 'Aai war er
füllt.
Ter Oberst ließ den Arm seiner
5M;te los. um einen alten, ehema
ligen Negiinciitskameraden zu fcegril
ßen.
Inzwischen trat ein großer, blon
der Herr ton geldlich blasser, kränk
licher Gesichtsfarbe, der während der
Zeremonie am KnchhofZgtttcr aestan
den und sich jetzt erst! der Trauer
gescllschaft angeschlossen hatte, auf
egina zu. Er lüftete den Hut.
überzeugte sich mit spähendem Blick,
daß keiner sie beobachtete, und flüster
te m innigem Tone:
.Sei mutig, Regina, morgen U
sprechen wir alles. In seinen Augen
schimmerte es feucht, als sie ihn mit
. einem Blick voll Liebe 'und Trauer
ansah. Hastig wandte er sich fort.
Negtna schritt aus den Wagen zu,
der Oberst hals ihr mit seiner selbst
bewußten Ritterlichkeit beim Einstei
, gen und nahm neben ihr Platz. Ihre
prüder. Ernst und Rolf, setzten sich
den beiden gegenüber.
Der Oberst begann sogleich mit
Rolf eine Unterhaltung, indem er die
Liede des Veistlichen und das Berhal.
ten der entfernten Verwandten einer
gewichtigen und eingehenden Kritik
unterzog. Ernst und Regina der
hielten sich schweigsam. Erst als das
Gespräch der beiden Herren inS
Stocken geriet, fragte Ernst in ge
schäftsmäßigem Tone:
Regina, wann sollen wir zur Be
sprechung der Erbschaftsregulierung
kommen?"
Ck,.z?e von tbeorg Psjch
Wa anfaniien?" dachte
wenn er sich mit Kapital an einemITür. aicllo durck die lS,ifrtrrfr,n i (imim., ,
rtl.tX."CL l i i m . , ., , , . r' " UWH IIIIIHUI. MUUJ IIUIU
Ee chast beteiligte. Ncgma horte ihm streitend. Et war ein lanawkilia, 'nu& ,i. v,.,. ...v. i.
jj eine Meile schweigend ,l. dann woll. st. wie er noch kein zweites kennen! und hier geriet Törp in, Stottern!
I il ur 0niirt0n (Vv hiiiil s! i..t...i cii I . , r , '
er mußte zum zweiten Male fra. I doch am Äermel f'csi und sdrudklte s,,.., ... ... .12" BW'
grn.' ehe die Schircller ibn Körte, fin, vr,,m h' t.." L ' " ''V m "tntn " " ap"n oe iijm
fl . , wvs m n-r nnnn iiii i n nnti
Löinlkrklikg lu Polcn.
Dann erwiderte sie kühl:
.Da Tcstament wirö erst in vier
zehn Tagen eröffnet. Ich habe da
Recht, für diesen Monat den Hau,
halt in der bisherigen Form auf ge
"'einsame Kosten weiterzuführen.
Ruch Ablauf dieser Zeit werde ich
Euch Rechnung ablegen. Ten Tag
oajut mogr Ihr bestimmen
1 r tn n ... , 9 i vv wt vuiit 44tl
.Und siehst Du, Regina, um solche r, ini r,rY.,, ,,..,. e
m v r vhh w t.v( ii int. lUjvtl
"bmdungen aufrecht zu erhalten, ärm. Am Ende gab e, inen
da braucht man bares eld, da. ,,.j, Zeitvertreib. ,
ers hs?Tu mVAp l 2ffnt,e bi 2Üt unÖ " "ch
etjtit mich !W, gich mitten in einer hitzigen Ge.
Sie verstand ihn ganz recht, denn r, i.m,-,,, o.,i ..u
' g i v , ' . r'u,V wi m'u hihi uuiiu itiii
Regina kannte den langkn b anden ,n Rücken an der Wand und wehr.
7tmn mit- rAn Mhrf.in Nil , I ... . . '
o-"-. uiiwi au je ich gegen suns oder sechs schwarz.
nmnu lim irfif hn nimihU ml.. ,' L '. ' ' 1
balle d e ale ckmäkiae Rübe " c 7 t v- lT-J . " iop ,ge Farmers, rcciji von dem
ie sie fch wäS ff 1 S11. ' Kreuzer, der im Hafen lag.
' storbenen aufzwin- 12 VlK" Sie sprangen um ihn herum und
muktk. wikderaefunden. denn sie 'I " '"'"U Nullten vor !ut. und einer uch.
i i rrnnn n iin i : i i ? , .
Krankheit
gen
uuijie ciiuu, vag ie von nun an UNI
jeden Fufzbrcit für sich zu kämpfen
hatte. Riemand würde ernstlich für
sie eintreten, keiner für sie sorgen. Es
galt daher, den tiefen Schmerz vor
den anderen zu verbergen, damit diese
berechnenden Egoisten keinen Nutzen
aus ihrer Äerzwcislung zögen.
-ur verlt sah Regina bei Ihren
vrrlkgrn jon. nuck fckion mit bim 'Jlifffr
.Und dann MamaS Tod Törp schob sich hindurch. .Sechse
die Traucrsachcn und..." , gegen einen! Ist keine ehrliche Sa.
,,Halt, halt!" fiel ihm die Schwe che. Laßt mal ab von dem Lan
ster ins Wort, .ich hab' Tir'doch erst gen!"
gestern zwanzig Mark zu einem Zy. Ein blanker Stahl blitzte dicht vor
linder gegeben. Rolf, ich bitte Dich, seiner Nase,
sei vernünftig. Begreife doch, ich .Langsam, man langsam!" Zwei
kann Dir nichts mehr zukommen las. c,, ,n,m,n .nits.-.
' - I '7 HtjlllU vv i itllll f . . j. - . f , . li'""'g vvii M(l"
bestimm'en Worten erstaunt an und ? ? k ,Ö& mu6J V ten Hera Einer von den Schwarz,
meinte dann verwundert: Pfennig, den ch ausgebe. Rechenschaft nria-cn taumelte nach rechts, ein
.Aber Kind, wer sagt Dir das Mtn ?M. , anderer nach links,
von der geschlichen Frist Ra. so gib mir hundert Emchen mn stellte sich Törp breit.
.. . ' Am 4 , mii tn( (IamIa ... ' '
,er echtsanwalt." "T'f UU " lu" u beinig neben feinen Schützling.
f f. .t. - - I rtrt " ttrttrt MnlP ((viiiiof miim St I . ' f O
.;a t Ihn, denn schon gcspro. . "7"U' .Kommt her, wenn Ihr was wollte
ii ' ' u r I vi,iiin Minnin tM(i in hhM I .... . : . . . .' , .
lu""'. Aber jetzt Hatte auch der Wirt w'e
Mi I mTT4 , ,l M (7Z ..
MC '.UHU U'vUIC 111 UlCJCl lUHUC C
chen?"
Als er Mama Testament aus
nahm, hatte ich Gelegenheit, ihn da,
nach zu fragen."
Ter Oberst schüttelte den Kopf,
Eine gar zu energische kleine Kröte.'
Er strich den dichten Äollbart. der
seinem esicht. das ausdruckslose.
maervlaue Äugen und
vuB,,aj aus Bcsorvcrung emaeyt.
Ter dritte Steuermann wolle nach
Aviaus ver Fahr, noch mal aus
die Schule, und auf diese Weise
würde es eine kleine Aufrückung ge
den. Ta wäre es doch Undank, wenn
er wegginge.
,Tom Pratter paffte mächtig auS
feiner kurzen Pfcife.
.Ist auch Zulage bei der Auf.
rückung?" fragte er und drückte den
rechten Daumen auf die linke Hand
fläche.
Törp antwortete, dafz er danach
noch nicht gefragt habe, übrkgenö'fei
es ,i)n, nicht cie Hauptsache.
Pratter bohrte die Hände wieder
in die Hosentaschen und spuckte in
einem unbeschreiblich schönen Bogen
aus. Aber sagen tat er nichts mehr.
er apitan hatte Tom Pratter.
der in seiner gewohnten nachlässigen
vauung vor ihm stand, ruhig au
reden lassen.
.Sie glauben also, dan Sie daZ.
selbe können, wie Törp?" meinte er
nun..
.Mehr noch."
.Und wollen den Posten haben,
den ich Törp zugedacht habe?"
Ciie werden doch den besten Mann
bfT Mt nefnht iinh Mirs hi IM,
(R!J..1 L I " " -U
nern löplll aus oem Wege seyen. kk, s!, s,,k. k. .sf
f . r cn i . r. r i ix I mv ivmvii ivu i " " " i " "i"
ie zog ihr Portemonnaie, aber statt tcn 0bet t bi yoü ti fen. dafür nehmen." entgegnete Pratter.
des erho ften blauen Lappens druckte s-, .insii,.? .So oebört sick's tnmut -
sie dem Äruder ein Zwanzigmarkstück sj,.sj rxe noA slU bt ,1. Vefcn I .Und der beste Mann sind Sie?'
,n die Hand. htl k .izt und berausaekordkrt Der Kapitän blickte den Matrosen
Ta. nimm, es ist von meinem.ei. hätte, und schworen, dafz der Ale durchdringend an. Pratter zuckte mit
schlaffe Züge auswies einen fält m ?iat rn' mt nm '?& Lohn besehen wurde, doch handgreif, hren Kameraden davon verständigt.
martialischen Ausdruck verlieh. zuxricoen. vis aues georoner u 50 ich wurden sie nicht mehr, und als B sich
Rolf hatte eine abfällige Beinen
kung auf der Zunge: er schwieg je.
doch, da der Onkcl. die Autorität
Familie, sagte:
tigkeit vorgebeugt."
.Damit ,st einstweilen jeder SItti.
Ta hielt der Waaen bereits vor
Reginas Wohnung. Einige Bekann.
te erwarteten die Familie am Ein
gang, um ihrer Teilnahine cm
Traucrfall besonderen Ausdruck zu
verleibn. Wie die guten Freunde es
vorausgesehen hatten, bat Regina sie
oenn auch, öem allen Brauche fol.
gend. zu einer Tasse Kaff, zum
großen Mibvergnügen des Obersten,
der gihofft halte, mit der schönen
Richte allein bleiben zu können.
In der Wohnuna herrschte trok
I
au
Wacholderbeeren, untermischt
lange
Heller
den?"
Rolf küßte ihr galant die Finger
spitzen und empfahl sich sogleich, was Gutes auffahren,
glücklich, wieder einen Toppelsuchs ,n .Bist 'n Jnlese, 'n Enlischmann?'
rcr -tslicne zu yaven. ym soig:en erkundigte er sich.
bald darauf die anderen Gäste. Jeder ie Frage wurde bejaht,
? 11 A w rt "ri i t YYt v twi Min Attl tit t 1 1 . I
UHU lUUj gUUl VyUjlUQ Vlll UUUlU(lI . 4. 1 -...f
terndes. teilnehmendes Wort für Re.
gina. Nur ihr Bruder Ernst sagte.
als sie ihn bis zur Tür geleitete: . .Ich hb abgemustert und
.Nenne mir doch, bitte, noch den n'a?ls roieoergesunoen.
bei
bereits genen Gelde, mehr kann ,ch Dir wirk man für seine Einmischung seinen leiner Wimper. .Haben Sie denn
xn oavon oerjia
um den Posten
kann ich Dir keinen roten sie getrunken hatten, machten sie sich mir bewerben würden?"
mehr herauszahlen. Berstan- unter Berwünschungen davon. Hatte keme Ursache. Ist doch
Torp und der Lange hatten sich meine Angelegenheit.
an einen Tisch gesetzt, und Dörp liek Sind Sie nicht befreundet mit
Ist's auch 'n
einander? Törp hat sich bei Ihrer
Anmusterung a gewissermaßen für
Sie verbürgt."
.Deswegen kann er doch nichts
vor mir voraus haben."
Ter Kapitän winkte einen Schiffs.
jungen heran. .Ruf mir dock mal
W... tY I .-- 1,1 m
nuuy cen ooismann !orp! vesayl er
und beoöachtete dabei Tom Pratter.
Namen des Juristen, der Tich in der Sie sprachen von ihren Fahrten, welchen Eindruck das auf ihn ma
Frage betreffs Weiterführung des Bis Dörp auf einmal dazwischen chen würde. Anscheinend gar keinen.
Haushaltes beraten hat. Weißt Du, warf. .Du, vielleicht kannst' bei uns Törp kam in Eilschritten und
ich möchte mich doch selbst danach er. 'ne Koje belegen. Wir haben unter blieb stramm vor dem Kapitän sie
kundigen. I wegs n iicinn verloren. Er ce Yen.
(sie nannte ,ym die Aorene des oachie iq. .er Alle i t vion :em .fir nalilcher ffreund bi Inn
w. fctf,:v .1,- r.j. I .imt k Nkk,. , r .n . ,.!, . .' . ' j
iiuuimnui, viiiui uciiRu;tti cicu ff)") " OV" ouua. auci OieiCt, 1)1 oer 'ttlNUNg, OstR et
rinanoer. iwtun ctic icuccrnann iq ,ur den Posten, den Sie nächstens
wer. Sie sah mag. und bei dem kann ,ch wieder baben sollen, besser tauat als i
sie auch an ih. was ausrichten, wär's schon mög. und beansvruckt ibn für sick, ffr
441ii I ..... i l - , , -, '!! c t . I .. ' r ' ' I 7- -w-
dem Tinte welkender Blumen rem alteren tuÖ. der yq ja stets im. Bäuchen ronnien wir s ja; erklärte mir weiter auf Befragen.
der Tunst benutzter Essiatücher nicht aütUi eyanen. leine ruge rmoen viui, loenn u yai rag er leine Rücksicht aus Sie zu
. i i niiirsl iiiii na min irnn ir.r? zutrrt . t.i,... i. . . . i . . .ia .
cuu iiuuy (icucc ijcme uia moi
:r geöffneten Fenster eine dumpfe. t Z l" .
hwüle Luft, durchweht von dem die Geschwi,ter kühl von
ifdringlichen Gerüche verbrannler . na seufzte schwer
Zacholderbeeren. untermischt mit mmtü deutlicher, dag sie
verdrängte.
Der Oberst bot den Herren Zigar.
ren an, indem er in entschuldigendem
Tone sagte:
Meine Nichte hat verzeihlicherwei
se vergessen, für genügende Bentila.
tion zu sorgen.".
ie Damen hüstelten in ihre Ta
würde, dafj sie nun trotz ihrer Fami-
Ixe allein dastehen wurde ganz al
lein.
Traurig kehrte sie inS Wohnzim
mer zurück, um zu ruhen und über
ihre Lage nachzudenken. Da trat
aus dem angrenzenden Rauchzimmer
der Onkel herein. Er streckte ihr bie.
nehmen hat. Jeder müsse für sich
gen anheuern.. Habe keine drer sorgen. L-o war's doch, Pratter?'
Schilling mehr in der Tasche.
Und wie ist Dein Name?
.Tom Pratter."
.Dann wollen wir man
gleich
Ganz richtig!" knurrte der Lange.
.Und nun wollte ich Ihre Ansicht
hören, Törp!"
Aber Karl Dörp war wie vor den
schwächer, und Ernst riß galant und n die Rechte entgegen und versuchte
oienslbcslissen auch noch die oberen i'cnwn , nnen mii
Flügel der Fenster auf
Doch als das junge Dienstmädchen
in ihrem besten schwarzen Kleide er
schien, dessen Aermel ans durchsichliq
grobem Tüllstoff bestanden, der die
pralle .yaut der vollen Arme sehen
leidsvollcn Ausdruck zu geben. Sie
ubcrliefz ihm ihre zarte, feine Hand
und fetzte sich auf das schwarzbcklei.
dete, altertümliche Sosa. Ermattet
lehnte sie daS Haupt gegen die Pol.
ster und fragte mit zaghafter Stim
iek. hatten die Herren die schlechte ' die seltsam gegen ihre bisherige
Luft vergessen. Sie nahmen mit 'cherheit avstaq:
dankbarem Lächeln und flirtenden Wünschest Du noch etwas, Onkel
Blicken den Kaffee aus ihren Händen Eberhard? Soll ich dem Mädchen
in Empfang und vertieften sich bald klingeln?"
darauf in eine Unterhaltung, die Po. Ter Oberst überlegte einen Augen
iii:t i :i,i"-eii , I , L . - -
u'ii. ciii:ari,u?es uns oie allgemeine dlicr.
soziale Lage Ztreirtc. den
Die Damen waren weniger schnell te über seine Absichten aufzuklären
3iifi-7.h.w,i.ft.s'U Ct. ..n 1 ii s s.
0" "UM' " Ut uitiuiiu iyi tjaj uiiu Ullll Uüzuoicien. I nnf.
der Travkrdkkoratinn hei V!mn?z I ?n ki, tinUHtnn ms,u-I . uv,
. ' " " VI i. -.v viii.uiw.ivii IUVUUII lntln ,
titiS nSr;. . Su.j; Int :xi r . ti r:.... t.rr... I lUIUlIC,
..iw iliuiiu) viu UUIUJUIUUJCIICH I IU IIIUJI U ItOfl imvcil lßtN. Ha
vermein ocs lanauazen lenstinao. siel fein Blick in den geqenüberhän
aufs Schiff gehen, Tom Pratter, uno Kopf geschlagen, schluckte und schluck
.' . ' LI . " ' .r ' 1. ..W XI. ' . tri .
ie uiiu eracrjie ooq rein xuorr ner
vor. Nur seine Finger preszten sich
zusammen und die breite Brust hob
sich unter stürmischen Atemzügen.
i-oll ich den Fall entscheiden oder
mit dem Steuermann reden."
Cö giuale. Ju?u orps , Für
spräche war nicht umsonst. Die lan
ge englische Spiere, wie der Steuer
mann sich ausdrückte, fand einen Platz t V- Z T-V
auf dem deuten Sckiss. nd wollen Sie das selbst erledigen?"
freute sich darüber mindestens so wie
sein neuer Kamerad.
Er versorgte diesen auch aus sei
ner Kleiderkiste, als sich herausstell
Wenn es dem Herrn Kapitän recht
ist, möchte ich schon am liebsten selbst
Einverstanden. Aber warten Sie
te. dak Nratter sckon reckt ohanUten "lu 1 ".4unfle W
njflf . ' 3 " M' fliegt der Kerl
war.
Tu sollst alles wiederhaben," ver
sicherte die Spiere, und wenn Du
Im geschlossenen Kreise", näm-
lich umringt von der erwartungsvoll
gestimmten Mannschaft, erledigte
vutsi i uuctictjic einen ugen r,;c,,. !,n,. k,'!. 11, um'""""-" 'U""lUi" 'i .iitviau
k. wie er beginnen sollte. Er hielt & Ä? Ä Karl Törp den Fall mit Tom Prat.
Moment für gekommen, die Nich. Ä ? " 5 ter. dem Englischmann,
über seine Absickten aus,tt,,n Z... . ,, , , Es war ein kurzes, erbauliches
kurzes, erbauliches
Bozerstellung,
chens allerlei auszusetzen, wahrend sie genden Spiegel, von dem der verhül.
mit nörgelnden , Mienen den guten lende Flor herabeglitten war. Wohl.
Kaffee tranken und große Quanti. aefällia betrachtete er seine trok der
täten Kuchen ahen.
ergrauenden Haare noch stattliche Er
Biel hatte Törp auch nicht, aber Sckausnikl
. ..3 w it.t I ""iv"-
' ..iiniw iiiiviunil l i trrttt.i. ntni in
warf die staust vor.
und hielt m allem die schützende Dörvs bewährter blikscknetter
Hand Über ihn. Ausfall in aufsteigender Richtung
Bei den Mahlzeiten wollte es emi schleuderte sie ,hm m derselben Se
gew der Leute nicht gefallen, dafz der künde in die kräftig entwickelte Kinn
Englischmann immer zuerst die Fin- lade. Ehe er sich besonnen, hagelten
Unsere für Anfang November in
Aufsicht geuvmmeiik Fahrt nach Sud
Osten hatte sich verzögert. Ter Krieg
nimmt selbst auf die Spender von
Liebesgaben keine Rücksicht. Durch
die grosien Truppenverschiebunaen.
die sich auS dem glänzend bewährten
Hindcnburg.Ludkndorssschen , Plan
knlwtüciken. halte un er LicbeZaaben
Waggon die Fahrt zur Grenze nur
mir reichlichen Hindernissen durch
fuhren können, und als wir ihn
schließlich an der sonst so wenig ge
rannikn und fetzt so enorm wichti
gen Station hatten, von der aus
die Versorgung des Korps mit Pro
biant und Muiution erfolgte, da
erschien der Moment der Bertcilung
wenig guniig
Aber auch diese Schwierigkeiten
wurden überwunden. TaS Glück
war uns hold, die Truppe blieb noch
in den eingenommenen Standauar
tieren. und auf den Befchl Seiner
Exzellenz konnten wir nun in langer
Reihe der Kolonnenwagen unsere
Pakete. Kisten und Ballen der vreu
hischen Garde zuführen, die auf dem
verantw'ortungsvollsten Punkte der
ganzen Ostfront schützend vor den
Milliardenwerten des obcrschlcsischen
JndustricbezirkS alls Bollwerk stand.
Als ob die enormen Schwieriakei
ten der Wege, die ungeheuren Stra
pazen durch Regen und Kälte, durch
Frost und Schnee an diesen preu
tzijchen decken spurlos voruberaeqan
gen seien. Zwar zeigt die .Schat
tierung" des Feldgrauen ganz deul
lich, welch schliinme Zeit durchzuma,
chen war, ober die Haltung, die
Stimmung ist wie am ersten, Tage:
stramm mit einer riesign Brgeiste
rung und mit Humor über alle
schwere Arbeit und Mühe hinweg.
Darum war es uns auch eine
große Genugtuung, daß wir ihnen
die Spenden noch übermitteln konn
ten, ehe die schweren Tage des oro
hen Ringens zwischen Lodz und
Ezenstochau ihre Kräfte zum äutzer
sten anspannten.
Ueber Nacht war Winter gewor
den. Man konnte sich gar nicht
denken, daß der entsetzliche Schmutz
und Kot, der gestern noch auf den
strancn lag, aus einmal erstarren
würde, daß eine weiße Decke sich
liebevoll überall daruberbreiten
könnte, und daß selbst dieser Teil
von Polen einmal sauber, ohne
Schmutz, weiß wie das kostbarst
Tafellinnen in e:nem vornehmen
Burgerhause sich präsentieren würde,
Mit einemmale hatte der Krieg ein
anderes Aussehen erhalten.
Vier Monate währt das Ringen,
Im heißen Brand der Hundstage
ah ich, wie das deutsche Heer in
unendlicher Kolonne durch die Eifel
und über die Ardenncn nach dem
Westen zog. Dann kam der Pracht
volle ostpreußische Herbst mit seinen
berühmten, hellklaren, sonnendurch
glühten Tagen, und jetzt schreiten die
Millioncnheere über die weiße Schnee
decke. Nie werde ich das Bild vev
gcssen, das sich mir bot am Abend
des Bußtages, dicht bei einer kleinen
polnischen Stadt, m der das Gene
ralkommando sein Quartier bezogen
hatte. Sanft stieg das Gelände vor
uns an, wenige Sträucher und
Baumgruppen unterbrachen die weiße
Flache, auf der sich schwarze Punkte
und Linien bewegten, nach dorn,
zum Fuß der Anhöhe. Dort sah
man die schwarzen Flecken ausgeho
bener Erde, in der sich die schwere
Artillerie verschanzt hatte und jetzt
ihre Feuenchlunde gegen die heran
rückenden Russen richtete. Blitz auf
Blitz und Knall auf Knall folgte,
immer wieder flogen Granaten und
Schrapncllgessse über die Höhen
in die russiic' Infanterie. Nicht
mäßigen und sicheren Haltung ohne
hin unsympathisch war, fuhr beson
ders bissig auf:
.Regina, wie kannst Du nur bei
dem Modchen ein so herausfordern
des. geradezu frivoles Kostüm dul.
Tanke Elfriede, in ihrer Sviken- fckeinuna. .Wirklich." dacbte ,? fr? I Set in der Schüssel hatte und sich die von oben wuchtige Hiebe.
Haube mit den flatternden Bändern, sich, die Sechsundfünfzig sieht man Süßten Stücke herausfischte. ' Eine verzweifelte Gegenwehr. Dann
die nörgelnde alte Tante Eisriede, mir noch nicht an." Dann musterte Dörp entschuldigte es damit, daß hatte der lange Spiere" seine or
der Regina wegen ihrer stets gleich, er seine schöne Nichte und schmunzel man dem Neuen doch ansähe, wie er dentllche Prügel weg.
ie. E,n feudales Weib! Ganz sein "letzter Zeit aus fchmale Kost ge Der Kapitän und der erste Steu
Typ! So begann er denn, gerade W gewesen fei. Wenn er sich erst mann besprachen das Vorkommnis,
auf sein Ziel lossteuernd: hcrausge uttert. wurde er schon mcht , W-H. m-, . . . onn
WW d!.s (.,. -. ff Wm . ÄS, 'b!Än,unS
iypen Anrede vermochte er auch in Mit körperlicher Schwache wurde greif Hdt zu machen, daß er ein
diesem Moment nickt flb,uitcirfitt es seitdem auch im stillen bei Tom niisn,!.,. m
den?! Sie sieht ja aus wie eine .liebes Kind, fasse dock ein w,ni Pratter entschuldigt, daß er sich bei w. w hnlu-A wah. J; lL
Dame vom Theater. Ich begreife Vertrauen ,u mir und sei nickt im. der Arbeit niemals vordrängte. iW h,rrtw 'L f5t:r. rv
Dich nicht. Hast Du denn schon iedt mer so selbstsicher, so " ,r ?n dern tunlichst die anderen schaffen ,inmni tn v, x,!, Lu..L
kein Interesse mehr an der Reputa nach einem schärferen Ausdruck ließ. Der arme Kerl konnte eben srn n. verstehen und was ihnen
tion des Haufes Deiner verstorbenen so männlich: das ist für eine junge nochnicht, wie er wollte, und man imponiert ist nur ihre Art und
Dn.'i" c. '.r tt nrifff fii ZK i,, nrrtV,.V9 . ' ' .. . ''
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Regina hatte an alles andere eher .Ich bin eine Frau. Onkel Eber der Karl Dörp. der mit dem Man ein schlimmere Sorte als ki, k,s
als an die Spitzcnärmel der Magd hard. Du vergißt, daß, ich bereits nt den er an Bord gebracht und Tom Pratter. die ihre brutale Eigen
gedacht. Und da ihr das Mädchen fünf Jahre lang verheiratet war" empfohlen hatte, auch keine Unehre sucht nicht so offen zeigt sondern
am Morgen versichert hatte, sie wüt. sie seufzte leise und fuhr dann fort anlegen wollte. hinterrücks auf ibren Borteil las.
de ihr schwarzes Kleid anziehen, so und daß ich mit der mühsam er Pratter nahm es schon hin. als geht."
war ihr natürlich nicht der Gedanke rungcnen Freiheit zu einiger Selb
gekommen, daß Emma den Kaffee in ständigkeit gelangt bin."
piimrmem icroieien wuroe. Eine l??ortsekuna folat
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unmoralisch und verdammenswert er
schien.
wäre es nur ,n oer Krönung und link k-. r, rw...
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za, als man räum acht Tage aus mann.
f?r:"rZ .?urrl,ch..er in Sie sind zu lange damit durch
TZ1 '". gekommen, und kennen alle Schliche.
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n kK' 1 8 "wV" ,m Kl" .9m Aieneoeir ' i lvurvkk Sie mir. bei gründlicher Anwendung
nicht geiahrdet. ' ' ius.' ' Der. konnte vor Verblüffung zu InoL d.enesten .Erfolg
weit vor uns standen hohe Offiziere
und beobachteten die Zufuhr der
Munition, und hinter uns kochte
und brodelte es in den fahrbaren
Feldküchen, die nach Eintritt der
Dunkelheit an die Schützenlinien her
anfahren wollten, um dort warmes
Essen den Kämpfendcn zu bringen.
Solch ein Bild habe ich schon ein
mal gesehen. Das war in einer
Ausstellung des berühmten Meisters
Wercschtschagin, auf dessen Schleich
tenbild genau solch graue, trübe
Stimmung lag, solch schneebedecktes
Gelände sich einförmig weilenweit
hinzog, und wo Kolonnen im gleich
mäßigen Schritt ihre Ladung zur
Front brachten.
Wir saßen in einer kleinen Sand
grübe, dicht neben einer Mauer, zu
unseren Füßen brannte ein Feuer,
an dem wir uns wärmten. Neben
uns in langer Reihe, schön zusam
mcngestellt die Gewehre, darunter
ausgerichtet wie auf dem Kasernen
Hof die Tornister. Es waren Gar
disten, die zwei Tage lang im
Schützengraben gelegen hatten, die
den nächtlichen Ansturm der Rus
sen erfolgreich abgeschlagen hatten,
und die nun zu wohlverdienter Ruhe
ins Quartier kommen sollten. Sie
warteten hier auf Befehl zum Ein
rücken. Wie schmeckten hier jetzt
nach den Strapazen die guten Ma
nolizigarettcn. die für ganz bcson
Falle uns liebenswürdig, zur
Verfügung gestellt waren, und die
mit Andacht geraucht wurden.
I wie etwa die Friedenspfeife nach
k?MdM Kampf im Indianer.
lager. Man erzählt sich leise
viel wissen sie nicht zu sagen vom
schweren Kampf, dein Ansturm der
Russen, alS fast schon etwa All
täglichem; ihn abzuschlagen, die der
dämmte Pflicht und Schuldigkeit.
Und während wir och leise sprechen,
tönt es lauk über die Mauer her:
.Batcr unser, der Du bist tm Him
mel",.. Wir sitzen an der Fried
hofSmauer. und wenige Xkks fcwt
uns haben 'die Sanitäter den Ka
meraden den letzten Liebesdienst er
wiesen, die in den Kämpfen der vor
aufgegangenen Nacht den Heldentod
fürs Vaterland starben, und die jetzt
bei sinkendem Tag auf dem kleinen
Friedhof der polnischen Stadt ihre
letzte Ruhestätte finden.
Ta schweigt da'z Gespräch für
wenige Minuten, und dann sagt
einer ganz plötzlich: .Haben wir
nicht Bußtag heute?" Das stimmt.
daS war am Bußtag, aber keiner hat
daran gedacht. Ter Krieg kennt we
der Festtag noch Werktag. Feiertag
oder Bußtag. Da geht des Dien
stes ewig gleichgestellte Uhr in schwe
ren Schlägen Stunde um Stunde, da
givtö kein Feiern, kein Rasten, wenn
es die große Sache erfordert. Da
kennt man nur das eine Gebot: seine
Pflicht tun bis zum letzten Atemzug.
Auf unserem Heimweg fahren wir
an lingen Zügen russischer Gcfan
gener vorbei. Voran wird ihnen eine
Fahne getragen, und sie marschieren
ihr nach, der Grenze ,u. der deutschen
Grenze, ober nicht so. wie sie sich
das gedacht haben, denn die Fahne
trägt ein preußischer Gardist, und
die Offiziere, die hinter ihr gehen,
sind in der vergangenen Nacht acfan
gen worden. Sie schliefen, als die
Preußen in ihr Haus kamen, und
waren nicht wenig erstaunt, als die
Blendlaternen der Gardisten sie er
weckten. Die Fahne, ein Bracht
tück der russischen Armee, eine der
wenigen -ganz eten Kcsakenfahnen.
die es überhaupt gibt, wird wohl
im 'Zeughaus ihren Stand haben.
Und die hinter ihr hermarschierten.
ind vielleicht aar nicht so böse, dak
das Schicksal sie aus der russischen
Front in die humane preußische Ee
fangenschaft geholt ' hat. Wie selt
am sehen doch diese Zuae russischer
Gefangener aus! Ich fuhr an einer
Kolonne vorbei, die etwa 6000 Ge
fangene zählte. Da war die aan,e
Auslese der russischen Armee der
treten, von der feudalen Garde aus
Petersburg an. über die recht schnei
dige Artillerie, die blutdürstigen Ko
saken mit ihren kurzgeschorenen
Lammfellmützen sie haben sich
schon wesentlich gebessert die Kosa
ken, seitdem sie wissen, daß ihnen
bei uns wenig Pardon blüht
und dann Männer aus der Monzo
lei, Tfchungusen mit Mutzen aus
langem Ziegenfell und Sibirier und
Tscherkessen und Kalmücken mit ih
rein kapeartigen, ärmellosen Mantel
aus flauschigem, rauhem, heimatlich
gewebtem Stoff. Gar vielen war
wohl, als die preußische Eisenbahn
station erreicht war. Für sie hat
der Krieg ein glückliches Ende ge
nommcn. o denken viele. Da
kamen eines Tages auf einer klei
nen Grenzstation fünfzehn Mann
russischer Infanterie chne jede Be
deckung an und meldeten sich beim
Bahnhofskommandanten als Gefan
gene. Als sie der Kommandant frag
ke, wer ste begleitet hatte, antworte
ten sie: Hunger. Sie haben ihn
nicht verstanden, was er von ihnen
wollte, aber die Antwort, die sie '
gaben, war richtig. Hunger war
hr Begleiter und der Antrieb, der
sie den deutschen Barbaren" in di
Wer den Schaden
hat .... .Warum so traurig,
lieber Freund?"
Theaterdirektor: .Mein neue?
Stück ist ausgepfisfcn worden. So
gar mit faulen Eiern und mit Obst
hat das Publikum die Schau
pieler bombardiert."
hat Dein Stück
einen Bomben
Na. dann
doch immerhin
erfolg gehabt."
Ein anderer Ort. Nich
er: .Also Sie behaupten, den Ange
lagten beim Weindiebstahl in fla
granti ergriffen zu haben."
Äeuge: .Na, dos hab i not ke
hauptct. dös kenn i überHaupts nöt.
hob gsagt, i hob'n im Keller ergrif
en!"
Stilblüte. . . . Schließ
lich gelang es den hungrigen Touri
ten, Butter. Bror und Schinken auS
dem Bauern herauszuquetschen.
Unüberlegte Annonce.
Hundefutter ist immer zu haben im
Restaurant zur Grünen Kugel."
Neues von Serenissi
m u s. Krndcrmann: .Möchten
Hoheit sich nicht einmal .Die lustige
Witwe" ansehen?"
Serenissimus: .Nee, danke! Soll
alte Chose sein. Mir versichert wor
den, ist derselbe, wag man früher
Maria Stuart" nannte."
mni!(j,.lr:...t.i.
ViuiU(i i uj t i j n u
ge. Warum müssen die Russen
Hindenburg dankbar sein?
Antwort: Weil er stets für ih?,
.Fortkommen" esorat hat! ' .
'
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