Die Bloomfield Germania. (Bloomfield, Nebraska) 1???-1914, February 15, 1912, Image 6

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    -———- -" »-«. —-..—.———,.—
Ein Ronåeaägui dem Auf ererbter Sck?olle Refnholkocgrtmann
—
(4. Fortsetzung.)
Sechstes Kapitel.
Vor dem Eingang der von den
Woldenbergs bewohnten Gemächer
hatten sich Baron Ewald und seine
Gattin von ihren Gästen verabschie
det, und nun, da sie sich nicht länger
Gewalt anzuthun brauchten, um ih
ren wahren Gemüthszustand zu ver
bergen, blickten sie einander an wie
schulddewuszte Sünder, die unerwar
tet die Stunde des Gerichts herein
drechen sahen.
»Bnrrnherziger Gott, Ewald, was
soll das werden?« flüsterte die Baro
nin. »Wie konntest Du der Gräsin
ein solches Versprechen«geben?«
Er drängte sie in das nächstgelegene
Zimmer und schob hinter sich den
Riegel des Schlosses dor.
»Warum ich es gethan habe?« sagte
er mit heiser tlingender Stimme.
»Weil es leinen anderen Ausweg gab,
und weil es unsere einzige Rettung
ist, daß wir ihn bewegen, Nhinow so- »
sort wieder zu verlassen. Hätten wiri
die Grösin jetzt adreisen lassen, sos
wäre alles verloren gewesen —— alles!
Denn ich ienne ihren starren Charak
ter. Sie wäre niemals wiedergeiom-’
men und wir hätten den heirathsplan
als siir immer abgethan ansehen tön
nen
chi- Bmuiu warf vie Oberlippe
ans.
»Mit welchem Recht aber macht die
e Frau sich zur Gebieterin iider un»
si es wirtlichschon so weit gelern
enen, daß wir uns ohne Widerspruch
den« eigensinnigen Latinen einer Frem
den unterwerfen mü ent«
»Es handelt sich n t blos um eine
etgensinnige Laune, Noniet Was sie
a thun beabsichtigte, als sie vernahm,
aß herst wieder in Gnaden ausge
nommen werden oltte, war siir sie
Reinlich ganz se sdstverstiindlichx denn
. r dtirsen nicht Vergessen, daß mein
Bruder in ihren Augen nicht besser ist
als ein gemeiner Verbrechen«
»So hättest Du sie über ihren Jer
- thum aus-klären sollen —- Du, der
Zu· sehr wohl weißt, daß er es nicht
.Bist Du von Sinneni Soll ich
etwa als Antliiger austreten gegen
rnich selbst —- jetzt, nach vierundzwan
zig Jahreni Und wenn ich verrückt
genug wäre, es zu thun, glaubst Du
vielleicht, daß damit irgend etwas ge
wonnen wäret Würde sie- nicht un
fehlbar jede Beziehung zu uns ob
lwechen in dem Augenblick, da sie die
nze Wahrheit ersiihrek Leonie
ol) ihn an, und wie unverdohlene
Verachtung «ucktse es um ihre Mund
tvintel, als e dann, ihr Gesicht halb
von ihm adwendend, sagte: »Freilich
—- eine Verschwiigerung mit Dir
könnte ihr dann mitglicherweise noch
weniger wünschenswerth erscheinen
als se t eine Begegnung mit Vorst.
Woran oder hast Du nun eigentlich
Deine Vossnungen geseyti Von wel
chem Wunder erwartest Du Deine
Idettungt Muß Dein Bruder denn
nicht nothwendig ersalmm was man
hier von ihm glaudti Und hältst Du
ian siir so übermenschiich großniiitlsig,;
daß er dazu schweigen werdei«
»Nein. er würde nicht schweigen
Und deshalb must er sort ehe er etwas »
erfuhren lönntef
»Wenn Du iiber ein Mittel ver
tiigst, ihn zu entisernen, weshalb hast
Du es denn nicht sogleich in Anwen
dung get-nicht« statt ihn irn Bibliotheb
giurmer warten Zu Mien. Jch meine.
es diitte Dir seltr erwünscht sein mits
en. diese intole Szene mit der Gräiin
dir Beisein unserer Kinder zu vermei
n.«
»Ach. ich wunte in vorhin taum.
tvns ich tdat . Wie hätte ich es auch
tvisiut iolien unter dem ersten Eindruck
einer so iiirchtertichen. niederschmet.
teerrden Urberroichunni LIr itnnd ja
mit einein Male vor nitr sote ein nue
dein Grade entsiirnenet Gespenst und
die nieichmiitdiae Sicherheit ieinee Be
stehens-ne deuchte mich vollends außer
heil-ne
Jeh diesseit- dns positiven-non
Idee tu Zweite urn so weniger wovor
FN den Muth nednren willst idnr
r zu weiten Ja wenn Du
ihn- wenigstene sein ttrdtveei aues
dies tönnteiik Ader Dr vgii doch
»Sei ich weih. dazu nat-it tin-ät.tnde,·
Heut nusitödnend guts iiid Eintrit
Isn KIND-Instit mir its-Even Our-»den
eoe die Stirn
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« - Ists-M IWksssmm Quid
« ihm im Mem tin-u its
WIII us ms Sm
W VIIM U- III
sitzer von Millionen zurückgekehrt
wäre, würde es Wahn-in sein, aus
sei-ne Großmuth zu rechnen. Hat er
mir doch vorhin bereits deutlich genug
zu verstehen gegeben, daß er die Dauer
seines Ausenthaltes einzig davon ab
hängig machen werde, wie schnell sich
hier Alles nach seinen Wünschen erle
digt. Es kann natürlich nur die Erb
schastskegulirung sein, die er damit
meinte.«
»Das ist mehr als wahrscheinlich.
Du wirst also einen Vorwand ersin
nen müssen, ihn zu vertröstem bis es
Dir gelungen ist, das Geld auszu
ireiben.«
»Ja. Jch werde ihm sagen, das;
ich einige Wochen brauche, um die
» erforderlichen Kapitalien flüssig zu
imnchen - -— diese Kapitaliem die ich
l schon seit einer Reihe von Jahren nicht
mehr besitze. Der Himmel gebe, daß
er vertrauensselig genug ist, sich so
lange hinhalten zu lassen, ohne vorher
einen Beweis siir das Vorhandensein
seines Eigenthums von mir zu ver
langen.«
»Und dann —— wenn die Frist ver
strichen ist ———-? Glaubst Du, daß der
Kauspreis, den Dir Bertinger für das
Bot-wert zahlen will, ausreichen wir-d,
Deinen Bruder asbzusin-den'i«
Die Furche auf der Stirn des Ba
rons wurde noch tiefer, und mit einer
heftigen Gebärde schüttelte er den
Kopf.
»Nein, er würde nicht ausreichen.
Und nicht von daher lanu mir die
Hülfe kommen. Ehe ich diesem Ber
ringer das Vorwerl verkaufe ,tau-ssend
mal eher schdsfe ich mir eine Kugel
durch den Kops.«
»Du haft also eine andere hülfg
quelle? Wohl, um so besser für Dich.«
»Es macht Dir, wie es scheint, Ver
gnügen, mich zu martern. Nein, ich
habe teine Hülsöguellen mehr. Meine
einzige und meine letzte Hoffnung ist
Gräfin Jutta. Jst das Verlöbnis
er einmal zu Stande gekommen, so
w rd sie sich nicht weigern, mir beizu
stehen. Begreifst Du nun, weshalb
ich sie unter teinen Umständen von
Rhinow abreisen lassen dürftes«
»Du denkst natürlich nur an ein
Verlöbnis zwischen Harald und der
Komtesse Herta?« fragte die Baronin,
und ein Ausdruck feindselig trotziger
Entschlossenheit erschien plötzlich auf
ihrem Gesicht«
Jhr Gatte aber war viel zu sehr
von seinen Sorgen in Anspruch ge
nommen, um ihn zu bemerken.
»Getviß!« erwiderte er. »Harald
ist von meinem Wunsche unterrichtet,
und er war ohne Weiteres bereit,
sich ihm zu fügen. Wenn er seine
Sache nicht gar zu ungeschickt anfängt,
muß es ihm gelingen, im Verlauf der
nächsten Tage mit dem Mädchen ins
Reine zu tommen.«
»Und wenn es ihm nun doch nicht
gelingti Wenn sie ihn mit einem
Korbe beimschickt, wie ich es nach
ihrem heutigen Benehmen fiir sehr
wahrscheinlich halte?«
»Auch der Aufiiierksamteit des Ba
rons mochte Hering abtveisensde Kälte
nicht entgangen fein. denn er liesz bei
dem Ein-wand seiner Frau den Kon
stief aus »die Brust herabsinken und
sagte leise: , «
»Dann — nun, dann ist even Alles
dumm«
»Du fehest unser Schicksal ds» wie
wich behüteten will, auf eine recht me
sicheve Manch erklärte Frau Les-me
hatt. »Und ich habe noch immer nicht
etfaheem mein die hiUfe bestehen
Mi, die Du von mke »verekelt«
»Du must mit hotst speecheuk Du
must ihn be eu, sichapu seduldeu
und sss was Ue den enblks ja
das Wichtigste ist new noch
heute en vertaIen.«
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wenn Du es unter den abwaltenden
Umständen für geboten bätts .«
Wieder zuckte es verächtlich um ( die
vollen Lippen sder Baron-in- Ein
Blick voll unsäglicher Geringschähung
streifte den Mann, der so jämmerlich
gebrochen an ihrer Seite saß.
»Und Du verlangst- boß ich aus der
Stelle zu ihm gebe —- ich allein?«
»Ich weiß, daß es ein schweres
Opfer für Dich ist, Leonie! Aber es
geschieht um unserer Kinder willen,
wenn ich es von Dir erbitte.«
»Gut! Jch will es versuchen. Doch
nur unter einer ganz bestimmten Be
dingung.« -
,,Renne sie mir. Jch hoffe, Du
wirst meine Hülflosigteit nicht miß
brauchen, um Unmögliches von mir
zu verlangen.«
»Du mußt das Projekt einer Hei
rath zwischen Harald und Herta Wol
denberg fallen lassen. Jch werde
keinen Finger zu Deiner Rettung
rühren, so lange mir die Aussicht
droht, mit ihr ais mit meiner Schwie
gertochter unter ein und,demfelben
Dache leben zu müssen.«
»So war also Alles vergebens,
was ich vorhin zu Dir gesprochen
habe? Woher, um des himmel
willen, sell mir die Befreiung aus
meiner schrecklichen Lage ·iommen,
wenn nicht von dieser Heirath?«
»Ich sage nicht, daß wir aus eine
Verschwiigerung mit den Woldens
bergs verzichten sollen. Aber ich will
nicht, daß Harald das Opfer sei. Du
wirst Dein Ziel nur um so sicherer
erreichen, wenn Jrene die Gattin des
Grafen wird. Und dafür, daß er
noch während dieses Besuches um sie
anhält, dasiir will ich mich verbürgen,
sobald ich Deines und ihres Einver
ständnisses sicher bin.«« .
»Meine-s Einverständnissesi Als
wenn es darauf überhaupt noch an
tsämei Du siehst ja, daß ich nur ein
ltsillenloser Spiel-bal! der Verhältnisse
. n.«
s »Ja ich sehe es«, sagte sie mit eisi
ger Kälte. »Und weil es Dir so ganz
an aller wann-haften Entschlsossenheit
gebricht, fiihte ich mich verpflichtet
statt Deiner zu überlegen und zu han
deln. Jch bin entschlossen, Jrene zur
Gräfin Woldenberg zu machen. Und
wie auch immer sie jeht darüber den
ken mag, einst wir-d sie mir aus ihren
Knien dafür danken«
Aber ihr Gotte schüttelte traurig
den Kopf.
»Ich glaube ja, daß Du es gut mit
ihr meinst, —- und wie könnte es an
ders sein« da sie doch Dein etgenFleifch
und Blut ist —— aber ich fürchte, Du
bist in einem verhängnisvollen Irr
thum befangen. An der Seite die-fes
bis aus den Grund seiner Seele ver
deobten Nones wird sie nimmermehr
das Gliick finden, das Du von einer
Heirath fiir sie erwartest. Er swiod
mit ihrer reinen Mädchenseele nichts
Besseres anzufangen wissen, als sie
in den Staub zu treten, und sie wird
grenzenlos elend sein trotz allen Glan
» zez, mit dem kein Reichthnm nnd-seine
große gesellschaftliche Stellung sie
vielleicht umgeben.«
»Wie poeiisch Du Dich mit einem
Male auszudrücken dreiseit« unter
brach ihn die Baronin neii schneiden
dem Spott. »Von dieser Seite habe
iö Dich bisher tantn kennen gelernt
nnd ich erinnere mich nicht, daß Du
seinerzeit meiner Mädchenseele eine
besonders zarte und feinfiilsllge Be
äandlnng hättest en Theil werden las
n. Vielleicht tsnnte ich Dir antwor
ten, das June keinen Anspruch ans
ein besseres Lapi »Vat. als es einst ib
ree Mutter gefallen ist. Aber das
tsnnte liebt-II klingen. und Du hast
sollt-innern reist. wenn Du annimmst«
M ist es aufrichtig nt mit ihr
n . eh bin niienth r Ansicht
das Eva met tun nieste besser ever
seh-Nu M el; this-nd einer der «::::·
gen avaliere. unter denen Du Loch
sicher oder spiitee deinen SMsees
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sei denn. date Du Dein Augen-nett
ant den Dotter seretnoee gerichtet
den« see Ia vielleicht en eee Dem aus
sue-n etwas heiseren dolze geichntsi
Der Seht-Ihre tube ant. als ed
ti- Jescsd hinterrücks einen schlag
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den Lesen dieses sie-ide- tee ster
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te I me n leistete-«
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see-is ein feste-est seit innig-n Beseit
ten M sitt-see
..ceses die N bitt-IT III-s ees
IM. Jen- ts es ehe-e Juden-.
seine ten- IWOII Ite even-Wem
DIE diss- W Its-»O nieden Miste
m Ost-. eeee seine ice e- m
eesen sehen Des-en der esse sie meet-·
Se scie- Ieesees notiedme nee
doch glaubte er in Wahrheit nicht ei
nen Augenblick ernstlich an das, was
feine Frau ihm da angedeutet hatte.
Aber die Furcht vor einem fo unerhör
ten Standal bot ihm den willkomme
nen Vormund, ihrem Verlangen nach
zugehen, ohne daß ek- fich offen als
ein jämmerlicher Feigling hätte be
lennen müssen, der ohne Weiteres be
reit war, mit dem Glück des eigenen
Kindes, eine alte, verbrechersifche
Schuld zu zahlen.
Und Frau Leonie, die ietzt in feiner
Seele las wie in einem offenen Buche.
wartete schweigend auf die Erklärung
dilefdwie stktoußrn unfehlbar folgen
to’ r— e.
Jthre Geduld wurde nicht allzu hart
auf die- Probe gestellt; denn schon;
nach Verlauf einiger Sekunden fuhr
ihr Gatte fort: I
»Ich habe Dir gesagt, dasz ich mich
nur mit schwerem Herzen entfchließens
würde, renes Zukunft in die tzscindei
dieses oldenberg zu legen unde
ich kann davon nichts zurücknehmems
Aber wenn es Deiner Ansicht nach gilt,
einer so viel schlimmeren Gefahr zu
begegnen, und wenn Du bereit bitt,
die Verantwortung auf Dich zu neh
men, so mag es in Gottes Namen da
rum sein« Wenn er bei mir um sie
anhält, und sie einwilligt, feine Frau
zu werden, werde ich meine Zustim-,
mung nicht verfagen.«
Durch eine unwillige Kopfbewe
gung gab die Baronin zu erkennen
daß sie damit nicht zufrieden gestellt
war. - «
»Das sind Phrafen, mit denen wir
nicht von der Stelle kommen, Ewaidt
Und ich denke, es verbessert unsere
Chancen bei Deinem Bruder nicht,
wenn wir ihn noch lange wie eines
lästigen Bittsteller im Bibliothelzim
mer warten kreisen. th weißt recht
gut- daß ei eine ganz andere Erklä
rung ist, die ich von Dir erwarte
Jrene ist ein starrliipfiges, eigenwil
liges Geschöpf, und ob es nun dieser
Doktor Berringer sein mag, auf den
sie sich Hoffnung macht, oder irgend
ein Anderer —- jedenfalls gefällt es
ihr vorläufig, den Grafen Kurt in
einer nichts weniger als ermuthigen
den Weise zu behandeln. Er aber,
der nur die Hand auszustrecken
braucht, um Jede zu haben, nach der!
sein Herz begehrt, wird sich gewißt
nicht der Gefahr aussehen von einem
halben Kinde abgewiesen zu werden.
Wenn unsere Hoffnungen sich erfüllen
sollen, muß sie vor Allem ihr Verhal
ten gegen ihn griindlich ändern. Sie
muß erfahren, daß diese Heirath
nicht nur mein Wunsch, sondern
auch Dein fester, unabänderlicher
Wille ist-und daß es sich dabei nicht
um eine bloße elterliche Laune, son
dern um das Wohl und Wehe unseres
Hauses handelt.«
Allmächtiger Gott, Leonie —- Du
verlangst doch nicht etwa, daß ich dem
ahnungslosen Kinde meine verzwei
,felte Lage offenbare?«
YSoweit es nothwendig ist, um sie
gestigrg zu machen, mag sie immerhin
davon unterrichtet werden. Sie ift
nachgerade alt genug, um diese Dinae
zu verstehen. Aber ich verlange nicht.
daß Du ihr eine Beichte ablegft, son
dern ich bin erbötig, auch diese peinli
che Aufgabe zu übernehmen, wie ich
mich bereit erklärt habe, jetzt mit Dei
nem Bruder zu reden. Von Dir er
warte ich nichts weiter-, als eine Be
stätigung meiner Angaben, wenn ihr
Mißtrauen gegen mich sie veranlassen
sollte, sich mit einer Frage an Dich zu
wenden. Du siehst, daß ich bei den
Vorlehrungen zu Deiner Rettung
nur in sehr bescheidenem Maße auf
Deine eigene Mitwirtung rechne.«
Er hatte ein bittres Wort der Er
widerung auf den Lippen: aber sein
Kampfesmutb war gebrochen. Er
wufrte. dass ihm doch schließlich nichts
Undckcs its-II Ren-In sont-D cri- III
dem Willen eines Weibes zu fügen.
und darum verzichten er auf weitere
Einwendungen die seine unvermeid
liche Niederlage nur deito schimpflicher
« gemacht diittm
" Ostkss—.stnu asso
Miso i.b s n sum sho
Vs II t festlich Ist Josu
m I. du Ironie-es m Ut
IMOII seht n spielt-. so stand-s
st. II U UMI Kiss- sey-milde
Iau beisa
mde Vi- IWI Introibo-.
Its Ils- snft II sowo
rius Int« est-Odem eint Osm
uh lutes It Its III iden
til-I In situ- stund-soc
um is- Us Ins-us- dmc is
b stets-N IW Ich M Its-.
Issht Ums-I M nu
MX s Ist Its-Muts
MPO m FAUin Nr
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Ist-I UJ II- Uu MTEI FI
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III-u Icg a n- ask IF
oh- stehst-III Wtrty hum
u
wäa WM sus- III-Minuqu
Indes M III-II
II W Ins II II muss Du
Ist-ie- My
Imss WEI- dem-U Ism
Mittel finden, ihn dahin zu bringen.«
i Mit scheuem Erstaunen blickte
iEwald von Bruchhausen aus seine
s Gattin. Die Veränderung, die
» plöhlich in ihrem sonst so apathischen
» Wesen vorgegangen war, berührte ihn
beinahe unheimlich, und obwohl er
den Sinn ihrer letzten Worte nicht
begriff, sehlte es ihm doch an Muth
eine weitere Frage an sie zu richten
Beinahe demüthig öffnete er dieThiir
als sie sich mit den Worten zum Gehen
wandte:
»Und nun werde ich mit Deinem
Bruder reden. Sorge daß uns Nie
mand stört, und hüte Dich vor
Allem, ihm zu begegnen, wenn er das
Haus verläßtt«
—
Siebentes Kapitel.
Wohl zwei Minuten lang hatte
Frau Leonie vor einem der hohen
Spiegel im Musiisalon gestanden,
ehe sie das anstoßende Bibliothelzim
mer betrat. Jn der prächtigen Toi
lette, idie alle Vorzüge ihrer noch
tadellofen Gestalt aus das Wirkungs
vollste hervor-hob, und mit dein halb
freudigen, halb zaghaften Ausdruck
den sie drinnen vor dem Spiegel
ihrem Antliß ge eben, sah sie in der
That wunderhiib ch aus, und sie war
an dem Tage, da horst von Bruch
bausen ihr zum letzten Male Auge in
Auge gegenüber gestanden, vielleicht
kaum bestechendee und verführerischer
gewesen, als in diesem Augenblick.
Sie hatte die Thiir beinahe ge
räuschlos geöffnet und die schwere
Portiere so leise zuriielgeschlagem als
sei es ihr um eine Ueberraschung des
Warten-den zu thun. »
Aber es hätte solcher Vorsicht wohl
nicht einmal bedurft, denn der Mann,
der nach Jahrzehnte langer Abwesen
heit heute zum ersten Male wieder
seinen Fuß über diese Schwelle des
Vaterhaufes gesetzt hatte, schien so
ga z in seine Erinnerungen vveiitieft,
dasz er wohl auch bei gering er Be
hutsamleit ihren Eintritt berhört
haben würde.
Er saß an dem großen Eichenholz
tische, und sein Kopf war tief iiker
einen dickleibigen Folianten geneigt,
den er vor sich aufgeschlagen hatte.
Ueber feine Schulter hinweg sah die
Baronin, daß es eine alte Bilderbibel
war, von der ihr Mann ihr einmal
gefaat hatte,,sie sei mit ihren naiven
holzschnitten ihm und deni Bruder
s in früher Jugend eine unerschöpfliche
Quelle der Unterhaltung gewesen·
Hoffnungsvoll leuchtete es in Frau
i Leonies Augen auf. Wenn er sich so
s von dem Zauber sentimentaler Kind
sheits-Erinnerungen umspinnen ließ,
befand er sich gewiß nicht in unver
söhnlicher Stimmung, und ihre Auf
gabe war es nur. jedes unbedachte
Wort zu vermeiden, das den einge
schläferten Groll von Neuem hätte aus
dem Schlummer wecken können.
Mit leichten Schritten, die durch
den dicken, weichen Teppich völlig un
hörbar gemacht wurden, ging sie auf
ihn zu und berährte seine Schulter
Horst erhob den Kopf und starrte sie
an, als wäre sie eine Erscheinung aus
anderen Welten.
»Leoiiie!«
Das war Alles, was er im ersten
Moment über die Lippen zu bringen
vermochte, und er dachte nicht einmal
daran, daß es seine Pflicht sei, sich
vor der Dame des Hauses zu erheben.
Ihr aber half der überwäliigende
Eindruck, den ihre noch immer sieg
hafte Schönheit so unverlennbar auf
ihn hervorgebracht, auch iiber das
letzte Bangen hinweg. das ihre Seele
noch soeben hatte beschleichen wollen.
»Sei gegrüßt in der Heimath
Vorsit« sagte sie so leise, wie wenn
lein fremdes Ort erlauschen durfte
was sie mit einander sprachen. »Ich
inei- « ertt in diese-n Auaenblia er
fahren; sonst — - bei Gott! s- würde
nichts mich abgehalten baden. aus der
Stelle zu Dir zu eilen.·
Cii hatte alle Ame und Jus-is
seit suvimssh die He in des Maus
ihm wtkmim .«..· Eies dem-Ah J
Iibu die Miso-I ihm Vom was.
OIW ihn ganz andere ali Ue eis
its-Im sm- Ii Ihm du erfle!
synopsis Lea Its Zaumqu so !
such-m Ist mästet-d stifu onna-i s
Mi- IUIIIQ m Iris-nd Inst
III m unt-i me Ninus Mk
mf usin. im u inne sit sm
M Ins m sinds Ists-est
III. us U If fis-u um. ist-i
st«-m im
! Ob III MI situi. Ins-· Leute«
s e It n Ists cis-I m Ists
LIT U- M m s«
s risk- Ms weisse-It
s
m- I In Hist-it i- III-i ·
—
; Uns-» ins-Missis- Ins
km sich Ovid-m Oii M
edic-. n III-o m· Io
redtsamkeit nicht oder er wome sie
nicht verstehen.
»Was miteinander zu sagen haben,
Frau Schwägerin, erledigen wir
sicherlich am besten in Gegenwart
Jhres Mannes. Und ich werde Jhnen
dankbar sein, wenn Sie die Güte
haben wollen, mich zu ihm und zu
Jhren Gästen zu sühren.«
,,Nein!« wider-sprach sie,.und das
stürmische Wogen ihres Busens ver
rieth, daß ihre Erregung keine er
künstelte mehr war. »Ich bin nicht
im Stande, jetzt vor diesen Menschen
Komödie zu spielen. Und ich habe sie
in ihre Zimmer geschickt, weil ich Zeit
gewinnen mußte, mit Dir zu reden.«
-,,So hat Jhnen Eidald nicht ge
sagt, daß ich alle Erörterungen über
die Vergangenheit zu vermeiden
wünsche. Ich würde meine Rückkehr
wahrscheinlich nicht so lange hinaus
geschoben haben, wenn mir daran
läge, Aufklärungen zu fordern oder
zu geben«
Wie in demüthiger Unterwersuna
senkte sie das Haupt so tief, daß er
nur das dunkle Gewirr ihres dusten
den Haares, sowie ihren schneeweiß
schimmernden Nacken sah
(Fortseseung folgt)
OIIUUUU Un Iwcscklcs Isscke
Wo man auch in den Erdboden ein
dringt, überall, selbst in den Wüsten,
trifft man in größerer oder gerin erer
Tiefe Wasseransammlungen. tese
unterirdischen Wasser finden sich in
inneren, poriisen Gesteinsfchichten wie
Sandstetnen und Sanden, oder fiillen
Spalten und Klüfte in dichtem Gestein
»aus. Bei der wechselnden Aufeinan
jderfolge von wasserdurchltissigen und
sundurchliifsigen Schichten kommt es öf
ter vor, daß in verschiedenen Tiefen
wasferfiihrende Lagen austreten, die
sdurch Schichten getrennt .sind, die für
YWafser schwer durchlässig sind, wie be
ssonders Tone oder Mergel. Diese
sWasser brauchen auch nicht gleiche Be
sschasfenheit haben, da sie sich ja nicht
; mischen können. Gewöhnlich hört man
szu bohren auf, sobald das erste Was
; fer, dasGrundwasser, erreicht ist. Wird
s nun eine Bohrung aber nicht gleich ein
sgestellt, sobald die erste Wasserschicht
iangetroffen ist, sondern bis zu einer
Itirsser liegenden Wasseransammlung
!fr-rtgeseht, so lassen sich durch entspre
chende Anordnung zweier Pumpen
izwei Wasser getrennt gewinnen.
Solcher Brunnen gibt es in den Ver.
Staaten mehrere. Der erste dieser
Brunnen ist in Hamilton County, im
Norden von Cincinnati gelegen. Die
Buhrung des Brunnens ergab zwei
wasserfiihrende Schichten, die durch
Kaltbiinte voneinander getrennt sind.
Das Wasser der einen Schicht erwies
sich als sehr rein, das aus der andern
Schicht aber zeichnete sich durch hohen
Salzgehalt aus. Das Salzwasser
sammelt sich infolge feiner Schwere am
Boden des Brunnens an, und über ihm
bleibt das reine Wasser stehen, ohne
daß sich die beiden Wasser mischen.
Beide werden getrennt gehoben mit
zwei snun-gern die verschieden lange
Saugrohre haben.
Ein anderer Brunnen dieser Art
bildet eine Sehenjswiirdigteit von Lo
gansport im Staate Indiana. Er
wurde vor vier Jahren angelegt und
liefert nach Belieben reinrsWasser oder
Schwefelwaffer. Diese ganz verschie
denen Wasser werden dadurch geson
dert zutage gefördert, daß die verschie
den langen und weiten Saugrohre
tonzentrisch ineinander gesteckt sind.
Das weitere Rohr mit T Fuß Durch
messer reicht 60 Fuß unter den Brun
nentranz; das in dem weiteren Rohr
befindliche dünnere Rohr mit 6 Zoll
Durchmesser aber geht bis in eine Tiefe
von 180 Fuß. Das tiirzere Rohr steht
im gewohnlichen Grundwafier, das
tiefereRohr fiihrt aus der zweiten was
serhaltenden Schicht das Schwefelwass
.ier engver. Auch hier scheidet die bei
Jden tvassersiihrenden vagen eine Kalt
N «
M drittes staunen iß In Welch
sähdåk demqu Ytmädml DDIFI
us et I man e
«« ÆNMMIUOIIQ Meinst-os
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l sum als-r may-I III Ihm . I
Iduus. Im Betreten-sich case « II
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