Tägliche Omaha Tribüne. (Omaha, Nebr.) 1912-1926, January 08, 1913, Image 2
Berliner Plauderei. Wemgarlntt in FiZrs'.knwalde. (ff) Hingen für den Dirigenten. Frau Züüm will zur englisckM Bühne tittrgchei. TaS Londoner Cr chchcr in Berlin. ' Berlin. 1. Dezember 1912. Am letzten Dienstag um sechs Uhr Shchtmlug zogen wir zum vierten 11 iio Icfcffn Male nach Fürstenwald' hinaus iiieinoartner bracht: dort sei rien kurzen Zyklus von neuen Bectho, vea'säcn Snnithonier, mit :er achten urid neunten zum Abschluß. Bald sehen " mrt fr der P!f!bksckf!igte. der in dieser nsten Äittttrhz,fte zwischen Wien, Hamburg, und Fiirfienrccilde mkeikeisen dürfte, nach Boston auf drecken. Am Tage, da er in Fürsten walte ,2cl.luft machen" woll:e, reg jiete es 'n Berlin indfaden. Heute Wird der Weingartner doch ein leereS Haus haben". sag! ich zn meiner lie bei, Frau, als ich den Schirm auf. spannte und wir uns auf den Weg zum adnhof machten. Die .Coupes' im Eisenbvchnmaen rennen überfüllt trokvkm Kieiesmal vier statt dici Jrirazü; liefen und ti entwickelte i& eine Atmosphäre. der Teutsche duldet ein offene. Fenster wegen sei r fanatischen .ug"Furcht kaum km Sommer die man unwisscn Mftlich aber desto treffender alz ..Ausforderuna zum (Einschlafen" be- zeichnen kann. Thatsächlich mumen wir drei Mitreisende aufwecken, als sich unt ;jug in den Äavnyos von Fürs!knwa!de einschlich. Natürlich ver liefen wir das tloup- mit geöffnetem Regenschirm, aber siehe da. es blink icn sogar einige verschämte Tterne vom Äoendhimmel hernieder. 'Wein. gar!ner-Wet:cr, meinten ganz fröhlich! die Neiiendcn. die sonst, wenn näm lich der Negen sie von Berlin nach Fllrsicnwzldc begleitet hätte, auf den Anreger zu dieser Nachtfahrt weniger gut zu sprechen gewesen sein würden. . Von dem . Konzert selbst will ich nun weiter nichts sagen, als daß Nie mand bei der Aufführung oer achten und neunten Symphonie eingeschlafen ist, und daß nachher ein ubel lo!- rraaz. ver aue vorzeingrn mützen im Weichbilde Fürstenwalde aus den Letten getrieben haben muß. Was Weingartner mit dm letzten Satz der Neunten" anstellt, nenne ich im vollen Bewußtsein der Wcrtbedcu tung .beispiellos". Ich erinnere, mich noch aus meiner frühen Jugend einer Aufführung der Neunten unier Anton Seid! und mit dem Leipziger Nicdel Terein: und nachdem habe ich sie viel leicht zu oft. und zwar unter den berühmtesten Dirigenten. Nikisch. Strauß usw. gehört. Aber keine dieser Aufführungen gab auch nu? einen Vorgeschmack von dieser hin- und um reißenden Wirkung, die Weingartner in der Hand hat, einerlei wie die Hilfs Mittel beschaffen sind. Aber er hat ja such bei Ihnen in Amerika bewiesen, daß er der Neunten mehr entlockt, als irgend ein Anderer, und wer damals der Aufführung in Carnegie Hall in New For! beiwohnte, die Weingartner dirigirte, wird den Eindruck noch nicht völlig aus feiner Erinnerung los geworden fein. . Also übcrfüllter Saal, wundervolle Aufführung, beispiellose Ovationen. Auf der Heimfahrt wandelte Nieman den der Schlaf an. trotzdem die Ueber füllung. wenigstens im ersten Zuge. noch viel größer war. Ich z. B. habe während . der anderthalbstündigen Rückfahrt zwischen Skylla und Cha- rybdis. oder vielmehr zwischen zwei begeisterten alten Damen, stehen müs- seil, bin aber weder rechts oder links hinabgesunken. Ter Beweis war geliefert worden, fcnfc es ein zablreickes Publikum in Kerlin giebt, das nicht cuf den Diri : genten Weingartner verzichten möch te. Wäre bloß das erste Konzert rn Fürstenwalde voll besucht gewesen und dkgeistert aufgenommen worden, h,u'e man sagen können: Seht ihr w jhl, es . war nur die Neugierde, die Seniati. enslust. was die Leute hinauslrieb: ; das Ganze ist lso eine Aber da die vier Konzerte in jeder Bezie bung eine Steigerung bedeuteick:, da sich sogar Leute berei: erklärt haben, die schwere Konventionalstrafe von achttausend Mark für jeces Konzert zu bezahlen, wenn Weingärtner sich ent- schließt, im nächsten Wirter wenigsten? vier Konzerte in Berlin zu geben, so Zönnm auch seine wüthendstn Feinde nicht wohl die M'iht aufrecht erhilt-n, fcä Weingartner - Begeisterung sei ck ,aNschte" Sache. EZ ist v'.el,nehr t ine Sache tiefgefühlten Beoiir!nise.i. ' Und am Abend nach dem Konzert irzfen wir uns nun bei einem Bankett im Esplanad - Ho-el, das zu Ehren Weingartner's veranstaltet wuroe. Ss wurde da gemunkelt, daß einige Leute, sogar Herren vom einladenden Kommitte: im letzten Augenblicke ab- r,esch!venkt und weggeblieben seien, weil sie fürchteten, bei der hochmögenden Intendanz anzustoßen. Daß diese Vermuthung zutrifft, glaub? ich nicht. aber daß xt überhaupt ausge,lem wer den konnte, kennzeichnet die Situation Natürlich fehlten in der Tafelrunde die Redakteure des Lckalanzeigers . aber da andere Bläter hinreichend ver- Ueitn waren, das .Berliner Tage ' Hart" znm Beispiel mit seinem Chef' r-!!rat Tkwdor Wolf, und seinem .?Ikkriti!er Dr." Leopold' Schmidt. ! d,t XarMU . Lyali,aak rer ijq ' 'AI doch nicht verborgen ge&lie ben. Man war bei diesem Bauket! guter Dinger, keine Epur von Ge kklztheit zeigte sich, im k,ientheil. eine Art von Sroßmuth klang auck den Tischreden heraus, wie sich für 1 te schickt, die in einem har:en stampf endlich Sieger geblieben sind. Hemj HanS lfm nannte die Fiirstemoai. der onzerte .Weinchntner's Hust, nnritt". überhaupt fehlte ei nicht ' m launigen Bemerkungen, aber hämische kamen überhaupt nicht vor. Wein ffürtner selbst behauptete, r sei auf dk Novität stolz, die in diesen Konzerten enthalten sei. Längst fei man daran gewöhnt, daß di Dirigenten, dah die gesmmten Orchester auf Konzertreisen i.rfon nitft das! auch das Publikum lt) aus Konzertreisen beiäbe. sei rock) i ' ' . . ,-rt k. . I w!K etwas NeueZ. Uns dann er schrack er. meinte, er müsse sich erst be. sinnen, ob es ihm nicht auch verboten sei. in Berlin eine Rede zu halten, aber glücklicherweise seien seine Reden ja keine Kunstwerke und dabei rrdet er thatsächlich auzgeze'chnet! Usbalb könnten sie auch nicht unter die verdatn .Ausübung seiner Kunst" fallen. Unter solch'n Harm losen, leicht satnrischen scherze-, ! blieb man bis zum frühei, Mrz?n zu szmmkn. und da kick in der Gesellichafi i und Musiker. Dichter und ÜUr leger. Schauspieler und Kritiker, Kaufleute und Nichtschuer befanden, da die Tischgesellschaft höchst glücklich .gemischt" war. hielt der Frohsinn und die animir! Stimmung bis zum rfiku& an. Wären die Musiker in y,., Majorität wefen wurde das Bankett schwerlich so harmonisch" verlaufen sein. Ich warne uberlxiupt jede Berufsklasse, ein seitliche! Aben?- cssen unter Verussgenoen auern ao zuhalten. An dem j'slnfctt nahm auch ton Durieur theil, zweifellos zur Zeit die intirr'anti'ste idiniiUMClrrm U-cr lins (oslgoro sann das biwifctt.) Tsl-3 aab mir imllkomiu.mc' clMPii lH'it Mniiitcsion. ban rtwas Satins oi, iliror Absicht in, sich früher clvr spötfr der cnglischi'ii Bühne zu irid inen. Bio Sie dil's? TarsiM'rin ii'o dernen Stils in Amerika ,icbi-ciuchi,'n können! lind schm, jcKt svi'icht iie Enilisch nicht schlnht. FriÜ'lini so vertraute sie nur an wird n. mik rnpfirfrc Monate nach London gc Ken lüid jeden Abend in einem Lon dner Tdeater erbringen. Ich bin iiberzeuat. sie kommt von dort als frrtiae Engländerin" zurück. Aber viel sciiwienaer ut o,e 'nevenoiresra gk, Was fitem Auiteur zu ipiticn iminsckt. wird ieu, englilmen wie Dem amerikanischen Piiblttiiin noch nicht so leickt eingehen. Ich rietl, ifir als An sanstssnick zu Dailtlxmdev's Svie l'.'reien einer Kai'erin". Aber freilich, der keniige RealiZmuZ müßte in man chen Plinkten doch ..adaptirt" werden, und dabei mag viel verloren gehen. Immerbin, auch das Repertoire toird sich finden lassen, und tvenn dann al les fix und ferttsl vorbereitet vt, können Sie sich auf einem eigenatti ,'en lenuß ae?aßt machen. Auch Frai Turieuz' Gatte, der bekannte Kunst lxindler Paul Easnrer. ist von der Idee seiner Frau qanz eingenommc?.,. Und da muß ich Ihnen doch gleich er zählen, wa? Paul Ea'sirer selbst über seine Erwahlung zum Präsidenten der ..Sezession" zu sagen hatte. Er finvet das Aufsehen, das seine Erwählung erregt hat. ganz depla cirt, vor allem findet er, daß die Te fatte reichlich verspätet eingesetzt ha be; man hätte sich darüber ereifern können, als er vor zwott anren n den Vontand der Sezession gewählt worden sei, und zwar mit dem Neäzt der ..Iurierung" der Bilder. Der Präsident sei nämlich nur par inter pares", sein einziges Vorrecht bestehe darin, daß bei Stimmengleichheit lerne stimme ooppclr zaqie uno oayer entscheide. Ein solcher Fall, behaltet er, sei innerhalb von zehn Jahren bloß zweimal vorgekommen. Ealslrer giebt . - . r cr "i . ..i'.. 'i zu. Dein er als oiones onranosmil alied iil der Sezession einen bemer kenswerihen Einflug ausgeübt yar- dieser Einilust aber sei eben nur der Persönlichkeit, nicht aber den, Präsi dentenanit zuzuschreiben. Darin hat er. glaube ich. reckt. Und da die Mit alieder der Sezeision, wie alle Heu tigen .ünstlervereiniguiigen, der Idee nicht mnerlich abhold smo, mit ihrer Sftrnst so viel Geld wie möglich zu verdienen, ist es zum mindesten nickt unwalirscheinuch. daß die Mit gliedersckast eines geschäftstüchtigen Berathers diesem Zweck aünstick sein wird. Eanirer kam dann .aus die Technik" der Auöftellungen zu spr? chen, von der er durch seine langmi, riaon Erfahniiiaen nch eine gründ sichere Kenntniß angeeignet habe, als manche ausgezeichnete Maler sie je er rerjen wurden ilnaiungig von oer Iurn. behauptet? er. mißten, die Aus itellttNge,, nach eine:' ganz bestimmten !dee usaininenaeitll: werden, wenn iie wirken sollten Zwischen Künstlern d Auisielliinaktechnisel bestehe die .'Möglichkeit eiiier idealen gegenfeiti ,;e Ergänzung, lK'br'i'enS meinte er -.um Schluß d?t- langen ortrags. den er il'ir hielt, ane er fein Vioitöimteu imt nur al? eine lle!'lraangSstation ins. Da Liebermann nicht mehr dazu beivogen werden könne, müsse nifrn liif einen jüngeren bedeutenden und durchaus aecianeten Maler warten. mb diesem kommenden Manne den Veg zur Präsidentschaft zu ebnen, b machte er als seine vornehmste Aus i , 1 a!'e Cassirer ist ein kluger Mann, u.no nenn er wirklich so gut präsidirt nnc ce lm'ise spricht, dann darf man der cnessu',1 foaar zu seiner virlsach lv iiiiinflelten (Srun)l)liiiiz gratulieren. In Vkini-risa würd? mm, walu schein lich üiistiniiiiij stven: give him a dianat" (5in prächtiger musikalischer Genuß ist mir vor ein pair Stunden, an, Heu. tigen Abende, im Nonzrtsaale der Hochschule zu theil geworden: da gab Thomaj Veecham mit seinem Londoner Orchester ein Tnmpboniekonzert. Da! Orchester hatte ich schon durch sein ?,u sammenwirken mit dcmNussischen Äal. let einigermaßen kennen gelernt, aber der iunae i&eiiam war mir nur dem men nach bekannt. Taf, ich sehr . ! , t- - - - f - F t.ll. 1 - .... W. viel über ihn gelef'n hatte, trug gerade dazu bei. mir eine ?anz unklare Lor stellung von- seiner Dirigenten Kapa zität zu machen. Und als er denDakt stock hob. die Arme so weit wie mög' lich ailZeinanraebreitet und mit förmlich theatralischen ttesten zu diri. giren begann, wurde mir um den (fr fola banae. Wohl mußte man sich sa, gen. dieleOstentcition könne rein äufzer lich. könne eine schichte Angewobnit sein, brauche also mit der eigentlichen Musikerschaft deSDiriaenten gar nichts zu thu haben. Indessen fiel die In. terpretation der Anfangsnummer, tu ver Mozart'schen Symphonie, auch nickt so aus, um die einmal krachten Bedenken zu zerstreuen. Beecham nahm seinen Mozart gar zu 'nig von dr naiven, srielfreudigen Seite, er über trieb die Nüancirung durch allzu große Mannigfaltigkeit, deigleichen brachte er durch allerlei Temvo - Modifikationen ein fremdes, halb modernes, halb sen timentales Element linein. da? dem Modell . Klassiker schlecht zu Gesicht steht. Gleichwohl erntete dos ausge zeichnete Orchester und der Dirigent auch für diesen etwas verzeichneten Mozart vielen laufen Beifall. Ein Sie, war's aber noch lanoe nicht. Man ist eben in B'rlin auch höflich, vor ?lllem. wenn so viele Engländer im Saale sind. Aber dann kam das Programm mit einer Anzahl Werkcn der jungen eng-lisch-n Sckule. Delius. der geniale. Percy Grainger und Williams kamen d!efe?mal an die Reihe. Und stehe da. der Tiriaent sckn wie umgewandelt zu sein. Wohl ließ er uns roch manche Gest'-n und Zuckungen sehen, d zum mindesten nickt nothwendig sind, aber wo vorher Absicht und Klügelei die Herrschaft geführt zu haben schienen, trat jetzt der unmittelbare Impuls, die spontane Gefühlsäußerung hervor. Der Dirigent und fein Orchester schien nun erst so recht con amorc dabei zu ein. Mit ssrederick Delius' .Brigg tau uno xan 'yaviooy nue,- selien die englischen Musiker und ihr Dirigent richtige Ovationen. Ich er- innere mich noch der ersten Berliner Brigg fair - Aufführung unter Nl-! isch xn einem Philharmonischen Kon zert: die damalige Novität wurde mit vorsichtigem RespektZbeisall hlngenom- men; die meisten Zuhörer hatten sie eben gar nicht verstanden, begrifsen aber doch, daß sie sehr schwierig zu vielen sei. und daß Nikisch sei Sache gut gemacht habe, mußten sie schon als reue Abonnenten der Philharmoni cken Konzerte aus Loyalitätsgründen annehmen. Delius aber hatte durch diese Aufführung m Berlin wohl kaum einen einzigen Freund hinzugewonnen. So, wie nun Beecham sie hören lielz. war es unmöglich, ihrem Reiz zu wi verstehen; das Publikum jauchzte förmlich, wie wenn es eme Ofsenba rung erhalten hitte. Also dieser Bee cham. der feinen Eindruck mit einstu- bitten, .in jeder Beziehung übertriebe- nen Bewegungen machen zu wollen schien, ist doch ein ganzer, ein warm blutiger und verständnißvoller Musi ker. Und m der That, je warmer er wurde, je mehr innerlichen Antheil er an seiner Arbeit nahm, desto mehr der schwanden auch die übertriebenen osten taiiven Armschwingungen: sie wurden mit absorbirt von dem intensiven In teresse. das der Dirigent auf seine Auf- gäbe verwendete. j Aehnlich so a,na s dann mit den übrigen englischen Kompositionen. Das Ware trotz aller Begeisterung des Tni gcnien nicht möglich gewesen, wenn die se Gaben des jungen Englands nicht wirklich höchst bemerkenswerthe Musik enthielten. Schon nach dieser kurzen Erfahrung möchte ich behaupten, daß die jungen englischen Komponisten auf- geHort haben, ,hr Heil in einer Nach- ahmung des ultramodernen Frankreich zu sehen, daß sie sich selbst gesunden han. Wie ich wünschte, ein Gleiches erst einmal von den amerikanischen Komponisten sagen zu können. Nun bin lch gespannt aus die Ur- theile der Berliner Presse, die wohl durchgängig keine richtige Vorstellung vom gegenwärtigen hohen Stande der engliscken Musikkultur hatte. Und trotz der grausamen Ueberfütterunz mit Musik freue ich mich schon auf das nächste Beecham - Konzert. August Spanuth. n der Kneipe. Gast: .Manchmal sieht man den Schneider Dürr leben Abend hier, manchmal kommt er auch wochenlang nicht!" Wirth: Ja. sehen Sie, das liegt an der Witterung, den nieiien Weg macht er nur. wem, er den Wind in. Rücken hat!"' ES kostet mehr, ein Laster als zwei I Kinder zu erhalten. Z),r Pomantiker. Do.-, Hermann Horn. Der Vorsitzende de Schwurzerichtj blätterte in den Akten, daß man in der dämmerigen Fahlheit de großen Saal da harte Papier deangstigknÄ keuschen hört. .Angeklagter, stehen Sie auf." sagte er dann, mehr gemüthlich gewöhn heitsmäßig als barsch. Dieser mittelgroß Mann mit blei, chem Gesicht und dunklen, Haar stanö nuchanisch auf und ließ seine ticslie senden Augen müde und zerstreut über die Richter und die Geschworenen wandern. .Sie haben." flik-r d,r Ri.btcr fort, studiert, und sind doch ein gebildet Mann, wenn Sie auch aus litcra' ricken Neigungen, glaube ich nicht n,v,hr? " Da der Angeklagte nickt antwortete, sckue der Vorsitzende be'tig.- So ant werten Sie dock, wenn man Sie fraatl" Aber der Angeschriene raifle sich resch zusammen und s:g:c kurz: .Das aebört wobl richt zur Sacke!" Tann blickte er wieder gleichmülhig vor sich hin. Der Nichter. der auf den Berthei. diaer sah, bezwäng sick und sagte: öic ersckwcren sich un? uns das B?r fchren und verschlimmern Ihce An gkleeenheik. wenn Sie so verstockt sind." Darauf fuhr er fort: .Kurzum. Sie h ben kein Examen gcmach: und sind nachher Sekretär in einer Berstche rui'gsansialt geworden. Sie müssen als Ihre augenblickliche Laze so weit übersehen können, denn zurechnungS fähia sind Sie doch. Oder wollen Sie das Gegentheil behaupten? Also sie wellen nicht? Tann müssen Sie sich dcch sagen, daß eS so ziemlich unmog lich ist. Ihnen zu glauben, wenn ie sagen. Sie haben jlm.-,na ermordet, weil Ihnen sein Gesicht nicht ge fallen hat. Zudem, wenn der Ge:ö!ete ein angesehenes Mitglied der bürgcr liefen Gesellschaft ist, der aus eigener Kraft zu Vermögen gekommen ist und durch das Vertrauen seiner Mitbürger zum Stadtrath geioäbl: wurde." Da erhob der Anek!aa:e lanzsam seinen Kopf. -Es schien, daß ein ihm Eigenthümliches in ihm lebendig war, l denn sein Auge belet-ie sich unz er sprach mit einer weiten Stimme, über der ein Schleier zu liegen schien: Ja. ich habe sein Gesicht gchaßt und seine kalte, herzlose Stimme, sie haben mich v:c!e Jahr verletzt" .Nun." sagte der Richter. .Ihrer Frau, die aus anerlenn.-nswerthkin weiblichen Empfindcn die Aussage verweigert hat. habin Sie doch auch Kälte genug gezeigt, und sie hat des wegen noch lange nickt daran gedacht. , sianät get it einem stillen, gesättiz Sie umzubringen. Wir werden nach-, Lächeln dagesessen. Nun erhob er her aus Zeugenaussagen erfahren, da e be, Ihnen zu Hause bestige Aus i.itte gegeben hat. daß sie die Aermste eeschlagen haben und sich am liebsten Ihren Pflichten als Familicnernährer entzogen hätten. Auch Ihren Beruf seilen Sie vernachlässigt haben!" Meine Frau störte mich." erwiderte der Mann. .Störte Sie?" .Hier," fuhr der Angeklagle fort, und glitt unbestimmt mit der Hand über feine Brust. Der Richter flüsterte einem feiner L'isitzer etwas zu. der mit der Achsel guckte und. die Hände tief in die Hosen toschen bohrend, den Angeklagten eif rigst betrachtete. .Ist sie Ihnen denn eine schlechte Frau gewesen?" frug der Staatsan walt. .Nein, ich glaube, sie war eine gute Z7rau, aber sie fragte mich beständig, wi.llte mich aufmuntern, mir Rath schläge geben, ließ nichts unangetastet in' mir. daß zuletzt ihr Gesicht schon mir schmerzliche und unangenehme Em pfindunaen verursachte." Hätten Sie ihr deswegen wohl auch neck dem Leben trachten können?" frug der Vertheidiger. .Nein ." Kam Ihnen," frug der Staatsan lt wieder, nie der Gedanke, daß Jbre Pflicht vielleicht gewesen wäre, sich mit Ihrer Frau durch ein Ein geln auf ihre Absichten und Fragen in ein gutes Einvernehmen zu setzen?" Von !t"I'ckt schwatzte immer der andere!" .Welcher andere?" Nun der, den ich von der Schule her noch kannte, der der Ver storbene!" sagte der Angeklagte mit seiner weichen Stimme. Da ließ der Staatsanwalt ein lang gedehntes So vernehmen und durch das anwesende Publikum ging ein leise! Raunen. Nun kam die mit lebhafter Spann U'ia erwartete Zeugin, deren Liebhaber der Angeklagte mit mehreren Messer- s.cken getötet hatte. Sie war eine untersetzte Frau, An fang drer dreißig, von jener weichen Ueppigkeit, die schon die Formen ein wenig verquollen hat. Ihr Gesicht war breit und von tiefschwarzen, glän zenden Haaren umrahmt. Die Auaen und der Mund beherrschten es. Der Mund war groß und roth, und seine starke Oberlippe bog sich in sanf!en Schwung nach oben, der in eindrngli cken. dunklen, schmerzlichen Winlew der Wangen verlief; und die Augen waren groß und braun über der glat- ien und breiten Nase, und jeden Au genblick schien ein Weinen oder Lachen aus hnen hervorbrechen zu wollen., , Der Vorsitzende deS Schwurzertchts hatt da Zeugin den Eid abgenommen und stellte sein Barett wieder neben sich auf den Tisch, gleichzeitig ein Staubchen vom Arml seiner schwor cn Robe mit dem Finger tvegknivsend. .Run. Frau Jäger, wa wissen Sie uns von der That zu erzählen?" Die Frau sprach mit einer leisen g drück!, Stimm: .Ich habe doch schon gesagt, daß ich überhaupt von dem Un glück rst am anderen Morgen erfahren habe!" .Schön, aber Sie hatten doch in Verhältniß mit Herrn Stadtrath Schlosser, trotzdem Sie verheirathet sind." .Ja!" .Die Zeugin liegt infolgedessen mit ihrem Mann inScheidung," richtet der Vorsitzende das Wort an die Ge fchworenen, die dazu mit dem Anzei chen freundlicher Schonung nickten .oder sind Sie schon geschieden?" . Hier erwiderte die Zeugin wieder: .Ja!" Aber nun schien sie freier zu sein. .Sie waren am Abend der That mit dem Ermordeten in einem kleinen, ent legenen Eafe in einem Extrazimmer, trennten sich um 10 Uhr von ihm und gingen nach Hause. Einige Minuten darauf fiel der Angeklagt über den ruhig seinei Weges gehenden Herrn Schlosser her und stiß ihm dcn Dolch, der dort auf dem Tische liegt, meuch lings von hinten mel.rmalz mit oller Wucht in den Rücken. Wir wissen nun, daß Sie sof'i nach Haus, gingen, der Ang.klagte ist ja auch bei der Leicht r, ergriffen worden. Was wir von Jnen wissen möchten, ist nur. ob Sie vielleicht auch zu dem Angeklagten in eirin Verhältnis, also in einem Lie besrerhältnis. standen?" .Ucbe.leacn Sie sich wohl Ihre Aussagen." fuhr der Vorsitzende nach einer kleinen Pause fort. Wenn Sie sw etwa selbst belasten sollten, selbst wenn der Angeklagte im Einverständ nis mit Ihnen gehandelt haben sollte, brauchen Sie nichts zu sagen; aber im übrigen müssen Sie die reine Wahr heit sagen, denn Si haben bei Gott dem Allmächtigen geschworen." .Ich habe kein Verhältnis mit dem Angeklagten gehabt." sagte die Zeugin leis? mit niederaeschlaqene:. Augen. So ?' fragte der Richter. .Wir norden aber nachher Zeugen bringen, die das Gegentheil davon beweisen werden!" Da scklua die Frau verwirrt die Augen auf und stammelte: Ick?" Dann starrte sie die Richter mit großen Augen an und die Thränen rannen ihr" still die Wangen hinunter. Das ist schon da war ich ja noch ein ganz junges Mädchen! " Der Angeklagte hatte, seit die Zeu- j gin eingetreten war, unoerwanoi jcoc ,brer Beweaunqen verzollt und die sich rasch und sagte: .Ich möchte das. erklären!" ! Schweigen Sie," schrie ihn der Nichter auf dieses an. .Sie wollen der Zeuain eine Aussage in den Mund legen!" Aber der Angeklagte erwiderte da rauf mit einer unsäglichem Verachtung: Habeich einen Augenblick versucht, mich zu verteidigen?" Da geschah das Seltsame, daß Rich ter. Staatsanwalt und Vertheidiger betroffen ihre forensische Routine ver- gaßen und sich vor dieser einfachen Wickrheit beugten. Gut," sagte der Vorsitzende nach einer kleinen Pause, .wollen Sie eine Mittheilung über die Motive Ihrer That machen?" .Ja " 'Dann können Sie sprechen!" Ich weiß nicht." sagte der Ange klagte, und maß die Richter hoch wüthig, ob Sie das verstehen werden, was ich vorzubringen habe, aber so ist es. und es soll mir lieb sein, wenn es Frau Jäger auch hört." Es ist allerdings eine Thatsache, daß ich ein Verhältnis mit Frau Jäger hatte, aber das ist sehr lange her. Ich war damals noch nicht einmal Student, und sie war noch bei ihrem Vater, der eine große Bäckerei hatte." Hier begannen die Augen des Sprechenden inS Leere zu starren, und bald huschte ein versonnenes Lächeln um seinen Mund, bald schien er in sich selbst zu versinken, wo dann ein tiefer Gram aus feiner Stimm sprach. .Nun." sagte er. .wir trennten uns, Iveil wir meinten, es könne nicht sein. So sagte man uns, und wir glaubten es als Kinder, und unser Schmerz war süß! Dann kam das Leben" Hier schien dcn Mann ein Schauer zu durchziehen .Ach. man ergreift es im Vertrauen und glaubt es gut und recht zu machen, und plötzlich steht es gegen einem auf wie eine furchtbare Macht. Man will der Macht mit List und Angst entgehen und plötzlich ist man schlecht; man fühlt sich in den Händen eines Schicksals, und die langsam wandelnde Zeit zer bricht einem Tage und Stunden zu einem trostlosen Einerlei. Man geht dahin in Ketten und glaubt nicht mehr, daß es Schlüssel der Befreiung gebe." .Da geh' ich eines Tages in einen Laden nicht weit von meiner Wohnu7g. um mir Brot zu kaufen. Und als te, aufblickte, sah ich plötzlich in zwei Augen, die ich kannte, und jemand sagte: Kennen Sie mich noch?" ..Gusti ." fegte ich. .Gusti!" -und wir faßten unö an den Händen und die Thränen flössen uns du Wangen hinab. An jenem Abend, da weih ich. fiel i ie in die Schlingen diese! schwatzenden ropsel, dieses Herrn Stodtrats. dessen Worte sie für Stärke hielt in ihrem Jammer; uns ver st doch nur aultrank wie . ein Bampyr. weil er blutlol geworden war in feiner schwatzenden, papierenen Einsamkeit! In mir aber waren ihr, Augen an gezündet bei Nacht. Ich lag und holte mir alles, was ich wußte, von ihr. Ihren weißen Stacken, ihr Ärüb chen am Kinn, ihre zarten Lippen. daS Löckcken an der runden Stirn, das stille Lachen, da Vertrauen und die sanfte Treue dat alles drängt wie eine gewaltige, wandelnde Mauer alleS. was schwach und klein und er bärmlich machte, in dunkle Winkel, und ein stiller Tom war in mir. Der war auS ihr gebaut und war wie ein Dom und doch lebendig wie der Him mel und fruchtbar wie ein Garten, in dem S köstlich war. sich zu ergehen. Da schlug ich mein Weib, ihr Herren, denn ich litte Angst um diesen stillen Tom und Garten, den sie zer stören wollt. Aber ich ward fröhlich und heiter wie ein Kind In dieser meiner heiteren Unschuld traf ich sie daS zweitemal an jenem Ort. wo sie zuletzt mit jenem zu sammen war. Sie sah mich, aber sie wandte den Blick von mir und duckte sich wie geschlagen, und sah mich viel leicht doch nicht. Das war ein Schmerz, der mich zer trümmerte! Ich ging vorbei und schlich zurück über einen kleinen Garten, in dem die Erde schwarz und feucht und locker war. Da sah ich sie durch? Fenster, an einem Tisch den Kopf in die Arme ge stützt, und sie weinie. Und vor ihr aina der andere mit seinem ge- schnitzten Holzpuppengesicht, seinen kleinen Augen, die hin und her gingen we die eines Vogels, und rechnete an den Fingern, und sein Mund schwatzte und schwatzte. Und dann ging er hin und küßte ihren Na cken, streichelt über ihre Haare und ich sah, wie sie darüber weinte; weil sie geglaubt hatte, er liebte sie, wie sie mich wieder gesehen hatte. Und weil sie vol ler Sehnsucht gewesen war und voll Trauer, und nun trostlos war. Da sank ich zurück in die weiche Erde, und ich fühlte, wie sie gierig meine Schmerzen trank. Ja, auch sie hatt jenen heiligen Tom in ihrerBrust errichtet, und r trampelte wie in fühl loses Thier über all das keimende Le ben. über ihres und über meines! Und als ich aufstand und nichts von ihr wußte und nichts von ihm. und langsam Schritt vor Schritt vor mich hinging, wie ein getroffenes Thier, da sah ich ihn plötzlich vor mir gehen. An seinem Nacken erkannte ich ihn, der schon in der Schule gemein und wul stig gewesen war. der voll Falten ge worden und an dem die gelben Haare borstig herunierhingen. So selbstgefällig wiegte er sich, der fZ.m Da zog ich jenes Messer dort und stieß und stieß Und als dies Puppengesicht am Bo- den lag, da war mir wieder frei und leicht und ,ch weiß t auch. ,hr auch ihr wurde es wieder frei und leicht und ,ch lächelte Bei dieser ganzen, langen Rede hatte ihn die Zeugin Jäger mit weitaufge- rissenen Äugen, voll Spannung und Entsetzen angeschaut. Oben aus der Galerie des Zuschauerraumes aber er hob sich, als er versiegt ivar, wie eine rasch aufgesprungen Quelle, plötzlich laut hinausschluchzend eine schwarz verschleierte Dame, in der jeder die Frau des Angeklagten erkannte, und drängte aus dem Menschengewühl nach dem Ausgang. Wie blind streckte sie die Arme vor sich. Da schüttelte der Angeklagte die er hoben Hand nach dieser Frau und rief schmerzlich nach ihr hinauf: O Du o Du! Dann sank er in sich zusammen und brach in ein heißes, leises Schluchzen aus. Es war lautlos im Saal, nur dieses heiße Weinen stöhnte auf. Und lange dauerte es, ehe daS Leben wieder leise plätschernd in die herkömmlich Form schlagen konnte. In diesem Falle war es der Staats anwalt. der von der mangelnden Zucht und Selbstbeherrschung sprach, über die ein romantische Veranlagung nicht hinwegtäuschen könne, und die eine Gefahr für daS öffentliche Leben be deute. M a l i t i ö s. A. : Und über Sie enthalte ich mich jeglichen Urtheils, aber Gedan Ich sind zollfrei." B. : Natürlich: aber was sollte an Ihren Gedanken auch WcrthvolleS zu verzollen fein?" LeidenSgno fsen. Ein Pantoffelheld (zum anderen, als in der Menagcrie ine Klapperschlange vorgeführt wird): Ach, komm doch, so waS haben wir zuhaufe!" Er weiß Bescheid. Gauner: Der Vertheidiger wird umsonst gestellt; na. ein bezahlter würde sich halt auch umsonst" hin stellen!" Einem reichen ?k e i m e r, Eins zu Herzen nimm Und bedenk' es immer: Dichten ist schon schlimm ! , . Drucken lassen schlimmer. Bergwintrl in der Echweiz. her 3-diinei.i wird geschrieben; Aus den Höhen herrscht seit viele ?agen N'imdervolle Wetter. Da ganze Alpengebiet itaW l'lc Tat in, kierrkicksteil Sonncnalanze, während im Tiesland und aus txt schweizerischen Hochebene ein ockre Nebclnieer lagert, aus dem die Höhe,: 1,1 fimn kiv) ir?rtent und darüber wie Inseln hrrauoragen. Der Himmel über dem Nebelmeer ist klar und wol kenloS. und Nachttz genießt man Sternengefunkel wie in bellen Früh lingsnäckten. Dabei ist die Tenipera tiir auf den Höhen viel milder als unter dem Nebel im Thal; auf dein Nigi und dem PilatuS, also auf Hö bet, nni die 2000 Meter herum, steht die Teiiiperatuc Icl Soimcnaufganz nur ttvniz unter Null, und im Eckpt ten während deS TageS sogar übe? dt'in (Gefrierpunkt. Am S. bi. zeigte das Thermometer Mittags t Uhr auf Rigi-Kulii, 2 Grad, in St. Mriy i Grad, auf dein (ottliardhospiz t Grad, während zu glcickzer Zeit Zu rich :! Grad und .'crn 4 Grad auswiesen. Ueber Mangel an Schnee hat man sich in diesem Frübwmtcr in, Gegensatz zu den letzten Jahren nicht zu beklagen. ES liegt auf den ganzen Nordhan des Alpengebietes eine tüchtige Schneedecke, die dem Rodler und dem Skifahrer genügt. Der Ri-gi meldet 10cm Schnee, Tavos 15, das Engadin 50 bis 00. Auch auf den Höhen des Iuraö liegt der Schnee einen halben Meter hoch. Das Gotlhardgebiet ist be sonders schneereich auS Andennatt wird eine Schneehöhe von SO Cm. ge meldet, und auf dem Gotthardhospiz liegt der Schnee anderthalb Meter hoch. Dagegen ist dies Jahr die Süd flanke des Gotthard schlechter mit Schnee bedeckt. Es ist sonst umge kehrt Airold hat in der Regel mehr Schnee als Göschenen, und daS tessi nische Bedrettothal. das sich von Airo lo westlich gegen den, Stufenpaß hin zieht, gilt als fchnee und lawinen reichste Thal der Schweiz. Es fallen dort oft ganz unglaubliche Schneemas sen. und die Bedrettodörfer Ossaco, Fontana. Villa und Ronco sind oft wochenlang von jedem Verkeher mit Airolo und damit von der Außenwelt abgesperrt. Außerordentliche Schnee mässen werden auch vom großen St. Bernhard gemeldet. Die Schneehöhe betrage dort oben um das Hospiz her um 385 Cm., und man habe diesen Winter schon Temperaturen von 18 Grad unter Null gehabt. Trotzdem haben im Laufe des Monats Novem ker noch 204 italienisch Arbeiter den Großen St. Bernlzard vassirt; einer sei allerdings mit erfrorenen Hände und Füßen angekommen. Trotz den Eröffnung der Simplombahn , wird der Groß St. Bernhard auch im Win ter noch viel von italienischen Arbei tern überschritten, die sich bei ihrer be kannten Sparsamkeit 'das Geld für die Eisenbahnfahrt ersparen wollen. Man. cher bezahlts mit dem. Tode oder mit erfrorenen Füßen. Auf dem Sän tis. 2N0 M.. liegt der Schnee 249 Em. hoch. Die Frau des Wetterwartö, die auch dort oben überwintert, war letzthin schwer krank, und es war sei ne leichte Sache, ihr in die winterliche Einsamkeit hinauf ärztliche Hilfe bringen. Aber ein tapferer Arzt hat es hoch gewagt. Mundwasser zum Gur. g e l n : 1) Eine dreiprozeniige .Sa lol" - Lösung (auf 07 Theile Waffer 3 Theile Salol); letzteres ein Salicyl Präparat aus der Apotheke. 2) Gurgel und Mund wa s se r gegen schlechten Geruch: 8 Theile Clorkalk -in 10 Th. (also 20mal soviel) Wasser aufgelöst, abge klärt und geseiht, dann mit 50 Th. feinstem Honig vermischt. 3) 1 Unze Quillayarinde wird iri i Psd. Wasser und Pfd. Weingeist ziehen lassen, dann filtrirt und eine halbe Unze .Glycerin zugefetzt. Diese Mischung wird mit Pscfferminzöl par fümiert. 4) Absud von Salbeiblatiern, etwa Borax und Myrrhen Tinktur. 5) In eine größere Flasche, die 1j Pint Wasser enthält, thue man 2 Gramm Tannin und 2 Gr. Tymol; in eine kleinere Flasche 1Z Unzen besteu Spiritus und 2 Gr. Pfefferminzöl. Beides läßt man drei Tage stehen. Dann thut man den Inhalt der kleine ren Flasche in die. größere die natürlich noch ..nügend Platz dafür haben muß, schüttelt alles gut gut der ki durcheinander und nimmt von Mischung einen Theelöffel auf Glas Wasser, 30 Gramm - 1 Unze. -Mittel für weiche Hüh n e r a u g . 1) Ein sehr gutes Mittel soll das folgende sein: Man reib di Hühneraugen tüchtig mit Salzwasser ein. so sind sie in acht Tagen der schwunden. Auch gegen Warzen soll Salz mit fein geschabten weißen Rübe gemischt, vorzüglich sein. 2) Man wasch des Abends den Fuß mit lauwarmem Wasser; des Morgens vor dem Anziehen lege man ein ganz feines Läppchen alter, weicher Lein wand (von alten Taschentüchern) zwi schen die Zehe, wo das Hühnerauge ist. Setzt man dies fort, so hört sehr bald der Schmerz auf und das, Hühnerauge fällt ab 3) Da di.se weichen Hühneraugen von Feuchtigkeit herrühren, so muß man alles thun, um diese zu vermei den. Di: Füße werden täglich in Boraxwasser gebadet, und am Morgen le:t man zwischen alle Zehen , ttivcl Seidenpapicr. DaS hilft.