Grand Island Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1893-1901, January 29, 1897, Image 1

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    Grand Island
MEDIUM
YMM
Jahrgang 17.
Grund Island, Nebraska, Freitag, den 29. Januar 1897. f
Nummer 21.
Eine blutige Fabrik.
Es dürfte, so schreibt ein Wienek
Blatt, nicht allgemein bekannt sein,
daß Fray Bentos in del siidamerila
nischen Republik ilruguan der Ort ist,
der uns den Liebig’schen Fleischextralt
liesetl. Detim Jahre 18753 verstorbene
· berühmte Ehemiker Licbig hat sich selbst
nicht an dem Etablissement betlseiligh
et hat nur die Methode erfunden, den
Fleischsaft zu ionzcntriketn
Zn den Schlachlnausern von Fray
Bentos geht es nun ganz merkwürdig
zu. Eine verblüssende Rolle spielt schon
der »Bekrötl1cr,«« das ist der Ochse,
welcher durch seine List die zu schlach
tende Heerde in’s Verderben führt.
Diese muß aus einer limiaunung in
einen langen Gang getrieben werden,
ans dem sie in das Schlachthaus ge
langt. Der Gang ist absichtlich weit
ausgedehnt, mn die Heerde nicht vor
der Zeit durch den starken Blutgernch
zu beunruhigen. Der »Verriither« wird
eigens siir seinen hiiszlirhcn Beruf ab
gerichtet nnd steht in hohem Ansehen.
Während man in Froh Bentos siir
« einen gewöhnlichen, »:.hrlichen« Ochsen
87 bezahlt, kostet ein guter »Traditore«
gegen 830. Er geht vor der Heerde in
den langen Gang, und diese solgt ihm
in ihrem Heerdengeiiihie in vermeint
licher Sicherheit. Wenn die Tcte der
Ochsen das Schlachthaus erreicht hat,
weiß der ,,Verriilher« es so einzurichten,
daß er der Leute bleibt. Dann tritt er
durch eine ihm bekannte Seitenpsorte
in's Freie, wo er sich niederlegt und in
Gemiitheruhe schlast, bis er berufen
wird, eine zweite Heerde in den Tod zn
führen.
Wenn man sich einem solchen
Schinchthausc, in welchem durchschnitt
lich täglich 400 Stint Vieh geschlachtet
werden, nähert, so hört man das gleich
mäßige isserausrh des Zahnrades Das
Geräusch bedeutet, dan das Schlachten
. im Gange ist« Hat nämlich der »Ver
riither« die Ochsen verlassen, so dran
gen sie in dem langen Gange vorwärts,
welcher letztere immer enger wird, so
daß schließlich immer nur ein Ochse
hinter dem anderen Plan hat. Arn Ende
des Ganges befindet sich eine bewegliche
Eisenplatte, über die eine schmale
Brücke führt. Oberhalb dieser Brücke
ist ein Galgen mit einer Rolle ange
bracht, über weiche der lange Strick
eines Lassos läuft. Diesen hiilt ein aus
der Brücke besindlicher starker Kerl in
der Hand. Sobald die Heerde diese
Vortichtung sieht, stemmt sie sich mit
aller Macht an den Boden, um so weit
wie möglich von der Brücke zu bleiben.
Jetzt wirst der auf der Brücke sitzende
Mann den Lasso über die Hörner des
vordersten Ochsen und laßt ihn dann
seiner Hand entgleiten, woraus sich der
Lasso gleich einer Violinsaite zwischen
dein Ochsen und der Rolle des Galgen-z
spannt und das Thier trotz seines ver
zweifelten Widerstandes an den Hor
nern unter die Brücke zieht. Es gleitet
aus der beweglichen, mit Blut liber
strdmten Eisenplatte aus und stillt.
seht wird der Lasso abermals von dem
Zahnrad angespannt; der Lch e kommt
mit dem stops an die Brii e, gegen
welche sich die Hörner stcmmen. Der
Kopf ist nun unbeweglich, und der
Kerl, der »ihni deit«i«asso über die Hör
ttvt grillt-Hut qui, stutzt usu- uut eure-u
langen Schwunge einen langen Dolch
an der Stelle, wo die Halowirbel nn
sangen, in's Genick, wao den Tod zur,
Folge hat. Das Zaitnrad beginnt wie
ber seine Tlsatigteit; die Rolle wickelt
den Lasso ab. Zwei starke Männer
ziehen den Ochsen unter der Vriitte her
vor. Der Lasso ist schon wieder in der
Hand deo lierlo ans der Brune. Er
zieht einen anderen Ochsen net-an, das
Zahnrad arbeitet wieder-, und so geist
eo weiter, bitt etwa -tu0 Ochsen il)r
Erbenwallen beendet haben
Die getodteten Lchien ziebt man
seitwärts und legt sie, etwa drei Meter
von einander entfernt, inn. Hier wer
ben die . aut, der Kopf, die Hast-, dao
Fleisch n zwei bio drei Minuten von
den Knochen abgelost· Dat- Blnt aus
der ganzen Anstalt fließt durch Ninnen
in einein Basjin zusammen, wo ee an
der Sonne trocknet. Tie abgezogene
attt trägt ein Arbeiter tnit einem
aken sort. Die Finochem die Hörner,
die Hase und Eingeweide werden auch
sortgebracht. Die Fleischntasse wird aus
Blinken geordnet; die Betten werden
abge chnltten, die dicken Theile so tier
geri tet, dasz dao Ganze sich gleich
tttilßig ans eine Lage Salz ausbreiten
list and oben wieder mit Salz bedeckt
wirb. So bleibt das Fleisch einige
Stunden liegen, wird dann an der
Sonne getrocknet nnd bekommt dat
Llnoselsen großer Stücke rnnzeliger
Baumkan Alle Absölle werden aus
gekocht und ebensallo an der Sonne ge
trocknet. ;
Wenn dao Fleisch von den Knochen!
abgetrennt ist« atird eo in aroße Kelleli
geschiittet, nin das Fett auemikorhen
Jst dieses entfernt, so werden die Fies
sel lustdicht verschlossen, und dann be
ginnt das Bei-dicken Die Fleischbriihe
kocht, biet in dem liessel nur die Faser
Ukllckbleibt. Tlc Brillse fließt von
selbst in andere Kessel ab, in denen die
letzten wiisserigen Theile ausgekocht
werden, woraus sie dinchiliohrleitungen
in Psannen fließt. Der Saft, welcher
schon bis zu einem gewissen Grade
verdickt ist, wird beim Erkalten all
mälig noch dicker. Bevor dael letztere
eintritt, siillt man ihn in die Gefäße,
in denen er versandt wird. Die ausge
lochten Fleischreste werden gedcirrt und
dann in Mühlen zu einem Fleischmehl
vermahlen, welches dem gewöhnlichen
Mehl sehr ähnlich sieht. Dieses Pro
dutt dient zur Fütterung von Schweinen
und Geflügel und wird auch iiberfeeisch
verschictr. Die groberen Reste werden
als Feuerung gebraucht. Aus dem
Blute fabrizirt man auch etwas wie
Mehl und benutzt es als Diinger. Die
sei läßt sich jedoch schwer iiberfeeisch
versenden, da er sich leicht entiiindet,
wenn er lange im Schiffe-rannte liegt
Die Stadt Frah Ventod ist klein
und unregelmäßig. Sie liegt an einer
Bucht dee mächtigen Nio llruguah, die
den Schiffen einen guten Anker-blau
bietet. Filiher befanden sich in der
Nähe der Stadt viele Echtachthiiuser,
und die Schiffe siihrteu die Produkte
der Viehzucht aue ihrem Hafen nach
Europa. Jetzt ist sie beendet; die be
nachbarte grandiose Anstalt Liebiget hat
sie foruilich verschlungen. Diese nimmt
einen großen Flachenrautn am Ufer dec·
Flusses ein und besteht außer den
eigentlichen Fabrilögebauden aus einer
Reihe eleganter Cottagee, die von schö
nen Gärten umgeben find. Obgleich
die Fabrik einer englischen Gesellschaft
gehört, wird sie doch ausschließlich von
Deutschen verwaltet.
Der Graf Stechenhelrnsstrapinökm
Der bekannten humorreichen Novelle
Gottfried Mellerd Kleider tnachen
Leute« liegt nach Mittheilung Jakob
Bachtolde, des Biographeu dee Dich
ters, eine wirkliche Begebenheit zu
Grunde. Sie hat sich in der ftattlicheu
und reichen Ortschaft Wadeuetuhl am
Ziirichersee ereignet. Jn den uieriiger
Jahren tauchten dort ein Abenteurer
und eine Dante, die fiir feine Mutter
galt, als Graf und Grasin Ziechenheiin
—.5iellcr gab dem Graer den Namen
Strapinely-—auf. JllWirtlichteit war
der Graf ein Schneiden die Mriifin
eine Schauspielerin Die fpiendidc Art,
mit der die feinen Leute austrater zog
rasch die Augen der Wabeneiunler Ilio
tabilitaten aus sich. Der HerrGraf
spielte rnit den fungenHerren Billard,
ritt, schoß, tanzte und trank Champag
ner mit ihnen. Auch die Damen fanden
den hübschen Edelmann mit den ge
brannten Locken ebenso geistreich als
liebcnewiirdig Ein herrlicher Winter
und Friihling gingen vorbei. Die Gra
sin verzog sich sachte nach dein Berner
Oberlande. Der Graf blieb einige
Tage langer; noch waren allerlei Lust
parlien auszuführen, und zum Schlusse
lud er siinimtliche Freunde in seinen
Gasthof ein, unt sie zum letzten Male
zu betvirthen. Ein reicht-e- Mahl
empfing die Gäste. Alles tuar hochber
gniigt, namentlich der Wirth, der eine
-- - ,
. zierliche Note fur ote ganze Heu oeo
gräflichen Aufenthalte-s und den glan
Izenden Adschiedosktiniauø nelien das
leuvert seines erlauchten Gönnerd
legen durfte. Arn Schluß der Tafel
»Nun dao Gespräch auf das unernorte
Glück des Herrn Grasen dei den jungen
Damen von Weidenstan Der Zweifel
daruder, wer die erwählte Glückliche
sei, schien sich lösen zu wollen, als der
Held des Tages mit der Erklärung auf
stand, nicht abreifen zu wollen, olme
ich seinen Freunden entdeckt zu haben.
Zuvor mochten sie ihm erlauben, daß
er auf seine Zimmer eite, um Jedem
aus seiner Rassette das fiir diesen de
stimmte Andenken zu holen. Damit
entfernte er sich, und die Gesellschaft
erschöpfte sich trinkend und scherzend in
Mutlnnaßnngen und Erwartungen.
Er ordnet die lsieschenle,« sagte der
Wirth. Nach einiger Zeit erschien der
Kellner mit einem niedlichen sciiiichen
und dem Auftrage, daß ed geaffnet
werde-, indessen der Graf zu seiner
Herrin eile. Der erschlossene Deckel
enthiillte zunächst die Anweisung
»Nach den Unterschriften auszutheiletn «
Und nnn fand man statt der gehofften
Präsente eine Menge Briefe von
Damenliand geschrieben, alle an den
Grafen gerichtet. »Das ist die Hand
meiner Schwester,« ertönte es hier;
»das die der nieinigen,« dort. Dein
»Wind fuhr es wie eine Erleuchtung
durch den Kopf Er schickte augenblick
lich nachdem Grafen aus« Die Lösung
des Nitthsels fand sich aus dem Boden
» des Witwens« aus dem die Worte stan
ven: »O WadeUSWt o Wadenswyh
Dem Grasen trautest du zu viel « Der
Wirth schrie nach einem Pferde, dem
Fliichtiaen nachzujagen Die angeführ
ten Geladenrn schämten sich jedoch und
beschlossen die gesaimnte gräfliche
Rechnung gemeinschaftlich zn bezahlen
und sich cin zweites Mal nicht mehr
von einem .,(StraIen« preilen zu lass s.en !
Die Nachbarn von Wädenawyh die
Richtergweilcr, IiiiIrtcn an der nächsten!
Fastnacht das ganze Abenteuer als bür
gerliche Komödie auf.
Oeffentliche gelind-teuern
Oeffentliche, das heißt Volksfeste,Y
finden wir bei allen Völkern der Erde
nnd in allen Abschnitten ihrer Ge
schichte. Vormals hatten solche einen
wesentlich religiösen Charakter, später
entfaltete man dabei initunler einen
Luxus, ein Siliaugepriiuge, das oft rein
in s Löcherliche ging Der Alt war das
Schauspiel bei dem Einzug fremder Ge
sandten in Madrid, inRoin und Wien
Wein ist der Einzug des Herzogs von
Nicht-lieu in Wien unbekannt?
Gefolge bestand aus 69 Eguipagem
eine jede mit einem Gespann von sechs
Pferden, welche bunte Schabracken von
Sammet mit Goldstickerei iiud golde
neu Fransen trugen und unter gleich
prunlvoll oerziertem Geschirr’einl)ers
stolzirten An der Spitze jeder trarosse
marschirten sechs Laufen in rotlsen,
mit Silberborten gallonirten Sammet
gekleidet, mit Jacke und Beinkleidern
aus Silberiiich; 50 Bediente zu Fuß
in sclsarlachrotiser ltlcidiing wachten
über die Ordnung in Gemeinschaft mit
12 Heidurten in silbernen Paniern.
Den Zug schlossen 12 berittene Pagen
in mit Zither betresitem rothen
Saminettleiderii. Tie iibrigen Zuge
hörigeii des Zuges waren ebenso pruni
«voll ausgeputzt Die Pferde waren mit
Silber beschlagen.
Als de Briiies, französischer Ge
sandter in Rom, dem Papste die Hei
tath rudwigs des Dreizelsiiien noti
SclUI
fiziren ging, isatte er ein Gefolge von
150 Karosse-n; deiuungeactitet
diese Prunleiitsaltnng uoiii den Ver
gleich mit der an asiatischen Hosen
damals iiblich gewesenen nicht aus« und
daß diese Uluiziige und Prozessioiieu
bis Zum Ursprung der religiösen Kutten
furiickreichem scheint außer Zweifel zu
ein.
Außer Prozessioneu im Dienste der
Religion wurden deren auch häufig be
werkstelligt, um Seuchen oder außer
ewilljiiliche Jiiitureisclseinnngen tu be
Pchwörem fiir welche die damalige Wis
senschaft noch keine Erklärung gesunden
hatte und die man siir unbeiioerkiin
dende Vor-boten l)ielt, deren Wirkungen
die Götter allein unschodtich machen
konnten. Zu fanden vor einigen Jahr
hunderten solch’ offeutliche Stundgebuip
en lsausig statt, uui das Aufhören der
szesh einer andauernden Diirre und
dergleichen zu eiflelsen Den Prozessio
neu ward does Standbild eines Heiligen
oder eine verehrte Reliquie voraus
getrageii, eine Gepflogenheit, die übri
ene auch lieute noch nicht gaui von der
agesordming verschwunden ist; im
Mittelalter aber wurden Prozessionen
bei jeder derartigen Veranlassung in
Szene gesetzt, so daß man sagen sann:
eine folgte gewissermaßen der anderen
auf dem Fuße, bald hier, bald dort.
hälkl
Und daß diese Zchnuspiele oft den
Charakter des Possenhaften und Lacher
lichen trugen, braucht nicht bewiesen zu
werden. In dieser Richtung braucht
man nur die Tlsatsache zu erwähnen,
das; im lit. Jahrhundert die Stifte
lserren der tratlnsdrale von Neintd sich
in der Nacht des heiligen Mittwocho
in Prozession zur stirche des heiligen
Renrigiue hin begaben, ein jeder einen
Häring an ein r rochen -chnnr nach
schleppend, und langes des ganzen Weges
stets trachtend, ans den Oaring seined
Vorgänger-Z zu treten und den seinigen
gegen das nämliche Bestreben von Seite
seines Nachfolger-I zu schinzenx erst
Papst Paul der Vierte schasste diese
lächerliche Hitringeproression ab. In
Madrid, t-issabon, Rio de Janeiro
gibt man atn Elsarsreitag zu Euren der
Paision ein Schauspiel zum Besten,
welches das vorgenannte an Lache-nich
keit, wenn nicht iibertrisst, so doch ihm
vollkommen ebenbiirtig ist: es ist dies
die Prozession von Sankt Georg, wo
man eine kolossale, als Krieger tostii
mirte Gliederpuppe durch die Straßen
der Stadt spazieren stinkt.
Venedig lsat seine Rosenkranzprozes
sion. Die schönsten Jünglinge repräs
sentiren die Engel nnd die Heiligen,
die schönsten Mädchen-die heiligen
Jungfrauen nnd die Mutter Christi;
ein Jedes tragt den Namen der Per
on, die es repräsentirt llnter den
jungen Mädchen treibt sich ein als
Teufel vertleideter Bursche mit Hör
nern und Klauen herunt, der sie durch
lächerliche Kreuz- und Quersprlinge
und verzerrte Stellungen tu zerstreuen
sucht. Die Prozession findet ihren Ab
schluß niit einein auf einer Sänfte ge
tragenen jungen Mädchen, ein Königs
szepter und einen Rosenlranz von fabel
hafter Große haltend; sie stellt die
heilige Jungfrau vor.
Jm Laufe der Zeit sah man groteske
oder lächerliche Figuren sich in diese
zu religiösen Zwecken veranstalteten
Prozessionen einschleichen. Unter die
sen waren der Riese Ganant, der bei
lige VJiichel nnd sein Teufel, sowie
viele Andere. Der Bischof von Arras
protestirte gegen die beiden letzteren,
so daf; diese beiden Individuen bei
künftigen Festiichleiten wegblieben.
aber nicht fiir lange Dauer; sie erschie
nen immer aufs Neue trotz wieder
lsolter Verbote nnd erscheinen heutigen
Tages- nocls, gleich dein Riesen Gayant,
seiner Frau und seinen stindern in
Douai. Der Riese ist sieben Meter
hoch und wird von sechs TUiiinnern ge
tragen; Madame Gayant und die stin
der werden ebenfalls getragen, bediirfen
aber selbstverständlich geringerer Kräfte
zu ihrer Fortschaffung
Seltsame Drohungen.
Das deutsche Volk ist thatsächlich
groß im Ersinnen seitsamer Drohun
gen, die mit abergläubischer Scheu
angewendet werden« Da heißt ed zum
Beispiel: Wenn dn mit dem ausge
streckten Zeigesinger aus Etwas setwa
einen Sterns) hinweisest, so erstichst du
einen Engel.—Wenn du das Brod so
aus den Tisch legit, daß die untere
Seite nach oben gekehrt ist, oder wenn
du Salz verschiittest, so verursachst du
Zank im Hause.——Dat-junge Mädchen,
das bei Tische singt, kriegt einen Trun
kenbold zum Ujiauu.——JT«er junge Mann,
der bei Tische pseist, kriegt eine bucke
lige Frau-Der oder die Unber,hei
rathete, die ein frisches Stück Butter
aufschneidet, muß noch sieben Jahre
bis zur Verheirathnng warten —Wenn
du dir eine Eigarre an der brennenden
Lampe antiindeit, kriegst du eine
schmutzige Frau-Zittern du bei der
Mahlzeit an einer Tischecke, so kriegst
du eine biise Schwiegermutten-Eine
Fran, welche beim Waschen ihre chsiiite
übernaß macht, kriegt einen trunkenen
Mann oder-schon verheirathet—macht
ihren Mann zum Sausen-Lege bei
Tisch dein Messer nicht so, daß die
Schneide nach oben gerichtet ist, sonst
werden die Engel, die unsichtbar durch
das Zimmer schweben, sich in die Fuße
schneiden.——
Selbstverständlich besteht in diesen
Surichwörtern zwischen Ursache und
Wirkung absolut kein Zusammenhang;
wer ihn annehmen wollte, wäre ein
Aberqlänbischer strengster Observanz.
Der Deutsche hat einfach im Sinne,
zu sagen: Bei Tisch singen oder pfei
sen, ist unsehicklich DieMesserschneide
nach oben ruht-m das Brod verkehrt
hinlegen, sieht haßlich und unordentlich
ans-. Tie Butter muß Zuerst älteren
Leuten dargeboten werden, die sie dann
anschneiden mögen ; junge Leute diirsen
sich nicht vordriingen, sondern sollen
alteren den Vorrang lassen und so wei
ter- Da mag nun der Deutsche bei
allen derartigen Unziemlichkeiten nicht
immer und ewig trocken sagen: Das
schickt sich nicht! Denn das wiirde von
Kindern ja kaum verstanden werden,
und siir Erwachsene wäre ed beschämend
und beleidigend. D’rum greift er in
das heitere Gebiet der Phantasie und
erfindet irgend eine harmlose, neckische
oder auch komisch furchtbare Folge, die
aus dem nnsrhicklirhen Thun hervor
gehen werde. Eine sehmutzige oder
buckelige Frau kriegen, ist doch schlimm ;
norh schlimmer ist es, sieben lange
Jahre aus einen Bräutigam warten
müssen, und nun gar eine bose Schwie
germutter kriegen in unseren Tagen!
Noch mehr solcher sonderbarer
Drohungen und Forderungen gibt es:
Wenn man Zum Beispiel eine Gri
masse schneidet und die Glocke schlägt,
so bleibt das Gesicht in dieser Verfas
sung. Tie Glocke ist gewiß nicht schuld
daran, aber man gewohnt den Kindern
aus diese Weise iilile Gepflogenheiten
ab. In der kiieujahrenacht muß man
Fische eiien und die Schuppen in den
Geldbeutel thun, um das ganze ahr
mit dein nöthigen Mammon ver orgt
zu sein. Oder man darf nicht mit dem
linken Fus; aus dem Bett steigen, man
must also mit dem rechten zuerst heraus,
sonst geht ed Einem den ganzen Tag
nicht gut. Wer einer Leiche begegnet,
muß flugs etwas Glänzendes anfassen,
sonst geht ihm das Geld aus. Wer
Wein in ein noch nicht völlig geleertes
Glas gies;t, bekommt leeitttiatismus.
Welcher Zusammenhang besteht etwa
zwischen dem vorzeitigen Einschenlen
und dem Rlseititiatidtriud; kein Arzt
wird ihn finden. Fiir den Kulturhisto
riter aber wäre es gewiß eine dankbare
Ausgabe, alle diese Drohungen und
Forderungen bis zu ihrer Entstehung
m veriolaen. Sickter sind interessante
I
Aufschliisse zu ermatten, denn all’ diese
Dinge weisen zweifellos ein hohes
Alter aus.
Eip
.». Geschwindigkeit des-I
Golfftromes beträgt im Mittel
fünf Kilometer in der Stunde. An
manchen Stellen aber erreicht er eine
Schnelligkeitvon acht Kilometern, und
die Oberfläche des Golfstrornes er
scheint dann bei klarem Sonnenscheine
wie eine Schicht flüssigen Feuers.
Preisgetröut wurde der
Prinz Henry von Orleansh Die!
französisclse Academie der Wissenschaf- i
ten verlieh dem Prinzen den 3000j
France bettagendenTschihatschef-Preis,
welcher gestiftet worden ist, um die:
bedeutendsten naturivissenschaftlicheu
Arbeiten iiber Mittelafien zu belohnen.
Mindestens l,500,000
Radfahrer beiderlei Geschlechts
gibt es in England. Die Zahl der Fahr
radfabriten im Lande Albionis hat sich
im Laufe der letzten zehn Jahre von
68 auf nahezu 700 vermehrt. Trotzdem
war es im Jahre 1896 unmöglich, die
drängende Nachfrage ftir Stahlroffe zu
befriedigen.
Sind Sie taub?
Unsere neue aitsfehenerregende Erfindung heilt selbst
die seliiuieriqiten Fiille non Taubheit HL hrensansen hört
sofort oiii. llniijhlige Patienten bereits geheilt. Sen
den »sie- aencine Beschreibung Ihr-r Krankheit, und niir
werden Ihren Fall kostenirei iinterfiichen iiiid Ihnen er
klären, ivie sie Ihr Gehör in kurzer Zeit bei geringen
Kosten wieder herstellen können
Dr. Ludtvig Man-ek
Ohrenklinil, Bei Oft Hö. Str» New York.
Deutsche Yaumschuke. «
Ich offerire auch fiir nächsten Frühling
einen großen Vorrath von Aepfel:, Virnenc,
Kirschen-, Pflaumen-, Pfiriichz Aprilofen:
und ritfsische Maulbeeibäumeux Weint-eben,
Verren: nnd Vlniueuslräucheriu Zier- und
Waldlieinnien, ferner grofie französische, weiße
Alriijchockeihbestes und qefundestes Futter fiir
Zchioeiiie, somie auch Samen folgender Fut
terpflttnreik siasfirsortn Sorghnni, Jerufn
lenisorii, gelber Milo-:Uiaig, Gow Peas nnd
Erkaltplcttteibsein
Wir hatten leiites »Joh- iehr günstiges Wet
ter und find nnfere Bänxsse und Pflanzen da
her ertrri schön und gefund. Preiglifteii seu
den ioir gerne frei per «i!ost.——-Man schreibe
in Deutsch oder Englisch. Adressirt an
(?A lch S()Nl)l«)lkls2(å(-;Blc,
I·’-iii-s)sn-·v, - - Nein-eiser
Eine
Ladung ncncr
Ender
Wagen
feinster Conftrnktion find soeben ange
langt bei
sanfte-minnt et Cosz
Veiiäenn nicht, diese Angwahl von
Wagen zu besichtigen, wenn Ihr einen
gebraucht. Sie sind schön und billig.
Ferner flndet man da
S chöne Möbel
als da sind:
Zimmer-Einrichtungen
Bücherschränken
Scheut-Meye
Saphirs
Kommt-dem
Tischc
Schauselstühle,
Polster-stülpte
überhaupt Alles was man sich an Mö
beln oder Hauseiniichtungg-Gegenstän
den denken kann, giebt es in größter
Auswahl, vom Einfachsten bis zum
Hochelegantesten, die wir zu Spottpreisen
verkaufen, da wir unser Lager anstän
nien müssen nnd in Ordnung bringen
nach den Feiertagen und wollen wir des
halb so wenig Waaren wie möglich an
Hand haben.
saby war krank, wir gaben ihr Gast-Oria,
Ulg sie ein Kind wur, rief sie nach Lasterw
Sie wurde ein Fräulein, und hielt zu Gast-tin,
kli sie Kinder hätte, gab sie ihnen Calixt-rin
Bäume und Pflanzen. Ein volIFZ
Assorfemcnt vnn LI l) st b ä um c n der
b est en S o r t r n, W Preisen den l) a rte n
Z eilen en tsprech en d. Kleinobst in
gro en Luamitätrm Million-In von Erd
beerpflanxeth jehr g e d e 1 l) l I ch nnd g ut
be w u r ; el t. nanft dass V est e m der
Nähe und spart Frucht und Erim-sc Schickt
fitr Prei— liste an North Wind Nut·s(-k-j(.ss,
Not-Oh JZ(-n(1, l)()(1g-«s(’k)..N(-h. 21s-28.
«’I«Ivs01«1»
Sa100n,
118 So deust Str» Gkllnd Jstando
ALBERT V. d. HEYDE
Eigenthümer.
ie pestcn Wingko Liquöre,
Wenieundtfigarwn. . . .
Lange Bros. »Es-wen Lager-« und
Nummer-Busch St Louis Bier
stets an Zupf.
Delikate Suppe mit Fleisch jeden
Vormittag zum zreilnnch
Bestgelegenet Platzf in die Farme
Yie Hchweine Cholera
richte-l unmhunc ·L’«ul»«111nn«nnn
Im ,u1umn«s(m On« XII-um um s
und Ldzcmtm ist nurhw»t911nåk - muss im« vmqu
,I-1a Former htde von dersmdt ilJr himko 500
Schaume-, emy me Avunt «- w 1 r » T « ist«-su
Immer ciqrue Schuld, du«-« ne tonnuk sksh r« thun-m
cdmdkn much dik Rle luki !Huuj«cn n-: nn n« du
Cholera-AMin
Maus-· A, Z« KKON w« !- n. T icsslN Ist go
nmnkl in thun mus unrjsqidsktL - , k-«-u Form-Kr
der dieselbe nach Vorsmkiss gebraut-h ver
liert jsjsmto ei-- Schwein dann die Cholera.
quncne xsihhssnlp 1- ji« um«-« 1c1z «1!.l u( si-. llmskand
non sphmn Ihn-- ni-. .«1«·. uns-« n «-—« must-n, nsucrn
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