Nebraska Staats-Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1901-1918, October 23, 1914, Image 1

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    Nebraska
HERR-BRAU»
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Vom Kriegsschauplalz
Fkuua ungk kn« send Faun »t- wuchs-nd Hgsschtaiauchisivtdi Om- zusteka
Deutsche kämpfen heftig zwischen Oftcnde und Dünkirchcn.
Entscheidung der Schlacht iii M
Frsiikreich erwartet
Aus Berlin wurde unt Sonntag
dieser Woche gemeldet: Alle Anzeichen
besten daraus hin. dass in dein Jungen
Iimnese in Nordfrantreich eine Ani
derung bevorsteht Seit Wochen ske
ben dort die seindlichen Arineen
in derartig stark befestigten Jt.-«:nn
gen. daß init jedem Vor-stos, ei otnie
Verluite verbunden sind. Inisotzie
dir gegenseitigen Flantenbeweqnngen
ii2 die Schlachtiinie nieiter und nie-—
tec- auvaedehnt worden, obne dass w
den Alliirten oder den Deutschen ne
Zungen ist, irgendwo einen iclnnactiesi
Lin-ist zu entdecken
Die deutsche Armee, die Anttuernen
beiaaert hat, ist setzt srei nnd die
Deutschen sind auch an anderen Ziel
len verstärkt worden, so dass ein An
qtifs aus irgend einen Punkt der and
qedebnten Schlochtfront bevorsteht
Wo dieser Punkt liegt, wird streng ge
heim gehalten
Aus Nachrichten von der Ftent
geht hervor, daß die befestigten Stel
lungen im Centrum veritable Festun
sen sind. Die Jnsanterie ist in der
ttktis gut IMOEM Laufgröben tin-;
hear-bracht dass nur Schaden ange
richtet wird, wenn ein schweres Ge
schüy dirett über dein Graben expla
dirt. Die Soldaten haben Matrabem
Tische und andere Bequentiichteitens
in ihren unterirdischen Riiiinieii.«
Schwere Geschiine beschützen diese Li
nim. Darunter befinden sich auch 25:
Oeschiitia die in der Festung Ginetz
erbeutet wurden. s
Falsche Alarine find häufig. Ter
Fall Antwerpens verurfachte eine-H
Audbkuch der Begeifternng der deut-!
schen Trupeem so daß die Franzoseni
glaubten, ein allgemeiner Angriffs
ftehe bevor, und wie wild zn schießeni
begannen. Jn der Nähe von Renne
machten die Alliirten fogar einen Mei
genangriff gegen den erwarteten
deutschen Angriff. Die französiiche
Meldung, am il. thelier iei ein
deutscher Nachtangriss bei St. Die zu
rückgefchlagen morden, wurde einzig
und allein dadurch verursacht, daf; die
Deutschen Hnrrah fchrieen, worauf·
die Franzosen mit einem halt-stündi
gem Geschütz- und Gewehrsener auf-.
der ganzen 17 Meilen langen Frone
antworteten.
Die Franzosen halten die Zeftungss
linie an der öftlichen Grenze immer
noch, obwohl eine Anzahl von Sperr
forte gefallen find. Die franzöfilche
Armee befindet lich in dreiftoktigen
Schüyengräbein Diese unterirdischen
säume find bonidenlest nnd nnr die
schwersten lilefchoffe können fie vefchäi
digen. tlanonen in beweglichen nnd
verschwindenden Paiizerihiirnieii tsc
antwnrten das Feuer der Deutschen
tmd in Höufern außerhalb der fras- it
sischm Laie sind Itellertelenlnnse ge
funden worden, vermittelst derer die
Stellungen der deutschen Bauern-n
verrathen wurden. Hunde befsrxuks
ten Bei-sc und Brieftimben m edcn
heimst, he die Hunde erf.loffen nnd
die Brieftaulsen verweist wurden.
Dit- Cchweizcr grimme-s Hulden
schwere Kämpfe und häufige Attila
kimekcckne in der Miso von Messen
Schreckliche Greuelthsteu der its-samt
Rudolf Koschivttx ein deutscher
Kriegsberichtetstattek meldist komm
des über die Greuclthatmt dcx fiosai
sen in Oswkeußmu
Rest Jahren ist man bemüht das
Wurf ,,Vandaliömus« aus tuss m
.- Sprache zu entfernen, weil durch den
Cum dieses Wortes das Andenko ci- i
ite- (d'en Volkes zu Unrecht herabge
W wird. Einen- treffenden Ersatz
für das Wort hat es bisher nicht ge-«
— i
gegelusin Jetzt giebt es einen. Von
diesem Jahre ad ist Tausenden, vie
ilen Tausenden von Deutschen der
lName siosak als Zeichen sinnloser
Verwüstung und Grausamkeit in die
Seele gebrannt, so nnuerlöschlich, daß
er auch bei den Enkeln noch lebendig
und deutlich sein wird.
Bevor ich den Zustand der Wohn
nnd lsleichäitshäuser mit meinen Au
gen gesehen, hätte ich eine solche chao
tische Veskniiitnng nicht siir möglich
gehalten Es ist siir einen Kultur
uienicheii so schwer noritelldar, dass
man ihn immer und immer wieder
sehen musi, in Stadt und Land. in
Hütte nnd Schloß- ini Biirgermolms
haus und Kausladein um endlich ei
nen Begriff davon zu erhalten« was
das ist: Verwüstung durch die Josa
ten. Denn es ist keine Frage mehr,
dasz es zuallererst die Strauchdiebe
und Raubmörder sind. die Ruszlaud
aus der europiiischen Kultus-neunun
schast ausschliessen Die aktiven rus
ssschen Lisiziere bekunden überein
stimmend, daß sie die Verwüstung
iiberall schon vorgefunden hätten, dass
es überall die Reiter und besonders
die Kosaken seien, die sie veriibten.
« Ein gesungene-r baltlsches Ossiziet
sagte. er wundert- sich iider unsere Hu
manitöt gegen die Gesangeuekn nach
dem er die sinnlose Verwüstung an
allen Ecken nnd Enden gesehen hatte.
Uebel-all hausten die Banditeu so;
das halbe strenszeu iit tierwiistet,
sinn- und. zwealog vernuistet Wie
viele geschöndete Frauen, verstüm
nielte Rinden nne viel »Mitaenins
niene« dort, wo sie geblieben waren,
oder nicht niehr fortkommen konnten.
Aus Stallutvönen sind Viele niitaes
schleppt, aug Tartehnieu 70: ang- dem
Kreise Labiau viele. Man schaudert,
wenn man an ihr Schicksal denkt.
Das Beste, was nmn ihnen ioiinschen
fann, ist der Tod. Das sind die Fio
sakeui
Lssizieller deutscher Bericht.
Aus Berlin ioird ooin Dienstag
dieser Woche herichtetz Mroszdritans
niens Hiilsegesnch an Portugal, die
chaotischen Zustände in Siidasrita
und die Aufstiinde in Indien sind ge
eignet, das Vertrauen der Deutschen
zu stärken.
Nach Dem-schen aus twnsiantinapel
hat England drei Vatckillone von
Malta nach Indien geschickt Zur
Unterdrückung der Neisolntion im
Kaukasus sind russische Trnppen ali
gegangen.
Die Rassen haben Schwierigkeiten
genügend Ossiziere auszutreiben An
diesen und Unteroisizieren herrscht
bereits Mangel in Warschan Jn
Polen stehen mindestens 800,()0i)
Mann Rassen. Jn mein, Moskau
und anderswo macht sich Mangel an
Sanitätpvorräthen beniertbak.
Die österreichische Ossensive in Ga
lizien macht Fortschritte Berlin er
wartet einen neuen großen Sieg des
General-i von Hindenburg
Die Deutschen tm Döntirchem
Ane- Berlin eingetroffene Nachrich
ten besagen, daß die Deutschen in nn
mitteltmrek Nähe von Diinkikchen fie
ben. Schwere Kämpfe finden bei
Dittiniinde nnd Ronters statt. Die
Bevölkerung von Diintirchen und
Bonloqne hat die Flucht ergriffen
. I .
Auf dein westlichen Kriegsschaa
plotie danert.der Kampf ungeachtet
des heftigen Regens an. Verschiedene
Anzeichen lassen auf Schneeiall schlie
ßen, doch die deutschen Truppen find
wohl gerüstet für Witterunasnnbill
aller Aet. Der Kampf tobt nicht
mehr to heiß, wie vor einiger Zeit·
Der Fall von Verdun steht bevor.
Aus Berlin wird vom Diens isg
dieser Woche berichtet: Einige der An
fzenfortv von Verdun find von den»
Deutschen erobert worden und eII
werden Vorbereitungen für einen Nin
griff auf die Hauptfortifikationen d r!
Franzosen getroffen s
Nach mehreren Wochen verzweifel
ten Widerstande-d haben unsere Trup
pen enige der Fette in der llinge
innig von Verdun eroliert. Dadurch
wird« der Weg fiir einen Angriff auf
die Hauptfortifiiationen geeluiei nnd
Vorbereitungen siir diesen Angriff
sind find jetzt ini Manar. Tini Lfien
haben die österreichischen und deut
schen Streitkräfte anhaltenden Erfolg
gegen die Russen. Dein Feind ist es
nicht gelungen, unsere Trunnen non
der Weichfel zu vertreiben, nnd siidi
lich non Przeninol flanliren die Le
sterreicher den russischeu linken Flii
gel
Die Lage im Westen ist wenig ver
ändert. Die lleberbleibsel der detai
schen Armee kämper in der Nähe der
Qliiste gegen unsere Anttverpener Ar
niee Die französischen nnd britifchen
Truppem die infolge ihrer Bemiihun
gen, unseren Bornmrsch zuni Skissi
stand zn bringen, offenbar ermattet
sind, haben die Viirde des Kampfes
auf die Belgier til-gewälzt die sich
sehr tapfer schlagen.
Der Feind scheint any dein nerdu
cheu dirieavschnuplatz seine Verstär
kuugesnuellen erschöpft und seine Li«
nie durch dereu fortwährende Ausdeh
nung geschmächt zu untreu-, nin unsere
Truppen von der tiiiste sernzunalten
Deutsche Lssiziere geben sreiiniitlsig
zu, dnsi der lanae Widerstand Ver
dune die deutsche Lssensiuemnpagne
gehemmt hat« Der ant Verduan
inird eine starke Armee, die seit We
chen in der Nähe der Festung stel)t,
ireimarisen
Obwohl die allgemeine Ansnierls
smnteit auf das westliche Ende der
Zchlnchtliuie in Frankreich gerichtet
ist, weil sie der französischen Haupt
stadt nnd der Nordliiste nälser ist, ist
bei Verdun heftiaer nnd erbitterter
netämust worden« als an iraend einer
anderen Stelle der Front Die Jst-an
zosen haben init aller Macht i)c1«usclst,s
die Deutschen zuriielzudrängein nnds
Letztere haben jeden Fuss breit Boden, s
den sie gewonnen babeu. mit schweren
Verlusten erkausen müssen. Allniöls
lich zeigt sich jedoch die Wirkung des
sortwährenden Vonibardenieuts der
sranzösischen Linien.
Ein europöischer Zeitungskerre
spondent erklärt, dasz die deutschen
und österreichischen Belagerung-spie
schiive niit einer uerbliissenden tlle
nauigteit arbeiten.
Es herrscht brillante Zuversicht un
ter den Truppeir Die sremzösischen
Stadtlieniohner und Bauern scheinen
sich in ihr Loos gesunden zu haben
und verkehren ganz sreisndlchastlich
mit den deutschen Soldaten Die deut
schen Militärbelsördeu sind selir til-e
kal.
In London ist die Verofiemlicmmc
der Wahrheit nicht gestattet Tie
deutsche Krieqstiichtiakeit zeiat ficli
iibemll. Die annze immenfe .i1";··.i,s—
mnschine arbeiiei alatt und ohne lie
fcmdeken Lärm oder KonfnsimL Das
Pferd ist ausgeschaltet worden und
das AutomobilsTmnSportwefeis ist mi
seine Stelle getreten
M,000 Rassen bei Przemysl getödtet
oder verwundet
Aus Wien wird amtlich gemeldet
baß in den Kämper bei Przenstwc
10,000 Rassen getödtet oder verwun
det wurden.
Russland der Hauptseind der Deut
scheu.
Jn einem Leitartitel macht . li
Berliner Taaeblatt gegen die vor
hekrschende Ansicht From, dasz die
Vernichtnng von England der L anni
ztoeck sei, den die Deutschen in diesem
lWiege verfolgen. Tag Blatt schreibt:
Weil Russland und bedrohte und weil
seine dauernden Drohungen unerträg
lich sind, haben die Deutschen den
Krieg begonnen Bis mit ihn been
det haben, diirsen niir nicht eilten Illu
aenlilict vergessen, warum wir ilni Ve
annnen. Jeder Maditverlnsl seitens
Englands bedeutet iiir Russland einen
weiteren Gewinn an Umst, Einfluß
und Venieauunsireilieit Wir alle
hoffen, daß Englands Position als
Dittator der Welt erschüttert werden
kann nnd wird, nlier es ist zehniarli
unsere Pflicht. daaeaen anzutänniseu
dnsz Russland der Weltrittntor wird.
. I .
Die Angrisfe dec· Feindes westlich
und notdioeitlich eint Lille sind von
unseren Tisiunien init schweren Ver
Instcu fiiis die Zinnen-n zuriiitneshm
gen nwrden
Britischeø Schlaaitseliiss »Trinniph«
bei Tsinatau ausser Gefecht gesetzt.
Dng Feuer dei- Onuliitzen in der
deutschen Festung Tsiuqtau hat das
liritische Zehlaanutuii ,,Triunnili«
schwer beschädigt und e: gezwungen
sitli aus der Reihe der liritisrli japani
schen sitiegsschiiftu uielclie die Forto
lionibnrdiren,znrnitzuzielieii. Tiefe
sdllteldunq nun-de tun Montag von der
deutschen Botschaft in Washington be
kannt gegeben
Japanischck Mkcstzkt litqu qui Minc.l
In Tiitio wurde aintlieh bekannt
gemacht, dass d·er japanische strenger
".".Takachihn« iniir Eiimitaa Als-end in
der Bucht von fsiiantiihau auf eine
Mine lief nnd iiiiteraiiiq. Die Vefa
itning bestand aiiszs ist-H Lifizieren nnd
Maiinsehaiteii, non denen in der Dun
lelheit nur 12 gerettet werden konn
ten. Ists Menschen saiiden den Tod
in den Wellen.
Zwle erhalten Eiserneø Kreuz.
Eine Berliner Depeiche beinah dasz
liis jetzt Brunn- deutsehe Soldaten ine
aen Auszeichnung vor dein Feinde
das Eiserne xirenz erhalten lnilieii.
I . I
Portnaal »i,naert ininier noth, in
den Aaniiii einzugreifen, und deshalb
hat die enaliiilie Regierung eine Ver
iclnniirnna anaezettelL nin den Er—
stönia Maniiel wieder auf den Thron
zu letzen.
Seesishlaiht im Schwarzen Meer.
Das Berliner Taaehlatt verösieiit
licht ein Telearainni neu Vutarefd
welches besann dafz aller Wahrschein
lichkeit nach eine Sei-idiliicht zwischen
der tiirkiiclieii und russisclien Flotte
im Schwarzen Meere stattaefnnden
hat. Ein nnaetvöhtilicliesd Neichiitzi
iener, das eine aeraunie Zeit anhielt,
wurde veriiiniiiiien.
Deutsche zerstörten Boote selber-.
Die dentiilie Admiralität ineldet,
dass die Visielilishaber der deutschen
Torpedojiiner ,,S-—115«, «S —
il7«, »S- - Ils« und »S—s- i ist« M
ber, als sie aiii Zaniitaq non dem bri
tischen Kreuzer »Undaniited« nnd an
deren britischeii Kriegsschissen in die
Enge getrieben wurden, ihre Beete
zerstörten, iiidein sie dieselben ans
Klippen liniieii liessen, denn sie woll
ten sie unter leinen Umständen non
den Briten laperti lassen. Man
glaubt, daß die Vesavnna der Tor
pedojäaer — — zusammen 224 Mann
beinahe alle ninqekominen sind.
. . .
Dcr Vornmrsch der Rossen is Ln
Preußen wnr ein chhlfchl.m. Bei
War-schau und Jnovaorod I:1.-rden s
russiichc At·11u«ecokps in die Zucht m
schlagen.
I .
Aus dem deutschen Hauttmmrticr
wird gemeldet- daß die Teufan in
Brügge und Litendc große Mumcn
Kriegsmaterial erbeutetm Ucce
Andcrcm fielen ganze Lager von fin
fantcrieacwehnsn und Munztion so
wic- zlveihundcrt Lokomotiven m ihre
Hände.
»
(Fortfetzung auf der 8. Seite.)
ziki 30 Ins-Eies i--f ais-I ist«quu-l
Macht
Als dieser Tage der junge Roy
Flehhe, ein Elektriter der Grand Js
land Electric Co» damit beschäftigt
war, das zweite Stockwerk des neuen
Martin-Gebäudes mit den elektrischen
Drahtleitungen zu versehen. und mit
einem Mitarbeiter eine Rolle Lei
tuugsdraht auswirkelie, trat er dabei
each rückwärts nnd fiel in des offe
uen Elenatorschacht, eine Disiam von
etwa ZU Fuß. Er iilierschlua sich im
Falle, suchte sich mit den Händen an
der kahlen Wand zu halten, wodurch
dieselben schwer geschiirft wurden.
schlua mit dein Bein ans einen Ballen
auf und landete auf dun Hans-en ani
Boden des- Schachtes. Infolgedessen
brach er beide Arme in der Nälje des
Haudaelenfg sowie das eine Bei-i
oberhalb des Kniee-. Außerdem er
hielt er eine schwere Floiiftvnndih dTe
dadurch verursacht wurde, das; er hei
dein Fall init einein aroszen eisern-. :
Bolzen in Veriihruna kam. Der un
siliickliche junge Mann wurde siiort
nach dein Oesnital iibersiihrt und die
Arme sowie dass Bein in einen anok
uerhand aeleat. Anfänglich nacht
man an, dass seine Verletzunan tisdis
liche seien, indeni man innerliche Ver
letzungen vermuthete, die-.- scheint je
doch nicht der Fall zu sein, und letzten
Verichten zusoiae lieat nun keine Le
hengaesahr mehr vor, sofern keine
Coniplikatimien eintreten, doch inaa
es Monate währen, ehe er wieder tni i
seinen Verletzunan genesen sein wird
« Wir möchten die Austiierssam
seit deg Publikums aus die Tbatsache
lenken, daß es bier und iu Halt Cum
tu Leute giebt, welche die lsiesiaen
Geschäftsfirmen wenig-oder gar nlcht
patrsmisireu und ihre Einkäufe bei
grossen auswärtigen Firmen besor
gen. Es wäre wolil wiinschenswertb
nnd nielir loyal, bei der hiesian Ate
schästswelt einzukausen und den ein
lieiniischen Handel zu beaiinstiaen,
schon aus dem einfachen Grunde weil
man liier ebenso aute Waaren zu den
selben Preisen erhält, wie bei den
grossen auswärtigen Firmen iu Clu
eago, Kansas Citu usw« also absolut
kein blansibler Grund vorlieat, sich
nach augwärts zu wenden und dadurch
beizutragen, die lietmische Geschäfts
welt niebr oder weniaer zu beuachtlieis
linen Leben und leben lassen, sollte
auch in dieser Hinsicht die Devise seinl
——— Herr Vubrmann von St. Lis
born, der Candidat siir die staatliche
Senatimsnwiirde befand sich am let;
ten Dienstag in der Stadt. Jn Ver
biuduna damit möchten wir nochmals
darauf aufmerksam ni-·.chen, dass un
sei-e deutschen Ztimmaeeer nicht tier
absäumen sollten, nächsten Tienjsea
den Li. klkcivember an der I-«-ablurue
sEir ikm eiii,i:.ireteii. Herr Vnrnmnn
wird als-s ein «"eaiier des Neun-cis
iiinnureclits d.i«sellie besann-iet- nnd
Da er eine unantastbare iisliriche
Laufbahn bi.«.«cr sich bat nnd libera
len Prinzipien huldiat, lsaunticieilsb
i:i der Prolyibitionsfraae ist die Ent—
icheiduna nicht schwer zwischen ibsu
u-«d seinem Limonentetn Herrn Bart
lett, sich zu entscheiden.
—-- Lange Gesichter machten dieser
Tage einige Männer aus dein Staate
JllinoiLs, ans Daiwille, welche eiueni
Manne, der vorgab, in Lregon einen
Claiin zu haben, der Gold enthielt
nnd angeblich auch Erznroben hatte.
aus die Reise nach Oregon folgten
nud ihm ein Tit-let nach dort kauften
Unterwegs sprach derselbe ziemlich
stark dein Alkohol zu nnd sie hatten
ihre liebe Noth, ihn vor dein Alisali
leu voni Zuge zu bewahren. Hier in
Graud Island machte derselbe plötz
lich sein Verschwind-en nnd sie waren
genöthigt- ihr Rundreiseticket in eln
solches siir die IHeimreise umzu
tauschen, während der Andere wohl
aeniiithlich niit seinem »billigeu« Tis
cket weiter nach Oregon dainpfte.
—- Herr und Frau August Hofs
wann von North Beud werden bald
wieder nach hier iibersiedeln nnd sich
an westl. Königstraße heimisch ma
chen. Frau Hoffmann ist eine geb.
Wilhelmi von hier.
Versammlung der Aktionäre der
»Juki«-r ic- Herold Publishius
Company.
Am Samstag Nachmittag hielten
die Aktionäre der neimeuriindeieu
Anzeiaer Cr» Herold Publishing Co.
iiue Versammlung av, in welcher un;
ter anderen tiioutineaeschiiiteu die Ti
rektoreipBehörde erwählt wurde· Er
ivählt wurden als solche die Herren
Julius Leschiuiskm Richard Goeliring
und Heut-n Schimiacher. Zion Präsi—
deuten wurden Herr Julius Leschings
tn uud zum Sekretär nnd Schwind
iter Herr Richard titoeliring erwählt
Die Gesellschaft ist mit einem Aktien
kapital von 85000 incorporirt Es.
ioird das Bestreben dersellien sein,
das- Vlatt in jeder Hinsicht auf ein
höhere-I Niveau zu erheben, denn ob
aleich sitt-, der »Auzeiger« immer noch
eine-J guten Rufes und Ansehens er
freut, iuus3 doch zugegeben werden,
das-, dass Unternelnnen in den letzten
Jahren unter englischer Geschäftslei
tuna, ioeun nicht an seinem Prestige,
so doch iu sinanzieller Hinsicht gelit
ten lnit resp. nicht dag war, was es
unter anderen Verhältnissen hätte
sein können. Und in dieser Hinsicht
iolfl nun eine Aeuderuna eintreten,
dafiir liiiraeu unsere proinineuten
Teutschem die aiu Ruder stehen· Es
eriilirigt nur noch zu bemerken, daß«
man es sich aneleaen sein läßt, das
alte, lieniälirte Blatt iu Zukunft auch
in genügender Weise zu unterstützen,
welche Bitte speziell an Diejenigen ge
richtet ist, welche sriilier Abonnenten
waren, aber aus diesen nnd jenen
(iiriindeu, die jetzt theilweise gehoben
sind oder noch gehoben ioerden, ablie
stellten.
—- Eiu wahres Pandömbnium
herrschte dieser Tage in einem Hauses
östlieh von den Vurlington Viehhösen
Dort wohnen zmei Männer niit ihren
Familien in Counnune behufs billis
gerer Lelnsnssiihrnng, nnd da der eine
fiir dast- ihns mitgegebene Geld nicht
die entsprechenden Probisionen mit
gebracht hatte, dafiir aber einen klei
nen Selilvimis, kam es zu einem Ren
contre, das schließlich in Thätlichkeii
ten ausartete, wobei eine Messer und
eine Art eine Rolle spielten. Der
eine Mann erklärte, beschimpst wor
den zu sein, so daß er die Waffe zog,i
und der Andere hielt ev deshalb fiir
nöthia, sich ebenfalls zu bemasfnenl
Die-J verursachte ein mörderliches
Neschrei der beiden Frauen, die Nach
barn wurden alarmirt und die Poli
zei benachrichtigt. Daraufhin suchten
die beiden Kainpshähne das Weite
nnd als- die Polizei aus der Scene ers
schien, waren die beiden Vögel ans
geslogen Etwas später am Abend
aber murden Beide berhastet und
nun-den uor ein hochnothpeinliches Ge
richt gestellt werden. !
——- Eine unserer hiesigen englischen
Jeitungen brachte in einer ihrer letz
ten TIangaben ein großes Bild des
deutschen Kaisers mit der fetten tie
bersrhiift »Der limiser«, the get-man
Worlord«. Ferner bringt dieselbe
Zeitung spaltenlauge Artikel über
Prohibitibn und Teiiipereiiz. Wir!
mochten dem Blatt nun gern ein gesi
deihlieheci Fortkommen wünschen, da
aber in einer Stadt wie Grund Js
laud, und in einem Countb wie Halt
County die Hälfte der Bevölkerunq
sich ans Deutschen zusanunensetzt, und
konsequenterweise eine englische Zei
tnng mehr oder weniger vom Deutsch
thmn abhängig ist hinsichtlich sesnee
Existenz, scheint es nicht klug nnd
aeratheiu in Wort nnd Bild den anti
deutschen Mantel umzuhängen und
zu Gunsten der Prohibitionisten in so
offener Weise Stimmung zu machen,
nnd damit gegen das liberale deutsche
Element Front zu machen. Es be
deutet das einen Schnitt in’s eigene
Fleisch.
— Besonders groszc Zackenin
mus; Paul Frauen gezogen holst-m
nach dem-n zu schlicszen, welche amon
suärtig in bei-« Nudolph Buckschen
Groccry ausgestellt sind. Eine der
selben wiegt nicht weniger wie über
17 Pfund.
Wichtiq fiir unsere Leser.
Da der «Anzeiger ice Herold« fett
nun in fein neues Quartier ungezo
gen ist, im WiudolphsGebäudq gegen
iiber der Polizeistation an 2. Straße,
und, wie bereits bekannt, wir in kei
nerlei Verbindung mit der Grund
Island Publishiug Co. mehr find,
möchten wir freundlich ersnchen, alle
geschäftlichen Transaktionen nnd fi
nanziellen Ulngeleuenheitem wie Ve
zahlnng von Snbsciptionen usw., in
der neuen Wohnung der Drnckerei
zu erledigen. Auch wollen wir in die
fer Verbindung aukiindigen, dass in
allerkiirzefter Zeit die Lefer auch die
Sonntaasbeilage und Ackerbanzeis
tunq zugestellt erhalten werden, wie
ehedem, was natürlich in sich schließt,
dafz der frühere Preis für das Blatt,
81.75, erhoben werden wird. Wir
haben nämlich vielfach gehört, dass
man gerne wieder den alten Preis
bezahlen würde, sofern die Leser nur
wieder ihre frühere Zeitung erhalten
werden. Und diesen Wunsch will die
neue Gesellschaft zu erfüllen versu
chen, von dein Gedanken erfüllt, den
Lesern damit zu dienen und einem
lange gehegten Wunsche zu entspre
elfen.
Mit Mknsk und Handschlag
Auzeiner ec- Oerold Publishing Co.
—--- Ein rasche-J nnd unerwartetes
Ende fand vor einian Tagen der
non Herrn Nreen vom Empreß Thea
ter angestellte ErpertWundelbilders
Photomsiwh J. J Tonle. Trotzdem
er iiber ein plötzliches Univobliein
Mann-, bennli er sich dennoch nach der
Dodqe Schule, mn einige Schüler
Anfnnlnnen zn nmchen Aber kaum
hatte er den photographischen Appa
rat aufgestellt u.-- die Vorbereitungen
fiir die Aufnahme getroffen, wurde
er von einem Herzschlag betroffen
und sank bewußtlos hin. Man über
fiihrte ihn sofort nach dem Allgemei
nen Hospitah aber alle Bemühungen
ihn ani Leben zu erhalten, erwiesen
sich vergeblich, denn er starb kurz dar
auf. Der Verstorbene war erst einig:
Tage in der Stadt, so daß man nir!
viel von ihm iiieis3, aber vorgefundene
Papiere in seinen Taschen zeigen, daß
er von S . Louiis kommt und für die
»Nationa! Ilinematograph Co.« dort
selhst beschäftigt war. Der Verstor
bene, welcher ungefähr 50 Jahre alt
ist, wurde temporär in der hiesigen
Morgne uiitergebracht, bis die Leiche
von Verwandten reklamirt wird.
—— Ein besonders frecher Diebstahl
wurde vor einigen Tagen in der »Ju
depeudent (iiai·age« an östL 4. Str.
auszuführen versucht. Während die
Geschäfic.räunuichteiteu aus einige
Augenblicke nnbeobachtet blieben
stahl ein Fremder deu ganzen Cashs
Register und schleppte ihn in den hin
teren Theil dec- Oiifes, natürlich mit
der Absicht ihn daselbst mit aller Ge
niüthsruhe seines Inhalts zu entlees
ren. Er muss aber dabei wohl gestört
morden sem, denn als man die auto
matische tsteldmaiehine nerniißte und
sofort danach suchte und zugleich die
Polizei lninachriihtigtc fand man die
selbe bollig unversehrt und nicht ein
mal eroisnet Von dein Diebe, wel
cher vorher in der Nähe des Geschäf
tesz lusrnmlnngernd beobachtet worden
war, hat man soweit keine Spur auf
finden tiiimeir er schien wie von der
Erde herfclnounden und hat wahr
scheinlich Fersengeld gegeben und die
Stadt spornstreicle verlassen.
— Ein von dein Chausseur Dr.
Farnidnmrm gelenktes Autontobil
fuhr tw- eiuigen Tagen an westl. 2.
Straße in ein Bqum in dem sich die
Frlg. Minute und Lizzie Boly sowie
H. L. Oullsersson befanden, und die
Folge nun-, daß das Gefährt, zum «
Theil deniolirt wurde und die Insass
sen ntit grosser Vehemenz aus dem
Seitennieg lundeten Und nicht unbe
srächtliche eVrleszuugen erhielten, die
die Behandlung des Arztes nothwen
dig nmclnen.
—- Fel. Clnm Jnngbluth kehrte
nach einem Besuch bei der Familie Ic.
Schuster wieder nach St. Louss zu
rück.