Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, March 01, 1900, Image 1

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ultiit3 Lincoln, Meb., Donncrftag, 1. Mär; 1900
Jahrgang 20.
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Aublalld-KcPcschcn.
Tie Lage (ronjk's.
Tie Britk wer artwährkn
n xn Burr btnnxuhigt. j
Pl,ikNkkia,mlg in K,x,l,agkn.
i Deutschland.
' Berlin. 27. Fcbr.
Tr vor Kurzem vom Kaiser geadel
te Maler Adolf Menzel sieht sich ver
anlaßt, öffentlich den ihm gemachten
Aorwurf zurückzuiveise. daß- er selber
sein neues Adelswappen entworfen ha
be. Ter greife Kunstler erklärt in er
.'Norddeutschen Allgemeinen Zeitung."
er habe keinen Strich an dem Wappen
Entwurf gemacht, obgleich der Kaiser
ihn ersucht habe, seine Meinung über
die Gestaltung des Wappens uns über
die gleichzeitig geäußerte eigene Jdcc
des Kaisers durch Stift und Worl
auszudrücken.
Graf Gustav von Blücher, königlich
preußischer Ober.- Lieutenant der R:
serve deö 2. Garde . Ulanen Regi
ments, erklärt in der .frankfurter
Zeitung." fein älterer Bruder. Gras
Gebhard Lebrecht von Blücher, fei nie
verschollen, fondern lebe zur Zeit in
London. Der in Amerika sich aufbal
tenoe Gebhard Blücker . Wietzow fei
ebensowenig ein Sohn des jetzigen Für
sten Blücher von Wahlstatt, wie ein
Urenkel des berühmten Feldmar
schalls.
Tie Klerikale Kölnische Bolkszei
tung" zitirt in einer Erörterung der
neuen Flotten Borlage die Bivel. wo
rin erzählt ist, wie König David, um
die Kosten des neuen Tempels zu de
cken. tief in seine eigene Tasche griff.
Deutlich wird zu verstehen gegeben.dasz
Deutschlands Fürsten, auch die Han-delS-
und Industrie Fürsten , jetzt
das Gleiche thun sollten.
Der Regierungsrath Marschall von
Vieberstein, früherer Reichsstaatssekre
tär des Auswärtigen, ist als .ilfsar
beiter aus dem preufzischen Ministe
rium des Innern ausgeschieden und in
den Borstand der (amerikanischen)
Atlas Life Insurance Co." eingetre
ten. Die Schulden der Prinzessin Louise
von Sachsen - Koburg Gotha, Toch
ter des Königs Leopold von Belgien ,
sollen jetzt bezahlt iverden. nachdem sie
verschiedentlich die Gerichte beschäftigt
haben. Um die nöthigen Summen,
über 2 Millionen Gulden, aufzubrin
gen. hat Prinz Philipp, der Gatte der
. gegemvärtiq in einem Sanatorium bei
Dresden befindlichen und nach Erklä
rung der Aerzte geistesschwachen Prin
zessin, von der Fidei - Commik. - Be
hörde die Erlaubnih zur Beleihunq sei
ner Güter erlangt. Unter anderen
Schulden sin'b auch falsche Wechsel mit
der Unterschrift der Kronprinzessin
Witttv Stephanie zu decken.
Oesterreich - Ungarn.
Wien. 27. Febr.
Der österreichische Reichsrath nahm
gestern das neue, die Munizipal-Wah-ien
regulirende Gesetz an, wobei sich
eine Scene ereignete, die selbst in dem
cm Skandalen so reichen österreichischen
Hause der Volksvertretung ungewöhn
lich Ivar. Der notorische Anti-Seinl,
Ernst Schneider, gcrieth mit demFor?
schrittler Konstantin Noske in einen
Streit, im Verlaufe dessen er diesen
mit den gemeinsten Namen belegte,
welche das österreichische Parlamenis
Wörterbuch" enthält. Schuft". 9w
denknecht" und ähnliche Schimpfworie
wurden Noske von Schneider zugeru
fen. Noske blieb die Antwort nicht
schuldig, und es wäre sicher zu einer
Rauferei gekommen, wenn der Präs:
dent des Hauses und Freunde der bc:
. . den Streitenden nicht vermittelt hüt
ten. Kaiser Franz Joseph bat nacfcuc
nannte Herren zu Mitgliedern des
Oberhauses ernannt: Dr. Ernst von
Plener, Dr. von Bilinski, Professor
an der Universität zu Lemberg, Graf
Heinrich Baittel von Latour. Graf Ar
thur von Bylandt. und Professor Dr.
Carl Menger von der Wiener Univer-
sität. welcher Erzieher und Freund des
verstorbenen Kronprinzen Rudolf war.
In Klausenburg, Ungarn, werten
Gelder gesammelt, um dem Genera!
. Joubert' einen Ehrensäbel zu schenken.
Wien. 27. Febr.
Wie gemeldet wird, ist das qesamm
te Personal der k. und k. Hofbühnen
unter Führung Adolf von Scnnen
thal's dem Ball der Konkordia fern
geblieben, weil der Advokat und Feuil
jetonist Friedrich Ellbogen anläßlich
des Bühnenabschieds Marie Renard's
die Schauspieler - Vergötterung heftig
verurtheilte.
.Schweiz.
Genf. 27. Febr.
Es wird gemeldet, dafz Lucheni, der
VZörder der Kaiserin Elisabeth von
Oesterreich, welcher eine lebenslängliche
Zuchthausstrafe abbüßt, auf den Ge
fängniß Direktor Pcrrinmit einem
scharfgeschliffenen Büchsenöffner einen
Mordversuch unternahm. Der Direk
tor Perrin hatte zugesagt. Lucheni's
Beschwerden anzuhören. Als der
Sträfling dem Direktor vorgefühlt
wurde, sprang er auf den Beamten zi:
und versuchte ihn zu erstechen. Perrin
schlug den Angriff ab und den berbeiae
eilten Wärtern gelang es. den Rasen
den zu überwältigen und in Eisen zu
legen.
England.
London. 27. Febr.
Trotz des hkfligslen GefchützseuerZ.
trelchcs jetzt aus 7 Geschützen auf die
Stellungen Eronjcs sprüht, scheint die
ser in seiner sonderbaren Beste in dem
schmalen Flufzthale des Modderklusses
keine Spuren von Nachgiebigkeit ju
Zeigen.
In der Eapstadt kommen jetzt di?
Milizbataillone an. Sie sollen Haupt
sächlich zur Deckung der Etappenlinien
benutzt werden. Ter .Leader" meint,
daß der Guerillakrieg in Südafrika
Monate, ja. Jahre währen könne,
wenn die großen Armeen zersplittert
mären.
Infolge der Opposition der noncon
formistischen Geistlichkeit hat die Eon
ferenz der Wesleaner den Gedanken
an in Baniett. bei dem Chamberlain
sprechen sollte, wieder fallen lassen.
Ter afrikanische Millionär I. B.
Robinson meint, daß nach seiner
Kenntniß von dem Charakter Cronjcs
sich dieser nie ergeben werde. Außer
dem seien di Leute bei ihm wetterharte
Transvaaler, über die er einen unbe
grenzten Einfluß ausübe. Er tör.rt
Wochen lang gegen Roberts aushal
ten. Zwei Gründe hätten ihn veran
laßt gerade diesen Ort zur Bertheidl
gung auszusuchen 1. weil er von
Bloemfontein Entsatz erwarten könne
und 2. weil der Ort sich vorzüglich zur
Vertheidigung eigne. Tie lußufer
seien steil und wahrscheinlich habe er
in diese Höhlen graben lassen,' welche
seinen Leuten und seinem Train gute
Zuflucht böten. Nur so fei es zu er
klären, daß das englische Artilleriefeiier
verhältnißinäßig wenig Schaden thue.
Wenige Vorposten beobachten den
Feind.
Aus den letzten Nachrichten geht her
vor. daß General Cronje gegen die Be
chicßung der Engländer viel besser g
chiitzt ist, als man voraussetzte. Die
etzten Ber hte aus Paardeberg bestä
tigen, daß eine Erkundung vom Ba
lon feststellte, daß die Leute Cronje's
durch Höhlen im Flußufer vor dem
englischen Geschlltzfeuer ziemlich sicher
sind. Es hat sonach den Anschein, als
ob der Jahcstag von Majuba. ivelchen
die Buren morgen feiern können, nit
durch einen englischen Sieg wett ge
macht werden wird. Uebrigens scheint
die Einschließung Cronjes noch immer
nicht sehr eng zu sein, da kleine Abthei
hingen seines Corps stets noch zu ent
rinnen vermögen. Hier glaubt mun
jetzt, daß General Roberts Hauptzweck
sei, nach Paardeberg möglichst vieleBu
ren zu ziehc", die er dann einzeln ab
schlagen könnte. Er sei jetzt in dersel
den Lage nie Joubert in Natal vor
Ladysnüth.
General Cronje soll so reichlich mit
Lebensrnitteln versehen sein, daß an
ein Aushungern nicht zu denken fei.
Es bleibt somit Roberts nichts anderes
übrig, als zu warten, bis den Buren
die Munition ausgeht, an der sie Man
gel leiden sollen, oder bis die Buren
Cronje zwingen, sich zu ergeben. Unter
dessen sind übrigens die Briten nimt
müßig, sondern ihre Pioniere suchen
die Buren immer enger mit Verschan
zungen einzuschließen.
Der Vormarsch Bullers auf Ladv
smith wird fortgesetzt von den Buren
auf's Hartnäckigste bestritten. DieKäm
pfe drehen sich nach einer Meldunz
aus Pietermaritzburg noch immer um
den Besitz von Groble's Kloof. das sich
für Buller als ein richtiges Hornissen
nest erwiesen hat.
In der Capkolonie haben die Buren
Barkley East (nordostl. von Tordrecht)
geräumt und haben sich auf das noro
westlich davon liegende Lady Grey zu-
rückgezogen. Sie sollen Präsident
Steijn um Verstärkungen gebeten hu
den. Die Regierung in Pretoria hat den
25. und 27. Febr. als Danksagungs
tage bestimmt. Wahrscheinlich betris,t
diese Proklamation den Sieg auf dem
Majubaberg:.
Die Bewohner von Kimberley beab
sichtigen Cecil Rhodes in Anerkennung
seiner Verdienste um die Stadt wäh
rend der Belagerung ein Denkmal au
errichten.
General Buller meldet, daß die Dor
sets und Svmersets am 20. 12 Todie
und 99 Verwundete verloren. Am 22.
und 23. wurden 12 Offiziere verwun
det. Das Gruiid Theater in Jslington
ist niedergebrannt. Man vermuthet
Brandstiftuiig.
Es ist eine Supplementarliste der
Verluste veröffentlicht worden, welche
die Briten am 18 Februar bei Paarde
berg erlitten. Dieselbe giebt die Na
wen von 9 Todten, 38 Verwundeten u,
8 Vermißten an.
Auch hat das Kriegs - Amt eine
nachträgliche Liste von Verlusten der
öffentlicht. welche die 5. Brigade unter
General Buller am 2?. und 24. Febr.
erlitt; dieselbe nennt die Namen von 7
ffetödteten. 23 verwundeten und einen
vermißten Offizier.
Dänemark.
Kopenhagen 27. Febr.
Unter dem Vorsitz des Gerichtsprä
sidenten Madvig fand hier gestern eine
Versammlung angesehener Männer al
ler Parteien statt. Es wurde beschloß
fen den Reichstag aufzufordern, vor
einem Berkauf der dänischen Inseln in
Westindien den Gegenstand genau zu
prüfen. Die größere Anzahl der Red
ner wollte von dem Verkaufe nichts
wissen, und einige Kaufleute sprachen
sich für' denselben aus.
Frankreich.
Paris. 27. Febr.
Nach verschiedenen stürmischen Sit
zungen beschloß Hecke die internationale
Radfahrerkonferenz ihre Berathungen.
Einen großen Theil der Berhandlun
ge nahm die Frage des Rücktritts der
Liga der amerikanischen Radfahrer in
Anspruch.
Paris. 27. Febr.
Zu Epernaq sind die berühmten Fel
scnkeller eingestürzt, wodurch 2 Millio
nen Flaschen Champagner vernichtet
wurden.
Es scheint jetzt festzustehen, daß
Frauen in Frankreich die Rechtspraxis
werden ausüben können. Tm Fräu
lein Chauvin. welchem vor einigen
Jahren in Lyon die Zulassung zur
Recktspraxis verweigert wurde, wird
wohl ine der ersten Lirrnzen gewährt
werden.
Eine diesbezügliche Vorlage wurde
im Senat angenommen.
Spanien.
Madrid. 27. Febr.
In Folge der hier herrschenden In
fluenza ist die Sterblichkeit unter da
Bevölkerung ausnahmsweise groß.
Barcelona. 27. Febr.
Die katholische Presse protestirt if
rig gegen den von Freimaurern gefaß
ten Beschluß, in hiesiger Stadt ein
Statue zum Andenken Boltaire's zu
errichten.
Die Handelskammer von Barcelona
trat heute zusammen, um in Anbe
tracht der ernsten Agitation im Land
gegen die unter dem jetzigen Finanz
Plane der ? 'gierung zu bezahlenden
übermäßigen Steuern die rforderli
ckzen Schritte zu berathen. Man nahm
ein Resolution an, welcher zufolge den
Handelskammern empfohlen werden
solle, zu erklären, daß die wirksamste
Politik betveffs dieser Eintreibungen
in einer all 'meinen Weigerung, diesel
ben zu bezahlen, liege.
China.
Peking. 27. Febr.
Der amerikanische Consul inTschifu,
John Fowler. meldet, daß 4000 be
waffnete Chinesen sich der Fortführung
des Baues der deutschen Eisenbahn
in Schangtung widersetzen wollen.
P e r s i e n.
Teheran. 27. Febr.
Der britische Einfluß in Persien ist
nunmehr dem russischen vollständig
unterlegen. Ter Schah, 'dessen Gesund
heit besser ist, als zuvor, rüstet, um et
waigen Angriffsplänen Großbritan
niens auf seine Häfen entgegentreten
zu können. Die Resrvisten und Ur
lauber sind zu den Waffen gerufen,
nur die Bewohner der Provinzen Ka
shan und ?szda sind vom Militär
dienste fri, weil sie sich nicht zu Solda
ten eigneten. Der Schah wird die Welt
ausstellung von Paris besuchen und
bei dieser Gelegenheit den Höfen von
Petersburg und Berlin einen Besuch
abstatten, ar nicht London besuchen.
Südafrika.
Paardeberg 24. Febr.
Gestern (Freitag) versuchten 1000
Buren unter General Dewet die on
tischen Linicn zu durchbrechm. 50
Buren ritten gegen den britischen lin
ken Flügel und suchten einen Kopje zu
besetzen, welcher von einer Compagnie
der schottischen Vorderer besetzt war.
Diese schlugen den Angriff der Buren
ab. Ein Angriff gegen einen anderen
Hügel schlug ebenfalls fehl, glückte
aber an einer dritten Stelle. Eine
Compagnie Jorkfhire, die abgesandt
wurde, den Hügel wieder zu nehmen,
nachdem die britische Artillerie die
Geschütze der Buren zum Schweigen
gebracht hatte, wurde mit schwerem
Verluste zurückgeschlagen. Ein um
fassender Angriff der Engländer hatie
endlich Erfolg. 80 Buren ergaben sich,
aber die Mehrzahl entkam. Die mn
sten Gefangenen waren erst eben von
Ladysmith' angekommen. D'e Eng
länder behaupten, daß die Buren Er
plosivgeschoss: hätten und auf Ambu
lanzen schössen. Mit Hilfe des Luft
ballons entdeckten die Engländer 4
Munitionswagen der Buren im Fluß
bette, welche hernach durch Geschütz
feucr zur Ezplosion gebracht wurden.
Lourenzo Marques, 26. Febr.
Eine Depesche von Gaberones. da
tirt den 22. Februar meldet, daß der
Häuptling Linchwo berichtete, daft er
nahe Sequani gegen die Buren Wie-,
dervergeltunz übte, ein paar tödtete u.
eine Anzahl Ochsen und Wagen erbeu
tete. Auch er hatte Verluste.
Die Buren bei Crocodile Point
theilten dem Obersten Plumer mit,
daß aus Besorgniß, die Eingeborenen
könnten die verwundeten Buren an
greifen, sie diese letzteren in ihr Lage:
gebracht habn. Col. Plumer erwidcr
te. daß die Briten selbstverständlich die
Ambulanz respektiren werden, fügte
aber hinzu, daß die Buren, welche in
das Gebiet der Eingeborenen eingefal
len seien, dcn denselben keine freundli
che Behandlung erwarten können.
Kanada.
Montreal. 27. Febr.
Das französische Theater und der
ganze Block an der Katharinenstraße
zwischen der St. Do.ninique- und Ca
dieuzstraße ist niedergebrannt.
Tödtlicher Sturz.
Scrantor Pa.. 27. Febr.
Infolge des Brechens des Aufzugs
Apparates der Mt. Pleasant Mine
stürzten W.lliam Gilbert, Thomas
Williams, John Regan und Frank
Woodward den Schacht hingb und
blieben zerschmettert unten liegen. '
Au5lalldzlkpcschkn.
örouje und seine i'ciite ergrbk
sidj.;
ihernd 300O IHtnn rgede
sich mit tfrnie.
chifföuuqlücke.
, - Deutschland.
Berlin. 28. Febr.
Heute begann im preußischen Ad-
ordnetenhaufe die Debatte über die
Allerweltöladen . Vorlage. Der Mini
sttr von Miquel sprach, obwohl noch
nichk ganz yerge kellt, zu Gunsten der
Vorlage. Er erklärte, daß durch dies:
Masnaymen ceabsichiizt werde, die
großen Einnahmen der Departements
läden zu verringern und die dec tlei
neren Läden zu vergrößern.
Herr Crüger sprach sich gegen die
Vorlage aus. welche gegen die Hände!
freiheit verstoße und thatsächlich Ien
kleineren Geschäften nickt delfe.
Herr Roeren Mitglied der Cen-trmns-Partei.
verlangte noch strengere
Maßregeln, während der National-Li
berale Hausmann mehr Milde walten
lassen möchte.
Der Konservative vou Vruckhausen
sprach zu 'Gunsten der Maßnahme,
während der Liberale Gotth:'l erklclct
hatte daß die Borlage, wenn Gesetz
geworden, dem Untervehmungsgeiste
Fesseln anlegen würde. Wie es scheint,
ist nur ein kleiner Theil des Hause-i zu
Gunsten der Vorlage.
Die Kölnische Volkszeitung" ist der
Ansicht, daß der Reichstag die von d:n:
Ausschuß amendirte Fleisch-Jnspet-tions-Borlage
denWünschen der Agra
rier gemäß annehmen wird. Die 'ti
tung denkt, daß die deutsche Regierung
durch Ablehnung der Vorlage die Op
Position des größten Theiles des deut
schen Bolkes heraufbeschwö:.' Küxtt,
ohne sich dieVer. Staaten zu Danke zu
verpflichten.
Zwölfhundcrt Berliner Schreiner
meister haben beschlossen, d!e Streiter
solange auszuschließen, bis sie öeoin
gunqslos nachgeben.
Der Graf 'josadowsky war der El,
rengast der nautischen Vereinigung, die
ihre Jahres Versammlung abhielt.
Herr Sartor von Kiel führte den Vor
sitz. Derselbe empfahl dem Reichstage
in seiner Eröffnungs - Ansprache die
Annahme der Flottenvermehrungsöor
läge. Te? Vorwärts ist in dem Besitz
des Berichts eines Polizeibeamten übe:
die Feier des Geburtss Kaiser Wil
Helms in Mülhausen, Elsaß, gekom
men. In dem Berichte heißt es, daß
dreizehn Beamte, darunter oer Bürger
meiste? Hack, ihre Häuser nicht dekonrt
hätten.
Siegfried Wagner, der TohnRichard
Wagner's, dirigirte ein'ge der Co.vn-ne-Concerte
in Paris. Es ist dies
wiederum ein Anzeichen der Annähe
rung Deutschlands und Frankreichs.
Saßnitz. 28. Febr.
Der schwedische Postd.impfer Rer
strandete auf der Höhe von Lohme auf
der Insel Rügen in dichtem Ncvel.
Bei dem Versuche, das Schiff zu v?r
lassen, ertranken 5 Aufwärterinnen.
Der Rest der Passagiere und dieMann
fchaft beendet sich noch an Bord.
Berlin. 28. Febr.
Die deutsche Presse ist enttäuscht
über General Cronje's Uebergabe. Sie
giebt zu, daß Lord Roberts bedeu
tend militärische Fähigkeiten zeigte
und daß die Buren in Cronje ihren
besten Führer verloren.
Berlin. 28. Febr.
Dr. Lieber ist wie durch ein Wunder
gerettet. Die schwere Leber-Erkra.-kung
scheint im Verschwinden zu sein,
und die Aerzte hoffen auf baldige
gänzliche Genesung des Patienten.
Der Berliner Schriftsteller Franz
Kerzfeld ist irrsinnig geworden uns
befindet sich nun in einem Asyl zu Bo
zen, Tyrol.
Max Halbe's neues Drama Das
tausendjährige Reich" hat imDeutschen
Theater dahier kinn Erfolg rzielt.
Der deutsch Professor Alexander
Tille, welcher von britischen Stuben-ten-Lümmeln
in Glasgow insultirt
wurde, blos weil er einen burenfreund
liehen Artikel geschrieben hatte, hat
sein akademisches Lehramt daselbst
niedergelegt. Professor Tille stamm:
aus Bonn. '
Oesterreich-Ungarn.
Wien. 28. Febr.
Die österr. Presse erachtet die Ge
fangnnahme des Generals Cronje und
seines Heeres als das wichtigste Ereig
niß des Krieges und als den ersten ent
scheidenden Erfolg der Briten. Di
Wiener Allgemeine Zeitung" sagt:
Die Buren haben nun gezeigt, daß 'sie
nicht stark genug sind um die Offen
sive weiter zu führen und die Briten
haben einen Schlag geführt der nicht
verfehlen kann, den größtmöglichsten
Effekt auf den ferneren Verlauf des
Krieges zu k,aben."
Holland.
Amsterdam. 28. Febr.
Die Abendblätter sind allgemein der
Ansicht, daß General Cronje's Ueber
gäbe keineswegs das Ende des Krieges
bedeutet.
Das ..Algemein Handelsblad" sagt:
Es ist noch eine weite Strecke zwischen
Lord Roberts und Pretoria. Wenn er
schließlich Sieger bleibt, so wird ein
noch gefährlicherer Guerillakrieg begin
nm und die Buren loerden die Briten
überall angreifen. Die Capholländer
werden eine stete Gefahr für Südafrika
bilden."
Ter .Telegnph" sagt: .Tie Buren,
dadurch erbittert. iden cn Krieg mit
roch grösserer Zäuigkeit fortsetzen. WirZ
Europa noch länger die Stimme des
Gewissens unterdrücken?"
.Ter .N:euw Rotterdamsht'
schreibt: Wir erwarten mit Vertrauen
den weiteren Verlaus der Tinge. Die
Buren kämpfen für ihre heiligen Reckte
und werden gegen ungezählte britische
Truppen Stand kalten."
Großbritannien.
London. 28. Febr.. 9:57 Vm.
Es wird amtlich bekannt gemach',
taß sich General Cronje heute krüh mit
seinem Corps bedingungslos ergeben
bat. Tie diesen Erfolq'der Kritiken
Waffen ankündigende Tcpesche de:Ge
neral Roberts lautet:
Paardeberg. 27. Febr.. 7:43 Vorm.
Bei Tagesanbruch hat sich General
Cronje mit seinen Leuten bedingungs
los ergeben und befindet sich jetzt als
Gefangener in meinem Lager. Tie
Stärke seiner Truppin wird später
mitgetheilt werden. Ich hoffe, daß die
Regierung Ihrer Majestät dies Ereig
niß befriedigen wird, welches cm Iah'
reetaqe der Schlacht von Majuba ei",
trifft." In London ist noch alles rubig. D'.e
Nachricht scheint bis jetzt keil'' iierü'.ä
ßiqe Begeisterung zu erregen. Wahr
scheinlich hat mit dieser kühlen Auffas
sung der unaufhörlich nieoecricjelnde
Regen viel zu thun. Ter Lordmaycr
sagte einem Berichterstatter der Assoc.
Presst, daß freilich die UebergnbeCron
je's als unvermeidlich angesehen sei.
daß aber dennoch die Me'ini selbst
eine bedeutende Erleichterung n?r:,r
facht habe. Er glaube, daß die Capi
tulation eine rasche Beendigen i der
Feindlichkeiten herbeiführen we'.de.
Auf der Aktienbörse herlsa-t großer
Jubel. Die Preise stiegen indessen rn
wenig und Conseils gingen sogar son
derbarer Weise etwas zurück.
Aus Mombassa wird gemeldet, daß
am 18. Februar die Telegraphenl'n
der Ugandaeisenbahn bis zum Nil vor
rückte und über diesen bei Riponk.illZ
hinweggeführt wurde. London steht
mit mit den Quellen des Nils in direk
ter telegraphischer Verbindung.
Aus Mafcking überbrachte ein ein
geborener Läufer nach Gaberones fol
gende vom 16. Februar datirte Mel
dungen: Hier ist Alles wohl, l'rn
Sonntag, den 11. Februar, wurde cn
Tanzvergnügen durch die Nachdickt un
terbrochen, das? die Buren die Stadt
angriffen. Tie Buren begnügten sich
indessen mit heftigem Geschützfei.!'.
Am nächsten Tag wurde CapitiinGird
wood, welcher früher bei den 3. iri
schen Füsilieren stand tödtlich verwun
bet. Am 13. und 14. wurde ullnächt
lich heftig gefeuert. Auch oie folgenden
Tage wurde ununterbrochen gefeuert.
Alle Nachmitkagsblätter weisen auf
das bedeutungsvolle Zusammentresseii
der Uebergabe Cronje's mit dem 19
Jahrestage von Majuba hin. Die St.
James Gazette .erkennt an, daß tvrchl
die meisten modernen Truppen einem
Bombardement nicht eben so
viele Stunden Stand gehalten
haben würden, wie die Bucen es Zlact
lang ausgehalten hätten. Der Einfluß
dieses Ereignisses auf den Gang des
Krieges und die Ereignisse in Natal
müsse immens fein. Auch der Glcbe
meint, daß die Uebergabe Cronjes das
Ende des Krieges nunmehr in ableh
barer Zeit wahrscheinlich mache. Man
schätzt die Zahl der Streiter verschieden
cuf 40008000 Mann und erwartet
mit Spannung die näheren Angaben
Roberts. Man ist natürlich schon letz,
davon überzeugt, daß General Rol.e'.ts
in kurzer Zeit in Bloemfontein ein
rücken tottet, aber man ist ebenfalls
davon überzeugt, daß dies erst nach
heftigen Kämp'en gelingen wird.
Beim Eintreffen der Nachricht aus
Paardeberg telegraphier die Königin
alsbald dem General Roberts ihre
Glückwünsche für ihn und seine Trup
pen. Lauter als in London waren die
Freudenbczeiqungen in der Provinz.
An den Bören von Liverpool und
Glasgow herrschte große Erregung
und überall wurde geflaggt. Ebenso
wurde die Botschaft in allen Ha?:n
und Garnisonplätzen von Soldaten
und Matrosen mit großer Begeisterung
aufgenommen.
Ein Dragoner des I.Regiments mel
bet brieflich, daß es den Engländern
während der Kämpfe um den Spion
kop gelungen sei, eine sieben Meilen
lange Proviantkolonne nach Ladysmth
zu bringen. (?) Nur deswegen hatte
Buller den Kampf am Spionkop un
ternommen. 5:02. General Robert meldet aus
Paradeberg von heute Morgen 11 Uhr
weiter: Es wurde mir gemeldet, daß
General Cronje sich täglich mehr nie
dergescklagen zeigte und daß die Unzu
friedenbkit seiner Truppen und di
Zwietracht unter den Führern wuchs.
Es hing dies wahrscheinlich damit zu
sammen, daß die Verstärkungen der
Buren am 23.Februar geschlagen wur
den. Ick entschloß mich deshalb, auf
den Feind einen größeren Druck aus
zullben. Allnächtlich wurden die
Einschließungs - Linien enger ge
zogen und der Feind zugleich
heftig bombardirt, wobei die vier
özölligkn Haubitzen große Dienste lei
steten. Außerdem ermöglichte uns der
Fesselballon über jede Beivegung des
Feindes unterrichtet zu sein. Heute
Morgen 3 Uhr machten die Kanadier
einen entschlossenen Angriff und unter-
stutzt von anderen Truppen und den
Pionieren turnen wir so wieder 600
?)ards dem Feinde näher und bis ci;if
80 ?irds ihm nahe, wo sie sich selbst
vericheinzten. Unser Verlust warver-
hältnißmäßig kickt. S'iti brach! dn
General Cronje zur Ucdergabe. Bei
Tagesanbruch Iiek er unserem Borvo
sten einen Brief udergeden. in welchrm
er feine bedingungsloie Uedergade an
kündigte. Ter Kriegsminister Marquis os
Linsdowne kündigt im Herrenhaus
an. dß die mit Cronje gefangenenBu
nn etwa 3XX1 Mann zablten. Gene
ral Cronje werde nach Capstadt ge
sandt werden.
London. 28. Febr.
General Roberts hat über die Ue
bergabe des Generals Cronje noch ge
meldet: Cronje ersuchte darum, daß
seine Gattin, sein Enkel, sein Privat
Sekretär, fein Adjutant u. s'in Dienst
personal ihn überall hin begleiten diirs
ten. Ich sagte ihm. daß sein Ersuchen
gewährt tverde. und daß ick, ihn in der
Obhut eines Offiziers des General
stabs nach Capstadt sende, damit
er sicher sein könne, unterwegs anstän
dig behandelt zu iverden. Er wird
heute Nachmittag in der Beglcitur.z
des Mayors Prettyman die Reise an
treten, der ihn dem befehlenden Gene
ral in Capstadt übergeben wird. Tie
gefangenen Soldaten werden noch heu
tt nach Capstadt gesandt."
London. 28., Febr.. 6.2? Abends.
Es wird nun gesagt, daß Lord Ro
berts dem Kriegsamt gemeldet hat. daß
die Zahl der Buren, die sich ergeben
hat, etwa 4000 beträgt, von velchcn
etwa 1.150 Freistaatlcr und der Rest
Transvaaler sind.
Es wurden 29 Transvaaloffiziere
gefangen und 18 Freistaatoffiziere.
Die von den Transvaalern erbeute
ten Kanonen waren 7 5 - Centime
ter Kruppgeschütze, 9 Einpfunder und
ein Maximgeschütz.
Von den Freistaatlern wurden 7 5
Centimeter Kruppgeschütze u .ein Ma
ximgesckütz erbeutet. Unter oen gefan
genen Offiziere befinden sich außer Gc
neral Cronje: Chef Commandant M.
I. Wolverans. Mitglied des Volts
raad. Feld Cornet Erus, ein Scandi
navier: Major Albrecht. Major von
Dewih. ein deutscher Offizier, der d'e
Ingenieur - Arbeiten der Buren ,eit
dem Krieg leitete.
6.35 Abds. Das Krieqsamt hat
ine theilweise List? der Verluste ver
öffentlicht. welche die Briten am Sonn
tag. den 18. Febr.. bei Paardeberg er
litten. Dieselbe enthält die Namen
von 721 verwundeten Unteroffizieren
und Soldaten, darunter 63 Canadier
und 273 Hochländer.
Ferner hat der General Roberts ge
meldet, daß bei dem Angriffe des ca
nadischen Contingents beute Morgen
früh der Major Pellemier verwundet.
8 Mann gctödtet und 29 verwundet
wurden. Gen. Mac Donald werde in
wenigen Tagen wieder dienstfähig sein,
Aberdeen. 28. Febr.
Fünf Fischerboote, welche von hier
vor dem letzten Sturme ausliefen, sino
noch nicht zurückgekehrt, und c,bneZwci
fel mit ihrer ganzen aus ungefähr 70
Köpfen bestehenden Mannschaft unter
gegangen. Italien.
Rom. 28. Febr.
Die Uebcrgab: des Generals Cronje
bat hier schmerzlich berührt. Die Blät
ter sind einstimmig in ihrem Lobe des
tapferen Burenaenerals und seiner
Truppen. Tie Tribuna" sagt: Die
Uebergabe ist olne Zweifel von Wich
tigkeit aber sie blendet nicht den Krieg."
Fanfulla" sagt: General Cronje
erreicht: den gewünschten Zweck, näm
lich. einem großen Theil der Armee
Jouberts Gelegenheit zu geben, Bloem
fontein zu erreichen."
Die Opinione Liberale" schreibt
ironisch: Die Briten werden gut thun,
den Lord Roberts zum 5)rzog von
Paardeberg und den Lord Kitchener
zum Earl von Petrusberg zu ernen
nen; aber sie werden auch gut thun.
Frieden zu schließen, denn von jetzt n
haben sie die Reputation einer kderelk
und gerechten Nation verloren."
Frankreich.
11 : Paris. 28. Febr.
Die Nachricht von der Uebergabe des
Generals Cronje hat hier beträchtlichen
Eindruck gemocht, trotzdem die Preß
depeschen die Lag; des Burengenerals
als hoffnungslos geschildert hatten.
Die Bläst preisen allgemein die Tap
ferkeit Cronje's und seiner Armee und
sprechen die Ueder,',c!!gunq aus, daß die
Ucbergabe noch lange nicht den Krieg
endet.
Mehrere Zeitungen machen den Vor
schlag, daß Großbritannien jetzt Ver
Mittelung annehmen sollte, nachdem
es einen entscheidenden Sieg errungen
hat.
China.
Peking. 28. Febr.
Die fremdenfeindliche Haltung der
Regierung macht sich täglich bemerk
barer und wird für die ausländischen
Unternehmungen als äußerst drohend
kracktet. Nie während der verflossenen
40 Jahren war die Central-Regierung
so fremdenfeindlich als wie gerade jetzt.
Mehrere Cbinesen sind ingekerlert
worden, weil sie behülflich waren,
Ausländern Conzessioncn zu erlangen.
Südafrika.
Sterkfpruit. 26. Febr.
Berichte aus Burenquclle sagen, daß
die Briten unter General Brabart
Jamestown in der Capcolonie besetzt
haben.
Neu Caledonien.
W irn.. 00 .C
jiuiniii, ycif;.
Hier sind zwei weitere weiß: Perso
nen und 8 Kanälen an der, 2c; Lnv:j
gestorben. j
e i i c o.
Potam. Staat Sonora. 2S. Febr.
Zwisaxn t: i:.:i!ainirr,n Trupp.n
und den yinaiii Jntianem ist es ader
mais zum Kamofe gekommen. Tie
Mexikamr verloren an Todten un:
Verwiindeien "im Mann. Unter Ihn
Gefallenen befindet sich Geronimo Hi
carato von El Paio. Texas. Tu
','IaqmS ballen, 4.HX Mann stark, die
Berge in der Aofickt. inen Angriff auf
Äuaqamas zu mackcn, verlassen. 0ki
neral Torres war von Gm'nim As
carato. der in Tieiisten der repudlika
visckzen Regierung bei CasaS Grandes.
Nicht Iveit von Babispe. dem Reg'
rungssitze der ?aqni Indianer, steht,
von dem Vorhaben der Indianer be
nachrichtigt worden. AScarato hatte an
dm Kampfe :hiIiinominen. Ckneral
Tones schickte 6,000 Mann nach Po
tam. Ein Theil wurde mit dem Kanonen
boot Democrata" den Fluß hinausge
schickt, der andere macht eine Schwen
tung nach Noroosten. um den Feind
in der Flanke zu fassen. Dreizehn Mei
len von Potam stieß die erste Abtei
lung, welch vonZorres selbst komman-
dirt wurde, auf die Indianer, die sich
gut verschanzt hakten. Tie Indianer
hatten auch ein Maxim Geschütz. daS
wahrscheinlich mit Maschinen von den
Ber. Staaten eingeschmuggelt worden
war, und machten guten Gebrauch da
von. Die Mexikaner wurden zurück
geschlagen und die Indianer fxstncheii
das Vrdeck der Temocrata" mit dem
Maxim-Geschütz und richteten bedeu
tenden Schaden an. Es wurden viele
Mexikaner getödtet. Andere sprangen
in den Fluß und ertranken.
Während des Kampfes wurde die
Democrata" schwer beschädigt und
zog sich vmn Kampfplätze zurück, in
dein sie flußabwärts fuhr. Nachdem der
Angriff abgewiesen worden war, zogen
sich die Mexikaner 5 Meilen zurück
und sammelten sich zu einm neuen
Angriffe. Die Indianer hatten Aus
sicht, die Schlacht zu gewinnen. Da
griff ine anoere Abtheilung der mexi
Ionischen Armee, nxlche d'e Stellung
der Maquis umgangen hatt, dieselben
von Norden her an. Di Indianer
leisteten mehrere Stunden Wider
stand. Schließlich zogen sie sich über
ixn Fluß zurück und nahmen ihre Ver
Mundeten niit sich.
73 Indianer bedcckien das Schlacht
feld. nachdem die Maquis sich zurück
gezogen hatten.
Ein n e u e r N a m e.
Milwaukee. Ms.. 28. Febr.
Die United States Milling Com
pany", welch in die Hände von Mas
senverwaltcrn überging, soll nicht auf-'
gelöst, sondern reorganisirt iverden, al
lerdings unter einem neuen Namen.
Die neue Gesellschaft wird Standard
Milling Company" heißen. Die neue
Gesellschaft wird über sämmtliches Ei
genthum die Controlle führen, über
das die alte die Controlle führte und
vielleicht wird sie ihr Gebiet noch aus
dehnen. Schon jetzt ist die neue Ge
sellschaft eigentlich formirt. denn die
Mehrzahl der Actien- und Bondbesitzer
der United States MillingCompany"
haben ihre Zustimmung zu der Reor
ganisaton gegeben. Es ist auch eine
Minorität vorhanden, die sich wider
sete, nachdem aber das Eigenthum
von den Mossciiverwaltcrn an die
Standard Milling Company verkauft
sein wird, iverden die Forderungen der
Minorität, die sich dem Reorganisa
tionsplan widersetzte, einfach beglichen
werden und die Gesellschaft wird ohi'e
sie weiter bestehen. Ter Mehl-Trust
hat nur einen anderen Namen erhal'
ten.
S a m p s o n i n t r i g u i r t noch
. immer, ,
. Boston. 28. Febr.
Admiral Sampson erklärte in Be
tz ig auf die Aussage des Capt. Con
cas. daß derBogen, welchen dieBrook
lyn' in der Schlackt von Santiago be
schrieben habe, dieselbe vor dem Schick
sal bewahrte, von der Marm There
sa" gerammt zu werden: Diese Anga
be ist fall. Tie Maria Theresa"
war Tausende von Mards entfernt, so
daß die Brovklyn" nicht in Gefahc
schwebte, eingerammt zu werden. Die
Dazwischcntunit der Iowa" und
Texas" beugte jeder Möglichkeit eine?
Collision mit der Brooklyn" vor. Letz
tere brauchte also keinen Bogen zu be
schreiben, um sich zu retten. Das ist
Alles, was ich darüber zu sagen habe."
Jene Inseln.
New Mork. 28. Febr.
Der Times" wird von Washington
gemeldet: Im Staatsamt werden zur
Zeit Spaniens. Ansprüche auf di In
sein Sibiitu und Cagayan Sulu ge
prüft. Tie Berichte, daß Spaniens
Rechte bereits anerkannt feien, sind
falsch. Tie Administration besteht da
rauf, daß jene Inseln amerikanisches
Gebiet sind. Man sicht ein. daß Spa
nien seine Ansprüche nur geltend macht,
um die Inseln einer anderen Mach!
verkaufen zu können. Teutschland
möchte sie gerne haben als einen Stütz
Punkt in jenem Theile des pacifischen
Oceans. Die militärischkBedeutung der
beiden Inseln wiro hier anerkannt und
die Regierung wird sie nicht herausge
ben, wenn nickt Spaniens Ansprüche
genau bewiesen werden können.
Schrecklicher Tod.
La Crosse. Wis.. 28. Febr.
Frieda Striegcr. das 4jährigeTöch
terchen John Strieqer's von hier, der
brannte lcbendigen Leibes. Das Kind
hatte Papier in den Ofen gesteckt und
abci gcrieth sein Kleidchen in Flam-men.