Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, July 26, 1913, Image 3

Below is the OCR text representation for this newspapers page. It is also available as plain text as well as XML.

    t f
-
.f t 4
tf
t
t.
t:
1 !
T F T ''mt
y ; '
,-n
M k- w
f
r
l'f.
' 4 '
,,'
ik
4
1 '
A
y
l.
"v
i -
i
"$f
ZZ
'" 1 I ' ?
r
I,;
.
".; m 1 1
, I f, , '
i,
it
.
i
i,
ä
w
r-
I
H
' 4
CTA BT
k
'(.W'.'
!
Hl il
i
.
i .
rr
Ym.ds H A ' X
A
n
n
' h
'i i
u '
i
i it
t f'
M
fx Tr
1 1
i. - i . tt
J
"f
.'(
UstfafJ . i em. z Nj Z vl mm iiumthttifJ tr !IltiMij!tlivr
fi'jlfifU, Pv 1 1 H'iifonf.l.'.iflÜ.t'fr, !r sin vliliMvr
.nif P;tl aiiiVfutif h' oun tut tnofMfijJ.'r tnn ,
li.'k UHnf!;il. TVif iKMttc 2ttf,', irn'f JlftM!nM!V itd
IVrfvHJU'ivItltf, hüt (in bu'nittnntn. 2llimij!iII'
lud' und UVI; nun, ft.u.
TV:
?! Ci'M il ; ü
, i ! l'df l:t!T(.!:.ir tt n 1
-' !!'!'?. 2al !! ol'i !
v ji fU Ha:tmi,ipbi. Il d f
u: f'f-' :Kf !t inm '.1f.tt.iiif' 't
in Jrt..!!nflrt nub cd?, wcid' '!.
r fi uf '?e d il ';:.)Ut'(-im l".:"r 'reu,
Mj f ?,:rini.i a'.tl e.ih N 'lU'i'l'm,
tu Wriit S!(TB?vs!.arjj?n u Uftn hab.
?n tor-m lui.r tit l t i't lim
riTim tn Umist ;',( d.'Üj'Z! cli in
leuif tünto. yuliüün'tnrrcie o''t üt
trän tn keinem erbft-n Lande an die t'J
fanj tot taiurck) fui t! Ltzdlveiwa!
iungen tnlstzak, Ausg.,! ,ildtwl!ß
tn und mit tfTctn tuiitüftfn itfelam
totangetietcn u'.i gerade ist Xtut(.i;!arö.
ij!ffo kämmt taii
Mit oaJfürüilflrt Crättentna und
Peanttrottuncj totes rc Frage unter tefian
tolgct fflftnleUJanfttZunfl mit entsprechen
ton amerikanischen SOftijälinifsrn fcrf .ifet
sich 2t. Frcdeiic (I. fcottt'i neueste! Wett
über GtaUltDunxi'.tur.fl in Gurora.) 5
ist da Ergebnis häusiger Studienreisen
in Europa, darunter eine im Ausirage der
Biet. Glaatfn.Jlefltctuna, eine andere all
Mitglied einer Abordnung der Bestoner
Handelskammer; ti ist zugleich auch eine
wettere Ausführung, beziv. giechtfeiligung
eines seiner sruherea Werke: "Tli City:
Th Hop of Dftnocrncy", dessen Un
tertitel bei Einigen auf Einwand, bei An
deren auf Unglauben stieß. Im Cchluß
kapitel des vorliegenden Buche!, in wel
chem dir Unterschiede zwischen der ameri
kanischen und europäischen Stadt relap!
tulirt werden, sagt der Bersisser: Die
Errungenschasten der amerikanischen Ctadt
kommen vom Volle. Cie sind die Zeichen
einer sich langsam in die Höhe arbeitenden
universalen Äewegung. Wir erziehen ein
ganze. Volk in der Kunst der Eelbstregie
rung. Tie europäische Stadtregierung
dagegen ist nichts weniger c(8 demokra
tisch. Xai Beamtenthum zieht die Wäh
ler wenig zurathe und verwaltet die Stadt
auf ziemlich autokratische Art. Tie Masse
Iti Volkes hat riur wenig theil an der
Gestaltung von Meinung oder Politik.
Der nahezu entrechtete Teutsche schreit
nach Demokratie; der britische Steuer
zahler nach dem amerikanischen System
lokaler Besteuerung, und die amerikanische
Stadt nach den Dingen, welche die deut
schen und englischen Städte bereits erreicht
haben." Vornehmlich die deutschen, und
diesen widmet der Verfasser der neben
bei gesagt in Halle seinen Doktor ge
macht", hat Dreiviertel seine? VucheS.
.Die deutsche Stadt", sagt er in der Vor.
rede, .ist eine Versuchsstation für unS alle.
Vie ist eine Freistadt, ine kleine Nepub
lik.mit Vollmacht, beinahe irgend eiwaö
zum Wohle deS Volkei zu thun. Die Stadt
ist souverän und benutzt ihre Souveräne
tät zum Aufbau in zielbewusziek. intelli
genter Weise. Sie kann ihr Schicksal be
stimmen, wie inst die Städte im alten
Griechenland. Sie kontrollirt Besitz so
wohl wie Volk. Sie handelt mit dem
Blick auf die Zukunft nicht der Stadt
allein, sondern auch bei Leben! und Be
Hagen! deS Volles. Vor zwanzig Jahren
war die Redensart .MunicipalhauLhalt"
gang und gäbe. Das drückte die land
häufigen Ideale einer Stadtverwaltung
aus. Seitdem ist man im Denken vor
geschritten. Jetzt heiht S kommunal
leben". WaS darunter verstanden wird,
erklärte Dr. Siidekum, Neichstagsmilglied
und Redakteur deS .Kommunalen Jahr
buch" in einer Ansprache an die oben er
wahnie Bostoner Abordnung folgender
riahen:
- .Skadtverwallung in Deutschland ist
ti Wissenschaft des GemeinsamlebenS ge
worden. Wir find nicht lediglich zufrie
. den mit der Idee von Wirksamkeit, von
Ehrlichkeit, von einem Betrieb unserer
Städte, wie ein Geschäftsmann sein Ge
schäft betreibt. Wir sind Über jene Idee
hinausgewachsen. Die Siadt ist weit
mehr al eine Geschäftssache. Sie ist weit
mehr als eine politische Agentur. Sie ist
. ine Agentur sozialer Wohlfahrt mit un
rfchLpften Möglichkeiten. Unsere Städte
sireben darnach. Nunst und Wissenschaft,
Dampf und ElekrizitätlZbeiriebe in den
Dienst de, Volke, zu stellen. Wir wollen
Industrie und Wissen für dS Allgemein
wohl fozialisiren. DaS ist daö neue Mo
tiv für Munizipalverwaliung. Wir ha
ben vuS Erfahrung gelernt, daf, diet nur
geschehen kann, wenn das Gemeinwesen
selbst Eigenthum kontrollirt zum Besten
deS VolkeS."
An dieselbe Gruppe von Amerikanern
richtete ein städtischer Beamter von Berlin
die folgenden Worte:
.Ich habe häufig von amerikanischen
Geschäfiöleuten gehört, sie möchten eine
Regierung von Geschäftsmännern haben,
so wie in Deutschland. Aber Ihre Ge
schäftsmänner billigen eS, dah die Stadt
alle profiiabeln Geschäfte aus der Hand
giebt und nur die unprofitabeln behält.
Sie behalten Ihre Kloaken, die Geld
kosten, und geben Ihre Straßenbahnen
) uropin Cltle ftt Work. Ky
Frdrlc C. llowe, I'N. D. New Torlt,
Cbarti; ScrilHier' Lcin, 13.
I''3-
y. 't .: i r 5 1 rt ii t U
t..'-l r-", 4!', 5!,,k (!;. Mp
.. r! ' i!'- i, ( fU ',!'( !',.
'lt Z Uii T.tm ?'",k ül'ttrshrn bt JV-.
k !. a!4 t"'i i"t'.'i!f .i'i'.j : j t 5
t.'t.n i tf'tliMfi t'(nii"ffl, li tirn
fl.'.t'n tU tie 2l'tiatin tri.
tt'stn
iMiIS t);t inil j-'.
b'tiffn, ist sttu
liiNd'N s.-,fj, tll
tr.ivif UiftiiMÜiin-j,
Hrjtt.itflri iMfftnlie
'Lut in i ..:'' !,
!.z ,'!! ! .'. r
ist him g '!.
Ifr.t ttj!n t'f
P'tun tokN urr:fi
tdb'ln. Ich denke mir, Jt.ee Gf(i,ui:l.
nürntr trtirbfn lr.ttectt trfttfit, itfitn
sie th'e yiisaig'f taste o tf?ri(lxit, wie
ihr C tadle. Ctlet.ttrrLt fjatf t! ,
einen omerihnifchfit G?I ?,,,?!, üignn gen
b'.ffe urtivfchjfüiiiatjiae Ptlilik liif.fptjche
etftten k-oren."
Sn Teutschland maJt man einen inU
Itfirrtf n Untetfti'1: znristen Tinnn Die
ivffentii. und folf.en, die ftioat fein so!
tcn. 2ea:n!c und Äingkk anezknnen. dafj
diele Tinflk ton st.ia!e", verricht !
weiden Massen, um tntiiftr , .( strkid'it zu
sichern, daß s'.ldst srcicr tlüe ttLuic. r&
outer Frage kommt, wenn einiqe wenige
Vrivilegirte die Verkehröslratzen. t:e
vilssquellen. das Nokinalkrial f iir fio
daklicn sowohl wie solche okaluniernch
men wie öffentliche lScineliforpar.non'n,
Waften, Schlachchäuser und MzrkilM'?
kontrvlliren. Tie Stadt unierhält aus ih?e
Kosten daS ffeuerwehidepartement, weil
sie sich sür den Schutz von Eigenthum der
antmortlich hält; warum soll sie dann die
I Prämien, welche die Bürger für Bersiche
i rung ihres Gigenthumö entrichten, an PrU
vatunternehmer abgeben Iaenf Das wäre
nicht geschäftsmäßig.
Die deutsche Stadt wird von Geschäft?.
Männern verwaltet. Gemeinderath oder
Stadtverordnete bestehen in der Mkhrheit
auS Geschäftsleuten, und diese Körper
scliaft wählt den Bürgermeister und den
Magistrat oder Stadtrath. Und die Ge
schäftsmänner, dir w deutschen Städten
regieren, sind nicht kleine Handelsleute
oder Ladenbesitzer wie in Großbritannien,
auch nicht Wardpolitiker wie in Amerika.
Sie find Männer, die große Geschäfte be
treiben, Bankier. Fabrikanten. Kaufleute
in großem Stil, Grundeigenthümer.
Bürgermeister und Stadtrathömitglieder
sind für ihre betreffenden Aemter beruflich
auegebildet, Juristen. Ingenieure, lechni
ler. In Berlin giebt eS eine besondere
Hochschule für Städtebau und in Tüssel
dorf eine Universität für Städtebau und
Stadtverwaltung. Aus diesen Schichten
rekrutiren sich die städtischen Machthaber,
und diese haben die profiiabeln Geschäfte, '
wie Wasserleitung. Gasanstalten, Elektri
zitätsanstalten, Straßenbahnen, Bäder.
Märkte, Schlachthäuser, Prioatunterneh
mern weggenommen, weil daS für die
Stadt ein gute! Geschäft war.
Man wundert sich, daß in Amerika an
gesehene Geschäfts und Berufsmänner
schwer für den städtischen Dienst zu gewin
nen sind. Das hat neben anderen vor
nehmlich auch einen psychologischen Grund.
Dr. Howe sagt darüber: .Die städtische
Verwaliungsmaschinerie in Amerika und
Europa unterscheidet sich tn den Idealen,
die ihnen zugrunde liegen. Bei nji8 hier
denkt man. daß jeder Beamte einen an
deren Beamten haben muh. der ihn Über
wacht und nöthigenfallS feine Anordnun
gen umstößt. Der Bürgermeister kann fein
Veto gegen Beschlüsse de SiadtratheS ein.
legen, die Legislatur kann Über Beschlüsse
beider verfügen, und die Gerichte sind eine
dritte Instanz, die nach Ermessen in
schreiten kann. Da wird vor und nachge
wogen, tiberall sind Hürden und Hinder
nisse auf der ganzen Strecke amtlichen
Thun!. Ein Privatgeschäft würde danke
rott werden, müßte eS nach solchen Regeln
arbeiten, wie wir sie für Stadt, Staats
und Nationalregierung vorgesehen habet
Alle ist bei unS auf Widerstreit, er
schleppung. Konflikt zugeschnitten, olS
wenn Niemandem zu trauen wäre und kein
Beamter über die Üntermäßigkeit des min
destgebildeten und reaktionärsten Mitglie
des der Dreisaltigkeit, Legislatur, Exeku
tive und Justiz, sich erheben dürfte. Darin
liegt wenig Reiz für den Mann von
Ueberzeugungsmuth, wenig Anziehung
kraft für ben Mann ' von Einfluß.
Stadtregterung wird zu einer Art Hürden
rennen, bei dem die Erfolgsidee darauf
beruht, die Zahl der Hindernisse derart zu
vermehren, daß die Bewegungsgeschwin
digkeit der Theilnehmer auf , ein Mini
mum reduzirt wird.
.Europäische Stadtverwaltung ist nicht
in diesem Irrthum besangen. Sie ist kein
Hindernisrennen. Es wird einem Manne
leicht, sich auszuzeichnen, einem Stadtrath
leicht, zu berathe und, wenn ein Beschluß
gefaßt ist, leicht,, ihn aüszufllhren. Daö
wirkt ermuthigend. DaS zieht Männer
von Fähigkeit und Ehrgeiz in'S politische
Leben, denn der Beamte ist nicht auf
Tritt und Schritt dem Veto von einem
halben Dutzend höheren Instanzen unter
ivorfen."
Die deutsche Stadt genießt Home Rule.
Sie ist frei. Frei, fast ohne Ausnahme
t' n : i-?iMsn. oe
il
!
11
i
l":
1 .
'.
'
j ''
S
K
C 's
i'(
r'
!1 1'
.'
. i
;7'ttV' t
i ' 1 '
1 f. .; Mi ' i
: !!,s. n n
i '.. r "i 5
L t
; 4 r
A
I rrtti i
i i
,. ... .
j., )
?t
: t. ' ..
j -. i u:
"A "i ,
" HX-i,.
SAV KODtfWiS M JVtVA'A'AZ AFAKTMlNs MtJ.,
r'u
HW Km
Vlii uV'
MrA W
-4
.r
Ö
T '
rrrT :
n- f
.-'
: cvp- n
ml'm
Wir-' iH'H . '
fcArt 'A
1 1 .. I '1 I . f ,! u . I 1t
, , - V. i . .-k; --l1jU
'
I ,1 fr - ' . ' . 1
u ' '.
U rZi' - i" f'- ' ',
V;Ä.tt Jf,Jyt
w -' ;;r;-
UV1 ; . . ,.. . ,
. j
; - . .' f'
:- li' Ttif i v-. . r
W.-' "ß3ff,
v , v r " ,
vX. V r i'i'A'"
x v i - l'"s - .v
V V, . l J
?$
o MSMM
DE ENGLISCHE GARTENSTADT LETCHWORW.
irgend etwaS in Besitz zu nehmen; frei,
den Einzelnen und sein Eigenthum zu
kontrvlliren; frei, zu borgen; frei, zu erpe
rimentiren; frei, sich nach eigenem Gefallen
zu entwickeln. Was sie an den Staat bin
bet, ist eine so leichte Fessel, daß sie kaum
fühlbar ist. Sie ist nur einer allgemeinen
Aufsicht deS Ministeriums des Innern
unterworfen. Der Bürger fühlt sich ge
rade so sehr als Etadtlrürger wie als
Staats oder Reichsbürger, weil er weiß,
daß seine Stadt nahezu souverän ist. In
Deutschland sind die Vollmachten der
Stadt nicht besonders aufgezählt, wie bei
uns. Es wird als selbstverständlich an
genommen, daß die Stadt sämmtliche
Vollmachten besitzt, die sie für ihr eigenes
oder Lokalleben braucht. , Hierin unter
scheidet sich die deutsche Stadt am radikal
sien von der amerikanischen. Die Freiheit
der Stadt wirkt begeisternd auf ihre Be
völkerung. Sie hat eine Liebe zur Stadt
und einen Stolz auf sie erzeugt, wie man
sie weder in England oder Frankreich, noch
in Amerika findet. Das ist der Grund,
warum derTeutsche nicht nur für's Vater
and, sondern auch für seine Vater
labt schwärmt. Leute lassen sich schwer
iir eine Sache interessiren, an der sie nicht
!rekt theilnehmen, die sie nicht auf eigene
5aust durchführen können. Sie lassen
ich nicht für eine Sache begeistern, wenn
it rst die Legislatur dazu um Erlaubnis
angehen müssen oder wenn sie zu gewär
tigen haben, dah ihnen dir Früchte deS
Siege! von den Gerichten oder in der nach
sten LegiölaturSession wieder entzogen
werden. .Wir haben unS." sagt Dr.
Howe, gegen alle soziale Psychologie der
sündigt so schwer versündigt, dah e!
Wunder nimmt, wenn von einem Stadt
geist Überhaupt noch etwas zu merken ist."
Der Zusammenhang zwischen einem
Bürger und seiner Stadt wird nicht blos
durch ihre Errungenschaften, sondern auch
durch seine Pflichten befestigt. Je deut
licher er sich der letzteren bewußt wird,
desto enger daS Band. Der europäische
Stadtbllrger entrichtet direkte Lokalsteucrn
auf Einkommen, Erwerb, Land. AuS
den Zlsfcrn seine! SteuerzetielS kann cr
sich genau seinen Antheil an den Anlagen
und Anstalten berechnen, die die Stadt
besitzt und betreibt. Er fühlt sich, gleich,
viel zu welch geringem Aruchiheil, als
Mitbesitzer, nimmt als sicher unmiuel
bareö Interesse an einer guten Verwal
tung und handelt demgemäß an Wahl
tagen. In Amerika werden vom MiethS
wohner und daS sind dreiviertel oder
mehr der Stimmgeber einer Stadt
keine Lokalsteuern erhoben. Daß er sie
thatsächlich bezahlt mit einem Theil sei
neS MiethSzinseS und mit einem Theil
der Kosten solcher Lebensmiitel, für deren
Bertrieb eine Licenz zu lösen ist. wird ihm
nur undeutlich bewußt, und er kümmert
sich wenig darum, waS die Stadt mit den
Steuereintllnften macht und wie sie sie
verwaltet. Auch geht ihm wohl daö Ge
fühl de, Mitbesitzes und der' Mitverant
r
)
"?
ij
,ii
?
' i
. . -. 1
i .": - ' .
.
rn;
I,
c ?
1 1 r
'f i
i K
i f i i
3 fl f
? r: :i -
i i . ."
. . . f .
r 5
' m. '
ill t
x j mrm
"'. V f I M".
A SJYtt V
.'
x
Hr-
f
i t ruj-j' f
'h Mn -v'.
ilV:i'rA-'---iV
is , ' ,h
il . -et )
T '.. " , f . . ' - ' 'v
k :jt. s.-
T--'"- , .'- ' ' 1,'
Ui,---" ...
u - ''r T- - 7 Jr- V- " '
....vir'wtr
w. .'V ;. r
-Ä?
i?Vsv
M
. r?a
'? r.
worilcchkeit fast gänzlich ab. Uebt er dann
am Wahltage sein Stimmrecht auS, so
sind seine Motive gewiß ganz verschieden
von denen, die beim gleichen Akt den Bür,
ger einer deutschen Stadt bewegen. Auf
diesen Gesichtspunkt stützt sich der Ver
fasser des vorliegenden Bliche, wenn er
den Grundsatz ausstellt: In jedem Lande
macht der Gedanke deS Mannes hinter dem
Ballot die Stadt zu dem, was sie ist."
Er führt ihn unter Hinweis auf die Noth
wendigkeit der Freil)eit der Stadt, der
lokalen Home Rule weiter auS: Auf die
Dauer gestaltet sich der Gedankengang des
Wähler? nach der Macht, die er genießt,
und nach der Möglichkeit, daß die Stadt
ihr Geschick auf ihre eigene Weise fchmie
det. Das ist ein psychologisches Gesetz...
Wenig ist über den Aegenstand politischer
Psychologie geschrieben worden, und that
sächlich ist wenig darüber bekannt. Und
doch erklärt die Psychologie des Wählers
die Stadt. Sie bestimmt der Menschen
Denken und wie sie wählen. Man braucht
blos mit den Bürgern einer deutschen oder
britischen Stadt zu reden, um eine ganz
verschiedene Psychologie zu finder von der,
die in Amerika vorherrscht, und das läßt
sich nicht sowohl auf persönliche oder eth
nographische Ursachen zurückführen als auf
die Beziehungen zwischen der Stadt und
ihrer Bevölkerung."
Damit diese Verhältnis sich richtig ge
staltet, muh einerseits der Städter fort
während daö Gefühl haben, daß die Stadt
sich um ihn kümmert und für ihn sorgt,
und daß diejenigen, welche die Angelegen
heiten der Stadt leiten, ihre Sache ver
stel)en; anderseits muß dies auch in vollem
Maße der Fall und der beste Wille vor
Handen sein. Schon dadurch, daß die
Stadtverwaltung in Händen berufsmäßig
dazu ausgebildeter Männer liegt, daß sie
vollkommen geschäftsmäßig betrieben wird
und daß sie beinahe absolut selbstständig
ist, Ist die deutsche Stadt der amerikani
schen voraus. Außer diesen, ihren ollge
meinen Charakter bestimmenden Vorzügen
hat sie noch eine Anzahl besonderer Ein
richiungen auszuweisen, durch die sie sich
von der amerikanischen Stadt unterscheidet
und von denen sie einige auch mit anderen
europäischen Städten theilt. Mit beson
derer Sorgfältigkeit sind unter diesen in
Dr. Howe'S Buch die Erfolge eigener
städtischer Unternehmungen (Municipal
Ownership) und die Vorkehrungen zur
Lösung der Wohnungsfrage behandelt.
Ueberall in Europa verrichtet die Cstadt
eine ganze Menge Dinge, die wir hier
Privatunternehmern überlassen oder ganz
und gar vernachlässigen. Es besieht in
Europa kein Vorurtheil, wie bei uns, ge
gen Munizipalbeirieb. Beständig erwei
lern di Städte ihre diesbezügliche Thä
tigkeit, und bestimmend dabei ist nicht etwa
ein Prinzip, sondern ollein die Zweck
Mäßigkeit. Von fünfzig großen Städten
in Deutschland versehen dreiundzwanzig
den StrasMbahndienst; in Großbritan
nien unter einer gleichen Anzahl zweiund
1 - -
&W --M ftö ' "
f.Tt-tSi? .:.W Vi.
i Lijn'ff'.j "ai'. " I l "k.
: 7-S".i- ;.-Jl-Ö.
r 'Mrffr ; w. i-, ; I ,
7 i i:-Jy 12
fHf h
iViCf WjY
R :S a
.1,.??.'. a i
'4' ... ' t: i - ii i . . .... v,
r
Jß "
h
!
H
M
-- .J
JJ I .
r -v,,
7 " "x '
fiij,..! ,
t . . ; f
i
sJr f
Mm .
-."'.'
m.ii ,
i
t t
1'.I. i
M it " I
j v V-. t ,"" '
-:"" f
v," --i-
. i " ')
arnrnnrnm-''-" " , j 1 , v ' '
... I V "
, i M i 1 1 i i I L ---.-'
! "JU-ifr r-CN - - - , r;
rr ' ' " -t '''" "' . ' ' : -,VJvi '- . . '. " """"s
. . , . . V - "- I , L t
v.i f ' " in :t f 1
v - "4-.,k'rs?J'f ' -
k.' vi- ' , ,
-.: . s" v . r?"!tüt!""' " ,v Lwkw4
1 1 1 i " . . .
1 .7 1 1 1 - .
" ' '
".," .
KRVPPß ARBITER KOL
vierzig.
keinem dieser Länder
macht sich eine Neigung bemerklich, auf
dos frühere System des Betriebes durch
Privatkorporationen zurückzufallen. Unter
diesem waren die Angestellten überarbeitet
und schlecht bezahlt. 'L)er Dienst war
unbefriedigend. Die Städte wünschten
die Bahnen in die Vororte verlängert zu
haben im Interesse ihrer Pläne zur Lö
sung deS Wohnungsfrage; die Korpora
tion.cn stemmten sich dagegen, weil auf
kurzen Strecken innerhalb der dichtbevöl
leiten Stadt mehr verdient wird. Die
sein Konflikt zwischen Gemeindeinteressen
und Privatinteressen machte die Stadt ein
Ende, indem sie die Bahnen an sich
brachte. Konflikte ahnlicher Art führten
dazu, daß die Städte immer mehr Lffent-
lickx Betriebe selbst in die Hand nahmen,
wenn immer es sich herausstellte, daß da
durch für die Bewohner die Kosten des
Lebensunterhalts verringert, bessere sani
täre Zustande herbeigeführt und im allge
meinen ein behaglicheres Dasein geschaffen
werden konnte.
Auf den letziern Punkt wird ganz beson
deres Augenmerk gerichtet. Auf den Lohn
Verdienern beruht die Volkskraft. Diese
verkümmert in Tenements. Aber eö giebt
nicht genug billige Wohnhäuser. Am
Häuserbau wird wenige: verdient als in
der Bodenspekulation. Das ist daS Cru?
der Wohnungsfrage über die ganze Welt
hin. . Deutschland hat die Wohnungs
frage ebenso wenig endgültig gelöst, wie
wir hier. Aber eö hat sie mit Muth und
Intelligenz angepackt. Nach drei Richtun
gen hin. Erstens sieht man bei Neu
bauten oder bei Auslegung neuer Stadt
theile genau darauf, daß das Wieder
erscheinen von Tenementgebäuden verhin
dert wird. Zweitens: die Munizipalität
baut entweder selbst oder fördert den Bau
von Gartenkolonien in Bororten oder von
ModellApartmenthausern in der inneren
Stadt. DaS dritte Hülfsmittel ist die
Werthzuwackssteuer. Als staatliche Ein
richtung ist diese Maßregel erst neuer
lichen Datums (1011); der Staat wendet
seine Steuergewalt als Waffe gegen Bo
denspekulation an. Ihren Ursprung hatte
sie in der fernöstlichen Kolonie Kiautschau,
aber mit Windeseile verbreitete sie sich
in Deutschland von einer Stadt zur an
deren. Indem sie unbebauten Boden höher
einschätzt als bebauten, zwingt sie den
Besitzer zu bauen oder zu verkaufen.
AuS den Arbeiterkolonien, unter denen
unsere Pullman und Gary den Anspruch
auf Mustergültigkeit erhoben, haben sich
nach und nach die Gartenkolonien ent
wickelt. Zunächst verbesserten und ver
schönerten wohlmeinende Großindustrielle
die Heimstätten ihrer Arbeiter und An.
FranzöflscljeFnckdotcn'
Ein einzelnes Witzwort, eine geistreiche
Antwort, ein Epigramm mögen bedeu
tungsloS sein; sammelt man sie, so g:
winnen sie leicht die Kraft, daö Bolk zu
charakierisiren, da! sie erdachte oder dem
sie einfielen. Wenn darum Ernest Gau.
bert eine eben erschienene Auswahl sol:r
heiteren Kleinigkeiten betitelt: Der Geist
der Franzosen", so will er damit auf hkU
!Ü,
il"
' Ä X , sffi
j f . j ' '
HAÄB!KW,:m,.
: ,: i fj'ii n ii -,! .
vn: . rJ 1 --v-'ii:';- 1 " J' '
...j - r . '
STRAttSJN fRANKFlRT AM
;
:75 'Z': -'
,; Vw-j
tYrTVV-"-
', -Wtz ' "
. . ?wPHK - " -
- jTf r iV
. U k"-:f.-T" -,
. . . ' V .., ' XV'V
.' . " , ' ' . y
u, ,
.
' : -v . ..w
: v'-.'.tju, , Vu.w..
OM.ALTNHOF.
gestellten, so die Krupps in Essen ihr
Alienhof, die großen' Seifenfabrikanten
Gebrüt : 'J-::x in Liverpool ihr Port
Sunlight c,'-, Jü-rfet). Angeregt durch
Beispiele dieser Art bemächtigten sich
Philanthropen und Municipalitäten der
Idee, indem sie in der .Gärtenstadt" eine
Lösung der Wohnungsfrage erblickten. So
entstand aus Privatmitteln die erste deut
sche Gartenkolonie Hellerau bei Dresden
und bei der Londoner Vorstadt Hamp
siead als erste munizipale Schöpfung die
ser Art die Gartenstadt Letchworth. Den
wirksamsten Beistand zur Lösung der
Wohnungsfrage leisten die kooperativen
Baugenossenschaften, welche über ganz
Deutschland verbreitet sind und denen
Staat und Städte durch Darlehen aus
den verschiedenen Versicherungsfonds an
die Hand gehen.
Deutsche Städte sind beständig bestrebt,
ihren Bodenbesitz zu vermehren. Land,
das heute sozusagen ganz auS der Ge
gend" liegt, bringen sie an sich. So be
halten sie bei zukünftigen Erweiterungen
des Stadtgebiets die Kontrolle in der
Hand. So sind sie instandgesetzt, auf
neuentstehende Straßen und Stadtiheile
die Rollen zu vertheilen, je nachdem die
selben sich für Luxuswohnungen und Vil
len, für geschlossene Häuserreihen mit oder
ohne Hofe, für Anlage von Fabriken, für
öffentliche Bergnügungsplätze und Parks
eignen. Darauf beruht daS sogenannte
Zonensystem. Die amerikanische Stadt
erwirbt Grund und Boden immer erst,
wenn sie ihn braucht. Dann hat sie selten
viel Wahl und muh stets theuer bezahlen.
Wir in Amerika bauen unsere Städte
ungefähr so wie unsere Großväter ihr
Handwerk betrieben. Jeder auf feine Art,
ohne Rücksicht auf die Nachbarn. Der
Eine baut eine Miethkafern neben einet
Luxuswohnung. Ein Anderer baut eine
Garage oder einen Stall oder eine Musik
Halle oder eine Fabrik mitten in einem
Wohnviertel. Höhe. Stil. Stand der
Gebäude entzieht sich jeder Kontrolle. Von
Harmonie der Umgebung, einheitlichem
Charakter. Fortbestand ist keine Rede. Der
Spekulant legt sein Land aus in beliebig
große Parzellen an Straßen, die er eigen
mächtig vermißt. Mag die Stadt später
selbst zusehen, wie eS in einen erweiterten
Stadtplan paßt! In der deutschen Stadt
denkt und arbeitet und plant man nicht
lediglich an Bewältigung gegenwärtiger
Aufgaben, sondern gleichzeitig auch mit
einem stetigen Blick auf Bedürfnisse der
Zukunft. Und darin besteht der Ivesent
licht Unterschied zwischen Stadtverwal,
tungen hüben und drüben.
C. M. Loth.
charakterisierende Kraft hinweisen. !co
iirt sind Worte, die auf dem Boulevard
und im Theater, bei Hofe oder von Dich
Grazie, Witz und Ironie genug finde,
das sei durch Uebersetzung einiger Proben
erwiesen.
Von dem berühmten T ... war ebenso
wie seine kleine Gestalt sein diploma
tische Talent bekannt. Seine Worte
mißhandelten oft die Leute von mehr als
5 Fuß. So sagte er: .Die Leute von
I;
ii
"tt 4 ff mt N IJ .
großem Wuchs gleichen sechSstackize Häu
ern, deren oberste Wohnung gewöhnlich
am schlechtesten möblirt ist."
Eine Dame, seit kurzem verwittwet,
empfing den Besuch eines Freundes, der
erstaunt ist. sie Harfe fpielend anzutref
fen. .Lieber Gott." sagte er, .ich hatte
erwartet, Sie ganz verzweifelt zu sin
den!" ,O." sagte sie pathetisch, .da
hätten Sie mich gestern sehen sollen."
Der Marschall v. Bassompiene reiste
wiederholt alZ Gesandter. Er erzählte
Heinrich IV., in Madrid sei er auf einem
allerliebsten Mauleselchcn, ds ihm der
König geschickt habe, eingcz.'?en, - 0,
muß das schön gewesen sein," sagte der
König, .einen Esel auf einem Maulesel
zu sehen!" Sehr wohl,. Majestät."
antwortete Bassompierre, ich vertrat
Sie!" 5
König Georg uut ;
der Droschkenktttscher,
In Berliner Hofkreisen wird von dem
Aufenthalte deS Königs Georg von' Eng
land anläßlich der Berliner Hochzeitsfeier
lichkciten eine nette kleine Geschichte er,
zählt. Der König benutzte manche Minute,
die die Festlichkeiten ihm, freiließen, um
Berlin und das Berliner Leben genauer
kennen zu lernen. AuZ diesem Grund er
folgte sein überraschender Besuch auf der
GrunewaldRennbahn, und der König un
ternahm auch incognito efniae Spazier
gänge in Berlin, auf denen er mit der
Hauptstadt und ihrem Leben und Treiben
in engere Berührung kommen wollte. Aus
einem dieser Spaziergänge ereignete sich
eine drollige Episode. Der König war
völlig allein, ohne jede Begleitung, nach
dem alten Berlin" gewandert und hatte
sich auf diesem Wege zu lange aufgehal
ten. Als er nach der Uhr sah, erkannte er
plötzlich mit Schrecken, daß er sich zum
Diner im Schlosse verspäten würde, wenn
er nicht schnell eine Fahrgelegenheit fände.
Nach einigem Suchen zeigte sich ein rich
tiger Berliner Tarameter. Der König ließ
den Kutscher halten, bestieg den Wagen
und gab Order, nach dem Königlichen
Schloß zu sahren. Der Kutscher macht
ein etwas erstauntes Gesicht, dachte aber,
er hätte eö wohl mit einem der zahllosen
Hofbeamten zu thun, für die in den ver
gangenen Festtagen nicht sämmtlich Gala
wagen bereit standen, und suhr in der
Richtung nach dem Königlichen Schloß
davon. Niemand erkannte natürlich in der
gewöhnlichen Droschke den König von
England. ,',.,'' ',
Die Fahrt ging durch einige siark U
lebte Straßen, aber die königliche Prosch
ke" fiel im Großstadtverkehr naturgemäß
niemand auf. So kam das Gefährt von
der Rückseite des Schlosses her an ' das
Schloß gefahren, und der Kutscher wollte
nunmehr halten, um seinen Fahrgast auS
steigen zu lassen. Dieser winkte aber, der
Kutscher solle ihn weiterfahren, und gab
als Haltepunkt in deutscher Sprache da!
Hauptportal an der Schloßfreiheit an.
Der Kutscher setzte sich kopfschüttelnd,
weil er wohl erwartete, von der Abfper
rung angehalten zu werden, wieder in Bt
wegung und fuhr um das Echloh herum.
Ein dort flehender Schutzmann, der auch
thatsächlich den Wagen erst anhalten
wollte, gab, mit etwas verwundertem Ge
sicht, aber plötzlich in strammer Haltung
den Weg frei, und der Wagen gelangt
schließlich vor daS Hauptportal. Hier be
deutete der König dem Ziiltscher, in den
Schloßhof zu fahren. Jetzt' weigerte sich
dieser ganz entschieden, weiterzufahren, da '
er sonst sich strafbar mache. Dem König
blieb also nichts weiter übrig, als aus
zusteigen und zu Fuß ins Schloß zu
gehen. AlS er eben daS Portemonnaie zog,
um den Kutscher zu bezahlen, stürzten
mehrer Bediente auS dein Portal, um
den König zu helfen. Jetzt wurde S auch
dem Kutscher klar, welchen holten Gast r
gefahren hatte. Ein Diener sagt ihm
denn auch Bescheid, und da! Zwanzig
Markstück, daS der Kutscher in der Hand
hielt, ließ ihm dann schließlich gar keinen
Zweifel mehr, daß in seinem Wagen be
der König von England gesessen hatt,