Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, January 27, 1915, Image 2

Below is the OCR text representation for this newspapers page. It is also available as plain text as well as XML.

    .
; ,? v.- ... W v
Y
ificMtm Wsn
p
UUS
v ihfÄflft
c
,37 u vv
-yr V y V V V - T" -w w t " k
e
2tyJ
. 'Z'". Ws'jj. sr. s.. ".-'S-i?'-f""-S'''f'-S-.-,ir'
r- . ..!.. .v..,,k.. ..-..-r--rw-r-r -,f -t'-i- :t' -f f :r r ?. :t ?- t c- i r .-s. :r :? ; :v ;i . w ww-w v.
änrrr?::i " " -
m iiiiijiii ii m..i ) im " ii i , , ,,,,, a A M, k. sfLfc &k M lk P
Mt1 1
"V
W - - m I.. ! fl MsÄ x. fTw
j&fs
V X
fTte rl f
'1 Bw WH
V
A3T 9
tt
i.. " I lösten die deutschen Soldaten mi, sicherem , M .
A
V Iv WUj
Ihlt4tttt A
lUtttt
t.1
.V
fciH
V
!)
tftitiijüjfi!
V'3 zur 2Uanu
Der trglc Abschnilt der Kriegs Eteig
nisie in frniiziifiichrr TarstkLung.
Die Vertreter der franz?ijfen Presse,
d'-k jüngst eine Ziehst auf den Jitiesti-au
fiel gemaöit fcabtn, Kuk'trn rcn Seiten
t franiöjiiJvn fcinttraifuti eine Stt
derung der iU!f.b.nif;t bii zu den
Schlachten an der Warne. T-ie Tatstel
Iuna i't natürlich ückt tlnfeilia. tat ober
uey für deuts.be Leser Interesse, die, im
,'ieq.nsaS ?u fniuLfifÄtu Lesern, sich
'cltft ein UklHlil taten treuen, iit u
'ornnunfieaar.o benchitt Den fielen beut
chen Armeen, die gegen Belgien und
Frankreich marsctirt feiert, stzrend d
c.tte Ärrn unter General 6. Teimling
im fflfafi operirie. Zuerst kamen d',e
Franzosen mit bet f;4;ten teutsert Hu
rr.tt unier dem ftror.prinjen ton Bayern
in Fühlung. (51 entspann f.ii jtoiseben
l'f.'j und den Versen eine e!,lack,t. die
die Fiünzeftn als 'die C'Iaclt von 1'!
Siiuzea bezeichnen. 2 et banerisäze Ären
xrirz restf den F::nd. und die französische
Linie d?g sich fci zur Wesel und bet
Wortagne ein. Tie siebente beutst: Ar
inee. v. Heerinez!N. besetzte den Tonon.
Der zweite Jtcntait fand cm 23. August
rr.it der vierten sHe'zcz von Württemberg)
und mit der fünften (teutscher Jirer.
prinz) Armee ficti. 2er Herzog Stiert
vsa Württemberg fcorf den Feind auf die
Gerr.oil zurück (Zchdcht von NeuZteau).
2ann belagerte der Kronprinz Longwq
und versueöie. in die Nähe von Veidun zu
gelangen. Ter zweiten Armee, v. Büle.
und der dritten Vrn:ec. v. Hausen, gelang
die Ltteinigung. wek die allgemeine SZuck
lrertSSemec-unZ der Franzosen zur Fzlge
tiiit, Tie erste dieser siegreichen Armeen
tatte in der Zihtt von Charleroi die
Combre. die zweite in der Cckilacht von
Tinant die Maas überschritten. Nach
Ansit der Franzosen wurde die Schlacht
von Charleroi tbeilweise durch den Anprall
dr ersten deut,chen Armee, v. Kluck, ous
':lt englische Armee Zwisten ÜKaubeuge
..d Mons zu Gunsten der Armee v.
:3 entschieden.
Nach diesen sch'rerm Niederlagen zog
k die französische Linie mit dem 2nt
Mnn Lerdun nach dem Süden zurück.
Talei konnte sicb die Armee de Caftelnau
halten und verhindern, daß sie zu sehr
nach Süden gedrängt wurde. Ebenso
hielten f.ch die Franzosen bei Verdu und
in Argcnnenwald. Tie französische Ar
meeleitung hoffte nun, dasz sich in der deut
sehen Linie Lücken ergeben würden, wenn
sie ifcr Truppen über die Aisnelinie aus
die Marne zurückzog, v. 5Uuck vereitelte
durch die Marschleisiungen seiner Armee,
die such von den Franzosen als wunder
bar bezeichnet werden, den größten Theil
d.J französischen Planes. Es gelang der
Armee . Kluck. den feindlichen Flügel zu
umfassen und die Engländer s vor sich
ter.nitreiben. In dieser Zeit schloß der
General v. Lülow Maubeuge ein und ge
wann die schwierigen Ceklachien von
Cuisc. v. Kluck trieb die Engländer nörd
lich von Saint-Quentin zu Paaren. Tie
Encländer begaben sich uf eine wilde
Flucht, die erst bei Coulonnier n der
Marne ein Ende fand. Am 31. August
siegte v. Kluck noch bei CombleZ. Unter,
dessen warf der General v. BüloA die
Franzosen bei Saini-Quentin zurück. Ter
General v. Haulen, der die Lücke von Chi
may passirt hatte, trat in den unentschie
denen Kampf von Reihe! ein. Ter Her
zzz von Württemberg überschritt die Maas
bei MeziSres und Cedan. und seine Ar,
zr.ee traf auf dem Schlachtfeld von 1870
mit der des Teutschen Kronprinzen zu
sammen. Ter 'Kronprinz hatte im Osten
Longwq genommen, war dann aber zuerst
bei Montfaucon und im Argomienwald
eufzchalten worden. Ter Kronprinz von
ßamn und der General v. Hecringen bat
tnj Schwierigkeiten, ihre Armeen rormärtZ
zu brinaen. Tie Erfolge der Kluck'schen
linee hatten die Bildung einer neuen
frnzss-schen Armee unter dem General
Maunourv. die Sommc-Armee, nöthig ge-
macht, der nun die Aufgabe zufiel, den
deutschen Vormarsch, koste ti was es
. wolle, zum Sieben zu drmgen.
Man begreif!, dak die Teutscken sieges.
trunken waren.. Tie Linien der französi
fchen Forts Hirsen, les AyvcÄes, Conds.
La ffre, Laon war von ihnen ohne
ö'kampf durchbrochen worden. Maubeuge
war eingeschlossen und bedroht, und am
,1 September überschritten die Teutschen
die Aisnelinie und rückten gegen die
Marne. Dabei machte die Armee v. Kluck
den großen Wogen und legte zum großen
rsiaanen der Franzosen täglich mehr als
r.0 Kilometer zurück. Schon zeigte sich die
deutsche Kaöafierie vor den Thoren selbst
der französischen Hauptstadt. Doch Paris
konnte nickt eingeschlossen werden, ss lange
die Worne-Armee nicht geschlagen war.
T'e deutsche äuszerste Kctte schwenkte nach
Osten und marschirie über Nanteuil-le,
ttnufcoht Meaur. oeaen die Marne. Nun
fttzte der General Jofsre mit feinem groß
o"eleg!en. aber durch die Tapferkeit der
Kluck'schen Truppen und das große oe
fick ihres Führers vereitelte Einschlie.
ßl'ngsmanöver ein. Der General Sarrail,
stützt auf Bndu und die Höhen der
aaZ, wandte sich nach Westen und vcr.
suchte, den linken. Flügel der französischen
M?ti.-l"n?vxe zu umfassen. Der General
de Langlere Cary. der sich im Süden von
VUrn-le-Francois befand, wandte sich
n'ch worden, rechtwinklig zur Armee des
C!;r.rtaI3 Sarrail. Zu seiner Linken kam
der tteneral Fch vom ?amp de Mailly
hk ich Szanne, ekenfakli mit Front
nach Norden. Zu seiner Linken der Gc
n.rel Franchet t't?:::!z rn T'za!i,ie
na Coulommick. dann Äeneral Frcnh
niil der englisckien Arm vcn ploininier
nach lkresiy'eN'Ärie. und endlich im rech
I n Qintel z dikke, von 'worden nach
Tiiben mit Frontg'gen Osten oufg?stcUt,
(iknct-il Waunourn, der sich aus das be
sjiigte Lager Pari! fliifcte und in eine
besondere Lchlacht eintrat, die die Snla
am Ourcg genannt wird. Die Schlacht
hat die Umgehung und Vernichtung der
jtluck'schen Armee zur Folge fyilxn sollen,
2ie fand hauptsäctlich auf der Front
?arcd, Cregn, Meanz kinerscits und aus
der Front Lej, Acy, ?tavigny anderer
fei! statt. Ali die Ärmee v. Kluck von
ttcneral Lama. an, C. September in der
rechten ?y1an?e ana'qriffen wnrde. drehte
sie sich rlctzkich. Tät vierte deutsche Ar
meecorp ir".nd!e sich gegen Westen, um
den französischen Vormarsch om Ourcci
auszukaltm. Am 7. September überschriil
düs zweite deutsche ssorx! in Eilmärschen
die Marne und dcn Curoq und- kam dem
vierten deutschen llleservecorpt zu Hülfe.
Test zweite Corxt hatte sich von den Eng,
landein losmachen können. 3er Norden
kamen nun noch deutsche Landwcdriruppen
hinzu, und ss war die Armee Maunonrn,
die v. Kluck hätte einschließen sollen, plötz
lich selbst umzingelt. In Auiodroschkcn
und allen möglichen Fuhrwerken schickte
die Pariser Lcrtbeidigunetteitung Trup
pen zu Hülse. Tie Armee Maunourk, litt
fürchterlich. Schließlich bekam sie Luft,
weil inzwischen an anderen Punkten eine
Wendung eingetreten war. Bei Vitrtp.k
Francsis. bei aint.Sondk und Esternay
waren die deutschen Truppen weniger,
glü,eklich gewesen und zogen sich durch '
das Thal der Ource, langsam auf
Soiffons zurück. Wäre daZ Khick'sche
Manöver völlig geglückt, so hätte dai
wahrscheinlich den Zusammenbruch der
ganzen Feldarmee bedeutet. Ss verhin
der v. Kluck die Einschließung und
brachte dem Feind sehr empfindliche Per
lu sie bei. zwang ihn soaar auch, einen
Theil der Besatzung von Pari! zu opfern,
Jos'ee selbst hat sich sehr anerkennend über
die Leistung der Teutschen ausgesprochen,
wie denn überhaupt aus allen Aeußerun
gen des französischen Genera lstabs hervor
gebt, daß er genau weiß, mit welch' tüch
tigern Heer und mit welch' großartiger
Führung er eZ zu thun hat.
Natürlich wollen die Franzosen nicht
gelten lassen, daß der Rückzug von der
Tarne ein firatezifcheZ Manöver war.
wenn sie auch zugeben müsirn, daß das
ganze Wanöoer steh in der größten Ord
nun; vollzog. Sie sagen, die Armee v.
Bülow sei von General d'E-pereY. das
deutsch Centrum von General Joch und
die Armee des Herzogs von Württemberg
rom General de Lang'e de Eary zurück
getrieben worden, während der General
Sarrail. immer gegen Westen gewandt,
die Armee des Teutschen Kronprinzen
verhinderte, bie französische Rechte zu um
fassen.
Tie deutsche Kriegsgeschichte wird die
Vorgänge einmal endgültig aufklären.
Jnisreffant ist. daß jezt schon aus den
sranzönschen Zusammenstellungen hervor
geht, daß die ganze französische Armee
nur durch das Aufhalten der Armee des
General Maunoury vor einer Katastrophe
behütet wurde. AIs Veleg dafür, daß
euch Jofsre dieser Ansicht war. kann der
Tagesbefehl, den er an die Armee Mau
noury richtete, gelten, und der indirekt auch
eine Ebruna der deutschen Armee durch
den feindlichen Feldherrn ist: Die sechste
Armee hat während fünf Tagen ohne
Ruhe und Unterbruch den Kamps gegen
einen zahlreichen Feind durchgehalten, des
sin Moral durch seine Er?olge autge
stachelt war. Ter Kampf war hart, die
Verluste durch das Feuer, die Ermüdun
gen infolge Schlaflosigkeit und manchmal
infolge Nahrungsmangels, haben Alle!
Übertrossen, was man nct) rotneuen
konnte. Ihr habt Alles mit einer Tapset
le.it, Festigkeit und Ausdauer ertragen, die
durch Worte nicht nach Verdienst gerühmt
weiden können. Kameraden, der Höchst
lomandirende hat im Namen deS Vater
lande von Euch verlangt, daß Ihr mehr
als Euere Pflicht thut. Ihr habt mehr
gethan, als möglich schien. Dank Euch
bat der Sie unsere Fahnen gekrönt.
letzi, wo Ihr die ruhmreiche Besriedi
gung kenni, weroei yr uq um
endgültigen Siez nicht entgehen lasten.
Wenn ich einiges Gutes gethan habe, so
bin ich dasur mit der höchsten Ehre mei
ner Lausbahn belohnt worden. Leute wie
Euch zu kommandirm. Mit tiefer Bewe
gung danke ich Euch für das. was Ihr
gethan habt. Denn Euch danke ich das,
worauf feit 44 Jahren alle meine An
strengungen und alle meine Energien ne
richtet waren: die Revanche von 187.
Tank Euch allen und Ehre den Kämpfern
der 6. Armee." Man sieht, der Optimis
mus des Generals Jofsre geht doch nicht
so weit, von endgültigen Siegen zu spre
chen. Das überläßt er den Pariser SW
benstrategen. Aber er legt ein werthvol
leZ Geständnis dadurch ab. daß er uns
zugiebt, daß die französische Armee und
ibre Leituna stets an die Revanche dach
und sie hetl 'lehnte. Das wird die fran
zosischen Ptiker aber nicht hindern, wei
ter zu behaupten, Deutschland habe das
friedfertige Frankreich überfallen.
,!
. '
1
, A '
"'
-i m"'
c y
: j '
.r
'T
Y
' l
t
i
. ?
r,- "
.
.
7 1
'.3'.
,.' '
" j
!, 1A?, . -7"TW T. - i , .
' - :7(v,v
VT ? i - i
. ' .r k k .1
. -i T.- 'tCj - f- '. . i i
' l- V-:, - ;."LV-,V-'q-- '
. fVv -;Vr. - j'v-V .
' H. V, - ' , " ü " ' i V - , ' ' i
" - . '
' ' .
,' ' . ... ' t , , -f . . ' - ., ' ... .-
.. , .
ErubertkS franzSsische Panzcr.Rutomobil.
Schnitt die kupsernen FührungLeinge ab.
in die die Ziige der feindlichen jianoncn
ttefe Nilim kingkgraben hatten. Und die
eljasstjchen Mad,1xn tragen jest Mit freu
dig'in Stolz diese schlichten ttupserringk
als Armländer, die sie ltzt in ten llaaen
bet Kämpfet an den Lietsle. Gallen tfri
Bruder mahnen und die sich lt heilige
EriiiNkkilnq an die Opfer den 1914 in
den Iimilien forterben werden.
' . '
Russische ?,isrklio,,ökrankl,eilrn
UZekannltich st'hen die gesiindheitlichen
glgkk
T deutsche Fr5mm.Mt.
,2aS ist'?, wt ,s schlt". sagten di
Franzosen.
Von einem Feldzolttedienst ans dem
lo!hri,iischen Kricgt!ckaplad tzielt Sa
bajin .lienda im rrnale b'oialia" ine
Xsl oldgkld der Fcldiruvven.
Ter F. L. A. erhält folgende bemer
kcnktverthe Zii'chrif::
,Jm Felde. 22. Tezenirer.
Zur Fra. der Nutzbarmachung unserer
GolLbekände für tie Rächtbank sei n
gekührt. daß auch die Trnppcntbei.'e und
Mannschaften im Felde nicht- unerhebliche
Mengen Goldgelb abgeben können. So
sind in der von mir geführten leichten
Kolonne von rund l:) Nspscn aus die
erste Anregung hin 270 Mark undbki
nockmalizer Erinnerung weitere 4SO Mark
in Gold zur Versendung durch die Pcst
abgeliefert worden, da mancher geglaubt
hatte, sich einen NotbgroschkN in Gold
aufheben zu müssen, rhne daß dafür Le-
darf orlaa. Au 3 bei werd außerdem
die Soarthätigkeit und der Sinn für Un
terstützung der Angehörigen getordert.
wenn die Mannschaiien z. B. beim Löh
nungZaxpcll regelmäßig Gelegenheit er
ballen, durch die Truppe ihre kleinen Er
sparnisse zur Post geben zu lassen.
Ihr ergebener
v. H e y e r. Hauptm. u. Kolonnen
Zommandeur, Kais. , Reg.-Nath.-
Pm Musketier zum Leutnant."
In der deutschen Presse mach kürzlich
eine Erzäklung Aom MueJetiee zum
Leutnant" die Runde: auch wir geiben sie
wieder. Tie Geschichte hat. wie aus ?cr
lin berichtet wird, der .Leutnant" Otto
Fricke erfunden. Leider bat die Kri
minalvvl-zei seinen weiteren Heldenthaten
setzt ein rühmloses Ende gesetzt, indem sie
ihn verbas. Alle seine T baten sind
Märckien, fein Ruhm eitel Tunit. und
seine Vergangenheit ist brüchig, wie ein
durch ein 42-Zentiireter-Gcschoß getrofse
lies Fort. Flicke ist früher in Fürsorge-
Erziehung gewesen, wegen Eigenthums
Vergehens vorbestraft und har auch sonst
auf krummen Wegen g'ir.andeli. Tie
Neukölner Kriminalpolizei nahm den Hel
den jetzt gefangen und setzte ihn fest.
. '
Ein luftiger" Krankenwagen.
Bei den Kämpfen an der ungarischen
Grenze wurde ein Soldat von einem toll
wuthoerdächtigen Hunde gebissen. Eile
that noth. Ein Krankenwagen oder Kraft
wagen war nicht zur Stelle. Was that
man? Man setzte den Soldaten im eine
Flugmaschine und schaffte ihn auf diese
immerbin unaewöhnliche Weise ins Pa
steurinstitut nach Budavest. wo er sich jetzt,
dank der schnellen Hilfe, außer Gefahr
befindet.
Pa. lrnti TelearadSenbeamle beim
Heere.
Von dem Personal der Reichs-Post
und Teleerrapbenserwaltung wurden bei
der Mobilmachune, 11,200 Beamte und
52,50 Unterbeam zum Kricisdienst e,n
gezoaen. Außerdem wurden. 3310 Be
amte'. 1070 Unterbeam und 1030 Po
stillcne zur Feldpost kommandirt. Beim
Etappen-Telegraphendienft haben Z20 Be
amte und 620 Telcgraphcnarbeiter Ver
wendung gefunden. Ohne die zum Land-
stürm Eingezogenen hat demnach tue Pon
Verwaltung von ihrem Personal nicht e
niget als 71,230 Beamte. Unterbeam
und Arbeiter für den Kriegsdienst abge
gcben. .
Sie an mich gerichtet Koben, und danke
dr Jugend, die sich hier so zahlreich und
begeistert versammelt tat. Mir gebührt
aber nicht der Tank für die Erfolge, dit
wir gegenüber den russischen Feinde er
rungen haben. Ich bcbe nur dn Narn'N
dazu bergtgeben. Tcr Tank gki.übrt
Gott dem Herrn, der uns immer gi ä
diglich behütet hat. der uns auch fernerhin
Müten wird, denn er kann uns nicht
plötzlich von seiner Laterhand loslassen.
Er gebührt dem Kaiser, der mir deiZ
Tie isnken in dcn Rarvalhc.
Nach Aussagen von in den kowinaer
Karpathen gemachten russischen Gesänge
nen verwenden bie Russen in ben Karpa
ihenlämpfen besonders Kosaken, was eui
Gründen mtiitsrisedcr Natur und darum
gfliimhi, weil die Kosaken am rücksichls
losesten und im Ertragen von Strotzen
am ausdauerndsten sind. Ta in Folge
der in den Kirpatöen sür den Train be
siebenden groben Tchwierigkeiten die Ver
pflegung dicket , wünschen übrig lap.t
Vertrauen geschenkt tat, nach meinen Plä gch die Soldeniahlung unr.',vl
nen zu bandeln, den IH 1 1 a t p e 1 1 1 r n
und Gehilfen, die unermüdlich Tag und
Nacht geholfen hoben, das sctiwcre Werk
zu vollenden, bor allem aber unserer
tapferen Armee, die in selienet
Ausbauet mit unvergleichlichem Muth und
Tapferkeit meine Gedanken verwirilich!
bat. Tie kühnsten Pläne nützen nichts.
wenn man sich nicht auf ein durchgedil
detes, in fester Mannrsiucht s!ckndks.
von Vaterlandsliebe und Kvnizstreue er
füllteZ Heer verlassen knn. Ich sehe ge
troli in die Zukunft Gott der Hert wird
uns einen ehrenvollen Frieden schenken.
Nochmals herzlichen Tank."
...
Weihnachtcgrnsi dcs SnigZpaares.
M ü n ch e n. ?L Te-ember. Tas KZ
nig?aar hak den bayrischen Truppen im
Feld nachkehenden Weihnachtsgruß ge
fernst: .Zum Weibnachtsfest gedenke ich
ganz besonders herzlich aller meiner lieben
Landeskinder, die fern von der Heimeth
vor dem Feinde stehen. Ich gedenke ibrer
mit Stolz und Tsnk in vernauenSvoller
.i... r.n v.c :(.. k..L.,, q i .1 .
,lIr'II, Lüg lljl. l'lllliuur.;i.
maßig ersolsie. begannen auch die Kosaken
in der letzten Zeit zu murren: auch sind
viele von ihnen wegen des Stickfals
ibrer Heimath beunruhigt, da sie trotz der
st rennen Geheimhaltung, erfahren, daß
die Türken in d'n Kaukasus eingedrungen
sind. Tie Kosaken plündern trotz des
streng'n Verbcti überall, weshalb viele
von ibnen oebanzt wurden.
Wel'ogkn's Kreuz.
Ernst v. Oskzrze. der unlörai zum
Haurtmann der Landwehr b.'ördert
wurde, bat eine weitere Elruuz crsahren:
er erhielt da5 Eiserne Kreui.
. ' . '
Unehrliche Wassrn.
Generalarzt Korting schreibt:
Fahrten durch da Gelände.' s erzählt
der Italienis.be Ziorre.'pondent. .Ikas Ich
dn seltsamsten aller sZelt-ptte'gkr, den
man aus einem Cch'amise'.dt nur sinden
kann: Den Prinzen Max von Sach
sen. den Tauber d't Kcuigt Friedrich
August. Ter Vri.iz stell beute alt Ne
gtment!k,'p:i'.n im Felde. Er ist immer
dort zu finden, wo die Schlacht am stärk
ften tät. Kürzlich laä er in der Kirche
von Epiual, wenige Kilometer von der
steuerlinie entfernt. 'ei! Zierliche Messe.
IZmmer nähre kam die schlackt, und die
SchrapiikUi bezannen ihren Eisenhogel
über tie Kir.ie regnen zu lassen. Ea,,vg
waren zwei Kirchenfenster von Spreng
stücken zerlrünimert: aber Prinz Mar las
ruhig seine Melse zu L.ide vor einer Ge
tneinde. die so ruhig r.d unbekümmert
war. nie er selbst. Auch untcr den sran,
o'ifch-'n fl'fir.i'n'n und verwundeten
Soldaten erfreut ft 6 der Prinz unde
grmzter Vsttstkumlichteit; Nicht nur we.
gen der HilZberii!f.h't. mit der er sich
jede! Verwundeten annimmt, sende, n
auch delbeilb. w.il er stitZ bereit ist. durch
die Vermittlung keiner Freund in der
Schnee: d'N Fzmilienana-! ör'n in
!?!ack richtn über das Befinden
d-icn zukommen zu lassen. Ich
Vor mir
liegt tie Spitze eines französisch? :',,an
kriegescZ'ossei
ihret Endes
Sie ü! 1. ?,tin. unterhalb
mit einem Melier oder
Stemmeisen a!?ekchnitten. Lose zusam
wentängend. traf dieses Gischoß ei?en un
serer Soldeten am Rücken, al, er sich in
liegender Stellung bk'snd. In der zuroe
trenn sich das ab,z.sch,iiitene Stück von
erfüllung von Erfolgen gekrönt sein wird.j dem unteren Ende des Geschosses. Letzte-
die die Gewähr dafür bieten, daß künftig
Niemand mehr es wagt, die deutschen
Weihnachtsfeiern zu stören. Ludwig."
.Vom Weihnachisbaum euen meine
Gedanken hinaus zu Euch wackeren Scl
baten, die Ihr das Weiknachtsfest nicht
im Familienkreise feiern könnt. Aber; eines
möge Euch beruhigen. In Zeder .!aoi
und in jedem Torf sind aufopfernde
Hände bemüht. Eure Angehcrigen vor
Noth zu bewahren und Eure Bindern
eine Weihnachtfreude zu bereiten. Ta
mit zollen wir Euch dcn Tank des Vater
andes. von denen Grenzen oh! ven
Schrecken des Krieges ferngehalten habt.
Gott befohlen. Marie Therefe."
Veteran und Freiwilliger.
Ein MZähriger Kriegsfreiwilliger ie
fand sich unter einem VerwundeientranZ
Port, der den Hauptbahnhof Landsberg
a. d. W. passirte. Der Mann bat im
Osten mitgekämpft und hat sich das
Eiserne Kreuz erworben. Bereits im
Jahre 1.87071 diente er feinem König
als tapferer Streiter. . Vier seiner Söhne
kämpfen heute gegen den Feind inr Westen.
Verwundungen französischer Ssldaten.
Der Pariser Chirurg Dr. Hartmann
erstatteiedcr medizinischen Akademie Be
richt über seine bei der Behandlung von
verwundeten Soldaten machten Ersah-
rungen. izal aiireroeiwuiiuvic
behandelt. Tos Auffälligste war. daß
die Verwundungen durch Artillerie
schasse diel häusiger sind als die Ver
wundungen durch Flintenkugeln. Er
konftatirtt 160 Verwundungen durch
Granaten und Schrapnellsplitter, !
durch Flinienkugeln, bei den übrigen war
es nicht möglich, die Ursache genau sest
zustellen. Ausfällig war w.cieerhin
Häufigkeit der Knochenbrühe. Die
Sterblichkeit unter den Schwerverwunde
ten war ziemlich groß. Die meisten Tode!
fälle waren auf Tetanus zurückzusühren.
' .
Huldigung für Hindenburg.
Sämmtliche Posener Schulen brachten
dem Generalfeldmarschall v. Hindenburg
am 21. Dezember 1914 eine Huldigung
auf dem Posener Schloßplatz dar. Aus
. ' r,w . . I JL r i Lirx..;..its
eine kurze Amproeye ves laEiianniui,
antwortete der Generalfeldmarschall.'
Ich danke Ihnen für die freundlichen
Worte de Dankes und der Hoffnung, die
. ' :
Schreckliche ..Reutkr".Enthii!lung.
Unter dem 11. Tember hat daS .Neu
tersche Bureau" cus'Paris gemeldet: Sin
neuer Beweis dafür, daß.di Teutschen
beim Einbruch in Belgien mit Vorbe
dacht zu Werke gingen, wird dadurch ti
bracht, daß sich eine schwarze Liste vor
gesunden hat, auf der die Namen bekann
ter Belgier vorkamen. Diese Liste war
vor einem Jahre dutch den Zentrumsab
geordneten sür Köln. Karl Trimborn.
ausgestellt worden, der gegenwärtig der
deutschen Zivilverwaltung in Brüssel an
' gekört. Hierzu erklärt Justizrath Trim
born kolaendes: .Freilich habe ich etwa
bor Jahresfrist anläßlich des ez.oves,aue,
meines Schwiegersohnes eine Zusammen
stellung der Adressen mein in Belgien
wohnen den zahlteichen Verwandten und
näheren Bekannten behufs Versendung von
Todesanzeigen gemacht. Einen anderen
Zweck bat diese Zusammenstellung nie
mals gehabt: eine andere lütt yave icu
ni'mais oiiftifuellt. namentlich keine
scheear Liste." die ich an irgendeine Per
son oder Stelle hätte gelangen lassen.
Trimborn. 'ReichiZtagsabgeordnettr.
.
Tie Batterie in Weiß.
Ein Journalist, der als kriegsfreiwilli-
aer Artillerist in Nordfranlreich steht.
schreibt: Tie deutschen Barbaren brachten
den deutschen Winter mit in die hügelige
Landschaft Nordsrankreichs, u. die ie-snne
auckte eines Morgens Verwundert auf den
Landstrich südlich von Lille. Feindselig
tiefen ihre Strahlen übet die weiße Flache
und woll en sich eil, ,n den vmnren .yei'
len der deutschen Geschütze spiegeln, als sie
enttäuscht inne hielten. Tie tückischen
Teutschen hatten ihrem vnrätherischen
Treiben rechtzeitig einen Riegel dorgescho-
den. Zart und dnn mr er aueroina
aber doch wirkungsvoll. Ein weiße, rn
nentuch ohne graue Falten, zwischen denen
man Verdächtiges vermuiyen ronnie, v?i
steckt die Batterie. Schöne weiße Linnen
bedecken die Räder der Haubitzen, um daS
kurze Rohr schlangeln sich in mehrfachen
Windungen weiße Hand- und Badetücher,
und weiße Vorhänge sind von Kanonier
Händen über die übrigen 2ei gezogen.
Und die Kanoniere bat weiße Nacht
Hemden über die Uniform gezogen, aus
den Feldgrauen wurden die Schneewe'.Len.
t.'t ifTffttife in der Wunde: die '''.jc
ct-.r blieb ganz und wurde hier au? der
Wunde entftrnt. in fren Tier da! En'.i
stück, nz verunstaltet, noch sitzt. Tas
Gchchoß tat die Haut und die darunter
gelegenen Weietikeile im Umfange einer
Handkläet grauenhaft zersetze. Ein an
deres Bild. Ein Spazierktock. schwarz po
Urt. mit versilbertem Griff. Ter Stock ist
ein Stahlrohr: in dem Griff befindet sich
ein Schloß, dessen Abzug durch eine Feder
herausaedriickt wird. Tas Ganze stell!
eine Flirte dar. die zur Ausnahme ron
Schrot oder gehacktem Blei bestimmt ist
und senüat. aus der Nähe schwerste Ver-
wundungen beizubrinoen. Nach der That
erscheint die WaNe dann wieder als rarm-
loser Spazieistock. Ein deigilizkr tftanr
iireur war der Besitzer der Was,'.
Militärische Beförderungen. '
Tas .Militärwocknblatt" meldet: Zu
Generalobersten wurden befördert: Ge
neral d. I. Frhr. v. Falkenhausen.
OderdeftyiLtzader oer -niw.tnTuvin yui
kenhgusen, und General d. Kav. Frhr. v.
Bissina. jetzt Generalgouberneur von
Belgien. Befördert wurden die General
leutnants Herzog von Sachsen-Ko
b u r g G o t h a zum enerai v. I., uno
Prinz Maximilian von B a d e n zum Ge
neral der Kavallerie, Prinz Friedrich Karl
voll szssen zum General d. Ins.. Ge
neralmajor Fürst zur L,ppe zum ce
neralleuttiant. Dem Generalleutnant und
General k 1a uitc des Kaisers Freiherrn
War schall ist der Charakter ciä
General der Kavallerie verliehen worden.
Leutnant Prinz Friedrich Leopold von
Areuken wurde zum Oberleutnant
befördert.
Verhältnisse Rußlands weit hintik denk,, Z j,Ncressa,e Schilderung, .us meinen
Teutsck,Iandt zurück. Jnsdesondere Herr
schen in Rußland dauernd ansteckend:
Krankheiten, die in Teutschland Uberha.!
nicht vortominen und höchsten gelegentlich
verein k!t von dort eingeschleppt werden,
z. B. Flecksieber. Bei dem Hereinsluthen
großer Scheiaren russiseher Gefangener aus
deutschen Boden mußte dabcr von dorn
kernn mit der Möglichkeit gerechnet wer
den. daß unter den Russe in den Lagern
diese Kranlhcit austrat. Zu einem der
artigen Auftreten von Fleckfieber ist eö im
Krikzgesangenenlager bei Kotlbus gekom
mcn. Bit jetzt beträgt die Zahl der Er
krankten mehrere Hundert. Glücklicher
weise zeigt die Krankheit einen ausfallend
milden Verlaus: bisher sind nur neun
Todesfälle zu verzeichnen, die sammt
I i ch R u s s e n betreffen. Von den leul
schcn sind bisher nur z w e i Personen er
krankt, ron denen einer der Krankheit er
legen ist, und zwar ein Eaniteitösergeant.
der in Erfüllung seiner Pflicht bei der
Pflege mit den Kranken in nahe Beriih
rung gekommen war. Der zweite Er
krankte' ist ein junger Arzt, der sich eben
fallt aufopfernd bei den erhanttm
KlikZeaesangenen bctbätjat hatte. Im
Uebkiaen ist eine Übertragung auf
Teutsche bisher nicht folgt urd auch
schwerlich zu erwarten, da gleich beim
ersten Auftreten der Kranüseit us.er?r
deutlich weitgehende Vorsichtsmaßregeln
ergriffen sind.
.ft ti cßc-u t, terft ü t r, t, in Nkiikiilli.
Tie Neuköllner Stadioerordnetender
sammlung ie!ll:?te für die Zwecke der
Kries.iivoklsabrtipflkge weitere drei Mi!
lionen Marl. da die zu Beginn des Krieget
beneillizten zwei Millionen bereits der
braucht und überschritte wurden. In
Reukblln sind die Finanzverhältniisk sehr
schwierig. Kaum 5 v. H. der Steuer
Pflichtigen in Neukölk balnn ein Ein
kommen über 2M M., fast liO.fr Ein
wohner neben im Felde, und die Unter-stützuniZbedürst-isse
sind ganz gew.rlti.ie.
BiS Ende November erhielten
Familien wsammt 1,5.'1,14 M. Un
terLützunzen. Für srde,:t und trtser
lose Einrcobner wurde eine weitere bald?
Million ausgebracht, und an Mik!hnnt-.r
sinunzen hat man allein in den Monaten
Sektemter und Oktober rund M.
auzswendc!.
' . '
Lnzareltbesttch des .aiserß.
Tr Kaiser beaad sich am 23. Dezember
in Begleitung der Kaiserin, des ttnerals
k h niiic v. Cheliut und seines Leib
artcs Tr. v. Niedner nach Pottiam. um
seinen schon lange beabsichtigten ersten
Besuch im Neservela,are!t im Orangerie
aedäudt. da die K:5erm eingerichtet hat.
abzustatlen. 1er Kaiser und die Kaiserin,
die von den Aerzten und leitenden Scheve
stern erwartet wur!xn, lizsen sich durch
den lhesarzt. Sanüätöratr, Tr. Mertz.
die Alr-jte und Schwestern dorsielim.
Taraus begaben sich der Kaiser und die
Ki'chenn zu den Verwundeten, die aus
allen Gauen Teutschlands vereint in dem
Lazarett liczm. Ter Kaiser schritt von
Bett ?u Bett und sprach mit jedem en-u
nen Vernjundtien. erkundete sich über
ihre Theilnahme an den verschiedenen Ge
fechten und besonders über die Art der
Verletzung. Tann zog der Rats den
Ehefarzt.in ein längere Gespräch. Die
Unterhaltung dreh sich in' der Haurtkache
um die Leitungen der deutschen Acrz
schast im Felde, der der Kaiset uneinge
w .-,si tts,... i..
a,rariiie 'r.nitnnimg jcu. um u
den KriegZsreiwilligen sprach der Kaiser
in lobenden Worten.
Rupprecht's neuer Armeebefehl.
Tas Armeekommando der sechsten
Armee. Kronprinz Ruppncht von Bayern,
hat am 8. Tezember folgenden Armee
Mehl erlassen: .Seit einer Reihe von
Wochen besindet sich daS ste bayerische
ReservekorSt in langsamen, ununter
brachen fortschreitenden Angriffen aus
Ausstattung mit Wollsachen.
Veranlaßt durch verschiedene Artikel in
der reffe, in denen lcbhast über wangcl-
hafte Ausstattung der deutschen Soldaten
mit Wolllachen geiiagr wiro, we!i
Militärverwaltung darauf hin. daß in dcn
Wintermonaten. das Ist vom 1. Oktober
bis 31. März, jeder Mann des Feldheeres,
der Ersatz und Besatzungtruppen mit
warmer Unierlleidung sür Rechnung des
Reiches versehen wird. Für die bereits
im Felde stehenden Mannschaften ist das
Unterzeug schon vor Beginn der kalten
Jahreszeit durch die BeZlcidlinzsämter
nachgeschickt worden, wahrend die spar
zur Front gesandten Mannschastcn vor
ihrem Ausgang hiermit ausgerüstet wur
den.
. '
Tag Granaten Armk'inb.
Eine neue Mode ist jetzt vom Westen,
aus Frankreich und Belgien, nach Teutsch
land gekommen, so schreibt die Straßb.
Post"; doch ist sie kein Fremdling, denn
sie kommt von den deutschen Schlachtfel
der. Auf fremdem Boden entsprang sie
aus dem gesunden, einfachen Empfinden
und dem schlichten Gemüth der deutschen
Krieger. Wenn im Granaten und
Schrapnrll-Hagel die Blindgänger kamen,
starte Stellungen des Gegner, östlich und
nordöstlich von Arra. SchUtzengraven au,
Schützengraben wurde dem Feinde entris
sen und olle sein Gegenangtissc unter
jchweren Verlusten für den Feind abge
schlagen und Hunderte von Gefangenen
gemacht. Tie alle! unter dem schwersten
Artillericfeuet de Feindes, dem es die
gleichen Kräfte unS entgegenzustellen bis
jetzt nicht möglich war. Nach hi vor
liegenden Nachrichten hat dk Vorgehen
des bayerischen Korp aus den Feind
einen starken Eindruck gemacht. Ich spreche
hiermit dem Korp für tnc aulopserungs- j
volle Thätigkeit meine rückhaltlose Aner-
kennung ans und möchte das Vergehen
sür alle Theile der Armee ol wüster
gültig für olle kommenden Zeiten empseh
ln. R.uvprecht, Kronprinz von
Bayern."
.
Wirthschastslkbn im KSnigreich
Eachsen.
Die Belebung der GeschästIhä!igke!t
in Sachsen schreitet fort. Zahlreiche bei
Kriegsausbruch ftillgele Fabriken sind
wieder eröffnet. Auch die Ausfuhr, das
Ladengeschäft und da Kleingewerbe sind
wieder lebhafter. Die Arbeitslosenzahl ist
ständig gesunken, nch ohne Anrechnung
der zum'Militä, einberufenen Arbeiter.
Nrauk'ei
der ynrriif
sah irrn in dieien Tage wieder aus der
Kanzel einer t.irele. eo er zu emem Rk
giment sächsischer Resetr'!.iger sprach:
.Ihr trarcn Sdl-ne. Idr tapferen, n.
ermiidllckn. g.l.,uenk.-.7t!n Sireiter!
Gc:t nehm? Er; Jugend in seine schütz
er.de Hut. I'r JürZlin-. und Gott er
h:!!e Euch. Männer in weisen Haar, Eu
reg Kindern. Und wer et Gclte Wille
nicht ist, so d'ntt d'.ran. Il.r Krieget
Deutschland Z. daß noch kein Soldat für
eine gktechtitt'uns teilige Tackik siel,
als die, die Il.r in tiefem Kri..-.e vertkei
digt. Aber ob Ihr lebt eder sterbt. Euer
Name tsi.S goldenen Leitern in den
Blättern der G.'hi'": derzeic.net fein.
Eure Frauen nnd Töchter werden ihn
schluchzend preisen, folanc-e ns.b Athem
in ihrer Bru it. Ihr alle seid steti unk
immer in der H-it jener Hände, die wir
von unserer frül-estcu Kir.theit an tenne
und lieben, ner Hände, die uns hoch hin
anheben über das Elend dies. Lebens."
Tie M.nze der Sildatcn aller Rang
stufen und aller Altersklassen, die die
die Kirche bis z-r Tbü, schweb füllte, daß
kein pfel zur Eede sa!n tonn, stand
starr und unbewi?!!,. wie gebannt im
Boden rlr.v. 'Al, die letz Worte
er trrzen 'Juii vertlun w.'ten. leiste
sich der Bann, uno alle stimn.ieu unisono
da K'rch nlied en. das jcve gnttesdienst
l'che Hr.dklnz schließen pflegt. Und
i.b las rech nie z mein'w Leben Lenk
gehört, die fs w:stert nnd so überzeugt
gelungen kätrenk
Ich tonime damit aus nn Tl:ma. da
ich schon ds öfteren in meiiun Kriege,
berick-t, tetsnde'.t kibe: Da Tkm, de
religiösen Gefül.,'!. das mir die stärk st
Kraft des deutsch'N Heere in diele,
Kriege zu fein scheint. Denn t erhelt
diese Menschen, die in jeder Minute zwi
scheu L'ben und Tod st'ben, Z einet gci
Ki Höbe, die sie von der Hörigkeit der
Mübe und d't Schmer, befreit. Es Ist
eine unerni'biiche Kraft, die ihre Wur
j'.In im Kei'äigcn hat und von hier zu
einer körperlielün Garalt heranwächst, die
kein Hiudern's kennt und k'Iitt
scheut, eine G;n't, die dm Massen da
Heldenkhum verleiht, da biZher nur die
Tilgend der Individu'n zu sein schien.
Welche Arm'N verfügn, denn Heu noch
üt c!ne schche Kresf!?
Schon Bikmarck schrieb in einem Briefe
an seine Frau nach der Einnahme von Pa
ris die Worte: ,1'onn Tonnerstaz
wohnten ?ai:s'nde von Pariftrn der Kir
chenparade unserer Tr;;rpen bei. Und
als das Kommando Helm al?. Zum Ge
bet!" ertönte, ertLloßten alle diese Zu
schziur ibr Haupt und virte murmelten
seufzend: .Boila ee aui nons mnnaue. Und
so ist es auch." Aber Religiosität und
Gotivertttükn kann Nian fefi eben nicht
so im Hanbmnmdnl! anschaffen, so we
nig. wie die militärische Disziplin und
Tüchtigkeit."
Mü'.
Die österreichische Kr!eg?anle!he.
Tie Einzahlung auf die österreichisch f
Kriegsanlcihe hat einen sehr gute Ersolg.
Außer den sür terminitte Zahlungen ein j
gehenden Beträgen sind b's zum 21. De ß
zember 1914 rund 4A Millionen Kronen
voll eingezahlt. Rechnet man dazu die "
Anfangs Dezember fällig gewesene ertie
Elnzahlungsquolk bet tminirten Zeich
nungen. so- eraiebt sich ei Betrag von j
800 Millionen, der der Finanzverwaltung
an d't Krieg'anleihe bereits zugekom j
men ist. i ,
'
Teutsche Kriegsgefangene in Japan.
Die internationale Gefangenen-Ageniul i
de RothTkl stteuze in Gens ist in den
Besitz der ersten Listen der deutschen Ke- '
fangenen in Japan gelangt. Die Listen
sind vorzüglich ausgeführt und lassen aus
gute Organisation des japanischen Rothen
Kreuze schließen. Sie beziehen sich aus ' i
die ersten Kämpse. In wenigen Tage - '
werden die Listen der Gefangenen, die be'
der Einnahme Tsinglau in die HZnde In . , f
Japaner fielen, folgen. ;
s.
-m