Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, November 22, 1900, Image 11

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    G"s IPiücmmljc".
Aus den, Haag. Holland, wird gnuel
bet: Jrcf:e?jubet herrschte linzl ch in den
prmiteiidm Hallen und Sälen Het Loo.
Denn in dein holländischen Königs
schlösse war der zulünflige König
(emahl" eingeirbstkii. Herzog Hein
rich von Mecklenburg Schwerin, dessen
Verlobung mit HollanöS jugendschönci
Königin gefeiert wurde. Im ganicn
Königreich fand dieser Festes, ubcl
frohen Widerhall und herzliche Jliif.
nähme überall, wo Königin Wilhcl
mina geweilt und aller Herzen gewon
nen hat, zumal in Teutschland, wo die
Sympathien für das fürstliche Paar,
der Braut, wie dem Bräutigam, gelten.
Bei der Nachricht von der Verlobung
der liebenswürdigen jungen Königin
mit einem deutschen Prinzen wandert
der Blick mit stillem Vergnügen in jene
Jahre zurück, da Königin Wilhelmine
noch onS Willemintje" war und unter
der Obhut der zärtlichsten, wenn auch
entschiedenen und willensfesten Mutter
für den künftigen Hcrrscherberuf vorbe
reitet wurde.
Obwohl nur von mittlerer Figur.
war sie doch schlank und graziös gemach
sen und sah am lieblichsten aus, wenn
sie. was sie mit Vorliebe that, in
den kleidsamen Nationaltrachten Hol
lands erschien. Besonders bevorzugte
sie dabei das Zecländer Kostüm, in
welchem sie auch dcS öfteren sich Photo
graphiren ließ. Ihre rosigen Wangen,
ihr üppiges Haar, das sie in einen
Knoten geschürzt trug, ihre schönen und
tiefblauen Augen, ihre kirschrothen Lip
vcn alles vereinigte sich damals, um
sie zu einer überaus reizenden Erschci
nnng zu machen. Ihr Lächeln war
immer bestrickend. Doch schon in ihren
jüngsten Mädchcnjahren malte sich in
ihren lieblichen Zügen eine gewisse
Strenge und entschlossene Willens
hast, die darauf schlicken ließen, dak
ihre lZrziehung nicht immer leichten
Stand mit dem begabten Zöglinge
hatten.
Königin ZLilhelmina war schon da
mals den Leibesübungen und dem
Sport auf das leidenschaftlichste er
geben, und das liebe, tlcine Früu
hin" wie das Volk sie gern nannte
verstand mit Pferden und Hunden um
zugchen, wie der erfahrenste Mann
stiren Vonvwaan. einen überaus rei
zenden Viererzug. lenkte sie mit eigener
lundicier und itarler vand und mn
tadellosester Technik.
Ebenso war sie eine kühne Reiterin
und sebr meisterhaft im Schlittschuh
laufen. Tretzdem sie so den Uebungen
und Bergnügungen tm Freien ei
weites Spiel ließ, war sie doch zu
Hause eine sehr fleißige Schülerin. Sie
wurde auch sonst in mädchenhafter Zu
rückaczoacnheit aehatten. sodatz nur
La V. , 5 1 I rt riW ftllV
ILiL 11 LUC UL L Ul Ullllt JJllmikVi
auswärtigen Diplomatie im Haag sich
damals rühmen konnten, das nieder
ländische Königskind nur je von Gesicht
zu Gesicht erschaut z haben, es müßte
denn sein, daß sie sie gelegentlich als
WnfTdVnfmn im Varf oder in dessen
Umgebung an sich vorüberbrausen
sahen.
Schon als Kind war Königin Wil
Iielmimi f)otianocriii mit Leib und
Seele, und obwobl sie selber in verschie-
denen Sprachen sich fertig und fließend
auszudrücken verstand, litt sie es so
leicht nicht, daß man in irgend einer
nnhrrcn l ibrer MuUersvrache mit
ihr redete. Die Geschichte, wie sie als
himenmäfirisleS Mädchen in England
eine holländische Dame, die Gattin
eines bnlländifchen Diplomaten und
TOttHpr rnirtAfiwr Töchter, derb ab
fertigte, weil diese ihre Töchter ohne
Kenntniß der Muttersprache hatte auf.
wachsen lassen, und wie sie sich weigerte,
dir tiindcn Mädchen zu empfangen.
um mindesten nicht, bis sie Holländisch
gelernt hätten.
Uekerk,'tit ist immer eine große An
mhi hon Wttfhntett aus der iiinaeren
Äcädchenzeit Königin WilhelminaS im
sm V . P fTlu.i tfrtd Vflt.
Schwange gewesen. I," uciui,
zende Züge aus jenen Tagen seien hier
aus der großen guue von cjujiujicii
wiedererzählt, welche den eigenartigen
Charakter der liebenswürdigen Fürstin
IV !fmii traaen und das innige
Verhältniß, das zwischen Mutter und
Tochter herrschte, und das leine prenge
.Handhabung der mütterlichen Er.
zieherin trüben konnte, in Helles Licht
setzen. , .
Die junge Königin war emeS Tages
wegen eines Vergehens gegen die Lehren
und Anordnungen der Regentrn aus
dem gemeinsamen Salon geschickt wor
den und sollte solange auf ihrem eige
nen Zimmer verbleiben, bis sie sich dazu
verstanden Hütte, ihre Mutter um Ver
zeihung zu bitten. .
Königin Wilhelmina kam zornig und
trotzig dem Befehle nach und begab sich
. ln:tx,,, sinrt
grolleno in ryre iiuuuuu..
verblieb sie nun lange Zeit, während
Königin Emma allein im Salon bei
irgend einer Arbeit verweilte. Plötzlich
klopfte es laut und entschlossen an die
Talonthür. Königin Emma blickte auf
und rief:
Wer ist da?
Eine troßige Stimme antwortete: .
Die Königin von Holland!"
ES war Wilhelmina. die den Zorn
ihrer Mutter nicht länger ertragen
konnte und. obwohl noch ungebrochen
in ihrem Widerstand doch Annäherung
und Versöhnung zu suchen schien. Aber
Königin Emma rief der Pochenden
strenge zu: . , . .
.Wenn's die Königin von Holland
ist. soll sie nur draußen bleiven!"
Hirauf wurde eS stille vor der Ihür,
nichts regte sich weitet eine geraume
Zf it 1 aiia. Dann kam wieder ein Pochen
an die Thiir. diesmal zaghaft, klein
laut, kaum hörbar. Wieder rief die
Königin Emma:
Wet ist da V
Und ein sanfieS. schluchzende? stimm
chcn gab zurück:
Ich bin'k! - Wil - hel min
chen!"
Nun. dann komm nur hcrun. Wil
hclminchcn!" sagte die Regentin. stand
aus und gig ihrer Tochter entgegen.
Königin Wilhclmiua aber lief her
ein. stürzte sich an das Muttcrherz und
erhielt die liebevollsten Küsse der Ver
söhnung. noch ehe sie Zeit gehabt, wei
ncnd um Verzeihung zu bitten.
Ein ander Mal Halle die junge
Königin Stubenarrest, unerbittlich
strengen erhalten. Lange faß sie
stumm und zornig in ihrem Zimmer
und wußte sich nicht zu bezwingen.
O," rief sie schmerzlich bewegt aus.
Wenn mein getreues Volk wüßte, wie
ich behandelt werde! Es würde auf
stehen wie ein Mann und seine Königin
vertheidigen! Mein getreues Volt! ES
soll es erfahren!"
Sie sprang eilends auf, setzte sich an
ihren Schreibtisch und begann ein
Schriftstück auszusetzen das den Titel
trug: Proklamation an mein Volk!"
In diesen Aufruf an die getreuen
Unterthanen setzte sie in den heftigsten
Ausdrücken die ungerechte Behandlung
auseinander, der sie unterworfen werde,
die Schmach, die sie als Königin von
Holland erdulden müsse, und daß sie
jetzt sogar gefangen gesetzt worden sei,
sie, ein gekröntes Haupt, die Beherr
scherin der Niederlande. Sie schloß ihre
Proklamation mit der Aufforderung an
jeden gut gesinnten Holländer, sie aus
dem Kerker" zu befreien.
Dieses Schriftstück schickte sie verdick
sättigt an die Redaktionen der Haupt
blütier von Amsterdam und dem Haag
und befahl die Veröffentlichung ihres
Aufrufs an der Spitze der Zeitung.
Ader noch ehe die Redaktionen Zelt ge
habt, sich von ihrer Verblüffung zu er
holen und sich darüber fchlüssig'zu wer
den. was zu thun fei, und ob das er-
hadene Manuskript abgedruckt oder ab
gelehnt werden müffe, lief schen ein
zweites Schreiben der jungen Königin
bei den Blättern ein. des Inhalts:
Der Abdruck ist nicht mehr nöthig!
Es ist schon alles wieder in Ordnung!'
Wilhclminchen hatte sich nämlich in
zwischen mit ihrer guten Mutter aus
gesprochen und versöhnt. Wo die kost
baren Autographen übrigens hmae
kommen sind, ist noch heute ein Gc-
hcimniß: angeblich in den Papierkorb,
in Wirklichkeit aber sollen sie als ein
seltenes Andenken an die stürmischen
Lehrjahre Ihrer Majestät der Königin
Wilhelmina von Holland noch heute ge-
miste Pnvat-ammlungen von Hand
schrlften schmücken.
Home made.
Residenz vf John Ritsch, Esq.,
Größer öieu yvtl.
Mister Editer!
Gott soll Mich un Jhne un de Rest
vun die Leit bewahren von ener spat
same Frau!
Mister Editer, Ich hawwe es schür,
seit e paar Monat schweigend getrage
un kee Wort derzu ge
sagt, amwer Ich kann
mmmer. Mister Edl
ter, eö werd ze viel,
Ich kann de fürchtet
liche Strähn nimmer
stände. Ich bin kon
plittli zefammegebr0l
ehe, es muß raus
Die Alti Hot schun feit
längerer Zeit d Spav
kränk un wenn sie noch
e paar Monat so we
ter füvt, dann sein
Ich bänkrupt, so schür
wie zw mal zwee
vier is.
Bifeits dem Bünkruptgehen werd es
awwer sor Mich nöthig wern, paar
Tausend oder so Squär AckerS ergend
wo in der Nachbarschaft ze kaafe, for
all die Maschinerie un Jmplements,
wo die Alti schafft, ze störn un das
Rawmateriäl for der Alti ihr Manzu
fäktschering ze rüfe.
Die Alti macht nämlich Alles sclwer.
Alles. Mister Editer!
Uewwrigens. Mister Editer. is es
Mir ganz Worscht. ob Ich bänkrupt
geh oder nct, denn eh eS so weit kimmt,
bin Ich doch schun lang an vun der
Alti selmer maiusältscherte Ptomähn
oder sunst irgend eme home-made Poi-
son, wo als Nebeprodukt vun ergend
waS von der Alti Selbergemachtem
hergestellt werden, gestorbe.
Mc, einzige Hoffnung is. daß die
Alti emol des Whiskcy-Bißncß täckelt
un in Konsequenz vun dem heimge
machte Whiskey vun Onkel SSm Wege
MunscheinBrennerei zu hunnert bis
hunnertzmanzig Johr Penitentscheri for
de natürliche Törn vun ihrm Lewe ge-
fentenzt wird. TeS heißt, dann wär
eS immer noch die Frag, ob die Alti in
die Penitentscheri enei gehn und net de
Vorschlag mache that, Nch der Billlglett
halwer selwer e home-made Penitent-
chcn herzestelle.
Aageblicklich is die Alti derbei, ihr
eignes Sauerkraut einzemache. Nach
Meim Estimät (und des is sehr kon
sörmetiv) muß die Alti veranschlage,
daß unser Fümilie in der nächste Zeit
uff ergend e geheimnisvolle Weis um
circa tausend Persone oder in der Nach
darschait inkriest werde. ES sein am
lich hint Morchc ftustaiilend Heud Ead
dalsch, wo die Alti gckaait Hot. ge
timmk. Nämlich bei en Kontrakt ze
mache, finslauicud Heads ze nemme.
Hot die Alti de Eüddüisch so viel billi
ger gekriegt un dabei wieder so un so
viel gespart (in ihrem Mind). Os
course iS dazu e Sauerkraut-Maschi
nerie vun der neueste Kanstrutschen ge
kaaft worn, wo e Hciöegcld loscht. Vun
der Angst, wo Ich aussteh, daß Ich Wege
Verletzung vumAuti-Trustgefttzarrested
werd, wo es derbcit erdotte is. ergend
en Artikel ze kornern, vun der Angst
will Ich gar nct rede. :
Die Wörscht, wo zu dem Sauer-!
kraut gcgesse wern. macht die Alti aach
sclwer. Die Flcifchhack- un sunstige
Maschinerie, wo dcrzu gchört, k Home
made Sau ze schlachte, hat die Alti
schun gckaaft. Der Butfit loscht e
halbes Vermöge. Amwer des macht
nicht?. Je mehr die Alti Geld aus
gebt, desto mehr Erfparniß siggcrt sie
derbei erauS.
Die Alti Hot neulich emol ergendwo
e Rezept gelesen wie mer Home made
Bier mache kann. Ich wart jetz nor
druff, daß sie e kleine Home made
Brauerei aus Ersparungs Rücksichte
startet un Ich Wartäres bezahle muß,
bis Ich schwarz werd.
Nämlich, wo des Hauptsäving bei
der Alti ihrer Sparkränk diesmal erei
limmt. des is. daß Alles in die größte
Ouaniitics gckaaft un gemacht werd,
weil es so viel dilliger kimmt.
Da sein z. B. for Jnstenz Senfgorke.
Die sein des Jahr ziemlich theuer. Des
schcnirt awwer die Alti nit. Sie is
Märchens um 4 Uhr uffgestanne, is
sclwer uff de Market un Hot eme Far
mer, wo mit eme Wage voll Gorke erei
gckimme is, die ganze Load abgekauft.
Of course Hot die Alti e Korteschäl
Maschinerie un dann die Gläß-Tschars
sor s Einmache un bann de Vinegar
un all die Sache in Wholesale Ouan
tities kaafe müsse un da drümwer, bis
sie all die Leit, wo sie des gekauft Hot,
so weit erunnergedrückt Hot, en recht
billige Kanträkt ze mache, sein die gott
verdoppelte Senfgorke verfault un der
schimnielt un die Alti Hot eme Mann
finf Dollar bezahle müsse, daß er die
ganze Wageload vun Gorke-Garbätsch
tortgeschafft Hot.
Wann Sie alleweil so viel lese vun
Prasperitit. Mister Editer, da derfe
Sie nct denke, daß des alleenig
Geschäftstricks wär. Die Alti kaaft
nämlich (blos for Geld ze sparn) so
viel Tools un Maschinerie, wo mcr
Alles sclwer mit mache kann, daß es
gar net anncrscht sei kann, als daß des
Buncß m general uffpickt.
So hc.t for Jnstenz die Alti schun
vor sins oder sechs Woche oder noch län
ger emol de Weitraubenmarkt gckor
nert un dann Hot sie e Traubepreß ge
kaaft un Hot Wei gemacht. (Des kleine
F?etlwmcl, wo mer gegcwwc hawwe.
wie der Wei gemacht worn is. Hot so
viel gelöscht, daß Ich e paar Oxhoft
vum thcierste Wei, wo am ganze Rhein
wächst, dersor hätt kaafe könne.) Well.
die Alti Hot werklich e ganzes Faß Wei
aus ihre Traube erausgequetscht. Ge
stcrn is der Wer" probirt worn.
Well, Mister Editer. wann mer plenty
Zucker dra thät, da könnt verleicht noch
emol e ganz guter Vineqar aus dem
Wei wern. Die Alti Hot so ungefähr
e Dutzend am Schachtle eigelade ge
hatt, for de felwergemachte Wei zu
provirn.
Mister Editer, Ich sein net schade
froh, awwer die Gesichter vun die alte
Hutzle, wie sie den Stoff enunnerge
wörgt un dann so gethan hawwe. als
waa's gar net sauer wär, die hawwe
Mich for manche schwere pekuniäre
Verlust, wo die Sarkränk vun der
Alti mich gelöscht Hot, entschädigt. Un
erst des Bauchweh! Die Alti werd wahv
schemtS heint e größere Order for
DrugS gewwe un n messingene Mörser
kaafe, for die Medlfsens Home made
hcrzeftelle, for des home-made Bauch-
weh vun dem home-made Wer ze kturn
Wann'S noch lang so fortgeht. Mister
Editer, dann geht s nimmer lang so
fort, des sag Ich Ihm, Mister Eviter.
exsept die Alti sindt aus. wie mer Home
made Grienbacks oder home-made Du
kate mache kann, denn Mei Bänk
Akaunt der Hot vun der Alti ihrer
Sparsamkeit schun je die Kränk.
Jtme deffelde wünschend sein Ich so
lang
Mit Rigards
Yours
John Ritsch, Esq.
Wie derTelegraph nach China kam.
Die Ereianiffe der lekten Monate
haben Gelegenheit genug geboten, der
telegraphischen Verbindung zwischen
Europa und China eine besondere Auf
merksamkeit zuzuwenden. Wie viel über
die Art des Telearavbirens in Ebina
selbst geschrieben worden ist, hat man
doch merkwürdiger Welse gerade das
Interessanteste veraessen, nämlich die
Geschichte der Einführung des Tele
graphen nach Oftasien.
Es war am 3. März 1870, als das
berühmte Riesenschiff -Great Eastern".
das bekanntlich zu einer hervorragenden
Rolle in der Geschichte der überseeischen
Kabel berufen war, indem es das erste
Kabel durch den Atlantischen O,ean
legte, ein zweites Schiff Cclla" und die
Korvette .Tordenskiold" Eurova ver
ließen, um mit 2400 Meilen Kabel an
Bord nach Ostasien abzugehen. Es
sollten 300 Meilen Kabel zwischen
Ebina und Japan. 001 zwischen
Shaiizhai und Hongkong gelegt wer
den. Als die Schine in die heiße Zone des,
Weltmeeres gekommen waren, begann
die Guttapercha-Umhüllung der Kabel
unter dem Einfluß der Hitze zu schmel
zen. Die Ausbesserung der auf diese
Weise entstandenen Beschädigungen
machte die größte Mühe und nahm nicht
weniger als sechs Monate in Anspruch.
Nach Verlauf dieser Zeit konnte man
daran denken, die Punkte für die Lan
dung des Kabels auszusuchen, und
ging dann ohne weitete Formalitäten
daran, an diesen Plätzen Arbeiter aus
zusiffcn und die Apparate aufzu
stellend Die Japaner erhoben nur der itora
wegen Einspruch, da sie sich von dem 1
Nutzen der Absicht bald überzeugten, in
bhina aber entstanden die größten
Schwierigkeiten. Nur die Kanonen des
Tordensljold" verhinderten einen An-
griff seitens der Bevölkerung, der den
Pionieren der Telegraphie Hütte ver
derblich werden können.
Besonders reizte das Kupscr der
Kabel die Neugierde und Begehrl chkeit
der Ehincsen. und es kam mehr als ein
mal vor, daß das Kabel von ihnen
während der Nacht aufgenommen, zcr
schnitten und fortgeschleppt wurde,
worauf sie den Raub untereinander
vertheilten.
Tann hieß es eben wieder das Werk
von Neuem beginnen. Erst nach
Drohungen und diplomatischen Da
zwischcnkünften der europäischen Mächte
ließ sich die chinesische Regierung dazu
herbei, der Legung von Kabel nan der
chinesischen Küste und der Schaffung
einiger Ueberland Linien ihre Zustim
mung zu ertheilen. In keinem Lande
der Welt haben die Telegraphcnlinicn
einen so merkwürdigen Verlauf wie in
China. ES mußte nämlich bei ihrer
Anlage sorgfältig Bedacht darauf ge
nommen werden, daß niemals der
Schatten einer Telegraphenstange mit
ihren Isolatoren oder der Schatten der
Drähte auf ein Grab fallen durfte, da
dieses in den Augen der Nachkommen
des Verstorbenen entweiht gewesen
wäre. Dadurch wurde es nöthig, die
Telegraphen in den wunderbarsten Zick
zacklinien durch das Land zu führen, da
Gräber fast überall mit ilcegellosigkeit
verstreut waren.
Trotz aller Vorsicht wurde der Tele
graph im Reiche der Mitte noch lange
als eine höllische Macht angesehen, und
es bedürfte cines ganz besondercn Um
standcs, um ihn auch dort populär zu
machen. Erst das Lottericspiel. dem
die Chinesen wie allen anderen Spielen
mit Leidenschaft anhängen, führte sie
ans den Nutzen der europäischen Ein
richtung hin. Die Chinesen vcransial
teten bei jeder Gelegenheit und überall
Lotterien, deren Lvose bis in die ent
ferntesten Dörfer verbreitet werden; der
Ausfall wird durch Läufer angezeigt.
Nun können die Chinesen ebenso wenig
wie andere Leute auf den Ausgang des
Glücksspiels mit gleichgiltiger Geduld
warten, und daher war es für sie eine
freudige Ueberraschung, ihre Lotterie
gewinne vermittels des Telegraphen
mit der größten Schnelligkeit zu er
fahren. Seit dieser Zeit hat man in China
gegen den Telegraphen nichts mehr ein
zuwenden und bedient sich seiner in
allen anderen nöthigen Fällen. Welche
Schwierigkeit ferner die Eigenart der
chinesischen Sprache, der die Buchstaben
gänzlich fehlen, dem telegraphischen
Dienste in China bereitete, ist zu oft be
schrieben, um es nochmals zu wieder
holen. Uebrigens ist die Benutzung der 200
durch Zahlen bezeichneten chinesischen
Worte in der Telegraphie in merklichem
Rückgang begriffen, da sich der gebildete
Ehinese, der für die Benutzung des
Telegraphen allein in Betracht kommt,
neuerdings gewöhnlich europäischer
Worte der Zusammenstellung von De
pcschen bedient.
Trockene Holz.
General Adna R. Chaffee. der Com
mandirende der amerikanischen Truppen
in China, war im Jahre 1878. da er
noch den Rang eines Capitüns in einem
Cavallerie Regiment bekleidete, einer
Garnison in Arizona zugetheilt, aber
sein Eontingent befand sich meistens
aus dem Marsche, da die Apachen.
welche damals auf Anordnung der Re-
gierung ihre Wohnsitze im Thale des
oberen Verde-Flusses aufgeben mußten,
um die White Mountain-Reservation
zu beziehen, viel Trubel verursachten.
Capt. Chaffee's Troop" hatte ein
Bivouak bezogen. Das Wetter war
miserabel, es regnete wie mit Mollen
gegossen und auch die Zelte hielten nicht
mehr dicht Das Feuer in dem kleinen
Zuckerhut - Ofen des Capitäns wollte
nicht brennen, und Chaffee rief seiner
Ordonnanz. Bringen Sie trockenes
Holz." befahl er. Der Cavallerist. ein
Jrländer Namens Muldoon, stand
!tramm am Zelteinqang und sagte:
Capitän, es ist keins da."
Chaffee, damals schon ebenso kurz
angebunden, wie jetzt, schnauzte ihn
an: DaS weiß ich besser. Machen Sie
daß Sie fortkommen und kommen Sie
nicht ohne trockenes Holz zurück!"
Muldoon salutirte. machte stramm
Kehrt und stampfte in die schlammige
Umgegend hinaus. Offenbar war das
trockene Holz nicht so leicht zu finden,
denn er kam weder an dem Abend,
noch am nächsten Tage zurück, und
dann brach Capt. Chaffee mit seinem
Troop auf. Muldoon zeigte sich nicht
wieder und ward al Deserteur von der
Muljetrolle gestrichen.
Z vci Jahre spater war Capt. Ebanee
zum Major avaneirt und eommandirte
die Garnison von Fort McDowell am
unteren Bcrde Fluß, etwa hundert
Meilen von d:in Platze entfernt, wo
Muldoon auf Nimmerwiederkehr ver-
schwunden war. An einem heißen
Sommerabcnd saß Major Chaffee vor
feinem Adobe (Lel!m)-Hause und rauchte
die Aster Dinner"-Ciaarre bei Mond-
bclcuck tung, als plötzlich eine abenteuer
liche Figur austauchte mit einem rie
sigcn Bündel MoSguit Holz im Arm.
Die Figur stellte sich stramm vor den
Major bin. salutirte und ließ im rein
fien irischen Brogue" die Worte loS:
Capt'n, ich habe das trockene Holz ae-
bracht!" Tableau!
Die Offiziere deS Kriegsgerichts er
klärten, von Rechtswegen habe Mul
doon reichlich fünf Jahre Einfperrung
im Militär Gefängniß zu Alcatrog
verdient, aber der Humor der Geschichte
gewann den Tag. MilderungSgrüude
wurden angenommen nd Muldoon
kam mit sechs Monaten Garnifonarbeit
davon und erhielt später seinen Ad
schied. Wie einer der Offiziere des
Kriegsgerichts welcher diese Chaffee
Anekdote erzählte versichert, lebt Mul
doon heute noch in der Nähe von
Phoenix. Arizonas
'k
int CFriNntrttnflt'tt den Bluttag
von
In Zombolya in Ungarn starb am
19. Oktober die Wittwe des nach der
Niederwerfung deS unaarischen Aus
ftandes am Oktober 1819 in Arad
standrechtlich hingerichteten Revolu
tionsgeneralS Karl Grafen Veefey. Er
hatte sich nach KSrqeys Kapitulation
bei Vilagos nach einige Tage mit 7000
Mann gehalten, sich schließlich aber bei
Soborsin an eine Abtheilung der rus
fischen Arinee ergeben. Mit noch 14
der Rebellenchess." wie die Sieger
offiziell die ungarischen Honvedgeneräle
nannten, wurde Vecsey noch Arad ge
bracht, und gleich seinen Schicksalsge
nassen zum Tode verurtheilt. Nur zwei
entgingen dem Wüthen der Wiener
Kamarilla, an den übrigen wurde das
Urtheil vollzogen, und zwar starben
neun durch den Strick des Henkers,
unter ihnen Vecsey. Graf Leiningcn.
ein entfernter Verwandter der Königin
Viktoria von England, und der einbei
nige Damjanich, der seinen Humor
selbst unter dem Galgen nicht verlor,
die Anderen fielen durch Pulver und
Blei. Ein österreichischer Offizier der
faßte damals einen Spruch, um die
Namen der Hingerichteten leichter im
Gedächtnisse zu behalten. Er lautet:
Panonia vergiß Deine Todten nicht!
Als Kläger leben sie." Der Anfangs
buchstabe jedes Wortes ist zugleich der
eines oder mehrerer der Namen der Hin
gerichteten. Gräfin Vecsey wat etst
kurze Zeit vermählt, als ibren Gemahl
das schreckliche Loos traf. Mit de
Frauen der Generale Damjanich und
Lahner war sie nach Arad geeilt und
erwartete den Urtheilsspruch. Als sie
das Todesurtbcil erfuhr, verfiel sie in
ein schweres Fieber. Eine Freundin.
Frau von Urban. ließ am Tage nach
der Hinrichtung die am Fuße des Gal-
qens verscharrte Leiche des Generals
ansgraben und brachte sie in die Woh-
nung der Gräfin, die bei dem entsetzli
chen Anblick in Ohnmacht fiel. Sie ließ
die Ueberreste ihres Gemahls in der
Familiengruft bestatten und hat seit
dieser Zeit in beständiger Trauer nur
dem Andenken ihres Gatten gelebt.
Bei dieser Gelegenheit sei auf ein äußerst
interessantes Buch verwiesen, das Heuer
bei Schottländer in Breslau erschien.
Die ungarische Donauarmee 1848
1849. von Anatole Waquant. Preis
5 Mark, das schon um deswillen von
Interesse ist, weil dem Verfasser in
überzeugender Weise die Rechtfertigung
des vielgeschmähten Oberkommandan-
ten der ungarischen Revolutionsarmee
Arthur Görgey von dem Vorwuf des
Verrathes gelingt. In vortrefflicher
Weise ist der militärische und politische
Theil des Werkes behandelt, das zur
Geschichte der ungarischen Revolution
einen überaus werthvollen Beitrag
liefert.
Schonet die Augen.
Jetzt, wo die Abende immer länger
werden, die Dämmerung immer früher
hereinbricht, liegt für viele die Gefahr
nahe, sich das Augenlicht zu verderben.
Die Abende sind bereits zu kühl, als
daß man sich im Freien aufhalten
könnte, so bleibt man im Zimmer und
verkürzt sich die Zeit durch Handarbeiten
oder Lektüre. Um nun die Lampe an-
zustecken ist es in diesen Dämmerstunden
noch zu hell, zum Lesen und Arbeiten
aber wieder zu dunkel. Dessen unge
achtet können sich aber doch viele von
ihrer Beschäftigung nicht trennen, son'
dem lesen, nähen, häkeln oder stricken
o lange fort, als es nur irgend angeht.
Natürlich rächt sich solche Unvernunft.
Die Folgen stellen sich in einer Weise
ein, daß der Schaden nie mehr gut zu
machen ist. Wem also sein Augenlicht
lieb ist. der vermeide in Tämmerzeiten
jede Beschäftigung, welche besonders die
Sehkraft in Anspruch nimmt. Auch
mit dem Anstecken der Lampe ist in der
Zeit der Dämmerung durchaus nichts
gebessert, im Gegentheil, das Zwielicht
schadet noch mehr. Das Vernünftigste
st eben. d,e Dämmerung als eine Ruhe-
pause zu betrachten.
Vltin gind.
Allcs Leid ka, n ;ch re g.sien.
Und die Thr!'en hemmen sich
Wenn Zwei Armcheu mich umprcssen.
Ki,j,t ein chc'meniiiüuüche!! mich.
Und die Erde kann ich missen.
Wenn mein Kind zu mir aufschaut.
Ein Stück Himmel aufgerissen
Aus dem zarten Antlitz blaut.
2!,'ill sich Hand in Hand dann fügen.
Aug' in Auge tauche mild
steigt mir aus des Niudcs Zügen
DeS virklärten Vaters Bild.
0)1) wck.
Sie haben also Frau Brenzlich
sie sähe so jung wie ihre Toch
i Damit hadm ie sich wohl
A:
gesagt
ter au
das Hcrz der alten Dame gewonnen?"
B: Ja. aber das Herz der Tochter
habe ich dadurch verloren."
?n MZ.en
Tochter: Sollen wir den jungen
Dramatiker Werner zum Sonpcr ein
laden. Papa?"
Commerzienrath: Lad ihn ein.
mein Kind. er kann uns was vor
dichten nach dem Souper."
Lcstn Entschluß.
Jetzt ist Ihr Mann schon ein ganzes
Jahr todt und Sie haben so ein
großes Geschäft denken Sie denn
gar nickt an's Heirathcn mehr. Frau
Nachbarin?"
Ich. an's Hcirathcn denken? Be
wahre mich der Himmel davor! Und
sollte ich noch zehnmal Wittwe werden
heirathcn thue ich nimmer."
Rasche Ulirkung. I
Arzt: Nehmen Sie dies,
Pulver,
chcr Er-
Sie werden nach denselben
leichterung haben."
Patient: Danke. Herr i Doktor
Was bin ich schuldig?"
Arzt: Fünf Dollars."
Patient (indem er zahlt):
zept wirkt schon, Herr Tokt
Ihr
Re
Ich
fühle mich schon sehr erleichtert!
Geburtstagsgeschenk.
ifti un I nor omer Mtrnnniöt i
S a vf sc iM t n itvX fstti rLvrtii jit
t i . r: . t.. r 1. 1. ,
aber die meiste QexUf fint fi h
kriegt!"
ster hat heute Gekurtstaa. und d
V j I LUla . u . r I . II. Lill
sie ihn mal gewinnen!"
Im ifr.
Bewerber (der dik Hnd der Tochter
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sind einig, da will ich nicht länger
stören!" , i
Vater der Braüt: Aber lieber Herr,
wollen Sie sichvdenn nicht wenigstens
meine Tochter eÄrnal ansehen?"
Im Serichissaal.
Richter (ärgerlich) Ich bitte mir
Ruhe im GerichtssaOl aus. Wer hier
noch einen Laut von ßch giebt, den lasse
ich durch den Gerichtsdiener an die
frische, freie Luft setzen!"
Der Angeklagte: Hurrah!"
Der Schusterjunge.
Meisterin: Na, Karlo. weil heute
Dein Geburtstag is, schenke ich Dir
ooch fünf Pfennige."
Schusterjunge: Aber Meestern, Sie
hätten mir doch darauf erst vorbcrkiten
sollcn ooch dct Uebermaß der Freude
kann tödten."
Lin vornehmer Diener.
Graf: Sie glauben alle Eigenschaf
ten eines hochherrschaftlichen Dieners zu
haben?"
Diener: Herr Graf, ich habe sogar
Schulden wie ein Kavalier."
Gut bemerkt.
Schusterjunge (beim AuSeinnnW,
nehmen seines Butterbrotes eine mit
der Butter aufgestrichene todte Fliege
gewahrend, für sich): Nee. wie gut
eeföin l Jkbt setzt es sogar
belegte Brödchen!"
Angenehmer Beruf.
Die Beschäftigung eine nWn-.v.
phcn denke ich mir recht angenehm."
-puvivgrapy: Wieso denn?"
Sie sehen während der Streit
immer freundliche Gesichter."
kogik.
Gouvernante: Ja mein Kind, ich
ommc soeben vom Nnntiki
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Ich habe die Gewobnbkit mirf,
Jabr Photographiren zu lassen."
Zögling: Ach Fräulein, was müs
sen Sie da schon für eine Masse Photo
graphien beisammen haben!"
Der Sohn feines Vaters.
Lehrerin (in der Kleinkinderschule,
nachdem sie das Märchen vom dummen
Peter erzählt): Nun. Moritzchen, um
was würdest Du alles bitten, wenn Di
eine Fee erschiene und drei Wün che cr
stattete?" IW J
Moritzchen: Ich hätt' nur An'
Wunsch."
Lehrerin: Und der wäre?"
Moritzchen: Daß Alles, was ich mr
wünsch', in Erfüllung geht."
Schlechte Ausrede.
Lehrer: Was hast Du denn da mit
dem Fritz immer zu reden. Will!)?'
Willy: Ich wollte ihn nur darauf
aufmerksam machen, daß er auf
merksam sein soll!"
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