Die Bloomfield Germania. (Bloomfield, Nebraska) 1???-1914, May 30, 1912, Image 5

Below is the OCR text representation for this newspapers page. It is also available as plain text as well as XML.

    » Guts-not
W von German Bitte-seid
«Niiher ’ran, Buckmannschl«
Das Weib schiebt seinen Wusselkops
bis dicht an des Alten Kissen. Jn
dessen runzlig-ein Gesicht mit der
Spttznwse spielen die Nerven.
»Er-r Sohn, Vucsmannsch s-· —
er soll nach der Stadt, 'n Richter ho
len. Will testamentieren.«
ZFuchingM iriiht die Alte. »Herr
er -—"
Maul baltenl Was zu cdoll is,
is zu doll. Zehn Jahre hat nie nich
einer mehr gewußt, oh ich aus der
Welt bin, mikd snu —- nu —- erst die
beiden Fustö —- -—«soll denen mit
meinen iauer zusamengesparten
Groschen wohl den verrauchten Hof
wieder ausspolierenk — erst die mir
seit sechs- Wochen um die Nase gegan
gen, ob mir das nicht gut täte und
dies nicht, »und dann lder krummbeis
nigte Küster mit seinem geschniegels
ten Stadt-sahn —- ob ich das und das
nicht ’m·al probieren wollte —- —
Hundchqndel«
»Je, Herr —- — Je, nu wär· mein
Jochen nicht gewesen, die Fustö hätten
Such-ja wehl gleich ausgepackt, usnsd
mit Such nach ihrem Hose. Un denn
Mister Mither un sein Jungl Sau
Spittakel im Krankenzimmer zu
vollfikhrenl Wer Jochen —-«
»Quatschl Ihr —- Buckmannfch
'n Satan seid'r, aber darum bleib’
ich doch. Und Euer Sohn muß nach
der Stadt. Fünf —- -- nee, vier
Dahin- wenn er vor Abend ’s Ge
richt herbringt-«
Der Wusfelkops wiPpt überlegsam
»O is man —- rnitten in'n
Wust —« (Ernte).
»Blei- Dckhler·" I »
,,Erst meintet Ihr stian W
»Menoasl« «"1 ’ l
»J- —wo Joches sich bocheri
Costvlrt Pliimers seinen Wagen hosi
len muß —l — n anqebth
Naniwa-) dacht« ich —«
Christian Gebsers Ringen blitzen
unter »den Braun-Eicheln boshast
auf. .
»Ist-»Mit Mark Fuss-schn- mei
netwegen. Sündengeldl«
,,N-—-n ial Nu ja. Und-gewiß
und withohaftig ?«
»Oalluttkl— —Remsl«
Dies kennt die Buckmannsche. Sie
muß allemal heraus, wenn der Alte
an sein Geld geht.
Der kritbbelt mit stochemden Fin
gern im Unterbett. Bis ihm Silber
in ider Hand klappert. Da ebnstet er.
Für Frau Vuckmann das Zeichen
sum Wiedereintritt
»Da —- fiinlf harte Dahlerl Aber
erst, wenn das Gericht tda ist. Eber
keine Minute. « Er knotet das Geld
in ein schmutziges Tchchentuch nnd
fix-Lebt es snnter sein Kopfkissen
s,«-o. « —
Die Vucknmnnsche schiürst ans der
Tür. —- —
,,Psni Tensel l« sagt sechs Stunden
dran-s in Gastwirt Pslümers klappris
gen: Jagdtwagen der Amtsrichtek nnd
wirft noch »nen Blick nach Büdnet
Bnckncanns Rohvdach zurück. Er
stösi ein puuriiitti soir Läs« kköftkg
ans Iden Nusenlöcherm ehe er sich ne
Zigarre anssteckt. ,,MInssigl« Und
Here Kanzleirat Moy neben ihm
schußselt sich noch ein bißchen dichter
in seinen griiniscknvurzsgestrickten
Schal, olhne den er selbst im Sommer
nicht fährt, nnd spricht nach ’ner
Weile, Dorf Pamin längst sl)inter sich:
»Mit Erlaubnis zu sagen stinkt es
einfach. Das Loch, Herr Amtscichi
ter, meine ich, wo der Alte drin haust.
Und passen Sie ans, sdek uneins tei
ne drei Tage mehr. Die Nase wnc
mir so tolichsenn —- — Und dabei
nur die Bnclnmnnsche nm sich, nnd
das nnn seit fünfzehn Jahrenl Ja
hiitt et sich bei mir wenigstens reget
recht in Viiene neneben — aber sol
Bis du«-I paar Tagen noch bat ek·
Sich ELMO gskocht Was Dabei wohl
Tons-am Uns m Entdan hie e
mbmnnt bat. jede-mal vorher Io
sWt Uns-d ins Bett tm er erst über
haupt nicht wollen. Das niise unnö
tkg ab. bat er sehst und sich in M
nem atteu Some-sinkst Komoedde
bei Ton und Nacht Bis ei plus-O
ais mehr gings
»Der Mann wo- dod lküdn ei
nsam-sicher Beim I«
Jtad ob. Den Instit-Hm- Don
sdst kam M Mathem mit Mam
Bwu uns da Mike steh-von
I M Mit In sitt ists ON
cui-Gier wem-. Komm M Mast
Hickssschreck ein-gejagt hat, wanderl
rustig sürbaß, auf das Dorf Pamii
zu, biegt aber gerclde vor dem ersten
Hauf mit der verwaschenen Aus
schrikt »Wirtschast" nach links in ei
nen Fußsteig so daß Wilhelm Pliis
mers an seinem Fenster im Fliegen
sangen innehält und niiszsbilligend
grnngt: «’n Fremder, der Bescheid
weiß? —- Schmtrrigl —- Na, laß
ihml«
·Betscheid scheint der Einsame stet
ltch Fu wissen; denn er hat, seit er
die Stadt verlassen, noch keinen nsach
Weg nnd Steg gebragt. Schreitet
auch jetzt mit lder-Sicl)er«-l)eit des Ein
heiniischen. Bis vor den Buckmanns
schen Ausbau. Der Fixköter aus dem
Hof-e zerrt klässend an der Kette.
Erst aus dem Backsteinvilwster des
engen Hausslurz bleibt der Fremde
einen Augenblick stehen, sährt sich
rasch mit dem Taschentuch til-er sdie
Stirn und sholt einmal ties Atem, ehe
er leise die Tür zur einzigen Bauder
stube aufklinkt.
Drinnen regt sich nichts, und er
hält den Atem an. Vor dieser schwü
lLen Stille wie vor der ver-brauchten
usi.
Dann tritt er behutsam näher-, setzt
sich szu Häupten des Bettes, den Blick
aus die geschlossenen Lidet des alten
Mannes gerichtet, und lauscht
Idat der Alte die Nähe Oon etwa
s Neuem gefiilyltf
s Er schlägt die Augen-aus
’ ..Vatert«
Der starrt in des Andern Gesicht;
die knochigen Hände rühren sich, tra
tzen, griffeln auf dem fchnmlzigen
Oberbett herum, greifen ins Leere.
Bis er sdie Finger des Sohnes zwi
fchen den feinen fitht — —
»Bin wieder da, Vater —- und
bleibe-wenn Du es willst -—«
Ein paar Selunden verständnis
lefen Starr-ens. Dann arbeitet es
in dem welken Gesicht, die Kiefer öff
nen sich wie zum Sprechen, klappen
ckber lautlos wieder zufammen, die
Bruft dehnt sich ein paarmal —- im
Ringen um Luft —
Ein tramnfshafteg Verzerren der
Züge, und »dann wie ein Lächeln —
fest trallen die haarigen Finger des
Alten fich um des Sohnes Haud. —
Ein Recken, Dehnen — —- dann liegt
der alte Mann still ba. —- —
Noch hält Karl Gebser des toten»
Vaters Hand, als die Buckmannschef
ihren Grautopf ins Zimmer steckt.
Sie hat eben ihre Ziegen vom Fel
de geholt.
Nun bricht sie, vor einer schroffen
Handsbewegung Karl Gebiet-D mit
ten in einem Auflreifchen ab unsdi
stottert blos halblaut, in dem Grau-!
en, das der Tod bringt: »Kerl —;
Korl Gebferi Un —- Gott in'n hoheni
Himmel —- isst to ermes- s
Der junge Gebiet deutet niur mit
dem Auge nach idem Toten. Dann
löst er behutsam dessen Finger von
keiner Hand, fteht auf, tritt ans Fen
ter.
»8u spät gekommen, Frau Buck
mann.« ,
»Je —« sagt die, tut, als mische fie
mit ihrer fchmutzigen Schünzse eine
Träne aus dem Auge, schielt nach dem
»Amerilaner« wie ein Hund mit
fchlechtem Gewissen, und da er noch
schweigt kommt ihr der Mut sum
Schmatzem
»Um dufend Gotte willen, ioat is
diti Vor’n paar Stunden noch hier
mit’n Richter unld iein’n Sei«’tär te
ftamentiert, und nu? Nu de Oll’
hin un Sie dai Und ich und Jochen
haben? Testament noch felidften un
ter-schrieben —- das heißt, man aufm
Umsch·lag, und de Oll’ war so hell bei
sich — —- Nee, nee, dit is en Stiicki
—-Wo is’t möglich, wo is’t möglich?
Und feit acht Tagen «hnb’ ich bei ihm
gesessen, Tag und Nacht. unld ihn ge
pflegt als ’n Kind, unld mein Jochen
Gericht geholt, wosiir ihm fiinf Dah
ler versprochen sind, und mit de
Miete —«
Beides-u sie mit lot-mad, der
eian Itzt You-·
tot s
.J0 perform nichts umsonst
Frau. —- -- Sls können sehe-IX
Mit n Mast-. als die Omtmannfche
nockp hundert Do weicht sie langsam
kWeIQ des Peche-mit Vlies cui
seinem Wicht not dsk Tüt. RIM
Its-Mc It den Wes-n Unab. Io ’m
Munde M fiest III dem Inmi·
sue-.
Ot- ttstqmmmöfiaucs auf dem
Inmqwidt du Urian Endo Mist
m Hi- das Dorf ein Stets-sit .
»Gesi- easfohmm soc-IF das M
WIMOI sticht-Oft M sit-U
few cis m IMM- WNIMJ
k- M glic- W Inst-ex nods
MIIQ III- OFO Oststhmz
M In sitt Mit-» W sum-i
Na- sid IM- mst sitt ils»
OW M « M- W
m III-Inm- mkt tm Ists I
UW MM sum-D- Ast-.
das II thust-. U- ssun stu. G
In Wo Mo MM M b M
Ist I- M
Urian-dem Mo M tin-s
m m « m
U M II Its-W ins-.
Most M erst
« w. Indu- ssu tod
Iu sub- dti Its-e m UWs
MI. »Ist INDI- ICM Ins-I
Wi- twe-M U- sti ds
Iss las Im W I«
r
So steht’s wörtlich in Christian Geb
fers letztern Willen. Für Küster Kit
ther nebst Sohn Theo nicht gen-de
schmeichelhaft Aber was macht«
Jn der Familie bleibt der Besitz, und
Thco Küster txäusmt schon beträchtlhh
von Geschäftserweitetuwg und- trinkt
mit dem Alten eine und noch ’ne Ra
iche Langfort Und Friedrich Fast
und fein Sohne Haine, und ’n biß
chen auch seine Tochter Meta, tun
mit. Wenn auch nur ans Aergcr.
Aber der Tag ist nun doch ’mal ange
brochen, und sie simd nicht fo. Und
Wilhelm Pliitmers freut sich
Die all-er nach seiner Ansicht am
meisten dazu Anlaß gehabt hätte,
Küvhers Wiese, freut sich nicht«
Schnurrtgl
unid Karl Gelb-see scheint sich nicht
’m-al geärgert zu haben. Noch schnur
rigeri lind ist doch vom Alten ein
sach enterbt.
Während im Krug der Rotspohn
fließt, schlenidert er Idie Dorfstrasze
hin, bis an das letzte Gehöst. Aus
dem ist er vor 27 Jahren geboren«
und von diesen rollen die letzten 17
jetzt an ishm vorüber-.
Hinter dem Gehöst steht am Weg
rand unter einer alten Lin-de eine
Bank.
»Wie sriii'her,« denkt er, als er sich
drauisetzt
Nur daß sich damals an manchem
lauen Sommer-abend hier ein iveicher
Arm um seinen Nacken schmiegte und
brennen-de Lippen ihn küßten. Niete
Fie"dewolt, des versoffenen Dorf
ichmiedö Tochterl Um derentwillen
er sich damals mit seinem Vater ent
zweit, die Heimat aufgab, und die
ihm später nachreiste, sein Abenteu
rerleben zu teilen. Was ist er dazu
mal nicht alles gewesenl Als Heizer
iisbers Wasser, und dann —- Stiefel
puhen Zeitungsträger, Fabrikant-ei
»ter, Bergmann in Wyoming nnd
Eolorada — —- Da shat sie ihn ver
lassen, um einen andern. Gott sei
»dan« —- So iaate er heute. Aber
" damals? «- - Den Kopf in beide »
; Hände gestiivt, stiert er in den Sand.
IRiete Finden-old sein Unsteoni Die
Schuld daran gewesen —- nein —
nicht siet er, er war schuld, daß sein
Vater aus einem viistig schaffenden
Bauern nach Verlust des einzigen
Sohnes ein Sonsdevling wurde, ein
Geishalch siir den es nur einen einzi- T
gen Genuß galt-: die Hypothekensscheis
ne im Schrank zu Zählen und Bar
geld sdurch die Finger laufen zu las
sen. Durch den Sahn ein Menschen
wrack gewordenl
Noch immer hat Karl Gellser den
Blick in den Sand gebohrt.
Bis eine weiche. Ifeste Hand sich
ihm aus die Schulter legte.
»Ich nehm’ die Erbschaft nicht an."
Fast atemlos hat Miene Küther
das herausgestoßan Und da er sie
anstarrt, beträstigt sie: »Ich tu’öt
nicht. Brauch sa« auch nicht Bin
das Gerede im Kng schosn so leid ge
worden, daß ich ausgeritscht bin. —- I
Und ich darf auch nicht-« fährt sie mit
Heftiigteit fort »Darss nicht. Denn
—- wärest Du ein paar Stunden frü
her nach Haus gekommen, io hätte
Dei-n Vater anders testiert, das ist
mir gewiß. Und es ist ja auch gar
nicht wahr, daß ich mich am wenig
sten um ihn gekümmert hätte. Leid
tat er mir immer, io furchtbar leid in
seiner Bitternis. Nur das Getue der
andere ginig mir gegen den Strich.
Man Vater sagen, was er will —«
»Du haft ’n Bruder- Mieze.«
Während er die paastworte spricht,
ficht er auf, in ihr klares Gesicht, ihr
helles, gerades Auge. Sie ist ’ne
stattliche Dirn, und ein Hauch gefun
der Frische webt von ihr, als sie sagt:
»Bater hat ieianant Und der Bru
der fein Geschäft Und ich will nicht«
Nicht das Geld. Und Joch weniger
Deine Init, dessen Pater vorhin ichon
anfing mit allerhand Inst-Manga
Und das wiss wohl noch viel ömr
werden. Dieser wind kamma- und
jene-. Und ich ohne sind's Und Dir
Gehört das Gelt-X
»Hu-fi- moidw MMFIO in Unsich« .
»Das kann aber nicht schaden«
»Ich qönn' Die das M Wien-.
Gerade Dir-. Und keinem liebe-X
Co chklich, in Menitek Ost-unbr
kW acht xesdt fein Blick aui thr.
daß sie m w r bis unt-is Flachs· i
k.
Ach s-« Sie hatt- iich neben ihn ?
aoieitz cru- iteht Iie ant. UND-sen
ais ich Inn Gesicht ins Deiner-· ;
Eh vermissen die stund-ne du E
Its-Gott« Dir aber. Ries- -- —
Ja was wiist W chantiitdk
Da dehnt ji« me stan nnd its ;
mä Mk ;
Arbeit Kaki. s- Ida-sc Inn
Ims iiam W -· -
O ic. H- N san-O aus« Und
— —- idm Mit W. Mit-tu ans
Itsantas IM. IN. das In ;
Im- IKQWII Msn M«
W im a a . Gi- ums
insva Isu M
.sti Mc Its U its
Isatii Du via Mit Ists iso. —,»
dudo OWI stinkt nicht«
i-’s mit-n Uns su- — —
Du fasse-in I . Mosis R IIQ
sendet-« s— — It Its-is He Miso-s
. tin IM- — uns III-I W»
ist« is As tit in Haus« I,
s M mit w s Wz
das-Mo « Nilus-Muts
mir-Instituts- Mosis-ist
W
List weit. von hier bis in den Staat
Colomdo, Micze Freilich könnt’ ich
ja hier den Hof zurückkaufeth doch-"
er seufzt —- ,.jetzt lieber nicht mehr.
Gesunde Arme aber und get-aber
Sinn gelte-i überall Misset«
I Sie atmet ein paar-mal tief. Und
khre Augen leuchten. Und sie sagt
nichts Still legt sich Ehre Hand in
idie sein-e. Avbeitksbiiwdr.
Jus dem Erben rian
Ist-Mus.
Novelle-Ue von W. Dache-.
I Charleö Berthon, der Leiter der
JKriminalabteilunm fah mit gespann
« ter Aufmerksamkeit auf eine Photo
tgraphie nieder, die in das Verbre
Zkheralbum eingellebt war. Dann
juberlas er die Daten, die daneben
zanfgezeichnet waren, und welche die
EKorpergrösz die Bruftweite, die
EArms und Kopflänge des anf der
jTiihotographie abgebildeten Indivi
;dnums angaben. Darauf llingelte
Her nnd befahl dem eintretenden Ge
»richtsdiener, ihm den Detektiv Wil
«fon herzt-schicken.
" »Wilfon,« begann Bertho , als
»der Genannta ein jugendli r an
sehnlicher Mann, in der den Detektis
ven vorgefchriebenen Zittilkleidung
eingetreten war, »ich habe ganz et
was Hübfcheö für Sie, —- Sie fallen
namlich heute abend die große Ne
doute in der Apollohalle befuchen, —
als Maske, versteht fich. Domino —
- Es ifi dies fa das letzte diesiiihs
rige Karnevalsfefh —- fo ein Nach· s
züaler noch, der« eigentlich garnicht
mehr in den März hineinpaßt. Da- i
mit aber hat fa dann der Klimbim ’
ein Ende, und ich denke, damit auch
das Treiben des vermaledeiten Spit
buben, diefes Riethof, —- denn ich
rechne bestimmt darauf, daß ed Ih
nen auf dem Feft gelingen wird, ihn
abzufafferh Willen.« l
i »Jawohl, Derr Kriminallommifs
ar.«
Das klang etwa- überftürzt nnd
die Rechte des Detektibs ftrich wieder
kaltt haftia über den blondenSchnurrs
ar.
»Diefer Rielhof,« fuhr Berihon »
fort, »ioll fa besonders die Masken- (
fefie zu feinen Raubziigen benutzen
und ein höchfi raffinierter Verklei
dungskünftler fein, daher auch bis
jetzt alle Verfuche, ihn zu faffen, ge
fcheiiert find. Sehen Sie fich feine
Photographie an, Willen, und die
Daten —- die Detektive Hinrichfew
Krufe und Schilling erwarten im Re· .
ftaurationszimmer Jhr Zeichen im »
Moment —-«. f
Der Kriminallommiffar erhob sich 3
und klopfte Wilfon wohlwollend die ·
Schulter. ,,Legen Sie fich Jhren
Plan zurecht, Herr Detektiv, —- Sie
find der Mann danach, folche Spit«
buben zu entdecken, und dies wäre ein .
Segen fiir die Menfchheiti —- Alfo .
Domino und Maske, Wilfom und —- «
Kombinationgaabe und Gneraiel«
Dieser blieb its-tiefem Nachdenken i
uriick. Rein mechanisch notierte er
ich die bezüglichen Daten, starrte er :
auf die Photographie Methon Dies ’
iec gehörte zu den ,,eleganten Gau
nern", die bekanntlich so vornehm i
ausfchauen nnd über so vornehme
Alliiren verfügen, daß man ihnen s
ihren Beruf kaum anmerlen kann. «
Durch große Schlauheit hatte dieser
Riekhof es bisher verstanden, leine »
Spuren aui dem Tatorte zu verwi- ;
schen. Man wollte wissen, er »ar-:
beite«, um nicht etwaige verräterilche !
Fingerabdrücke u hinterlassen, mit
Handschuhe-n it Vorliebe »be
luchte« er Mastenbälle, spielte hier
als elegante Maske den Galan und
beraubte die von ihm Ausgegeichnesc
ten, gewöhnlich Trägt-rinnen von
Frezioiem ebenso geschickt wie schänd
«Sonderbarer Zulall«, murmelte
der Deteltiv. »Gut —- es wird und
male auch la neben. —- viellelcht. hm.
schlage ich da zwei Miete-n mit eines
Alappe.« sin Ausstdhnem das
Lchliecht zu den Worten paßte. folgte l
ie en.
Eine herbe Selbstversvottnng lan
in den Worten, die lreilich nur der
Sprecher selblt daqu vernahm,
nnd iie tat feinem Herzen weh. Denn «
auch der Mtiv hat ein Ders. nnd ,
diese siihiende Muskel dntte Wille-n
letthiu viel In let-alten gemacht Er
war inng nnd ee liebte und er war
leit drei Monaten östentlich verlodt
mit des reisenden Linn Valentin
sie me in einein photographischen
Itetlee tätig nnd ide entzwei-We
seldlivorteilt im Intbånthiten die
deite celtdilttseetlnme I ldren
Edel. Wen aber war ein Macht«
Mut« und der Mi- nnen-te dies.
kais et. dee unlie. ehrbare sinnt-.
II lich dennoch sue Wneiittmia
Mut been- den-ni. da et dein
standen den aut tdn antu . nictn
Itdeeiudtn Dante- Dech war ib
Wnn eine tin-net Meenlie na
ckende hund- tite its. und die doti
nung ln M. das M an trink-e
seit-s eine Mid- lleau wetten war
s-« Wann in senten- ale et in Its
tilde-se IM. III leis- WI ldsl
sitt mi- Ioe laden Mitten it
is leite-ne tut des Ies
WM u Mist-I ds
ttn sitt-s- een sind
IZorn erfaßt, hatte nun Lucy gest-any
"ob die Leute recht gesagt. Sie hatte
pdies bestritten, Wilson aber ihr nicht
gealaubtx Dieser Unglanben und
I dieses Mißtrauen in seine Braut hat
sten den Deteltiv unglücklich und zer
fahren gemacht und er beschloß, sich
die Entscheidung iiber Lucns Treue
oder Untreue aus der Redoute in der
clpolloballe einzuholen. Diese Re
doute bildete nämlich alljährlich den
Schluß des Karnevals und war eine
von allen Schichten der Bevölkerung
.besnchte und sehr beliebte Veranstal
tung. Hatten nun die Leute recht aei
sent, so wiirde ann auch sicher aus
diesem Feste nicht sehieu, hatte Wil
son kallnliert,s nnd eben beabsichtigt
fehabh den Herrn Kriminallounuisi
» iir um Urlan iiir den Abend zu bit
ten, als ihm von diesem der Austrag
geworden, die Nedoute in Beruf-Unse
»cken zu besuchen. Damit war der
Deteltiv vor eine Doppelansaalie ne
»stellt, die beide qleich schwer waren,
sdie beide feine ganze Kombination-Id
aabe erfordern-« unt die beide gelöst
werden mußten.
Durch die weiten, prächtig deko
rierten Siiie der Apoilnhalle wngien
die Masken in buntem Gemisch Mit
Derolden an der Spitze nnd Trompe
;tenilang war Prinz,8iariieval ani
einem Schimmel, gefolgt von dein
langen Zuge seiner·Vaiallen, in den
Saal einaezoqen Jetzt rauschte-n
Tanzmeisen durch die glänzend er
hellten Nöume nnd die Paare dreh
ten sich in wiegendem Tempo.
Welch reizende lebende Bilder in
buntem Wechsel. Hier eine kühne
Lustschiiserin, das ZeppelinsModell
en ininiature aus dem Haupt, am
Arm eines Mönchs mit dem Noten
lranz an der Schnur. Dort Fallstasi
an der Sei-te eines Gretchen Scher
send zieht der Lüstling eine ihrer
langen blonden Fiechten durch die
Finger, indes sein Mund über-fließt
von süßer Rede. Grotest wirkt der
Schornsteinfean mit seinem Besen
neben der Edeldame im schleppean
Gewand. Pikant die kleine Gruppe
unweit. Dort lehnt Mephisto vor
einem kurzqeschiirzten Kinde vom
Ballett.
iind die Klänge locken, sie schlach
zen, sie tosen und inbelni Dazu eine
weiche, zärtliche Luft: der Champag
ner perlt: verfiihrerische Blicke flie
en hinter der Maske hinüber und
setübetn Die Clowng schießen wie
Raieten in die Luft, und von der
Bühne her lockt das Kabarett
Das angrenzende Reitauratiotw
simmer war durch Portieren von den
Sälen getrennt. Die Borhönqe wa
ren weit geösfnet, to daß sich den Gä
sten dort die Aussicht aus das sestliche
Treiben bot.· Das Biifett war von
Schinausenden mnlanert An einem
Tischchen unweit saßen polnlierend
drei Herren im Sniotism, das Mas
kenabzeichen im Knopfloch Dieser
Plan bot einen aanz famosen Einblick
in die Säle und wurde diese An
nehmlichkeit denn auch von den drei
Herren ausgiebig ausgennht
Zalilreiche Dominos waren unter
den Koftiinnnasken vertreten. Unter "
diesen schien besonders ein männli
cher roter Domino die drei Herren
ain Tische zu interessieren, denn ihre
Blicke folgten ihm, zwar unauffällig«
aber beharrlich.
Der älteste der drei zog ietzt seine ;
Uhr hervor. »Schon 2 Uhr —- nnd
noch immer nichts," iaate er ge
dämpft. »Ich fürchte, er entgeht uns z
auch diesmal. Wilson bat eine vers i
teuselt schwierige Aufgabe ——-". i
,,8ngestanden. Nur sinde ich, daß Z
Wilson seine Aufmerksamkeit zu sehr s
den weiblichen Masken widsmsu Aus I
welchem Grundes-» fiel dek zweite
Herr ein, nnd es klang gereizt
«Rek·4en Sie sich nicht darüber ani
Schiman nalnn der dritte Begleiter I
dad Wort. «Bernssschwiinzen ist das
sicher nicht. Wenn Willen die weib- «
lichen Masken anid Korn nimmt. so l
hat er sicher Grund dazu — glaubt
der tieri iei dahinter versteckt«
»Der Gedanke iii io übei viel-if ?
stimmte der erite Sprecher bei. »Ha»
den doch anch wir hinter den männli
chen Masken nichts cis-wittert nnd
was sechs sinnen nicht entdecken, wird
auch wohl Witten nictit isntdeitisn
Doch.« unterbrach iich der Sprecher
bannt »was tit dawi«
Itiiitzaeichnsind iioaen die drei Lin- -
aennaare der Stelle »i. nn- der rote
Domino eben Hin-ei ineiiiiiche Mast-en s
angeredet instit-. »Die eine des-feinen
war eine reisen-de Phantasie-umsie
derrn neunte-weint iiiderichinnnerni
det Gewand mit zahlreichen Photin
arnvtiien michs-nickt sum-. iincti der
Kopiims ans grüner Seide init lang
derndwntiendein weisen. Widersinn-d
wirtten Schien-r- in der Form den
petetednit der Ruttin ähnitiin We
niit stidotnarniddien Meist Das rei
nde Ddr nnkdtr iiiitie notdtiionder
se. die der einem-trinke Damit
kdnmit tret its-L vierten-n das die
isten-ein innMnd rein-nd war
Sie weit ii Mond. wn Mo
dsit Matt-den Formen nor dsiqes
n re Mdetim weisse das tin
In der Its-tin sit-net trag. tinm
Nur-mir somit- ein me
des-W eint nied- nto Mitm
sdls wisse-. Wirte-Wärst- Situ
— Mr en r
ii Wi.
W Jm newa
W Ins its it- its
—
Betrachten-n m Ermangelung eins-IT
Grafen Leier-steh auf ihre-Geschlechts
genossin iibertng. Denn herrisch
zärtlich lag ihr Arm um den Nonen
der schönen Photogtavlnedante.
Geduld iiben beim Spionieren ist
für den Detektiv ebenso agree-lässtin
wie schnelle-Z Handeln im aebntvspxn
Moment, und Wilion hatte hiermit
gerechnet. Doch eine so harte GI
dnldsvrobe wie heute, hatte er in s si
nem Berufe noch nicht erlebt. Ein
fast umudnlichett Unternelnnen schien
es ja allerdings-, unter einigen Tan
iend Maske-n, und diese befanden sich
biet-. eine bestimmte Persönlichkeit
heranszniindem aber seinem angebo
renen Spiirtalent, sowie seiner Ve
tufstmntnis wäre dies trotzdem ge
innnem wenn der Geiitchte sich hier
befunden hätte. Er befand sich aber
nicht hier, wie Wiifan zu wissen
meinte. Und ebenso hatte er bis nur
wenigen Minuten gewußt. daiz feine
Braut Lnry Valenttm gleichfalls
nicht nies- nnm Jer- Daitinis,s, das
fchelniiichstokette Neigen des Haup
tes, das ink eigen ihre middle-nd
Dnnrfiille, und itzt leichter, sliichtigec
Schritt, wären ihm uniriigiiche
Kennzeichen gewesen. Nein, Luey
war nicht hier s— bis vor wenigen
Minuten nicht. Da waren disk-ichs
noch zwei Masken eingetreten —- die
Photographtedame in Begieitm der
Maria Sturm. Die späten iiste
hatten vielietttq Interesse erregt, be
sonders aber die Aufmerksamkeit des -
roten Domicios. Es hatte Lin- den
Detektiv nicht der Beruf-a zeichmx
keiner Braut, der Photographien-, be
ntst, um in der Trägerin nicht ivs
fort Luen zu erkennen.
i Doch auch ihre Begleiter-in er
zwang sich seine Aufmerksamkeit tos
.gleich· Un bei dieser Warnehmnng
itraiiten sich die Sehnen des Dei-ei
iivs. Jeder Nerv in ihm nahm ein
erhöhte-, ein höchste-i Leben an.
Gleichzeitig aber ging eg durch iein
Herz wie ein Riß, —- barmherzi .
; verbarg die Maske die Seelen-am ,
! die auf fein Gesicht trat, nnd der oft
erprobte Wille itegte auch ietzt —- ---
»Du kommst spät, schöne Maske
nnd wie ich weiß, ohne Erlaubnis
Deines Bräutigamst« Mit diesen,
mit verfiellter Stimme gesprochenen
Worten-war er an die Photographie
dame herangetreten ,
Sichtlich betroffen hate die Ange
redete sich von ihm tottgetvandt und
on die Gefährtin geichmiegt. »Was
Du nicht alles wissen willst, Domi
not« hate sie geschmollt »Geh’, wir
brauchen Deine Begleitung nicht-«
,,Dho, ich denke Du bitt hier, Dich
zu unterhalten —- nnd ich will Dich
unterhalteni« war die Entgegnung
gekommen.
Und ichlogiertig die Wundern-ig
,,Fiir Deine Unterhaltung danke ich
Dominot Und damit Du es weißt
Meine Freundin Maria Stnart iit
mir halt die liebste Begieitnngl«
»Schau, — tchan, Du bist tugend
famer, als ich dachte, ichöne Muskel
Da wird Dein Herr Bräutigam sich
ireneni Vielleicht ist Deine Freun
din zugänglichen Erlaube, Königin
von Schottland, daß ichDich geleitet«
Damit war der Domino blihges
ichwind an die Seite der Maria Sin
art geeilt nnd hatte sie ebenso blihges
lchwind an sich gezogen.
Dies war der Moment, den die
drei Herren im Nestaurationszziimner
beobachteten.
Die junoniiche Geitait wand sirn
förmlich in den sie wie mit Eiixcii
klammern umfangen Armen.
»Uiiverfchämteki« stieß sie hervor-,
und auch iiir Organ klang darstellt
Allein die sie umfaßt halte-wen
Arme ließen nicht locker.
»Deine Tugendhaftiqkeit siehi Dir
schlecht Maria Staat-il Denk« an
die Misic Deiner Buhleni Schock
mir jetzt einen Kuß. ich bitt-i Du
willsi nichiil So ran ich ihn Divi«
Mit-geschwind wie sich der non-ki
kiokning nisspielie. hatten sich de
Lippen des Dominos auf den mächti
en Nacken der sich heftig Steinewa
U sit-preßt Wicht-h es zum in m
wounii des nasse-. am durch ismii
eiwns tierbeineiiiiirtii Genug. im
Moment des Kiisiens pniiuisk den
Lippen des Dosninos ein sonderbarer
Miit und bei dieiem Laut begann die
Geiinii in feinen Armen sich viii lich
wie nmhniinnin qu iiriiniien A ein
es nim- vemebesiii. Der Risi: »Im
Minnen des Wiese-s veran Ach
SM« ichs-il on fein Din- nnd mit
Oednnienichneiie iali Maria Sigm-i
sich von Teieiiioen niminni nnd Wo
ieiieii
Jm Saat sont eine sonik männ
deii Miiiiiindinine Sinken It kiiiks
die Fiiichi Die anderen ;
der-in Idee Uni: Dispos isisi I
eiiidkiiche Uieiiio iii vers-Mk
Ue iich von-mais oei von Mk
Wut vIfiø einiine sinnst W n
Iiieidoi der Viel-habet iidtc den Sim
im Miene dem idin sit CMW It
Mist
Te- kviesiiv Will-on W —
iiO »in-ei BIWM Mit iiM
geschienen Die stimiimäisslssis
inne ioiinic iiim den Ins Mosis-I sit
ein«-In tisictisn kommt- Ti M
misiiiiien inne site-mid- n O is ,
In sein«-m Erfolg ykiiiuiiM —
un iiisn feinen Bericde
Im Teiin- M Ist UM —
m Dei-me itint — —
cum sei-um« stöh
iIIOOI Ists-Miss.