Grand Island Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1893-1901, June 22, 1894, Page 6, Image 6

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    - « Arm-tat Lapi-et.
Keule von H. E. F- Urnaud.
(4. Fortsetzung)
Er und kein Anderer. Er sah sehr
verstört aus, und ich nahm gleich an, es
müsse ihni etwas Schlimmeg begegnet
sein. Die gnädige Frau empfing ihn in
dem großen Salon, er blieb keine Vier-»
telstunbe, und ich weiß nicht, was vor
gesallen ist; doch als ich zur gnädigew
Frau zurückkam, fand ich sie in einem’
erbarmungswürdigen Zustand,sie weinte
und seufzte laut· Jch schloß die Thü
ren ab, damit sie Niemand so sähe; ich
versuchte sie zu trösten . . .
Und was sagte sie? . ..
Nichts. Jch brachte nicht ein Wort
aus ihr heraus; bald schluchzte sie, als
wolle sie sich die Seele heransweinen,
bald starrte sie vor sich hin, baß inir
angst und bange wurde. Zuletzt siel sie
in Ohnmacht Und lag mir wie todt in
den Armen. Ich ries nun ihre andern
Frauen herzu, die mir halfen, sie ins
Bett zu bringen. Sobald sie wieder zu
sich gekommen, verbot sie uns, den Arzt
Zu holen und dem Herrn sterprösidem
ten etwas zu sagen; seitdem sprach sie
nur, uin dieses Verbot zu wiederholen.
Sie liegt die ganze Nacht schlaslos und
nininit nicht die geringste Nahrung zu
sich; es sieht aus, als hätte sie die Ab
sicht zsi sterben. Geht das so fort, so
glaube ich, liegt sie, ehe noch vierzehn
Tage verflossen sind, neben dem Herrn
zwarun m oer Gruft unter oer Hei
landskirchr. Das große Herzeleid muß
eine ganz besondere Ursache haben, und
ich ziveifle nicht daran, daß der Adooeat
Loubet der Frau Marquise eine böse,
eine Unglücksnachricht gebracht hat.
Jedenfalls konnte das nur ihn ange
hen und, so theilnehmend sie auch ist,
konnte sich die grau Marquise die Sache»
doch nicht so sehr zu Herzen nehmen. !
Weiß sie Alles, was seitdem ans Licht
gekommen ist ?
Den Tod der schönen Laubettte und
das Verbrechen der Katharina Loubet?..
Nein, Ehrwürden, ich mochte ihr von
alledem Nichts sagen; in ihrem Zustand
sieht sie ohnedies die Welt schwarz. Jch
versuchte im Gegentheil, durch allerlei
Erzählungen und heitere Geschichten ihre
Gedanken zu zerstreuen; doch gelang es
mir nicht. Die Schwermuth, die der
Frau Marquise am Herzen nagt, läßt
sich nicht mehr geheimhalten, und was
soll man anfangen, wenn Besuche nach
dem Papillen kommen? Die gnädige
Frau kann sich ans die Tauer nicht so
abschließen, ohne mit einer Menschen
seele zu reden. Trotz ihrer Verbote
kam ich hierher, den Herrn Oberpräsii
deuten in Kenntniß zu setzen. Was ra
then Sie mir, Ehrwürden2
Jch kann nichts sagen, beoor ich die
Frau Marguise gesprochen, antwortete
der Mönch nach kurzer Ueberlegung:
man erwartet mich im Beichtstulil; doch
gleichviel, ich gehe sofort nach dein Pa
oillon hinan-J.
5.
Alle Fenster in dem Salon mit der
italienischen Einrichtung waren geschlos
sen; sast vollständige Dunkelheit herrschte
in dem weiten Raum, und man vernahm
außer dem Pendelschlag der großen
bronzenen Uhr aus dein Kantinsinis kei
nen Laut. Die Marquise ruhte mit ge
schlossenen Augen, die Hände über der
Brust, aus ihrer Chaiselongue. Sie
schien in einer Art von Erstarrung zu
liegen, jedoch verrieth von Zeit zu Zeit
ein leichtes Zacken, daß die Seele in
diesem Scheinschlummer noch wachte;
schmerzliche Gedanken huschten über die
träumende Stirn, wie wenn Wolken
schatten bei Unwetter rasch über das Ges
filde ftreisenz sie hatte gebetet, ihr Ro
senkranz von Perlmutter war um einen
ihrer Arme gewickelt.
Gnädige Frau, sagte Genooesa, sich
ihr leise nähernd, Seine Ehrwürden der
Pater Athanasins verlangt mit Jhnen
zu reden.
Der Pater AthanasiuH ries die Mar
quise auffahrend, er will vielleicht Geld
siir seine Armen; laß ihn hereinkommen
und gib mir weine Börse, Genovesa.
O-- Mass- --- h- O ------------
« .,
sühkt, näherte sich; seine Augen konnten
in der Dunkelheit des weiten Gern-ichs
Nichts unterscheiden; tappend suchte er
einen Sitz neben Frau von Argeoilliero
und sagte ohne sie zu sehen: Gott sei
mit Ihnen, Frau Marquisel Der Land
ousenthalt bekommt Ihnen, wie ich
hoffe, gut?
» Ja, ehrwürdiger Herr, ich befinde
mich sehr wohl, und denke noch länger
hier zu bleiben
Doch, gnädige Frau, sollten Sie nicht
in völliger Einsamkeit leben; durch das
Alleinsein entwickelt steh der größere
Theil der Seelenkrankheitenz nur Hei
lige haben in der Wüste leben können.
Es ist Unrecht von mir, Sie nicht früher
ausgesucht zu haben; aber die Obliegen
heiten meines Standes lassen mir so
tMnßel Ich habe Kranken
eithte zu hören, Unglückliehen bei
ie.stehen Den Weltlenten bleibt zu
gu- Bergnügungen Zeit übrig, ober
ersenize, der sieh die Ausgabe ge
stellt hat, die Leiden der Armen nnd
Eies-den zte lindern, hat kaum einen
In enblick der Rahe.
» Elende-il der Arme-! unterbrach
ihn dieMorquise: man sogt,Gott liebe sie
te eher-sie, als die Reichen finden Gna
de m ih-. Ich will Ihm-Geld sür sie
zzsistseshtoIeH den rsßten
z i guten rken
sitt ei tnir vielleicht
anrechnenl Man muß an fein Seelenheili
denken, selbst wenn man noch so fern
vorn Tode ist.
Noch sprach sie fo, als Genooefa
einen Fensterladen aufftieß; das Tages
licht drang mit einem Mal in den Sa
lon herein, und heller Sonnenschein de
leuchtete voll das Gesicht der Marquise:
sie war leichenblaß, leichte grünlich ge
färbte Stellen zogen sich um ihre blatta
sen Lippen, und ohne das düstere Feuer,
das in ihren Augen funkelte, hätte man
sie für todt hatten können. Jhr Aus
sehen hatte etwas (7ntsedenerregendeg.
iDie Krankheit hatte die Frische, die
Schönheit der jungen Frau von zwanxig
Jahren vernichtet. Die Falte zwischen
sden Augenbrauen war tiefer eingegra
ben, die Knochen traten stark und eckig
hervor; der Kopf mit den in dichten
Locken heradsallenden hochblonden Haa
ren erinnerte an eine Löwin. Pater
Athanasius erschrak über die rasche,
furchtbare Veränderung.
herr, mein Gott! tief er aus« mit
Ihrer Gesundheit fcheint es mir nicht
gut zu stehen, Frau Marquife, Sie müs
fen viel gelitten haben!
Jch war in den letzten Tagen etwas
krank, antwortete sie kalt; Genovefa hat
mich das Bett hüten lassen. Jetzt geht
es besser, ich bin wieder wohl.
Die Ergebung in den Willen Gottes
ist das einzige Mittel gegen die Leiden
dieses Lebens; er will nicht, dafz Jhnen
in der Betrübniß über den Fall, der Sie
betroffen hat, die Sorge für Ihre Ge
sundheit gleichgiltig wird. Sie müssen
den Arzt kommen lassen, Frau Mar
est-IF
q— .
Sie schüttelte den Kopf, gab dein
Mönch die Börse, die Genooefa ihr
eben brachte, und sagte zu ihm:
Dies ist für die Armen, daß sie für
mich beten. Heler Sie damit, ioo es
noth thut, ohne zu sparen, ehrwürdiger
Herr, und so oft sich die Gelegenheit,
ein gutes Werk zu thun, bietet, kommen
Sie zu mir; die Armen sind die Glieder
des Heilands, man forgt für sein Heil,
indem man ihre Leiden liiidert.
Das war so christlich gesprochen, daß
Pater Athanasius zu dein Schluß kam:
Frau von Argeoillierg sei geistig voll
ständig gesund, erliege aber einem See
lenkumrner, für den sie Trost und Zer
ttreuung in der Ausübung guter Werke
suche, und dazu müsse man ihr Gelegen
heit verschaffen. Die Vorsehung, fo
kam es ihm vor, gab ihm ein unfehlba
lresz Mittel an die Hand, der annen sta
itharina zu helfen, und ini frommen
IGlauben sagte er:
« S Xill Jhre Christenliebe mich dabei
iunterstühem gnädige Frau. so ist das
JLeben eines unglücklichen jungen Mäd
chens gerettet . . .
Die Marquife wurde aufmerksam und
erhob den Kopf.
Es handelt sich uni- ein Verbrechen,
iiin ein schreckliches Ereigniß, von dem
Sie vielleicht nichts wissen, fuhr der
Bis-ich fort; großes Unglück ist über
eine der achtbarsien Bürgersamilien in
sAir, die Familie Loubet, hereingebro
chen: Klara Loubet wurde ermordet,
und ihre Schwester Katharina ist des
Mordes angeklagt . . .
Die Marguise sank in sich zufammen,
ihr Kopf fiel in die Kissen zurück. sie
regte sieh nicht mehr, während der Mönch,
ohne etwas auszulasfen, erzählte, wie
der Mord entdeckt und die Anklage auf
Katharina Laubet gewälzt worden war-.
Die Marquife sprach während der
langen Erzählung kein Wort; ihre halb
geöffneten Augen starrteii oor sich hin,
ohne zu sehen, sie hielt ihre gefchlosfenen
Hände gegen die Brust gedrückt, kalter
Schweiß fchimnierte an ihren Schlafen,
an denen die Ader heftig und ungleich
pochte; aber ihre Haltung blieb ruhia
und unbeweglich
i Nun, gnädige Frau, schloß der Mönch
iseinen Bericht über den tieftraurigen
EFall, werden Sie mit Ihrem Einfluß
dem jungen Mädchen zu Hilfe kommen?
Sie ist unschuldig; Sie würden es glau
ben, wie ich, wenn Sie sie in ihrem Ge
fängniß gesprochen hätten: sie ist ruhig,
ergeben in ihr Schicksal; sie erträgt es
wie eine Heilige; indessen, es liegen Be
weise gegen sie vor, die der menschlichen
Gerechtigkeit uiiividerleglich erscheinen
müssen; findet der Richterspruch statt,
brauche-sites Loubet Lieit nebst-L zu
ihrer Vertheidigung zurückzukehren, so
wird sie zuin Tode verurtheilt. Er al
lein auf der Welt kennt den Mörder-; er
allein kann sagen, wie es sich in Wahr
heit daniit verhält; und damit dies durch
ihn vor aller Welt geschehe, bedarf es
eines Auffchubs der Verhandlung; wird
die Beweisfrift für Katharina erwirkt,
fo ist sie gerettet; werden Sie ihre Net
terin fein, gnädige Frau? i
Die Marquife richtete sich auf; die
schreckliche Lage, in der sie sich befand,
gab ihr für einen Moment die volle
Geistesgegenwart, die volle Verstandes
klarheit und Willens-kraft wieder
Ja, Ehrwürden, fagte sie fest und be
stimmt, ja; nur ist das Mittel, das Sie
vorschlagen, unsicher-, vielleicht unmög
lich. Wo ist Jarqnes Lonbet mit Si
cherheit zu finden? Wird er jemals
zurückkehren? Es geht um feinen
Ko pf . Nein, nein, nicht durch fein
Zengniß läßt sich Katharina retten . ..
Sie bekenne sich schuldig, und ich stehe
für ihr Leben ein mit deni tneinigen, mit
meinem Lebens hören Sie, Ehtwürden,
th Flucht unmöglich, erwirke ich Be
gnadignnY
Durch iefes Mittel wird das Leben
erettet, Frau Marqnife, aber die
ährel . . .
Ein Aufschub würde weder das Leben,
Doch die Ehre retten
Herr-, mein Gott! dann totntne du
der-Unten Unfchnld zu Hilfei rief der
Mönch bestürzt. .
Ein längeres Schweigen folgte. Die
Marquise hatte das Kinn in die Band
estüht, starrte düsier vor sich hin und
schien wieder in tiefste Abspannung ver
sunken. Sie hatte offenbar die Anwe
senheit des Pater Athanasiug vergessen.
Endlich stand er auf:
Jeh komme morgen wieder, Frau
Marquise, wenn ich Katharina Laubet
mitgetheilt, was Ihre Ehrisienliebe für
sie thun will, sagte er.
Frau von Argevilliers antwortete nur
mit einer Kopfbewegung. Schon an
der Thüre, kehrte der Mönch noch ein
mal um; der Zustand, in dem er die;
Marquise verließ, fiößte ihm ernstlichei
Besorgnisse ein, und bei seinem sromnv -
gläubigen Wesen sah er nur ein Mittel,;
eine rasche Wendung hervorzurusen «
Meine Tochter, sagte er in seiner ein
fachen Weise, es ist-lange her, daß Sie
nicht mehr gebeichtet haben; vielleicht
bedarf Ihre Seele des geistlichen Bei
standesgL Sie wissen, welchen wirksa
men Trost ein Sündenbekenntniß, Reue
und Buße uns gewähren.
Frau Argevilliers schauderte und gab
tnit bebender Stimme sur Antwort: Jch
werde an einem der nächsten Tage beich
ten, Vater Athanasiug; ich habe vorher
nbthig, eine Gewissensprüfung mit mir
vorzunehmen.
Genovesa wartete im Vorzimnrer.
Nun, ehrwürdiger Herr, sagte sie,
was denken sie von dein Zustand der
Frau Marquise? Mit Ihnen hat sie
doch endlich gesprochen.
Sies scheint mir geistig gesund, wenn
auch durch die Krankheit sehr angegrissen
sit-h usw-F ruht-O
Jst es nothwendig, trotzdem sie es
verboten hat, den Herrn Oberprüsidens
ten und die Aerzte zu rufen?
Warten Sie bis morgen, Genovefa,
ich spreche noch einmal mit ihr.
Gegen Abend liest Frau von Ärger-il
liers die lshaiselongue, auf der ne gu
ruhen pflegte, nach dem Garten zu
rücken. Den Tag über war es glühend
heiß gewesen; nach Sonnenuntergang
jedoch erhob sich von Zeit zu Zeit ein
linder frischer Windhauch und rauschte
durch die großen Kastanienbäunte der
Terrasfr. Die Blumen, in ihrer Schön
heitsfülle, wie sie die Sonne dessüdens
zeitigt, entsandten liebliche Wohlgerüche.
Jus-min, Heliotrop und Feuernelten er
füllten die Lust mit süßen Düften. Es
liegt in der Ruhe einer schönen Nacht, in
den verschwimmenden Harmonieen, die
wie vom Himmel herab aus den Winseln
der Bäume tönen, ein gewisses geheim
nißoolleg Etwas, das wie mit einem
Zauber die tiefsten Schmerzen bannt und
Herzensangst, sa selbst Gewissensbisie
einschläfert; tzrau von Argevilliers er
fuhr das an sich: auf dieFeniterbriisiung
gestüht, wandte sie ihr Gesicht dem
iIlbendirind entgegen und athmete die
Wohlgerüche ein, die er ihr ,ruwehte.
Für einen Augenblick erlosch das Deut
sieber; sie riß sich los von Vergangenheit
und Ankunft; sie vergaß die zerfleischen
den Martern der Gegenwart; sie ruhte
sich aus- von den Erinnerungen, die sie
tödteten. lfin tiefer Seufzer entrang
sich der glühenden Brust; sie ließ sich in
diesem Wohlgefühl gehen, in dieser Zwi
febensrisi, wie der Unglückliche aus der
Folter, wenn man eine Weile mit der
Qual innehalt. Sie streckte ihre abge
zehrten Arme vor sich hin, ihr Kopf
neigte sich, und dem Genuß des vollstän
digen Ausruhens sich hingehend, sagte
sie leise: Die schöne Nacht! . ..
Als Genooesa sie so regungslos er
blickte, dämpfte sie das Licht der Lampe
und setzte sich in einiger Entfernung nie
der. Alle Thüren standen offen; es be
fand sich Niemand im Vorrimmer; die
Dienstboten verbrachten ihren Abend im
Hause des Pächteri, das hundert Schritte
von dem Papillon entfernt lag.
Tiefe Stille herrschte im Saale; der
Schein der Lampe fiel schräg aus die
fchwarzen und weißen Marmor-platten;
die Grau in Grau gemalte-i Bilder an
den Mauern traten unheimlich zwischen
den Wandabtheilungen hervor; ein schwa
chea Geräufch drang von außen herein:
ei rührte von dem Rauschen des Windes
und Wassers im Pakt her.
als-Li! j- I-- Sk. , »I
ptussiw III-us- uic Wirst-u cillkv Willst
nes wie ein Gespenst in der Thüre des
Salt-as. Genooefa richtete sich von
Schrecken erfaßt auf und rief: Wer
ist ba? . ..
Es war der Ader-rat Lonbet Sein
verwahrloster Anzug, sein nnrasirter
Bart, seine bestanbten Schuhe gaben
ihm das Ansehen eines Diebes oder eines
Bettlers; fein abgeipanntes, von der
Sonne gebraunteH Gesicht erschien tun
zehn Jahre genitert. Ohne ein Wort
Zu sagen, trat er an das Ruhebett der
Marquise heran. Diese blieb regungs
los-; aber ihre Haare firänblen sich; es
war ihr, als würde ihr der Hals non
einer eisernen Hand zugefchnürL Nach
einer Weile sagte sie: Gehen Sie hin
aus, Genovefa.
Der Admiral schloß die Thüre hinter
ihr ab; dann trat er mit gekreuzten Ar
men, mit düsterern und brohendem Blick
auf Frau von Argevillierg zu. Sie er
hob sich halb, und beibe Hände wie zurn
Schuhe über den Kopf haltend, sagte sie:
Sie kommen, mich nnzuzeigens —
Aber Sie haben keine Beweise. Wer
wird Ihnen glauben?
Niemand; ich weiß es. Auch bin ich
nicht bei, um Sie dein Gericht rn über
liefern. Ich will nur mich ans-liefern
Auch ich habe einen Mord auf dem Ge
wissen! denn ich habe Jhren Liebhaber-,
ich habe Hektor von Lanfae getödtet!
Jch-rpbllte Jhre Ehre in seinem Blute
rächenl . .. Erbärmlicher Narr, der ich
bin! Jch liebte Sie, ich betete Sie an
als eine über allen Frauen ber Welt
stehende, keusche, reine, hohe Frem! unt
Sie sind ein Ungeheuer von Schamlosig
keit and Grausamkeit! · . .
Sie tank halb ohnmächtig zusammen
Loubet, haben Sie Mitleid mit mir
tummelte sie; ergeben Sie sich nicht it
Beleidigungen, in Drohungen . . . Meit
Verbrechen ist nicht mit freiem Willen
geschehen, nnd ich gäbe mein Vermögen
mein Blut, Alles außer meinem Nu
dafür hin, es zu sühnen · .. Sie glnn
den mir nicht«
Nein, antwortete er, sein Gesicht ab
wendend. Ich stehe im Begriff, ini
meinem Leben die Unschuldige auszulö
seu, die Jhr Verbrechen bis an das
Blutgerüst gebrachthat. Gott sei ge
lobt, daß er die schreckliche Kunde zi.
mir gelangen ließ! Es hätte leich«
geschehen können, daß ich nicht zeitig ge
nug eintras . . .
Katharina wird nicht st rben; ihr Le
ben ist sicher, wie auch das Urtheil ans
falle. Jch schasse ihr die Mittel tm
Flucht und später wird sie begna
digt . ..
Begnadigt! Der Gnadenbries hebt di·
Todesstrnse aus; aber die lknteltrung
das Brand-ital der Schande! . .. Nein«
nein, glänzend soll die Rechtfertigung
sein, durch die Katharinens unschuldiget
Haupt gerettet wird! Ich hin bereit«
mich für sie hinzugeben Der Todt«
schläger wird die Züchtigung erleiden·
die der Meuchelniörder verdient heit; das.
ist ein GattesurtheiL Madame. Es
verschont Sie sür heute; aber spätci
werden Sie sich vor seinem Gericht re
stellen haben Sie erinnern sich det
Blutslecken ans Jlireni Arm am Johan:
nie-abend? Die werden dann wieder
hervortreten. «
.»t.». ... Zeiss- tkt
CJIL Wsalqulsk IIIUIIH Illlulullllssq
ihre Arme unter ihrem weißen Mäntel
chen nnd antwortete mit hohler gebroche
ner Stimme:
Gott wird vielleicht Mitleid mit mit
haben, Jacqnes Landen Wenn er niicl
verdammt, werden die Qualen der Höll(
nicht schmerzlicher sür mich sein, als die,
welche ich ans dieser Welt dulde. Meir
Gewissen ist mein Henker, nnd Goti
straft mich für den Tod Desjenigen, der
ich so sehr geliebt habe .. . Jhre Händt
sind ebenfalls mit Blut befleckt, mit den
Blut, sür das ich das meinige mit Frieu
den hingegeben hätte . . Lansac ist nn
ter der Erde gebettet! .)iiemals, nie
mals werde ich ihn ioiedersehen! . ..
Sein schönes Gesicht ist Nichts als eir
Todtenkopf, nnd ich, ich lebe noch! irl
lebe Tag nnd Nacht zerfleischt von die
sein entschlichen Schmeriek
Sie brach in Tbräncn aug
Sie liebten ihn also seht-, dieses
Mann, der Ihnen untreu mark sagti
der Adoocnt mit verächtliche-n Mitleid
er liebte Sie nicht mehr, Madame.
Sie preßte lrarnpshast die Hände zn
samtnen; diese Worte wecktcn in ihrer
Seele noch setzt Eifersucht und Nache.
Sie müssen mir setzt berichten, saht
der Advocat sort; Sie müssen mir dir
ganze Wahrheit sagen. Der Mord ge
schah mit Vorbedacht! Sie gingen in
den Garten des Herrn oon Lansac, in
der Absicht, Ihre Nebenbnhlerin zu
tödten! . . .
Nein, nein, siel sie ihm in die Rede«
ich schwört es vor Gott, der mich
hört! Jch glaubte die einzige Frau
zu sein, die jemals diesen Ort betreten
habe, als ich die schöne Lonbette dort
fand . . . Sie hielt ein; der Name kam
kaum hörbar über ihre Lippen·
Kommen Sie zu Ende! sagte der Ad
ooeat gebieterisch.
Nun denn! Das Mädchen erkannte
mich, sie überhöuste mich mit den schwer-.
sten Beleidigungen, sie untersing sich,
mir zu drohen Mein Geheimniß,
mein Rns lag in ihrer Hand Die
Unglückliche sagte mir, morgen sollt
unsere Begegnnng bekannt sein . . . Die
Marqnise oon Argeoilliero zu dein näm
lichen Stelldichein mit der schönen Lou
bette! . . . Jch fürchtete mich vor ihr. ..
ein Messer lag aus dem Kamm, ich
nahm es Laubette schrie Ich
weiß nicht, ich war wie toll . .. ich stiesi
zu, ohne hinzusehen .. . so habe ich sie
es-· Ast-O
Die Marqitise schwieg, Stimme nnd
Athern versagten ihr; sie siihrte ihr Ta
schentnrh an den Mand, und als sie re
zurückzog, war es tnit schauaiigem Blut
getränkt. Der Advorat wandte scharr
dernd das Gesicht ab.
Seit jenem Tage, begann die Mar
quise mit klagender Stimme wieder,
hab« ich nicht mehr geschlasen! Welche
Schreckensbildert Jn welchen Martern
lebe ichs Ich hasse, es geht bald zu
Ende doch was erwartet mich sen
seita Mein Gott, habe Erbarmen
mit mir! . ..
Mde er Alten verzeihen, sagte Jac
ques Lonbet in sinslerer tsrrgebting; möge
inein Tod Jhi Verbrechen sühnen tön
nenl Morgen werde ich an Katharina
Stelle sein. Armee- hintmlisches Wesen!
sie bleibt dann ohne Stube in der Welt;
was wird aus ihr werden? Wer wird
sie heirathen wollen? Wo ist die flüster
liche Geimeinschast, die sie ausnehmen
würde? Jeder wird der nahen Verwand
ten eines Mannes aus dem Wege gehen,
der aus öffentlichem Markt geraden wor
den ist .. .
Frau von Argevilliers siei erschrein
mit dem Ausruf aus die Kniee: Jacqueg
Loubet, Sie werden nicht standhaft blei
ben, Sie werden mich angeben.
Nein, nein, Sie wissen sa, daß ich
keine Beweise habe . ·. Aus meinem
Gang zum Blutgerüst werde ich Ihne
auj der Ferne einen Gruß in Ihr Pa
lais hinauswinken . . . Werden Sie
nicht anwesend sein« um sich zu überzeu
gen, daß der Tod Sie von dem einz gen
Zeugen befreit hat, der sagen könnte:
)
l
— iiiinen Jacqnes Londct wieder her.
l
l
die edle Witwe eines königlichen Oder- F
: sten. erst-ich die schöne Londetth s
Die Marqnise verbarg tief nnfftöh-;
neiid das Gesicht' in die Kissen undi
wlnkte dein Adiiocaten, sich zu entfernen. s
To ergriff er sie iiin Arm nnd sagte zu
ihr: Ich gelte stiitt Ihrer in den Kerker, Z
nicf das Bliitgeiüst .. . Aber wenn Nott;
Ihnen nein-then soll, so stelle-i Sie an;
schrein Todes-tagte den niitcn Namen deg
(Schlnse folgt.)
Ue Leuchte der Ilsenfchafe
hat die von lhr onfgeklärten,
auf die crdaltnns eines nn
verselsrten Kindern bedach
ten setzte unserer « elt ge
lehn, viele Kran etten
ohne operativeg Eingreifen,
das früher in den einschlä
en Hallen als unerläß
) chieii, zn kneiren.
e che werden ietzt ogne
lltfe des Messers nnd o ne
chnierz eheilt. Dienndes
iiemen rnchdltnder kann
ninn getrost wegwer en.
Geslhwütc am Eierstock,
tm Mein-, tni Zellgewede
und viele andere werden
se t oline die mit dein
»«Ochneiden« verbundenen
Gefahren beseitigt.
oåmoerholdaltnos
teu, wie gross sie auch sein
mögen, Inteln nnd andere
Masidarnitrankheiten wer
den aiif die Dauer, schmerk
los und ohne die hülfe des
Messer-d kurikt. .
stammeer werden ohne Unterschied der
Größezerti«i««iniiiiei·t,pulderisirt,aus ewnschen
nnd ohne Schneiden vollständig be einst
Für Pein hlete, Referen en nnd genaue
detaillirte ntdetliingen il er die der chit
densieii Falte schicke inan 10 Cents (in rief
mqkfkku nie kic it orlel’ie Diskussian Uedicsl
Ame-beleu- 9to. neu-Mein se» Cassalo, I. s.
ki«
V
Vol-d var dient, tote gaben the Its-kla
Ils sie etn Kind wor, rtef sie nach OOIIUC
Sie wurde ein Fräulein, nnd hielt In Ins-eit
sli sie Kinder dane, seid sle ldnen costs-ts
An unsere Leser!
Unsere Leier, die durch nng eins den
deutschen Former nbonnirt waren, wer
den tnit Erstaunen in den letzten Wochen
» bemerkt haben, daß sie plötzlich statt einer
hatbtnonatlichen, eine wöchentliche land
wirthschaitliche Zeitung erhielten. Tie
Acker- nnd Unverweilt-Zeitung welche
seit dein Jahre tsttm iin Verlnge des
- Milwnnlee Herold in Milwunkee, Nis»
» herausgegeben wird, hat nämlich den
Deutschen Former non lchicago ange
knnft und milder Acker- und Gar-tenden
Zcitung verschmolzen.
Die Acker- und Getrunken-Zeitung
iit nunmehr die einzige
Yandntirthschaftliche Fach
zeitnng Anker-»Meis
Sle erscheint Iöcheutltch tu schöner Ilse
ittltnns nett reichlichen Illustration-. Dili
Isnstllch enthält die Zeit-us eine schöne
Knasieilssr.
Wir freuen tin-z ob dieser Aenderung
sür unsere Abonnenten, denn wir glan
ben, daß sie aus derselben nnr Nutzen
ziehen werden·
Alle diejenigen Adennenlety welche
bisher int Voraus bezahlt hoben, erhnli
ten A. ek- N :3eititrig bis zu dein Zeit
punkte der Vomusberahlnng wöchentlich
geliefert.
Für die Zitlnnft wird eine der vergrö
sierten zeitnng entsprechende Abonnes
wenig-Erhöhung eintreten müssen.
Die Abonnenten deH »Anzeigee nnd
Herold« können die Acker: und Garten
dau:3eitnng zu dein Preise von
It .00 pro Jahr
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. erhält der Altonnent eine werthvolle Prä
mie. Wir empfehlen sie unseren l«esern
aufs Wär-ask nnd sind gerne bereit, die
Sendung von ProbeiiUsnnurn vier Wo
chen lang aus Wunsch zu veranlassen
Poduliire Crettrsian nach
Bnklingtan Beac
Sonntag den Li. Juni Die Erentsion
der Gattun. Spsialmg verlilt Gestad
Island nmsllln orcnittags. " ate MA
tüt Rundfahrt.
Bnrlingtan Brach in dei- angenehmfte Res
iort in Nehmle Schönes Bootfnlpten und
Baden das io etfrischend ist als ein Tanchen
in den Ozean selbst. Ihr vermißt etwas,
wenn schi- nicht in Burlingtpn Beach seid
atn Unen.
Bogtrlesesunel Greis-to Chiusi-enthi
Arn-enthie
via der Burlilngtoin
lsiete Niemanan st. bis bl. Juli. Ein
Preis fiir die rfiiindialiit Zielet-z its-n Vet
kani :t· —« til Juli, gfllltig bis nun 4. Juli,
iiit Rückseith
cBeatrice Shnntanqna 21. Juni bis l
Jali. liin Preis iiir Nundiadrt. Iicketg zuin
Verkauf vom 21. Juni bis 4. Juli nnd
giiltig siir Riickialnt bir- tutn 5. Juli
Thos lfonnon
Bnrlingtpnscxemsion saeh Llneolm
Am Sonntag, ve112—l. Juni wird die Var
liugton einen litenrsionstng von Nrand
Island nach ««"nrlington Veach Winkel-U
laner lassen. BLLZ für die FlinndfahrL
- slllisei Reise-h
. Die Ilinndialirt Rate-t, die von der Bur
lington rlionte nach Hin Springen S. D»
offeritt werden« iind niedrig, lehr niedrig, in
niedrig wie es möglich in. Fragt den Lokal
agenten dannen
Este vertauschen.
Ein schönes Eigenthum an der Stadi,
bestehend ans 2 Acker guten Landes mit
Hans-, Sstnllnngen u. f. its-, wird gegen
eine For-n von w oder 100 Acker umzu
tauschen gewünscht. Nachznfragen in der
Exp. d. Bl. ttnba
liesnt ritses Ostens-mutma
2-t. Juni bis It. Juni. Esuelin ton Sta
tionszngenten innerhalb 150 Peilen non
vBeatrice verlaufen Tickets dorthin in einein
litt-ic- iiir die xiinndfnbrh
Jlin El. nnd BL. Juni ist die Iliate gültig
iiir alle lkliitzc in Nebraska.
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Agenten.
Jahr-list Versammlung
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