Grand Island Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1893-1901, December 09, 1898, Sonntags-Blatt., Image 14

Below is the OCR text representation for this newspapers page. It is also available as plain text as well as XML.

    Der Todte von Horror
Island.
Zum-n von HIW MI.
(7. FortsekungJ
Jth stand ich am Scheidewegr.
Nannte ich.ihm meinen . Namen» so
wandelte icki selbst die sliichtige Begeg
nuna in eine Bekanntschaft uni. Ich
neigte daher grüßend das Haupt nnd
wandte mich mit einem leisen »Leben
Sie wohl, Heer Baron,« zum Gehen.
Da rief er in leidenschaftlich erreg
tem, beinahe slehentlich bittenden
Ton: »Nein. gehen Sie nicht so von
mir, Fräulein. Lassen Sie mich wes
nigstens, wenn ich mich dieser Stunde
erinnere, wissen. mit wem ich sie ver
lebt habe. Jch gab Ihnen meinen Ra
men und bitte recht herzlich um den
Ihrigen«
Aber ich blieb fest. »Es ist besser,
Herr Baron,« rief ich, »daß ich Jhnen
unbekannt bleibe.« Und ich eilte da
von. Er aber blieb sieben und schaute
mir lange, lange nach.«
»Also ein Baron?« sagte Frau
Sirohbach nachdenklich. »Hast klug
und recht gethan, Tänzchen daß du die
Sache kurz abgebrochen basi. So ein
vornehmer Herr — was tann der von
einem armen Möbel wollen? Da ist
ein Unaliick immer nat-U
«Siehst Du, Mutter, etwas-. Aehn
liches habe ich mir auch gedacht. Zwar,
er sah nicht aus, als ob ersschlecht und
herzlos sein tönne, dafür hatte er viel
zu gute, treue Augen, aber wozu sollte
es führen? Der Ruf eines alleinsiehen
den Mädchens ist schnell dahin und der
Seelenfrieden noch rascher. Und trag
hätte nnr Doktor Gallus gesagt, zvenn
er jemals erfahren k— —-- nein, nein, es
ift so am besten! Aber einer großen
Gefahr bin ich dabei entgangen.«
»Einer Gefahr?« fragte die Greisin.
»Ja, Mutter, denn um ein Haar
hätte der Baron meinen Namen erfah
ren. Nur ein Zufall hat das verbin
dcet. Denn, denke Dir, der Herr muß
mir an jenem Sonntag, nachdem wir
von einander geschieden, gefolgt fein
und zwar so weit, daß er meine Woh
nung ermitteln konnte-. Ich habe ihn
nicht hinter mir gesehen und Vermag
mir kaum zu erklären. wie er es an
gefangen. A·)er ec- ift Thatsache, daß
zwei Taae später ein eleaanter Herr
meinen Wirth, den Schneidermeifter
Grün, besuchte, einen tbeuren Anzug
bei ihm bestellte, und dabei den kleinen
Mann fo ganz unter der band über
mich auszufragen suchte. Der lleine
Herr Grün — ich habe itm Dir ja (
schon beschrieben: er ist tauni größer ;
als ein zwölfjähriger Junge unt da:
bei von urkrmifcher Gelenligteit ——— -
loar zunächst aufs höchste entzückt ikber J
den so ganz von ungefähr in’5 Haus
gefchneiten Kunden, dem nur das Zein- »
tte gut genug war, der aar nicht den
Preis zu hoch fand und sofort tm vor
aus erlegte, aber als er merkte, wo- .
ran der vornehme Herr hinaus wollte,
da wurde der gespriichige Herr Grün
doch fehr zugelnöpft und— —fchickte fei
nen faknofen Kunden mit einer anstän
digen Luge heim.'·
Gott verzeih sie dem braven Mann,
er»wurde in Deinem Interesse zum
Lugner.«
I »Ja, er ift ein braver Mann, der
kleiner Schneider-: wag er mir beim
Vermiethen seines Zimmers versprach,
das hat er redlich gehalten. Damalg
erzählte ich ihm auf Deinem Rath,
Mutter-, offen und frei meineFamiliem
verhältnisse, und gestand ihm den
Grund, der mich aus«- dern Haufe mei
nes Bruders fortzugehen veranlaßte.
Da ich nun von William und feinem
Weibe nicht aufgefunden werden woll
te, jedoch sicher war, daf-. sie mir nach
fviiren würden, bat ich Herrn Grün,
niemand, der nach mir fragen würde,
ohne meine vorherige Einwilligung
meinen wahren Ranken zu· nennen.
Und das hat mein vortreffliches
Schneiderlein auch ftreng durchgeführt
Ali der here Baron von ihm fortging
wußte er nur, daß ich Hedwig Sehn
heiße und in einer Blumenfabrit au?
der Iriedrichstraße beschäftigt fei.«
« »Wie dera aber lügen kann. der kleine
wundert
«Er that es, wei! er und feine Frau
mich qern haben.«
»Nun, und beruhigte sich der Herr
Baron mit dieser Auskunft-«
»Nein, er kam vor drei Tagen wie
der und bestellte einen Uebekrock. Na
sittlich hatte er es so einqerich.c"., daß
et gerade Um die Zeit, in wlecher Ar
beiterinnen heimzutommen pflegen, in
der Werkstatt des Meister-.- fc.s-3. Der
arme gute Herr mußte sich jedoch mit
der Gesellschaft des Grünichen Ehepaa
res begnügen, denn ich tam erst gegen
neun Uhr aus dem Bureau. Jetzt aber
habe ich beschlossen, um den Nachftels
langen des Barong zu entqehew die
Wohnung zu wechseln, wovon die
Grüns natürlich nichts hören wollen.
Ich bin ganz unglücklich, daß ein sol
cher hochstehender Mann millionen
retchk Bankier nichts Besseres zu
thun wei als ein armes Mädchen
is einen allchen Verdacht nnd um
ihr bischen Ruf und Ansehen Zu brin
gen-Wem weißt Du denn. daß Herr
It — pe—
Use-S ergänzte Susanne schnell,
HGB-etc- urlno IXM M
Hat er Dir das auch im Thiergarten J
erzählt-P
Das junge Mädchen erröthete bis
unsers-die Haaresurzeinxs »Aber Mut
ter,« schmollte sie, »dari man denn
nicht ein ganz klein wenig neugierig
sein? Es war mir doch im Bureau des
Doctors Galluzz ein Leichtes. das ganz
unauffällig zu erfragen. -·— Und nun
gute Nacht, liebe Mutter. ich muß
fort, sonst bin ich vor Jelm Uhr nicht
zu hausc.·'
»Gott schätze Dich. mein Kind.
Wann werde ich Dich wiederscoenZ«
»Bald, bald! Und Du schreibt-, so
bald Du meiner bedarfst."
Sie umarmten sich und küßten sich
wieder und immer wieder. dann öffnete
Susgnne die Ttür und durchschritt
das größere Zimmer mit kurzem Gruß
und ohne auszudiicken Der Litho
groph und sein Weib saßen am
Tisch und ließen sich eine große warme
Wurst vortrefflich schmecken. wobei
sie nicht versäumten, den .Made1ra«
aus einem großen Wassergtase zu trin
ten.
»Komm her, Suse··, rief William der
Enteilenden nach, »frische Wurst und
ein guter Schluck —- Du bist dazu ein
geladen.«
Aber Susanne schloß schon dieTlsisr
hinter sich und schickte sich an. die dunk
len Treppen vorsichtig dinunterzuge
ben. Sie hatte taum einige Schritte
hinuntergethan, als ein großer, in ei
nen weiten Mantel gehüllter Mann ihr
entgegentam.
»Wohnt da oben der Lithograph
Strohbach?« fragte der Fremde.
»Ja, es ist die nächste Tini-XI lau
tete Susannes Auskunft Der Fremde
brummte einen kurzen Dank und schritt
an ihr vorüber, so dicht. daß tscö
Mädchen genau seine Gesichtsziige er
kennen konnte, obwohl er den Kragen
seines Mantels hoch heraufgeschlagen
hatte. Und während des ganzen
Abends, ja sogar noch, als sie schon ihr
Lager ausgesucht hatte, fragte sich Su
sanne vergeblich. wo ihr schon einmal
dieses isagere, spitze Gesicht mit den
tefliegenden, listigen Augen flüchtig
begegnet sei.
9. C a v i te l.
Jn einem der elegantesten schmä
cher des Hotels Kaiserhos Zu Berlin s
saßen an demselben Abend die Gräfin
Natalie Fesg - Kratowåta und ein
etwa dierzigjiihriaer Herr beim Sou
pet
Unter dem vielarrnigen crnstallenen
artige Gemach bis in die fernsten Win
tel hinein erhellte, stand der sti: die
beiden Theilnehiner an dem intirnen
Mahl reich und geschmactvoll gedeckte
Tisch, der unter der Last des Silber
aeschirrs und des seinen Meißener
Porzellans fast zu brechen schien. Der
s servirende Kellner hatte soeben die Eis
T speise und das Dessert, bestehend in ei
» ausgetragen, und wurde nun von der
I
l«
Kraut-achten dessen Licht dxg san-(
l
l
ner Pyramide einladender Siidsriichtr.
Grafin bedeutet« daß man seiner l
Dienste vorläufig nicht mehr bedürfe. ;
»Es sei denn, mein Privatseeretär,
Monsieur Gersaut, habe Ihnen noch
einen Befehl zu ertheilen,« siigte diet
Gräsin hinzu, auf den ihr geqeniibe:
s«t3enden Herrn deutend.
T Keltner zog sich unhörbaren Schrittes
; zunut
i
Dieser lehnte dankend ab, und derj
»Und nun sind wir endlich allein,
H Andre,« ries die Gräsin, »schnell erzäh
; len Sie mir, was Sie aus-gerichtet
. ist ausgestihrt,« erwiderte Gerfaut, sich
! natürlich von unserer Ankunft in Ber
E Ihrs-usw . « ·
haben.«
»Mus, was Sie mir ausgetragen
tvie die Gräsin der französischen
Sprache bedienend.
«lee Hauptsache — Herr Hosrath
er —- «
»Ich habe ihn ausgesucht. Er war
tin bereits unterrichtet und überhaupt
in alle Einzelheiten unserer —- oder
rielrnehr Jhrer Angelegenheit aus das
Genaueste eingeweiht.«
»Warum verbessern Sie sieh, Andre?
Sind meine Interessen nicht auch die
»Dost) nicht so ganz," erwiderte oet
Fienzose mit verbindlichein Lächeln,
»ich bin jci nur Ihrer Exceilenz untre
tlzänigee und dienstbeiciter Privat
secretär.«
»Im Ernst, Sie weiden mich ei- ät
nen, Andre, Sie wissen doch ani besten,
daß Sie mir der liebste Mensch aui der
Welt sind, und daß, wenn zwischen
uns wirklich von Heu-schen und Dienen
die Rede sein könnte ich die Beherrsch
ie weite, die alles für Sie in thun be
reit ist. «
»Bis- auf eines. «
»Ich weiß, worauf Sie ansp .elei:-—
unsere Heimath Glauben Sie mir,
ich eifehne diesem-Zeitpunkt nicht weni
er wie Sie, aber Sie wissen ja, daß
ich nicht io selbstständig Handeln dari,
wie es vielleicht den Anschein hat, daß
ich mich dein Willen anderer Perso
nen beugen muß —- wenigstens voi- -
läniigk
S»Wei- sind die anderen von denen
schont-) ofttm in ugeheimnisvoller
i
i
l
Bame Jledeti es noch einer l
Erklärung? Diejenigen. die mich zu
dem gemacht haben, was ich bin —- die
große, weitverziveiate Gesellschasi. wel
cher nichts unmöglich zu sein scheint,
welche alles durchse t, was iie will und
ernstlich in Angris nimmt.'·
.Namen, wenn ich bitten darf — d
qroße Unbekannte ist siir mich nicht be
weistriistia.« »
»Wie soll ich Ihnen Namen anae- H
ben?« sliisterte die Griisin. »taum
weiß ich sie selbst. —Die Leute, mit de
nen ich zu thun hatte, waren ja stets
nur Vertreter dieser weitverzweigten
Vereinigung, wenn auch vielleicht ihre
hervorragendsten Repräsentanten Jene
Gesellschast ist in allen Weltstadten
vertreten und schlinat ihr sieh Um die
ganze Erde. Ueberall siihri sie eine
andere Bezeichnung, hier zeigt sie sich
als eine Compaanie, dort als cine ein
sache Privatperson, in Paris nennt sie
sich »Bureau des Jniormaiions«, in
London Newport Coinvanv'·, in New
York wird sie durch einen einflußrei
chen Polititer vertreten, und hier in
Berlin ist es dieser Hosrath Schaller,
scheinbar ein Mäcen der schönen stün
ste und selbst ein Gelehrter. der ihren
Zwecken dient. ---— Ich bitte Eie, ich
flehe Sie an, Adre — fragen Sie
mich nicht mehr, sorschen Sie nicht.
Ich habe Ihnen schon so viel gesagt,
und meine Mittheilunaen könnten mir
theuer zu stehen tonnnen. wenn-«
»Wenn ich nicht verschwiean wäre«, :
eraänzte der Franzose. »Ich glaube, ;
Ihnen in dieser Beziehnnn Bewekse ge- ;
arben zu haben.«
»Es bedarf keiner Beweile mehr sur !
mich, daß Sie mir treu eraeben sind-—
wie ich Ihnen. ——Seit ienem Tage, da .
Sie zu mir lamen, um iiiir die Brief
tasche und ihren Inhalt zum Kauf
anzubieten, jene Papiere des Todten
von Hort-or - Island --—— seit jenem
Tage sind wir treue Freund-e gewesen«
Wieder huschte jenes Lächeln iiber
Andres Züge, welches unentschieden
ließ, oh die Worte-. deren Begleiter es
war, scherzhast oder ernst gesprochen
wurden·
»Sie thaten damali- das tiliigste,
meine liebe Natalta. was Sie unter
den obwaltenden Verhältnissen thun
konnten. Jch forderte zweihunderltmsp
send Franken für die Auslieferung je- J
ner Auszeichnungen, welche Ihnen ei- «
nen höchst satalen Erhschajtsprorefj ?
auf den Hals laden und in aeschickter
Hand ihnen oen größten Theil des vom I
Reichsgrafen ererbten Vermögens tr: ;
sten konnten. Sie überlegten einen
Tag, dann sagten Sie zu mir: »Sie
fordern zweihunderttauscnd Franten
-— wohlan, ich hewillige Ihnen die
doppelte Summe unter der Bedingung,
daß Sie die Zahlung in zehn Jahres
raten zu vierzigtausend Franken ges
nehmigen und mir während dieserZeit
die Dienste eines- Privatsrcretärrs lei
sien.« Dass war, wie gesaat, recht ge
scheit, meine theure Nataltn, nnd fast
möchte ich glauben, das-. ein geriebener
Geschäftårtiann Ihnen diesen guten
Rath ertheilt hat, denn auf diese Weise
hatten Sie jeder Nachforderung vorge
beugt und sich fiir ein Jahr-lehnt meine
Vetschwieaenheit gesichert. Ich er
tärte mein Einverständnis-; und liber
gab Ihnen die Briestasche mit ihrem
werthvollen Inhalt. —--- Leider hatten
Sie nichts Eiligeres zu thun, als- th
ren Hintermännerm jenen geheimniß
vollen Gewaltigen, von denen Sie sich
als Marionette brauchen lassen, die »
Doeumente zu übergeben.« s
»Ich war dazu verpflichten egs wäre »
gefährlich gewesen, es zu unterlassen.« i
»Wir wollen darüber nicht mehr j
streiten. Aber nicht ich beiserrsche Sie, ;
Natalta, wie Sie vorhin behaupteten, j
sondern jene. Mag es sein. menn ro -
sehnen so gefällt nur iu. Aber er- !
l
l
ottern wir die rein qeschiiftliche Seite s
der Angelegenheit W.-:.t haben sie »
wahrend der sieben Jahre- wiiljrend .
,oelcher die Documente in ihren Archi
Yen ruhen« unternommen un! die Ge- »
Iahr abzuwenden, welche Ihnen durch »
die austauchenden tlErheit, durch die »
Frau des auf jener weltiernen Insel s
Begrabenem drohte» ——- Nichts-, gar »
nichts! Erst jetzt, da diese Gefahr in ;
unmittelbare Nähe gerückt ist« da man ;
festgestellt hat, daß die Wittwe jenes
Eldor v. Fels ais Gattin des Geheim
raths Busch in Berlin lebt und tur
aus fast unbegreiflichen Gründen ver- ’
läufig nicht ihre Rechte geltend gemacht
hat — erst ·ett beginnen diese treffli
chen Geschä tsleute, sich zu riihrerk und
ihre Vorkehrungen u treffen.«
Die Grösin wur für den Augen
blick der Antwort überhoben, da der
Kellner eintrat und meldete, daß ein
junger Mann die Gräsin zu sprechen
wünscht
»Ah. ich erinnere mich -- — der Diener
dei-2 Geheimraths. Lieber Gersaut,
bringen Sie dem Mann das Empfeh
lungsschreibem welches für ihn ans
meinem Schreibtisch bereit liegt, und
übergeben Sie es ihm nebst einem
Trinkgeld-«
Gerfaut verließ mit dem Kellner den
Satan. Die Griifin vertrieb sich ihr
Alleinsein damit,sich eine Cigarette an
zuziinden Als Andre wieder eintrat,
sand er sie ini Schaulelstuhl am La
rnin lehnend, und blaugraue Rauch
irsöllchen wirbelten lustig iiber ihrem
Haupt.
»Sie haben diesen jungen Mann an
den Hosrath Schaller empfohlen?«
»Ia, er scheint ein geschmeidiger
Mensch zu sein, und vielleicht kann der
Heirath durch ihn Nachrichten ans dem
HausedeiZ Geheimraths erhalten. —
Doch Jetzt folgen Sie meinem Beispiel
und winden Sie sich eine Cigarette an.
s-— Wann, sagte Ihnen der Hosrath,
wolle er mich sehen?«
»Noch ute. Von elf Uhr an wird
Sie ein iethiwagen an der Ecke der
Wilhelm- und Leipziger - Straße er
- W. Er.rneinte,'es:fei eint-Mietsl
werthen Sie tiimen bei Macht« damit
Sie niemand sein Haus betreten sieht."
»Dann muß ich wohl sogleich ans
brechen?«
» »Sie haben noch eine halbe Stunde
Zeit. — Die Wohnung habe ich Jhnen
» gemiethet, sie steht von morgen an zu
Ihrer Ver ugunä Ein allerliebstes
tieines Haus in hatlottenburgX
»Ich danke Ihnen. Werden Sie in
diesem Hotel wohnen dleiben?«
«Bis aus weiteres —- ja. Sie dage
gen sahren morgen scheinbar zum
Bahnhos, in Wirtlichleit aber nach
Charlottenburg in Jhr Logis, es ist
elegant möblirt, und ich habe siir Ver
trauenswiirdige Leute gesorgt, welche
die Jnstandhaltnng des Hauses und
die Küche beim-ten wer-sen siir Ihre«
iserfönliche Bedienung haben Sie ja
die Zofe."
»Ich dante Ihnen, mein Freund,
iiir Ihre Fürsorge. O, ich wiinschte,
wir dürften Berlin erst wieder verlas
sen. Sie werden mich thöricht nennen,
cber es ist mir immer. als drohte mir
hier ein Unglück. —- Jn Paris fühle
ich mich stei. Und zudem ist es auch
die einzige Stadt, in der es sich wirt
lich leben läßt. —— Sind Sie nicht nich
am liebsten in Paris?«
»Wie man es nehmen wtu."
Gerfaut beugte sich, um die Asche
seiner Cigarette in die Kaminöfsnung
abzustreisem er bemerkte nicht den iro
iischen und triumphirenden Blick, den
die Griifin auf ihn richtete.
Sie wußte, daß Andre Gerfaut nur
sehr ungern in Paris weilte
Hofrath Schaller bewohnte, obwohl
er Junggeselle war und sogar seine
Mahlzeiten im Restaurant einzuneh
men pslegte, das ganze, höchst geräu
tnige Gartenhaus eines stattlichen Ge
bäudes in jenem Theil der in Moabit
gelegenen Brückenstrasze, der demThier
garten benachbart ist. Außer seinem
Schlaf- und Arbeitszimrner, welche das
Erdgeschoß einnahmen, verfügte er
noch über einen im ersten Stockwerk be
findlichen Solon, ein Bibliotheks- und
Billardzimrner, während die alte, tanbe
Haushälterim welcher die Reinigung
und Jnstandbaltung des kleinen Haus
standes oblag, in das Kellergeschoß
verbannt war. Sämmtliche Räume
boten in ihrer Augstattung das Bild
gut bürgerlicher Behaglichteit und lie
fien durch werthvolle Gemälde aner
tannter Meister, Statuetten, Büsten,
Nipves u· s. w. das lebhaste Interesse
ihres Besitzers für Kunst und Wissen
slmst ans den ersten Blick erkennen.
Auch das Lleuszere des Hosraths, der
an jenem Abend vor seinem Schreib
tisch saß, deutete auf den Gelehrten,
den Denker, den Schöngeist hin. Sein
Kopf mußte entschieden bedeutend ge
nannt werden. Dak- bolle schwarze
FJaar,von einzelnen Silberfäden durch
fogen, siel bis tief in den Nacken hinein
in glatten, ungewellten Sträbnen, nnd
ebenso üppig quoll der leicht ergraute
Bart auf die Brust hinab, wo er in
Zwei Spitzen auslief. Das regelmä
ssig, durchaus gerrnanisch aezeichnete
Gesicht wurde von lebhaften, hellenAu
gen durchgeistigi, die hinter gros;en,
scharsgeschlifienen Brillengläsern wohl
mehr Schutz vor den sorschenden Bli
clrn anderer Augen« als Verstärkung
der Sehkraft suchten. Die Gestalt des
Hosraths war nur von mittlerer Grö
ße, aber sehnig und mustelträstig, sei
ne aussallend kleinen Hände und Füße
hätten saft einer Dame gehören tön
nen.
Schaller hatte soeben einen längeren
Brief beendet, überlas noch einmal das
Geschriebene und schien von dem Jn
halt recht befriedigt, denn ein seines
Lächeln umsbielte seine Lippen.
»So, der Bericht nach Paris wäre
fertig," überlegte er, die während der
Arbeit erloschene Cigarre wieder in
Brand sehend, »und was ich etwa heu
e Nacht noch erfahren sollte, werde ich
dann sofort ansügen. Jch deute· die
Herren in Paris und London können
mit der Art, wie ich in diesem Falle
unsere Feinde beobachte nnd bekämpfe,
recht zufrieden sein« Laß noch einmal
sehen, gegen wen wir hier zu Felde zu
ziehen haben, und welche Bortheile zu
erwarten sind."
Der hofrath erhob sich und durch
schritt überlegend das Gemach.
»Da sind zuerst der Geheimratls
Busch und seine Frau. Die letztere -——
der Hauptseind. Sie muß gebrochen,
unschädlich gemacht werden. Der Weg
dazu ist vorgezeichnet. Nach den Mit
tbeilungem die mir mein Neffe, Doktor
Neumüller, in feiner Ahnungglosigteit
; gemacht hat, wird es ein Leichtes sein,
i ihr beizukommen, und sie zu einem un
» überlegten Schritt zu veranlassen. -
; Und ich deute, daß sie vorher auch in
; finanzieller hinsicht nützlich für uns
i werden kontr. - - Wollen sehen. s
i Weiter: Baron Tons v. Rinden. Es
H ist festgestellt, da er sich noch immer
für die verschollene Frau und das-lind
Eidorb v. Fels interessirt, Man ver
» mutbet, und unser New « orler Ge
i wäbrstnann vertbeidigt diese Auffas
sung, da dieser Andre Gerfaut, durch
ben die räfin in den Besitz der wich-—
tiqen Papiere gelangte, sie ihm gestoh
len bat. Gerfnut behauptet freilich,die
» Brieftafche selbst bei dem Todten auf
i Honor-Island gesunden und in Besitz
l genommen zu haben. Doch wir wissen,
daß Baron Rbeden im Jahre 1874 in
New York auf igeheimnißvolle Weise
beraubt und um Papiere bestolslen
wurde, die man ihm trotz auggefetzter
hoher Belohnung nicht zurückbrachte
Jedenfalls weiß der Baron um die
ganze Angelegenheit, er weiß zu viel —
man muß ihn im Auge behalten —
Und nun der dritte, der gefährlichste
Gen net: der bucklige Advoeat Gallus.
t die Nechtmai teit der irath
eichcgrafen be r tten, als d Weit
demT ode dedes alten deren mit
ihren nsvrttchen aufleuchte, er Irg
wohnt est noch, daß es bei der in Lon
don geschlossenen Verbindung der ene
maligen Tiin erin Ratalie v. Kralowz
ta mit dem eichsgrasen v.Fels nicht
init rechten Dingen zugegangen sei,und
obwohl er einen langiahrigen Procesi .
gegen die Gtäfin in drei Jnstanzen be- »
reits verloren, sammelt er unter der
Hand doch noch Material gegen sie und
soll in letter Zeit nicht unwichtige Ent
deckungen gemacht haben. —- Der T
Mann ift ein eut chlossener Charakter. i
» säh und verschlo en, also ein ni t zu ’
. unterschäpender k eind. —- Rur mittels
E eineöGeivaltstreichs ioird man ihm bei
H tomnien können —- auch das wird sich
. bewerlsielligen lassen, ich hoffe heute
Nacht noch eine Nachricht in dieser Be
ziehung zu erhalten. -—— Ah; die Glocke
ertönt. sollte es schon die Gräsin sein? »
Nein, ein mäiinlicher Schritt, das ist «
mein Neffe!« «
Der Hosrath öffnete die Thiir und
ries mit gutem Hunin aus.den Trep
pcnflur hinaus-: »Nu: herein —— her
ein, auf daß mein Haus voll werde! :
Bist du es ivirtlich, mein Junge? So I
spät noch — - da giebt esJ gewiß etwas J
Neues!" «
»Mein, etwas Altes, heiser Unterz- ;
sagte Doktor Neumiiller, der Afsistenz- T
arzt des Geheimraths Busch, eintre- !
tend und dem Hofrath die Hand rei- »
chend, »du mußt mich wieder einmal i
aus einer Berlegenheit erretten. Aber, ;
mein Wort daraus, es wird das letzte ;
Mal sein.« s
»Bei einem Menschen der spielt, ist ;
ed nie das letzte Mal,«« entgegnete ihm !
der Hosrath ernst, indem er die Tbür s
schloß. »Schade um Dich, Georg; Du
bist ein intelligenter und ——— wie deine :
Laufbahn beweist —- in deinem Berufe «
hervorragend tüchtiger Mann, und doch
- wirst Du scheitern; ich habe noch keinen »
t
i
i
glücklich enden sehen, der die Leiden- ;
schast des Spieles- nicht zügeln konn
te."
,,Befter sOnleL thu’ mir die einzige
Liebe und verschone mich mit deinen
Borwiirsen. Jch brauche fünfhundert
; Mark — eine Ehrenfchuld muß gedeckt
i werden, man erwartet mich im Club.
J Ein andermal stehe ich Dir gern Rede
; und Antwort s-- nur heute halte rnich
» tsicht auf. Gieb mir das Geld.«
»Ich werde Dich natürlich nicht
wortbriichig werden lassen,« sagte der
Hofratlz ein Fach seines Schreihtifches
öffnend. »Du bist der Sohn meiner
Schwester, und wie ich Dich während
Deiner Studienzeit unterstüht habe, so -
will ich auch jetzt nicht die Hand von
Dir abziehen, bis es Dir gelingt, Dein
Eonto bei mir zu ordnen. Bilde Dir
indessen nicht ein, daß meine Verhält
nisse es mir gestatten-L Dir oft mit
derartigen Summen zu Hilfe zu loms
men — ich bin nicht reich.« Er reichte
dem in Hut und Mantel dastehenden
Arzt siinf blaue Scheine hin.
»Ich bin Dir außerordentlich ver
Pflichten Onlel Hofrath," rief Neu
’ miiller und verseulte das Geld nachlas
fka in die Tasche seiner- Mantels, ,,lan
ge werde ich übrigens fiir diese Summe
nicht in DeinerSchuld zu bleiben brau
. chen, ich habe heute einen sehr eintrag
J sen, Georg. Wie Du weißt, habe ich
; hin und wieder meine Hand in tleinen
-·’Fin«anzoperationen. Da tommt es oft «
t
lichen Auftrag erhalten«
»Auf medizinischem Gebiet?«
»Verfteht sich. Er betrifft die Be
obachtung eines Gemüthsleidenden.«
»Eines reichen Manne5?« forschte
ter Hosrath
»Du wirft seinen Namen schon ge
hört haben, ein Mitglied der höchsten
Geldariftotratie Baron Hans v.
Rheden.'«
Der Hosrath wandte sich jäh um«
lcum gelang es ihm, seine freudige Ue
berraschung zu verbergen. »Ist der
Baron geistestranl?« fragte er mit
miihsam ertiinftelter Ruhe.
»Seine Freunde befürchten es saft.
Doch jetzt leb wohl, Onlelchen, ich muß
fort, es ist die höchste Zeit«
»Noch einen Augenblick. Du könn
test mir eine große Gefälligleit erwei
auf gute Jnformationen an. Rheden
isi Chef eines einflußreichen Banthau
see ssk wenn er ernstlich trank sein foll
te, konnte das zu gewissen Verwicke
lungen fuhren. Jch möchte mir selbst
ein Urthet über seinen Zustand bilden,
zum· mindesten aufGrun zuverlässiger
Berichte, dte Du mir ja geben tannst.
Ich wunsche, daß Du mir Deine ge
fammten Beobachtungen bezüglich Rhe
dens mittheilst.«
»Weder nichts-Z « D sollst auf das
Genaueste unterrichtet werden --- nn
tiirlich gegenseitige Digcretion·«
»Das ift selbstverständlich Mit der
Zutritt-Zahlung der fünfhundert Matt
bat es übrigens teine so große Eile.
Jch höre die Glocke gehen Mwillst Du,
bitte, den Weg durch mein Schlaszirn
mer wählen und dann die lleine Trep
pe hinuntergehen Du lennft ja den
Ausgang«
«Eine Dame in Sicht?" lachte der
junge Arzt. »Ontel Hosratb, mache
mir meinen tkrbschaftogeliisten leinen
Strich durch die Rechnung -· Gute
Nacht, ich sehe Dich in den nächsten Ta
aen tvieder.«
»Gute. Nacht, Georg. - — Olymp-K
lsci Geheimratbg nichts älteries?«
»Nichts. Die leben immer noch wie
in den Mitte-worden« es ist fiir einen
Dritten oft schettßlich langweilig —
Noch einmal, gute Nachts«
Neumüller verschwand in dem matt
erleuchteten Schlafzimmer,und derHos
rath blieb aus der Schwelle«stel1en, bis
er sich versichert hatte, daß die Tapeten
tbiir binterseinem Neffen feft geschlos
sen hatte, erst dann trat er in fein
Arbeitsgemach zurück. — Seine Züge
Biegelten lebhafte Befriedigung tot
r.
Bortrefflich,«murmel e er, »der Zus
tati gedenkt mir sehr kwnuscht in
i - » · ·
dxe hande. Der Doctor kann Inn
wettboolles Material liefern, diese
sunshundert Mart werden gute Zinier
tragen.«
Die alte Mathilde, des Hofrath
fast ganze taube haushiiltertm trat
em. »Eine Dame,'« schrie sie mit der
kautben Personen eigenen Ueberlant
m .
»Lassen Sie sie eintreten,« antwor- «
tete Schulter, ohne die Stimme toesent-- ,'
lich zu erheben. Die Alte las ihm, mit «
dem sie schon sast wanzig Jahre ver-— ,
kehrte, die Worte Fast von den Lippen
ab. Sie nickte und zog sich zurück; ei-.·
nige Minuten später trat die Gräsins
Natalie ein. Ein weiter, duntlerPtan-«r
tel verbarg ihre hohe Gestalt, und ein«
schwarzes Spitzentuch war maleeis T
um Haupt und Hals ewunden. -—
Der Hofrath begrüßte sie mit welt
nlännischer Artigleit und war ihr beic.
Ablegen der Ilmhiillungen behilili
Dann liesz er die Dame aus demDitvan
Platz nehmen und setzte sich selbst ihrs
gegenüber.
· »Ich bitte ucn Entschuldigung dass
ich gezwungen war, Sie in so später
Stunde zu bemiihen,« eröffnete er die
Unterhaltung, »die Vorsicht gebot es.
, - Sind Sie allein gekommen, wie ich
bat?« I«
»Ganz allein Gersaut wollte mich
zwar begleiten aber ich lehnte es na
türlich entschieden ab. Sie haben An
dre Gerfaut heute selbst gesehen ich
tam Jhrern Verlangen nach und sandt - «
ihn mit einem Austrage zu Jhnen." ,
»Jch danle Ihnen, Frau Gräsin. M
hatte Anweisung von unseren Parir
Freunden erhalten, mir seine Physiog
nomie einzuprägen. Man scheint die sz
sein Herrn Gerfaut in Paris nicht son
terlich zu trauen.«
»Man hat Sie auch zweifellos un
terrichtet, wer Andre Gersaut ist und
was für seine Vergangenheit verlatx «
tei?«
Hofrath Schaller ließ seine wohlge.
pflegte, mit einem kostbaren Brillante
geschtnückte Hand den Bart dur sur ·
el;r-n, eine Lieblingsbewegung des an
ne5, die er besonders dann aussiihrte,
wenn scharfe-s Nachdenten feinen Wor
ten vorausging
»Andre Gersaut«, tam es langsam
ron seinen Lippen, »alias Alexandr
Clairmont, alias Gaspard Prevoft, ist
im Jahre 1869 vorn Geschwvrenenge
richt zu Paris zu zehn Jahren Kerker
tserurtheilt worden. Man hatte ihnd
m: Verdacht, das Haupt einer interna
tionalen Falschmünzerbande zu sein.
In den Kriegswirren des Jahres 1870
gelang es ihm, aus seiner Hast zu ent
siiehen. Er hielt sich noch einie Tag?
in Paris verborgen und ermor ete eine,
gewisse Marguerithe Lorrisson, welche
während seines Processes gegen ihn!
auggesazt hatte Er erwürgte die Un
glückliche in einem Hausflur der Rne
Lkoissonnierr. Dann entfloh er nach
ten Vereinigten Staaten. Dort ers -
warb er durch Schwindel und Gaune
reien ein kleines Vermögen mit dem1
e:, alg der Boden ihm zu heiß wurde,
nach Canada enttam. Später lehrte er (
aus kurze Zeit nach Ner York zurück, s
ließ dort eine Frliinderim welche Jahre
hindurch die Gehilfin des Verbrechen
aewesen war, im Elend zurück, undhats
tc die Frechheit, nach Paris zu gehen
Ta er sich einen amerikanischen Pas;
und einen Ausweig als Bürger der
Vereinigten Staaten verschafft hatte,
tii uschte er eine Zeitlang die Parise
Polizei über seine Persönlichkeit, abe
schon war tnan mißtrauisch geworde
und begann ihn zu beobachten, als er
mit Ihnen jenen Briestaschenhandel
cibschloß, und unsere Pariser Freun
de guten Grund hatten, diesen Herrn
Gerfaut vor weiteren Beliistigungen zu
bewahren. Dazu gehörte der gan e,
recht bedeutende Einfluß der Pariser
Abtheilungx eg tostete viel Geld, und
nur durch Einwirkung eines Deputirs
ten war es möglich, Ihren Privatseerei
tiir von der Bekanntschaft mit der
Guillotine zu erretten.«
»Das alles war mir betannt«, nahm
die Gräsin nach einer ileinen Pause
das Wort. »Welche neue Mittheilun
aen haben Sie mir über Gerfaut zu
machen, Herr Hofrath?«
»Ich habe den Auftrag, sie auf das «
Rachdriietlichste vor dein Franzosen zu
warnen. Man scheint in Paris zu
» fürchten, dasz Sie in Ihrer Vertrauens
seligteit ihm gegenüber bereits zu weit
: gegangen seien, was für unser Ge chiift
; die unheilvollsten Folgen haben i ante
! Man weis; sehr nan, dasz Sie Ger
; saut im Privatlesen als oehren Verlob
; ten betrachten und allen Ernstes daran
denken, diesen Menschen zu Jhrem
! Gatten zu machen«
»Und wenn es so wore5"· rief die«
Gkäsin, das Haupt zurucllehnend
. Jdabe ich mich denn ganz und ae der
T Genossenschaft verschriebenLYP gqu
be, über inein Her im .ver ugen zu
» dürfen. und nur neuescheiftlicher Be
ziehung muß ich die Bevormundung
der Herren dulden-« ·
»Jetzt sind wir aus dein Puntt, den
i.f. llarzustellen habe, Frau Griifin,«
sagte Schaller völlig gelassen. »Die
Ansicht, welche Sie dn soeben zu äu
szern die tiliite hatten, haben Sie in
letzter Zeit durch gewisse Maßnahmen
und selbstständinc Verfügungen« die
Ihnen keineswegs into-um durchbli:
neu lassen. Ich mus-, Ihnen daher Jhre
Stellung zu unserer Gesellschaft ein
wenig ins Gedächtnisz zweit-trafen und
bitte von vorneverein um Vergebung,
wenn ich dabei ziemlich deutlich werden
muß. « Sie erinnern sich doch wohl
noch der Tänzerin Natalie v. Ken
lomäla, welche heimathsloö von
Stadt zu Stadt, von Theater Plänen
ter wanderte und nirgendwo e ne blei
bende Stätte zu erringen vermochte,
weil es mit ihrer Kunst eben nicht weit «
leer war « s
unsres-sung sorge) s