Grand Island Anzeiger und Herold. (Grand Island, Nebraska) 1893-1901, September 08, 1893, Image 1

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    Grand Island
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Gra ndJslu ihrchb aska, Frei citang 8.Sccptt ncbr 18.)3.
mmer 52.
Wochen-Rundschau
« Gladftone’s langwieriger Kampf für
die Durchbringung der Hostie Rule Bill
im Unter-haust ist zu Ende. Wie leb
haft das Jntereffe für das endgültige
Schickfal der Bill im Unterhanfe war,
erhellt aus der Thatfache, daß sich eine
ungeheuer-e Bolkgmenge in der Nähe von
« Gladftone’s Wohnung nnd auf dem gan
een Wege von der letzteren bis zum Par
amentggebäude eingefunden hatte. Glatz
ftsne begab sich um 4 Uhr FreitagsNache
mittagg rn Begleitung feiner Gemahlin
nach dem Parlamentsgebiiude und wur
de auf dem ganzen Wege mit lebhaften
Dochtufen begrüßt·
Entblößten Hauptes betrat der greife
Staats-rann das Parlaments-Gebäude.
Unter den in der Nähe des Einganges
befindlichen Personen befand fich eine An
zahl irifcher Priester-, welche Gladsione
ehrfurchtsvoll begrüßten. Als er den
Sitzungsfaal betrat, ertönte ihm von den
dichtbefetzten Gallerieen ein begeisterter
Dewillkoinmnungggruß entgegen. Noch
Eröffnung der Sitzung wurde die Debat
te über die Home Nule Bill wieder anf
genoinsnem Justin McCarthy, ;ofeph
Chainberlain und Andere hielten Reden
über die Bill. Chamberlain fprach über
eine Stunde und, obwohl er die Bill
aufs Hiftigftc angriff, konnte er doch
nicht mithin, dem Muthe, der Entschlos
fenheit, der Geisteskraft und der Verein
fantkeit Gladftoiie’s feine volle Bewun
derung auszudrücken
Das Ergebniß der dann bald erfol
enden Abstimmung war die Annahme
Bill mit 7301 gegen 267 Stirn-nen.
Montag fanden in Frankreich die
Stichwahlen für die Mitglieder der Te
putirtentatnmer statt. Die zweiwöchent
liche Campangae war eine lebhafte und
brachte allerlei Gewaltthätigkeiten mit
sich. Jn Paris erreichte die Aufregung
heute Abend ihren Höhepunkt, als sich
dichte Menfchenniassen auf den Baute
iards nnd vor den Zeitungsburraur
drängten, um die Ergebnisse der Abstim
mutig zu erfahren. An oerfchiedenen
Stellen ereigneten sich Unruhen und die
Polizei war genöthigt, einzufchreitem
" Uns elf Uhr verursachte die Nachricht
ungeheure Aufregung, daß Clemenceau
so gut wie geschlagen fei. Die Berichte
zeigten, daß bis dahin Jaurdan 8,986
und Clemenceau 8,219 Stimmen erhal
ten hatte. Der Kampf zwischen beiden
war einsehr erbitterter. Bei einer Ge
lefenhcit verbarrikadirten die Anhänger
C emenreau’s eine Straße fa, daß Jour
dan, der von einein Dorfe zum andern
en Versammlungen ging, nicht wettei
onntr. Jn ihren Reden rissen sich die
Candidaten derartig herunter, daß ei
ner kein gutes Haar an dem andern ließ.
Mit Anbruch der Mitternacht nahm
der Lärm auf der Straße noch zu. Die
" Leute zogen in Gruppen einher und schrie
en und fangen populäre Lieder.
Die Berichte um Mitternacht zeichten,
« daß 85 Nepnblikaner, 9 Coniervativ
und 4 Ralliirte gewähtt waren, ein Ge
winn von 10 Sitzen für die Republika
net-.
Clemeneeau wurde mit 460 Stimmen
eschlagen. Jourdan hatte »H« und
älemenceau »Hu erhalten.
Kaiser Wilhelm und der Kronprinz oon
Italien kamen Montag Vormittag um
ll Uhr in Metz an, unt den Manöoern
beizuwohnen Arn Bahnhose wurden
sie vom Großherzog von Baden, dem
Prinzen All-recht von Preußen, dein
Prinzen Leopold von Bayern und dein
Kanzler von Caprivi in Empsang genom
men. Nachdem der Kaiser und sein Ge
solge dein Gottesdienst deigewohnt hat
ten, sand eine Parade statt. Der Kai
ser ritt an der Spihe der durch die Stadt
marschirenden Truppen. Das Schauspiel
war ein prächtiges und es herrschte die
höchste Begcisterung. Während des Mar
ches läuteten die llirchenglockem Schul
kinder und Mitglieder verschiedener Ber
eine sangen Lieder und das Hurrarnsen
und Fahnenschwenken nahm schier kein
Ende. Die Häuser der Stadt sind reich
eschntiickt nnd eine Menge Fremder be
anden sich hier.
Dienstag nehmest die Manöver ihren
Ansang Sie werden großartiger sein,
wie gewöhnlich. Vier vollständige Ar
Ineeeorps werden sich im Felde befinden
nnd an einein Scheinkainps theilnehmen.
Weh wird den Angrissspnntt der seind
l Armee bilden, die sich von Lune
vi e aus in Bewegung seht und aus
seien von den vier Armeeorps besteht.
ic Ausgabe der beiden seindlichen Corps"
Iird sein, Weh oor dein Feinde zu er-;
reichen. Eine große Schlacht wird am!
Miit-do erwartet. Der Werth des’
seitad ahrereorps wird während der
ausser heim Vorpostendienst einer Pro
Ie unterworfen werden und auch ein Lust
Iallonisataillon wird zur Verwendung
bin-nein Der Kaiser wird morgen über
to. Immer-[ und eine aus sechs
Regimentern bestehende Cavallerie-Divi
sion Truppenschau halten. Der Kaiser
hielt bei seiner heutigen Ankunft in Metz
eine Rede als Antwort aus die vom Bür
germeister der Stadt gehaltene Begrü
ßungsredr. Er sagte, Metz und sein Ar
nieerorps bilde den Eckstein der Milliar
inncht Deutschlands und sei daher be
stimmt, das Bollwerk des Friedens für
Deutschland und ganz Europa zu sein.
Es sei seine feste Absicht, sagte der Kai
ser, diesen Frieden aufrecht zu erhalten.
Der Kaiser begab sich heute Nachmit
tag nach Courcelles nnd fuhr von da nach
Uruille, wo ei einen neuen Landsitz hat.
Die Straßen waren gedrängt voll von
Einheimischen und Fremden und seine
Majestät wurde mit der größten Beigei
sterung begrüßt. Es wurde dein Kaiser
auch eine Bewillkonimnungsadresse vom
vom Landesaiisschuß überreicht, worin
die Ergebenheit der Bewohner der Reichs
lande ausgesprochen wird. Der König
von Sachsen und der Prinz Ludwig von
Bayern trafen heute Nachmittag in Metz
ein« «
j n- gi
i
i
I Präsident Cleveland ist in Begleitung
Ifeiner Gemahlin, seiner Tochter, ,,Baby«
sRuth, nnd deren Wärterin Samstag
Tfrüh 4 Uhr 10 Minuten in einem Spe
izialwagen der Pennsylvania-Eisenbahn
Jin Washington angekommen. Die Ge
jsellschaft blieb bis 7 Uhr in dem Bahn
Twagen, wurde dann vom Privatsecretjir
.Thnrber abgeholt nnd fuhr in strömen
sden Regen nach dem Weißen Haufe.
Thurber erklärte später auf Beil-agen,
daß sich der Präsident und feine Familie
ifehr wohl befanden und daß ihnen der
! Aufenthalt in Gran Gables außerordent
jlich gut gethan habe. Der Präsident be
jfonders befand sich fehr wohl. Sein
jAuge war klar nud seine Gesichtssarbe
gefund. Er fah wbhl und munter aus.
l Der Präsident verbrachte den ersten
Tag nach feiner Rückkehr mit angestreng
ter Arbeit. Nach dem Frühstück begab
er sich in fein Amtszimmer und erledigte
non halb zehn bis halb zwölf Uhr mit
seinem Privatsecretär eine Menge Ge
schäfte. Um halb zwölf Uhr begann die
Kabinetsfihung, die bis ein Uhr dauerte.
Sämmtliche Minister waren anwesend mit
Ausnahme des Ministers des Innern,
Pole Smith. Die Silberfrage wurde
befprochen und der Präsident drückte die
Ueberzeugung aus, daß seine Empfeh
lung auch vom Senat angenommen wer
den würdr. Auch über den Stand des
Schahes wurde verhandelt, aber kein be
stimmter Plan zu Abhülfe besprochen.
Der neue deutfche Botschafter, Baron
von Saurma-Jeltfch, wurde am Dienstag
dem Präsidenten Cleveland vom Staats
feeretär Grefham förmlich vorgestellt.
Die Vorstellung fand im blauen Zimmer
des Weißen Hauses statt. Der Bot
fchaster hielt eine kurze Ansprache, in der
ans die gegenfeitigen Beziehungen zwi
schen den Ver. Staaten und Deutsch
land, die, wie er sagte, immer ausge
dehnter geworden seien und zur Er
höhung der Gesandtfchaften zu Botschaf
ten geführt hätten, hinwies.
Der Botschafter fügte hinzu: »Ich
werde mein Bestes thun, die mir anver
traute Mission zu erfüllen nnd ich hosfc
im Stande zu sein, die freundschaftlichen
Beziehungen, die so lange zwischen bei
den Nationen bestehen, zu stärken und
zu erweitern und zu dem Zwecke ersuche
ich Sie, Herr, Präsident mit Jhr Ver
trauen zu schenken, daH für mich zur Er
füllung meiner wichtigen Mission so
außerordentlich werthvotl ist.«
Der Präsident sagte in seiner Ant
wart, daß er selbst und seine Rathgeber
sich erstlich bemühen würden, die freund
schaftlichen Beiiehungen zwischen beiden
Ländern aufrecht zu erhalten und wo
möglich noch mehr zu befestigen, und er
freue sich zu hören, daß der Botschafter
sich daa gleiche angelegen lassen sein
wolle. Der Präsident ersuchte dann den
Botschafter, dem deutschen Kaiser seine
besten Wünsche für die Wohlfahrt des
Identschen Volkes und das Wohlergehen
sseiner Majestät auszusprechen
« Jn Denoer begtng der wegen Morde-s
in Untersuchung-haft sich besindende Dr.
Graves im Gefängniß Selbsrmord. »in
einem vor ihm hinterlassenen Briefes de
theuert er seine völlige Unschuld an dem
ihm zur Last gelegten Morde. Tie
Wittwe und die Freunde des Tottor
haben sich einer Oeffnung der Leiche und
weiteren Untersuchung mit solcher Ge
walt und solchem Erfolge widersetzt, daß
die Entscheidung getroffen worden ist,
keinesolche vorzunehmen. Der Brief,
welchen der Dotter-, ehe aus diesem Le
ben schied, an die Couuty-Commissäre
erichtet hat, war ein Gesuch, daß die
selben so viel Geld anweisen sollen und
auch werden, um seine Frau nach ihrer
alten Deimath im Osten zu befördern.
Frau Grases bleibt unbedingt dabei,
daß ihr Gotte keinen Selbst-need began
gen halte, sondern daß er an Der-stah
mung starb, die durch seinefortwährende
Verfolgung seit zwei Jahren hervorge
rnfeu wurde.
Eisenbahn-Unfall.
. Streator, Jll., S. Sept. Als der
Frachtzng ans der J. V. cko N.-Eifen
bahn, der diese Stadt letzte Nacht 9 Uhr
10 Min. verließ und um eine Biegung,
die zur Brücke über den Vermillion-Fluß
führt, fuhr, lösten sich auf einer der
flachen Wägen schwere Eisendalken und
fielen herab. Als die Brücke erreicht
war, wurden dadurch die Wägen aus
dent Geleise geworfen und hundert Fuß
der Brücke stürzten zusammen, sieben
Wägen dreißig Fuß hinabschleudcrnd
und vollständig zerstörend. Von zwan
zig Passagieren in denselben, wurden
sieben, schwer verwundet.
George MeClung, ein Bremser von
Galesburg, wurde innerlich verletzt,
John Caoanaugh Reddick wurde das
Bein an zwei Stellen gebrochen und ein
Fuß nahezu abgeschnitten; John Woods
von Kangley, innerlich und am Kopfe
verletzt, noch immer bewußtlos; Frau
Eli Willianrs von Kangley, schwer ver
brannt und durch den fallenden Ofen
verletzt; Lewis Baker von Kangley, Nase
eingeschlagen und linke Hand zerschmet
tert; John Moudill von Kangley, Arme
nnd Beine verbrannt und innerlich ver
letzt; E. C. Byer von Galesbnrg,
Schultern ausgerentt und Wunden am
ganzen Körper. Zwei Leute. die sich
als Freiberger auf den mit Eisen de
ladenen Wagen befanden, wurden sofort
getödtet und deren Körper derart ver
stünnnelt, daß eine Feststellung der Per
sonen unmöglich war. Den Verwun
detet läßt man im hiesigen Hospitale alle
mögliche Pflege angedeihen. Ter Ber
lust der Eisenbahngesellschaft wird ein
sehr bedeutender.
Frauenstimmrccht in Austra
. lten.«
Die australische Kolvnie NeiicSeeland
hat jetzt den Frauen, europäischen und
eiiigeborenen, das Stimmrecht verliehen.
Man berichtet darüber aus Auckland
Folgendes:
»Die Kolonialgesetzgebung hat allen
Engländerinnen wie Maori-Frauen, das
Recht ertheilt, bei den Parlanientgwah
Elen ihre Stimme abzugeben. Vor-einein
Jahre genehmigte das neuseeländische
Unterhaus schon eine Bill, welche den
Frauen europäischer Abkunft das Wahl
recht gab. Ja, sie durften sogar unter
gewissen Umständen nicht iin Wahllokal,
sondern in ihrem eigenen Hause ihre
Stimme abgeben. Aber der gesetzge
bende Rath verwarf die Bill· Seitdem
ist der Rath »resorinirt« worden, indem
das Ministerium zwölf neue eigene An
hänger hineingebracht hat. Es kam we
gen dieser neuen Mitglieder zu heftigen
Streitigkeiten zwischen dein britischen
Gouverneur und dein neuseeeländischen
Ministerium. Der Gouverneiir wollte
den gesetzgebenden Rath nur um neun
Mitglieder vermehrt wissen. Dei- Pre
mierminister bestand aber aus zwölf,
Der britische Colvnialininister, Lord
Ripon, hat es klüglich vermeiden, sich in
diesen Versassungsstrett zu mischen, er
jhat vielmehr den Gouverneur Lord
-Glasgow, angewiesen, in diesem Falle
stiachzugebem Man sieht an diesem
sBeispiele, mit wie großer Vorsicht
’die australischeii Kolonien, in denen be
kanntlich eine starke Unabhängigkeit vor
sherrscht, vom Miitterlande behandelt
werden. Andererseits hat die Regie
rung der Kolonie Neu-Seeland es end
gültig abgelehnt, sich an den ge
planten neuen Bestrebungen zur Herstel
lung eines australischen Bundegstaates zu
betheiligen. Maßgebeud dasür ist in
erster Linie die große Entfernung Neu
Seelands von dem australischen Festlan
de, daneben wohl auch der Umstand, daß
es sich schon seit Jahren in wesentlich bes
seren finanziellen Verhältnissen befindet
als die übrigen Kolonien und von einer
engeren Vereinigung mit ihnen eine Ver
schlechterung seiner Lage besürchtet.«
Stimmberechtigung der zum Theil noch
ganz uncivilisirten Maorisrau -—das
kann nett werden!
Das Pensionsamt führt eine
mildere Praxis ein.
Washington, zu. August. Pensions
tommissäk Lochren hat heute eine Orbre
erlassen, durch welche die bisherige
Praxis der auf Grund des Gesetzes vom
27. Juni 1890 bewilligten Pensionen die
lehteren zu suspendiren modifizirt wird.
Von jetzt an soll nämlich eine Suspen
sion nur eintreten, wenn aus den Akten
priuui tuciu ersichtlich ist, daß der
Pensionäk zu einer Pension über
haupt nicht berechtigt war. Geht
ans den Akten hervor, daß der Pen
DieNeluaska Schuh Co.
jetzt in
Gebr- Knapp’S
) altem Geschäft verkaufen Schuhe und Stiefel zu halbem Preise.
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Die Waare ist sämmtlich lster Klasse!
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zum Verkan für
JACO
Wir garautireu alle Waare wie repräsentirt
Wir find hier um zu bleiben!
106 Ost Dritte Sir» - Gramd Island, Neb.
sionär nur zu einer geringeren Pen
sion unter einein früheren Gesetz, aber
nicht zu einer Erhöhung unter dein Pan-s
perpensiouögesetz berechtigt war, so soll;
die Pensionszahlung nicht suspendirt, i
sondern der Pensionär nur ansgesordertz
werden, binnen 60 Tagen den Nachweis «
zu liefern, daß er zu seiner jetzigen Pen-!
sion berechtigt sei. Auch soll er, um;
ihm diesen Nachweis zu erleichtern, auf l
seinen Antrag sich unverzüglich vor ciueri
lnknlen Medizinalbehörde untersucheni
lassen dürfen. i
Wie Komissäk Lachren äußerte, hats
Secretäk Hoke Smith die alte Praxis?
des Pensionsbureau, in zweifelhaften «
Fällen die Pensionen zu suspendii«eu, für
zu hart gesunden, und deshalb eine Neu
sderuug angeordnet.
i W
JEine Warnung für sit-elend
fahren
! Wenn man die Leute beobachtet,
sweiche ans dem Zweirad rinl)ersnhicu, so
ssatten zunächst die gekrümmte-u Rücken
Find die vorwärts gedrückten Schultern
;aus. Man muß sich sagen, daß das
slange Verweilen in der von den Zweit-ad
iahren, besonders bei sehr schnellem
Fuhren eingenotninene Haltung nicht
vortheilhast aus den Körper eiuwirken
kann. Und in der That haben die
Aerzte auch eine neue, durch den Ge
sbranch des Zweirads erzeugte Krankheit
sentdeckn welche sie ,,Kyphosis Biene-li
itaruni« getauft haben. Kyphosis ist aus
Ignt Deutsch Verbuckelung, die durch Ab
jweichung einer oder mehrerer Wirbel
nach hinten zu entsteht. Die gebückte
Haltung, welche der Ziveiradsahrer ein
nimmt, besonders, wenn er sehr bedeu
tende Schnelligkeit erzielen will und alle
JMuskeln des Körpers in angestrengte
Thätigkeit setzt, begünstigt das Entstehen
dieser Krankheit in hohem Maße.
; Bei erwachsenen Personen ist es ver
shiiltnißmäßig leicht die Kyphosis zu be
Ikiimpsem wenn zeitig genug eingeschritten
wird. Geeignete und wirksame Gegen
mittel sind körperliche Uebungen, bei,
denen die Rückenmnskeln in der entge
gengesetzten Richtung gestreckt werden, z.
B. Rudern. Aber die Mittel müssen
fortwährend angewendet werden solange
der Patient fortsährt, durch gebückte
Haltung auf dem Zweit-ad der Krankheit
neue Nahrung zu geben. Während bei
Erwachsenen die Folgen in der Regel
nur in einer Krümmung des Rückgrats
bestehen, die wenig mehr als ein Schön
heitsfehler ist, siud sie bei Kindern natur
gemäß viel schwerer und führen häufig
zu dauernder Verbuckelung, verbunden
mit Krankheitserscheinungen des Her
zens, der Lungen uud anderer, in Mit
leidenschaft gezogencr Organe, i
Um der Krankheit anszuweichen, ist esi
durchaus nicht nöthig, das Zweirad ganz s
abzuschassen. Das wäre heutzutage un- !
möglich nnd es ist auch keine Absicht vor- «
handen, den Versuch zu machen. Die
Aerzte, welche die Untersuchungen vorge
nommen und auf die bestehende Gefahr
aufmerksam gemacht haben, sind auch
keineswegs Feinde des Zweirades, fon
dern kämpfen lediglich gegen den Miß
brauch der Maschine. Das Zweirad
entsprichtnicht nur in vieler Beziehung
einem wirklich vorhandenen Bedürfniß,
es bietet auch Gelegenheit zur angeneh
men und wohlthuenden Erholung, so
lange seine Venudung in mäßiger Weise
erfolgt.
Solange dcr Zivciradtahrer nicht da
rauf versessen ist, sich mit Windcseile
vorwärts in bewegen, solange et« feine
Maschine wirklich zur Erholung nnd
nicht zu anstrengender Arbeit benützt, so- i
lange kann er fie ohne Gefahr für sein
körperliche-Ei Wohlleben besteigen. Un
gliicktichecveife ist ein großer Theil nicht
damit zufrieden. Die Leute wollen
Ruhm ernten, wollen Rennen gewinnen
nnd ihre Namen in den Zeitungen sehen,
womöglich als Vollbringer noch nie da
gewesener Leistungen. Uebermaß thut
niemals gut, auch beim Zweiradfahren
nicht, nnd die Folgen der Ueberanstreng
ung, die bei ruhiger Ueberlegung Jedem
als ganz nutzlos erscheinen muß, machen
sich nur zu bald in dem Körper, dem zu
viel zugemuthet wurde, bemerkbar.
Das Zweirad erobert sich die Welt
mehr und mehr und gerade deshalb ist
es wichtig, auf die mit seinem Miß
brauch verbundenen Gefahren aufmerk
sam zu machen Die letzteren sind mit
verhältnißmäßiger Leichtigkeit zu ver
meiden, wenn der Fahrer es sich angele
gen sein läßt, eine möglichst aufrechte
Haltung zu bewahren Er muß dann
freilich darauf verzichten, alg »Record
Brenta-« in den Zeitungen gepriesen zu
werden, aber ein gesunder Körper ist
einer solchen, schnell vergänglichen Lkhre
doch bedeutend vorzuziehen. D. D.
Garantirte Cur.
Wir ermächtigen unseren annoneirten
Apotl)eker, Euch Dr. Rings neue Ent
deckung gegen Schwindsucht, Huften und
(S·«rkältnngunte1 folgender Bedingung
znvertiuisen. Wenn Ihr an Hnsten,
Urkältnng oder irgend einem Lungen-,
smlox odeI Binstiibel leidet und dieses
citiet den Anweisungen gemäß gebraucht
iind einen ehilichen Versuch dnuiit tun
chui wollt dann könnt Ihr wenn Ehr
keine Vessernng spürt, die Flasche zurück
geben und wir geben Euch das Geld
wieder-. Wir könnten dieses Anerbieten
nicht machen, wenn wir nicht wüßten,
daß man sich aus Tr. .5eing’o »New
Discove1«y« verlassen kann. Es ent
täuseht nie. Probeflaschen srei in Wil
cor’ Apotheke Große Flaschen zue.
und Bl. 2
Demokratischeö Central Co
mite.
Das demokratische County Central
Comite wird am Samstag, den 9. Sep.
1893 um 2 Uhr Nachm. in der »Demo
crat« Ossice, in Grund Island eine
Versammlung abhaltenhzs
N H. Cohen, QP Titeln-,
Seer. Vorsihenden NEBRASKA SHOE CO.,