Cur Usu emuts sstreiov aus dem Jemzusjaßre 1866. — Der Kanonen - Donner von Konju gratz ioar verstummt, die Militärkom uatirzi in Nikolsburg abgeschlossen, die große Parade der l. Armee vor Sr. Matesm auf dem Marchfelde im Ange si.-.,t vcu Wien vorüber und schli-f:!irii ern J- -. August der Friede von Prcg zu Eiern-e octonmm Am 22. Juni waren wir von Gor litJ» bis wohm wir von unserer Garnis ion aus mit der Bahn befördert wo: km aus-.·«cbs.«rschen, am 20. Juli- stand-n wi: vor Wun. um nun am ")—1. Anani. tm tier alk- stolkc Sieger Elbe-. das-« Essährichjc und Exzpebirqr. sjbjr Jn oInL Jg:.:1«. Prag und Dresden oen Ssk1-ckmar-s;y auf Berlin und ir! dir Hei mcsth nun-freiem Nach :t,esltreise recht heißen und an s:·s.·(ngenl.-en Marschtaaen erreichten Esvir arn xten September dag lente Quartier vor Prog, woselbst wir Offiziere auf den! stattlichen Schlosse des Herrn von X. freundliche und auch in materieller Hinsicht vorzügliche Aufnahme fanden. ——— Sehr getrübt aber wurde unsere Freude durch das hier auftauchende Ge rücht, daß unser Korbe nicht nach Praa kommen. sondern, diese Stadt östlich umgebend, dirctt auf Dresden weiter marschireu tolle. ei Meilen nur von Praa entfernt — ie Taschen voll Geld und nicht hin einkommen ——, die einzige Gelegenheit, es je zu sehen, so unbenutzt vorüberge heu lassen? En unmöglicher Gedanke siir uns junge, unternehmungslustige Lientenants.« Aber —- tvas thun? —- Den Kom paanieführer bitten. auf einiae Stun den hinüber-fahren zu dürfen? Vielleicht erlaubt er es ohne Wissen des gestren gen Bataillons - Kommandeurs. »Ja, meine Herren· ich kann Ihnen das nicht gestatten, thun Sie, was Sie wollen, ich weiß von Nichts —- aber morgen friih 5 Uhr steht das Batails lion zum Abmarsch hier vor dem Schloß bereit!«· Das genügte. Bald saßen wir zu Vieren —- seit dem Verlassen unserer liesmathlichen Garnis on zum erstens-Has le wieder in tadelloser Uniforn und — ,Lacksiieseln« — in den weichen Pol sterlissen der Kutsche unsere-: liebens würdigen Quartierwirthes und roll ten seelenbergniiat durch die sonnean schienene Herbsilandschait dem ersehn ten Ziele zu. Nach anderthalbstünbiaer Fahrt stie gen wir in einem ganz in der Nähe deH eben pas-litten Stadttbares gelegenen Kittel Prags ab, bealiickten den Rut scher mit einem fürstlichen Trinkgeld und eniließen ihn mit dem Bemerken, das-. wir, um die Güte feines Herrn nicht länger in Anspruch zxt Zieh-rieth am Abend mit einer Prasrer Drolchle ins Schloß zurückkehren rsfirden Mit der festen Bernh-redan Punkt O Uhr Abend hier irr-. Hotel uns Die der Zur Rückfahrt ««.usa1n-.:enzu2"inden, trennten wir uns. An Lebens-fahren der Aetteite -— ich war im Feldzua 1864 aus riet Land-— wehr zur Linie überaeireten s— traf ich pünktlich um 9 Uhr in besaatem Hotrl wieder ein« aber wer nicht lam. das waren die lieben Kameraden Es schlägt i. es schlägt h und F 10. — Eudllch erscheinen in sehr vergniigter Stimmung Zwei. Aber wo bleibt der Letzte? Schließlich stellt in rosiger Laune auch dieser sich ein. Schnell wird der bestellte Wegen bestiegen und im scharfen Trabe gehts zum nahen Thor, welches nach kurzer Auseinaw derletzung der wachhabende inizier der biederen Prager »Bürgerwehr« uns öffnen lässt. Vom Thore aus- gehen itrahlenförs miq nach verschiedenen Richtungen die Straßen auseinander. alle mit turtae: haltenen lebenden Hecken einaefaßt und genau einander gleichem-. s-— Jetzt rich tet der Kutscher an uns die seer Heime mäße Frage, wohin ei denn eizientlich fahren soll? — Ein jäher Schreck fahrt uns in die Glieder, — ja « wohin? Rathlos und stumm blicken wir uns an: Keiner von uns hatte eine Nimm-ex wie unser Quartier heißt. in welcher Richtung es liegt, von welcher Straße wir gekommen Nur so viel war uns erinnerlick-., das-, wir etwa eine halbe Stunde vor Prag einen kleineren Flecken vassirt hatten, auf dessen Marttplatz das mit einem Thurm derselene Rathhaus stand. »Aha« —— meint der Kutschen — »nun weiß ich Bescheid, steigen die Her ren nur weder ein« — Wir fahren und fahren, aber kein Marttflecten läßt sich blicken. Inzwischen hat der Himmel mit drohenden Wolken sich bezogen, es wird stocksinster, und bald strömt der aus den vielen böhmiscis - mährischen Biwacks uns sowohl bekannte Bindfa denregen vom himmel hernieder. Ini met unheimlicher wird uns zu Muth, verschwunden ist jede Müdigkeit, eine furchtbare Ahnung beschleicht uns: »Wir sind aus falscher Fährte!« Da — plötzlich — ein lautes: »Halt —- Werd-ask Mit einem Ruck hält der Waan mit ten aus der Straße. Wir springen heran-. Vor uns sieht ein preußische Doppelposien mit Examinirtrupp. i— Born säh-M desLetteren erfahren wir, daß das ImmkorpL zu welchem er ge hört, bereits in Praa gewesen und nun ssf dem Wettermarsche hier herum in - Marsch-markieren liege. —- Q tempora, · zum-l —- Also hatten wir gerade die k- Riehtung eingeschlagen, — « see las-e- ja noch »m« Vmg seh MCWM Dadurch M W , einige Fläche aus « W w Mk M Weitere-l nach Prng zurück —- Riessseiiz aller-( rings das Klügste, wa r thun konn te. Nach abermalige: dreiviertelstiin diger Fahrt halten wir wieder vor dem , Stadtthore. Kein Zureden. keinTrint geld vermag den störrifchen Rosselenker zu bestimmen nunmehr einen anderen IWeg einzuschlagen. Er tlingelt« am Thor, fährt brummend hinein, die mächtigen Thorflügel schlagen hinter ihm zusammen, und wir —- stehen Irotblos vor dem verschlossenen Prog. ! ; Jetzt wurde die Lage veinlich. · Wir hatten alle Vier den Fetdwq ac Jpen Diinemart mitgemacht waren in zder Nacht des 29. Juni im feindlichen LFeuer über den ALsensund Gesetzt, bat ;ten bei Sadowo stundenlana im Gra inatenseuer der Oesterreicher gestanden und mancisen Eturin erlebt. sit-er zoag Zwar das Alles qepen die Aufreax:ng. s welche jetzt unserer ichuldbelndenen Ge · wissen sich bemächtigte! » »Um 5 Uhr steht das Bntaillon tun-; I Weiterrnarsch bereit«, so lictte derKomi pagniesiihrer gesagt, nnd hier standen wir nun rathlos, von der menschlicher lHilfe so weit«in kinsterer Mitternacht »und in strömendern Regen vor Pragz verschlossenen-. Thcir. 1 Was nun? Hier stehen bleiben und die Morgendämmerung abwarten? — Unmöglichl — Also: »Vorwärts« llautete die Parole. nur sort von hie-, ifort von dein abscheulichen Prog, und zwar so schnell die Beine uns trage-i« » wollen. · » · Jm Marschiren hatten wir ja hin reichende Uebung. freilich aber nicht in »Lackstieseln,« die wir jetzt zu allen Teufeln wünschten Aus gut Glück I wird ein in entgegengesetzter Richtung «siibrender Weg eingeschlagen —- Wir peitschen und peitschen, das Wasser läuft «uns am Rücken herunter big in die Stiefel, die Vorstand aber. die Vor Istadt mit deni cxctliiirmten Rathhaus-, ; sie kommt nicht. s So waren wir in wesentlich andere zStirnniung als bei unserer Herssbrt Iwolsl eine halbe Stunde in wahren Sturtnmarsch menscan als mir scie; Ilvärts der Landstraße in einiger Ent i fernung ein Licht erblicken. z Ein Licht inmitten dieser unheilvol llen Finsterniß. Und wunderbar, als xcb dieses Licht uns Rettung drinnen ; müßte aus der Noth. —- tvir attnneten Eerleichterten Herzens aus. Durch den j tiefen Chcusseegraben, querfeldein über zrserschiedene Decken und eine niedriae Gartenrnauer führt uns der Weg in ei I nen partartigen Gaxten und dort end , lich an das erleuchtete Fenster. l Wir klopsen Es ist der Partie: ei: zner stattlichen Viller. der nach unserem IBegehr zu fragen scheint, — scheint, — ;de·nn er sprach tschecliiset und verstand i kein Wort deutsch. Nur soviel machten z Evtr ihm tlar dutchGestilulationen, das-, er das Hofthor uns ifssnenund den Herrn des Hauses Decken solle. Bald schen wir in den Corridoren des Hauses Lichter sich hin und her be wegen, und jetzt erscheint in dem sich ösfnenden Hauptportale die hohe, Vor nehnie Gestalt eines beiabrten Herrn in rothplüschenem Schlafrock Er er tennt uns sogleich als vreußische Osti ziere, nöthigt ungeachtet unseres schmutzbespritzten Aussehen-Z in gutem Deutsch uns höflich in eins-Zimmer und nimmt theilnehmend unseren Bericht entgegen. « «-r.0·k C JU, lllklllc -1«,’-(Llcll, UU lUUlUc qslfltcll ja gern helfen. meine Equiaaae Ihnen mit Freuden zur Verfügung stellen, bin auch meilenmeit in1 Umkreise hier he Urtheil jener, die jene Lichtfiille, jene kannt, aber rrenn Sie mir weden den Namen Jlireå Quartietwiribezs, noch den deg- Orteg nennen tönnen so weis-. ich ja beim leiten Willen nicht« wohin ich Sie fahren lassen soll! Könnens-te mir nicht Wenigstens dag Schloß oder die Persönlichleit des- Besitzers näher beschreiben?« ' Während ich nun mittheilte, von dem Fenster meines-, nach dem Schloßpnrt hinaus gelegenen Zimmer-J ein kreis förmiges, von schwarzem Marterort-an de eingesaßteg und mit Schwanen de völlertes Wasserbassin kemerlt zu ha ben, und ein anderer Kamerad ein Bild des Schloßhetrn zu entweifen versuch te, rief unser liebenswürdiger Willen besitzer vergnügt dazwischen: »Ah, nunI uin ich orientirt. Das ist in mein au tee Freund X! Nun. meine Herren,« sind wir aus aller Verlegenheit! Ich gebe sofort Befehl zum Anspannen, und in zwei Stunden sind Sie an Ort und Stelle. Aber nun schnell einen Kon nal und ein Gliiåchen Portrvein, dag wird Jhnen gut thun« Wir strEmten utser von Glück und Dankbarkeit, und nie hat ung ein Glas Portroein herrlicher aernundet. z Wann drüctteu wir die Hand unse res Retters und bald saßen tritt aber mals in einer herrschaftlichen Equipas »ge, deren sanftes Wiegen uns schnell lden festen Schlaf der Jugend finden Wiese. i Als der Kutscher, die Waaentbiir l öffnend, uns writte, leuchtete von Osten I her das erste Morgenrotlt uns entgegen, " der Regen hatte aufgehört, und wir be fanden uns wirklich und wahrhaftig im richtigen Kontonnement. und zwar-, « wie wir wohlweiatich dem Kutscher at fagt hatten, — nicht vor dem Schlosse selbst. sondern mitten im Orte. denn das Rollen des Wagens sollte »Mein störenl« l Mit llingender Münze trugen wir dem Kutscher nochmals unteren innig-· sten Dank auf an seinen gütigen Deren und eilten schnell, doch möglichst ne ritnschlps in unsere Zimmer auf dem Schlosse, —- um flink Stunden später-, nnd r diesmal mit Demant- und Bett schied-, abermals durch das uns me II wohlbekannte Um in Preis einzurücken. — denn es war inzwischer der mit allqemeiner Freude begrüßts Befehl eingetroffen, daß wir nun dock mehrere Tage der Ruhe dort pfleger sollten. — Niernand außer unserem wohlwol lenden Kompagniefiihrer bat je von un serem Abenteuer erfahren. Von uns Vieren aber bin ich de1 einzia Ueberlebendr. —- etn alte-r pen sionirter Stabaffizier, —- die anderen Drei haben m treuer Pflichterfüllung auf Frankreichs Schlachtfeldern ihn Herzblut vergaffen und ruhen dort in fremder Erde Ehre ihrem Andenken! Sternwarte-pay ’I,. — (Von Offit.) Die Nacht sanl herab . . . . Ganz der-« loren in einem tiefer Sessel, einein von den bequemen, ai: uns einhüllen und gleichsam festhalten, in einem Boudoir, das ganz weisz war wie frischer Schnee« saß die junge Frau träumend. Alles tror weiß und lieblich und reizend um sie ber, und alles das sah ihr ähnlich. Den Kopf aus die band gestützt, glich sie einer blassen Rt e, einer sehr sel tenen zarten weißen Rose, von einer besonderen Weiße, ohne Glanz —- und ihre großen Augen traten das Einzige, trag Farbe hatte in ihrem Gesicht. "Sic hatte einige Bücher und die Zei tungen vom Tage —- —— —- Freitag, den 13. November — — —- neben sich. Den ganzen Tag iiber vor lauter Besu ck;en von Schneiderinnen war sie nicht dazu gekommen, die Zeitung zu lesen, und nun entsaltete sie sie. . «ßSie überslog das Inhaltsverzeich ni . Aus der Gesellschaft . . .. Neuigkeiten vom Ausland: »Jn Bra silien.« Deputirteniitammen »Die Sirt-den« tion der Oder." Verschiedenes: »Sternschnuppen.« Und plötzlich wurde durch dieseWorte die ferne Vergangenheit in ib: herauf beschworen und ibr Interesse wurde mächtig angefacht. Sternschnuppenk . Sie sah sich wieder als ganz klei res- Mädchen, im Pianetleid und in Strümpschem mit ihrer alten Amme Cbristinr. Und sie erinnerte sich noch sehr zrohl der phantaitiscben Erzählung ihrer verstorbenen Schwester Veronita iiter diesen Gegenstand-. Sie lächelte bei dem Gedanken on den tiefen Glauben, den sie damals in die geheimnißvolle Macht der Stern schnuppen geseyt hatt:. Man mußte sich irgend etwas wün schen! Z. B. viele Erdbeeren zu essen im nächsten Sommer. rder glücklicher Besitzer eines Spielzeztgg aus dem ,,Nain:Bleu" zu werden « turz, irgend ein solcher Wunsch von gleicher Wich tigkeit — — die Hauptsache war, den Wunsch auszudentem iin gleichen Augenblick, wie der Stern fiel. Sie erinnerte sich genau, trie sie ein mal Nachts ausgestanden war. im lau gen, schleppenden Nachtlleid, wie es die ganz Kleinen tragen, in das sich ihre lleinen stoßen Fiistchen verwickelten — oattz leise, vorsichtig schleichend wie die Indiana thun, und mit unerhörten Listen, die sie aus einem Buch geschöpft hatte, « einer Erzählung vollSehrecken oon den Nothhäuten —- batte sie sich aus ihrem Bett gleiten iassen und sich bis zur Terrasse vergewagt. Dort, wo jede unmittelbare Gefahr abgewendet war, hatte sie sich wie eine Schildwache aufgepslanzt, weil beim Friihstiick ein Herr besagt hatte, dasz es gerade in die-· ser Novembernacht Sternschnurpen reg nen würde. Sie hatte gut zwanzig Minuten ge wartet, immer wie einen Rosentranz den Gegenstand ihres Wunsches mur melnd, um den günstigen Augenblick nicht zu versehler —- denn wenn man auch nur einen Augenblick zu spät kommt, helsen alle Bitten nichts mehr, und der Wunsch bleibt unersiillt. Sie hatte sich leine tinbischen Sachen gewünscht —- wie ihre Schwester oder ihre Freundin Clarisse es thaten — nein ihr Streben gin höher: »Ich möchte schön seini« Die en Sah hatte sie mindestens sünshundert Mal wie derkoltl — Um etwas trauriger- caaxein yunyrr iiber ihre Lippen. Wie sie am anderen Te e ottsgiezantt wurde, als sie endlich ; re Missrthai eingestand, Da sie eine schreckliche Entri kuna davongetragen hatte! Aber wie nleichqiiltiq nnd ruhig hatten sie auch die sonnen Vorwürfe Christi-eng und sogar- die gransarne Entziehuna ihrer LieblinaäBiichn von Gustave Aiinard gelassen. Trotz alledem fühlte sie sich im inner sten Grund ihres H rzeng sroh und sicher, daß ihr Wunsch in Erfüllung gehen würde, denn sie hatte geduldig gewartet, bis sie einen Stirn, einen mächtigen hellen Stern, hatte sollen sehen —- er war vom Himmel geflogen, einen wundervollen weichen Bogen be schreibend —— und ganz genau, in die sem Augenblick, hatte sie es gesagt: »Ich möchte schön feint« Das war also sichert Jhr kleines Herzchen weidete sich stolz: Sie würde schö: sein! Schön wie ihre große Cousine, die berühmte Laute, dre von aller Welt bewundert wurde. —- Und sie würde auch von aller Welt bewundert werden, sie würde aus Böllen glänzen — auch wie Laura — vielleicht noch mehr, kenn bei ihr waren es die Sterne, die mächtigen, unse l baren Sterne, vor denen sie i re Schönheit hattet — Und das war das Höschste Obrer Wünschen nd Träume ge we en. — Sie lächelt wieder traurig, ein leich tes ironisches Läg-sieh . Und doch war es so getmrnent « ,’ Jhk Wunsch han- sich ekfiiat sie « war sehr schön geworden — und sie shatte auf Bällen gegliinzt —- sehr gegläan — s Sie las den Artikel auf der dritten Seite: »Wie sonderbar« dentt sie, »es ist heute gerade der gleiche Abend, vom 13 zum 14., wie vor fünfzehn Jah ren?« Und wieder vertiefte sie sich in ihre Träume, aber diesmal dachte sie nicht an ihre Kindheit, sie dachte an die Gegenwart. Sie stand auf und näherte sich dein .Fensier. Man lom.te den Himmel nicht gut sehen wegen der hohen Häuser, die egenuber standest Da öffnete sie das enster und neigte sich hinaus l Und sie träumte vor sich hin: Was wiirde ich mir ivobl heute wünschen, wenn ich noch an diese Frage iglauhteP Sie seufzte. zzhr ganzes Leben zog vor ihr vorüb» , ihre Heirath. die auf Uebereintommen der Eltern abaeschlosz sen worden, dann ihr ganzes farbloser und eintöniges Leben, das leer an Liebe und Reiz gewesen war. Würde sie denn niemals jemand lieben? Jhr Herz fängt an, etwas schneller zu tlopsen: Er ist sehr versührerifch, sie sieht das Lächeln seiner vlanenAugen vor sich. , Ein nnbeltimnites ltnbehagen erfaßt sie — wie jedesmal wenn er sie an sieht« —- Haben sie nicht etwas har tes, etwas kaltes und grausames diese Aug en? » Sie sieht nach dem himmel: »Was soll ich mir wünschen?« dentt sie Denn sie glaubt wieder daran —- ihr scheuer kindlicher Aberglaube ist wieder da, in voller Kraft, mächtig und bezau bernd. —- I »Was soll ich rni: wünschen?...." Daß er mich liebt?.. .. Nein, daß er mich wahrhaft liebt!.... Warum ist er doch gestern nicht aetomrnen? . . . .« : Aber wie fehr sie sich auch zum Fen ster hinaus-beugt sie sieht keinen fallen den Stern. l Und sie dentt weiter: ; »Daß er mich liebt, ist sicher . . . Aber seine Augen sind fa hart! —« ( Und plötzlich stillt sich ihre Seele m: t» Trauer. ; »Ich bin recht unglücklich«, denkt sie. - Da wie eine Erleuchtung tornrnt es til-er sie: »Ich möchte qliicklich fein! Das ist es, was ich mir wilnschen n use!" Eine große köstliche hoffnuna stieg in ihr auf, denn die Sterne lügen nicht! ! Und auf einmrl scheint der Himmel vcn unzähligen flimmetnden und be weglichen Lichtern zu erglänzen! ! Eines nach dem anderen beschreiben sie ihre lange anmuthige und biegsarne Li nie Da ftreett sie vrller Entzücken ihrej beiden Arme aus und beugt sich vor: »Ich möchte aliietlich fein!« murmelte sie. mit firablersden Augen nnd einem Lächeln ewiger Glizctfelialeit auf den Lippen. Mehr und mehr beugt sie sich dor, fortwährend wie eine Zauber-fors inel die Worte nurn.elnd: »Ich möchte glücklich sein«-« -——· I Da plötzlich verliert sie das Gleichs gewicht und gleitet in die Leere hinaus, wie ein großer treißer Vogt-c Die Sterne liiaen nicht! Sie sites-, nicht einmal einen Schrei aus, sie fiel förmlich sanft gegen einen spitzen Stein, ihre Schläfe feirbte sich; zriit rothen Tröpfchen ured das war die einzige Farbe in ihrem Gesicht, denn ihre grotzen Smaragd- Augen hatten sich geichtvssen l Scnst wurde sie gar nicht entstellt, sie litt nicht im geringsten! , Sie blieb schön und aus ihren Lip-: den .,ing ein teliges Lächeln . —Eine aberglitubige Person die vor überging, meinte, daß an diesem Unfall der Taa schuld sei, der Freitag und deei iDreizehnteW W sollst-erse. » ..-.. i Ein französischer Journalift begab sich, wie das »Journat veö Debat5'« er-; zählt, im verflossenen Winter nachj lBriisset In feinem Gepäct hatte ers ein PaarStyniirschth die er noch nichts getragen hatte; dri- tann Jedem pas-s sieten, und der Zeitungsmann war sich« teineg Vervrecheng bewußt. Der hel gische Zollbeamte, der das Gepäct an ver Grenze untersuchte, war nicht der« Ansicht. Er spürte sofort die neueni Schuhe auf und fragte tnit der feierli chen Amtsmiene eines Großinquisitor5:; »Was ist das l)ier-’«———-»Da5 find wahr-l -sdteinlich Schuhe«, erwiderte der Zank-; ’nalist, Der den Ernst der Lage nicht be: ? «griff. »Nein Schuhe?« ,,Jawohl,; ganz neue Schuhe.« -—- »Aber dannk müssen Sie ja Zoll zahlen, wissen Sie; das-"' — Er wußte, daß er mußte,; und er zahlte. Der Herr hat uns selbst » die Quittung gezeigt, auf welcher vers ’aanzen Mit- und Nachwelt mitgetheilti wird, daß er 4 Fr. 50 Cent. bezahlt! -hat, weil er »gegerbte3 Leder« nachBel-l « ien einführte. »Gegerbtes Leder als - ezeichnung fiir neue Schuhe ist ohne sZtveifel ein ebenfa- eigenartiger als sdichterisch vertvendbarerAusdruck. Ahert Ovie herren Zollbeamten haben nochs weit gewählten Ausdrücke. Das soll-T te jüngst ein fchtveizerischer AnthropoY lage erfahren. Der Gelehrte lehrte von einer patagonischen orschungöreise zurück rnii einer großen nzahl Kisten, vie patagonifche und andere S Sidel enthielten, die et während seiner an der abrten gesammelt hatte. Die schweizerische Zollbethde öffnete die Kisten und gerieth in die größte Be Mstms und Unsre ung. Solche are hatte man n nie gesehen. sNach langen Berathungen theilte man den-. Anthropologen mit, daß seine Schädel wie gewöhnliche Knochen be shandelt werden und den Einfuhtzoll snach Gewicht, so und soviel auf 100, Kilogrnmm bezahlen müßten. Der ge-: Zwissenhosie Gelehrte war empört und !crllärte, daß es eine Ungehöri keii sei, iwenn man Ueberreste von Menschen wie’ i ewöynliche Knochen des ersten besten I hieres abschäden wolle. Gegen alle Erwartung machte dieser Beweisgrund iEindruci. Die Zollwächter ließen die »fiidnmerilanifchen Schädel frei ein führen, indem sie sie in folgender Weise ’bezeichneten: »Gebrauchie Effekten Hhalbwildet Völkerfchoften.« W Titus s. v. Huttenle Vetesem ’ Gewiß hat manche Leserin Wilhelm v. Huniboldt s Briese an eine Freun din gelesen, vielleirg aber wissen nur wenige» dasz diese » ame eine einfache Bluinenarbeiterin war. Charlottrhils debrand, so hieß die Dame, war die Tochter eines Postens-, verheirathetei sieh mit einein Dr. sur. Diede, wurde nsch sunfjähriger, unglücklich-er Ehe Witt « we, verlor ihr Vermögen und war dar aus angewiesen, sieh selbst zu ernähren. Zu ihrem Vergnügen hatte sie zuweilen versucht, Blumen und Blätter der Na tur nachzuahmen Sie sing nun an, dieses in rößerem Maße zu betreiben, miethete Pech ein kleines Gartenhäus chen, in dein sie mit ihren vielen jungen Mädchen arbeitete; die Blumen zur Vorlage und Nachahmung zog sie meist selbst in dem tleinen Gärtchen. W. v. H. hat sie einst selbst dort besucht, sich sehr über die hübschen, fröhlichen Mäd , esiehter und die anmuthige» dorti fche esehiistigung gefreut Sie hatten sieh als- ganz junge eute aus einer Nei se in Pyrmont kennen gelernt, waren drei Tage beisammen gewesen und hat-· ten so viel Gefallen aneinander gefun den» daß W. v. H. ihr nach der Mode damaliger Heit ein Stammbuchblattt zum Abschied überreichte» mit den Wor ten: «Gesiibl siir g Wahre, Große und Schöne adelt die Seele und beseligt das Herz; aber was ist selbst dieses Gefühl ohne eine initempsindende Seele. mitz der man es theilen lann2« Dieses« Blättchen benutzte Ch. H. nach 26 Jah-« ren, um sich dein großen Staat-mini-· sier in Erinnerung zu dringen und um! seinen Rath zu bitten. Und wie lie benswiirdig und erfreut antwortete ihrs derselbe. Er bat fie, vorerst ein Darle- i hen von ihr-i anzunehmen» um ein Jahrl ihrer Gesundheit leben zu lönnen und dann einen Beruf zu erareisen, denni Arbeit, welcher Art sie auch sei» schön oet nie den Menschen« im Gegentheil» sie adelt ihn. Unter Anderem sagte er: »D-ie Stimmungen der Seele find deiii Walten zu vergleichen, die bald licht unt-FI hell, bald dicht und finster ausaet iirrntj einherziehen. III-Z laßt sieh n: cht immer sehen, woher sie! Immen wohin sie rie hen »aber die Sen ne verscheucht sie. Die Sonne für das Gemiith ist der Wille und wenn dieser nicht ausreicht, der Glaube Aus beiden neineinsani ent springt der Friede der Seele» den Jeder T bedarf, ebenso der im Glanz LebendeJ wie der mit Kummer Beladene. " H e d w i g. -..... ».-·-o- s s-— essrtravaganzen einer Kaiserin. i Jn der Pariser »Revue des deuxf Mondeo« erzählt Fiederic Masson überZ die Lebensgewohnheiten der iiaiserinj Josevhine neue Einzelheiten Zu jeder-F seit und In jedem Orte, wo sie sur türzere oder liin ere Zeit Wohnung-» nahm, mußte ihr ein Nevrafentationgss Salcn zur Verfügung stehen« in demi ellecs tvrannischer Etiauette unter-vor « sen war. Dann beansprnchte sie einl überaus luxutiög eingerichtetes Wohn zinrmer in dem fie, wie in ihrem Bau doir und Schlasziminer, hestandigBer ünderungen und Verschönerungen vor nehmen ließ. Allein für ihr Schlafsan mer wurden in einein einzigen Jahre 99,982 Fr. verausgabt, ohne daß die. Auestattung des Raumes die Kaiserin nun auch wirklich befriedigt hätte. Die anentuvAufnahrne ihres Troufseauo reß ersehen, daß Napvleons Gemahlin etwa 500 Hemden besaß, von denen das einfachlte 200Irancs gekostet hatte. Ihre Toiletten waren von unbeschreib licher Pracht und zeugten gleichfalls von unvergleichlichem efchniack. Wie tostbar ihre Rohen genesen sein müs sen. ersieht inan aus dem Umstande, dasz die Rechnungen für Kleider und Hüte in dem Zeitraum von sechs Jah ren die Totalsi.mme von 1,«"«f).« Franks erreichten Der Friieur Jos vhineng war der seiner Zeit sehr he: ; ruhn-te hoariiinstler Duplay, der für seine Dienste bei der Kaiserin ein fähr liches Gehalt von 42,000 Urancs be zog Mit welcher Sorgfalt die gefall süchtiae Frau die Spuren der Zeit von ihrem Gesicht fern zu halten such te beweist die Summe von 3447 Fres» die «n einem Jahre für Puder und Schminle verbraucht wurde. — Ein älterer Adel. A.: »Wir stam men aus einem Adelsgeschlechte das Schon vierhundert Jahre existirt.« »Ach Jvtt vor vierhundert Jahren da wurde meinem Jrvßvater bereits der Adel abetlannt. « —- Neue So bildung. Lehrer: »Ver suche einen a mit sder Präposition »iiber« zu bilden. — Schlil er: »Das Verd» . deö Pferd» ——— Lehrer: anz gut, nur weiterl«'-—— Schiilkkx »Das Pferd sptillgi« «:——Lehrer R«ichti das P erd springt über ) . . L Schiner- ,.Dai Pferdl Ispringt itt-er dem, daß man ej liheltl« In der Fremde. Wenn du in der Fremde weilest, Lernst du erst die heimath schönen, Lernst du, daß die schönsten Länder Nicht die heimath dir ersetzen. Und je weiter du gezogen« Und je länger dein Verweilen. Um so heißer dein Verlangen: Könnt’ ich wieder heimwärts eilen! — Hab’ das beste mitgenommen, Was die Heimath mir gegeben: Eine treue deutsche Hausfrau, Deutschen Sinn nnd deutschesSlrebem Deutsche Lieder schmücken freundlich Unser keim im fernen Osten, Unsre 'ieb’ zum Vaterlande Kann in Japan nimmer rosten Und das Bühleim das uns beiden än der Fremde ward geboren, « oll ein rechter Deutscher werden, Wahr und treu, so ist«-« geschworen. Held im fernen Lande also Mir ein deutsche-Z Heim gegründet, Dnß ein quälerisches Heimweh Nicht den Weg zum Herzen findet. Doch das stille, süße Sehnen Nach der Heiinath fernen Räumen Will ich nähren, will ich pflegen, Und im Wachen selig träumen. Tolio. AdolphWendt. per-e von Moses auf Modus tin Casella-ed Ein Birnbanm in seinem Garten stand, Und lakn die goldene berbsteszeit Und die Birnen teuchteten weit und breit, Da stopfte, wenn s Mittag vom Thur eicholl Der von Nibbcck sich beide Taschen voll, Und lam in Pantinen ein Junge da her, So rief cr: »Jur:ge, w: «st ne Beer?« Und kam ein Mädel so rief er: »Liitt Dirn, Lamm man riiwer, icl hebb’ ne Birn. " So ging es viele Jahre, bis lobesam Der von Ribdeck auf Ribbecl zu sterben lam Er fühlte sein Ende. H war Herbstes zeii Wieder lachten die Birnen weit und breit, Da sag-e von Nibbea: »Ich scheid nun a.b Legt mir eine Birne mit ins Grab«. Und drei Tage daraus, ans dem Dop peldcebth Truaen von Ribbeck sie hinanH, Alle Bauern nnd Bist-Zier mit Feierge i t Sangem »JesuH, meine Zuversicht«, Und die Kinder klar-. en das Herze set wer: »He is dod nun Wer a: wt nng nu ne Beer?« So llanien die Linden Tas- war nicht recht, Ach, sie lannten ten alten Ribbeck schlecht, Der neue freilich der tnausert und spott, Hält Pakt nnd Birnbamn strenge ver wahrt, Aber der aste. vorahnend schon Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn Der wußte genau, was er damals that. Als um eine Birn ins Grab er bat, Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus Ein Birnbaumsprößling sproßt he rang Und die Jahre gehen wohl aus und ab, Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab Und in der goldenen Herdsteszeit Lenkt-let s wie-»du weit und breit Und kommt ein Jung über n Kirch hof htt So sliisterts im Baume: »Wiste ne Beer?« Und kommt ein Mädel, so sliistert5: «Liitt Dirn, Knmm man körper, ict geiv Di ’ne Birn." So spendet Segen anach immer die Des Ribbeet von Ribbreel aus Havels lan Uns dem Hüte-Jenseits — Der Weiszdorn dustet um 's hüneno grab, Ich scl)ali’ über Wiesen und Felber hinab Hum blauen Meer, das ruhig träumt, Den Himmel spiegean vom Wald umsäumt· Ein leiser hauch die Gräser bewegt Jet) lausche, ob nichts in der Erde sich teg , Ob nicht in heißer Mittagggluth Dkk Schläsee month-it der Minnen tu . - Still Alles, es webt nur leise der Wind, Am Zügel unten spielt still ein Kind, Es leuchtet die Fluth jiber ’s Wiesen geun Und Weißdoknbiische das Grab um blii’n. G. D o e h le t. — Stets derselbe. Gastwtrth Cum Kellnek, vor dem Gast): »Wie können Sie dem Herrn einen solch« an ehe-ate nen Rehtücken bringen, Sie E ell« — Gastwitth Tuns Kellnek tn der Küche): »Mit en S e denn gleich die Speisen, dte e n Gast nicht mag, zueückteager Sie Esel!m «