Die Bloomfield Germania. (Bloomfield, Nebraska) 1???-1914, September 08, 1910, Image 2

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    Rongsoikkscliäimdem Z . Z Rosen und Myrthen Z . Z Von O Elfter
f«
(1s). Frotfetzung.)
Ihr flimmerte es vor den Augen,
sie rana nach Athem, sie fühlte sich
einer Ohnmacht nahe und beniiyte ei
nen unbeobachteten Augenblick, um in
ein Nebenzimmer gen entweichen, in
dem siZ niemand fand und wo die
kühle t achtluft durch das geöffnete
Fenster hereindrang
Auf einen Sessel sank sie nieder
und bedeckte die brennenden, schmer
zenden Augen mit den Händen. Ha
ftig athmete sie — sie hätte weinen
mögen, der Glanz, die Pracht, der
Reichthum etelte sie an und mit
schmerzlichee Sehnsucht gedachte fie der
tlllen, waldumraufchten Heimath und
es traurig - ernsten Gesichtes Paul
Bruder-D das sie heute Abend am
Ausaang des Theaters so vorwiter
voll angeblictt hatte »
Plötzlich hörte iie ihren Namen mit
teiser, inniaer Stimme sprechen. Sie
ließ die Hände sinten, blickte aiif nnd
—- fah in das Antli des Herrn
Manel.
»Was wollen Sie von mir? —
Berlafsen Sie mich!« rief sie empor
springend nnd die Arme abwehrend
gegen ihn ausfireclend
Er lächelte ein wenig und sagte
dann mit angenommener Trauriaieitt
»Weshalb behandeln Sie mich sc
fchlecht, Fräulein Anna? Ich meine
es doch so gut mit Ihnen —«
»Ich hasse Sie —- ich verachte
Sie —«
»Seien Sie vernünftig, Anna. Jch
bitte Sie, hören Sie mich an.«
Sein Wesen, seine Stimme waren
gegen früher verändert. Er stand als
ttender vor ihr und machte leine
Miene, fich ihr zu nähern.
»Was hätten Sie mir noch zu sa
gen?« fragte sie milder.
»Daß ich Sie liebe, Anna«, stieß
er leidenf ftlich hervor, »daß ich ohne
Jhren B h nicht leben lann —«
»Wenn diese Komödie?« fraate sie
satt. »Sie wissen, daß ich Jhnen
sticht glaube, Sie neigen, daß ich Jshre
Anträge verachte ·ine Verbindung
gwt chen uns it doch undenibar.«
» ber Anna, ich spreche jetzt in vol
lem Ernft —- achten Sie wohl auf
meine Worte. Sie wifsen, daß ich
reich, daß ich der einzige Erbe meiner
Mutter bin, und daß ich nach dem
Tode meiner Mutter vollkommen frei
bin, zu thun, was ich will. Niemand
auf der Welt hat mir zu befehlen, auf
niemanden habe ich nach dem Tode
meiner Mutter Rücksicht zu nehmen«
»Ich verstehe nicht, was Sie damit
sagen wollen«
»So will ich deutlicher sprechen.
Wenn Sie mich erhören, dann gebe ich
Ihnen mein Wort, daß ich Sie, sowie
ich mein eigener Herr bin, zu meiner
Frau mache —-—«
Anna lachte auf.
»Und das foll ich Jhnen glauben?«
»Ich gebe hnen mein Wort. —
Sehen Sie fi doch nur einmal mit
offenen Augen in der Welt um, wie
es zugeht Glauben Sie in Wirt
lichtit, daß alle Jene Damen, die in
länzenden Toile ten jenen Salon er
füllen und deren Namen faft täglich
n den Zeitungen rühmend genannt
werden, glauben Sie wirklich, daß sie
diefe Stellung nur ihrem Künstler
thum zu danten habenisp
Anna senite das Haupt. Sie hatte
bereits einen zu tiefen Blick in das Le
ben gethan, um sich einein harmlosen
Glauben noch hinzugeben.
»Hast alle jene Danien«, fuhr Irr
Manßel lächelnd fort, »sind zu i rer
Stellung durch Protettion gelangt.
Nehmen sie deshalb eine weniger ge
ehrte Stellung eint Sie haben es ja
eldst heute Abend erlebt. wie das Pu
litum ihnen zugejaiichzt hat und Sie
werden moraen in allen Blättern den
Ruhm jener Damen lesen können
Rum wenn es einmal fo in der Welt
tit. weshalb wollen Sie gegen die
Welt antiiinpfeni Glauben Sie. daß
Sie fiegen werdens Schon macht fiai
der Neid auch Ihnen gegenüber get
send-. »Wenn inie die Meine Fu ge
hrlich wird« Nun vernichte ich sie«.
te ich deute Abend Ihre beite
mindm Orete yanieten i.iaeii.
nd die anderen Damen lachten data
Isd nahen Gerte voilitandia recht.
Glaub-en Sie. ohne einen reichen und
mächiiaen siean denen Nie Jiitri
sit-ten isniampien iri innere-is Dii
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halten werde-ich will mich schriftlich
verpflichten —- nur gestatten Sie, daß
ich Sie liebe —« .
Sie versuchte, ihm ihre Hand zu
entziehen, die ek fest an sein mild po
chendes Herz preßte.
»Ich iunn es nicht, Herr Mantzel
—- lassen Sie mich!«
»Ich muß Sie besitzen!« rief Man
tzel, dessen Sinne durch den reichlich
genossenen Wein erhitzt waren.
Er wollte sie mit Gewalt in seine
Arme ziehen, um sie zu küssen. Sie
wehrte sich. »Lassen Sie mich«, keuch
te Sie, ,,odek ich rufe nach Hilfe —-·«
»Rufe nur«, flüstette et mit heiser-er
Stimme und suchte ihre Wange zu
berühren. s
Mit Gewalt stieß sie ihn zurück und
rief laut um Hilfe — da offnete sich
rasch die Thür, die Zortiere ward
heftig zurückgestoßem · oktor Winkel
mann trat ein und Anna flo auf
ihn zu, fiel vor ihm nieder, stre te dic
Hände zu ihm empor und rief: ,,Ret
ten Sie mich —« und sank besin
nungökos nieder. ,
Doktor Winkelmann fah mit ruht
gem, eigenthiimlichen spöttischen Lä
cheln auf den bebend vor Zorn daste
stehenden Mandel.
,,Eiiie sonderbare Scrne«, sprach er
ruhig und fest
»Was wollen Sie hier? —- Weshaib
stören Sie uiis?« rief Mandel wu
thend und streckte Winkelmann die ge
ballten Fäuste entgegen. »
Doktor Winkelmann richtete seine
kräftige, geschmeidige Gestalt empor
und blickte den Tobenden kalt und
drohend an.
»Ich rathe Ihnen, Herr Mandel,
zhre Unverschämtheit nicht aus die
wide zu treiben. Es giebt noch Mit
tel, olche Burschen, wie Sie, im Zau
me zu halten«
Mit raschem Griff hatte er eine
schwere Reitpeitsche erfaßt, welche auf
einem Nebentisch lag, und trat dicht
vor den jungen, hoffnunssvollen
Sproß der Frau Baumeister tandel.
,,Wollen Sie iedt augenblicktich die
ses Zimmer verlassen?« fragte der
Doktor in verhaltenem Zorn, ,,oder
soll ich ««hnen den We weisen? k——«
Er lie die Reitpeitche durch die
Luft sau en, dasz herr Mandel zu
rückfuhr.
»Ich werde mich bei Herrn Falken
stein beschweren«, keuchte er.
»Thun Sie, was Sie nicht lassen
können«, entgegnete Doktor Winkel
mann kalt. ,,Nur muß ich bitten, au
fenblicklich dieses Zimmer zu verlas
en —«
Eine drohende Bewegung begleitete
diese Worte. Herr Mandel knirschte
mit den Zähnen, dann wandte er sich
langsam zum Gehen.
Jn der T iir blieb er noch einmal
stehen. Deo nd streckte er die Faust
dein Doktor zu: »Sie-— werden mir
Rechenschaft geben —« rief er.
»Mit Vergnügen«, entgegnete der
Doktor mit verächtlichem Lächeln,
«aber nur mit diesem Instrument da.«
Er schwang die Rentpeitsche Pseifend
durch die Luft. Wüthend stürzte
Mandel davon.
Der Doktor warf die Neitpeitsche
fort und kniete neben Anna nieder,
die noch immer bewußtlos dalag.
Dann ivusch er ihr die Stirn mit
Wasser — tief athinrte Anna auf und
öffnete langsam die Augen.
.Wo bin ichs«
«Beruhigen Sie sich. Herr Mandel
ist fort.«
Sie richtete sich an seiner Hand em
por und wankte, von ihm gestützt, nach
einein Sessel, in den fie niedersank.
t »Damit Sie Dank, lieber herr Dok
or —"
.Sie streckte ihm die band entgegen,
die cr achtungsvoll tiisitr.
»Ich habe ihn geziichtigt. Fräulein
Annii«, fuhr der Doktor Wintelmanii
fort. »Mit dieser Reitpeitsche —sfiirch
ten Sie nichts mehr. er belästigt Sie
nicht wieder.'«
·.Wollen Sie zur Gesellschaft u
ritckkedren?« sagte er nach einer Weile
»Nein —- nein —«
»Ich iilautie auch. dass ett Ihnen
nicht lieh sein t.inii. iii die durch Wein
und Leidenschaft du Spiele eireate
Geieliickiait iiiriickiutedren -- sehen
Sie dort. iiian hat sich in ieiieni Xa
loii iiiii den Eiiiettiitd kiiiitspirt «
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sagte der Doktor zu dem Diener.
»Herr Doktor wollen schon gehen?«
fragte der Diener.
»Ich begleite nur das Fräulein zur
Droschie.« .
Nach kurzer Zeit standen der Dok
tor und Anna auf der Straße. E:n
naßkalter Wind pfisf ihnen entgegen.
Erschauernd hüllte sich Anna in den
Mantel.
»Sie sind angegriffen, Anna", sagte
der Doktor in mitleioiaern Tone. »Sie
frieren —- doch da ist ja eine Brosch
te.«
Er rief eine geschlossene Droschke,
ein kleines Coupee herbei. Anna ließ
es geschehen, daß er re hineinholn Sie
fühlte sich so matt, o hilflos, vafz sie
alles mit sich geschehen ließ, daß sie sich
ihrem Retter ganz anvertraute. »
Als sie in dein Wagen saß, hielt erj
Pen Schlag noch einen Augenblick of-;
en. -
Sie reichte ihm noch einmal die!
Hand zum Abschied-; er schlug den?
Wagen zu und nannte dem Kutscher
Anna’s Adresse. Dann rasselte der
Wagen davon und Doktor Winkel
tnann tehrte zu der Gesellschaft zu-?
rück. s
i
19. Kapitel. »
Max Manßel hatte sich nicht am«
Spiel betheiligt. Finster starrte er
vor sich nieder, die Demüthigiing
durch den Doktor Winlelinann hatte
ihn tief gekränkt. Er überlegte, wie
er sich an dem Doktor und an Anna
rächen konnte. Der Doktor war ein
gefährlicher, rücksichtsloser Gegner.
Auf ein Duell würde er sich nicht ein
lassen, auch besaß Max keine große
Luft, in eineni Duell seine baut zu
Markte zu tragen. Den Doktor ließ
er mithin vorläufig aus seiner Be
rechnung, beschäftigte sich mit Anna
allein. An ihr wollte er eine em-J
pfindliche Rache nehmen. Die Mii
theilung an Grete, daß Anna mit
Wintelmann fortgegangen sei, war
der erste Racheakt. Max wußte ganz
genau, daß morgen schon Anna’s gn
ter Ruf in allen Theaterlreisen dahin
war; er wußte auch, daß niemand es
Anna gönnte, die Freundschaft des
einflußreichen Dichters gewonnen zu
haben, und daß Anna den Jntriguen
ihrer Kolleginnen gegenüber einen sehr
schmerenStand haben würde. Er sele
wollte dann schon dafür sorgen, da i
diese Jntriguen nicht einschliefen. Er»
besaß mehrere Freunde und Freun-’
dinnen unter deni Theaterpersonal, die
mit Freuden ein solches Jntriguen
spiel in Scene setzten
Der Gedanke, gegen Anna eine"fol
che setze ins Werk zu sehen, machte
ihm viel Spaß und sei-streute seine
ärgerliche Stimmung. Er machte sich
auch sogleich ans Werk und säte die
aiftige Saat der Verleumdung aus«
nnd daß dieselbe aus fruchtbaren Bo
den nei, bewiesen die Inzwischen Witzei
der Gesellschaft-. Aber lange litt esT
Max Mandel doch nicht mehr in dem;
Hause des Herrn Siegmund Falken-«
stein, denn der Gedanke an die erfah
rene Demüthigung bildete doch eineT
zu unangenehnie Erinnerung, und als
er glaubte, Anna genügend verdächtigt
zu haben, entfernte er sich aus der
Gesellschaft, ohne Abschied zu nehmen.
Langsom wanderte er der Biilrw
straße zu und den neuesten Gassen
hauer vor sich hinpfeifend, kam er vor
seinem Hause an.
Die Hiiusthiir lag in einer tiefen
Nische, die von zwei mächtigen Sän
lesi getragen wurde. Bis Mitternacht
brannte in dieser Nische eine Laterne.
Jeßt. uiii 1 Uhr Nachts, war die La
terne erloschen und tiefe Fiiifterniß
herrschte in der Nische.
Alls Mar den Hausschiiisel in das
Schloß lteeten wollte. fuhr er erschreckt
iusamnien. Aus dem Wintel hinter
der einen Säule löste sich eine is.intle.
aliinllliche Gestalt ab und schieiidetie
lanasaiii die Straße hinab, dabei sich
in dein Schatten der häutet haltend.
Mar dickte der großen. kräftigen
Geitalt aufmerksam nach. Was woll
te der Kerl so spät in der Nacht hier
aii dein Hin-sei Wer ioar der
duecnfijdi
slllonliiti diiiitiiiiitie ikin ein Ges
daiite War denn die nicht bettelt-se
Hienied, der fiii;er litt-ro in itterkxirds
.-.etoniiiien :is.ii. als dieie iioiti we lloi
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’ absin M nie-.
Ist-»si- Mäskoucmss
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ten waren falsch. Der junge Lasse,
der Mandel, ist soeben nach Hause ge
tornmen.«
»Das ist wunderbar. Noch heute
war ich bei Gerhardg. Sie sagten
mir, dasz heute nach dem Theater bei
Herrn Falkensteins großes Fest sei, zu
dem Anna auch hinginge. Wie Ich
von einem Diener Faltensteing ersah
re, wollte auch Mvntzel erscheinen —
na, und solche Festlichkeiten gehen doch
vor Morgen-grauen nicht zu Ende —«
,,Mag alles sein, aber der junge
»Mansel ist soeben heimgekommen.«
- ,,Wollen wir denn das Unternehnen
oerschieben?«
»Den Teufel wollen wir! Es geht
nicht —- Daoid erwartet uns im
»Sechsertopp«, er hat uns Pässe und
Fahrscheine besorgt, morgen Abend
müssen wir in Hamburg sein, über
morgen srüh geht das Schiss.«
,,Bielleicht schlaff das junge Herr
chen fest —- sie werden wohl ordentlich
getrunken haben —«
»Und wenn er nicht schläft-dann
geb« ich ihm eins aus den Kopf —«
»Bartels — kein Blut -—«
,,Halt’s Maul —- und nun komm.
Schließen Deine Schlüssel auch guts«
»Verlaß Dich drauf.«
»Vorwärts dann —«
Vorsichtig sich umschauend schlichen
die beiden Verbrecher an den Häusern
entlang. Jetzt verschwanden sie in der
dunklen Nische des Manhellschen Hau
ses. Leise tnarrte die Thür beim
Ptssmm um geräuschlos zurückzusaL
en.
Langsam und vorsichtig tappien die
beiden Männer weiter. Die Schlüs
sel hinrichs öffneten alle Thüren!
Jeft standen sie aus dem Korridor,
au dein ein kleines Gasslämmchen
brannte und schwaches Dämmerlicht
verbreitete
»Wo ist das Zimmer der Alten?«
»Dort —«
Hinrichs öffnete die Thür zu dem
früheren Arbeitszimmer des Herrn
Baumeisters und holte eine kleine
Blendlaterne hervor, die er an iindete
und mit der er vorsichtig im immer
umherleuchtete.
»Dort steht der Geldschrank —«"
»Kannst Du ihn öffnen?« «
»Die Schlüssel liegen vor den: Bett
der Alten«
»Wo schläft sie?«
»Hier nebenan —«
»So hole die Schlüssel.«
Geräuschlos wie eine Katze schlich
sich hinrichs an die Thiir des Neben
gemaches, die nur angelehnt war. Ei
ne tleine Weile horchte er; tiefe, regel
mäßige Athemziige ertönten in dem
durch eine rothe Ampel matt erhellten
« Schlafzirnmer.
Jm nächsten Augenblick war Hin
richs in dem Zimmer verschwunden.
Bartels wartete regungslos-. Plätz
lich horchte er aus. Ging da nicht eine
Tbür in der Wohnung?
Nein, es mußte iisber ihm gewesen
sein. —
Wieder horchte er, indem er die
Blendlaterne schloß, so daß nur ein
ganz schmaler Lichtstreisen in das
dunkle Gemach fiel.
Wahrhaftig, jetzt ging wieder eine
Thür, und leise, schlürfende Schritte,
wie von jemandern, der aus weichen
Pantoffeln geht, ertönten in dem
Korridor.
Sollte der junge Mandel noch nicht
zu Bett gegangen sein?
Da erglänzte ein Lichtschimmer aus
dem Korridorl Die schlürfenden
Schritte kamen näher und näher, Bar
tels stellte sich hinter die Thitr und er
griff die kurze, eiserne Brechstange, die
er fiir alle Fälle mitgebracht hatte.
Aber die Schritte gingen an der
Thiir des Zimmers vorüber. Jeßt
an der Korridorthür blieben sie stehen
— Bartelo hörte. wie das Schloß un
tersucht wurde-es war in Ordnung
—— Vinricho Schlüssei waren vortreff
lich gearbeitet. Dann hörte Bartels
eine Kette klirren.
»Ma, der legt die Sicherheittltette
vor«, dachte er mit höhnischen Lächeln.
.Hilst Dir alle-i nicht-, mein Jun
ae «——-«·
Im sama Ue Meine guts-. tm
des Ttllk des Zins-am Moden He
kund siehe-h Mai band leng
auf M Abs-Mute —- die Mk werd
umfasst »Man — zö Ind. Inw
fam Mom- m Aus aus-l us im
dusm stumm uns —
Tso — Maus sich die Thü- du
JOHN-um« der dran Maus-L
die »Nun Gehalt pmw as
cost-kund fes-um Wiss. an n das
Mo Mart dumm —
.Ru qui- »J«
Mai Man ei wom- u mit-h ad»
dsg- me u Wen ihm in M MON
M M cis-Im ist-M M Osmd Bat
Mi umspannt-.
Muts-Was wand M du van
Maus was diesem Mem-I I IM.
V »Gott-. vol via Aus-a muten
Jus mas- imd dum- Itamm « n
u s Mc Lamm Im dem sit-usw
Ist Min- — - du hist-u It m
Jiwsaoiy Im Gmel-I m ists-do
Mms --- NO NOT ums »
R III-l ums t- dts sum-I ti
dss visit-quasi «- dis Im
Mantiss-seit used-F
M Wsd Jus
s— n mai-h- — u
zusammen und blieb besinnungslos
liegen.
Der lange Bartels trat in das Zim
mer zurück, wo Hinrichs noch immer
aus der Lauer stand-.
»Hast Du die Schlüssel?«
»; 1—'« .
»Rasch —- gieli her!«
»Was hast Du mit dem Burschen
angefangen, Bariels?«
Er stört uns nicht mehr — giek die
Schlüssel her ——«
Nach wenigen Augenblicken drehte
sich die schwere Thür des Geldschran
les in ihren Angeln. Der Schrank
war alt, er besaß noch nicht die ras
sinirte Einrichtung der allerneuesten
Geldschrantschlösser, sonst würde er
nicht so leicht zu össnen gewesen sein.
Aber hinrichs hatte eine Zeit lang als
Schlosser in einer Geldschranlsabrik
gearbeitet, er kannte den Mechaniss
mus« Mit gierigen Händen wiihlte
Bartels in den Papierem »Da — ein
Pack Hundertmartscheine —- die tön
nen wir gut brauchen!« Das Geld
verschwand in seiner Brusttalchr.
»Und hier einige Rollen Gold —
Zwanzigmarlstücke —- und hier die
Brillanten und Schmuckstücke —- die
Obligationen nehmen wir nicht mit —
sie könnten uns verrathen-Aber da
die Zinsscheine und das andere Klein
geld ——-« Jn wenigen Minuten war
der Geldschrant seines reichen Inhalts
beraubt.
Horchend standen die beiden Ver
brecher still.
Aus dem Nebenzimmer ertönten
noch immer die schnarchenden Töne
der Frau Baumeister. Sonst herrsch
te Todtenstille. »Und nun srrt —«
Auf dem Korridor lag die regungslose
Gestalt des jungen Manne-c Aus ei
ner Kopfwunde sicterte dickes, rothes
Blut.
»Du hast ihn todtgeschlagen, Bar
tels?!«
»Ich glaube nicht! Aber wenn er
mich gesehen und ertanni hätte?"
,,Woher soll er Dich kennen?«
»Man tann nicht wissen und besser
ist besser —«
»Nein, Parteis, las- ihn liegen. Er
hat genug.«
,,Meinetwegen —
Leise klirrte die Kette an der Thür.
als sie Bartels abnahm. Geräuschlos
schlichen sie sich die duntle Treppe hin
unter ——— todtenstill lag die Wohnung
wieder da
«
20. Kapitel.
Max Mandel mochte wohl eine
Stunde in tiefer Betäubung dagele
gen haben, als er durch den heftigen
Schmerz seiner Kopfwunde erweckt
;wurde· Aechzend versuchte er, sich
empor zu richten und sich llar zu ma
chen, was mit ihm geschehen war.
Tiefe Finsternisz umhiillte ihn, Tod
tenstille herrschte. Und plötzlich über
fiel ihn wieder die rasende Furcht, die
Einbrecher könnten zurückkehren und
ihn vollends tödten. Möglichst ge
räuschlos lroch er aus Händen und
Füßen den Korridor zurück, nur aus
seine eigene Rettung bedacht, ohne an
das Schicksal seiner Mutter zu denken,
welche neben dem Zimmer schlies, in
das die Verbrecher eingedrungen und
vor dessen Thür sie ihn niedergeschla
gen hatten. i
Er « erreichte das Hinterzimmer,
welches an den Korridor stieß und das
er durchschreiten mußte, um in seine
Zimmer zu kommen.
Als er die Thür hinter sich hatte,
verschloß er diese hastig und stiirzte
dann zu der elektrischen KlingeL wel
che in die Stuf-en der Dienstboten und
in die Portiertvohnunq führte
Laut schrillend gellte die Klingel
minutenlang durch die Stille der
Nacht. Max hörte, wie es in oen
Dienstbotenstuven lebendig ward, wie
eilige Schritte den langen Koerivor
des dintergedäudes entlang eilten.
welcher die Dienstboteniimmer mitz
der vorderen Wohnung verband. Erz
wollte den derbeieilenden ettgegen
lauten nnd sont« von Blutoerlust er-!
schönst« zu Boden. gerade, als der Die
ner nnd das hiusmädchen mit Lich«
tern in den Däan one große tsfnim
mer heiraten.
,,Hilfe —- Räuber —- Miit-deri«
stöhnte der Berwundete. .-H·lft mir
— sie haben mich ermorden wollen —
vielleicht sind die noch da —- heift mir
—- helft mir —!«
Er klammerte sich in namenlofer
Angst an den Diener, der ihn em
porrichtete, während das usmiid
chen zum Fenster lief, es öffnete und
gellend um Hilfe rief. «
Nach einiger Zeit waren der Por
tier, die Köchin und einige andere
qusbewohner urn den Verwundeten
verfammelt, der erschöpft auf einen
Divan ruhte.
»Was ift geschehen, Herr Mantzeli« -
»Man hat uns beraubt —- rnan hat
meine Mutter ermordet — mich nie
dergefchiagen — eilt zur Polizei —
fchnell — schnell —«
Das Hausntädchen war in die
Fchflaffiube der Frau Baumeifter ge
au en.
Die brave Frau hatte von all’ dem
Lärm nichts gehört; sie schlief den
Schlaf der Gerechten und mußte mit
Gewalt wachgeriittelt werden.
Mit blöden Augen sah sie das
Mädchen an, das ihr in wirren Wor
ten die Vorsälle der Nacht erzählte.
Plötzlich schien sie zu fassen, um
was es sich handelte, sprang so rasch
es ihre Wohlbeleibtheit gestattete, aus
dem Bett, warf einen weiten Morgen
roct iiber und eilte in das frühere Ar
beitszimrner ihres verstorbenen Gat
ten, begleitet von dem Hausmädchem
welches die Lampe trug.
Mit einem tauten Schrei stürzte
Frau Mantzel auf den Geldschrant zu,
dessen Thiir weit offen stand und vor
dem auf dem Fußboden die Pariere
und einige Werthgegenstiinde zerstreut
umherlagen.
»O, diese Schändlichkeit!« teuchte
sie. »Alles haben sie gestohlen!«
Jhr Geld, ihre Werthsachen schienen
ihr mehr am Her en zu liegen, als
ihr Sohn; denn sie tramte hastig in
dem durchwühlten Schrank umher,
ohne sich nach dem oerroundeten Sohne
zu ertundigen.
»Ich würde alles so liegen lassen,
wie es liegt, gnädige Frau«, sagte das
Dienstmädchen, »bis die Polizei hier
gewesen ist. Sie sieht es nicht gern,
wenn bei solchen Verbrechen die spu
ren beseitigt werden«
»Du hast recht«, entgegnete Frau
Mangel. ,,Wo ist mein Sohn?«
»Er Liegt ans dem Divan im Eß
zimmer —"
Frau Mandel begab sich zu dem
Verwundeten, der, in Decken gehüllt,
in leichtem Fieherschlummer dalag.
Man« hatte inzwischen einen Arzt
und die Polizei geholt, die fast gieich
zeitig mit Frau Mantzel an dem
’.5irantenlager des Sohnes eintraer
, »Haben sie ihn getödtet?« fragte
lFrau Mantzel angstvoll.
I »Es ist ein furchtbarer Schlag, den
ier erhalten hat, Frau Baumeistcr«,
ientgegnete der Arzt, die Wunde unter
iiuchend. »Giiickiicherweise hat der
sSchiag den Kopf Jhkes Sohnes nicht
sinkt voller Wucht getroffen, der Schä
del wiire sonst unfehlbar zertrümmert
Während des Schlages muß Jhr
sSohn etwas ausgewichen sein und der
»Schlag traf seinen Kon in schräger
Richtung, so dass nur eine furchtbare
Fieifchwunde uno ein leichter Kno
"chenbriich entstanden. Nach einigen
Wochen wird Jhr Sohn wieder her
gestellt sein.«
Gortsetzung folgt.)
Nach Zeugenaussagen vor den
Großgeschwotenen fin Chicago hat der
Fleischirusi zwei Millionen Dollaki
ausgegeben, um den New Yoriee
Marttzu kontrollierem er hat die
Summe offenbar mit Zinsen und
Zinseszins wiederbekommen
O i I
Wenn einer viese Freunde bat, so
isi das ein sicheres Zeichen, daß ei
idrn gut geht.
i O II
Was ein anderer errungen hat«
schreiben wir meisiene dein Glück iu,
was wir selbst erringen, dem eixienen
Verdienst
M Maskkwmss w ngww
st- ists
« k.dtsssm«-IIWIUUOUIJGWOW