Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, July 03, 1914, Image 2

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vndNZlcichlich fofiSarn,
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inst hcnlick,?n Fassung von
Kuchtenden Tmaragde und
funkelnden Rubinen tat
ASstridassin in stimm
Kranze von prächligcn
Allem und flL'jen Bauten.
toM, eine WrckmIadt mit aubnlobrn.
nlurb'k da mi"bmai dich prr'ankn ÄlckkN,
. Toch nur. um blii dich do?pe!l febon ju (iförn,
1 6a!9 rnil bPWeU Hellem Wlam zu uirnucfen,
S'iena kich bis itvtt Jltbtl'lctrt hcb.n.
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Ichwkden.
- Und teeirn auch .'llcrwendttch Sinb( Kkb?n.
fcienn reiiiii Spqcn liflcü, innen rau'cben,
' Sei Himmei! Mim mu tmia neu erllchen.
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Der schuldige Anschuldige.
Nooellette von Venv tttdaubkn.
Deutsch von Lugen Zsol an i.
Tie Geschichte, die ich zählen will.
, passirte vor dielen, vielen Jahren m einem
kleinen Neste Frankreichs.
Da war im einzigen Gasthau! de! Or
tcs ein Herr abgestiegen, der sich in! Frem
. besuch als Graf Adolphe Hugo de Samt.
Gats eingeschrieben hatte.
. Man wußte wohl, daß das Adclsgc
. schlecht, zu dem er gehörte, in der Gegend
jenes Ortes - ansässig gewesen, aber feit
über einem Jahrhundert ausgestorben sei.
Doch gab Graf Adolphe Hugo vor, zu
einer Seitenlinie des Geschlechtes zu ge.
hören und lediglich nach jenem Orte ge
kommen zu sein, um Nachforschungen über
daS uralte Geschlecht der Grafen de
Saint-Gats anzustellen, da er ein histori
scheS Werk über seine Familie schreibe.
Ihn intcresfirte denn auch alles unge
mein, was nur irgend Bezug auf die Gra
fm de Saint-Gats hatte. Er forschte bei
den ältesten Einwohnern nach Sagen über
diese Adelsfamilie. blieb tagelang in der
Nähe der Ruine des alten Schlöffe! der
Grafen de-Saint-Gatö, ließ sich auch die
Torfkirche asfschlichen, um die Gruft der
Grafen zu betrachten, und stieg mit dem
Küster gemeinsr hinab, um die Särge
feiner Vorfahren , untersuchen, die eisern
und wohlverschlHn nebeneinandergereiht
dastanden und von denen alte Ortssagen
erzählten,, daß sie mancherlei Schätze ent.
hielten. Besonders wurde das von dem
einen Sarge berich't. der die Reste einer
Gräfin enthielt, die sich durch seltene
Schönheit .ausgezeichnet haben soll und
die, wie die'Sage erzählt, als Preis ihrer
Schönheit, aber Wohl nicht auch als Lohn
ihrer Tugend vom König Ludwig XV.
von Frankreich hcriKchen Schmuck erhal
ten haben soll, den sie der Sage nach mit
in ihre Gruft nahm, weil ihr Gemahl skh
und das Haus icht mit diesen Schätzen
hatte bereichern wollen, aber al! getreuer
. Nutertban seines königlichen Herrn den
vom Fürsten erhaltenen Gnadenbewcis
nicht hatte zurückgeben dürfen. Der un.
scheinbare eiserne Sarg ließ nicht erkennen,
ob die Sage recht berichtete, und so mufzte
sich den Graf Adolphe Hugo damit be.
' gnügen, lediglich die alte Wär für sein
Werk zu notlren.
Ja, der Graf nahm es mit feiner Arbeit
sthr genau; er notirte alles, was er nur
vernehmen konnte, und wenn er am frühen
Morgen oftmals, wenn die Bewohner
des Gasthauses, ja des ganzen OrteZ
nahezu noch schliefen - ausgegangen war.
so kam er oft erst von feinen Streifzllgen
spät Abends oder gar in der Nacht zurück,
und wenn er früher kam. arbeitete er allein
in seinem Zimmer bis in die Nacht hinein
an seinem Werk.
Eines Tages aber kam er nicht wieder.
Ein Bewobner des Ortes, der ihm für fein
Werk eine Mittheilung hatte macheg wol
len und den er in das Gasthaus zum
Älvnd bestellt hatte, wartete vergeblich auf
ihn. Man glaubte, er wurde noch Nachts
heimkehren, aber er kam nicht und war
auch anderen Tages nicht zur Stelle.
Das mußte den Verdacht erregen, daß
ihm ein Unglück zugeftofzen sei auf seinen
einsamen Wanderungen, und als man noch
darüber sprach und debattirte,, ob er sich
nicht vielleicht irgendwo verirrt oder für
seine Forschungen in einem anderen Nach
bJrorie aufhatte, fiel den Bewohnern de!
EastdaufeS zu ihrem nicht geringen Schre
ck?n ein. dag ein anderer Fremder, der vor
tm paar Tagen in dem SLsthiuz einge
' lu-i a'wkftn. gestern überraschend schnell
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Hfiitfn,
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Treu deinem Von: ,W,in geid die jvelt!'
seine Rechnung verlangt hatte und bae
reist war,
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XuU plodliche Abreise konnte wobl mit,
dem Verschwinden des Grafen im Ziifam.! Grafen und vermuthlich auch zu seiner Erbfähig war. Tann fcb'oß der Küster die
menhang stew? neinlie muß:e es. Denn mordung brauchte, denn auch ein Hammelbrust, wobei er merk:. daß der Mecha-
Ä ;itnw? $ "u ri1' dabei. Offenbar hatte er sich nur!nismu! der yallthür offenbar durch den
das Verschwindende, anderen, erst ,nBe.z tit k(nn
.ehung 'bracht war fielen den Ange-we Adressen geben lassen, war dabei aberfunkttonirte nicht recht. .
iellten und den Bewohnern deS Gasthau.,fo schlau vorgegangen und hatte bei jedem Qi dauerte wohl einige Stunden, ehe
ses allerlei Dinge ein. die die Vermuthung einzelnen nur einen WWMrh m.. . ,
v.j -3f c s (,.;, rti.r.t;nli.. . - . Bu,.,u
i juiuiiimuiuiiiji utiuu Vii;u;illlC, poet maMN iailkn.
zu bestätigen schienen. Er wurde, obwohl er die ihm zuaescbrie.
Jener andere Fremde er hatte sich'bene That der Beraubung und Beiseite
als Kaufmann Ernest Boulanger im Gast !schaffuna des Grasen lWWin ?.,..,.
bau! eingeschrieben hat! nur wenigesosort an den Schauplatz jener Geschehnisse
Tage dort gewohnt; ihmwar. wie man befördert, wo die Untersuchung ihren Fo't
sich jetzt erinnerte, sofort der Graf Saint gang nahm. Freilich wollte diese keine
Galö aufgefallen, und er hatte sich seh:
sehr eingehend nach dessen Vorhaben er
kundigt. Dabei hatte er. als er des Gra
fen ?!amen gehört, mit spöttisch lächelnder
Miene gesagt, daß er ihm bekannt er
scheine. Ja, aus mancherlei Dingen, die
jetzt diesem und jenem einfielen, konnte
man wohl annehmen, daß dieser Herr
Boulanger den Geschäften, wegen deren er.
wie er zuerst angegeben hatte, in den Ort
gekommen war er wollte bei Schmieden
und Schlossern ein neues Patent einfüh
k .il. r.X. Wk-.!T. . r-fi'
Grafen gekümmert hatte.
Da der Graf sich durch sein liebenSwür
diges Benehmen und leutseliges Wesen
schnell die Liebe aller erworben hatte, mit
denen er bekannt geworden war, auch an
die Angestellten des Gasthauses stets reich
liche Trinkgelder bezahlt hatte, was ja
auch die Zuneigung dieser Leute zu weiten
pflegt, war man letzt nicht ohne Besorgnis
um ihn, zumal eben niemand diesem Herrn
Boulanger Gute! zutraute, der auch sofort
wie man wissen wollte, von dem Grafen
mit einigem Mißtrauen betrachtet worden
se,.
Man ist in solchen Fällen in Volks
kreisen mit Verdächtigungen nur allzu
leicht bei der Hand, und da den Behörden
das Verschwinden des Grafen Saint-Gats
gemeldet werden mußte, ward sofort hin
zugefügt, daß der Verdacht naheliegt, mit
seinem unerklärlichen Verschwinden stehe
die pwöilche Adrerse de! Herrn Boulan
ger in Verbindung, und vielleicht liege gar
ein Beröiechen von jerten dieses vor.
So wurde denn nach beiden geforscht,
und der Zufall wollte es. daß der Kauf
mann Boulanger sehr bald in Paris er
mittelt wurde, und zwar unter Umstän
den. die ihn sehr stark verdächtigten. Man
fand bei Ihm eine größere Summe Geldes
vor, ein paar tausend Franc!, über deren
Herkunft er keine Angaben zu machen
wußte und machen wollte. In jenem Gast
haus aber war er mehr al! bescheiden auf
getreten, nicht wie einer, der Tausende in
seiner Tasche hatte. Er mußte dieses Geld
also erst kurz vor seiner Abreise also
durch Beraubung des Grafen, wie man
aninkimt neneini' we ftsl.
anzunehmen geneigt war . erhalten
haben, da auch zwischen sein Abreife Und
seiner Festnahme eine zu kurze Zeit log.
um solche Summe auf ehrliche Weise zu
erwerben. :
Dazu verwickelte er sich in mancherlei
Widersprüche bei den mit ihm angestellten
Verhören. Er erzählte, daß er an dem
Tage, da er sich in! Gasthaus kegcben
habe, den Grafen unterwegs, noch frisch
U" m aicncn von imeyen men unrechtmäßiger Wei e angemaßt. Zu
geben lassen , wohl gar nicht recht nach welchem Zwecke war das geschahen? Wer
gegangen war, statt dessen aber sich sehrjwar er überhaupt gewesen? Aus den Es
eingehend um die Angelegenheiten desjftkten. die man im Gasikaus dorknik in
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Panorama
Am Jungfernstieg hat man den besten.,
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rgleichlich Schönheit, dort lreilet s
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den Alsterdamm. geradeaus den Wall und
ic omvarosoruae. zur anoern eiic oen
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ceuen UMern,ueg. luo.ien Lnve brücke, von der man eine herrücke Aus.
de ungsttr.stltg befinden sich die Alslcr.ßch, auf die beiden Bassin! der Alster ae.
Arkaden mit zahlreichen G,-schäszlädcN!
dann geht man über die Rcefendamm
drucke den Alsierdomn, entlang nach dem
eidinandsthor. in dessen nächster Naheie Topelthürme der Resormirten Nirche.!deckte Cpip dc, Thurme, der St. Jo.
man da Schillerdenkmal inmitten hüb.jSt. Jakobi. die nadclspiize Pyramide vonihannislirche in öppendors und aus d'
scher Anlagen und ihm gegenüber die 2t. Petri. im Hintergründe, mit grüner !entgcgenqef,-tz!en Seite der Alster der
KunsthZtle erd.ickt. Unter der Bahnbrücke j Patina bedeckt, die St. atharinenkirche. bunte Backlteinbau der St. Gertrudkirck?
hindurch folgt man dem Wege zwischen der Thurm dc Rathhauscs mit reich au,, in Hohenselde sowie der scharfe Thurm
der Bahn und dc? Alster. Gleich am An. gebildeter Spitze, die goihische Pyramidelder Eildcckcr Kirche, die Toppelthürme der,
und munter getroffen hatte, wollte aber seinem nicht geringen Erstaunen eineZ frü
wiederum nicht mit der Sprache heraus. !hcn Morgen die Kircheiubür offen, sicht.
um welche Zeit dies und wo es geschehen'Iich Nachts gewaltsam gecffnet. Und als
sei. Besonder! verdächtig aber war eink:'er die Kirche betrat, fand man dort einen
befragt über das Patent, das er habe beiFremden bewußtlos auf in der Nähe der
schmieden und Schlossern einführen wol.'ebenfallS gewallsam geoksneten alten gras
len, wußte er nichts anzugeben, wohl abglich SaintGatöschen Gruft,
war er in der That bei einigen Schlossern Man brachte den Aufgefundenen, der
und chmieden gewesen. um Sc!'üffel!ofsenbar in die Gruft einvbrochen und.
und allerlei anderes Handwerkzeug nachnachdem er sie wieder verlassen hatte, be.
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Gegenstände, die er zur ftnanbunn h.-i
icimii angacen macqen zu Ia,?en. osfenrwußtloz zusammenoesunken war. in Ge
rechte Förderung finden. Aber eine sehr
iniame aa?e ram zuiage.
Tas seltsame Versckminden des Grafen
Saini-Gat war natürlich in der acsamm.
ten französischen Presse besprochen worden
und dabei war offenbar geworden, dak
es überhaupt keinen Grafen diese! Namens
meyr gebe. Xt Familie war längst aus
ge,loroen. auch kein Sntenzwcig, der
irgendwie den Namen hätte berechtigter
weise angenommen haben können, existirte.
Der Verschwundene hatte sich also den Na
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das nicht hervor; freilich fand man dort
auch nichts von seiner Arbeit, die ihn in
den Ort geführt hatte.
Während man vergeblich diese Fragen
zu beantworten suchte, erlangte man ober
über den Herrn Boulanger eine Auskunft,
dir recht schwer gegen ihn in die Wag
schale fiel. Er ward al! ein den Behör
den nur zu lange bekannter Verbrecher er
mittelt. der eben erst au! dem Zuchthaus
gekommen war und sich osfenbar direkt
von diesem au! an den Ort de! gebeim
nisvollen und unaufgeklärten Verbrechen!
begeben hatte.
. Boulanger oder, wie er nach der
neuen Feststellung hieß Ribet blieb bei
seinem Leugnen und man mußte wohl die
Anklage eines Raubmorde! gegen ihn
fallen lassen, da die bisherigen Indizien
kaum dazu 'ausreichten, ihn eines solchen
zu überführen. Doch ließ man ihn nicht
los, obwohl die Untersuchung auf einen
todten Punkt gerothen war und, falls da!
bei ihm gefundene Geld, über dessen Her!
runsi er keine Angaben zu machen wußte,
auch wirklich aus einem bloßen Diebstahl
hergerührt hätte, kaum elne längere Haft
hätte berechtigt erscheinen lassen, da er
schon viele Monate in Untersuchung saß.
Um so fester war man freilich Überzeugt,
daß das Geld durch ein schwere! Verbre
chen erworben war. dessen Eingeständnis
ihm eine größere Kerkerstrafe eingetragen
haben würde.
So waren Monate vergangen, und
wenn auch die Behörden weiter 'forschten
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der angebliche Graf SaintGats und sein
m..sj.:k. k n, .. . . . '
jo roar voa? oer großen Mit nahezu schon
k. .-i.iij;. ta i . .'r.
ctmiuiiiucii vrin MoacyIN! ge
schwunden, und selbst in dem kleinen Neste,
wo die Angelegenheit zuerst der einMe
Gesprächsgegenstand gewesen war. .ya.-d
sie kaum noch in der Unterhaltung auf'S
Tapet gebracht.
Da, eine! Tage! durchlief den Ort von
neuem die Kunde eine Verbrechen!, oder
wenigsten, eines adsichligten Verbre
cheiis. T Küster des Orte! fand zu j
'i... ...' I I 7.
4
'
von Iungfernstleg und
fange dlcscl Igege steht in der Alster dsö
hübsch dcrziertt Vootshau, de Nord
deutschen RegatiaÄercin, In dem die
Boote verschiedenrr Ruderklub aufden?ahrt
m?n limt M hrtrnfrn
l! VILUl VUilKAIl II V, V IV VW MV Will
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eingerichtete Badeanstalt Al lerlust mit
Wmm Ijerrliifjcn Au blick aus die Alster
gkbt man wkikcr über die Lombard,
nicBl. hinter den Häuserreihen der die! zackige Pnramide des Zhurmek der ar
Binnenalster umgebenden StraKen erhe!vtsjekllder Kirche, dann in der fferne, halb
den sicki die ?kiirme hrr invtrtn fUnH -
q gu uimtiutui ( ii . i. v ivu in w
m.,h,m h ., f.; k.,...,,.,.
iiwtufii imiuni lumuc,
Inzwischen war natürlich die neue Unthat,
die in dem sonst so stillen Orte geschehen,
viel besprochen und da dabei auch wieder
der Name des alten GrafengeschlechiS ce
nannt worden, erinnerte man sich such die
ses Falles wieder, ohne zu ahnen, daß
beide- Veibrecden in einigem Zusammen
hange standen. Man hätte sonst vielleicht
mit größerer Spannung der Vernehmung
dieses neuen Verbreiten! geharrt. So
aber intcresfirte man sich nicht sonderlich
für ihn. Was konnte er sagen? Seine
That lag klar zutage. Er war in die
Kirche eingebrochen und hatte beabsichtigt,
die gräsliche Gruft zu berauben. Kirchen
raub, Grabschändung die Thai lag klar
zutage.
Daß er im letzten Moment zurllckge
schreckt war. vielleicht weil er Stimmen
sich nahender Leute hörte; daß er vielleicht
durch die dumpfe Luft in dem Grabge
wölbe ohnmächtig geworden, da! oder
ähnliches, was an seinem Verbrechen nichts
änderte, konnte er mittheilen. Da! war
ohne Interesse.
Doch nein, wa! er bei seiner Vcrneh
mung aussagte, hatte ein große! Interesse,
erweckte Grausen und Neuner. Er war,
wie er erzählte, in die gräfliche Gruft hin
abgestiegen, um au! jenem Sarge, der die
Reste der schönen Gräfin Saint-Gats
barg, den Schmuck König Ldw,g! XV.
zu rauben, von dem die alten Ortssagen
erzählten, und die er. ein Sohn de! Orte!,
ein verkommener, verlorener, al! Kind oft
vernommen hatte. In der Fremde er
Die Schlange.
Skizze von Emma ttosenseld.
Frau Thea hat eine Passion für schüch
ternc! junge! Grün, e harmomrt mit
dem rothen Gold ihrer Haarpracht. Sie
kleidet sich mit Vorliebe in lo e. grUne Ge
wänder, ihr Salon ist grün tapezirt;
Roko. der drollige Papagei, und Rudi, ihr
jugendlicher Verehrer, komplettiren das
Interieur.
Sonst ist Thea eine leidenschaftslose Na
tur. sie schwärmt für platonische Be
Ziehungen, für Seelcnharmonie zwischen
Mann und Weib, und ihre Gefühle für
Rudi sind daher harmlos.
Rudi ist ein Phantast, ein reiner Thor
im Studentenhabit. Noch trübte kein gif
tiger Hauch feine fleckenlose Unschuld.
Wie ein ruheloser Planet die strahlende,
ewig unverwüstliche Sonne, so umkreist
Rudi Frau Thea. seine mütterliche Freun
bin, er respektirt die gebotenen Grenzen
und wahrt Distanz.
Thea ruht gern im Grünen. Einst
saß sie mit Rudi unter einer blühenden
Kastanie und lauschte den gedämpften
Klängen der Militärmusik. Rudi war
heute unheimlich scheigsam und ia sich
TtjfzkriMm&. , .
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jkJk
vH? I i'!r-:7W
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vknnenalster.
von St. Nikolai, der neue Thurm der
Micdcraufzebauten Är. Ct. lNichoeliz
kirche und' der Thurm dei Haupt'Posige
kulldes. den ein vergoldeter Merkur
schmückt.
Unmittelbar neben der Brücke eine kleine
Anhöhe. Alsterhöhe genannt, von der sich
ein vorzüglicher Ueberblick über die Außen
alster und ihre Umgebung dielet. Am
bochzeleaenen Alsjerufer zeigt sich die viel.
: hintir 9i!iiirnn hrfinrnti die ftfiif ffrne 1
war überall in der weiten Welt hcrumge
kommen hatte diese sagenhafte Kost
barkeit ihm immer al! da! Ziel seine!
Sehnens vorgeschwebt, durch dessen Naub
er reich werden tonne. Er hatte von die
scm Reichthum geträumt, als er hinter
Zuchthausmauern gesessen und hatte sich
vorgenommen, sobald er nur freikäme, den!
schätz zu heben. Dabei hatte er dann
durch Alopftäne feinem Zuch,hausnach.j MrifM senken Sie an da! oberste
barn von seinem Vorhaben erzählt. Und,.--,..! f ssreundsckast''
nun, da er in das Grabgewölbe kingestie
qeu, war ihm die Leiche seines Zuckt
baUiKkNrssen entgeaengefallen. Er, der
Monate vor ihm die FrViheit'krlangt.'ltte!s?ruch belegt. Am anderen Tage weinte
,h'nmm. ,,fc tv.it f,fn.dt HlMMkl Mit FlgU 2hl iiktt dtt
iwill Qitvvi iiihihii imvii ')(
,- ki. ii(ii: ,,, Hffn. .
VUl IJiJUllfliU. n... r f . . . . , , -
nen. Tie Lus'.dicbliqkeit de! Grabgewöl,skm grauen Elend schuh und schirmlo!
bes hatte aber die Leiche so lange gut .'uk'. den ihr Entoutca! echt eng.
halten, daß er sie sofort als die feincS m lojltatem eI!ejnff. war ver
chemalig-n Zuchthausgenossen erkannte. 'Mmnbtn. Alle Nachforschungen unter
, ,;. ivT.nrMin llerfnnen hie nun dem Kastanienbaume der Erkenntni! bllk
nach diesen Aussagen da! Grabgewölbe
..i. .'k.i.n !. fi,;, snfnr.
war die des angeblichen Grasen Saint
GatS. der die Geschichte seiner Wissenschaft
lichen Arbeit nur in Szene gesetzt hatte,
um den Schatz bei seinen angeblichen
fforschunaen zu heben. Auch wenn cr
nt dabei um cn glommen wäre.
wär's ihm nicht gelungen. Denn der Sarg
war bereits erbrochen, als er dre Gruft
t. l u ic.il. (D.liUMA..VDih'l K m i
v ' " , - .
Kirnen wir. a " ''"Muß. Frau Thea fuhr mit dem seinen
Zuchthaust ,ene Unterhaltung ,n Klopf. Batisttüchlein über die Augen; denn ach.
tönen aufgefangen Hai e hatte ebenfalls Rudi, .ihr grünstes und kostbarstes Deko
den Schatz zu heben gesucht. Ihm war s - h. mt gefangen und
ötkungw: d,e in hm ""d"" brannte lichterloh. Ihre Grundsätze be
Summe war der Ertrag für die Kostbar jannw sanken. Schon war sie zum
keit genxscn. .IRettungswerk bereit, sie wollte Rudi wie
Er war freilich nicht eine, Mordes in f) fe öffnen, im Bedarf!falle auch
fchuNiig. aber doch wohl ncht unschuldig. rme. Da ein diskrete! Pochen,
am Tode des .Grafen : . Denn ei : po M zierliche Zöfchen, trat ein
den Mechanismus der Fallthur bei semem überreichte einen Brief auf silbernem
Einbruch in die Gruft verdorben. Der, aUÜL z, , von ihm. Andächtig
Graf, der kurz zuvor noch mit dem Küster i(ntfa(t(t, za se, schüchterne Evange
in die Gruft gestiegen, um sich genau ja-,. . , Knabenbcrzen.
orientiren. wie man sie ösfnet. hatte sie
im guten Glauben auf seine Kenntnis des
Mechanismus geschlossen, um in der Grust
ungestört thatig zu sein, uns war ,o ieoen
dia begraben worden. Sein fürchterliches
r-j.-ti u,.,.k. ! r.f.fnfi ivffnnl
W?Ä t& 'SJSA
S5 i gn, dem Hasse Entsprach.
den man gegen ihn empfand.
gekehrt. Er hielt Frau Thea Schirm mit
ilärtlichen Händen umfaßt und strich mit
zitternden Fingern iiber die inisternde
Seide, dann malte er allerlei seltsame
Zeichen in den Sand. Zu Füßen Theas
erschien ein weithin sichtbare! Menetekel:
.Ach. wenn Du wärst mein eigen!"
stand da geschrieben.
.Rudi, lassen Sie diese kindische Spie
lerei. Sie kompromittiren mich ja.'
schmollte Frau Thea.
Da hob Rudi feinen hübschen Knaben
köpf empor und sah Frau Thea fchmach
tend an, seine schönen, blauen Augen be
kamen einen wundersamen Glanz und den
Ausdruck einer räthselhaften Begierde. Er
öffnete einigemal den Mund wie ein
Fisch, der aufs Trockene gerathen ' ist,
schwieg aber dann bestürzt don dem stra
senden Blick seiner erzürnten Gottheit.
Rudi,' sagte diese sehr ernst, .fassen
Sie sich, wir werden beobachtet. Uebri,
gen! ist e! Zeit, an den Heimweg zu den
keg. Kommen Sie!'
. Rudi faßte sich und erhob sich gehör!
r,T' ... .
katholischen Marienkirche (St. Seorz) und
endlich der Thurm der Heil. Dreuinig
kcitskirchc in St. Georg.
?iach dem Mittelpunkt der Aubknalster
zu liet dal SchlVanenhäuIchen, vor dem
im Sommer jeden Morgen etwa 200
Alstcr.Schwane gefüttert weiden.
Von der Lombardsbrücke an breiten sich
am Ufer zur Linken Fontenaq und da,
hochliegende Harvcflchude ouk, und zur
Rechten St. Georg. Hohrifeld und die
Uhlenhorst hinter malerischen Anlagen.
Und weiter folgen wir dem Weg. unter
der Eisenbahn hindurch, auf die Ekpla
nade, einen mit doppelt Baumallee ge
schmückten breiten Straßenzug. Gerade
vor un! erstreckt sich der Neue Jungfern
stieg an der Alster. Gleich am Anfange
der Esplanade steht dal Kriegerdenkmal
sam. In schwülem Schweigen schritten
beide dahin.
Verehrte Freundin," begann Rudi nach
einer bangen Pause, darf ich Ihnen ein
Geständnis machen?'
Nein,' sagte Frau Thea und ihre
Stimme bebte vor verhaltener Entrüstung,
nein, Rudi, da! dürfen Sie nicht, ich
sinkt in fcf.e hinnm CZtrlr nffn nh
Vor dem Hausthor wurde Rudi in Un,
gnaden entlassen und mit einem Bann
f fl t. r ir-tim i- fi W kl
Grausamkeit diese Edikt. Sie stand die
ben umsonst. Die Nemesis Hatte ihren
rächenden Arm ausgestreckt und wieder
einmal den Unschuldigen erwischt.
Monde schlichen dahin. Frau Thea lag
in trübselige Melancholie versunken aus
der Chaiselongue. Rudi hatte ihre Schwelle
IVV HUI VlVtlHMIi! ViMVI
nhhtx ktx(k g- mt tinigt alt
,1. it)T vorübergehuscht
glüden Wangen und scheuem
. V ... ' .
-Verehrte Frau!', stand da geschrieben,
.Ich nahe Ihnen zerknirscht, doch mit ge
wohnten kindlichen Vertrauen und käme
radschaftlicher Offenheit. Vernehmen Sie
me kicqie: ittiB hub icjjicniai I
Jwr.fteundlichen Näh. wetlte befand ich
m'Z ' e.n verdamm krn S. a
meine Beichte: Als ich das letztemal in
tion. Die kleine Nini vom Ballett, vierte
Quadrille links, hatte mir ern Rendezvous
bewilligt.. Nini .ist in entzückender Fratz,
unsere ganze Couleur liegt ihr zu Füßen,
aber sie bevorzugt mich ollein. Ich durfte
sie ausführen, doch och, ich hatte kein
MooS. Alle bewegliche Habe war bereits
in Geld verwandelt e! wollte nicht Ilap
pen. Papa ließ mich im Stich. Da faßte
ich den verruchten Plan, Sie anzupumpen,
theure Frau. Doch Sie erriethen mit ihrem
feinen Takt mein schnöde Vor.haben und
hielten mich rechtzeitig davon zurück. Beim
Abschied blieb Ihr Regenschirm tn meiner
Hand, ein silberne! Schlangletn ztnt sei,
nen Kriik. Es hatte mick schon den aaw
zen Nachmittag faSziniri. ich erlag der
Versuchung und habe Ihr Parapluie
verseilt. Es klappte. Wir waren schr fl
del und tranken aus Ihr Wohl, gnädige
ffrau. Seither m mein Innerste! von
Reue zerrissen. Der Gedanke an da! kleine,
in sicherem Gewahrsein ruhend Ungeheuer
versperrt mir den viucrweg , varao,es
Bannen Sie diese! Gespenst, meine müt.
terlicke Freundin, und verzeihen lk
Ihrem liederlichen - Audi.
Den Pfandschein lege ich bei.'
Thea ' stieß einen entsetzlichen Schrei
au!, da Pfand der Liebe entglitt ihrer
Hand, sie versank im Grünen. rrr!
ihr graute vor diesem unreifen, durin
ftichigen Früchtchen, e mußte abgeschüt
tclt werden, fort m iyml
Rudi hatte die Huld seiner Schirm
Herrin auf immer tinsebüßt.
T , T V ;
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von Prof. Schllllna. dem Schöpfer del
7!iederwald.T:enkmoI. EI ist den im
Kriegt 18701871 gefallen, Braven de
Regiment! Hamburg gewidmet und am
18. Oktober 1877 enthüllt worden; die
Siegesgöttin reicht den für' Baterland
Gefallenen Palme und Eiegerkranz. Durch
die Colonnade kehren wir zurück zu 'dein
Aukgangkpunkte unsere! Rundgangel um
da! Alsttrbassin, da! nicht nur zu den
schönsten Sehenkwllrdigkeiten Hamburg!,
fondern zu den eigenartigsten Anlagen der
Welt zählt. Nirgend! hat man e! so. wie -in
Hamburg, derstandm, einem natilrlichea
Edelstein eine so schöne und derfchönend
ffassung zu geben, und die Hamburger sind
fortwährend bestrebt, diese! Bild durch
allerlei kleine Verbesserungen zu einem
vollendeten zu gestalten.
Ter tragische Tod eineg Erfinders.
Durch eine grausame Ironie de! Schick
sal! ist Fernand Forest. der Erfinder de
Explosionsmotor!, an Bord de! ersten
Motorboote! der Welt infolge eine! plötz .
lichen Schrecken! gestorben. Ein bittere!,
don der Willkür de! Glücke! getrübte! Er. '
finderschickfal hat damit seinen tragischen
Abschluß gesunden.
Am Mittag sollte in Monaco da große
Internationale Motorbootrennen stattfin
den. Am Morgen fuhr Forest in Beglei
tun leine! Sohne! mit dem von ihm er
fundenen Motorboot .Gazelle' über die
Strecke; die .Gazelle' ist der Nestor aller
Motorboote, war 1888 al! da! erste Boot
seiner Art gebaut. Auf der Rückfahrt zum
Hafen streifte da! Fahrzeug einen Felsen.
Der Schaden war nicht bedenklich, die
Gazelle' setzte ruhig ihre Fahrt fort, al
lein der 71jährige, durch mancherlei Miß
geschlck heimgesuchte Erfinder erlitt durch
den Schreck eine starke Nervenerfchülter '
ung. .Wir sind verloren', rief er seinem
Sohne zu. und alle Versuche, die krank
hafte Aufregung de! Greise! zu dämpfen. '
waren umsonst. ZVernand Forekt verlor
da! Bewußtsein und starb bald darauf.
Durch die Erfindung de! Motor! ist
die heutige Entwicklung de! Automobil
wesen!. de! Motorboote! und der Flug
Maschine überhaupt erst möglich geworden.
1881 konstruirte Forest seinen ersten Mo
tot, eine durch Gas betriebene Vertikal
Maschine. Dem ersten Entwürfe folgte
1882 der Explosionsmotor. 1884 der erste
Benzinmotor für Straßenbahnwagen,
1883 die erste Anwendung diese! Motor
für Schiffe und Boote, und 1889 baute
Forest seinen ersten VierZylinderMotor,
der oereitS alle wesentlichen Züge unserer
modernsten Motoren ausweist. Aber da!
Schicksal gönnte ihm nicht die Frucht sei
ner Arbeit und seine! ErfinduugSgeisie.
Fernand Forcft hatte da! Unglück, seiner
Zeit um zwei Jahrzehnte voraus zu sein.
Mangel an Geldmitteln und die Lücken
hastigkeit der sranzostlchen Patentaesetz
gebung führten dazu, daß der Erfinder
in der Wirklichkeit um den Lohn feine!
Schaffen kam. Seine Arbeit diente nur
anderen, die durch Verbesserungen eigene
Patente erlangten und auSnudten. .
Während der Motor da! Lerkehrslebe
revolutionierte und seinen Siegeszug durch
die Welt antrat, saß Forest in den arm
lichsten Verhältnissen in seiner kleinen Re
paraturwerkstatt don SureZnek und sah
andere reich werden. Die Verleihung de!
OrdenS der Ehrenlegion, die erst im Jahre
1010 erfolgte, war nur ein schwacher Trost
für den entaangenen Ruhm und den ent
gangenen, redlich verdienten Reichtum.
Da renovirte Schloß in Mainz.
Da! kurfürstliche Schloß in Mainz, an
dessen Wiederherstellung seil dem Jahre
1809 gearbeitet wird, ist nunmehr in sei
nem fertiggestellten Süd und Mittelbau '
von der Stadt übernommen. Von den
neuen. Räumen diese! bedeutenden Bau
denkmal! deutscher Renaissancekunst wer
den die Prachtsäle für städtische Ber
sammlungszwecke und Kongresse veram,
bet werden: andere dienen als Säle rtt
Ausstellungen und Versammlungen. Die
Bauarbeiten wurden von dem m letzten
Sommer gestorbene Bauraty Opsermana
geleitet. All seine Stelle ist jetzt Architekt
Rühl getreten. Der letzte Theil be! Schlos.
seS. der sogenannte .Osteinflügel', wird
als vierte und letzte Bauperiode in de
nächsten die? Jahren renovirt. Die Ge
sammtkofien der Wiederherstellung betra -
gen 1j Millionen Mark, wovon auf die
Stadt Mainz d Halste, auf da! Groß,
herzogthum Hessen und da Deutsche Reich
ie ein Viertel entfallen.
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