Nebraska Staats-Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1901-1918, August 02, 1907, Image 1

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s SEUUEIEBUZMF if;
DE NOTICE YÆÆML
E Jahrgang 27.
ka Jst-n, Nehmen-, Fremg, sei-T Augqu 1907.
— Nummer 49
- ——- -—- ——-.,s—-.
-
Aus dem Staates
· Zu Geneoa stach Frau Maud Shen
ratd am Typhus im Alter san 24 Jah
ren. Sie hinteriäßt einen Gatten und
ein Kind.
« here Fenster, ein bekannter
alter Ansiedler von Shertnan Caunty he
gins am Samstag in feine-n Haufe in
Laus City Seihsitnard hurth Carl-ol
fättkr.
« Die Unian Pacific läßt zehn wette-e
elektrifthe Mater-vagen ethauen in Ostia
ha. Man fail platten, Matakdienst auf
den Strecken LincalasCentral City und
LinkelnsOtnaha einzuführen.
« Ins Itthifath Kaki-, sieh berichtet,
baß in einem Eifenhnhnunfall Willie
sutzirus, R. Maahy und ein Unbekann
ter getödtet wurden. Man glaubt daß
sie Drei aus Dasiinss sind
O Ruhe Unian findet am Es. und 24.
August die neunzehnte jährliche Ver
sammlung her alten Ansiedlek in Tals
caunty statt, und with ein ausgezeich
netes Programm vorbereitet.
« Bei Binden Iurde die David Crarn
Farnk, fünf Meilen südrvesilich vorn
Städtchen, um i11,500.00 verkauft.
Vor seniger als sechs Jahren kaufte Dr.
Crorn dieselbe Zaun urn 04,000.00.
« Frühmorgens ain vorigen Donner
stag zerstörte Jener zwei Ställe in Bea
trice, der eine der Frau C. M. Dunter,
und der andere der Frau Jane Busey ge
hörig. Der Verlust, ein-a 01,200.00,
wird theilweise durch Versicherung ge
deckt. Die Ursache des Feuers ist nicht
bekannt.
« Eisenbahnieute berichten daß der
Weisenertrag in Nebraska für dieses
Jahr soweit ein ersiauniicher ist. Viel
sach wird berichtet daß der Weizen über
SO, und sogar 64 Pfund pro suschei
siegt. Even zeigt rasche Fortschritte,
und ist sast is groß wie sonst zu dieser
Zeit
« Westen King in Tecumfeh weigerte
sich, aus seinen hund Steuern zu be
zahlen, und wurde arretirt. Er gab zu
erst an, daß er die die-bezügliche Stadt
ardinanz ansechten wolle, gab jedoch
nachher die Idee auf und berappte die
Steuern und Gericht-kosten, zusammen
.5.00.
« Der frühere Lieutenant zur See
und iehige Kongreßrnann R. P. Hab
san, der sogenannte »den der Merrii
niac,«hieit in der hastingi Chautauqua
eine längere Insprache üder den Frieden
und unsere Flatte. Er begünstigte die
die Ausgabe san 850,000,000.00 per
Jahr gehn Jahre lang, zur Vergröße
rung der Flatte.
· Die Grdcers und Mehger van
Linedln machten arn Dienstag einen sus
fiug nach Seinard zur Erholung, und
begleitete sie eine Musikcapeile, weiche
unter den Bäumen arn Viue Iiper Con
eerte sum Vesien ab. Vallspiele,
Sacklauien, Iutanro iirennen, te» tie
serten Zeitvertreib nnd Iahithätige sb-»
wechslung sürdie Sisdier.
« Im Dienstag Abend gab es in
West Point schwerer Dasel. Garten
wurden oerwiistei, Bäume ihrer Blätter
beraubt und viele Fenster wurden zer
schlagen. Das Unwetter erstreckte sieh
glücklicherweise nicht lehr weit. Die
Jeidiriiehte welche betroffen wurden sind
wie niedergemäht. Im ganzen iibrigen
Theil non Caming County gab es viel
Regen, jedoch ohne Hagel.
I Frau Walter Wtckersham, etwa U
Meilen von Utica wohnhaii, war am
Samstag zur Stadt gefahren um Ein
käuie zu machen, und befand sich ans
dem heimwege, als ihr Pferd plötzlich
scheute und durchbrannte, wobei sie und
ihr Kind heransgesehlendert wurden.
Ihr linkes Bein wurde iiber’m Knie ge
brochen, und ihr Körper trug an ver
i indenen Stelim icontusionen davon.
ssnberbarerweiie blieb das Kind un
versehrt.
. sehn Crook bei humboidi fand
das Telephon kürzlich während der Ue
beriihwemmnng sehr teilt-lieh Er wohnt
im öiilichen Theile des Countys and
hatte soeben ein großes Feld Weisen
mähen nnd einhocken lassen ais der Reis
gen karn. Er besiir tete Dochwasser,’
und teie honirte naeh lnßauiwbrts um
Austern t. Man gab ihm den seideih
daß die Zlnt komme, nnd er schickte eine
grose s al Leute nas, welche den
Weizen eilg ansiuden nnd in Sicher
heit brachten, so daß kein sündei ser
loren ging. Vor etwa Iier Jahren ver
lor er seinen Weizen durch Doch-passen
and diesmal hat er die rechtzeitige Ber
gnng der Ernte nur dem Telephon g
verdanken.
WWMOWOOGM
X Reise-Korrespondenz.
: spi- 3. I. ums-W z
q
WMXWW
Auf hoher Seel Seit Samstag Nach
mittag (16. Juli) sind wir auf dem
Ocean und heute isi Donnerstag Mei
ne Leser werden fragen: Jst er auch
schon seekkank gewesen? Nein, das
giebW nicht und habe ich die süns Tage
sa gut gefühlt wie es nur möglich ist, sa
wird ja wohl auch der Rest der Fahrt
ohne vie gefürchtete Krankheit zu Ende
gehen. Ich selbst sühle enlch wenigstens
sicher dagegen und wenn Einer unseres
Kleeblani sie bekommt, dann ists Os
cak Zählen der hat wenigstens zeitweise
Zufälle. Bis fehl sind nur Wenige
krank gewesen, denn das Wetter Iak
sehe günstig.
Also am S. Juli brachten wir gleich
am Morgen unser Gepöck auf’s Schiff,
wanderten dann noch etwas in Hoboken
umher, ließen zum lehten Mal noch auf
dem Lande einen Barbier seine Kunst an
uns ausüben, tranken »Einige« zum Ab
schied von Amerika, stedelten bann nach
bem Schiff über und richteten uns ein.
Da ia noch genug Zeit war, wurde noch
verschiedentlich zwischen Schiff und Land
hin- unb hergelaufen. Eben nach Mit
tag lief bas Schiff der hawburger Linie
»Kaiserin Augufte Virtoria« ein, daß
größte Schiff dieser Linie, mit welchem
auch unser Freund Sam Vetter nebst
Frau am Il. Juli seine Deutschlanbreise
aniritt, (also heute). Es war ein schö
ner Anblick, den Niesenkoloß langsam
herankommen zu sehen, sämmtliche Decks
gepfroost ooil frohe Menschen, die freu
dig ihre Taschentilcher schwenkten zur
Vegrüßung zahlreicher an Pier warten
ber Freunde. Es mag jedoch auch
Mancher dabei gewesen sein, der mit
Bangen der Dinge entgegensah, die ihn
im neuen Lande erwarteten. Die Mu
stk spielte lustige Weisen, bis der Dam
pfer am Pier lag und bald strömte die
Menscheawenge hinaus, u- stch in kur
zer Zeit zu zerstreuen.
Da flir Es Uhr die Abfahrt der Penn
sylvania festgesetzt war, dauerte es auch
nicht lange, bis die Schlepper unser
Schiff aus dein ,Pter« hinausbugstrten,
die Musikkapelle spielte »Wann i kamm,
wann i komm wann i wiederum komm-«
unb hinaus ging’s ans den großen Teich.
Es war bis bahin das schönste klare
Wetter gewesen, aber anständig heiß,
weshalb wir in den 10 Tagen unsere
bisherige Reise, gehörig schwihen muß
ten. Bei unsere Aussahrt wurde es
wolkig und wehte eine kühle Brife, die
uns aber sehr willkommen war.
dachte erst, das Wetter würde stch ändern
und schlechter werden, aber die Desorg
niß erfüllte fich nicht. Das Ietter blieb
gut, es wurde sogar ordentlich heiß, was
soweit die einzige Plage bei uns ist, b.
h· unter Deik und haben namentlich die
Passagiere in den inneren Kabiaen da
runter zu leiden, wozu auch Lamerad
perman Krüger unb Frau gehören. Jch
und Osrar haben eine schöne Außenkai
bine uub bekommen durch’s Fenster (ober
Lucke) mehr Licht und Luft; trohdem ist’s
warm. Gehörig fchwihen müssen wir
beiden Mahlzeiten, man könnte sozusa«
gen auseinanderfließeni Nach dein Essen
wtrd natürlich schleunigst nach dem Deck
retirirt zum Adkiihlem Eine frische,
an enehme Brife weht ja fiets und da
fil it man fich ordentlich gemilthlichi
Vorgefiern wurde die Leise ein wenig
stärker und gestern nach mehr, so daß ge
gen Abend einige »Skript« auf Deck
kamen und namentlich die Zwischendecker
sämmtlich auf die andere Seite des
Schiffes trieben. Der starke Wellen
schlag hatte jedoch gar keinen Einfluß
aus das Schiff. Solcher Cisenkoloß,
schwer beladen, kann ziemlich was per
tragen und wenn er ftarl schaukeln soll,
muß es schon schlimm kommen.
Es geht uns im Ganzen genommen
hier gut, eigentlich zu gut! Man wird
schrecklich faul. Essen, herumlaufen,
Essen u. s. w., wieder Essen u. s. w.
und dann Schlafen, einen Tag wie den
andern, da soll man nicht faul weiden!
Das Essen tft natürlich sehr gut und
Appetit hat man auch wie so’n Scheuni
dreschen Drei volle Mahlzeiten, dane
ben dreimal Lunch oder Kassee, Nichts
zu thun als zur Abwechslung heim Her
umlaufen ein paar Glas Bier trinken-—
da muß man ja mit Gewalt fett werden!
Unser einziges Leiden ist der Iassernians
gel, d. h. es isi Wasser genug vorhan
den, ader waer warm wie -—! Ein
Ladsal isi es, ergattert man aam Stem
ard einmal ein Stückchen Eis, um das
fsasser zu kahlen. Dieser Mangel ans
sklihlem Trinkwasser ist sehr fühlbar, daj
sich zu ause gewohnt din, recht viel und.
Igntes asser zu trinken. An andereml
jTrinkdaren ist natürlich kein Mangel.
ssm susschaak siir Kaiiite giebt’s an
Vier «Miinchener« und «Pilsnec,« to-(
siet das Glas 7 Cents (kleine Nisus
oder 30 Pfennig. Natürlich giedA
auch andere Getränke. Eine Anzahl
von uns aus der Kaiüte gehen aber tnit
Vorliebe nach dein Zwischendeck und neh
nren regelmäßig Prontenaden dahin wenn
wir durstig werden denn hier ist das
Bier erstens kühlen zweitens giedtis ein
wenig größere Gläser. Es ist zwar kein
»Münchner« oder »Pilgner,« sondern
nur ,Harndurger Lager,« aber es schmeckt
fanioi. Kostenpreis isi 5 Cents oder 20
Pseuan das Glas. Cigorren giedt’s 2
sür 5 Cents, Qualität so-so.
Unter unseren ,,Zspischendeck-Pilgern«
befindet sich nuch Jemand, den Freund
Claus Sothrnunn in Grund Island
kennen muß. Es ist der Schneider-inei
ster Win. Vrung von Valparaiso, Judi
ana, der die Sothmann’s, unseren alten
Freund Max Specht und dessen Bruder,
die ja zu Valpnraiso wohnen, gut kennt.
Er destndet sich rnit seiner Frau aus der
Reise nach Deutschland
Wir haben auch eine kleine Menagerie
an Bord, nämlich einen Elephunten,
einen Tiger und eine Anzahl seltener
SumpfoögeL Dieselben sind siir sti
gendecks Menagerie. Der Begleiter ist
ein Ungar, der Thierdändiger ist. Un
ser Schiff hat sast nus jeder Reise wilde
Thiere an Bord und brachte aus der
Hinreise einige Eisdären nach New
York.—
Oowett fuhren wir troy des schönen
Wetters eigentlich sehr langsam und von
wegen in 12 Tagen nach Hamburg kom
men gieht’g nichtal Die ersten Tage
machten wir etwa 11 Meilen per Stun
de. Gestern brachten wir’a aus 300
Meilen in 24 Stunden. Es heißt zwar
wir sollen am nächsten Dienstag (den 16.)
nach Plymouth kommen und Freitag
nach Curhaoen, ader die Mehrzahl der
Passagiere dezweiselt es. Trotzdem he
ge ich die hoffnung, daß die Reise nicht
länger als 13 Tage dauern wird. Die
sen Brief, sowie einige Postkarten werde
ich zu Plhmouth zur Post gehen und ist
er dann einige Tage srüher zu Hause als
wenn ich dis Hamburg wartete. Gaste
zwischen jedt und dahin noch etwas pas
siren, mache ich Zusätze. —
Freitag den 12. Wetter wie bisher,
ein klein wenig mehr Seegang, ein paar
mehr Kranke Gestern verzeichnete
Fahrt nur 287 Meilen. Neues giedt’g
nichts Wir erwarten, daß der Bremer
Dampser Kaiser Wilhelm ll uns heute
einholen soll, der einige Tage später nach
uns von Hodoken ahsuhr
Man weiß nicht recht, wag thun, zum
Lesen ist man zu faul, zum Kartenspie
len kommt man auch nicht viel, indem
man es drinnen zu heiß sindet und drau
ßen geh« nicht gut· Man geht umher,
seht sich wieder, unterhält sich, es wird
eins gesungen, die Kapelle spielt auf,
man geht nach dem »Sternewirth« (so
haden wir die »Quelle« im Zwischendeck
getauft) dann dimmelts wieder zum Es
sen. Flir uns in der Lten Kajüte giebt
nämlich ein Lmaligei Bimmeln mit einer
Glocke das Zeichen zur Mahlzeit —- das
erste zum Jertigmachen, das zweite zum
Antretem Für die erste Kaiilte dläst
ein Trompeter oder spielt die Kapelle;
lehtere weckt auch am Morgen die ersten
Kajliter aus dem Schlafe. —
Welcher Hanf-· doch noch stellenweise
vorhanden, daoon kann ich bier wieder
ein Beispiel anführen. Da ich ja Vriefe
und Karten schicken will, werde ich selbst
verständlich Briefrnarken brauchen und
usar ich der Meinung, solche beim Zahl
tneister bekommen zu können, erhielt auch
auf meine Frage bei unserem Ober
stetvard eine dabingebende Antwort, mit
dem Zufap, ich könne Marien auch beim
Stenard bekommen. Als ich nach dem
Zablmeifter kam und um Briesmarken
fragte, sagte mir derselbe, ich solle mich
nur an den SalonsSteward wenden, es
sei dessen Pflicht, mir Marken gu besor
gen, er selbst habe dazu keine Zeit und
sonst genug zu thun. Dabei unterhiel
ten wir uns eine ganze Weile sehr ge
tnlltlslich und er versicherte mir, daß er
nrir Marken geben würde wenn meine
Briese fertig seien und ich habe bis da
hin noch keine erhalten. Hätte er mir
nun in der Zeit nicht zehnmal Marken
geben können? Denn von ibtn müssen sie
fa doch commen, auch wenn ich sie durch
den Steward erhalte. Aber der lHerr
Zablmeisler ist zu bequem, mir direkt für
eine Mark, oder zwei Brieftnarken aus
zubtindrgen!—
Unsere von gestern Mittag 12 Uhr bis
sheute zurückgelegte Fahrt betrug 314
sMeilety das Meiste, was wir bis jetzt
san einem Tage gefahren sind.
» heute Abend ist Konzert aus Deck
gis seht bat die Kapelle immer unter
eck gespielt) Morgen Abend soll es
Tanz geben. —
Gsmftag den Is. Wetter schön und
kühl. Seit mehreren Tagen das erste
Schiff in Sicht. Es fährt nördlich von
uns ziemlich in gleicher Richtung
Walprfcheinlich ein englischer oder hollän
discher Dampfer. Vom Kaiser Wilhelm;
ll, der uns jedenfalls oorbeifubr,.haben’
wir nichts gesehen. heute Nachmittag
und gegen Abend sahen wir mehrere
Schwärme der sogenannten Schweins
fische, deren Sprünge aus dem Wasser
ebnen interessanten Anblick bieten. All
» set-eine Enttäuschung fühlten Ase, als
use Mi«tag angeschlagen wurde, daß
die in den letzten 24 Stunden zurückge
legle Fahrt nur 278 Meilen betrug
Vor dem 20fien werden wir jedenfalls
ni t in Hamburg sein
" ee Tanz heute Abend ist buchstäblich
zu Wasser geworden; ed rechnet nämlich
Inhingegen findet ein anderes, für das
Ohrrdeck der lsien sscnjlite arrangirtes
Wohlthätigkeitskanzert statt für die Jn
-naliden, Wittwen und Waisen der Ham
hier Amerika-Linn Die 2te Kajüte
ist azu eingeladen. Das ist natürlich
nur, um unseren Geldbeitrag zu bekom
men. Jch habe mein Scherflein beige
tragen, machte einen Spaziergang über
das Schiff und zog mich bereits um Es
Uhr unter Deck zurück, um in die Alappe
zu gehen, sa früh wie nach nie hier, da
ich immer bis 11 und später auf war.
Die See geht höher und das Schiff
schaukelt etwas; dabei schläft sich’g
fchsnk
Sonntag den 14. Alle sind wacklig
auf den Füßen! Nachbar-, Du bist doch
reicht betrunken? Jetzt nehmen wir einen
tüchtigen Schluck für’s Gleichgewicht!
Es weht eine prächtige, frische Brise,
ziemlich kühl. Erst sah es aus als
werde es ein schöner Tag, bald aber än
dert sich’9 und ein seiner Regen rieselt
herab. Die Wellen gehen höher.
Beim Frühstück fehlen zum ersten Male
recht Viele, auch unsere Gefährtin, Frau
Mger. Es scheint, das Wetter wird
den« ganzen Tag sa bleiben
s p ä te r. Den ganzen Tag blieben
Okle unsichtbar, indem sie krank waren.
Mel-is Mittag gurückgelegte Strecke
M wiederum 278 Meilen. Es isi sehr
kühl und regnerisch. Wir bekamen ein
lStselsihiff zu sehen.
Montag-Morgens schön, aber bald
wieder« waltig. See etwas ruhiger, so
das Idee meisten Kranken sich wieder her
augkiabbeltem Jn 24 Stunden bis
Mittag 288 Meilen gemacht. Lang
farn aber sicher! Unser Besinden ist, wie
vom ersten Tage ab, tip-tap! Das Wet
ter ist sehr kühl und feucht. Um 5 Uhr
sing die Dampspeife an, alle Minute ein
Warnungssignal zu taten, da eg Nsbel
lgab. Dies blieb mehrere Stunden so,
doch verzog sich bei Eintritt der Nacht
glücklicherweise der Nebel etwas und das
Taten hört auf. Alles freut sich, denn
der Nebel ist bekanntlich fasi die einzige
Gefahr auf der See. Morgen sollten
wir eigentlich in Plyntouth fein, aber es
wird jedenfalls Mittwoch Morgen wer
den.
Nach dem Nebel sahen wir ein Segel
schiff dicht bei uns.
Dienstag Margen.——Wieber ein Se
gelschiss in Sicht. Heute schönes Wet
ter!
Gegen Mittag nördlich van uns ein
Pettolenmdampfer in Sicht. Nach
Mittag 4 weitere Dampfer, sämmtllch
links (nörblich) non uns. Die in den
legten 24 Stunden zurückgelegte Strecke
ist 280. Morgen Mittwoch) kommen
wir jedenfalls nach s iyntauth Um 6
uhk heute ist Peitschtuß acsp, sak jeh
Lebewahl, auf Wiedersehenl
’ Williarn Elerhe k von Beatrice
wurde aw Montag das Opfer eines
»Nunaway’8,« verursacht durch ein Au
tomobil.« Seine Verlehungen wurden
zuerst für tödtlich gehalten, stellten sich
jedoch später als ungefährlich heraus.
Der Automodilsahrer war so rücksichtgs
los, sich gar nicht um das Geschehene zu
kümmern, und suhr ruhig weiter Da
dies nicht der erste derartige llnsall in
Beatrice ist, sind die Einwohner sehr
aufgebracht, und verlangen energisch die
Ausführung des Staatsgesedes gegen
silrgerniß erregendes Jahren mit Auto
mobilem
« Frau Bertha Hidey, welche meh
rere Operationen durchgemacht hatte,und
bereits auf dem Wege zur Genesung war,
starb lehthiu plötzlich in Lincoln infolge
eines Geschwürs am Gehirn. Vor
ihrem Tode erzählte sie, daß ihr Mann
und ihre Verwandten sich gar nicht mehr
uns- sie kümmerten; ihr Gatte verließ sie
nach kaum einjähriger Ehe, und ihre Ver
wandten, zu denen sie dann ging, sagten
ihr, sie müsse mehr arbeiten oder fortzie
hen. Dann zog sie von St. Joseph,
Mo , fort und kam zu Lincelm wo sie
seitdem bei Frau Eckleg an 1801 P Str.
wohnte. Sie ordnete an daß ihr Kör
per einenr Kolleg zu wissenschaftlichen
Zwecken überwiesen werden solle· Leh
teres wird auch geschehen, falls die Be
lhörde nicht non ihren Verwandten hört.
C A s P o K I Js- -
29 Zone, Use Irr lmmsrcalauil lisll
.
...... . ..08..... . . II
Mil- Ø W MØ H . z.
Ränmnngsvertanf.
Zweitheilige
Herren-Anzüge
für Sommergebranch
zu einer Reduk
tion von
25 Prozent
der Preise
zu Beginn dieser
Saifon
M. . Mk «
Alle Waaren frisch
und preiswürdig.
Theodor Jessem Eigenth.
Striliee in Deutschland
Mo m scheitern-It- ssiksans m
seht der sethetuitew
Laut einer Statistik der Arbeits
tiirnpfe des verflossenen Jahres in
Deutschland ist die Striteziffer gegen
das Vorfahr wiederum start gestiegen.
Während das Jahr 1905 2403 in sei
nem Verlauf beendete Streits auf
weist, zählte man im Jahre 1906
3328. Anderseits ist jedoch die Zahl
der betheiligten Arbeiter gegenüber
dem Vorjahr erheblich geringer. Sie
betrug IM: 408,145, 1906: 272,218
Personen. Besonders die Zahl der
kontraltbriirhigen Arbeiter hat abge
nommen. Sie betrug 88,403, gegen
über 261,698 irn Vorjahre. Gezwuns
gen feierten 24,433 Arbeiter (1905:
12,015). Die Zahl der betroffenen
Betriebe betrug 16,246 (14,481), von
denen 5068 (3665) zum völligen Still
stand gebracht wurden. Die Forderun
gen betrafen in weitaus den meisten
Fällen die Erhöhun des Arbeitsloh
nes, an zweiter Ste e die Verkürzung
der Arbeitszeit Wiederanstellung ent-I
lassener Arbeiter bildete in 512 (831)«
Fällen den Streitgrund, Entlassungl
bezw. Nichtanstellung von Arbeitern in
166 (105) Fällen, Freigabe des 1.
Mai in 54 (18) Fällen, Vornahme ge
sundheitlicher Verbesserungen in 116
(82) Fällen, Anerkennung des Arbei
terausschusses in 202 (170) Fällen,
Einführung, Aufrechterhaltung, Abän
derung von Lohntarifen in 855 (356)
Fällen Die Streitenden Hatten vollen
Erfolg in 613 (528) Fällen, theilwei
sen Erfolg in 1498 (971) Fällen, tei
nen Erfolg in 1217 (904) Fällen.
Weitaus am meisten an der Streit
bewegung betheiligt war im Jahre
1906 das Baugewerbe. Es fanden
statt 1079 im Jahre 1906 beendete
Streits mit 79,076 streitenden Perso
nen (865 bezw. 59,893), dann folgt die
Jndustrie der Holzstosfe, dann kommen
die Metallverarbeitung, die Industrie
der Steine und Erden, Handelsge
toerbe, Textilindustrie Auch die Zahl
der Aussperrungen ist gestiegen, with
rend ebenso wie bei den Streits die»
Zahlt-der betheiligten Personen gesun
en t.
Jm Jahre 1906 beendete Aussper
rungen wurden gezählt 298 (254).
Von ihnen wurden 2780 (3859) Be
triebe betroffen und 545 (884) dersel
ben völlig stillgelegt. Ausgesperrt wur
den irn ganzen 77,109 (118,665) Per
sonen, und zwar 76,902 (116,428)
ohne, 207 (2237) mit Verletzung des
Arbeitsvertrages. Die Forderungen
der Arbeitgeber betrafen 81mal (30)
den Arbeitslohn, 34mal (17) die At
beitszeit, 46mal (22) Austritt aus der
Organisation, 179mal (193) Beendi
ung eines ausgebrochenen Streits.
ie Aussperrungen hatten in 87 (65)
Fällen vollen, in 174 (147) Fällen
theilweisen und in 86 (42) Fällen kei
nen Erfolg.
Deutsche Singvögel in
D r e g o n. Um die Arten der Sing
vögel auf unserem Kontinent zu ver
mehren, hat sich in Portland, Ore., ein
Verein zur Einführung deutscher
Singvögel organisirt· Jm Frühjahr
1906 ließ der Verein 15 Paar
Schwarzblättchen, 40 Paar Nachtigal
len, 35 Paar Schwarzamseln, 30
Paar Singdrosseln, 40 Paar Staare,
45 Paar Tistelsinten, .’-16 Paar Zeifige,
32 Paar Hänflinge, 50 Paar Lerchen,
15 Paar Tomyfaffem 12 Paar Grün
finken, 10 Paar Goldammern, 5
Paar Grasmiictem 5 Paar Bergfin
ten, 5 Paar Wachteln und 20 Paar
Kreuzschnäbel kommen. Mit Aus
nahme der Nachtigallen, die beinahe
sämmtlich eingingen, gelangten fast
alle Thiere wohlerhalten iiber Ozean
und Kontinent nach Oregon; sie wur
den nach Ankunft in Portland ausge
stellt und dann im dortigen Stadt
Part freigelassen. Sie blieben an die
ser passenden Stätte nur einen Som
mer, um sich dann weit und breit iiber
das Land zu zerstreuen.
Ein achtjähriges Mäd
ch e n, Evelyn Chandler in Roman,
Me., soll eine merkwürdike Macht über
Reptilien besitzen. Es st eine gebo
rene Schlangenbiindigerin und geht
mit den giftigsten Schlangen um« all
wären sie die harmlosesten Thierchen
der, Welt.- -