Die Bloomfield Germania. (Bloomfield, Nebraska) 1???-1914, February 19, 1914, Der Sonntagsgast., Image 4

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    - Dir Entführung
Roman von A. Genua-.
(3. FortsetungJ
Frau Kern strickte also und Mat
iin tauchte undfah der hübschen An
na zu, die on einer kniffligen Spiye
häkeltr. Sie mußte ein Stück ihrer
Höfelei auftrennen und schmollte mii
Martin. weil et sie mit seinen Recke
teien immer störte.
Die List war inzwischen in der
Küche draußen, wo ste das Geschirr
als-wusch «
Jeht kam sie herein und sagte:;
»Der Treu bellt. Vielleicht kommts
jetzt der Herri«
Dann lauschen die vier.
Aber Treu bellt nicht mehr-, und
auch sonst rührt sich nichts.
Im Speisezimmer ist es auch recht
still geworden. Die beiden Damen
scheinen keine Lust mehr zum S re
chen zu haben. Sie horchen e en
sallz nach der Straße hin; auch sie
haben Treus Bellen vernommen und
emeint, es zeige das Nahen des
Zauöherrn an.
Johanna ist and Fenster getreten
und hat, weil die Scheiben angelau
sen sind, den inneren Flügel geöff
net, um besser hinaussehen zu kön
nen. Sie hat das äußere Fenster ab
etvischt, kann aber trohdem nichts
sehen —- denn draußen herrscht dich
er Nebel. .
Das berichtet sie der Tante und
seht hinzu: « «
« eute war’tlberhaupt ern schlech
ter ga dtag. Schon am Nachmittag
war de Lust nicht klar. Hast Du
das nicht auch bemerkst-«
Nein, Frau Emma hatte es nicht
bemerkt. Die Zeitung hatte ihre
ganze Aufmerksamkeit in Anspruch
genommen.
«Mertiotirdig,« sagt Johanna.
»Warum ist der Onkel nicht längst
zu Oauset«
- Frau Bräuner ist unruhig, ihre
R te nicht minder. Johanna steht
n immer am Fenster.
«Man sieht laum das Licht der
Torlaierne,« bemerkt sie seit. -
ese Laterne ist vom Fenster des
Speisezintmers letne zwanzig Meter
m .
t.
Mulein Mileska schiießt das en
und zieht den rotseidenen or
na wieder vor.
Das grosse immer mit den schö
nen, alten Mit ln, dem vielen Sil
esehirr aus der Kredenz, den
Ps nzengrup n in den Letzterean
und dem Hier ich, gedeckten is macht
etnen itusier emlltltchen Eindruck.3
Und denna i es heute nicht ge
tnlitl , denn an dem Tische sthen
stoei kauern die nichts zu reden
Di eu, die aus den Schritt eines
lte peimiehrenden tauschen und
nichts hören als das Lilien der Uhr,
« das lei e Kniskern des Feuers und
«- ihre ei enen Atetnziign
Bä- s lägt die Uhr wieder —- es
, erbu
· richtet sich Frau Einma- aus
und sagt in ruhigem Tone: »Mus
tnein Kindi Wir mlissen uie
essen. Onkel wird mit. ais
ner in der Jststerei sein.«
Johanna ist auch ruhiger gewor
den. Sie driiekt aus die Klingeb
Anna komme und erhält den Bescheid«
das sie austragen soll.
cin paar Minuten kpätet essen die
Damm. Es ist alles ehr guts abe
reitet nnd oppetittkch angerichtet, zwar
die Eßlust sebtt Frau Bräune-.- und!
ihn Richt- reden von allerlei unt-feil
heiter aus —- abet das ist et-;
umli.
Unna. dä- mben der medenz steht
fis- vetstohletu Wie unbehaglichi
es ute im hause war, beinahe fo«
«n lich· wie vor vierzehn TosI
It als man bemerkt hatte daß etnI
Mach im Etlenhoi versucht wer-«
den war. Ein Fremder war gewalt·
m m onus gedrungen Schon die
tier« die gleich danach an allm
uuu usmu ungwkuqi sind-mu
es tm stinkt-as nicht naht
Lwcmchsp ist wie risse-. denn je
tkm met nimmt
darin-, Mdas man sitd nicht mehr sitt
N IM
Zu Eritis-let fide- diese Verände
nns minnt-u nich-tat tm hüb
fst Mädchen ais Ema stümm die
cttss sum-tas- und fngm »Wir
sah fertig Umsa. St- kbnma ad
Ilssmws Das eint Mu- bu
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«» D W Los-u fid- Jan-s
Mut-Impu- wau m
fchaft geschickt hat« warf Anna
schüchtern ein.
Fräulein Milesta zuckte die Schul
tern.
»Das hat er einfach nicht für nö
tig gehalten,« sagte sie, und, sich zur
Taufe wendend: »Man-c wollte On
xelædenn mit Poigner zusammentref
en «
»Um vier Uhr.«
»Und wo?«
»Bei der dürren Pappel.« -
, »Nun. dann ist ja alles erliärt,"
riet die 1unge Dame heiter. »Um vier
Uhr war schon der Nebel gefallen,
Yda konnte tein Jäger mehr aus
izwanzig Schritte einen sicheren Schuß
abgeben. Wahrscheinlich hat Poigner
den Onkel zu sich gelotst; Onkel hat
angenommen, daß er um acht Uhr
daheim sein würde; deshalb sind die
Herren nicht über den Erlenhos nach
der Försterei gegangen. Dort ist
Onkel vermutlich jetzt noch, falls er
nicht schon in Poigners Wagen sitzt
und heimsährt.«
»Es-wird schon so sein, wie das
gnädige Fräulein sagt,'« meinte An
na.
Jedenfalls soll die Kern das Es
sen noch warm halten,« ordnete Frau
Emina an. »So, jetzt möchte ich in
die Halle gefahren werden und mei
nen grauen Wollkragen haben.«
»Das besorge ich, Tantchen,« sagte
Fräulein Milebla liebenswürdig und
egte den Krankenstuhl in Bewegung
Ganz nahe dein Ofen, dessen Glut
schein sich jetzt mit dem sanften sticht
einer großen, griin verhangenen
hängelam e mischt, hält Johanna
den Fahr uhl an. Hier bilden die
mit einer hellen Tapete bekleidete und
mannöhoch mit hellem Eichenholz ge
tiiselte Wand und ein mächtig ro
szer Schrank einen gemiitlichen . in
tel, von dem aus der ganze Raum
zu übersehen list.
Das ist Frau Ernmas Lieblings
plas am Abend. Soeben schlägt die
alte Standuhe halb els.
Tante und Nichte blicken einander
an.
»Ich schicke den Wagen in die För
sterei,« sagt Johanna unvermittelt.
Es ist, als ob darliber schon e·
sprachen wäre, und dem ist auch so
zwei Paar Augen, zwei plöhlich
wieder angstvoll aussehende Gesichter
haben gesprochen.
Und nun, da ein Entschluß ge
faßt worden ist, atmen die beiden»
Damen erleichtert aus. » «
Vom Erlenhos siihrt nur die Allee
nnd an diese anzchließend die Land
straße zum Forst ause. Wenn Bräu
ner schon unterwe s ist, dann must
der ihm entgegengefchickte Wagen ihm
begegnen; andernsallb trisst er ihn
eben noch bei Poigner.
hanna kitutet Joses, den Diener,
er i und tbt ihm den Austrag, den
uzcher mt dem Wagen nach der
Fiir terei Zu senden.
— « hr t nnt dann alle schlasen f
n , seht rau Emina hinzu. «S e,
oses, mit n sreilich wach bleiben.
denn der rr wird Sie noch brau
chen.«
»O, gnädige Frau, ich lege mich
nicht neder, sagt der junge Mann
voll Viensteiser und geht«
»Und ich hole mir eine Arbeit«,
sagt Johanna. »Ich bleibe bei Dir.«
Frau Einma schüttelt den Kaps.
»Nein, Kind«, entgegnet sie, .Du
gehst chlasen. Es hat keinen Zweck,
zdasi u ausbleib .«
» .Aber Du bi ängstlich. Taute,
iM»de-halb will ich bei Dir blei
i »Nein mein ais-d, ich hin nicht
isnehr ängstlich Wo sollte Onkel
Idenn sein, wenn nicht bei Poignert
HMiiiihias holt ihn und damit ist
»gu .«
I maß mich doch bei Dies Tant
schmi
«Reiii. reist-. geh- zu Deu. Jch
bin lieber allein. Wenn Onkel iscoiit
heimkommt. soll es wie sonst ein.
Jch will gar nicht den Schein aus
toniinen lassen, als hätten wir uns
solt-steige icon eilest » Hier til-Filz
hin betagt. und da- soll er nicht«
»Gut. Tontchem ich gehe. Idee
ich bringe Dir erst noch etwas guin
Lesen. Deine Limoaade steht auch
da. So. seit hast Du alle-. was
Eis-til branchii«. sagte Fräulein Mi
e a.
Dann lähm- Mds Dem-.
und obs-a M in ihr Ist-km
Mist-tm
EIT- .:«7.«..:«ei.k.s«T-I.ZFIE
Wiss N ihn-acht Wust-Iw
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PW W: »Es-Im HPM
Vor dem Tor hielt ein Wagen.
ehosef war schon draußen, um den
rrn einzulassen. Ein lang andau
erndes Murmeln —- dann wurde das
Pförtchen im großen Tor wieder
geschlossen, und der Wagen suhr
außerhalb der Mauer der Gärtnerei
zu.
»Was hat er denn so viel zu re
den gehabt?« dachte Frau Einma, und
dann: »Warum lommt er denn gar
nicht herein?«
. Und wieder schleicht etwas Unbeirrt
iiches in ihre Seeie, und blaß, «ehr
blaß wird sie, als Joses la am
über die Schwelle tritt.
»Der gnädiger Herr ist nicht im
Forsthause gewesen«, berichtet Josef.
»Nicht? Und was sagte der För
steri« ,
,,Mathias shat nur mit Frau Poig
ner gesprochen; ihr Mann ist gleich
nach dem Essen mit Herrn von Am
oerg fortgegangen. Sie hatten hols
geschäste zu erledigen. Jn der Lohau
— so meint sie —- und dann sei ihr
TMann dienstlich von Aspern aus nach
tWien gefahren. Er kommt erst mor
Tgin Vormittag Zurück
,,Den Herrn Forstadjunlten hat
Mathiaö nicht sprechen litnneni«
»Herr von Amberg hat Nacht
»dienst im Zerst. Er hat in der För
Jsterei zu bend gegessen. Von un
sserem herrn hat er aber nicht gespro
chen.«
»Seht-ten Sie mir Mathiaj her,
!Jofef. Sie wissen, oft handelt es sich
um ein fehlendes Wort s-— und ich
bin sehr unruhig!««
»Soll ich nicht Anna werten —
oder das gnädige Fräuleini Gnädige
»Frau sehen so leidend aus.«
»Nein, Josefl Nur den Maihias
will ich sprechen. Mir ist ganz
zgut." ,
s Joses holte den Kutscher, der auch
sieht nichts anderes berichten lonnte
Hals das, was er schon dem Diener
fgesagt Er tonnte wieder gehen.
Josef mußte dann seiner- herein die
Beute eingetroffenen Briefschasten
ringen, die er auf Bräunerd
Schreibtisch fand. Frau Emma
wußte, daß am verflossenen Tage
nur einmal Postsachen gekommen wa
ren, —- die, die-here v. Amberg ins
Haus gebracht hatte. Die Zeitungen
lhatte sie schon Nachmittags in hän
Tden gehabt. Jth legte Josef auch
Tdie zwei Briefe uuo die Karte au
idas Tischchen vor sie hin. Es waren
zganz bestimmt die zulth angekomme
;nen Schreiben. '- Zwei trugen den
szstempel vom 23. Oktober, der Brief
Poigners war heute srilh zeitig, also
am 24. Oktober, abgestempelt worden«
vormittags hatte Herr v. Amberg sie
iiberbracht, und« nun — der Zö. Otto·"
Ihrr war schon angebrochen —- studierte
»:"ie Frau Emma.
Tie alte Dame war allein. Sie
hatte Josef auch schlafen geschickt, und
Irr war gegangen, legte aber die Klei
lder nicht ab —- denn sein Herr konnte
fsa jeden Augenblick kommen und sei
;ner bedürfen. So feste er sich an
Einem Tisch und nahm das Buch vor,
s s daraus lag. Aber zumjie en
lrm er nicht« er dachte immer wie r
darüber nach, wo denn nur der here
sein möge? Na und nach liber
itam ihn doch der chla — er legte
»die Arme auf den Tich und den
Kopf aus die Arme, und bald ver
rieten tiefe Atemziige, daß die Ju
ngd auch hier ihr Recht gefordert
tie.
Drüben aber in der halle wachte
eine einsame, sorgenvolle Frau.
Immer wieder nahm sie die Karte
»und die beiden Briefe zur Hand.
’ Alle drei Schreiben waren an ih
ren Mann adrefsieri, zwei davon wa
ren sraglod fiir sein Ausbleiben be
longlo!. Das dritte war aus der
Försterei gekommen. Das Briesblatt
und das dazu gehdrige Kuvert tru
Igen die Frau Emma wohlbekannte,
sgedruclte Adresse des Forstamtes,
»und die Schrift des Briefes und
Irir der Adresse war die sehr charak
Iteriftische Dandschrift dr-« Nester-.
l Heer von Leusberg schien teures
Blick aus diesen Brief warfen zu
baden. onst hätte er wo l eine dar
aus bes« gliche Bemerkung gemacht und
ch dariider gewundert. das der stir
ster diesmal sein Schreiben durch die
Post expedteren lies. tt es wie sonst
durch einen Walda- iter nach dem
Eueres-W zu now-.
Hmt Ist-c sum M im Dist
gth darste- non-Im st- e.
m ask-»- am- si
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»- www MART- E
ise-s Und It I Iu IIM
un Imm
TO Mut-u Im
Zick
Zusammengetroffen warst Was sie
woh. bei dem für die Jagd so ungün
sstigen Wetter begannen hatten? Blei
-1eicht waren sie irgendwo eingetehrti
Vielleicht hatte Bräuner seinen
Freund bis Aspern begleitet und über
nachtete dort?
Es war allerdings noch nie barge-«
commen, daß er so kurzer Hand über
Nacht ausgeblieben war, aber schließ
lich konnte es diesmal das erstemal
ein. .
Frau Emma, die Kluge, die Nin
hige, die Befonnene, fipr öiaß und
trotz des noch immer warmen Ofens
und des warmen Kragens fröstelnd
da, malt sich niit ihrer lebhaften
Phantasie allerlei Möglichkeiten aus
und beruhigt sich dabei. Und wenn
die stets zunehmende Angst über ihr;
zukammenzuschlagen droht, dann be-;
eete iie. · « « 1
und immer uno immer rauscht sie-s
nsit vorgeneigtem Kopf, ob nicht von»
dort draußen her ein Schritt hörbar
wird, ob der geheime Riegel am
Psbrtchen nicht tnarri. 4
Aoer nichts regt sich. l
Nur die alte Stand-be macht sich
uroeiien bemerkbar —- und so ost;
fse u ihrem bedächtigen Schlagen’
nubgoly zuckt die trante Frau zusam
III-ZU.
Noch immer herrscht dichter Nebel,
aber ein riitlicher Schimmer durch
dringt ihn, ein Schimmer, der im-«
mer deutlicher wird, bis die wogende
Wand da draußen einer feurigen Lohe
gleiche. »
Frau Emma hört eine Tiir ge
hen. Sie weiß, baß ihre Nichte
knmmk
Johanna bleibt wie angewurzelt
stehen, als sie die Tante noch in ib
eem Stuhle sitzen siebt.
»Du — Du hast Dich nicht schla
sen gelegt?« stammelt sie. Weißt
dae, daß der Ontel —« Sie redet
nicht weiter.
»Der Onkel ist nicht heimgekom
men«, sagt die alte Frau leise.
»Und sen roar die ganze Nacht
allein! Mein otti Warum hast
Du mich zu Bett geschicktf Warum
yasthu mich nicht geweckti Und was
nun «
Angsivoll erregt sinkt Johanna ne
ben der Tanie nieder.
Die e streicht ihr iiber das Haar.
ähr ·esicht ist bleich, aber ihre
timme ist ruhig, diese von allen
geliebte Stimme, die laut sagt:
».. est, meine Hanna« können wir.
endl ch haudeln.«
Drittek Kapitel.
Die diirre Pappel war ein sehr
aussallender Baum. Vor vielen Jah
ren haite der Bliß in den Waldriesen
geschlagen und ihn zum größten Teil
angebrannt Aber sogleich war der
Baum nicht gestorben, nur trieb er
Jahr um Jahr weniger Laub, und
seit zwei Sommern hatte er liber
haupt keine Blätter mehr. Er streckte
nur noch ein dichtes Astgewirr gen
Himmel. Trotzdem stand er dem
Walde gut. Er war eben ein großer
Toten
Der Wald war übrigens nur der
Rest eines einst großen Bestandes Er
schmiegte sich in eine Bodensenlung
te vorn Fadenbach umzogen wird.
Da. wo die Pappel steht, ist es sehr
öde. Obgleich eine Gemeindestraße
nahe an ihm vorbeigeht, sieht der
alte Baum oft tagelang reinen Men
schen, zumal in dieser Jahreszeit, wo
aus den sich weithin erstreckenden Wie
sen, die nordwärts der Straße liegen
und an allen Seiten von hohen Däm
men eingesiiurnt sind, nicht mehr gear
beitet wird.
West- und nordwärts von diesen
Wiesen Eiegen allerdings kleine Ort-.
cha ten, Miihlleiten und Unterhan
kein aber ihre Bewohner haben im
Herbst lkjer nichts zu tun.
Ebeno ist es mit dem sttddstlich
gelegenen Oertcherr Schönes-.
Ja. sa, Idzer itret-Fee Baumt wird nur
eenion en n u"«« nd
Hi- spis msn du Jungens-« Ich sak
nretst oder ein Bagabnnd aus der
stillen Straße dahinschleicht
heute aber wurde es bei der dür
ren Pappel lebendig. Drei Men
schen strebten ihr gu. Der eine war
Karl stärkeren der, die Minte an
terrn Ir-. in heiter Stimmung vom
selenhoose ausgebrochen war; d e an
ders lauten von weiter her.
cdru jeßt —- ett war lauen dst
U r poriider s« zeigte sich ein M
iniider send adgeheßtee Wanderer
sit dr- seiisletm das as ist-de der
Straße ttber den Indes
ist-is
t III-im W Wiss W
N er W used tiese Indessen
tteser Ists-ents- dritter
is tue-e M m cis-I se
it blies er aus des- IW
s ? !
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THE
exe.
Irr
Früher einmal hat er sie nur ganzi
flüchtig kennen, gelernt auf ciner1
.Jagd, die ihn auch zur dürren Pap
Jpel sithrte —- der dürren Pappel, die
jegt sein Ziel ist. Seine jetzt au
ßerordentlich genaue Kenntnis dieses
Landstriches verdanlte er einer Gene
"ra!stabslarte. Er trug sie bei sich.
Sie war seine Wegweiserin während
eines achtstundenlangen Marsches, derl
jenseits der March begonnen und den
er gestern spät abends in Erlartzau
unterbrochen hatte. ·
Gemaan der Mitte zwischen
seinem Ausgangspunkt and seinem
Ziel. In dem dortigen Wirtshaus
hatte er ein sehr bescheidnes Nacht
mchl verzehrt und sich dann gleich aus
sein Zimmer begeben. Er ist sicher,
dort wie auch aus seinem- ganzen
Wege niemandes Aufmerksamkeit er
regt zu haben, trondem hat er jedeit
Schritt, jeden Atenizug in Angst
getan, trotzdem war die Furcht seine
stete Begleiterin und das Grauen
gartete am Ende seines Weges aus
r r. ..
Darum waren seine Füße seit ge
stern schwer wie-Blei, darum hatte
er sie bei edem Schritt vom Boden
fast losrei en müssen. Aber jetzt ist
er endlich da, wohin ein siiirterer
Wille ihn zwang.
Er zieht mit liebender Hand seine
Uhr —- eine seine, teuere, goldene
Uhr, die gar nicht zu dem ordinäs
ren habelocl paßt, der zudem viel
zki weit für seinen schlanke Gestalt
it.
Die Uhr zeigt aus einviertel aus
vier.
Herr bon Lassony « er ist der
scheue Wanderer —- tui einen tiefen
Atemzug und geht langsam weiter
Nach zehn Schritten bleibt er stehen.
Ein Kiebitz gar gerufen. Er weiß,
was das zu edeuten hat. Hier gibt
eö teine Kiebitz» ere aber tust, wie
er gerade will. Er tann so viel —
der Jrnrr. Er ist auch Tierstimniew
iniitator. Er kann schreien wie der
hirsch — balzen wie der Auerhahn
—- er girrt wie die Turteltaube und
hellt wie ein Hund.
Sandor von Lassony schauerte bei
»ein Vogelrus zusammen.
Was wird er einleiten, dieser Rufi
Vielleicht etwas, das mit einein To
desschrei endet?
Lassbnh kann kaum weitergehen.
,,Hierherl« sagt eine ruhige Stim
me ganz dicht neben ihm.
Entfernun n scheint es siir Bira
nicht zu ge en. Soeben kam der
Vogelrus ziemlich weither und seht
steht der, der ihn ausstieß, beinahes
neben Lassonh. Nur ein Strau
ift zwischen den Zweim· Sehne
und geräus los wie eine Schlau e
hat der der Mensch sich durch d
dicht bepslanzte Niederung gewunden.
»Lange haben Sie gebraucht, lam
nten aber noch friih genug.« Mit
diesen Worten empfängt Biro seinen
Herrn. ·
»Ich sehe keinen Wagen,« entgeg
nete Lassonm »Haben Sie leinen be
kommen « «
»Ich —- keinen Wagen belommeni«
ruft Biro laOnd »Natürlich habe
ich einen, aber ich ließ ihn doch nicht
auf der Straße stehen. Da hinten
im Busch sieht er, und das Pferd
futtert jeßt. Da läßt es weni stens
das Wiehern. Getränkt habe ch es
auch schon.«
»Wer haben Sie das Gefährt auf
getrieben?«
»Natürlich abseits unseres Weges,
nicht in einem dieser kleinen Restes-.
Bis Marchegg bin ich gewandert, da
i hörte, daß dort gerade Jahrmarkt
se. Das traf sich gut. Unterwegs
verwandelte ich mich in einen Land
mann, so ist’s niemand aufgefallen,
daß ich mich nach Pferd und Wagen
umfah. Hab' auch den richtigen er
wischt. Es ist nur ein bescheidener
Karten. Sie werden ihn gleich sehen.
Nur riihren Sie seine Seitenwände
nicht an. Die habe ich außen licht
blau gestrichen. Der Wagen muß doch
fest anders aussehen! Auch zwei are-i
ge buchftaben habe ich angemalH
Schwarz sind sie und machen sich gut
un lichten Blau. Doch alles ist nach
ein bißchen seucht.«
So plauderte Jmee seeleneuhig,
während er feinen Herrn zu dem
sagen führte. Es war ein recht
descheidenes Fuhr-vert; es ähnelte
einer grasen Truhe mit schiefen
Mudem der der Deckel tot-II. Reden
dein Kutscher konnte allenfalls noch
ein Mensch siseen Ein tieines. beau
nes Pferd. das den Raps in den
Meint-i vergraben hatte. wer
takes-euer Die beiden Seite-I
scsde des ens harr- mit
blauer Detsaebe beesrichein hatten
me Ist-den used Use- nud desse
mschdtesuchpabenIinn
Is
zsue-II It. Ist zagte saht-P ,»
re lar- e . s. eg
san nicht » . .·«». Denn ina- eine-»
Sie-Ie- aiche Hum»witt«e« , » L
Use-w- euesesee M see-e II tm
see-um i
.Iee euer Se- en aged-s- ais-I
Ist's te re. »Ach ziemte es bis
III-Ia stattliches-pas ies
M see-ca bete-. seichte michs-· z
»O dacht Ists ich Ida-sehe meet-i
les etUsP Weis-te state Wer-s
»Ist dies-Ist is um se etwas-—
» . aus« es Oee Lohe-us
dest
»Ich habe natürlich unterwegs ·
übernachten müssen,«· berichtete err.
Wabe mir dazu einen Ort weilab
von unserem Wege ausgesucht Das
Nest heißt Kämpfendort Bin wohl
weislich in dem Schuppen geblieben,
in den man mir Wagen und Pferd
einstellte; aber ich ließ mich oon mei
nem Durst verleiten, Wein zu trin
ken. Das war schon dumm. An die
sehr große Unwahrscheinlichkeit, daß
mir. nachts mein Gespann wegkom
men könne« habe ich gedacht, aber
nicht daran, daß ich jetzt nur Kassee
hätte trinken sollen. Das bißchen
Wein ist mir zu Kon gestiegen. Jch
habe, eh’ ich mich ins Heu legte,
meine Bauernjoppe ausgezogen und
neben mich geworfen. Morgens aber
waren wohl Pferd und Wagen und
auch das Bündel da —- die Joppe
aber war weg."
»Was liegt daran?« meinte Las-,
sogen »Ob« hatten Sie Geld dar
tn «
»Das nicht,« entgegnete ere.
»D«as Geld trage ich dicht am Leibe
aber in einer Tasche dieser Joppe
steckte einer der Briefbogen, die ich
vom Schreibtisch des Försters Poigs
ner genommen habet«
»Verdammt!« entfuhr es Herrn»
von Lassonh.
»Na, na, verlieren Sie nur nicht
wieder den Kopf,« fpöttelte sein Die
ner. »Was liegt denn schließlich
daran? Der Rorkdieb kann ja mit
dem Briefblatt nichts anfangen. Er
stens weiß er nichts wer ich bin, zwei
tens nicht, wozu das Papier dienen
sollte, und drittens könnte er, auch
wenn ihm das bekannt wäre, mit fei
nem Wissen nichts anfangen, ohne
sich selber als Dieb zu verraten —
unv das wird er fich wohl überlegen.
Das habe ich sofort bedacht und bin,
um keine Aufmerksamkeit zu erregen,
ohne zu mucksen in meinem altenRock
weggefahren. Sonst ist alles in
Ordnung. Heute früh gegen drei
Uhr habe ich den Brief an Bräuner
in einen der Groß - Engersdorfer
Postkiiften gesteckt. Natürlich ließ
ich Pferd und Wagen außerhalb des
Ortes stehen. Beim Schein eines
Ziindhölzchens habe ich gelesen, daß
die Briefe um sieben Uhr morgens
aus dem Kasten genommen werden.
Bräuner hat den seinigen also sicher
rechtzeitig bekommen und wird,
wenn wir Glück haben —- in kurzer
Zeit hier sein. —- Was stöhnen Sie
denn foi"
,,ere —- unser Vorhaben — ist
entsehlichi«
»Gebt es schon wieder aus diesem
Tonei« zischte der Schurke dem zit
ternden Feigling zu. »Was haben
denn Sie dabei zu tun? Sie bran
chen doch nur auszupasseni Jch
werde mit dem alten Mann allein
fertigt«
«ere —- iein Blut — wenigstens
kein Bluti« jammerte Lassonh, der
fest erst die ganze Scheußlichteit des
eplanten Vorhabens empfand. Aber
mre stieß den»sich an ihn Mam
mernden zurück.
»Memmei« zischte er, Lassonh
wütend anglozentn Hatten Sie
mich besser insormiert, so wäre mein
Einspruch im Erlenhos nicht so ganz
fruchtlos verlaufen! Dann brauchte
das heutige nicht zu geschehenl Aber
ich war ein Narr-, daß ich Ihnen
blindlingg glaubte, als Sie sagten,
daß Bräuners Geld in seinem Ar
beiszimmer im Crdgeschoß sei. Als
ob das all die Jahre lang so hätte
bleiben mässeni Als ob man si
nicht umquartieren tönntei So bin
ich in das Schlaszimmer des alten
Herrn gekommen und mußte natür
lich mit leeren Händen abziehen —
und seitdem sind die Leute wachsam.
Da habe ich einen neuen Plan ent
worsen, und Sie wollen ihn immer
wieder stören —- Sie Nimmt-wi- der
Sie den Gewinn ohne jede Gefahr
einstecken werden, während ich die
hände ins Feuer stecken muß
und ——«
Weiter WI- Jme nickt
Ein Lied pseisend, tam jemand
dee Weges daher. Noch sah man den
Nahenden nicht, denn der Weg lies
in Windungem Ein ziemlich dichter
Nebel. dessen Aussteigen aus dem
senchten Grunde die beiden Schuste
nicht beobachtet. hatte sich iidee die
Landschast get-reitet
Wie dichter Schleier hing er zwi
schen den Bitt-den und Daumen und
wallte iiber die Wiesen.
«Imee. nach iM iti Ich will —
sa — ich will nicht« s ee Iesehiehtt
Sie sollen ihn nicht iibersallen —
itd werde ihn -·
»Was wollen Sirt Ihn warnenii
sollst-statt seht i 's zu sich des
Idetmasn zu « Mir-. sen i
Wir beide werden Mauer see
int. se dars Sie adee seiest er I
nent darum den Magen Its-rui« die
heitres-se herunter und nicht gesit
ieri. sie attee Latiertoeidi II —
UII III .III III O— IF- Papa-:
tau nassen-. Ses- emms ski
Wem bringe id- Ier. der
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das ich aus se rittet verzichtetm
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