Nebraska Staats-Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1901-1918, December 27, 1912, Image 1

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    Nebraska staats Anzcgqcr und Herold
aaaaaaaaaaa
—- , — Ach » —- »sp»
Ereignisse einer Woche.
Die wichtigsten Nachrichten der Woche aus dem Jn
und Auslande
J. Pierpont Morgan, der ungekrän
te Konig von Amerika, wurde letzte
Woche in der Bundeshauvt Washing
ton vor dem UntersrichitngS-Koiniiee
des Danfes einein Verhör iiber die
»Konsentration des Geldes nnd des
Kredittoeseng« unterworfen Herr
Morgan gab selbst auf dem Zeuge
standzn, daß er 134 Korporationen»
mit einem Kapital von 825,325,()00,-1
000 iiage nnd schreibe fünfnndzwanzigj
Billionen, dreihundertundfünfund
zwanzig Millionen Dollars) kontrol
lirt. Die wichtigsten Tatsachen, die
bei dieser Untersuchung des Geld-Italie
zu Tage gefördert wurden und die be
weisen, daß die Wall Street absolut
das Land lontrollieri, waren die fol
genden: Mehr als llt.l)0() Bauten im;
Lande haben Deposiien in Nens Yorker
Finanzinititnten - Das Kapital,
der Ueberschnß nnd die nnderteilten
Profite dieser angnnirtigen Banlen be
trägt über neun Millionen Tollen-L
Diese Land-Bauten haben in Neids
York bestandig st,t;()«,u»0 liegen. um
ander Altienborte oder gegen anderes
Selnritaten ausgelielien in me r .
den« Als letzten Monat an der;
Wall Str. die Jntereisenrate temporarj
ans 20 Prozent stieg, lietyen die New «
Yorker Banteu sitr die landlichen Rot-E
reldondelen außer den 8-lR:-t,»tus,«»», !
die an regularen Teposlten zur Ver-l
sügnng standen. noch 82-l(),mm,mmf
aus. Die Quotationen an der Neids
Yorler Attienborle lassen erlennen. E
daß jede außergetnolmliche Schwan- z
sung im Netdmart stets stumm-» cr- ,
tra in die Wall Etr. bringt. .’m;
ruhigen Zeiten werden KombinationeIH
gebildet, uin ZcheinsFlultuationen
herbeizuführen nnd so Geld von aus
warts anzuloctetn lss geschah dies u.
A. kürzlich seitens der Kombination in
Aktien der lsalisornia Petroleum (.so.
—- Jalls die Edelulation an die Wall
Str. aus die Hälfte reduzirt würde, so
würden s:550,0(m,mm für den Trans
port der lsrnte und sur legitime Zwet
te der Industriellen und Handels-trei
benden zur Beseitigung stehen. Tie
Wall Str- hat aufgehört, einfach eine
geoaraphische Zeichnung zu lein; sie ist
zu einem nationalen strebsfchaden ge
worden.
TIkach dem ·nnlangft veroftentliehten
Jahresbericht des Eekretarz fnr Hans
del und Arbeit lamen in dein mit les-:
tent Juni zu tsnde gehenden Rech
nnngjahre 8:38,l7:3 lsinnianderer ins
den Vereigten Staaten an, wahrend
33:t,2t52 Einroanderer in die Heimat
zurückkehrten Der Nettoznwachiz be
lies sich nach der ofiiziellen Etatistil
ans ist«-rein Personen. Jn den acht
ziger Jahren, wo teine nennenswerte
Rüekwandernng »in verzeichnen war.
stromten erheblich mehr Menschen in’-:«
Land, so tin Jahre itzt-il: ti79,43l,
18825 REME- und Ist-ski: litt:«t,322.
Hieraus geht hervor, daß die angebli
che »Ueberschwemmnng« des Landes-,
von der die Nativisten fortwährend sa
seln, nicht weit her ist- Von der letzt
jahrigen Einwanderung tamen 27,288
aus Deutschland, 3505 ans der Schweiz
85.t554 aus cesterreich und Mut-R
ans Ungarn. Aue-geschlossen wurden
bei ihrer Ankunft lt5,057 Personen,
davon Blitz auf den Verdacht hin, daß
sie der öffentlichen Wohltätigkeit
zur Last sollen konnten, und 22t4ti,
weil sie angeblich körperlich oder geistig
minderwertig waren, während 1333
als angebliche Kontraktarbeiter bevor
tirt wurden. Daß es» mit der angeb
lichen Lohndrückerei seitens der Ein
wanderer nicht so schlimm bestellt sein
sann, geht aus dein Bericht des Ntw
Yorler StaatsiArbeitsbureaus hervor,
das konstatiet, dass der Lohn der Tage
löhner von CIJZZ auf 81.80 gestiegen
sei, mit deni Vorjabre verglichen, und
dass die Straßenbauarbeiter 82.()0
erhalten, während sie lehtes Jahr nur
Ql.60 bis il.75 erhielten. Der Lohn
der Landarbeiter stieg von 820 aus
028 den Monat. Der Netto-Zuwachs
an Einwanderern war im verflossenen
Jahre 110,000 geringer als lltll und
416,000 geringer als limi. Unter
diesen Umständen ist es in der Tat
nicht einleuchtend, weshalb weitere Ge
setze zur Beschränkung der Einwande
rung erlassen werden sollten. Aus
den Zahlen der Statistik geht hervor,
daß die Einwanderung, was ihre Zahl
anbelangt, sich selbst regulirt.
—-o—
Ter im Jahre lldlxt von den Far:
mern und Viehzuchtern der Ver. Staa:
ten produzierte Reichtum belaust sich
laut amtlicher Berichte auf 8.I Irr-A -
000,W(l. Die elf Haupternten des
Lande-Z trugen zi;,l:t7,mm,mm zu
dieser Summe bei. Korn, die größte
Ernte von allen ergab ZUWMWOW
Vushet mehr als die groue Metam
lsrnte vom Jahre ltuui und »Stil, Z« R
W« Buihel mehr als im Jahre llsl l.
Ter Geldwert der diessiilsrigen Korn
erute war aber sssl,ls«0,««« weniger
alsz die des letzten Jahre-Z, da der
Preis iur Korn am l. Tei. lttll auf
til H lsents das Vushel stand, gegen
t».7 lsentsz am I. Tei. dieses Jahres-.
Tie Irkeiieuerute des Landes betrug
dieses Jahr litH,!I-.th,«»» Bushel mehr
als legte-Z Jahr: Hafer war tut-grill
UW Bushel mehr als im Vorsahrm
lslerste miser-Lunis Bu. mehr, und so
der Reihe nach war der Ertrag bedeu
tend mehr als im Vorjahre.
Ak
Jn Zan IFranciSeo regt nmn sich
wieder einmal über den Mitdchenlmndel
aus. Tie staatliche Eintvandertings3
behorde entdetlte Nacht-!- gelegentlich
einer Reizin ans bezopite Weibchen
lnindler und Schnutggler, sitni Chi
nesinnen, in eine dumpfng enge,
dttntle. niit thiilststiiven versehene
kielle eingepiercht. Die Bedauernik
werten waren soeben als Sklavinnen
non einer Echmugglerbande ,,inipor
tiert« worden. Die Leiter der Me
sellschait wurden in Hast neue-innern
Unter Anführung des staatlichen Cin
toanderungsinspettors Ainsniortls und
des Bundesdistrittöanmatis MeNob
zertriinnnerte eine Abteilung Polizisten
die Etahltltren, welche .,llnberuiene«
iernlsalten sollten von einein Gebäude,
hinter dessen Mauern eine qeinlsrliche
Gesellschrtst ihr Hauptquartter ausge
schlagen hatte. Duntelheit, in der
man teine Hand vor den Augen selten
rannte-, enipnng die isiiibriiigiiiige,
nachdem sie die Tiiren deinoliert hatten
nnd aus einem engen Korridor im Zin
nern des Gebaudes voranschritten.
Solches war mit ungeahnten Schwie
rigkeiten verbunden, denn überall
stießen sie aus schwere eicherne oder ei
serne Türen. In dem ganzen Geban
de gab es nicht eine einzige Treppe.
Zu den oberen Stockwerlen mit ihren
Verlieszen konnte man nnr mühsam
ani Leitern emporsteigen. Tief unter
der Erde gelangte man, nach Durch
wanderung langer Gänge-, zu der
Zelle, in welcher die fünf weiblichen
Gestalten ani einem Lager von Luni
Pen lanerten. Die Behörde glaubt,
init dieser Entdeckung einer ganz ge
fährlichen Schnnigglerbandc auf die
Spur gekommen zn sein; einer Sippe,
die mit Dolch nnd Revolver arbeitete
und verantwortlich fiir die zahlreichen
geheimnisvollen Morde, die in jüng
ster Zeit im Chinesenviertelszssut Ang
sührung kamen. Die Cinwanderngs
behörde erhielt Kenntnis von« dem
Treiben durch einen Chinesen, der sieh
Ich wünsche allen werten Lesern ein glück- .
liches Nyujahn s
« H H. Fast.
bemühte, seine Heinilehr nach China
zu bewertstelligen, unt der Rache der
Bande zn entgehen. Er wurde jedoch
an Bord des Schiffes ,,Korea« ermor
det. Seine Mörder befinden sich in
Honoluln in Hast.
.-.0
Obwohl der Panamolanal seiner
Vollendungentgegengeht und am l.
Dezember nur noch ein Siebentel der
Gesamtaushebungen zu erfolgen hatten
ist die mit diesen Arbeiten beschäftigte
Mannschast doch erheblich verstärkt
worden. Nie zuvor war ein so großes
Arbeiterheer an den Knnnlarbeiten
tgtig, nämlich «t»,l·'-«.l Mann. Von
letzterer Zahl sind Zwist Ameritnner
nnd gehören der weißen Rasse an.
Für den Kanalbetrieh die Maschinerie
nnd die Kannlbahn wird der eleltrische
Strom zur Verwendung gelangen.
Für diesen Zweit sind 2 Millionen
Ins-, Kupferdraht, die iiver den ganzen
Olsthmnsz reichen, vorgesehen nnd sie
werden eine-Spannkraft von ti,(tlmVol
ten besitzen. Der lllntnndnnnn ist na
hezu sertiggestellt: esz eriibrigt nnr
noch die Anöhehnng einiger weniger
tausend linhitnnrdsz Orde. Von Wash
ingtonans ist der Befehl ergangen,
von allein Land innerhalb der Rastat
zone Besitz zn ergreifen nnd alle Pri
vatbesitztitel iiir hininllia W ertlnren
-o
.’m letzter gzeit sind die Nachrichten
aus unserer titachbaryttenublit Merito
wieder recht bedenklicher Natur geme
seu; die Revetlen scheinen etier an Macht
zu gewinnen als zu verlieren. und tag
E lich kommen neue Aiiöschreituugeu und
tttreueltaten zu Tage. sen Washing
ton scheint man der Ansicht zu sein,
daß Ptasident Madero nicht alles tut
mag in seiner Macht liegt, den Auf
stand zu legen. Somit hat man Pra
sident Taft bewogen, dem Präsidenten
Madero ein llttimatum zuzusenden
Diese-Z Ultiniatum wurde Montag au
d e n anieritauischen ttzesauistgtrager
Montgomern Echunler iu der Stadt
Merito telegrnptsierL tsiue bestimmte
Frist zur Beantwortung der Note wird
Madero nicht gestellt, aber es wird ihm
mit der größtmoaticheu Teuttichteit zu
verstehen gegeben, dassl der Präsident
erwartet, bei feiner klinatelir von Pa
nania am Neujaln die kllntniort in
Ltliiibington in finden Sollte die
Antwort eintreneii, inatfrend der Pia
fident auf deni .’iitliiiiiis3 ist. oder sich
auf der Rucksalirt befindet so niird fie
ihm telegraplsisch nberinittelt werden l
Neben den lsntlnillungein die von ei- s
nein Senats-Konnte gemacht morden
sind, hat liauvtsachlich eine Rede den
Prasidenten zu seinem entschlossenen
Handel bewogen, nielche Madero kurz
lich hielt· Lin derselben ertliirte der
meritanische Prasident unversioren,
daß bis jetzt durch die Revolution nur
Auslander zu Schaden gekommen seien,
und die meritanische Regierung daher
teinen Grund habe, sich aufzuregen.
Bedeutsani ist der Umstand, daß die
Absendung des llltiinatunis auf eine
lange Konserenz folgte, die Präsident
Tast mit den Senatoren Williani Al
den Smitb von Michigan und Fall
von New Mexico hatte. Tiefe verböt
ten letzten Herbst entlang der met-ita
nischen Grenze Hunderte von Zeugen,
und haben dem Prasidenten ohne
Zweifel die Augen iiber die in der
Nachbarrepublit herrschenden Zustande
und die verzweifelte Lage der dort an
sassigen Anierilaner geofsnet. Auch
machten sie jedenfalls lsiittnillnngen
tiber die Verbindung von ausländischen
Kapitalisten mit der Revolution. Die
von beiden Senatoren angestellten Un
tersuchungen lassen keinen Zweifel da
ran, daß die in Merito gegen die A
merttaner herrschende Erbitterung
ihren Grund darin hat, dasz sieh die
Regierung der Ver. Staaten auf die
sSeite Madero’g zu stellen schien. Als
sdieser den Kampf gegen den vertriebe
«nen Präsidenten Din begann, konnte
set Waffen und Munition nach Belie
ben tn den Ver. Staaten bekommen,
Iaber sobald gegen ihn von Orozco die
lFahne der Rebellion erhoben wurde,
Jerfolgte die Sperrung der Grenze-.
Tie Vom Präsident erlassene Neutrali
Ziätsprotlamation überzeugte die mer-i
lanischen Ausstandigen, daß die ameri
kanische Regierung Madero flüste, und
wurde als ein lslegenstand der Ohn
macht der Verr Staaten ausgelegt
Hnnderte von Ainerilanern mußten
fliehen und ihre Heinistatien in Meriko
fder Plünderung überlassen, weil ihnen
ihre Regierung keinen Schutz angedei
hen ließ. Andere wurden von den
,!iiedellensiil)rern gefangen genommen
sum Lösegeld in erprefzein und wieder
Andere zu Diitzenden ermordet. Jn
den Staaten Sonnta, ishihnahua nnd
lfohuila treiben sich Tausende von Jn
surgenten pliinderno umher nnd vie
Regierungstrnppen, die ans dem
schlimmsten ltlesindel Der größeren
IEtaDte rekrnirt werden, sehen ruhig
spu. Wenn die bedrohten Anierilaner
iEchntz sitt-ihr Vehen nnd Eigentum
iverlangem so lautet die Antwort der
» Koniniandenre DerTrnppen regelmäßig:
H»Wik haben teinen Befehl zur Verfol
Hinnn oerfRelIellenC lkl Paso mini
ssnielt seit dein Beginn der theinilntwn1
Trache- von Spinnen nnd Spitzean
Meinera«-:s, welche die Tlleniertsna der»
Ver. Staaten als lialiennsote wr- issin- ;
fanqnna nnd Verfolgung politisches
Flüchtlinge inisihkanchtein Viele deriT
selben wurden ohne jeglichen Haithefehl «
festgenommen, niochenlang iestgehaltenl
nnd, wenn sie schließlich ihre Freiheit
erlangte-n abermals verhaftet. Ter·
Schaden, den die amerikanische-n Vieh !
zitchter nnd Grubenbesitzer in Meiitol
erlitten haben, ist enorm
Uns-— l
—0— ;
I
Tag inztnttaartetscheinenae sozial-l
aeniotratische Wilihlalt »Tri- wahre;
.’ialoh'« schreibt: »Was mirn ans.
RaoseveltZ Tas ist Die lsnnae Dirnen-, :
die jetzt die Welt in Atem halt. Ttlnchz
detn ftandaloten Liklililerrulnuik in nor »
lautlg nur due- lrine llart innn darfj
diesen lleberuusuiltnsu snidn langer ei
nein Voll lassen, daiz na) nian neunte-,
JOM einen Anderen tun-Weisheit
Man sieht fut) bereit-J eifrin nmh Po ’
nen run, die diente-Heiligen trigenflhaisp
ten des enttronten »Mutter-Z non Ante «
rikn« zur Geltung tonunen lauen l9r"
konnte, uns feine Lungentraft anzeu «
nutzen, Ausrufer auf der Leipziger
Meer oder Ertlurer in einein norneh .
inen Kientopp werden. lir tonnte,
da Kugeln ihm nichts ausmachen, Pru
fident von Albauien, Maredouicn oder
eines anderen neugegrltndeten Staates
werden. lfr tonnte feine Jagbpasfion
aus-nützen und für Oagenbect Larven,
für Scheel linken jagen. ltFr konnte
feine fchaufbielerifchen Fähigkeiten
verwerten und Napoleons -Darfteller
bei den Jubiläuingfreilichtfpielen im
lttrnmoald werden. Er könnte, da er
uun doch mal «kaltgeftellt« ift, einen
Eispalaft eröffnen Aber nichts da
von! Roofevelt’»3 Gedanken gehen ho
her. Der Abfolutismus in ihm treibt
ihn einer Stelle zu, wo er allein rück
fichtslos auftteten nnd sich Alles Allen
gegenüber erlauben kann: er bewirbt
fich um eine --— ponnner’fche Lairdrats
ftellet«
—0—
Der Bizekönig von Jndienund fei
ne lkttemahliin Baron und Baronin
Hardinge, entgingen Montag wie
durch ein Wunder bei ihrem feierlichen
Eingang in Delhi, der neuen Haupt
stadt von Indien, bei einem von einein
sanatischen Eingevorenen auf sie ge
machten Attentate dein Tode. Drei
Splitter einer Bombe, durch welche
ein in der Umgebung des Vizelönigs
sich befindlicher Eingeborener getötet
und ein anderer verwundet wurde,
drangen dem Vicelönig in den Rücken
und die Schulter, und ebenso wurde er
durch Schrauben, welche in der Bombe
enthalten waren und welche durch seinen
Helm gedrungen waren, am Halse ver
letzt. Die Ärzte, welche die Splitter
entfernten, erklärten es siir ein Wun
der, daß der Vizeldnig tötlichen Ber
letzungen entging. Lady Hardinge
fragte sofort nach der Erplosion ihren
Gatten, ob er verletzt sei, aber dieser
antwortete: »Es fehlt mir nichts, laßt
uns weitergehen.« Seine Gemahlin
entgegnete: »Wir können nicht, hinter
uns ist ein toter Mann.« Der Ele
phant, aus welchem das vizetönigliche
Paar ritt, hielt an und Baron Har
dinge versuchte aufzustehen, aber es
gelang ihm nicht, sondern er wurde
ohnmijchtig, nnd die —LI-ssiziere, welche
sich in seiner Umgebung befanden,
konnten ihn nur mit großer Schwie
rigkeit vom Rücken des lslephanten
entfernen. Der Haudal), in welchem
der Vizetonig und seine Gemahlin sa
sZen, wurde vollständig denioliert. lit
sterer wird indessen bald imstande sein,
dir-J Hosoital zu verlassen und sich in
die oiietoniglicheWohnung zn begeben.
Tor Echirmtriigeip welcher getotet
wurde, hatte als solcher schon unter
Lord lsurnm fungiert. Ter Bomben-—
ioerier ist noch nicht festgenommen: sur
seine lirgreifnug ist eine Belohnung
oon l«,«»« Illuoien letloasttlkith ausz
Arles-L
Lllriljnacntgfeikr in
Grund Island
lijrand Island ist eine vorwiegend
deutsche Stadt, nnd da bekanntlich das
schone Weilsnachtsfest deutschen Ur
sprungs ist, so nnire es ja gar nicht
ander-Z zu erwarten, als das-, dieses
schdnste aller Feste hierin ganz beson
derer Weise gefeiert wurde. Ein allen
englischen nnd dentschin Kirchen nnd
Vereinen wurde dass Fest znin Andenken
ati die kUlenschiderdnng unseres Heilan
dec- iii nielir oder inenigier passender
Weiie gefeiert, nnd da durfte naiiiilich
anch niikiendis derWeiliiiaitsiszlniuin feh
len, auch nun-den die lielien Weinen
reichlich inii Neicheiilen bedacht
iiiiie nanere Besiiireilinna dei« Fest
lichleiteii ist allerdinass niean klllaiiael’
an Jlianin uni- xkeit nndeniisaii s
Ein dei« deutsche liitl). Treinikiteitszss
.iliril)e,ostl. J. Etras3e,.i)ei«i« PaitorWils H
ten-J, führten die Schiller der deutschen
Schule ein schönes Priiaisain auf· ·
Anch in der deutschen Et. Panlnss
Kirche« Pastor Michelinann, wurde ein«
schone-J Fest veranstaltet, welche-J reich:
lich liesncht mai-.
ictina 250 Kinder nalnnen an der
Feier in der Katholischen Et. Martfs
Kirche teil, nnd sie alle wurden niit
Geschenken bedacht.
Anch ini Et. Franc-is Hdzpital wur
de eine schöne Feier veranstaltet, und
die Kleinen nnirden auch liier nicht ver
gessen.
Jn der LiedertranHJalle hatte nnin
für eine ertra seine Feier Vorkehrun
genqetrossem nnd die jungen Leute
sangen unter Pros. Seeboh111’s Lei
tung die schönen deutschen Lieder »O
Tannenbarnn«, »Stil« Nacht, heilige
Macht« nnd »O Du fröhliche, o du se
lige« An 200 Kinder marschierten
hübsch am großen, elektrisch beleuchte
ten Weihnachtgbanm vorbei, und em
pfingen ihre Geschenke. Mehrere
Stunden lang war der geräumige
Saal den lieben Kleinen übergeben,
die sich ungebunden herumtmnnielten
nnd amüsierten, während schöne Or
chester-Musik die Gemütsstimnntng noch
erhöhte.
Auch die verschiedenen Logen gedach
Da unser Personal sich
nach der anstrengenden Ar
beit der letzten Wochen auch
einmal gründlich ausruhen
wollte, so machten wir für
die Weihnachten Pause n.
ließen St. Nikolaus einen
Kerl sein. Das ist die Ur
ssache warum das Blatt die
lse Woche verspätet und nur
sechgseitig anstatt achtseitig
erscheint. Hoffentlich neh
smen die Leser uns dies
Jnicht übel. Nächste Woche
soll-S wieder besser werden
und ich will alsdann anfan
gen, miser Blattnach besten
Kräften zu heben.
ten der Kleinen, und besonders die
»Ellg« hatten ein großes Festmahl
fiir die Armen zubereitet. die sonst we
nig Freude im Leben haben
Im Plattdeutschen Heim hatte man
ebenfalls eine große Festlichteit veran
staltet, nnd der große Bau war ge
drängt voll Festgaste. Der schöne
große Weihnachtzbaum prangte in
seinem Schmuck und erfreute die Her
sen der lieben Kleinen, von welchen
tät-) anwesend waren, und sie alle er
hielten (I)eschenie, fast mehr als sie tra
gen konnten. Tie Kinder hatten den
geranmigen Saal bisz II llhr inne und
murmelten sich angehalten au dem
glatten Fußboden. ist«-S war wirklich
schön. Herman Oehnte als Borsitzer
desVergnliguiigs-Komitees war überall
aus seinem Posten nnd sorgte dafür,
daß niemand übersehen wurde. Gerne
mochte ich mehr von diesem schonen
Fest berichten, da ich auf Einladung
des Präsidenten, Herrn Wegener, auch
anwesend war; aber Zeit und Raum
erlauben mir teine lange Beschreibung.
Aber esJ war schon, das muß man sa
gen. Als-ei zur Besiheerung tam,
stellten die lkpu Kinder sich in Reih und
Mied und unter den sinnigen der Mu
sil uiarlrhierten sie am Weilstlcichts:
bauin vorbei und nahm-en ihre Geschen
te in limpsansp jedes liind erhielt
einen Arm doll. Herr irr-. Etoltens
berg gab etliche alrobatisihe llebungen
zum Besten, die sonst nicht aus dem
Program waren. irr hatte ein Faß
holl Aepfel auszuteilem nnd ali- das-z
Faß mehr als zur Oalsle leer war
wollte er den Rest einfach aus-schritten,
damit die Kinder uber dieselben her
fallen konnten· Tag Faß mit beiden
Händen nackend hob er es hoch empor
und ries: »Jetzt aufgepaßt, Kinder,
es katnmt!« ter tam schon, aber
ganz ander-J als Herr Etottenberg esJ
gemeint hatte, denn urplötzlich glitten
ilnn beide Füsse aus dem glatten Fuß
boden aug, einen Augenblick blieb er
so in der Lust hangen, die Biene zum
Zeus erhoben, nnd dann landete er
mitsamt dem Fas; ans dem harten
Fußboden; dass das Gebande in seinen
Grundsesten erschütterte. Es mnsz ihm
wehe getan haben, aber er lachte ver
gnügt mit, und das Fest nahm ohne
weiteren Zwischenfatl seinen Laus
weiter. Herr Ernst tstumprecht war
natürlich auch überall dabei nnd sorgte
in seiner gelungenenWeise für gemin
liche Unterhaltung. lfr hatte sür den
Präsidenten eine schöne Kanzel, wie
auch einen Wahllasten und Hammer
gemacht, welche Gegenstande er dem
Verein als Weihnachtsgeschenl über
bab. Wie lange man sich dort umli
siert hat weiß ich nicht, denn ich ver
abschiedete mich bald nach l Uhr und
suchte mein Nachtlager ans.