Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, January 02, 1915, Image 3

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Bunte vilder vom östlichen Rriegsschaurlatz. Das Treiben
in dem durch 5zindenburg's Siez berühmt gewordenen Stadt
chen Ruins. Die Greuel des Krieges.-Russische Vlznmacht.
Oestlicher Krikgllschauplah,
Mitte NovkmKr.
""''icb einmal hat die Krieg
? 4 geschichte einem unbedeuten
den Ort, von defsc
stenz bei unl sonst kaum
. Jemand etwa ahnte. ,ur Bkkiihmtheit
ver!olskN. flutn, da russisch-polnische
Städtchen, da Hindenburg letztem schö
S ncn Erfolg den Namen gab. tica flatM der
' loren an der Bahn von Thorn nach War,
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Grenze, auf halbem Wege. Die Bahn ist
noch nicht wieder Im Betrieb, und s ist,
wenn man von den im Schneckentempo
dahintrottendtt, nxickligen cfäfjrfen der
schlafmützigen polnischen Bauern absieht,
da Automobil da einzige Acrkchrimittel.
Aus der sogenannten .Chaussce', die
von dreschen au über das Grenzstädte
chen Stralkowo in östlicher Richtung nach
Polen hineinfuhrt, kommen uns am Tage
nach der Schlacht in fsahrzcugcn aller
Art, müde, auf Ctroh hingelaaert. große
mengen von velchen verwundeten ent
gegen, denn die Lazarette vorn an der
iront sind stark besetzt und die Tran.
portfähigen müssen so rasch wie möglich
naq enilchlano gebracht werden. Bald
zeigen sich auch die ersten Gefangenen
trupp. In endlosen grauen Schlangen,
eine ,au,!nve mann, werden sie West
wärt abgeführt. Bon winterlicher Klei
dung noch nicht zu bemerken, alle haben
noch die schilsgriinen Leinent!tel an.
darüber tragen einzelne Filzmäntcl von
gleicher Farbe. Mancher hat sogar einen
v veuiichcn Jnsanlericmantel an, den solch
verhungerter eil wohl, wenn er gar zu
sehr fror, von einem .Barbaren' erhalten
halte. Auch die Pferde qekanaoier. Russe
werden in grofzer Zahl dorübergefürrt,
um tn Deutschland verwerthet zu werden.
Allerdings scheinen auch unsere Soldaten
an vcn Steppenpserden der Nosaken &t
fallen zu finden, denn ich beaecmete in
Rußland wiederholt deutschen Traintolon
nen. bei denen diese kleinen, zähen Pferd-
wen als .Zug oder Reitlhiere Bcrwen
dung gefunden hatten.
Während die Landbevölkerung baubt.
sächlich aus Polen besteht, sieht man in
den Städten fast nur Juden. E3 sind
die bekannten Typen m langen Kaftan
mit kleinen schwarzen Käppchen, entsetzlich
schmutzig und verwahrlost wie ihre ganze
Umgebung. Sie sprechen meist ziemlich
gut deutsch, wenn auch mit starkem Jar
gon, und sind zu unseren Truppen recht
freundlich, wa ober nicht hindert, daß sie
auch versuche, von den Ereignissen zu
profitiren. Gelegenheit genug ist dazu
da, denn der Handelsverkehr ist nach dem
Einmarsch der Teutschen ungemcin rege.
Im Freien, auf dem Markt", stehen
Männer und Frauen mitten in dem nie
' beseitigten Straßenschlamm, hinter Hei
-nen Tischchen mit einer messingenen
Theemaschine, einigen holbzerbroajencn
Gläsern und schmierigem Gebäck. Wirr
durcheinander tönen die Rufe der Kon
kurrenten: Herr Soldat, Se werd'n
woll'n trinken e Thee." Do den Kuchen,
schau'n Se. gut i er, ich sag' Ehnen!"
Nu, wa riemmt der Herr, wünschen Se
trinken Warmes?" Dazwischen laufen
die Kinder herum, große mürbe Wecken
feilbietend, die sie aber nicht aus der un
gewaschenen Hand lassen, ehe man ihnen
nicht das Geld in die andere gedrückt Hot.
uncre oioaien ireien an vie vranoe
heran, lassen sich für zehn Pfennig ein
Glas der hellbraunen Flüssigkeit einschen
ken und sagen dem allzu geschäftstüchti
gen Kaufmann' auf gut deutsch ihre Mei
nung, wenn er zu wenig herausgiebt oder
russische Münzen unter das Wechselgeld
zu schmuggeln versucht.
In Kolo Kar ein großer Transport
russischer Gefangener aus den letzten
Kämpfeil zum Uebernachten in der Kirche
Untergebracht worden und wurde nun
eim Morgengrauen herausgeholt und
zum Abmarsch aufgestellt.' : Um die Zahl
kontrolliren zu können, und auch auf dem
Maisch eine ständige Uebersicht zu haben,
ordneten die deutschen Begleitmannschaft
tcn die nan.ic Gesellschaft in Reib und
Glied zu je Vier Mann," nebeneinander.
Das war aber nicht so einfach, und es
bedürfte manches gewaltsamen Zupacken,
um den schwerfälligen Leuten Leizubrin
gen, wa sie eigentlich sollten. Auch einige
' Einwohner der bratn selbst befanden sich
zufälligerweise unter den Gesangenen.
Sie wurden von ihren Landsleuten siür
misch begrüßt und sogar zu ihrer Gefan
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brachten aus Freude, was sie irgend an
Borräthen übrig hatten, angeschleppt, um
es den Gefangenen mit auf den Weg zu
geben, Brod, Fleisch, sogar kleine Töpf
chen, die als Trinkbecher dienen sollten.
Die ausgehungerten Russen stürzten sich
laut durcheinander schreiend wie die Wil
den auf das Dargebotene, und balgte.
sich untereinander um die Sachen, obwohl
sie erst eben eine kräftige Kartoffclsuppe
erhalten hatten. Noch als der Transport
schon in Bewegung gefttzl hatte, ka
men athemlos einige Juden mit vollen
Armen herbeigestiirzt und rannten hinter
den Gefangenen her. Die Beutestücke
mußten die Russen selbst mitschleppen,
und zwar zogen je zwei Mann ein Ma
schinengewehr und etwa zwanzig ein Ge
schütz hinter sich drein.
Die Landsturmleute, die die Gesänge
1 nen bis zur deutschen Grenze egieiten,
kehren immer wieder zur Front zurück,
um neue Trupps abzuholen. Da das ein
tüchtiger Marsch ist, lassen sie sich, wenn
möglich, von zur Front fahrenden Auto
mobilen ein , Stück mitnehmen, und es
) km,,.t ihnen auch nicht darauf an. auf
( einem Lastauiomobil Platz zu nehmen.
x iltt Nachschub der Munition ist aus den
, 'linden Straßen äußerst schwierig, und
" C ca der Bedarf sehr groß ist, rattern Tag
Hund
Nacht die langen, schwerbeladenen
Kolonnen durch Wind und Weiter bi u
wem Ort nahe der Front, wo dann ein
Depot angelegt wird, au dem die ein
einen Truppentheile Ihre Munition ent
nehmen.
Die Kämpfe der kehlen Tage sind noch
nicht abgeschlossen, denn schon bald hinter
Kolo dringt lebhafter Kanonendonner an
unser Ohr. Hier hatten noch vor weni
gen Tagen drei russische Kavalleriedivi'
sioncn den Wartheubergang zu forciren
versucht und sich blutige Köpfe geholt.
Jetzt sind unsere tapferen Truppen schon
mit den Hauptkräften mehrere Tagemär
sche weiter in Land eingedrungen, und
man sieht auf der Etappenftraße nur
mehr Bagage und Kolonnen, oft auch
Ersakbataillone, die zur Verstärkung und
Ablösung nach Osten marschiren. Wie
bald wird ihre jetzt noch funkelnagelneue
feldgraue Ausrüstung zerrissen und be
schmutzt sein, wie die der entgegenkam
wenden verwundeten Kameraden, die die
großen Kämpfe mitgemacht haben!
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Bei diesen ging eS so rasch vorwärts.
daß die Infanterie meist gar keine Zeit
hatte, sich hinzulegen, sondern im Stehen
oder Knien auf die fliehenden Russen
feuerte. Die Artillerie ist gleichfalls kaum
dazu gekommen, eine feste Stellung zu
beziehen' und sich einzuschicken, denn schon
nach wenigen Schüssen hieß es immer
gleich wieder aufprotzen und ein paar Kilo
meter weiter vorgehen. Auch die Schützen-
graben längs der Straße zeugen von dem
schnellen Tempo des Nachdrängens unserer
Heere, denn von ordentlichem Ausbau der
Gräben ist leine Rede, meist sind es nur
flüchtig aufgeworfene, niedrige Erdwälle.
An vielen Stellen sind verstreut zahlreiche
flache Mulden gegraben, offenbar hatten
sich hier die einzelnen russischen Soldaten
beim Zurückgehen zeder für sich immer
rasch etwas in die Erde eingebuddelt, um
sich gegen das mörderische Feuer der Unse
rigen zu veacn. jCcnn an natürlicher
Deckung ist nicht viel vorhanden. Die
ganze Gegend ist flach und ode, meist
sumpsland ohne besonderen Baumwuchs
Ueberall Tümpel und Teiche verschieden
ster Ausdehnung, manchmal auch größere
Wasserflachen. Dazwischen viele. Wasser
laufe, todte Arme der. Warthe und Ab
lüsse der Seen. Die Chaussee fuhrt über
unzählige schmale Nothbrücken, die von
unseren Pionieren in aller Eile hergestellt
werden mußten, und zwar in einer solchen
Festigkeit, d$ß auch die schweren Last
kraftwagen mit mehreren Tonnen Bela
stung wenigsten bei vorsichtigem, lang
samein Jahren hinübcrkommen. Und ge
ring war die Arbeit für ü'nsere Brücken
trains nicht, denn die Zerstör der Brücke
hatten ganze Arbeit' gethan deutsche
Arbeit. Nämlich, als unser Heer sich nach
dem Vorstoß auf Warschau und Jwango
rod zur Äeugrnppirung zurückzog, 'machte
e alle Bahnen und Brücken unbrauchbar,
um ein Nachdrängen-der Russen, das un-
sere Ausstellung gestört und erkundet hatte,
unmöglich zu machen. (Wie mir ein Offi
zier der Eisenbahner erzählte, war eine
Strecke sogar so grundlich zerstört worden,
daß sich nicht einmal mehr genau fest
stellen ließ, wo der Schienenstrang ent
langgeführt hätte.) In ' den sumpfigen
Niederungen der Warthe mußte stellen
weise die Fahrbahn mehrere hundert Me
ter weit mit Bohlen belegt werden, um
ein Vorwärtskommen der Fahrzeuge zu
ermöglichen.
Auch in Kutno selbst sind mehrere Brük
ken zerstört und wir müssen einen Um
weg durch die . südliche Vorstadt nehmen.
Das große wcißgctünchle Bahnhofsgebäude
liegt todt und verlassen da, durch die zer
brochenen Scheiben pfeift der eisige No
vembersturm. Auf den Rangiergeleisen
aber herrscht Leben und Bewegung, eine
Abtheilung deutscher Kavallerie hat es
sich dort bequem gemacht, Biwakfcuer ent
zündet und kocht nun ab. Einheimische
sieht man wenig in den engen . Straßen
der Stadt, sie sind Wohl zum größten
Theil geflüchtet. Angeblich haben auch die
Nüssen bei der vorübergehenden Wieder
besitzergreifung der Stadt viele Juden hin
gerichtet, von denen man ihnen erzählt
hatte, sie wären den Deutschen während
ihrer Anwesenheit freundlich entgcgenge
kommen.
Während daS Donnern der Geschütze
von den sich rasch südwärts ziehenden Wer
folgungslämpfcn immer lauter herüber
grollt, kommen wir in das Gebiet der blu
tigcn Kämpfe der allerletzten Tage. Erst
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RUSSISCHS JUDEN IN CZENSTOCHAU.
vorgestern, so sagt mir der Unteroffizier,
der die Ausräumung deS Schlachtfeldes
beaufsichtigt, hat es hier einen harten
Strauß gegeben. Die Russen hatten einen
verzweifelten Gegenangriff gegen unsere
Front versucht, der aber rasch zusammen
brach, und nun gab es für sie kein Halten
mehr. In langen Reihen lagen sie jetzt
zusammengekettet da, die verzerrten Ge
sichter fast grüngelb wie ihre Uniformen,
um gemeinsam begraben zu werden. Die
auf unserer Seite Gefallenen erfreu
ficherweise sind sie nicht übermäßig zahl
reich hatten bereits am vorhergehenden
Tage ihre letzte Ruhestätte erhalten. ,2
Unteroffiziere und 21 Mann vom ... Re
giment, tapfer und pflichtqetreu, fielen hier
für ihr Vaterland," so berichtet kurz das
schlichte Kreuz auf einem der Hügel. Die
Waffen der Gefallenen werden unter stren
ger militärischer Aufsicht von Bauern ein
gesammelt und auf Karren fortgebrocht.
Der fürchterliche Verwesungsgeruch der-
folgt uns noch lange auf der Rückfahrt,
zu der wir einen anderen Weg wählten.
Hierbei kamen wir an eine Stelle, wo an
scheinend ein heftiges Artillerieduell statt
gefunden hatte. 'Riesige Granatlöcher auf
dem fchon ohnehin erbärmlich schlechten
Wege, zersplitterte Bäume, leere Geschoß
hülsen, tief eingewühlte Radspuren, ent-
schlich verstümmelte Pserdeleichen. Zer
schossene Häuser, wie man, sie im Westen
so zahlreich antrifft, waren wenig zu
sehen, vielleicht weil die Kämpfe, wie schon
früher hervorgehoben, viel rascher über die
Landstriche hinwcqzogen als in Frankreich,
wo sie sich lange Zeit hindurch in denselben
Gegenden abspielten. Allerdings machte
schon manches gar nicht beschossene polni
Die Fresse von
Aires
Buenos Aires. Oktober 1914.
Ein Deutscher, der die hiesigen Zeitun
gen zum ersten Mal zu Gesicht bekommt,
dürfte außerordentlich erstaunt sein über
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sche Bauernhaus einen ebenso zerfallenen
und trostlosen Eindruck, als ein von den
Gefechten in Mitleidenschaft gezogenes im
Westen. Daß die eine Hälfte des Daches
fast ganz fehlt, alle Scheiben zerbrochen
sind, die Thür aus den Angeln und die
Mauer abgebröckelt, ist keineswegs eine
Seltenheit.
' Alle paar hundert Meter begegnet man
auch außerhalb des eigentlichen Kampf
gevictes am Wege liegenden Pscrdckada
vern. Ein kleines rotles Loch in der
Stirn, davon ausgehend ein schmales
Bächlein geronnenen Blutes, das sich im
Lehm verlauft. Die armen Thiere sind
unter der übermäßigen Anstrengung in
folge der schlechten Bodenverhältnisse zu
sammcngebrochen und haben den Gnaden
schuh erhalten. Wild herumlaufende Hunde
haben sich oft über sie hergemacht, wenn
nicht ein Bauer auf seinem Leiterwagen
den Kadaver mit den vier gleich Tischfüßen
steif emporgcreckten Beinen davonfährt.
Im nächsten Ort warnt uns der Orts
kommandant. auf der beabsichtigten Strecke
heimzufahren, da ihm in dieser Richtung
eben ein versprengtes russisches Bataillon
gemeldet sei, das sich noch dort herum
treibe. ' Doch es ist schon spät, und ein
Umweg würde uns erst tief in der Dunkel-
heit an unser Standquartier zuriickbrin
gen. Da wir bewaffnet sind und kurz
vorher eine starke Patrouille, um die
Straße zu erkunden, aegangen ist, be
schließen wir, denoch unser Heil zu der
suchen. Wir kamen auch unbehelligt durch
und erfuhren später, daß das russische Ba-
taillon sich am andern Morgen glatt hatte
einsangen lassen.
Dr. Hans Bohm.
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und der Krieg.
die Art und Weise, mit der sich besonders
die kleineren Blätter in einem für deutsche
Begriffe unerhörten on über Alles au
ßern, wa ihnen nicht yat. Mag e sich
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nun um die hiesige Regierung, das Thun
und Lassen der einzelnen Beamten oder
Vorkommnisse in anderen Ländern han
deln, immer pslcgt der Ton so scharf und
aufreizend zu sein, wie man ihn in
Deutschland weder wagen noch erlauben
würde. Die Gewohnheit der hierorherr
schenken lateinischen Nasse ist, sich leicht
an der Form zu begeistern, in der etwas
gesagt wird, dagegen den Inhalt erst in
zweiter Linie zu prüfen. Dem tra,
gen die Redaktionen natürlich Rechnung.
Es ist also begreiflich, daß der euro
PÄische Krieg hier allen Zeitungen will
kommenen Anlaß gab, sich einander mit
scharfen Veröffentlichungen zu überbieten.
Besonders, weil kurz nach Ausbruch des
Krieges nur , noch einseitig gefärbte Ka
bel von drüben aus französischer und eng
lischer Quelle kamen. Man kann sich
leicht vorstellen, wie z. B. jede der von,
Havas oder Reuter gemeldeten Niederlage
oder gemeinen Verleumdungen Deutsch
land's Ursache zu langen Leitartikeln und
Sliiöfällen gegen alles Deutsche gab. Ge
rade diese ersten Nachrichten nach der
Durchschneidung des deutschen Kabels be
zichtigten (wie einzelne Beispiele beweisen)
durch Falschmeldungen aller Art das
deutsche Volk,und feine Führer in der gc
meinstcn Weise der unglaublichsten Dinge.
Wirkung: von Anfang an die Einleitung
einer deutschfeindlichen Propaganda sli
tens der meisten hiesigen Zeitungen. Der-
art. daß nicht nur die ungebildeten unteren
Schichten der Bevölkerung sich allmählich
immer mehr (besonders durch den leicht
zündenden Wortschwall spanischer Leit-
artikel und die angeblich authentischen Ve-
richte biclgelesener Zeitungen) zu blinden
Deutschcn-Hassern entwickelten. Auch ein
großer Theil der Gebildeten wurde durch
die einseitig gefärbten Kabel aus England
und Frankreich in ihrer Meinung stark
beeinflußt. Das fortgesetzte Verhimmeln
alles Anti-Deutschen durch nahezu alle hie
sigen Zeitungen in spanischer, französischer
und englischer Sprache mußte naturgemäß
von großem Einfluß auf die sogenannte
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Dl5lS GROSSE MARKT IN CZENSTOCHAU.
öffentliche Meinung werden. Um so
mehr, weil hier im Lande die unteren und
mittleren Schichten der Bevölkerung fast
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ihre ganze Weisheit nur aus der Tages
lektüre zu schöpfen pflegen..
Die Gehässigkeit der hiesigen, englischen
und französischen Zeitungen übertrifft na
türlich alles Andere. The Standard"
nannte die Einnahme von Antwerpen
durch Deutschland den letzten Bissen des
wüthenden Hundes"; Le Courrier Fran
cais" erdreistete sich sogar, zu behaupten,
alle von New Fark aus gemeldeten draht
losen Telegramme (meist offizielle Berli
ncr Berichte über den wahren (günstigen)
Stand der deutschen Sache, die die Naue
ner drahtlose Station nach Sayville ka
bette) seien Schwindel; die Nauener
Station habe gar nicht die nöthige Reich
weite, um mit Sayville zu sprechen!
La Prensa", hier so ziemlich das be-
deutendste Blatt
in ver ranoes prame.
hatte sofort bei Beginn des. Krieges einen,
weithin sichtbaren Zeichendienst auf der
Kuppel des hohen Gebäudes eingerichtet.
Bei Tag und Nacht verkündeten farbige
Lichtsignale resp. Fahnen die Siege der
Deutschen und Oesterreich oder deren
Gegner. Als aber Havas und Reuter nach
Durchschneidung des deutschen Kabels
Lüge auf Lüge über Erfolge der Franzo
sen und Russen berichteten und gleichzeitig
durch allerlei Schwindel Nachrichten
Deutschland verleumdeten, erinnerte sich
La Prensa" nicht mehr des so pompös
gemeldeten Signalierdicnstcs, sobald hier
und da von London ' oder Paris aus
nahmsweise ein deutscher Sieg eingestan
den wurde, oder wenn über New Fork ein
deutscher Erfolg angezeigt worden war.
Ein weiteres Beispiel von Parteilichkeit
der' gleichen Zeitung ist die Gewohnheit,
bei gleichzeitig eintreffenden Kabeln, die
deutsche Verluste und (angebliche) Erfolge
der Gegner melden, alle Kabel z u s a m
men auf den dazu bestimmten Tafeln
anzuschlagen, aber nochmals eztra
auf weithin sichtbarem Transparent die
für Deutschland ungünstigen zu der
öffentlichen. Sobald in irgend einer ausländischen
Zeitung eine deutschfeindliche Notiz er
scheint, wird sie jetzt im Allgemeinen von
den hiesigen Blättern sofort abgedruckt,
ohne daß die Redaktionen sich nur im Ge
ringsten darum zu kümmern scheinen, ob
es sich um Gerüchte, aufhetzende Lügen
oder verbürgte Privatberichte handelt.
La Naciön", die etwa auf gleicher
Höhe wie La Prensa" steht, leistete sich in
dieser Beziehung etwas ganz Besonderes.
Am 9. Oktober zeigten Böllerschüsse vor
der Redaktion die Sensations-Nachricht
an, Italien habe in den Krieg eingegrif
sen und bereits 00.000 Mann (!) Frank
reich zur Hülfe gesandt. Einen Tag spä
ter kam dann in der gleichen Zeitung eine
jämmerliche Entschuldigung wegen dieser
Meldung über Italien: in dem Original
Kabel der Agentur Havas sei wohl von
der neuen Einmischung eines Staates in
den Konflikt und von Absenkung der
10,000 Mann die Rede, nur habe Havas
für den von der englischen Zensur unter
drückten Namen des betreffenden Landes
Italien" eingesetzt. La Naciön" fügte
hinzu, eine 'solche Nachricht' betreffs Jta
licn habe 'man ja erwartet! (Die tele
phonische Anfrage beim hiesigen italicni
schcn Gesandten wäre genügend gewesen,
diese angebliche offizielle Kriegserklärung
glatt als erfunden hinzustellen!!) Auc
da hinterher von der Redaktion erzählte
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KAUFEN ..E&SVAfcEN; '
Märchen, die neu kriegführende Macht sei
nicht Italien, sondern Portugal, fand feit
her keine Bestätigung, Neuerdings, nach
Ankunft des Dampfers Hollandia" von
Amsterdam in Rio de Janeiro, brachte
La Naciön" einen Abdruck aus der in R.
erscheinenden Zeitung A Rua", Darin
wurde versichert, Oberst Maldonado und
andere chilenische Offiziere, Passagiere des
genannten .Dampfers, hätten den Bericht
erstattern von A Rua" - mitgetheilt, sie
seien in Lüttich Augenzeugen gewesen, wie
deutsche Truppen den belgischen Gefange
nen Ohren, Nasen und Füße abgeschnitten
und Augen ausgestochen hätten, wie über
Haupt die Deutschen furchtbare Grausam,
leiten begingen; es existire ein Befehl der
Heeresleitung, rücksichtslos vorzugehen;
jeder Soldat, der Mitleid zeige, werde
später erschossen!!! Jetzt, nachdem d
chilenischen Herren hier ankamen, stellt sich
heraus, daß an diesen angeblichen Aus
sagen kein wahres Wort ist. Aber die
Sensationslust von La Naciön" und die
Sucht, 'Schlechtes über Deutschland zu
verbreiten, hatten die Redaktion veran
laßt, so unglaublich klingende Berichte so
fort zu bringen, anstatt zu warten, big
vier Tage später die angeblichen Augen
zeugen selbst in Buenos Aires befragt
werden konnten. Natürlich waren die
chilenischen Offiziere empört über die
ihnen in den Mund gelegten Aeußerun
gen und erklärten außerdem, daß sie nach
Ausbruch des Krieges überhaupt gar nicht
mehr in Belgien gewesen feien.
Eine so gemeine Verleumdung, wie die
vorerwähnte, macht sofort die Runde in
der Provinzpresse, die auf den Nachrich
tendienst von Buenos Aires angewiesen
ist; je weiter die Plätze im Innern des
Landes liegen und je kleiner die Zeitungen
sind, desto mehr erlogene Kommentare be
kommen die Leser dazu aufgetischt. De
menti von Buenos Aires' bleiben entweder
ungeachtet oder werden im günstigsten
Falle unter einer neutralen Ueberschrift
an so unauffälliger Weise abgedruckt, daß
sie kaum Jemand glaubt.
Aber noch ein anderer Fall, auf dem
die hiesigen Zeitungen herumreiten, ist die
Erschießung des argentinischen Vize-Kon
suls in Dinant (Belgien). Ohne das Re
sultat der von Deutschland der hiesigen
Regierung versprochenen peinlichen Unter ,
suchung hierüber abzuwarten, ist aus An
laß dieses Vorfalls das argentinische Volk
und ganz besonders . die Studentenschaft
von verschiedenen Zeitungen in der
schlimmsten Weise aufgehetzt worden. Man
beschuldigte die argentinische Regierung
der Feigheit und Lahmheit, weil sie nicht
sofort mit aller Strenge eine genaue Er
klärung und Genugthuung von Deutsch
land verlange. - Besonders das Hetzblatt
Erttica" predigte so lange, bis sich eine
Kommission von Studenten bildete, die
wie genannte Zeitung sagt den
Deutschen beweisen soll, daß es Patriot!
sche Argentiner giebt, denen das Vorgehen
der Regierung zu lau ist. Der per Kabel
gemeldete angebliche Tod eines argentini
schen Gesandtschaftsfckrctärs während der
Beschießung von Antwerpen gab dann
von Neuem Anlaß zu Schreiberei ....
Die beiden hier in deutscher Sprach
erscheinenden Tagesblättcr bemühen sich
redlich, für die Wahrheit zu kämpfen, be
sonders mit ausführlichen Berichten über
die Kriegslage, zu denen die Nauen-New
Yorker Kabel zuverlässige Anhaltspunkte
geben; ferner durch Abdruck der von Eu
ropa kommenden aufklärenden Zcitunge
und Briefe. Aber schließlich kommen diese
Blätter doch nur für die deutsch Sprechen
den in Betracht! Deshalb ist 'es freudig
zu begrüßen, daß die Redaktion der
Deutsche La Plata-Zeitung" ab Ende
Oktober noch eine Tageszeitung in spa
nischer Sprache veröffentlicht.
Und inzwischen ist nur hoffen, daß
durch eifrige Propaganda der hier ansäs
sigen Deutschen, besonders mit Verb,
tung des neuerdings aus Deutschland em!
getroffenen Weißbuchs (spanische Aus
gäbe), zunächst- wenigstens die Wahrheit
über das Entstehen des Krieges hier i
kannt werde.
Eduard Adler. ;
Schwaben besitzt 125 .Vulkanem
bryonen".
Am Nordkap bleibt die Sonne 63
Tage (vom 17. November bis 24. Ja
nuar) au.
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