Nebraska Staats-Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1901-1918, May 15, 1908, Sweiter Theil., Image 12

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    Berti-see Gerichtsszenr.
Diegelbc Rose.
«Nach die haare jeht es nich ims
Ier, wat lann ick davor, wenn die
selber so verrückt nach mir find?«
meinte der Töpfer Emil B» als ihn
der Borsihende des Schöffengerichts
daraus hinwies, daß man von einem
Mann in dem Alter des Angellagten
solche Streiche nicht erwarten sollte,
deren er beschuldigt war. » »Ja bin
ieberhaupt zu die Jeschichte jekommen,
wie, nu ja, wie eener, der nich spielt
un det jroße Loos jewinnt,« fuhr der
Angeklagte sort.« « Bors.: Daß Sie
die Zeugin, die Wittwe M» in recht
unschöner Weise hintergangen haben,
miissen Sie doch einräumen? — An
gekl.: Erst war ick der Hinterjangene,
denn waren wir beede in een falschet
Fahrwasser jeraten, dcnn habe ick mir
rauöjerappelt un habe ihr in die Dinte
sitzen lassen, weil et nich anders fing,
un nu licht et ja aus, als wenn ia zu
lth det Bad kiehlen sollte..Jck werde
aber sicher freigesprochen wer’n.
Bors.: Das scheint mir aber doch
. sehr fraglich. Die Anklage behauptet,
daß Sie die Wittwe M. am 7. Juli
nrn 5 Mark und einen Schirm ge
stellt haben. —- Angetl.: Den Schirm
habe ick verbummelt un in’t iebrigte
mußte ick heimlich verduftetr sonst
hätte ick ihr un mir und meine Frau
un meine Kinder unjlialich jemacht.
trat leenet von mir verlangen kann.
—- Bors.: Das ist mir nicht verständ
lich. wir werden auf die Sache wohl
näher eingehen müssen. Erzählen Sie
aber möglichst kurz. — Angeli An
den bewußten Sonntag hatte ick meine
Frau mit die Kinder zu Verwandte
nach Rixdorf jeichickt. So Nachmit
tags um zwee herum bummle ict io
langsam durch’t Brandenburger Dhor
uach’n Thierjarten. Mir war so recht
emsig, det iek ooch mal Strohwittwer
war. An die Zeiten loose ich mir von
eenen Blumenhändler eene jelbe Rose.
Jet jehe weiter un komme an eene Bank
an’n großen Stern vorbei. Da fällt
et mir usf, det da eene Frau drusf
spazieren sitzt, so recht fein angezogen
un in die besten Jahre. Natierlich,
ernste Schneider war sie raus, aber
sie war so recht rund un, wie man so
zu sagen pflegt, een fetter Happen
Jck tiete ihr on. un sie lächelt und ick
liichele ooch, jehe aber vorüber, indem
iek denke: »Laß ihr schmachten!« Nach
eene Weile kiete ich mir um, un als
iek sehe, det sie mir immer noch mit
die Oogen verfolgt, trieje ick doch det
Mitleid un kehre um un jehe noch mai
an ihr vorbei, wat wieder unter een
jejenseitiges Anliicheln stattsinde:.
· Bekt dritte Mal steht sie us un first
mir die Hand un sagt: »Sie sind et.
ick habe mir et jleich gedacht.'« Jck
sehe ihr denn nu soin bisten verleier
an un sage, det sie Recht hätte, ick
wäre et wirklich, die Weiber hätten
doch eenen höllischen Scharfbtick. »Ja
woll,« ment sie, »det Ertrnnungszee:
chen war doch buntt zwee Uhr an diese
Bank hier un jeder mit eene jelbe Rose
in die linke Danks-« Nu sehe ick ersi,
det icl wirklich meine jelbe Rose in
die linke hand hatte un det sie in ihre
linke Hand ooch eene hat. Un ehe ick
mir recht besinnen kann. faßt sie mir
unter un zottelt mit mir los nach
Charlottenburg zu. Sie läßt mir
jarnich zu Worte kommen un steigt
mir, wie mir ihre Handschrift jefallen
hätte, und meine hätte ihr sehr jui je
fallen un ick hätte ooch so’n anjeneh:
seien Stil. wat eenen tiefen anruck
uf ihr jemacht hätte. Un det wäre
jui, det iek mir uf ihre Annonce je
neeldet hätte, un ioenn ic! reelle Ah
siehten hätte, dann müßte uns det jut
kehret Un iet schwitze Blut un Was
fet, indem ick ihr zuerst nich verstehe,
bis mir mit eenem Mal een Seifen
fiedee ufjeht un ict entdecke, det ick det
Opfer von eene Berwechselung jewor
den bin. Jck kann aber nich dazu
kommen, ihr det zu erklären, denn sie
W rnir sarnich zu Worte kommen un
erzählt immer-zu von ihren ersten
Mann, der ihr uff Händen jedragen
nnd ihr so’n scheenet Bermöjen hin
terlassen hätte. So tornmen wir
denn nach Charlottenburg Hier steigt
sie in den Pferdehahnwagen, der
imhsit Spandouer Bock fährt, als
wenn det Allens schon so verabredet
wäre. Jck muß natierlich mit. Uff’n
sinnt-quer Bock Iehren wir in un ick
maß natierlich zuerst een Paar Taf
Ieu Koffer mit Nappkuchen kommen
lasen. Denn fängt sie an Bier zi
MM und hei’t dritte Seidel fängt
He seh-m an sieh mal zu versprechen
n seit zu dazu-. Un wie fcheen det
des wäre, det wir beeve vermöjend
Die-n un teenen Anhang hätten!
Mit ick me nistehen un sogen: Hö
ren Sie mal« Verehrteste, Sie find in
esse Irrung, ist bin der Töpper Erni
h seit hie Frau un drei lebendige
Kinder tm he sieh-nat so ville Jeld
III-— die Taf « Mkckdie Zeche bezah
len kann. ,
Dorfs Es mag in der That eine
Mgkihe Stint-rinn» gewesen llein.
M wurde es denn zulehtk Angeli
Us, als ick sollt paar Worte fallen ließ
»D« weit-n seen Jeld www do
; e si- mir jleich zwe- Dhsles zu
Es ick Ist-TM jejeu anderthalbe
Ue Zeche bezahlt hobe. Don- sing
IF Mich sei nieset-Dens- IL dre
.
schon seit mindestens zehn Jahren kee
nen Trauring mehr, indem det bei di(
Arbeit nich anjeht. Jck dachte at
meine Frau, die um die Zeit wohl ans
Rixdots nach Haufe jeiommen seit
mußte. Als sie mir nu sagte, id
möchte eenen Oogenblicl ihren Regen
schikm halten« sie täme nach ’n paai
Minuten wieder. da dachte ict denn
det die Jelegenheit jünstig sein dhäte
mir aus die Schlinge zu ziehen, wo ia
mir so janz unschuldig-.- injefangen
hatte, un da jetade een Pferdebahns
wajen abjing, so ick sack, facl zu’t Lo
kal kaus un uff’n Wagen tuif un los
jing et· » Vots.: Un dabei haben Sie
den Regenschirm dcx unvorsichtigen
Frau mitgenommen. -- Angeklagtet:
Det is in di- Rasche jeschehen. Wo
sollte ick denn damit bin? -«— Vots.:
Die Wittwe M. hat Sie nach etwa
acht Tagen zufällig ans der Straße
getroffen und Ihre Zistitnng veran
laßt. Warum haben Sie ihr damals
nicht den Schirm gegeben —- Angeli
Konnte ick denn? Jcl war ohneSchitm
vom Hause wegjeiangen, un da is et
doch leicht anfänglich, det man so’n
Ding stehen läßt. Mir is et so jejan
gen. Jck loose mit in’n Leben keene
jelde Rose mehr.
Die Verhandung gab thatiächlich
keinen Beweis siit die Schuld des An
geklagtm der deshalb freigesprochen
wurde.
—- —
kleineres Uebel
»E5 thut mir leid um Sie-I ins-te
die mildherzige alte Dame bei ihrem
regelmäßigen Gefängnißbefuch zu
einem der Sträflinar. «Vernnethlieh
harren Sie mit Sehnsucht dem Au
genblick entgegen, der Ihnen dieThore
dieses schrecklichen Platzes öffnet?«
»Nein,« antwortete bestimmt der
Mann im gestreiften Gewande, »ich
möchte lieber bleiben, wo ich din.'«
»Wie sonderer« wandte sich die
Dame beim Fortgehen zum Gefäng
nißwärter. »«ch dachte nicht« daß die
Gefangenen hier fo zufrieden find.
Was hat sich denn der arme Mann
eigentlich zu Schulden tornrnen las
fen?·'
»O, er war ein« wenig zu vergeß
lieb,« gab der Wärter mit qrinfendern
Lächeln Bescheid-.
»Vergeßlirh?«
»Jo, Madame. Er konnte nie i:n
Gedächtniß behalten, daß er schon
oerheirathet wor. Und wenn er ietzt
in Freiheit gesett wird, erwarten ihn
draußen fünf Frauen.'·
seiest-er Des-. ist Devise-hab
Jm Sitzungszirnmer des Bezirks
geriehts in Windhnt war man soeben
in die Verhandlung über einen be
sonders ernsten Fall eingetreten, als
in der nach dein Balton fährenden
offenftehenden Thür ein qroßer Affe,
ein Pavian, erschien und ins- Sit
ungszimrner eintrat. Er sprang ohne
weiteres über den Richtertiich nnd
warf dabei Tintenfaß. Schreibutensi
lien, Akten und Gesehbüeher zu Bo
den. Jedenfalls muß er aiek dann
das Verantwortliche feines Thunser
lanni haben, denn mit einem tiilxnen
Satze schwang er sich ouf die An
tlagebanl; ein Tintenfaß, das er zu
tich genommen hatte, bezeichnete feinen
Weg. Den Rest des Inhalts- goß er
ohne weiteres dem Anoetlsioten ins
Gesicht. Natürlich war an eine Fort
setzung der Verhandlung so oald nicht
zu denken: durch einige lkingeborene
wurde aber schließlich der kecke Affe
nicht ohne Mühe entfernt. Mie iich
später herausstellte, war der Pavian
feinem Eigenthümer, einem Rechtsan
wolt, entlaufen und hatte sich schon
einige Tage im Gouvernementsgarten
gütlich gethan. Ob er seinen Eigen
Jthiisrner vertreten wollte?
Ein Ists-neu
»An einem fchauderhafien eiSlJ Zien
Tage« sagt ein Eisenmnanat aus
Piitsburg, »hatte ich eine Mütze mit
Ohrenilapren auf, ais ich Mr. Cur
negie auf der Straße begegnete Er
machte seine Wise über meine Ohren
llappen und erzählte mir den folgen
den Scherz: Ein alier Schotte der
immer Ohrentlappen zu tragen
pflegte, erschien eines Tages ohne die
selben auf dem Eise woraus ein
Freund ihn fragte: »daller« wo find
denn Deine Ohrenwiirmer?« »s— »Q«
war die Antwort, »die hab’ ich sei(
meinem Malheur nicht mehr gefra
gen.« ——— »Malheur? Was für eir
Malheur?« —- ,.Ein Mann lud miel
zu einein Glas Bier ein, und weger
" dieser verflixten Dinger habe ichihi
nicht gehört.« «
Das finde Indes-.
Als J. E Miedin, der berühmt
iufsische Maler, feine Studien zu des
.Saporogern« machte, hatte er eis
pusiges kleines Erlebniß, über das er
Etsch dem ...St Petersburger Herr-TM
wie folgt berichten »Ich sehe in Klein
Rußland eine Gru pe Männer in
Grase liegen. Wö rend ich rasd
Slizzen mache riiitei fich der eine
der interesiantefie, einzuschi aien »Jd
gebe Dir fünf Rube1,wenn Du Din
zeichnen läßt« sagte ich zu ihm De
Kerl sieht mich an und sont dam
bedächtig: »Da hast Du zwei Kopelen
laß mich aber in Ruhe schlafen « leg
sich hin und beginnt zu schnarchenf
Lut- TMiiteid
Wer sehn-recht denn hier neben-as
set-M fo« entfaltet-W
L-— Wasser Chef; der arbeide
UWf so IMM«
—
Kurt- Ueberraschung.
VonMurielB.Ailman. Auto
rrsirte Uebersetzung von Elisa
beth TreiteL
Es war eine stürmische Nacht! Der
Wind beulte in den Bäumen vor dem
Hause, und der Regen klaschte gegen
die Fenster. —- Kutt lag, in sein klei
nes, weißes Bett eingewühlt, ein höl
zernes Pferd fest im Arm. und horchte
aus den Sturm draußen.
Marie war in die liiiche gegangen,
unt sich Abendbrot zu holen. Kurt
nahm ihr das weiter nicht übel, denn
er lauschte gern aus den Regen, und
außerdem war dann niemand a, der
zu ihm sagen konnte: »Nun schlas aber
schnell einl« Er beobachtete die schwan
kenden Schatten. die die Bäume aus
die Wand warsen. Er hatte nämlich
Mekie gebeten, die Vorhänge nicht zu
schließen, und das hatte sie denn auch,
wenn auch ungern, unterlassen.
Und dann mußte er ja auch noch an
etwas Wichtiges denken! Vati wollte
ja morgen wiederkommen --— rnit der
neuen Martia
Kurt unterdrückte einen Seufzer
und drängte die aussteigendenThränen
gewaltsam zurück. Wenn doch Betty
noch hier wäre. Betty war sein Fräu
ilein gewesen. Eines Tages war sie
plötzlich verschwunden aber Bati hatte
doch gesagt, daß sie wiederkommen
würde.
Zwei Monate waren seitdem ver
gangen, und noch immer tein Lebens
zeichen von Bettv! Und nun sollte eine
Stiefmutter kommen, und dann wür
de er Betty wohl überhaupt nicht mehr
wiedersehen.
i
Knrt lag diese Nacht tat-ge weich
und dachte über seine neue Stiefmut:
ter noch Er hätte qern gewußt ob
sie ihn auch so schienen würde, wie
Hans Tomsen von seiner Mutter ge
schlagen wr«rde. Hans Tomien war
der Gärtnerssoån Manch glückliche
Stunde hatte Kurt in herrlichem
Spiel knit Hang verbracht an Orten,
bei deren Anblick Morie »nur-iß bei
nahe in Ohnmacht gefallen wäre.
Denn stritt war sehr magehalsig, nnd
Hans folgte ibrn willig. wohin er
auch wollte. Von ietzt an karde nun
feine Stiefmutter alle feine Schritte
bewachen. Wahrscheinlich trug sie
noch dazu eine Brille und natte eine
tange, rathe Nase, dachte Kurt· Er
drückte sein bälzernes Pferdchenfeiter
an sich und lag bald darauf in tiefem
Schlos. Z
Als Kurt erwachte, flutdete helles!
Sonnenlicht durch sein Echlaiziinmer
senkten Er fette sich auf. rieb sich.
die fchlaitrunienen Augen. und dannj
fiel ihm wieder ein« daß ja Berti mitj
der neuen Stiefmutter heute toinmen’
spare. «
Er fragte Marie. um wieviel Uhrz
sie denn tämen. l
«Vorniittag noch,« sagte sie. »Du’
mußt dich also mit dein Anrieljen bei
eilen. Und Vati möchte gern, daß du
recht nett nuisietiii.«
Nach dein Frühstück ging Kurt kein
aus, ukn Hans zuiuchen Er fand ihn
zufammennetuuerr auf dein Aste eines
großen Baumes sitzen. Als er Ilnrt
fah, glitt er schnell herunter.
.Ach, Don-Z rief Kurt. »Heute
tornnit sie! Noch Vormittags!«
.Wahrhnitig?« fragte Hans-.
Kurt nickte.
»Nun iit es rnit unseren schönen
Spielen aus!·'
Er schleuderte dann einen großen
Stein im Bogen iiber die Wiese.
Hans sah ihm bewundernd zu.
»Den ganzen Tag wird sie uan
nochlansen, ob wir auch nicht auf die;
Bäume llettern," tagte Kurt.
Hans schwieg.
»Jetzt muß ich wieder zuriick,« riet
Kurt, als er Marie von weitem durch
den Garten rufen hörte.
«Du biit doch ein ganz ungezogenek
Ringes schrie sie, als er sngelauien
tun. »Mit den Morgenschuhen in’s
nasse Gras zu taufen! Korn-n jetzt
rasch, damit du sauber aussiebit wenn
sie kommen. Sie müssen jeden Augen
blick hier iein·«
Sie trieb ihn hinauf in’s Kinder
zinimer Und ein paar Minuten spä
ter ging ein schmucker kleiner Kerl die
ureiten Treppen hinunter. um die An
törnmlinge vor dem Haufe zu erwar
ten.
Ein Wagen tuin angeraiselt, hielt
dann. und der Kutscher öffnete schnell
den Schlag. Kurts herz klopfte itijrs
misch, als er hin ulief. Sein Bester
hob ihn auf, lii te ihn zärtlich nnd
feste ihn vorsichtig wieder nieder.
Dann wandte er sich der Dorne zu, die
neben ihm stand. —
»Geh and titsie neine neue Maan
Liebling, forderte er Kuri aus.
Furt fah aus und blitte in ein
Paar lachende Augen. Mit einein lau
ten Irendenichrei flog er ihr in
die seine.
»Mit-P rieie r.
Sie driidte ihn seit an ihre Brust.
»Mein-n nicht Bettv,« verbesserte sie
lächelnd
Bist-st
Tante Cälteres Fräulein): »Ich krat
in meinen jungen Jahren dieSchäjnste
im Siädtchen2«
Nichte: »Warst Du denn allein?«
k- -"
Ah so!
A.: »he, Bellmann! Fnt wen ak
beiten Sie denn fests«
Q: »Hm-M Its-?f für dieselben
Leute —- iit meine t
Isinde ders«
ou und fünf
W
miser its-is sei-.
Brod ist das wichtigstr Nahrungs
mittel aller Kulturvslier. Man
könnte sagen, daß mit dem Brod
haeien die Anfänge aller Kultur ver
tniipft sind, denn dieses bedingt den
regelmäßigen Anbau von Getreide
pflanzen und die damit nothwendig
verbundene Seßhaftiateit fiihrte zur
Arbeitstheiluna. ur Erfindung aller
lei Werkzeug usw« Das frühest
MateriaL aus dem Brod gebacken
wurde, ist wohl hie Diese gewesen,
denn schon in den ältesten Zeiten
wurde in Indien« der Wiege der
Menschheit, Hirse angebaut, um da
raus Brod zu harten, und noch heute
ziehen die Ltindus die Hirse vielfach
anderen Getreidevflanzen vor. Jm
Allgemeinen ist allerdings heute im
Orient der Reis die am meisten ange
baute Getreidevflanzr. Sein Ankau
ist gleichfalls uralt und geht ebenfalls
bis in die vorgeschichtlichen Zeiten zu-»
ruck. In chinesischen Geschichtgtverien
wird von einem Kaiser Schennungj
erzählt, dek schon 2800 Jahre vor;
ICbristi Geburt lebte. Dieser Für-fix
befahl, daß in jedem Jahre ein großes
Fest aefeiert werden und dabei ins
sumbolischer handluna die wichtigsten
thlturnflanzen ausgesät werden foll
ten. Darunter befand sich neben Neid
und Diese auch der Weizen Wie aus
der Bibel hervorgeht, tannte man zur
Zeit ’tlbraham’s das arsäuerte Brod
noch nicht; zur Zeit Moses war es
aber jedenfalls schon bekannt, da er
ja den Genuß desselben beim Oster
lamnr untersagte. Die Griechen hat
ten der Sage nach das Brodhaeien
vom Gott Pan gelernt: die historische
Forschung nimmt an» daß sre durch
phönizische und äahhtische Kolonisten
irnnen lernten. in deren Heimath
man schon frühzeitig die Getreidelörs
ner durch Handmiihlen zu mahlen
und aus- Mehl Brod zu harten ver
stand. Jn Rom gab es schon früh-—
zeitia öffentliche Böcken-die den ein
zelnen Haushaltungen die Mühe der
Broleereituna ersparten. Das römi
t sahe Brod bestand aus einer Art vier
ieckiger, nur 23oll dicker Kuchen mit
! sechs bis aebt Einschnitten. Das beste,
s»oanis seligineus« genannt, wurde
aus Weizen bereitet: die mit Kleien
iaemischten Brode hießen »panis se
Heunduest lrweites Brod). die geringste·
lSorte mit Gerftenzusasz »vonis ple
beius'«. Roms Soldaten theilten den
Gebrauch des Brodbaaens zunächst
dem westlichen Europa mit, oon wo
aus es sich nach Norden verbreitete
Weizen und Gerste waren damals
also die wesentlichen Brodfriichtr. Der
Weizen ift jedenfalls von Mesanota
mien aus nach Aeghpten aetommen
und machte von hier seinen Weg nach
Europa, wo er schon im frühesten
Steinzeitalter als Brodfrucht ange
baut wurde. Auch die Gerste ist schon
in waltet-Zeit in Aegnpten tultioirt
worden· Aegnvtische Wandmalereien,
die sich fünf Jahrtausende in Grab-—
deninriilern erhielten, - vers-althou
lirhen alle Stadien des Weizen- nnd
Gerstenbaues und der Ernte: außer
dem hat man auch in den Zgnptischen
Mumiensiiraen unzweifelhaft echte
Weizen-— und Gerftentörnek aefunden.
die den Todten in’s Grab mitgegeben
wurden. Auch bat man bei einzelnen
Phramiden in den Ziegeln. zu deren
Herstellung im alten Aeanpten Stroh
verwendet wurde. einzelne Weizen
und Gersieniörner und Theile von
Aebren gefunden, die, obaleieh aedörrt
und versrnat, doch teinen Zweifel an
ihrek Echtheit aufkommen lassen. Die
Gersie wurde sbiiter als Brodsrucht
aufgegeben; schon die alten Germanen
leaten ihren Gersienoorrath lieber in
Bier an. Erst nach rer Völkerwaw
deruna wurde auch der Noagen zur
Brodhereiiuna verwendet, und seit
dieser Zeit wurde in Europa Wangen
hrod das allgemein gebrauchte Nah-s
rungömitteL bis im is. Jahrhundert»
bei vielen Völkern das Weizenbrodj
an seine Stelle trat. Geaenwiietig
wird Roggenbrod am meisten in
Deutschland und den standinavischen
Ländern gegessen. Als lehte Ge
ireidefrucht ist schließlich noch der
Mai- zu erwähnen. Er ist amerika
nischen Ursprungs. Seine Kultur
hier in Amerika tst jedenfalls sehr alt
und war hier schon frühzeitig seht
verbreitet» denn sowohl in Peru wie
in Mexito sind Maiitiirner in alten
Gräbern gefunden worden. Nach der
Entdeckung von Amerika ist er etwa
unt das Jahr 1500 nach Europa ge
bracht worden. Zu einer herrschenden
Stellung. wie er sie in Amerika he
sikh hat es der Maiö in Europa aber
den übrigen Getreidearten gegeniibee
L nicht bringen tönnen.
-——,
Ae Herein-rus- der Ism.
Da die Forschunqu der letzten
Jahre den siten Verdacht bestätigt
haben, daß die Ratten nicht nuk ein
nichisnntziges. sondern durch ihre
Mitwirkung zur Verbreitung der Pest
irn höchsten Maße schädliches Gesindel
sind, ist diesem Ungezieser mit größ
ter Energie der Krieg erklärt worden.
Gerade in germanischen Ländern isi
der Mensch den Ratten nicht immer
seindselig gewesen, sondern die alten
Deutschen und Standinavier brachten
ihnen sogar eine besondere Verehrung
entgegen, da sie in ihnen die Seelen
ter Todten erblidten Immerhin
muß dieser Aberpiaube schon vor dem
Eint-ringen des Christenilznms ver
schwanden sein, dmn die Edda weiß
darüber zum mindesien nichts mehr
zu berichtet-. Unter den merkwürdi
gen Vorstellungen des Mittelalåers
iiber die heiltrnst nnd Schädlichkeit
ver Thiere und Pslan en finden sich
immerhin noch recht onderbaee Ur
N
———
Y
ktheile iider die Ratten. Der ,,Lancet«
erinnert on bin mostisches Naturge
schichtsbuch, das unter dem Titel
»Gesundheits arten« von einem
Augödurger rzt Johann von Cubn
im 15. Jahrhundert, selbstverstänkk
lich in lateinischer Sprache, veröffent
licht wurde. Darin erscheint die Ratte
ais eine Kreatur von miirchenhaften
Eigenschaften Dein Harne dieser
Thiere wird zum Beispiel die Fähig
teit zugeschrieden, in die Haut tiefe
Wunden einzufresiem die niemals
«lseilen. Davor braucht man sich nun »
wohl nur ein wenig in Acht zu neh
men, dagegen qeioiihrt eine andere
Angeld-, wonach R.-ittendttna ein träf
tiges Mittel gegen Itahltödfigteit fein
soll, einen eteletregenden Einblick in
das Arsena! der 1nittetalterlichenKur
Tpfuscherei. Es läßt sich auch denken,
daß man ein Thier, von dein solche
IVoritcllungen bestanden, nicht riick- «
? sicktslos versolgte, sondern hier und da «
’vjelleicht ans »Geschäftsritcksichten« «
gar ziichtetr. Ueberhaupt ließen sich .
die Beispiele iiit eine heute unbegreif- ·
liche Schonung schädlicher Thiere des ·
tiebig vermehren, denn es iit z. B. eine
Thatsacke, daß noch zu Ausgang des
Mittelntters die Wölfe nur dann ges «
tödtet wurden, wenn sie wirklich große ;
Schaden an Hob und Gut anrichte
ten, und den banden aewährte man «
Mögtichteiten der Vermehrung, die fie j
zur schlimmsten Lands-lage machten,
wie sie dies ia im Orient noch heute
vielfach sind. .
-- —- -——
Ins-nehme sefer.
Wie der St. Petersburaer herold I
aus Charlow berichtet, wurde auf der
letzten Generalversammlung der dor
tigen Bibliothets-Gesellfchait festge
stellt, daß im veraangenen Jahre
1704 Biicher im Werthe von 1195
Rubel non den Leiern gestohlen wor- :
den«sind. Das iit ungefähr der fünfte «
Theil der ganzen BibliotheL Die «
Diebstahle waren auf sehr mannig
fache Weise verübt. Häufig waren
wertblose Bücher an Stelle werthvol
ler zurückgegeben worden; Biider,·
Graviiren, ganze Artikel waren aus
geschnitten. Manche Diebe gaben
dem Schweizer als Pfand oder Kon
irollmarte ihre abgetraqenen Mützen
und gingen mit den dee Bibliothet
entnommenen Büchern fort· ohne ihre
Mützen beim Schwein abzubalen:
fie hatten eine zweite Miite in der
Tasche. Oft waren die Bücher sauber i
aus dem Eint-and heranägeichnitten
und ein altes Schutt-ach der Geome
trie oder Geographie sorgfältig ein
geilebt.
—
Gute Musik-link
Hausfrau: »Nirgends waren Sie
langer wie acht Tage, und keine Ihrer
Herrschaften war mit Ihren Leistun
gen zufrieden!«
Köchin: »Sie müssen aber auch be
denken, in der kurzen Zeit kann man
doch nicht beuribeilen. was
ich leisten tann.'«
Ja der Schule.
Lehrer: »Na, hosfentlich habt Ihr
nun begriffen, wag ich Euch iiber den
Imperativ oder die Beiehisiorm»
sagte. Wille. nenne mir einen Zank
Wille Mutscherkiohnk »Det Pferd
zieht de Drpschte.« "
Lehrer: »Gut! Und nun die Bei
ieblsform.«
Witte: »Hiibk«
Ost-mutet - Philosophie
,,Ta heer’ iet immer, de Zeitflieiztk
Wenn ici nur wüßte. warum!«
»Bei weeßte nich? Weil io ville .
Menschen sich bemiehen, ihr dotzkk
ichlagen2«
Ost-entwu- ,
Erster Bergleaxleu »Was, Sie
hoben Ihre Werthpapiere immer bei
sich» aus der Reise? Weshalb denn
da «
Zweiter Bergtraxler: »Um doch
wenigstens einmal im Jahr die Ge
nugthuung zu haben, daß sie stei
zen.« -
—
Ahnung-not
Nichter: »Sie haben den Mägee
Ileich beim ersten Wort so vermit
zelt.«
Angeklagten »Ja, weili’ schon
;’mußt hab’. was er sag’n hat
ooll’n.«
Rai-te Perichtisnnfl.
Professor Cdie Rechnung prüfend
ms der »Omelete« geschrieben steht):
Hier fehlt ein TI«
Kellnen »Wetde sofort berichtigen,
nein Herri«
Nach siins Minuten bringt der
Hellner die Rechnung wieder mit dem
Zusat: »1 Ihee 70 Ps.«
Geschöstsinteressr.
Nichter: Angeln-steh Sie sind
nit der Hand in der Tasche dieser
Dame festgenommen worden«
Angeklagter: »Ich wollte ihr nur
neine Geschäftsiarte in die Tasche
"tecken.'«
--s
zis- Gegen-nein
Alte Jungfer Cum Virgtl-Inn
nittler): »Wer der Herr nicht unan
ienehm iiberraschr, als Sie ilnn mein
Ilier von 35 Jahren nannten?«
»O. irn Gegentheilt Er hatte Sie
iir viel älter gehalten«
Unter Ins Sile-.
Der kleine Willi» dessen Vater ge
iorener Lothringer nnd naturalisirter
Deutscher ist, hat lieute den deutsch
Tranzösischen Krieg in der Geschichizs
stunde durchgenommen und sihi am
klbend nachdenklich in seinem Stuhl.
,Wotiibek denkst du nach, Milli?«
»Nicht wahr-, Papa, bei Sedan
sahen wir euch ordentlich verteilt?'·
sei-eis.
Herr sinnt Heirathöoermittleyz
Das soqe ich Ihnen gleich, ich muß
Fine. fleißige, innern-übliche Frau ha
sen-«
»O, das ist die, die ich empsehle,
icher... die lornmt schon sechs Jst-re
anq täglich viermal her nnd sra l,
)b sich noch nicht ein Mann für re
Wunden holl«
Ente Ein-schlank
Fremder: »Was ist denn da oben
n der ersten Etage für ein jämmer
iches Geschrei?«
»Da wohnt Einer, der —- schmerz
os Zähne ziebi.«
Feine Legit.
Logikrvirthim »Wenn Sie doch
eine Mietbe zahlen können, dann be
ireise ich nicht, ioarnrn Sie mir beim
Nietlien des Zimmer-» so viel abges
iandelt babenl«
Studiosessz »Aber, beste Frau
Müller, se weniger ich Ihnen schuldiq
)leibe, desto besser ist es doch siir
Eie!"
Vernimm-.
Herr Un seinem Kutscher): »Jo-:
mun, Sie sind gestern Abend voll
ilindig betrnnlen noch Hause gekom«
nen. Geschick-i das noch einmal.
sann sind Sie entlassen! Verstan
sent-«
Johann: »Seht wohl, gnädiger
herr!... lFiir sich-: »Gott steh’ mir
sein«-ich wünschte, mein Geburts
ag wär’ erst vorbeik«
Gemüll-lichten
I -.....
« M A u
Erster Herr Um Eos-«- seinen Hut suchend): Mein Hers, ich glaube, Sie
sitzen auf meinem Huld
Zweiter here (sitzend): So? Nu n, dann warten Sie wohl ein bißchen,
Ochse-se auch-gleich fort; habe ich nun den ganzen Nachmittag darauf ge
sessen. kommt eö wohl aus fünf Minuten auch nicht an!