Grand Island Anzeiger. (Grand Island, Nebraska) 1889-1893, January 29, 1892, Image 6

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    Ftog in die Luft.
»Ur Catlettsbukg Kn., ward eine
Pulver-mühte durch Explosion
zerstört
Iüuf Personen fanden auf der Stelle
ihren Tod mehrere andere wur
den verletzt
Ins 25 Meilen m der Runde konnte
die Erschüttersng wahrgenom
men werden.
Ueber die an anderer Stelle des Blat
tes kurz erwähnte PulverIUühlenexvlw
fion in Kentucky schreibt man aus Cat
lettsburg unter den 18. Januar:
-Heute früh gegen 9 Uhr wurde die
eGegend auf 25Meilen in derRunde
rch eine ; gewaltige Erderschutterung
und einen furchtbaren Krach, der alle
Häuser in ihren Grundsesten erschütter
te nnd hunderte von Scheiben eindriickte,
- is Schrecken versetzt. Die »Phoenix«
We, zwischen hier und Huntington,
B. Va., gelegen, iu welcher sich erst
neulich zwei Explosionen ereignet haben,
war in die Luft geflogen und so gründ
lich von der Erde weggefegt, daß kaum
noch einige Spuren davon zurückblieben
Nicht weniger als 35 Tonnen Pulver
explodirten und die Trümmer der zer
störten Gebäude wurden im Umkreis
einer ganzen Meile umhergeschleudert.
Es war nicht sowohl eine einzige als eine
Reihenfolge von Explosionen, wodurch
M Etablissement vernichtet wurde.
Die Explosion begann im Polirzimmer,
wo sich etwa zehn Tonnen Pulver be-:
fanden, setzte sich dann im Magazin und
in der eigentlichen Mühle fort und fand
die letzte Nahrung in einer zum Trans
pvrt bereit stehenden Wagenladung
ulver. Von allen Schuppen und
äumlichkeiten ist nichts mehr zu sehen.
Fünf Personen wurden aus der Stelle
getödtet, ein Mann tödtlich verwundet,
drei schwer und eine Anzahl leicht ver
leht Mehrere von den Leichen waren
kaum noch als menschliche Körper zu er
kennen.
Die Oetödteten find: Archie Living
fton, ein Schottländer, der Superinten
dent der Pulvermühle war, seitdem diese
bestand. Sein Körper wurde in Atome
zerrissen A. Windes-, der Erbauer und
Direktorder Pulvermühle, befand sich
zur Zeit der Explosion im Magazin und
wurde dort getödtet; sein Körper wurde
erstaunlicher Weise nur wenig verstüm
melt. John Benton, ein Arbeiter,
wurde in entsetzlichster Weise in Stücke
zerrissen. Die beiden anderen Getödtei
ten sind die Arbeiter John Schlosser und
Ehr-T Scott. Tödtlich verletzt wurde
Robert Cook, der sich gerade aus dem
Wege nach dem Polirziinmer befand;
seine Kleider, sein Haupthaar nnd sein
Larthaar gingen in Flammen auf. Er
lief 200 Yards weit nach einein Fluß
und sprang in diesen. Er ist so furcht
bar verletzt, daß er nur noch wenige
Stunden leben kann. Die anderen
Schwerverletzten find: K. O. Reece,
James Eftep und John J«1stice, Leute,
die sich in der Nähe der Pulvermiihle
befanden. als diese in die Lust flog.
Außerdem wurden viele Andere, deren
Namen noch nicht ermittelt sind, leicht
verletzt. Die genaue- Ursache des Un
glücke wird wahrscheinlich niemals er
mittelt werden, da alle Personen, die
sich zur Zeit in der Fabrik befanden
und usschluß geben könnten, todt sind.
Auch ein Arbeiter-freund.
König Leopold von Belgien harte sich
zum Weihnachtsabend die sechs-hundert
Arbeiter, welche am Jiederausbau des
Laekeiier Schlosses und an dem Ausbau
der dortigen Wintergärten thiitig gewe
sen waren, nach dex Stätte ihres ange
strengten Wirkens zu Gaste geladen.
Nin großen Gitter des Schlosses fanden
sie sich ein, die Brüsseler, nach einer un
ter ihnen heimlich inne egangenen Losung,
in festlichem Staat, die übrigen, wie sie
gebeten waren, in schlichter Arbeits
tracht. In Laeken übernahnien die Un
ternehmer die Führung ihrer Gruppen.
Einige Hosbeamte empfingen die Gela
denen und geleiteten sie zuerst nach der
Orcngerie, hier wurde ein Namen-saus
rus gehalten, wobei einem jeden nach
Verdienst und Alter ein Geldges chenk,
bis 20 Francs, überreicht wurde Dann
ab es einen meiß. Die Arbeiter lie
Sen es sich wohl schmecken, vergaßen
Oder nicht den anstoßenden großenSpei
sesaal fär 150 Personen zu bewundern,
der eben vollendet wurde und in dein am
IV. Januar die sämmtlichen Abgeord
neten an der königlichen Tasel saßen.
Denn wurden die Gäste nach dein Win
ter rten geleitet, wo die Kapelle des 1
Narmsifieginients spielte. Bald da
wf erschien mit Hochmsen begrüßt, der
könig, die Königin und die Peinzessin
Mine. Der König begab sichzu
»»—-« Gruppe, und da er während der
-- die Arbeiten fortwährend be-;
» und durch zweckmäßige Angaben;
hatte, war es ihm nicht schwer,
reichen Gesprächen mit einzelne-is
tM IN zur Unterhaltung zu
. Ali ee dunkel wurde, erstrahltel
fchdie non Flucht der Treibhän- l
X In ersten ale in elektrischen- Lichts
- Maus einer Stunde zog die tö-.
·- Wär iesich zW Darauss
« Mdieceladeneninden here-;
W dem eines ein-;
« W
Uhr zurückzogen: einem jeden wurden
eine Flasche Rothwein, sechs Cigatren
und aus besonderem Auftrag der Köni
gin, die auch den Angehörigen der Ar
beiter eine Freude bereiten wollte, eine
Schachtel Bonbons überreicht.
Sei-ein«
lIBis nach Cope Cod erstrecken sich die
Preiszelbeeren- Plantagen von New Jer
sey. Soweit das Auge reicht —- nichts
wie das einförmige Braun der niedrigen
Büsche Darüber der einförmig graue
Himmel der atlantischen Küste und das
eintönige, gerade deshalb aber großar
eige Landschaftsbild ist fertig, das den
Beschauer fast in die Lineburger aide
mit ihren braunen Ericafeldern ver even
könnte. Die Einförmigkeit dieser Flä
chen, die dem Auge nirgends einen Ru
hepiinlt gewährt, wird nur in der Ge
gend von Sandwich durch eine ausge
dehnte Düne unterbrochen, einen Sand
strich, der der Gegend ihren Namen
verliehen hat und dessen hellgelber Ton
weithin leuchtet Neiilich arbeitete dort
eine Arbeiterrotte, unter ihr ein gewisser
Jaines Dalton, der mit deni Wiss-bau
seln von Sand in einer bedeutenden Ver
tiefung beschäftigt war Ueber dreißig
Fuß hoch wölbte sich der steile Sandha
gel über dem Boden der Grube, wo Da -
ton arbeitete Man hatte ihn lsur Bor
ficht gemahnt». denn diese Sandhügel,
welche noch dazu auf dem sumpfigen Un
tergrund eine sehr unsichere Stütze ha
ben, bestehen meist aus verrätherifchem
Triebsand Plötzlich hörten seine nicht
weit davon arbeitenden Genossen ein
dumpfes Schollern und Rollen; sich er
schreckt umsehend bemerkten sie, daß ein
Theil der Sandmasse sich losgelöft und
in die Grube hinabgerutscht war, den
nnglücklichen Dalton fast vollständig be
deckend Er war platt zu Boden gewor
fen worden, nur sein Kopf war frei ge
blieben.
Die Frage, ob er Verletzungen erlit
ten, verneinte er, klagte aber iiber
schrecklichen Druck, der ihm das Athmen
sehr erschwerte und bat. ihn um Hirn
inelswillen bald zu befreien. Das war
allerdings leichter gesagt, als gethan.
Denn als man versuchte, den losen Sand,
der ihn in Höhe von über sechs Fuß be
lastete, fortzuschaufeln, riefelten sofort
neue Sandbäche von oben nach. Da
auch die oberen Schichten bereits ver
dachtige Risse zeigten, die sich zusehends
verbreiterten, schien es nur eine Frage
von wenigen Minuten, bis auch die üb
rigen noch stehen gebliebene, jetzt bereits
überhangende Schicht herablollern und
den Unglücklichen vollends begraben
mußte.
Die Kameraden Daltons, denen jetzt
der furchtbare Ernst und die Hoffnunge
losigteit der Lage klar wurde, blickten
jfich rathlos an Da hatte einer einen
rettenden Gedanken Sein Blick war auf
leinige siarte Planken gefallen, die man
mitgenommen hatte, um sumpsige Stel
len eventuell zu überbruclen »Schi1ell
die Bretter hergebracht, Jungens !«
war sein Befehl, der sofort befolgt wur
Ede. Nach seiner Anweisung wurde nun
mit diesen eine Art Brustwehr zwischen
dem Verschüiteten und dem Sandberge
errichtet, und unverzüglich mit dem
Ausschuufeln begonnen. Nach kaum 2
Minuten trat die fürchterliche Katastro
phe ein.
s Mit donnerndem Krach löste sich die
Kuvpel des Sandhügels und schoß, einer
sLawine vergleichbar, herab. Aber die
lBrusttvehrS hielt Stand Jin Bogen
’fcho»ß die andmaf e über Daltan hin
sweg, während eine dichte Wolle aufivir
beltr. Als sich der Staub verzog, sah
man, daß Daltons Lage unverändert
jwar Sofort ging es wieder an die
filrbeitz nnd in wenigen Minuten gelang
IJ,eö den Rücken des Man es von dein
auetschenden Gewicht d Sandlast zu
befreien. Bald darauf konnte nian ihn
init Hilfe eines starken Teils, das nian
mit einem wollenen Tuch umwickelt hat
te, ganz herausziehen Er war so er
!schopst, daß inan ihn auf einer ihr-revi
steten Tragbahre nachdem nächsten Hau
Ese transponiren mußte. Doch erholte
er sich unter Anwendng von Stärkungzs
mitteln sehr bald von seiner Erschöpfung
Unser der ausgestandenen Todesangst
hme er nicht einmal eine Schramnie da
vongetragen Aber die Gegend der
köanddtinen hat Dalton sofort auf Rim
jnimviederfehen verlassen —(E. E)
Sen-blose Aufregung.
» »Die Seefchlange!«——so lautete kürz
lich das Feldgefchrei in einer Ansamm
lung von Neugierigen in der Nähe der
Allerbriicke in Celle. Mehrere Passanien
des Gelben Dammes wollten ein plötz
lich auftauchendee Seeungeheuer in der
Alter gesehen haben. Bald sammelte
sich eine große Menschenmenge auf der
Allerbrücke und ani Gelben Damme an,
und in der That sah man wie pusiend
und schnaufend ein langgeschwänzies
Ungeheuer im Strome sich auf und ab
bewegte, bald an der Oberfläche erschien,
bald wieder in die Tiefe tauchte. Die
Meinungen über die Art des Ungeheu
ers waren freilich zuerst, wie die Halle
fehe Zeitung schreibt, verschieden, der»
Eine hielt efe für eineziichoiier, der Lin-J
bete file einen Stör; doch wie follie ein
Hist in die Oberaller kommen? Des- ;
halb lanbien wieder Andere, es sei eine
Sees lange. Bald erschien unter deri
Menge ein bewassnetee Jäger; die Er
wartung wuchs, denn nun mußte das
Ungeheuer te- bald fallen ! Mehrere Malel
wurde die Befiie aufs Korn genommen,
doch name tauchte siewieder ngära Da
Messe-D
kräftiger Stoß mit der Heugabel und
ein freudiger Ruf: »Sie haben es, sie
haben es, « ging durch die Menge Und
was hat en die tuynen Fisches-? Eine
J lange, lange Leine, welche guirlanden
Iartig mit sogenannten Grundeis umsetzh
Ivom Strom erfaßt auf und nieder be-;
wegt war Die Fischer und der Jäger»
zogen betrübt von dannen, ohne eine
iSüßwasser- Schlange erbeutet zu haben
Isldntifcht Uohheib
l
l
I Geradezu ungeheuer-lich klingt die Ge
schichte, welche der Theaterdiener des
»Alexanderplatz- Theaters«, Heinrich
Wolfs, über einen Konflikt mit einem
Wachtposten einem Berliner Blatt be
richtet hat. Aus dem genannten Thea
ter kommend, passirte Wolsf in Beglei
tung seiner Frau und seines 9jährigen
Töchtercheng, sowie des Billet - Kontro
leurs Wagenseil auf dem Wege nach
seiner in der Amalienstraße gelegenen
Wohnung die schmale Hirtenstraße, an
welche bekanntlich die Rückseite der Ka
serne des Kaiser Alexander - Regimentg
grenzt, und zwar ging Frau Wolss mit
ihrer Tochter voraus, während die bei
den Männer unmittelbar folgten. Von
dem, was sich nun ereignete, giebt der
Theaterdiener Wolss die folgende Schil
derung: »Als meine Frau ans dem
schmalen Trottoir an dem Wachtposten
der Kaserne in der Hirtenstrafze vorüber
katn, erhielt sie ohne jede Ursache von
dem Soldaten mit dem Gewthrkolben
einen Stoß in’s Gesicht. Als ich dies
sah, sprang ich hinzu, um meiner Frau
beizustehen. Da aber packte mich der
Soldat beim Kragen und erklärte mich
sur seinen Arrestanten. Meine Frau,
die sich nun hineinmischte, erhielt aber
mais mit dem Gewehr einen Stoß, und
zwar diesmal gegen den Unterleib, so
daß sie zur Seite taumelte und aus den
Straßendamm fiel. Jn dem Augen
blick, wo ichmich niederbeugte, um mei
ner Frau auszuhelfeth lud der Posten
sein Gewehr, und ich glaube, daß ernur
durch die Jntervention mehrer inzuge
lonunener verhindert wurde, an mich zu
schießen. Man führte uns alle auf die
Wache der Kaserne und hier erklärte der
mittlerweile abgelöste Posten, daß er
meine Frau mit dem Kolben gestoßen,
weil sie ihn im Vor-übergehen durch
einen Zurus beleidigt oder gar geschla
gen habe. Als ihm der Unterossizier
das Unwahrscheinliche dieser Erklä
rung vorhielt, bequemte sich der Soldat
zu der Aussage, daß er Frau Wolss nur
aus Versehen gestoßen habe. Ich
wurde darauf sofort entlassen. Meine
Frau empfand in Folge des Kolbenstw
ßes gegen den Unterler heftige Schmer
zen«. . . ·Die Darstellung klingt, wie
gesagt, so ungeheuer-lich dasz sie wohl
erst noch einer Aufklärung von zuständi
ger Seite bedarf, die auch wohl nicht
lange auf sich warten lassen dürfte.
s
Das SchatzamissDepartement hat
endlich für den artesischen Brunnen, der
Ellis Jsland mit gutem Trink
wafser versorgen soll, eine geeignete
Pumpe angeiauft, welche die »Foster
Minp Worts« in Brooklnn liefert. Die
genannte Firma ließ 4zöllige Rohren
nach der Insel schaffen, von welchen
1000 Fuß in den gebohrten Brunnen
eingelassen werden. Der Brunnen isi
im Ganzen 1400 Fuß tief, wobei 1370
durch cowpaeien Felsen gebohrt sind.
Es wird etwa zwei Wochen in Anspruch
nehmen, bis die Röhren und die Pumpe
in Position sein werden« und weitere
zwei Wochen, bis das schlechte, unge
nießbare Wasser ausgepnnipt sein wied.
Erst im Verlauf von etwa 4 Wochen
wird man sich vergewifsert haben, ob
der artefische Brunnen eine genügende
Menge Wasser liefert, nin die ganze Jn
sei zu versorgen-wofür übrigens wie
die betreffenden Ingenieure versicheru,
alle Anzeichen sprechen.
—...——.... f» ».—, P
Vor mehreren Jahren wurde Stenhan
Clarl in der Umgegend von B e d s o rd
in Indiana wegen Mordes von einer
empörten Vollentasse an einem Baume
in seinem Gehöste gehängt. Es wurde
allgemein vermuthet, daß Clarl bedeu
tende Summen Geldes irgendwo ver
scharrt habe und Kinder machten es sich
zur Aufgabe nach dem Gelde zu suchen.
In einer der letzten Nächte erwachte
Clarks Wittwe von dem Scheine einer
Laterne,"welcher ihr durch das Fenster
auf das Gesicht siel und sie sah, daß
Knaben an den Wurzeln des Baumes,
an welchem ihr Mann gehängt worden
war, mit Schansel nnd Spitzhaue arbei
teten. Nachdem sie etwa zwei Fuß ties
gegraben hatten, stießen sieans Theile
eines hölzernen Kasten-z und unter dem
selben gruben sie einen alten zusammen
gewickelten stock ans, in welchem sie ei
nen Bebels-eh mehrere Falschmünzer
sornten nnd eine Rolle Greenbacks zum
Betrage von 04000 fanden. Elaet
scheint sich vieler Mord-thaten schuldig
gemacht zu haben, denn ian nach seinem
Tode wurden in einer in der Nähe sei
ner Wohnn gelegenen Höhle die Lei
chen von sün, Männern und einer Frau
gesunden.
Vor ungefähr sechs Jahren ver-I
schwand auf geheimnißvolle Weise-Hean
M Griswold, der Sohn eines reichen
Bürgers von Bridgeport, Conn
Der Vater starb bald darauf und hin
Ierließ feinem Sohne Monmij Jeyt
erst wurde nach langem Suchen die Em
deckung gemacht, daß der junge Griss
wold vor fünf Jahr-II in Langley, S.I
E. gestorben war Seine Lache Ist jetzt«
Nehmt-en indeomsizm uno nach
- · ------ geschickt worden und seine
· W N äu M Its-i
In Nio de Janciro
site-spürtest sich eine Anzahl Gefauqeue
und forderten Wiedereinfetzung
anieea s.
W gelang ihnen-, mehrere Fokts zu
überrumbeln, die sie aber nicht
behaupten konnten
Der Ausstand der vom Militar end
lich erstickt wurdemetutfmätc gro
ße Aufregung.
Aus Rio de Janeiro, Brasilien, wird
unter dein 20. Januar geschrieben: Nach
einer verhältnißniäßig ruhigen Pause
wurde diese Stadt gestern und heute
wieder in so große Aufregung versetzt,
wie zur Zeit der Absetzung Dom Pedros
nnd des Dietators Da Fonseea. Ge
stern Abend überruinpelten 160 ini Fort
Santa Cruz, das auf der Ostseite des
Hafeneinganges nnd zwei Meilen südlich
von der Stadt sich befindet, befindliche
Gefangene ihre Wachen, bewaffneten sich
init deren Waffen nnd rückten gegen die
Forts Pico und Lage vor, in deren Be
sitz sie sich ebenfalls setzten und mit de
nen sie große Munitionsvorriithe erben
ieten. Durch ihren Erfolg kühn ge
macht, forderten sie die Wiedereinsetzung
des Exsdietators Da Fonseea Als
die Regierung von dein Vorialle Kunde
erhielt, sammelte sie schleunigst ihre
Truppen und ließ die Forts. durch die
selben von der Landfeite unistellen, wäh
rend die in der Nähe befindlichen Kriegs
schisfe die Wacht zur See über-nahmen.
Mittlerweile unterhielten die Jnsurgcn
ten ein unnnterbrochenes Feuer auf das
Militär, ftifteten aber wegen ihrer Un
tenntniß in der Bedienung der Geschüye
wenig Schaden an. Peute Vormittag end
lich waren alle Vor ereitungen für einen
aus die Forts zu unternehmenden Sturm
getroffen und wurde der Angrisf zunächst
auf das Fort Rieo unter einer energi
schen Kanonade von Seiten der Schiffes
aus unternommen, welches ihnen nach
kurzem Widerstande in Hände fiel.
Dann richtete sich das Feuer der Schiffe
auf das Fort Santa Entz, das die
Rebellen ebenfalls bald verließen. Dasf
Militiir setzte sich schließlich in Besitzs
sämmtlicher Forts welche die Nebellenl
ergriffen hatten und fing die Gesange i
nen wieder ein und stellte eine starke
Wache utn sie. Die Leiche des Anfiih
rers der Aussiiindischen fand man aqu
dem Kampfplatzesp offenbar hatte der-«
selbe, wohl wissend, was sein Loos sein
würde, wenn er wieder gefangen wurde,
sich selbst den Tod gegeben. Die Kano
nade war in der Stadt deutlich vernehm
bar und rief die größte Aufregung her-«
vor und viele forchtiaine Personen such-s
ten bis zum Ende des Kampfes sichere
Schlnpswinlet aus
Schweiz
L u ze rn. Nach dem ,.Entlebnch«
verliert die cantonale Zorn- und Leib
lasse ini Concurse der Winterliuter Cre
ditbanl I;5(),0»« Fr» nicht blos, ioie
bisher behauptet wurde, Zutun-« Fr. »
G l a r u s. Tie siebente Ehrengaben !
iiske sük das eidgeuizsiische Schiikzensesil
von 1892 weist einen Betrag von Sö
212 Fr. aus. Die Hauptposten unter
den neuen Gaben sind: 700 Fr. von der
Bank in Glarus, 692 Fr. Ergebniß der
Sammlung in Wolke-, 400 Fr. von der
Gesellschaft sür chemifche Industrie ini
Basel. Das Eomite geht von der bis-s
herigen Praxis, nur größere Gaben ein- l
zeln auszuführen, nun auf einmal ab,
was unbillig scheint gegenüber vie
len Gebetn, die mit mehr Recht ans den
früheren Listen einzeln auszuführen ges
wesen wären, als dies mit manchen derl
siebenten Liste der Fall gewesen ists
Wenn diese ungleiche Behandlung auch’
anderorts vorkam, so macht das die Sa
che um nichts besser.
U r i. Das ,,Urner Wochenblatt«
zieht aus den bisherigen Vorarbeiten für
das eidgenössische Schuhensest don 1892
den Schluß, man könne in Altdorf nichts
daran denken und müsse definitiv daraus
verzichtet-, ein-nat das eivgeudsiiichel
Schützenfest zu übernehmen. Wer sichi
aber erinnert, unter welch’ ungünstigeni
Verumständigungen Franenseld sich unil
das Fest bewarb und mit welchem Er
folge, —«trotz gewisser Mängel der dop
pelspurigen Organisation-dasselbe dort -
ausgeführt wurde, der muß die Schluß-»
folgerung des Altdorfer Blatteö schwer«
begreiflich finden. Es wäre zu bedauernJ
wenn so bald wieder davon abgegangeui
würd-, daß-was un ver Sache, die sich(
in gewisser hinsicht überlebt hat, zum!
besten Zehört — kleinere Orte das Fest;
überne en. s
einer Mittheilung der Direktion!
des Jnnern beträgt der von den rantoss
nalen Experten endgültig festgesetzte
Dagelschaden nn Tonton Zürich 2,094,
161 Fr. Die für die Hagelbeschädigten
eingegangene Liebessteuer bezissert sich;
aus 104,300 Fr. 49 Hip» dazu kommen
die vorn cantonörathe bewilligten 250,
000 Fr. ;
Oesteereuh
W i e n. Das von dem spanischen
Gesandten hier ernanute Comite hatt-am
dem kaiserlicheu Archive IWBücher und
Documente aus ver Zeit des Columbud
erhalten, um sie m qurid auszustellen
Mehrere hsterreichi Klöster haben
v scheu, i i di is ihrem
» ÆWM III-h Matde
Der 67iährige Schneidermeifter Franz
Räder-, welcher sich am N. November
v. J. fünf große Nägel in den Schädel
trieb, ift wieder vollständig hergestellt
worden. Der regierende Fürst Johann
Liechtenstein hat dem bedauernswerthen
Greis 40 fl. eingefendet mit deni Hinzu
fügen, daß der arme Mann, fobald diese
Summe erschöpft fein werde, fich wieder
an ihn wenden solle.
Steinfehönau. Die hiesige Ge
meindevertretung hat befchlossen, ein
neues Schulhaud zu bauen, wodurch ei
ner dringenden Nothwendigleit Rechnung
getragen wird. Da der vorhandene
Schulbaufond und die der Gemeinde
sonst zur Verfügung stehenden Mittel
nicht zur Deckung der Kosten auslau
gen, wurde gleichzeitig die Aufnahme
eines Darlehen von 45,000 Gulden be
schlossen.
Therefienftad t. Vor einigen
Tagen hat hat fich hier der Maer des
l. und l. Jnfanterie —- Regiments N. 92
sJohann Freiherr von Streicher erschaf
i M.
j Ja Giefingen bei Feldkirch hat
ein 24jähriger Bursche, Namens Alois
Wehinger, feinen 54 Jahre alten Vater
erschlagen. Die Beiden geriethen in
Streit, wobei der Sohn dem Vater mit
einer Axt fünf Hiebe versetzte. »Jetzt
haben wir Frieden,« fagte der Mörder,
als er nach der That wieder in die
Stube trat, »ich habe ihn todtgefchla
gen.«
Aus dein R eichen berger Ton
fnlarbezirte wurden im vierten Quartale
1891 nach Nordamerika ausgeführt für
699,973 fi. Waaren, darunter Glas
waaren 325,5M fl., Bijouterie 102,796
fl., Glaelnövie 102,482 fl., Leinens
waaren nimmst fl. u. f. w. Die Total
Auefuhr betrug im Jahre 1891 3,152,
493 fl. Werth gegen 2,763,2-04 fl. des
Jahres 1890, was eine Mehr-Ausfahr
von :z()9, 289 ergiebt,und hat fich über
haupt die Ausfuhr im Jahre 1891 gegen
1889 mehr als verdoppeln
betagt-sehr abentenerttch.
Jatnez While, ein junger Durchbren
ner, welcher jungft von Honoluln in
San Francisco eingetroffen ist, erzählt
folgende abentenerlich klingende Ge-l
schichte s i
Er ging iin letzten Mai in Anftralienl
auf einen kleinen Handels-schwach weH
cher zwischen den Jnseln des Stillens
Ozeans herumfahren sollte. Der Schoo-j
ner hatte 15 Matrosen an Bord nnd’
wurde von einem Kapiteln Colton be ;
febligt. White wurde argtoöhnisch, als»
er erfuhr, daß sich mehrere Kanonen auf
dem Schiff befanden; knan sagte ihm in:»
deß, dieselben sollten an Jnsnlaner ver-«
handelt werden.
Sowie der Schooner feine erfte Lan
dnng bewerlsteliigt hatte, wurden 5
junge Mädchen geraubt. Die Eingew
renen verfolgten das Schiff in Ewer
Jetzt wurde mit den Kanonen geschossen
und t; oder s Eingeborene getödtet,
während die übrigen von Haien ver
schlungcn wurden. Einige Wochen
später legte das Schiff an einer anderen
Insel an; dort g b eö einen Kampf, in
welchem einer der Matrosen fiel. Wie
der an einer anderen Insel wurde eine
große Quantität Sattdelbolz geraubt.
Schließlich wurde der Schooner von
einein französischen Kriegsschiff ver
folgt, indeß nicht eingeholt. Wbite
desertirte dann bei der ersten günstigen
Gelegenheit
In N ew a r t in New Jersey versetz
te dae Durchgehen eines errdebahnwa- :
gens dessen Jnsafsen in Angst und Schre
cken. An einein Wagen der Drange
Pferdebahn-Linie, brach neulich Abends
als er die Orange Avenue hinabsuhr,
die Bremse, und der Wagen begann in
fteigender Geschwindigkeit bergab zu rol
len, so daß der Kutscher es für nöthig
hielt, das Gespann von dein Wagen abs
zuhängen und selbst ans die Straße hin
abznspringem Jn dem Wagen waren
nahan fünfzig Personen eingepfercht,
welche mit Angst nnd Schrecken den Ein
tritt eines Unglücksfalled erwarteten,
der Unfall lief aber int Ganzen noch für
günsti ab. Bei dem Marletstrafzen
Bahn ofe fuhr der Wagen in einen ande
ren Pferdebahnwagen hinein, wobei
zwar der Jtaliener Emilio Feners aus
Famaica auf Lsng Lang Jeland Be
chädig en am Unterkdrper erlitt, dies
übrigen ssagiere aber kamen mit heiss
cer Daut davon;n i
Ein eigenartiges Colonisations - Un
ternehmen hat eine Austern Einmach-.
Gesellschaft ins Leben gerufen. Die.
Gesellschaft hat die Wiltnington - JnselI
unterhalb Savannah gekauft Und dvkks
ein großes ConserveniEtablifseinent ers
richten sie hat sechzig Familien qui vers
Insel angesiedelt, ihnen hübsche Woh-!
nungen errichtet und Landstiicke ange
wiesen und wird den Leuten alle ihre
Proaulte abtaufen Wenn die Leute
nicht für sich arbeiten, erhalten sie Besl
fchöftigung in dem Einmachbausr. Die
ses liefert täglich 4000 Büchsen, hofft
ed aber bald auf 10,()00 zu bringenl
Außer Austern, Tomatoes und Krabben
mill die Gesellschaft nächstens auch Ter- «
rapins präservirem welche dort noch m
sehr ågroßer Anzahl gesunden werden.
An den Ufern der Chefapeale - Bai
giebt es genug Orte für ähnliche Solo
nisatiunssEkperimentr.
Vernimmst-e Arbeiter-. ;
N ew Y o ri, 25. Jan. Die Mauer-us
des Retortenhauses der confolidiktens
Gas Eo. an 45. Straße fielen ein, wobei
sieben Arbeiter schwer verwundet wur
den. Sie wurde nach dem Spital
schafft, wo zwei oder drei von ihnen ach
tu kritischer W W
Reue heilte-Zink- Castle Our
Dns alte ringsörmige Hauptgebäude
von Castle Garden, das so viele Jahre
lang als Landnngsplatz für Einwande- .
rer, dann zuletzt zeitweise sür Freie
Konzerte gedient hatte, während die
Räumlichkeiten des oberen Stockes dein
Arbeitsbureau zugewiesen waren, wird
demnächst einer neuen Bestimmung ge
kwidmet sein. Die Parkkommission, de
ren Jurisdiltion das Gebäude unter
steht, hat beschlossen dasselbe proviso
risch dem Naval Batallion der New
Yorler Miliz als Hauptquartier zur
Verfügung zu stellen. So kehrt das
einstmals als Fort errichtete historische
Gebäude in gewissem Sinne wieder sozu
sagen zu seinem militärischen Berufe
zurück Als Landungsplatz wird Castle
Garden noch lange tm Gedächtnisse von
Millionen bleiben, die dort zuerst ihren
Fuß aus amerikanischen Boden gesetzt.
E. B. Spoulding in New York
engagirte kürzlich einen Isjährigen, erst
eben eingewanderten deutschen Knaben,
Namens Berthold Landmesser, als
Lausbnrschen nnd dann einließ er ihn,
ohne Gründe anzugeben. Als der
Junge seinen rückständigen Lohn forder
te, ließ Spoulding ihn arretiren. Vor
Gericht gab Sponlding an, der Junge
habe gestohlen und, da der arme Bursche
kein Englisch verstand, er somit gar nicht
wußte, wessen er angetlagt war, wurde
er ohne Weitere-z ans sechs Monate nach
Blackwells Island geschickt. Als
Sponlding sich dann an Frau Kelly
wandte, in deren Stellenverniittlungs
Vurean Landmefser engagirt worden
war, unt einen anderen Laufbnrschen zu
bekommen, wunderte sich die Fran, daß
Landmesser, der ihr sehr gut empfohlen
war, ein Dieb gewesen sein sollte. Sie
besuchte ihn im Gefängniß nnd erfuhr
von ihm, daß er nur seinen Lohn von
Spoulding verlangt habe. Hieran
begab sich Frau Kellh in’s Yorkville
Polizeigericht und erzählte dem Richter
Rhan die ganze Geschichte Dieser that
zwar sehr entrüstet und ordnete auch an,
daß der Junge aus dem Gefängniß ent
lassen wnrde, aber gegen Sponlding,
welcher die Vorurtheilung des Knaben
augenscheinlich auf falsche Angaben hin
erlangte, wurden keinerlei Schritte ge
than.
Die Pokeu in Rein port.
New York, 25. Jan. Zu dem
Wüthen der Jnsluensa kommt jetzt auch
noch eine drohende Pockenepidemie. Die
schreckliche Krankheit ist in einem von
Deutschen und Jsalienern dicht bevölker
ten Theile ausgetreten. Sechs neue
Fälle wurden entdeckt. Das Hospii
tal in Blackmells ist mit solchen Kranken
beinahe schon gefüllt.
Tie deutsche Grenztoache hat in der
Nähe von Aokiconri einen französischen
Soldaten Namens Deplangue verhaftet,
der seine Reginientscasse bestohlen hatte
und mit seiner Geliebten überdie Grenze
gesiohen war. Die Deutschen wollen
ihn gegen einen deutschenDeserteur aus
liesern, der in der vergangenen Woche
die Casse seines Negimentes bestehlen
hatte und nach Nenn-h entkommen war,
wo er sich noch aushalt. Die französi
schen Behörden hatten sich geweigert,
ihn auszuliesem
Selbst die Kegler haben jetzt ihren
Kalender. Der ,,deutsch.-aineritanische
Kegleriilalender«, heraus egeben von
B. König in New York, mit deut
schem und englischemText nnd zahlreichen
Tabellen über die verschiedenen Spiele,
sowie der genauen Anleitung zu einer
Protokollsiihrung beim Kegeln liegt uns
vor. Die berühmten Kegelhelden New
Yorlö sind photolithographisch abgebil
det,chund ihre Biographieen enthält las
Bn
Auf der Bahnftrecke "Znargemünd
Saarburg wurde in Verthelmiw
gen der Bremier Schweichhosser von
Saargemiind auf dem Geleiie todt auf
esunden. Dem Unglücklichen war die
rusteingedrückt und die linke Hand
abgetrennt Wahrscheinlich waret von
seinem eigenen Bremsensitz herabgestürzt
Frau Annie Quackenbuich, welche am
s. Januar von ihrem Gatten durcheinen
Schuß verwundet wurde, ist im Si.
Michaelshospital in N e w a r k, N. Y»
gestorben. Ihr Gatte feuerte die Waffe
auf sich selbst ab, nachdem er seiner Frau
die Todes-wundes beigebrachi hatte, und
starb fast augenblicklich. Das unglück
liche Paar hinter-laßt vier Kinder, von
denen das älteste? Jahre zählt
Selbstgeiuhl —»Jsi es denn
wahr, Herr Lieutenant, daß Herr von
Stangenberg io geistreich ist«-« -- »Gewiß
ist er dass-, mein Fräulein -—- wir saßen
ja in der Kriegsichule immer nebenein
ander ·«
J a i o! »Hu-en Sie das Concekt
des Pianisten Trommlek besucht . . . .ja?
. . .hatte er Erfolg ?«———«O großartigen
. .man hat die Thüren gestiikmL . .«--—
»Ah, was Sie sagen!«—»Nämlich die-—
Nothausgänge!«s· « AM
Amtsricht er: ,,. . .Mein Fräu
lein, ich liebe Sie!«—-s-Fröulein: »Ihr
Antrag ehrt mich sehr —- aber ich kann
Jhke Liebe nicht erwidern!« « Amts
tichtet: »Das-en Sie zu Ihrer Verthei
vigtmg noch etwas beizufügen W
Der Krieg gegen vie Wirthe in R a
ein e soll neu begonnen werden. Mi
chael Whilton wurde eingeklagt, an Sonn·
tagen Spirits-pfui verkauft zu haben.
In ThZJ·istouTE., wurde
eine Brauerei durch Feuer total zerstört
Berli- 0100-000, gegen mer i-48,000