Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, January 21, 1915, Image 2

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    lugliiTje Crnoli IrtJartf
Der russische Winter.
C CfJ sich lM,l stugntn. fca kZ'N
Ist Fi'k!s..t!kU!',z d't ftiefi-tifcht tpfta
lcmn tm ituririht v,t bei Zhii, f t c rt
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lich und erfoia.t.'t.ch iibctfiaiicn, lfcllt
1M4 und IVJfMYil, in j.rci Uriniern,
bis sich beide dutl) ti.it gart abnorm
strenge und Knganhalttnde JUÜ auf
Zlom Feldzug in Polen:
cherarvsiten
zeichnete, aber fcne Feldzüge fanden im
Westen, statt, wo ja der winterliche Frost
immer noch erträglicher ist als im Osten,
wo diesmal diele Hunderttausend: braver
deutscher und östcreichisch-unzarischer
Truppen einen Wintcrseldzug gegen die
Ruffcn fähren sollen, und vor dem Win
icr in Rußland in seiner Rückmirtung auf
das Wohlbefinden der deutschen und öster
ldchischcn Heere herrscht eine fchr weit
gchtNke Bcsorgnih.
' Der Grund hierfür ist leicht erselinbar.
Die Eiinnekung an Napoleons entseh
lichen Zusammenbruch auf Niitzlands
Schnecfeldern drängt stch förmlich auf,
wenn wir daran denken, dah es sich zur
Zeit zum ersten Zvlale wieder seit 1812
um einen Feldzug in Westrußland San
den, und obendrein abermals um einen
Winterfeldziig! Tie Geister der Gefalle
nen von 1812 werden unwillkürlich wach,
der Soldaten, die im tiefen Norden er
starrt in Schnee und Eis', die Geister der
Hunderttausende, die damals erfroren,
verhungert, in den eisigen Fluthen der Be
sina umgekommen sind, und beim Ge
danken an diese ungeheuerlichste kriege
tische Tragödie der Weltgeschichte ' muß
vlerdinzs der Gedanke schrecken, daß deut
sche Soldaten vielleicht bald unter äh,
lichen WitterungZverhüliniffen den ruf
fischen Barbaren bekämpfen sollen! Aber
dennoch kann unbedenklich mit größter 58e
stimmiheit behauptet werden, daß eine
auch nur iheilmeife Wicvcrhvlunz der Ka
taflrophe kon..1812 unter allen Umstän
d:n ausgeschlossen ist. Ter Untergang fast
der fitfamirtten ÄroZie Arm von 1812
wurde durch eine merkwürdige Verkettung
von Umständen herborgeruftn. deren jeder
einzelne im qegenivLrigen Krieg mit hoher
Wahrfä-emlichZeit.., Theil auch mit
Eichorheit nicht wlederZehre wird.
Van irrt, wenn man annimmt, daß ei
allein die fürckierlich, WinterZältc zoar.
die N i.olcons Heer vernichtete, mn htl
?r'(.nly.a. trenn man annimmt, daß wäh-
kno d.-r Mzca zweimoiiaikgk NückzuoeZ
tog Moskau Zur preußischen iZfenze, der
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sl!.'i,?t TJfrtft onfiicft und man itrt zum
trit:it ur.b ganz r.fr.ba erheblich,
wenn man diclsach die M'inung vertritt,
dstz im so unicmt'm stieng Kälte, mit
fit I5:;fct 'JK'ttit&tt und im Ansang It
jt,n&t, 1M2 bit Katastrophe b'l Ravolf
cn:(.f-rn Hre UftccUfläitfcißlf, fü, be
w'stklilsisn Winlet tint normal, all
iü'itli.i) nieb-tt T;r r.f Erscheinung fei,
Uluilirfctirrf fnb alle diese Annahmen
urtiiittcf jenb.
tft suich!bk fltenat Frost von 1&I2,
der feinen HiitViiunll am 8. lezcnitet
mit t'.ntt jiiottlötfig dtodachteltn 'iempt
rniut ton Grad Fahrenheit fcti Süiltia
trreichie. lyar fiit Utfttufjlanb, noch dazu
Schützengraben bei YarKehmen. Eisbre
auf der Angerap bei Wühle Aisselen.
zu fs früher Jahreszeit ein fast beispiel
los dastehendes Ereignis. Ohne die vor
auszegangene völligt Tkzimierung des
Heeres durch unerhörte Anstrengungen,
entsetzlichen Hunger, unaufhörliche Äär
sche unter erschwerendsten Umständen, hau
fige feindlicht Angriffe und mangelndes
Obdach, hätte die schließlich ungeheuere
Kältewelle niemals eine fo vernichtende
Wirkung entfalten können. Den deutbar
deutlichsten Beweis hierfür !ild"t die
Thatsache, daß das preußische HülfSkorps.
das in den Östfeeprovinzen operierte, iri
leidlich guten Quartieren lag, und unter
feindlichtn Angriffen kaum zu ' leiden
hatte, in die allgemeine Katastrophe nicht
hineingezogen wurde, obwohl die.Tempe
raluren in den baltischen Provinzen sich
schwerlich von denen in Russisch-Polcn
unterschieden haben werden.
T'.e sehr strenge Kälte flsllte sich auch
erst seit dem 2?. November ein. wahrend
der Rückmarsch von Moskau bereits am
18. Oktober begonnen hatte. Jn den er
stcn Wochen war die Herrschaft des 8c
ginnenden Winters nur an einigen Tagen
lästig geworden. Uebereinstimmend wird
gemeldet, daß noch bis zum 6. November
außergewöhnlich schöneS Hcrbstwetter ge
herrscht habe, mit nur vereinzeltem und
meist geringem Frost. Erst am 7. Novem
bet beoann scharfer Zxtcst mit reichlichem
Schneefall. Das kalte Wetter hielt bis
zum 18. November an und erreichte um
den 15. November seinen vorläufigen
Höhepunkt. Am 13. November sttllle sich
dann gelindes Tauwetter ein. das aber
mehr Leiden schasste als die vorausgegan
g'iie 5!L!ie, weil es die Wege völlig gründ
los machte. Ticse mild Witterung
währte bis zum 24. November;, dann
setzte die strenge Kälte aufs Neue eiii und
steigerte sich nunmehr von Tag zu Tag.
Beim Uebcrgang. über die Bercsina (2G,
bis 28. November) herrschten zeitweilig
1 Citad Jahrenheit und der Frost nahm
dann weiter zu, bis das Thermometer,
12 0rad unter Nullstand. Eine so lang
ndaucrnde Kälteperiode von so furcht
tatst Intensität Ist taum je in üßcflruft
land wietwt baflfioffen!
Htinrich Heint. bet witzige Gpi'-ttft, hat
brbauptfl, btt Mann, bet iqenüich bt
K'tastroph fc'l W2tt Fcldjüges vtr.
schuld.! habe. Napoleon ÖtcstfflUiit
ItJjrrt gt-veken. weil k feinem ZHgling
ni.t, tV.grdtacht habt, bstj der JÜrnttt in
Rußland viel Märt alt im sonstig?
Europa fei. Tsl kürzt flfiftttick) und
ii!xt;eua.fnd, ist cfcer in an, unaertcktet
Lorwurs. denn bcr normalt rss,st KlMn
Ist tr.t'i 't. zumal in det Zeit vor 7',u.
jakr. tüTiwi niJ;t dtm Bilde von 112,
baö man zumeist t'i einen sür btn weft
russischen fliinU, jahtlich witdtNchnn,
bcn Boranng an,s,hkN gtwchni ist. !'och
dazu in Alljsisch'Polkn. aas bai sich doch
vetzuchtlich im üiia li14l:"il3 lit
krikikrischkN Crttationtn bkt öfttiinbettn
Armtkii deschränlcn trttben, unteifchcidtl
sich in keiner Weise von dem cstprenßi
schen; ja im südlichen und mittleren Po
lcn pslegt der Winter sogar, gelinder als
rtwa in KönisZbcrg zu fein. Ein Winter,
aber mit mäßlg scharfem Frost und rüch
tigern Schnee wird den deutschen Solda
ic und auch der obersten ' Heeresleitung
vorauj-sichtlich ungleich willkommener sein
als häufiges Tauwetter, das in Nußlsnd,
zumal wenn Schmeschmelze damit er
bunden ist, die ohnehin mangelhasten und
spärlichen Straßen töllig ungangbar
macht. Ist der Ucbergangszeit des herbst
lichen Matschwetters-, die im Wescnt
lichen bereits überwunden ist, und doch
mehr in der Zeit der Frühjahrs-Schnee
schmelze ist zweifellos der Feldzug in Ruß,
land ungleich anstrengender und strapaziö
sct als im eigentlichen Winter, solange die
Kälte nicht, wie Anna 1812, sa abnorm
heftig wird. . .. ;
Wie wenig aber damit zu rechnen ist,
daß die Berhältnisse vo 1?12 in dtr 0t
staltung der, Witterung wiederkehren de
ren Folgen man sich übrigens im Zeit
alter der Eisenbahnen " Ungleich leichter
entziehen kann als vor 100 Jahren), ze)gt
am klarsten die Tatsache, daß jener Mo
nat der drittkülteste Dezember tn det
ganzen Zeit von 1719 bis , 1913 war.
Noch etwas kälter war der Dezember in
den Jahren 1783 und 1823 aber schon
aus dieser kurzen Betrachtung geht klar
hervor, wie ausnehmend gering die
Wahrscheinlichkeit ist, daß wir irrt chevor
stehenden Winter ähnlichen Teckpcratur
Verhältnissen entgegensehen, wie sie Naps
leons Große Armee zu erdulde' hatte:
In mehr als 60 Jahren ist der Dezember
boch,ens einmal so kalt, wie er e rm
Jahre 1812 war! Daß in den meisten
Wintern keineswegs in allen! ein
paar Tage mit sehr strengem Frost in
Westrußland ' nicht ausbleiben, ist eme
Sache für sich. Temperaturen von 13
Grad Jahrenheit und, mehr kommen -ja
auch in Ostpreußen in zaal reichen Wirn
ttrn vor. wenn auch kaum länget als
zwei bis drei Tage hintneinander. Wenn
btt Eint nicht JSt müde trtt, unnrn
such tn btn üJaaMJnbtrn Cfpcfufteni
fotdje ahfrmemftftttjnbt unp va.
wenn such wehl schwttlich tet Ntujahr,
Suslrtltn: daß b?t Jf Rältffltabf 11
Ostsrmn. ycun un aat) m
tischt . Provinz? UükkvvltN
wtrbkN. ist ubetorbkn'llch wtni wahr,
schtinlich. Zit jfBannte Stmptiaturt
attt und uch noch nifbrignett sind
dnrchaut rrfcht (o nttttZglich. Ja. btl
illcm und klarkm llUktltr. w,t t, ,umt,
btt un dt, iptgltrttr gtohtk akt t.
pslcgt so haritt ijrost unttt um,,anvt
anaeiitkimt? ernfsnndtn zu wtrdkn. alt
eine wtil dohttt Zemptratuk bei Schntf
sck.mkl und Rta'n iurm. ritv.
nisst ttt Polarsalircr zeigen un. daß dtt
k'irrräis'bt 'l'l'TTf-fj fch unt't sonst qlin
stigtn auBtten Uinian6cn unsiauDiinj
rasch an noch vitl hohki gallkgrabe gt.
wöduen kann, und bK bei tuhigfi
Lust auch durchaus nicht stht doruntft
, leiben hat. Gclfcft bei einet ZiZitdet
kckit der IHYJXt 2:mperaturtn. dit.wik
gesagt, iidttanl unwahrscheinlich ist.
kann tin in gut Ordnung gehallcne.
ausreichend vtrpslg!e und mit Artni.
Materialien Mich vtkskhNk, ett vynt
jcdt jebt Btsorgnittntgkgknskhen. rank
Kkiltn pslkgen d:t karlem ,sk,l unaieiq
selltner jn sein all bei naslallem iau
weüer. vk ist d?tt mit voytr usarr
scheinlichkcit nnwnciimfn, bah bai deutscht
Osthetr d!e schlimmste Iadreeit silr tintn
rscibuia in SiuKIaN, sZ Kn hinter sich hit.
und daß tt nun bis zur Frühjahröschrntlzt
ober d! zum 7,r!tbkn unter Weiter
beschwerden im allgerntinm Nicht mehr s,
chtr ,u leiden baren wird, w,t etwa
wägend de Vorstks,ki ans Warschau und
btfj sirattgischea ?iiickzllgek von dort Kik
w die ','älze bet Grenzt.
El ist sogar nicht einmal anzunehmtn.
dak dtt Wmttrscldzug aus dtm dsiliZien
Nritgsschauplatz mit einem härteren Win
tct zu rechne haben wir, 01z tt otn oeui
f.kn Zrurven aus sranzösischem Boden
im Winter, 187071 und in noch höherem
K5fcS2Z52525252SZ25Z
Londoner
o
Am
Naistr
vorigen Donnerstag wurde der
im Londoner Westen bereits todt
Um mit Mark Twain zu spre
gesagt,
chen. war die Nachricht zum rninveiten
ttwas verfrüht. Man hielt dann andern
Tag! wenigstens an einer doppelten Lun
genentzündung ftst. die den Zustand des
viclgeschmähten Kaiser für sehr kritisch
gestaltete. Wir regen unS iibek derartige
Nachrichten nickt mehr auf.. Wir wissen,
daß der Herzog. von Braunschweig schon
lodtgefagt wurde, ebenso einige kaiserliche
Prinzen, diele t&cnträ't ufm. Tas ist
aena so wie mit 'den Armeekorps und
Divisionen, die .biZher als aufgerieben
oder gefangen gemeldet wurden und sich
dann jdoch immer wieder unangenehm be
meUbar machten. Nun wird bereit tt
richtet, daß dtr Kaiser sich auf dem Wege
vollständiger Genesung befinde und in
wenigen Tagen wieder zur Front abge
hen werde. Das inuß unbedingt wahr
fein sonst würde 'man es sicher nicht sa
gen. Es hat sich 'also um ein leichtes
Unwohlsein gehandelt. Wenn man auch
bei dieser Gelegenheit von den üblichen
hämischen Bemerkungen absah, konnte
man es doch nicht unterdrücken, zu be
merken, daß der Monarch in sehr böser
Ttimrnung sei und seine Umgebung sich
nur furchtsam in seine Nähe wagt. Ter
Teutsche hier hat sich eben mit dem Be
schluß der feindlichen- Blätter abzufinden.
der Kaiser et geistig gestört. Immerhin
wäre aber mancben Voltsoberhaupten
seine geistige Bersassuna zu wünschen.
König Georg bat IN Frankreich nd
Belgien nur ein sehr kurzes Gaftspitl ge
geben und ist wieder in die Feutrzont des j
heimathlichen Kamins zurüctgekehrt. Was
er drüben gewacht, hat, weiß man nicht
genau. Dem König von Belgien' hat ei
den Hosenbandorden verliehen, ein gerin
ger Ersatz für da verlorene Land, daS
doch mit britischer Hülfe gerettet werden
sollte. Bedauerlichertotise Wattn nut die
Soldaten noch nicht so weit.
In der neuen Armee ist jetzt wenigsten
insofern Besserung eingetreten, daß man
nicht mehr so viele umformlose Leute
sieht, obwohl es ihrer immer noch genug
giebt. Welcher Art fie sind. muiZ erst die
Zukunft beweisen. Einstweilen scheint
man mit den Mannschaften ou Canada
nicht sehr zufrieden und eint Anzahl sol
len bereits, wieder zurückgeschickt worden
fein, weil man ihren bösen Einfluß auf
die Disziplin der übrigen Truppen ge
fürchtet habe. In den Zeitungen werden
fit allerdings iiber'de grünen Kltt ge
iobt. Man weiß aber.' welche Evrte von
Leuten früher nach Canada ausgewan
dert sind. Man sagt sich auch, daß jeder,
der d drüben nur irgend Aussicht hat.
fein ' Lebt ,g machen, nicht Handgeld
nehmen wird, um für eine Sache zu
kärnpftn,. die ihn im Grunde genommen
voch verzweifelt wenig angeht. Diese
Söldner müssen also au! Abenteurern
und gescheiterten Enstenzen bestehen, die
Canada aus gute Weise wieder Io3 wird.
Tit Umwohner der Lager, in denen hiest
Gesellen untergebracht sind, eigen sich
wenig' entzückt über deren Benehmen.
. Merkwürdigerweise schallt der Ruf zu
den Massen gar nicht mehr so dringlich
durch die Gassen und die Zeitungen.
Nachdem alle Register bet UeberredungS
kunst aufgezogen worden sind, scheint
man in Verlegenheit zu sein, wa nun
gethan werden soll, um neue Schaaren
unter die Fahnen -zu führen. Ta es be
kannt geworden ist, daß selbst Leute, die
sich für den Dienst im Lande verpflichten
wollten, doch gezwungen wurden, nach
dem KonÜngent zu aehen.ist man in man
chen Kreisen zurückhaltend geworden.
Heiter berührte die Meldung, daß Nun
auch die Fitschiinsulan eine .Armee"
ausstellen wollen. Sie dürfte bald
Futschiinsulaner sein. Immerhin war
die Freude bezeichnend, mit der die Blat
ter auch diese Meldung wilder Böller
fchasten aufgenommen hadert, die Seilt
an Seite mit den .Gentlemen" fechten
wollen. ,
Augenblicklich beschäftigen sich ' fort
schriitliche Zeitungen mit Armeeliefe
rungIskandakn, die hier schemts unau!
Mas't 113,14 fcffchitbtrt war. Cin t!
gliimliche Ohictjal Kit t gesügt.
diese beiden einzig, Zvinter, in deutn
dtulsche ?n,ppen einen Winterscldzug
großen C t;I ju jilhren halfen, gltich
rnafiig durch fioni aurtwi'IjNlicht
Eirengt auze,ztichnct wartn, "'tt fttbruat
1811, in dtm die kritgerischt lüicifnt
jene! Silinlftfeldjugl der reiHtliSktiege
ihren Hoh'puiitt trrtichtt, war nach den
Z,esls!t!luztn dtk Berliner Lia!t,tngt
rtt für 'Mitteleuropa der jmtiitalifftt
cltuar in tund V1 Iahten knuk Im
Jahre wat der ffekruat noch teiltet),
und dtt sowohl trntch Intensität dt
Ftosttt l auch durch langt lauer anZ
gezeichnttt Sinter I7tt71 wat seit
sametivtist dn kälttsl ISintct dtt letzte
7rt ht
Au diesen ,ahlenmäs,!g sesislehendt
Thatsachen geht also" Kervor. daß ein
Winter, die et 17i) aus dtm franjeft
schcn riegsschauplatz btrrsckit. wohl da
Aeutzcrstt ist, wa dtn im Osten lampsen
den Truppen unter Umständen btvorsielzen
wird. Clbst aber, wenn, aller Wahf
schkinlichktit zuwidet. ein' extrem strenger
Winter btvarsttden sollte, s braucht un
die grausige Erinnerung 0 1812 nicht
einen Augenblick tt trsckrtcken odtt zit bt
unruhigen, denn die groht Nälte war nut
tin Jattot unter Dielen und nicht ein
mal det wichiigsit t- der Napolton Heer
ausr'icb: Hunger, fehlcnbti Obdach und
mangcldaste 2Uintcrauriistung habt die
ttros.e Armee dezimirt. Dos, t den beut
schtn Truppen In dieser Hinsi it n nicht
'Notwendigem mangeln wird, ilt allgemeine
Ucberzeucmng; dann adet wird sich auch
eine vorutttgehende seht sltengt ttällt,
fall s,t wider ?rivarten doch tiumal auf
treten sollte, rhut Einbüßt an körperlicher
und geisliget Leisiungisahigkeit unschwer
llbetwinixn lassen! Tatum sei zum
Cchlus? allen, die besorgt von den furcht
baren SchreSnisscnkine russischen, Win
Krfeldziige reden, mit dostet Uebtt
ztuqunz auf Grund umvidttleglichet ?at
sachtn zugtrusen: Bange machen gilt nicht!
Slreijlichler.
blciblich sind bei Gelegenheit eines Kric
ges. Davon habe ich bereits berichtet,
daß Uniformen und Schuhe, welche der
neuen Armee geliefert worden waren, nicht
für 14 Tage Feldgebrauch tauglich waren.
Nun beklagt man sich, daß bei der Aus
fütterung von Baracken in den Militär
lagern statt eines getheeritn Filzes, wel
chtr Kälte und Wind abhalten follte. nur
dünnt Zheerpappt geliefert worden ist, die
4'2 S. die Rolle tostet, avtr vek Armee
Verwaltung mit 16 bis 18 S. angerech
net wurde. Schwere Regengüsse sind
durch diese Bedeckungen durchgegangen.
Man ruft nun nach der Bestrafung dieser
falschen Pairioltn. welche die gute Gele
genheit nur benutzen, Um sich den Beutel
,u füllen. Wahrscheinlich werden auf
anderen Gebieten auch noch ähnliche Snt
deckungcn gemacht. Dtr Burtnkrieg hat
ja in dieser Hinsicht auch so manches im
Gefolge gehabt.
Trotz der Anzapfung zahlreiche, Zei
tungen hat eS der Zensor bis heute noch
nicht für gut befunden, den Verlust des
.Audacious" amtlich bekannt zu geben,
obwohl die Blätter daraus hingewiesen
hatten, dad die AuSlandzeitungen aus
führliche Berichte darüber gebracht hätten.
Dennoch verheimlicht die Regierung dem
Volke nichts! Gleiches Schweigen wird
über den angeblichen Angriff deutschet
Unterseeboote auf den Hafen von Dover
bewahrt. Mächtig geschossen ist worden
und die Presse wußte von einem oder
zwei, sogar drei Unterseebooten zu rnel
den. die in den Grund gebohrt seien.
Aber nichts genaue weiß man nicht".
Auf dem Wasser habe man Oel bemerkt.
Das ist vorläufig alle, worauf sich die
Annahmen stützen. Nun kann aber auch
ein Pkirsleumfaß Bus dem Hasen heraus
geschwommen fein, da man für eines der
beimIuSischen deutsche unter teboote ae
halten und aus da man in der Ueber
eilung losgepfefsert hat.' Man wird die
deutschen .Liigtn" abwarten müssen, die
bis heute noch immer deutsche Verluste zu
gegeben haben.
LloYd Georges neue Steuerschraube hat
auch wieder jene ongeSokrt, die in gegen
wartiaer Zeit den lZrferdernissen des
Landes aroi,e Opfer bringen, die minder
bemittelten Leute, au deren Reihen die
meisten Soldaten entnommen werden.
Da halbe Pint Bier kostet einen halben
Vennr, das Pfund Thee 3 Penn mehr.
Die Soldaten, soweit sie 'sich noh hier
befinden und deren Frauen sorg.m dafür,
daß dein Staate aus deck Solde wuoer
enügcnd Geld zufließt. Zwar sind die
Stunden, zu denen tote gastlichen Häuser
geöffnet sein dürfen, sehr eingeschränkt,
aber die Schlußstunden besonder klären
un darüber auf, daß das Laster, elch'eS
man den Teutschen besonders nachsagt.
trotz Steuer und Ausschankbschränkung
nicht in England einciedänimt worden ist.
Man trinkt nur ein bischen schneller oder.
verschafft sich daheim tote nöthige Bett
schwere. Tas ist alles. Dabei kann
man sich nicht helfen, man muß an das
vielgeschmähte Deutschland denken. Dort
giebt es keine torkelnden Weiber auf den
Straße, nicht in friedlichen und noch
weniger in solchen ernsten Zeiten, dort
schleppen nicht die Kameraden am lichten
Tage einen der ihren aus demWirthshaus
davon, wie man es hier so oft sehen kann
Dort kaufen sich nicht die trunkenen Wei
ber tn den Straßen. Dort versaust nicht
die Frau rines Gefallenen den letzten
Sold ihre todten Mannes an der Seile
de neuen oder bereits schon alten Gclied
ttn.' während zu Haufe die Kinder hun
gern und weinen. Dieser Fall ist erst
kürzlich hier vor Gericht bestraft worden
Deshalb bleiben- die Teutschen doch die
Barbaren, die Hunnen, die Schweine und
wie die Kosename augenblicklich alle hei
ßen mögen.
Das Todesurtheil ist vorige Woche über
ven sruyeren deutschen Konsul tn Kunder
land, Hermann Abler. d,rbanat worden,
Cr war de Hochverraths angeklagt, weil
er als naturalisirter Engländer deutsche
te ervi ten veranlakt und mit Geld unter
stutzt hätte, damit sie sich zu den deutschen
Fahnen stellten. Seine Angaben. lauteten.
er sei zwar nnturalisirt, siihlt sich aber Im
Herin poch deutsch. Tut Leult. btnen
tt tMelb jt A!,"ilt .sieben, halten dies.
V k det Z. il ethalien. tn det förcpntan
nitit d'N Krieg erklärt hätte. Nach der
Kkieeiserklärung am k. August holt Adler
Auftrag ertheilt, daß det deutscht Adlet
von dtm Haust entfernt werde, in dem
sich da Konsulat befand, ölst Milla?
gegen l viit ei et zu vet ueverzeugung
gelangt, daß zwischen Deutschland und
Enaland der Kritglzufland herrscht, bis
dahin hätt er nicht an die MSqlichkeil ge
glaubt. Wal belastend gegen Ahler in
Gewicht siel, wartn die Aussagen von biet
Zeugen. Seinem Nachbar hatte et angcv
lich am Abend de &. August gesagt, tt
habe an dem Tage acht Deutsche zn
Hette heimgeschickt und für sie da Rtise
geld bezahlt, dann vi tinndungen von
drei Leuten, die zwar von ihm die Fahr
karten bekomme hatten, ab'k nicht gezan
gen waren. Der Kassierer Wilhelm Mar
tin, der jur Landwehr gehörte, sagt, au,
Ahler hätte ihn am 5. August in det
S!rat?.enbabn getro fett tin aeiagt, et
müsse sich zum Heere stellen. Martin hatte
dann Ahler durch da Telephon gesagt,
er sei im eschelft nicht entbehrlich, bade
seinen Brotgebern versprochen, nicht zu
geben und werde die Folgen z tragen
willen. Der Bergmann reonyarv orstr
hattföußek der Fahrkarte och 10 Shilling
erhalten, war aber auch nicht gegangen.
angeblich, weil er nicht wußte, wa au
emer rau hatte werben tollen. Teree
mann Johann Blemann hallte dit Fahr
karte am 3. August erhalltn, war vi
Durham gefahren, hatt sich aber wieder
ondtr besonntn und war umgekehrt. In
der aufgefundenen List der nach Deutsch
land geschickten Leute waren zusammen
iwanüia Namen verzeichnet. Es scheint er
wiesen, -daß Ahler noch am 6. August.
wenn auch im guten Glauben an v,e un.
rnöalichkeit eine Kriege Wischen Deutsch
land und England in oben angedeuteter
Weise a! deutschet Konsul Amtshandlun
aen vorgenommen bat. Daß er außerdem
noch zu einem Nachbar varuvet ipraca.
dürste Ihm aleichsall zum Verhängn,
geworden sein, wel man doch, wie getaqt
lich den Deut cden tn vieler Zeit vtt an
aebcreien von Nachbarn geworden s,nv.
Die Vertheidigung berief sich außerdem
daraus, dah die Regierung gestattet habe,
daß noch b! zum. 11. August Teutsche
und Oesterreicher da Land von gewissen
Häfen au verlassen durften. Das wurde
nickt als stichhaltig angesehen. Außerdem
hat man auch in diesen Häfen Hetres
Pflichtige nicht durchgelafsen. Der Verur
theilte bat Berufung eingelegt. Daß ihn
hie Todesstrafe treffen Mird. Ist kaum an
zunehmen. Siebt man von dem ver
riratbeten Bergmann und dem Setmann
ab, bei denen man dielleicht annehmen
kann, da ihre vaterlandiseben Geluhie et
was verkümmert waren, bleibt man in Ge
danken etwa nachdenklich vor Herrn Wil
beim Martin stehen. de sich einfach wei
aerte. feint Pflicht zu thun und nun au
noch als Belastungszeuge auftreten mußte.
gegen einen Mann, der gegen da Gesetz
verstoßen, weil er im Herzen noch zu
deutsch war. trotzdem et sich hatte natu
ralisiren lassen. Diese drei Manner, die
sich nicht gestellt haben, als da Vaterland
auch sie brauchte, werden infolge ihrer
Treulosigkeit schuld sein, falls einer das
Leben lassen muß, der besser war al ein
Hundert von ihrer Sorte.
Gestern würd eine edetmnisvoue ise
schichte gemeldet, die noch de, Aufklärung
bedarf, an der ober doch etwa Waure,
sein muß, weil sich sonst die Slanval
presse zu seht bloSstcllen würde, wenn gar
.. ... ...vi. t
MchtS voran tein touie. ycigi, in
Fenchurch Sireel-Ltation sei eine große
Kiste ausgegeben worden, dit mit dem
Dampfer der Batavier Linie nach Rottet
dam hätte gehen sollen. Me Aufschristen
hätten den Eindruck gemacht, daß es sich
um eine Waarenkistc handle, jedoch wären
zwei schwere Vorlegeschlösse, daran atwt
sen. wa im allgemeinen bet solchen Sen
düngen nicht der Fall zu sein pflegt.
Einem Zollbeamten, der in Gravcsend den
Dampfer bestiegen, sei die Kiste au ge al
len. zu der sich kein Eigenthümer gemeldet
habe. Er hätte die Schlosser aüibrechen
und den Deckel abnehmen lassen. lu der
Kiste sei ein deutschet Offizier gestiegen,
der sofort festgenommen und abgeführt
worden sei. (Woher man weiß, dah es ein
Offizier war, wird nicht gesagt. Man
kann doch nicht annehmen, dah det Mann
sich in Uniform hätte verpacken lassen.)
Dieser Offizier wäre sech Fuß hock, er
sei mit Wasser für unterwegs ersorgt
gewesen und auch mit besonderen Nähr
Mitteln somit anderen Bequemlichkeiten,
die er sür eint so Unbequeme Reist
brauchte. Dtm Ministerium de Innern
ist Bericht erstattet worden und man
glaubt natürlich an eine weitergehende
Verschwörung, deren Theilnehmet hict
und in Holland lebe muffen, denn e
mand habe den Man in d!k Kiste ein
fchlief.en und In Rotterdam wieder her
auslassen müssen. Der Gefangen, der
eine größer Summt Gelde bei sich ge
iragtn habe, hattt gestanden, er sei au
der' Gefangenschaft entwichen. Ohne Zwei,
fel hätte r die Absicht gehabt, dem Feinde
wichtige Nachrichten zu übermitteln. Sicher
kann man beaieng sein, wit sich diese vor
läufig höchst interessante Angelegenheit
aufklaren wird.
England macht reinen Tisch. Die
Edinburger Universität hat laut Mitthei
luna der '.Times" vom 12. September die
Entlassung aller Professoren deutscher
Abstammung beschlossen. Unter den da
von Betroffenen befindet sich Prof. Egge
lina. Eggeling ist 1842 in Schlesien ge
boren und seit 1875 Sanskritptoseffor in
Edinburg, durch eine große Zahl größerer
uSerke über SanSknt und vergleichende
Philologie weit über die Grenzen seine
engeren und weiteren Heimathlandel be
kannt, ein Mitarbeiter Mar Müller (Oz
ford) und Mitglied mehrerer gelehrten
Gesellschaften. Sein einzige Verbrechen
ist. daß er sich nicht hat einbürgern las
sen, vielleicht dem Druck, sich einbürgern
zu lassen, nicht hat nachgeben wollen. Je,
denfall war I bis jetzt nicht üblich, daß
deutsche Gelebt in amtlichen Stellungen
druden aus ihr Vollsihum vekzichtet'n.
- Die winzige sibirische Wurztfmau!
icj' sich Wintervorraihk. von 1215 Ki
ivgramm an.
... ; -.j -,
ZUM ?a5e Kodler.
irur WO't!' Mi 's tWIlKi tMI
t!ti t.ttitnMt ttfcrf fit t'l'f'l'tixfnt Hs'I
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'iHiin ' nftM.iif 1 N 1MT
und. 11 lUutl in iJüiini. Iliiui. t, VI.
Wtk wird nicht L 8 f l t n inen
deutscht Maler nennen f Weil fein
Wieg in Aas el fiaiiD, ,ou,en mir iiin,
dessen Denken und Flihlk. Gestallt und
Faoulieren so urdeuls h war, nicht zu de
dtulsche Meistern zahlen? mir gönnen
gern der Schweiz den Ruhm, ihn der Welt
fschenkt zu haben, sind ade, ,,iz, va,
tin Schalken den Stempel deutschen We
len trägt, und daß er geistig dtr unsere
" i L. Ihr' . tt tl 'f i
geworben Ist. Netzt nun ven vau. jua
sin Itllt in unseren Tagen, sähe bi ge
wallltt Eihuna fccl deulsit ZcWt
mit an, sagte sich aber In einem Anfallt
geistiger Verwirrung von Ttutschlari
lc könnte., wir seine Kunst entgelte
lassen, wa er al Mensch verbrach, gäbe
wir un nicht eine unvergeßliche Bloße,
wtnn wir dtn siolztn Böcklin.Saal det
Berliner Nationalgalleri der Besicht!
gun entzöge, nur weil ui der Mensch
Böcklin so arg enttäuschte?
Wir haben ,u Vocklin bereits genügend
Distanz gewonnen, um den kventuellen
Fall nüchtern zu erwägen und jeder
unbesangen Urtheilende muß sich sagen:
wir wären gezwungen, uns von dem
Menschtn Böcklin zu lösen, den
Kiln Bit, Böcklin tonnte un, wf
mand entreißen. Genau so. denke ich,
sollte man den Fall Hodlk, behan
betn. Ytrdinand Hobltr ist ein
Schwki, was er aber 'schaffen hat.'
ist in seinem innersten Kern deutsch: seine
Gemälde, seine deeorativtn Schcpsunge,
seine Graphik, all' da, ist deutsckm Em
Pfinden entsprungen und zeigt alle Merk
mal, teutonischer Wesensart; DtAtlchland
war es. daS feinenRuhm begründet hat,
da ihn verstand und pflegte, ihn, dtn
seine eigene Heimath heute noch ablehnt
und dem Frankreich verständnislos gegen
übersteht. Ihn. den Ausländer, wabllt
die Stadt Hannover zur Ausschmückung
de neuen Rathhauses, ihm. dem Schwel
zer, übertrug die Univkrjitat Jena die
Ausführung ihres Jubiläumsbilde!:
.Ausbruch der Jenenser Studenten zum
Fieiheitskampfc", zwei Ausgaben, di et
gewaltig löste, in einer Wtis löste, wie
ek nur tin deutscher Künstler kann, wen
e gilt für deutscht Ideale den bildlichen
Ausdruck zu finden. Die beullche
Sammler waren es, die große Preise für
Hodler'sche Gemälde zu zahlen wagten.
al er noch keine .Markt" hatte, und die
ihm die materielle Unabhängigkeit sicher
ttn, die er jetzt in Genf genießt, die deut
schen Kunstkritiker waren es. die sür ihn
Bahn brachen (ein seltener Fall, daß di
Kritik voranleuchtet, statt, wie üblich,
nachzuhinken), und die die Welt darüber
aufklärten, daß hier ein Genie am Werkt
sei. Und dieser selbe Hobler, der allen
Grund halte. Teutschland dankbar zu
sein, entblödete sich nicht, den Prottft
zu unterschreiben, den einige
Chauvinisten in Frankreich und in der
Schweiz von Stapel ließen, als die mili
tärischen Operationen in Rheims di Be
schießung auch der Kathedrale, unabwend
bar machten. Hobler mußte wissen,
daß nur Gründe allerzwin
gendsttr Art die Ursache sein könn
ten, den Befehl zur Beschießung zu geben,
und daß jeder Deutsche genau wie je
de, Angehörige ander, Nationen von
dem Ereignis tief betroffen wurde und
bie Vernichtung der Kathedrale (zum
Glück ist ja der Schaden ein ganz gerin
ger geblieben) ebenso als ein Unglück em,
pfände? wie irgendeiner' der Männer, dit
den Protest unterschrieben. K t i n d t u !
scher Soldat wird ein Kunstwerk
zerstören, umdesZerstörenSwil
l t das w u ß t e Hobler und doch
unterschrieb er den Protest. Mag et nun
durch die übertriebenen Berichte der ftan
zösischen Genfer Zeitungen erregt und in
momentaner Sinnesverwirrung gewesen
sein sein Vorgehen bleibt unbegreif
lich, und nichts ist verständlicher als die
furchtbare Erregung, die Deutschlands
künstlerische Kreise durchzitterte, als Hob
ler'i Verrath bekannt geworden war.
ttS. Wi;.l,V, ff). ........ (
luiumjui jiiuiuyuiiyt.ii, otten
Ehrenmitglied " oder Mitglied er war,
haben ihn ousgestoßen, die Galerlen
haben sogar seine Bilder entfernt, dit
Kunsthändler schlössen die Hodler-Tale
und die TageSblätter und Fachzeitschrift
ttn haben sich ausführlich mit dem Ereig
nis beschäftigt dtr greise Ernst
H tl ck t l in Jena verlangte sogar den so
fertigen Verkauf des obenerwähnten Um
vtrsitäisbildes zu Gunsten des rothen
Kreuzes. Mit wenigen Ausnahmen sind
Hodler's Richter, finde ich. , u w e i t g t ,
gangen. Wat hat Hodler's
Kunst .tit feiner schnöden
That zu thun? Ist unser Urtheil
von gestern, daß er ein großer
Künstler sei. werthloS. weil er un
heute als Mensch so bitter ent
täuscht? -Ist er, dessen Werke uns seit
Jahren eine Quelle der Anregung unv
Erhebung gewesen sind, deshalb kein Ge
nie, weil er In einem schwachen Momente
sich zu einer grenzenlos unüberlegten That
hinreißen ließ? Wir würden Verrälhe,
an un selbst, an der Ehrlichkeit unserer
Gesinnung, an der Sachlichkeit unsere?
Urtheile, wenn ber Zorn über den schrei ,
enden Undank Hodler', un den klaren
Blick für seine Kunst blendete. Dk
MtNsch Hodler bleibt vorläufig für
Jeden, der deutsch empfindet, erledigt;
daran öndert auch sein jüngst veröffent
lichter Brief an Karl Ernst Osihau
nichts, worin Hodler einen schwachen
Rückzug versucht der Künstlet
H 0 d l , hat damit nichts zu thun. Ri
chard Wagn beantwortet die Frage:'
..Wa ist deutsch?", mit den trefflichen
Worten: .Eine Sache u m . ihre,
selbst willen thun Wir haben
Hoble, um seiner Kunst willen
geschätzt, und es wäre ebenso undeutsch
von uns, sie nun zu verleugnen, wie t
undeutsch von ihm war. den Protest zu
unterschreibt. Die vier Gemälde von
seiner Hand, die Ich in meine, Samm
lung hüte, sollen in Amerika dafür zeu
gen, daß Ferdin,nd Hotzler bis zum
Jahre 1014 ei deutscher Künstler war.
' Josef Stranlky.