Nebraska Staats-Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1901-1918, August 10, 1906, Image 4

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    Ists verloren l
l
Die Depositsren der ver
trinket Chicagoec Beut
Kaisirer veTIustet
M ihm sollen zwischen 8900,000
nd einer Million verschwunden
’ jseit-. — Auch Pnnlc -. Stenös
lind, der Präsident der Bank nnd
vertan-me Führer nnter den
Gknndinnvieren Chieago’s, kann
nicht gefunden werden, obwohl
sen seinen Familienangehörigen
behauptet wird, dass er in St
Paul ist. — Die genauen Einzel
heiten über den finanziellen Stand
des Geldistitnts sind vorläufig
noch nicht bekannt, doch für die
Depofmren sieht es schlimm ans.
Ehicago, 7. August Präsident
yaul O. Stensland, der Präsident
der gestern verkrachten Milwautee
Ade. State Bank, wird, wenn er nach
Ehicago zurückkehrt, verhaftet werden
weil er nach dem Dafürhalten des
Mkprüfers Jones sicher darum ge
wußt haben muß, daß die Bank von
dein Kassirer Hering geplündert wor
den war. Für die 22.000 Deposrto
ren sieht es sehr schlimm aus; sie
werden von ihrem sauer ersparten
Gelde nur sehr wenig, vielleicht nichts
zurück erhalten Geheimpolizisten ge
hen sich jetzt jede erdenkliche Mühe,
den verschwundenen Kassiter Henry
W. Hering zu finden. Detettiv Can
npn, dem der für Hering auggestellte
Verhaftsb ehl überwiesen worden ist,
hat in Er ahrung gebracht. daß He
ring am leyten Samstag in Detroit
war und am Abend wahrscheinlich
nach Canada gegangen ist. Auch
heute war die Bank von Hunderten
von Depositoren belagert, die trotz
des herniederrieselnden Regens aus
ihren Posten ausharrtem obwohl
ihnen mitgetheilt wurde, daß sie vor
läufig lein Geld erhalten können.
Chicago, 7. August. Der bereitsi
gestern gemeldete Krach der stets fiir
absolut sicher gehaltenen Miltoautee
Ave. State Bank dürfte noch ein.
vielleicht mehrere interessante Nach-·
spiele in dem Crirninalgericht haben;j
denn der Kassirer der Bank, Henryl
W. Herring, ist verschwunden, und
nrit ihm werden zwischen sM,00·Z)
nnd einer Million von den der Bank
gehörenden Geldern vermißt, und
auch Paul O. Stensland, der Präsi
dent des verkrachten FinanzinstitutL
weilt zur Zeit fern von Chicago.
Gestern Nachmittag wurde der Polizei
gemeldet, daß noch zwei andere Be
amte der Bank nicht gefunden wer
den können. Es scheint, als ob in
der Geschäftsführung des Instituts
eine an’s Unglaubliche grenzende, fast
derbrecherische Lodderei herrschte. Die
set ist um so auffälliger, weil Paul
O. Stett-stand einer der anerkannten
Zährer unter seinen standinavischen
andsleuten der Nordwestseite« frühe
res Mitglied des Schulraths und ein
stiger Inhaber anderer Politischer
Ehreniimter der Stadt, als Ehren
mann galt, dem Jeder ohne Bedenken
den letzten Cent seiner Ersparnisse
anvertraute. Zwei hochtragische To
desfälle hatte der Banttrach gestern
Er zur Folge. J. G. Bissen ein
amter der Royal League, der die
von ihm collettirten Logengelder in
der vertrachten Bank dedonirt hatte,
wurde bei der Nachricht von dein Ban
kerott vorn Schlage gerührt und blieb
ans der Stelle todt, und der Colonial
waren - Händler Hean Koepke, der
ein ganzes Vermögen einbüßte und
ch durch den Bankeroit geschäftlich
ruinirt sah, machte seinem Leben
durch einen Schuß ein Ende. Die
Thatsache, daß in der Bank etwas
faul sei, war den Beamten erst lenten
« Samstag bekannt, als aus St. Paul
ein Schreiben des Präsidenten Paul
c. Stensland an seinen Sohn, den’
site - Präsidenten der Bank Theo
dore Stentlanky eintraf und in dem
ans verschiedene Transattionen auf
-mksam gemacht wurde, die eine Re
W der Bücher und die gestern er
- gisie Inkändigung des Staats
·« i C C Jenes, daß die
Ost-It bit aus weiteres geschlossen
Weisen wird, sur Folge hatte. Ge
deu verschwundenen Kassirer
W. herritt-g ist wegen Unter
einBerhastsbefehl ausge
vordern
Ulö Sechs-tönet
Esset der Sohn des verstorbenen Ge
nerals ScofieQ
Sau Francisco, 7. August Majot
B. Scofield, Zahlmeister in der regu
lären Bundeiatmee und Sohn des
verstorbenen Generalleuinants Sco
Elly machte gestern Nachmittag ans
kzweifln darüber, daß er heg
mgtlos et rankt war und kn- Gefa t
MER, feiner Familie m Last zu
Men, iuem Leben dar einen Re
s vix-as ein Ende. Der Verstorbe
ne M feinen Kameraden e
säg- medd Wes festen gäb-ein
me net i
jeger M W Vertraue- FU
rJdealer Führer.
Demokraten Jan-as singe
das Lob Bkyan’s.
fTribat des Landes.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß
sitt der für Wai. Jenseit-gis Brut-r
in New York geplante Empfang bei
nahe zu einer nationalen Feier ge
stalten wird. —- Ares allen Theilen
des Landes treffen Anmeldna en zur
Betheiligten-g ein.-—W. D. mil
tou, der tesporire Bersiyer der de
mokratischen Staatsrat-rentiert via
Iowa macht auf die Pflichten ameri
kanischer Bürger aufmerksam und
sagt, daß Bryan der einzige Führer
ist,dem die Demokraten vertrauen
können.
Materlem Iowa, 7. August. Heute
Mittag wurde hier die demokratische
Staatsconoention eröffnet, die nach
der von den Parteiiiibrern gestern
Abend ausgearbeiteten Piatform die
Rominaiion Wm. J. Brhan’g zum
Präsidentschaftscandidaten im Jahre
1908 einstimmig befürworten wird.
In seiner Rede, die der temporäre
Borsttende D. W. Hamilton heute
bei Uebernahrne seines Amtes hielt,
sagte er, daß es heute mehr als je die
Pflicht eines jeden Bürgers der Ber
einigten Staaten sei, seinem Patria
tiimuz Ausdruck zu verleihen, jenem
Patriotismus, der nur das Wohler
gehen des Landes im Auge hat Der
Redner gin dann auf die Ereignisse
in der Ge chickzte unseres Landes
während der lehten zehn Jahre über,
hob hervor, daß heute mehr als je
zuvor Bestechung und Corruption
jeder Art im Schwange seien und
daß sich heute jedem denkenden Bür
ger die Frage aufdränge, wie diesem
Uebelstande abzuhelfen sei. Die Con
trolle iiber die Regierungsangelegen
heiten sei dem Volk vollständig ent
zogen und es müsse mit allen Kräf
ten daraus hingearbeiiet werden, daß
das Volk sie wieder ausübe. »Und
um dieses thun zu tönnen," fuhr der
Redner wörtlich fort, »brauchen wir
einen ehrlichen, iähigen und uner
schrockenen Führer, einen Mann wie
Werk J. Bryan frauschender Beifall-,
der in jeder Beziehung ein idealer
Amerilaner genannt werden kann.
Die Zeit ist gekommen, wo ein
Kampf auf Leben und Tod zwischen
dem Volk auf der einen Seite und
den Rockefellers, Morganå und ihren
Genossen auf der anderen Seite ge
führt werden muß, um zu entschieden,
wer in nationalen Angelegenheiten
die Controlle ausüben foll.
New York, 7. August. Wenn Wm.
J. Bryan Ende dieses Monats von
seiner Weitreife zurück kehrt, wird
ihm, wenn das Wetter keine Ein
svrache gegen die Ausführung des
Programms erhebt, ein Empfang zu
Theil werden« wie er in seiner Groß
artigteit kaum jemals zuvor einem
privaten Bürger bereitet worden ist.
Seitenz des Arrangements - Comites
wird erklärt, daß bei dieser Gelegen
heit mehr Fremde in der Stadt New
York sein werden, als jemals seit der
Washington - Jahrhundertieier iin
Jahre 1889. Aus allen Staaten der
Union haben sie sich angemeldet, von
Maine bis Texas, und die New Yor
ier Hotels werden bis zu ihrer höch
sten Fasfungstraft in Anspruch ge
nommen werden. Eine Delegation
von mehreren Hundert Mitgliedern
wird aus Bryan’5 Heimatbgstaat, Ne
braska, erwartet Seitena der Stadt
New York wird Behan’s Anwesenheit
in aller Form anerkannt werden, in
dem der fungirende Mahor ENer
wan zu den Mitgliedern des Ein
pfangs - Eomite gehört und sich in
einer Equipage mit Gouverneur Fett
von Missouri befinden wird. Stadtt
fehe Beamte und TammanhsPolititer
werden sich auf den Tribiinen bei
Gelegenheit des Redeattus im Modi
son Square Sarden befinden. Tho
mas F. Smith, Seiretiir von Tarn
rnany set-L wird die aus Anlaß der
Deinen ation eingelaufenen Mita
wunschsehreiben ver en. Eine Menge
ÆMWJ R »p- ikä Miit
I M c -
Essen onllehteiten im Rande
her chickt worden.
Drei Reger getaucht
Sollen eine ganze Familie grausam
etmotdek habe-.
Charlmte, N. C» 7. August. Etwa
drettausend bewaffnete Männer dran
gen gestern Abend um etwa 11 Uhr in
Salisbury, N. C» in das Roswan
Cvuntygefängniß, hosten von dort
fechs Farbige, die am IZ. Juli in
Beean Junction die Mitglieder der
Lyxxly - Familie ennovdet haben sol
len, heraus und machten Drei dersel
ben, indem sie sie an einem in der
Nähe Wfängnisses stehenden Baum
aufknüpften und dann Ue Leichen mit
Kugeln durchlöcherten Die anderen
Drei: Henrn Lee- Georg- Etwin und
Decke Dillinqum wurden von Beam
ten nach dem Cmntygefängniß in
Meereskon acht. Um die Lynches
kkj zu « , hatte der Bürgermei
ee Ue Lokalmsiliz einberufen, die fe
dm Mit-enden VsllWen ge
WI entrichten l e.
—
vie Juden m snußcqaof
l Ohre Unzahl, Beruf-scientqu nnd
itzt-let Verhältnisse.
see-hetan des Inve- ts stslaukssesv «
lese Verwesens-»Die Zaum-Ue- Ie
tesksasesssssudmss —- sind-eiser
Oaiedelsentdende im sann-stehe.
Einem Berichte, den das Berliner»
«Bureau für Statistik der Juden über
! die sozialen Verhältnisse der Juden in’
kRußland veröffentlicht, entnehmen wir
! das Folgende: ;
, Das russische Reich zählte bei der:
Boltszählung im Jahre 1897 125,-!
500,000 Einwohner-. Davon warens
I5,250,000 Juden. Auf das extra-;
zpäische Rußland lamen B,790,000,(l
Haus Polen 1,821.000, den Kaukasusi
; 57,000, Sibtrien 35,000 und aus Mit
Htelasien 14,000 uden· Da seit der;
JVoltszählung 9 ahre verflossen sindJ
Hso ist mit Bestimmtheit anzunehmen,
daß heute erheblich mehr Juden in
Rußland leben als im Jahre 1897.
iTenn so beträchtlich an sich die Zahl
: der Juden ist, die alljährlich Russland
verläßt, um in anderen Ländern einen
Jneuen Wohnsitz zu begründen, so wer
den die Lüsten durch die natürliche
.Bermehruna mehr wie ausgefüllt
k Was zunächst die Auswanderung
anlangt, so nahm diese erst seit dem
fahre 1881 den Charakter einer Mas
enhewegung an. Neben den Jana
tieto«’schen Gesetzen war es eine im sel
ben Jahre stattgefundene Judenverfok
gnug, welche ganz plöglich die bis da
hin ziemlich stabile jüdische Bevölke
rung tn Bewegung brachte. Die Aug
wanderung wandte sich hauptsächlich
nach den Ver. Staaten. Vom l. Juli
1904 bis 80. Juni 1905 wanderten
daselbst 92,000 russiiche Juden ein, die
sich dern Beruf nach hauptsächlich aus
ndwertern (Schneider, Tischter.
chuhmacher) nebst Angehörigen zu
sammensetzten Die Gesammtzahl der
jiidischen Augwanderer aus Rußland
sett dein Jahre 1880 hat man auf
1,250,000 berechnet. ' Wie die Jana
ttew’schen Gesetze vom Jahre 1881 die
Freiziigi keit der Juden dadurch, be
schränkt tten, daß sie ihnen den Fort
giåä aus dein Ansiedlungsrahon nach
übrigen Rußland untersagten, so
brachten sie für das eigentliche Nuß
land, außer Polen, noch die weitere
Beschränkung, daß den Juden der
Fortzug von der Stadt auf das Land
verboten wurde. Es ist kenreiflich, daß
hierdurch die Städte Liberiüllt wurden
und eine Nothlage der Juden eintreten
mußte, da eine gleichmäßiger-e Verthei
lung eben ausgeschlossen war. Die
natürliche Vermehrung der jüdischen
Bevölkerung irn europäischen Rußland
ist im Gegensah zu den Juden in den
westeuropäischen Ländern recht he
trächtlich. Denn die Geburtszisser ist
ziemlich hoch, die Sterbezisser niedrig
sodaß sich ein bedeutender Geburtens
überschuß ergibt.
Tic BLLMLOIULOUURQ dkk kuiilschcil
Juden trseicht von derjenigen in West
europa wesentlich ak-. GE bannt dies
naturgemäß mit der Verschiedenheit
der mtrthschaftlichen Verhältnisse Nuß
landg und der id«"estettrov«cii5chen Län
der zusammen Nußland ist vorwie
qend ein Aderbctustaat« und seine Jn
dustrie ist Vorwiegend Aleinindustrie
und HandwerL Jn einem Punkt stei
lich stimmt die Berustzgliederung der
srussischen Juden rnit derjenigen der
Juden aller anderen Länder überein,
nämlich darin, das-, der Handel unter
ihnen weitaus am stärksten vertreten ist.
Mehr ais 42 Prozent der judiichen Be
vötterung in Russland iirn Deutschen
Reiche 55 Prozent) suchen ihren Er
Iers-erl) irn Handel und Verkehr. Der
Industrie gehören in Rußland 35 Pro
zent der judischen Bevölkerung an, irn
l Teutschen Reich nur 19 Prozent. Jn
zder Industrie überragt alle anderen
« spweige an Bedeutung das Beklei
ungksach, in dem 254,000 Juden
(208,000 Männer und 52,000 Frauen)
erwerbsthätig sind. Einschließlich der
s Angehörigen beträgt die Zahl der aus
s der Bekleidun sindustrie ihren Erwerb
lziehenden Ju n 782,000. Zu dem
sBerusIzweige zählen, neben den hand
swertsmiißigen Schneidern, auch die
Schuhmacher, utrnacher und Mo
distinnen. Die chneiderei ist irn An
siedlungsrayon so gut wie ausschließ
lich in «üdischen händem insbesondere
soweit ie Anfertigung von Männer
kleidung in Betracht kommt. Aber auch
das Schuhmacherhandtoerk kann als
ein vorwiegend jüdis I Handwerk be
zeichnet werden. Au rdetn liefert-wie
russischen den noch handwerter der
verschieden en Art, insbesondere Mau
rer, Zimmerleute, Glaser, Schlossa,
« Klempner und Tischler. Nur 8.2 Pro
ent der ·iidischen Bevölkerung in
ußland den ihren Erwerb in der
Landwirtbsehaft. Kein anderer Volls
stannn in Rußland weist eine so ge
ringe Betheiligung an der Landes-trib
schsst stif
feotportage guter volks
»—b.s» er. Der Centralausschub der
« sit-M- ikk WITH THE
ekiu M « r Ante o
Weg-reiten Wes-re
Aussage MAX-nun MW
Der Name Seit tot-sit
.spude«sseo.«mitmin
des .teoaenen« Eber-o be
IT
Ei
I— , H
W de- W -
see sovieles-: Mwr.siåues da tast
Bornbao ist bekanntlich weit weniger
eine Stadt der Vindu alt die eigent
liche Stadt der Parsen .(Feueranbeter),
die allerdin D auch Inder sind und vor
mehreren åenerationen aus Persien
einwanderten. Diese Parsen bilden
nicht nur die geistige Auswahl unter
den Eingeborenen Jndient. sondern
sind auch materiell die am besten vom
Schicksal bedachtem
Sie haben in Bomban den berühm
ten Thurm des Schweigens erbaut, der
die größte Sehenswiirdigleit der Stadt
bildet und troy seiner schauerlickzeen
Mystit von leinem Reisenden o r
Touriften unberüetsichtigtgelassen wird.
Dieser Thurm liegt draußen, nicht weit
vom Meere entfernt, und ist die Be
gräbnißstätte aller Parsen. Die Reli
gion der Parsen verbietet es, die Tod
ten zu begraben oder zu verbrennen.
Der Thurm des Schweigens ist ein
steinernes Gebäude, das gleichsam auf
einer Plattform drei riesengroße
Trichter trägt. Tie Mündung dieser
Trichter geht durch das Gebäude durch
und weiter unterirdisch bis an eine
Wasserspiilung, die unmittelbar zum
Meere führt. Die Todten werden in
ein Leintuch gehüllt und von ihren An
gehörigenund von einer großenTrauer
versammlung nach dem Thurm ge
bracht, wo Wärtet den Leichnam in
Empfang nehmen und in einen der drei
Riesentrichter legen, die stufenweise
aufgebaut find und von denen der eine
sLir die Leichen von Männern, der an
dere fiir die von Frauen, der dritte für
die von Kindern bestimmt ist· Tie
Wärter ziehen sich dann zurück und
verharren unten rnit der Trauervers
sammlung in Schweigen, bis diese nach
etwa zwei Stunden nach Hause acht.
Kaum aber haben sich die Wärter
vom Leichnam entfernt, so erscheinen
dunkle Punkte am Himmel, die sich in
wenigen Setunden verzehn- und ver
hundertfachen — die Aasgeierl Zu
Tausenden hausen sie in den benach
barten Palmenwiildern, und man tritt
ihnen in teiner Weise zu nahe; denn
sie haben ja täglich die Arbeit von Tod
tengriibcrn zu versehen. Man nimmt
an, daß die Aaögeier jeden Leichnam
in höchstens 20 bis 40 Minuten bis
aus die blank polirten Knochen verzehrt
haben, und zwar lassen sie diese nicht
als Gerippe zurück, sondern zerreißen
die Gelenke so volltommen, daß die eins
zelnen Knochen durch die Trichteriiss
nung hinuntersallen und so in«s Meer
gespiilt werden. Kein menschliche-J
Auge hat den Vorgang se gesehen, und
die Wärter dürfen erst nach dem Ab
lauf von zwei Stunden zur Trichters
össnung hinaussteigen. Fast durchweg
finden sie dort nichts mehr vor, und
nur selten ist ein Knochen an der Trick-«
terwand liegen geblieben, den ste dann
hinunterstoßen in die unergriindliche
Tiefe.
Für jeden Europäer ist der Thurm
eine Stätte des Grauens und der un
heimlichsten Mystik, ebenso wie es den
Parsen die christlichen Friedhöse sind.
n den letzten zehn Jahren ist ein
gro er Theil der Bomhaher Parsen
nach Kaltutta und anderen Orten über
gesiedelt. und es hat sich das Bedürfniß
gezeigt, auch in Kaltutta, der hindu
Stadt, einen Thurm des Schweigens
siir die Parsen zu errichten. Der heu
tige Thurm in Kallutta entspricht in
keiner Weise den hhgienischen Vor
schristen und verstößt auch gegen die
religiösen Gedräuche der Parsen. Es
kam vor, das die Leichen hier bis zu
24 Stunden liegen blieben, ehe sie von
den Geiern verzehrt wurden. weil diese
zu weit ab in den Bäumen horsten. Die
reichen Parsen haben daher unter sich
eine Sammlung zur Erbauung eines
würdigen Todtenthurms veranstaltet,
und die Gaben sind alsbald so zahlreich
eingeflossen, dasz man seht daran ist,
einen Thurm zu bauen, der aus einem
palastartigen Untergrund ruht, und der
in jeder Weise ehensowohl den Ansprü
chen der Hygiene wie denen der Reli
gion entsprechen wird.
Der Rasse Tät-virus.
Das Wort Tätowiren hat seinen Ur
sprung von der Art und Weise der Her
keellung dieses »Körperschrnucks« bei
n Südseeansulanem
Als Farbe benühen diese Jnsulaner
den unter einem flachen Steine aufge
fangenen Qualm der Tui Tut oder
Lichtnuß, was der Zeichnung eine
schöne blaue Farbe gibt, und zu Jn
sirumenien haben sie kleine, mit Kno
chen und aifischziihnen bewaffnete
Werkzeuge, in ihrer Gestalt den
Gartentechen ähneln und etwa Bd bis 4
Zoll lang sind. Diese Instrumente ha
n je einen bis zwölx Zähne, je nach
dem die Jnsulanet ie Striche lang
brauchen, und jeder Zahn läßt in der
han einen Punkt zurück. Beim Täte
tviren seyen sie die Zahne auf die Haut,
halten den Stiel mit der linien hand,
während Zeigesinger und Daumen die
zerha Band das nsttmneni lenken und
chlagen dabei ortmä rend mit einem
kleinen Stsachen lei ten halzes auf
den Stiel, wodurch e die Zähne in die
Daui einireiben ieses usschlagerk
dem Takt nach gewöhnlich in Triolen,
dci na seinem Geräusch tat tat tat-—
tai iai i, der ganzen Behandlung den
Namen Tätawiren gegeben.
Unter der Menge-len
ke l i e versteht man die senkrechte,
Thrfäwndtiie verdeetende baut
lie iä inneren Augenwiniei dee
st- Wu.
siedet-erster me im me sen-n
tms—sooseabted konisch-Im
Der Süden Europas, die Sabini
schen Bot-herge, die tostanischen Thä
ler, besonders aber der Küstenstrich der
Ponente zwischen Genua und Eannes,
sind die Deimath des Olivendaumes.
Schon der Baum an sich ist des »Be
sehens« werth. Aus zertheilten Wur
zeln wuchert der tnorrige Stamm em
por, um sich schon in geringer Höhe in
eine breite, astreiche Krone auszubed
nen. Ost scheint der Stamm in meh
rere Stämme zerthetlt, ost ragt er säu
lenartig empor, manchmal verdickt er
si in topsiihnlichen Auswtichsen zu
er blichem Umfang.
Jm Frühjahr bemertt der Beobach
ter, daß in dem Silberlaube, das den
Winter über-dauert hat, sich neues Le
ben, neues Wachsthum meldet. Bald
kbrechen die Blüthen hervor, die sich in
s deß nur eines kurzen Daseins erfreuen;
san Stelle der Blume tritt die Frucht
in Gestalt eines winzigen grünen
Knöpfchens. Nun bedarf es der Sonne
des Südens, um die Olive wachsen zu
lassen. Wehe, wenn starte Regengüsse,
wenn heftige Stürme die Anfänge der
Fruchtbildung zerstören. Aber nur in
seltenen Fällen gelingt es den Unbilden
der Witterung. in dieser Zeit jede Hoff
nung aus Ernte zu zerstören. Mag der
Boden unter dem Baum auch bedeckt
sein von den kleinen grasgrünen Kü
gelchen, immer noch trägt dieser genug
Früchte in seinem blendenden Laub
wert versteckt.
Von Monat zu Monat vergrößert
sich die Beete. Schon im Frühherbst
hat sie ihre natürliche Größe erreicht,
aber erst gegen Ende Oktober beginnt
ldie Zeit der völli en Reife. die der
I rucht eine röthlichgraune bis schwarze
rbe gibt. Jrn November ist die
Qlive in guten Jahren soweit, daß mit
xder Ernte begonnen werden kann. Die
Feingeheimsten Früchte wandern nach
sden Olivenrniihlen, wo schwere eiserne
EMörser sie zu Brei zerstampsen, der
ifoktwshkkud mit heißem Wasser auf
igegossen wird. Die so entstandene
IMasse wird nun in bastgeslochtene
Ikiugfizkmige Schräuche ·gefiim,· die
jRinge werden aufeinandergelegt und
sägt-wiegen sich unter dem Druck einer
J resse immer enger aneinander, so daß
; aus dem Flechtwerl trüber rother Saft
«quillt, der sorgsam in ein großes Fajz
» eleitet wird. Wiederum begießt man
o so ausgeauetschte Mart der Frucht
mit tochendem Wasser, um auch das
letzte Tröpflein des duntlen Blutes der
Olive auszupressem
« Jn großen Biitten dampft nun die
undurchsichtige Brühe. Je mehr sie et-.
tattet, desto mehr zeigen sich spiegelnde
Fettaugen auf der Oberfläche- Behuts
»sam streift man mit flachen Schopf-»
» löfteln darüber und nimmt so das erste
iOel aus dem Saft der Olive. Aber
Znoch ist das Lel nicht ;1e;sra;.:chg- oder
Jverfandtsäliia. Erst rrird re in ein
I weites, offenes Faß gef;jll:. Takte ver-.
igehern Tag reinire Lel steigt zur
’Ohersläche. das mit Fremdtörpern vers
i sente fällt auf den Toben. Wieder be
ginnt man abzuichöpferr
Nun ergeben sich die verschiedenen
Qualitäten Das oberste Oel ist das
beste. Das unterise ist triib und
fchmierig Es wird nicht mehr als
Speiseöt verwendet. Trotzdem besitzt
es einen gewissen Werth, da es natür
lich für gewerbliche Zwecke gut ver
wendbar ist. Ja, selbst das ausge
vreszte Matt ist noch nicht unbrauch
bar. Es ist ein vorzügliches Feue
rungsrrrateriaLW
än mittleren Olivengegenden, wie
. . in der römischen Provinz, rek
zinst sich der Oelbaum mit 20 v. H.
bei einer schlechteren Ernte; mit 40,
ja sogar mit 50 v. h» wenn das Jahr
ein besonders glückliches gewesen ist.
J- den states-.
Ein junger japanischer Edelmann
Namens Yamada Notuma, welcher
Selbstmord beging, indem er sich in
den Kraier des Aso-Vullans stürzte,
hinterließ folgenden merkwürdigen
Brief« der am Rande des Abgrunds in
seinem Notizbuch aufgefunden wurde:
»Der ftärlste Wille ist der, der sich
ruhig dem Tode überliefert, welcher die
Menschen sonst schon schaudern macht,
wenn fie nur davon hören. Die mei
en Leute find Feiglinge, die sich vor
rn Tode entsesen, mögen auch ihre
Verhältnisse noch so verwirrt fein. Die
Gesellschaft ist nur ein Schlachtfeld von
Sorgen und Leiden, und ihr ganzes
Leben hindurch sind die Menschen,
leich hungrigen Dämonen, von mar
ndem Zweifel genährt. Ach, wie
gering und jämmerlich ist solch ein
enschenledenl
«Die hohen Bergfxiszen ragen in den
himmel, der weite zean breitet seine
unendliche Bläue aus, aber das Men
schenleben ist wie der Thau des Mor
ens, wie das Auszucken des Blitzes
s wächst nur auf, um zu verge n;
es dliiht empor, um lzu welken. Alles
Itdische isi in Dunle heii versenkt, und
niemand weiß, wonach er blicken soll.
Sude und Giite sind wie die jäh ver
chwindenden Gefühle eines Irrtums
rn soll man sich mit endlosen pei
ni enden Gedanken auälen2 Warum
so der Mensch weiterwandern in den
Abgriinden der deschmutzenden Sünde?
Jst es nicht die gesegneiste Beendigung
menschlichen Lebens, einzugehen in das
Innere der Erde, am Busen der rei
nen Natur zu ruhen und fiir immer
den Staub des Daseins zu verlassen?
Und weil ich so denke« gehe ich in den
Schlund des MwKraiersP
l
—
I nvauuoskos vom-man .
sen-me im.
- saht sindet biet etliche recht alle-aktive It
ku anstaien die Euch interessieen werden
l Its sit-sit und zurück-Sehr nie
drig-weniger wie balde Reiten für die Mund
Tteilr. 4. bis 6. August nnd11. bis is. sug.
; Reichllche Gültigkeitsdaiiee.
I sich seh vgl-II und Canada ts
Täglich niednge Rundeeifetaken nach Cana
xda und am S. und N. Ang. nach Neu Eng
:land Meloe-en.
l I. U. I. Osten nach Minneapolia u.
;St. Paul:-—11. bis 13. Aug. Weit weniger
; wie halber Fahtpkeis.
l steh sent Inmitt- nnd Los Inge
les nnd zukiick:-—Nuk I50 00, direkte Reine
und Pudel Iowa-Rückkehr via Note-seen
Paeisic « Burlinawn Linie via Biman
Alle die Gehen-würdigkeiten in dieser Rate
und Rente. läalich B. bis Ist. September,
gut für Rückler bis Isl. Oktober.
Demut-, toter-Ida Spreu-i und
Juchlm—sür die Viles Peak Feier, Hin
ia itspteis fiit die Rund-eise. Maximum
il vom Missouri-Fluß, lis. bis 22. Sem.
Hebamme-· - Cyrus-neuem —- On
inals jeden Monat, je nach der in bekeisens
den Gegend. Fragt Euren Ageniem Schreibt
an D. (5lein kein-eh Agi. Burlingtons
Tonieseeleij Information Niveau 1004
, atnam St» Lmalim sichert Euch gleich zu
Anfang eine Section des Kinkaid Landes
Taiiiende von Ackem Landes werden jeyi ge
räumt nnd wir lind denjenigen behülilich
die sich dort ansiedeln wollen.
Desgleichen niedii e Rate-i nach öiilichen
Reif-mein oftmalige .)eiiniiichei.(-.·rcnksionen,
in der That veriiibretiiche lsiseiiiiionskaien
nach allen Richtungen während drin ganzen
Sommer
Besalbei Mich iisit dem nächsten Butlings
lon ngentem
Thos. Konnt-L
illgent G. V. G L» Bahn.
L. TI. W aleley, G. P. A» Lmaha
Häringe im Flordonsresiianals
Its Its-Me- u- seeltsen tu die sof
sersecse us- Ite Mich-.
Aus Mel, Schleswig - holsteiw
schreibt man:
Mit der Eröffnung der beiden
Schleusen des Kaiser Wilhelm-Lands
(Nordostsee-Kanals) bei Holtenau und
Brnnsbiittel im Mai 1895 begann ein
allmäliges Eindringen des Salzwassers
tn den Kanal von der Ostsee her. Das
konnte aber nnr langsam vor sich gehen,
da der Kanal von der Eider, mit deren
mittlerem Laus er zusammensällt, und
den damit ver undenen Seen eine er
hebliche Zufu r an Süßwasser erhält.
Die Kanalverwaltung begünstigte die
sen Wasserauötausch durch Ossenlassen
der Brunsbiitteler Schleuse während
der Ebbe, denn sre wünschte, das Ra
nalwasser möglichst salzig zu machen,
um ein Zustieren während des Win
ters zu erschweren und den Kanal der
Schiffsahrt möglichst lange ossen zu
erhalten· Das gelang nun schon im
ersten Jahre; der Salzgehalt betrug an
der Holtenauer Schleuse schon 1896
14.4 pro Mille, während er bis zur
Brunsbiitteler Schleuse allmälig bis
aus 4.7 pro Mille herabsani.
Mit dem Vordringen des Salzwass
sers hielten auch die Meeresthiere ihren
Einzng in den Kanal und berdriingten
die Süßwasserthierr. Zuerst waren
es hauptsächlich lleine Miesniuschelm
die zu Millionen bon Kiel aus den lia
nal besiedetten. Bald erschienen auch
sdie Ostsee-Häringe, um im Kanal ihr
Laichgeschäit nbzuwickelm und Ober
fischrneister binlelmann in Stiel tbnnte
tm Mai 1905 schon den sechsten Laichi
plad am nördlichen User des Ka
nals unweit der Brunsbiitteler Schleuse
lonstatiren, ein Beweis sür das Vor
dringen des härings von Osten nach
Westen. Die an Algen abgesenten hä
ringseier lagen in einem etwa 2 Meter
breiten und 100 bis 200 Meter langen
Streifen an der Böschung des Kanals
in großen Mengen. Jn der Nähe des
Laichplatzes hielten sich mich viele hö
ringslarven aus. m Jahre 1905
wurde aber auch bei Versuchssischei
rei im Kanal ein neues Moment, der
Durchgang größerer häringsschwiirme
durch die Brunsbiitteler Schleuse in die
Elbe seitaestellt. Mitte Mai erschienen
große Häringsschwärme, die allmälig
inach Westen bordrangen und sich durch
Plätschern an der Oberfläche des Was
i ers bemerkbar machten. Sämmtliche
Heinan görinse wurden laichreich
fideekun n. as aichen selbst konnte
s - llarern Wetter auch beobachtet wer
I Als fester Hätingsfanaplay im
Ranal gilt der Schirnauer See, den der
YKanal durchzieht. Hier wurden im
s ahre 1904 schon über 18,000 Wall
? glich Wahl, 80 Mit-) Häringe gefan
sgen. Auch im westlichen Theile des
lKanals wurden schon ganz hübsche
lgtingöfänge gemacht« Jrn Flemhuder
’ e erschienen zeitweilig größere Fische
Don Z bis 4 Pfund. Eine genaue Un
Iteefuchung ergab, daß es der Aland
war, ein sehr schmackhafter Fisch, der
swäfrend der Laichzeit auch km Kieler
Fa en vor der Mündung der Schwen
ne angetroffen wird und auf dem Kie
let Fifchrnarlt unter dem Namen See
Iarpfen verkauft wird. Der Aalbeftand
des Kannls ist ebenfalls ein guter; arn
tsßten find die Aale im dfilichen
hetle des KanaU Weitere Beoba -
tungen haben ergeben, daß sich
Fische der Ostsee und Elbe mehr nnd
me e im Kanal vereinigen Die wich
tig e Beobachtung ist aber die, daß der
Kanal für die wichtigsten Nuhfif der
Ostsee, die hört-Un eine Wandee teile
geworden ist.
In der seist-Reserve
txöoowiåhsriän Gabriel, ARE-TM
sswstonef betten-flehst werden« »
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