Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, March 31, 1898, Image 6

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$m. U br(f ist mirciiS fresse und erste ber vorzüglichsten Qualität bereitet wird.
'.vu,.gen för Siodt nb Umgegend nimmt entgegen
W3r. fkoiiiv,
General-Agent, 1(3 P Str., Lincoln. Neb.
an Dink. Präsident, Herm. Dierks, Secr. und Schatzmeister,
Lincoln, Nebraöka.
o Haupt-Ossi der
ierks Lurnber & Coal Co.,
125 bis 149 fftI. . Straße.
Telephon WS!
Wholesale
und Rctail
Ä ttv
HolZ Kohle.
Kalk, Cement, Baumaterial.
J. O. WOEMPENER,
H im
ÄUenAnneien. Gelen. Farben!
IS sSdl. 10. Strafte,
JMncoltt, Neb.
Achtung für die, welche Pftidegeschim
brauchen.
ffroget euren Geschirrr-Händler für Pferdegeschirre
Reitjällel usw. angefertigt von
LXpSfcS-Eia I$POS.
Linccln- Nebt
Hülüp Efifertfer,
Nachfolger der STANDARD GLASS & PAIXT CO.
1312, 1314 und 131 Straße.
Händler in
las, Jarben, Iirnisfe,
Oele, Bürsten, Spiegeln usw.
JT. 33, Meyer, Geschäftsfüherer.
Neuer Lincoln Stahl-Nange,
Der neue ,, Lincoln Steel Platc Nange"
ist in der That aus dem besten Rocky Moun
tain kallgewälzten Stahl und silbergranen
Stabeisen und Pig Stell" hergestellt. Bei
sorgfälliger Behandlung können sie sür's ganze
Leben benutzt werden. Es ist der sparsamste
Range auf demMarkte b;gl. des Verbrauchs
von Kohlen. Einige, welche den Lincoln Steel
Vlatr Range gebrauchen, behaup ei', dasj er in
zwei Jahren soviele Kohlen erspart, daß die
Mehrkosten einesRsuge gegenüber cinein gusz
eisernen Ofen vollkommen gedeckt würden.
Fraget euren Händler nach solchen Ranges
und nehmet keine anderen. Falls er solche
ilirfil fsllirr fn frfir?itipt linä linh mir tripi-hen
tAP$ -7--, i - .vv..
rjjl Ihnen den Preis sranco Bahhof mittheilen.
fr t. 1 .tu . L - c
cyreior uns. jujir weroen uns sreuer, von
Ihnen zu hören. Erwähnet djese Zeilung.
Bedenket, daß wir die Fracht bezahlen.
BuckstaffBros.Mfg.Co.,Fabw
kanten, Lincoln, Neb.
L.M".Wir verweisen Sie an die Banken von Lincoln, Dun. Bradstreet und an
"die Stovt und County,Beamten
Schmerzende Gelenke und Muskeln S
w sind die täalicken Lrfclkrunacn
von rhcumatisckcn Leuten. Die
größte Mehrzahl der Fälle ist
unreinem Blut zuzuschreiben.
Das beste Mittel ist F0RS
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laiW's
-M " " n i . ... ii ii
vnss
Alpcnkräuter Blut-Bclebcr
Ls bringt Nkinheit und kcbensdauer
drm Blut, stärkt das System und baut
es wieder auf. Es verfehlt in wenigen
Fällen, Krankheiten zu l'cilcn, weiche
Llntarmutkz oder Nlagenstörungen
r",t"t,k t t n.i
ii. i im v iiiinicy,
112-114 8. Iloyuo Ave. CHICAGO, ILL.
5 1(1 nicht in Hpolhffrn ja flnfrn,
sondern wird nur von IpiTKllm total
il.lrnlrtl rtrfnutt. III SliIUlmark
trrttjc&f ,fIsl('rt;rtnPrrqiftrtFrte ilurnrncr
auf der l;uli. Man lehr arnn, daraus
diy dirsrll'e N' verändert oder nu
loöirrt wurde, iiakjere uirunsi rrreui
Zu der lilrittUrn tjüttr.
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Ta nun ilctlidi 'aldeuiar eintrat.
Iiiclt sie rs tc.1i sl r.craihrncr, da?
Hui) zu mfifcfvn. 2ic l.attc feine
i'uft ;u neuen rclnulcn.
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er die Schiri-firr, terrn i;crnai:if.i (t
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Irauiiicn? iecon. die iungcnii'Iäddu'n
träumen!"
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schon wissen. "
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kleinsten Hiille?'
2ie sah verwunerrt ans. iir pflegte
ja sonst auch zu silierten, aber nicht sc
gewalksani. 2ie sah deutlich, daß ri
Ä'iilic Halle, seine Auslegung zu bc
uicisleru. Zeyt trat dtl Bruder ii lil.ci
zu ihr heran ; sie fiihlle seine heiße
Hand aus ihrer Schuller.
.eist Du nicht, Trndel, vb die
Mama guter Vaiine ist?"
...'icht sehr.'
.'ich nave vichligcs mit ihr ,zu
sprechen."
,,'icht möglich! ?u Wichligeö?"
,-ie mequant Du das sigsl "
2ci nicht böse, aldcmar, aber
waS kannst Tu vrnslhafleö aus dem
Harzen haben? Dein Veben ist so schön
geregelt, Deine Karriere so genau vor
geschrieben Dir kann doch eigentlich
gar nicht Äenierkenowerthes pafsircu.''
Du bist heule ganz sonderbar, Tru
del, aber ich habe jel,t keine Zeit siir
Dich."
Und mit feinen wuchtigen, etwas
schweren, sporenklingendeit Schrillen
begab er sich in das Zimmer der Mama.
Natürlich halle er keine Zeit für sie,
ebenso wie Mama kein ersländnik
für sie halle. Und was er auch ülch.
tigeö haben würde ! (sU'wiü eine Extra
Weinrcchnung. für die sein ohnebin
reichlicher Zuschuß nicht zulangte. iit
mußte siandeegemäß leben," daö wat
Mamas diitleö ii?oi t. Und er bewohnte
allein für sich zwei der schönsten Zim
mer. '2nlou und Speisezimmer wurdci:
gemeinschaftlich beni-t. iiir sie.
Ortrnd und Mama, blieben nur zwei
kleine Hvfzimmer nbrig.
Und ilrud dachte jeil darüber m?ch,
ob es denn wirklich etwas so 0):os;ec
wäre, Lieutenant zu sein.
De.ö Besicht der Baronin Halle siel
aufgehelll, nlS sie Waldemar einlreleu
sah. Er war ihr Stolz. i!,ire Hoffnung,
ihr Abgott, hrc Ehe war nicht glück
lich gewesen. Ein leiausinuiger charak
terlvser Mann, Halle ihr (Matte sich bet
Familie, früh entsrenidet und lauge
bevor er starb fand die Baronin Ällee
in ihrem Sohne. Sein echt aristokia'
tischeö i'jcjcu bestärkte sie in ihren
Anschauungen. Zhr wäre eS auch nichl
in den Sinn gekommen, an eine Weiw
rechnung zu denken, als nldemar
sagte, er habe ihr Wichtiges mitznthei
leu. Er lebte vornehm, aber er machte
nicht mehr mit, als nölhig war. Frei
lich. was nvlhig war, dainber hätte sich
diskutiren lassen.
Wollen wir nicht nach vorn gehen."
sagte sie.
Sie hielt aus Etikette, wollte mit
dem Sohn nicht in dem dürftigen,
einigermaßen unordentlichen Schlaf
zimmer bleiben. Sie begaben sich in's
Speisezimmer, dessen Einrichtung nicht
ohne vornehmen teschmack war.
Mutter und Sohn seilen sich auf
das Sopha. Und nun sagte Waldemar
ohne llmfchweise, daß er im Äegriffc
flehe, sich zu verloben.
Die Baronin war sehr erschrocken;
denn da sie nichlS gemerkt halte, so
konnte es sich nicht um eine Dame anö
ihrem preise handeln.
Tu denkst doch nicht au eine Biir
gerliche?" Ja, Mama."
Nach der Auseinandersetzung mit
Ortrnd traf cS sie doppelt schwer.
Auch er setzte die aristokratische Tra
diticn nuf'S Spiel. Und eine Flnth
von bitteren Worten des T'orwurfs
strömte über ihre Kippen.
Der ererbte Name sei ein (ut, trotz
aller Wandlungen der Zeit ein kostbares
Ouit. Und mit diesem unantastbaren
Heiligthnm wolle er nun so wirthschaft
tcn. Das sei nicht nur ein strafbares
Sichselbslr,ergessen, nein, es fei auch
eine Äeleidignug für sie, die Muller,
die ihre Binder groß gezogen habe in
der Ehrfurcht vor dem iibeikommnen
Namen.
Waldemar legle zutraulich seine
Hand auf ihren Arm und sagte in be
weglem Ton :
Mein Herz hat gesprochn. Mama,"
So tiefsinnigen Nachdruck lcgic er in
seine Werte, daß die Mutter zunächst
verstummte.
Ich libe liebe Mama, wie ich
richt glaubte jemals lieben zu kön
neu," suhr cr fort.
Erst nach und nach vermochte sich die
Baronin dem Eindruck seiner Wett,
zu entziehen. Und mm raffte sie sich
ans.
Aber. Waldemar, ein Mann, wie
D. dars nicht blindlings dem Herzen
folgen! Es ist noch immer richtig, daß
für uns das .Noblesse oblige' gilt."
Ich dürfte eS in diesem falle,
Mama. Es gibt kein Hinderniß
Meine Braut ist die Tocltter eines
angesehenen Hauses, der aler ein
vermögender Mann."
Besitzt cr ausreichendes Ber
mögen?"
Ja. ich habe mich eiknudigt. Die
isiruia gilt als eine der angesehensten
ihrer Art, ihr Jnbaber ist reich m'.d
besitzt nur die einzige Tochter."
irma." Das Wort ärgerte die
Baronin. Der Name Burghaus, der
in seinen Kreisen den besten Klang
hatte, war ihr natürlich fremd. Walde
mar versicherte, cö sei keine Handels
sondern eine, Zuduttriefirma, vielfach
ausgezeichnet. Der Heirathckvnseus
würde ihm zweifellos bewilligt wer
den, wie sein Oberst bereits zugesagt
habe. Das Mädchen sei schön, klug,
vortrefflich erzegen genug ihm fehle
nichts zu feinem ilücke, als die Zu
si,mmui',g der Muller.
,W.'s k:'!l i'-' iüf.cn." ia:vl: die '
S'aienin, mau cizicl,! die Xinrer mit
Seigc und f..lu dann geben sie i!uc
Wege, rhnc sich un inner Herz, unser
Emp'inden und t:netc Eigenart zu
tniumern. Du bannt riebt an den
Stufen des Irreue wablc kennen
eine 'linzeiiiu Du betten Alle
dazu ; Name. Erscheinung. Kairicrc
Waldemar nuierbiach lie sauft.
Wenn mein Herz jiir die ,'l'nn
zcijiu' oeuucdiftt lia'.te, Mama ! Abei
es sprach für leine!"
Und er erzählte, wie er Evelinen
kennen gelernt. Mit leuchtenden
Blicken schilderte er, wie Eru'linene
ebenheit. wie ihie ungewehnlimc
Begabung, ihr ganzes, eigenartige
Wcscn itrn uiiwidernehlich angezogen
Und nun hätten sie sich gesunden. El
wollle in den näckislcn agen um Eve
lineus Hand anhall''n.
Die Baronin widersprach nielit mehr.
Aber es zuckte selimerzhast um ihre sei
neu, sclimalen vixpcn.
Sie wollte sich erheben; Waidemai
zog sie nochmals zu sich herab.
Noch eine Bitte hätte ick, Mama
Du weißt, ich habe Schulden"
Du In fluchtest keine" wollte dic
Baronin unterbrechen, aber Waidemai
fuhr in seinen Ausführungen fort:
Du haft meine Ausgaben doch oft
unteischätzt, so gütig und gtvßmiithie
Du auch warft. Ich babe ja jciibcr bei
keinem Nennen mehr gewettet, aber die
fiinslauend Mark im vorigen Jahr bin
ich noch schuldig, wenn auch uatiirlid
nicht etwa dem 0'ewinner, so deck
einem Dritten, der sie mir borgte.
Auch sonst habe ich nicht als Mönch gc
lebt, t)slbc immerbin einige Berpflich
hingen auf mich geladen. Das Alles
soll nun desinitiv geregelt werden.
Eveliue erhält eine namhaflc Mitgifk,
wenn ich auch die Summe noch nicht
kenne, Du kannst Ifo ohne Sorge sein.
Nur niöchle ich vor ihren Batcr inrcllce
hinlrelen, ich meine, absolut schulden
frei. Das ist ein Ehrgeiz, Mama, den
Niemand besser begreifen wird, als
Du. Wenn Du Dich nun entschließen
könntest, noch zirniuiii" bis fünfund
zwauzigtauseud Mark auf Siniudou
aufzuuehmen, so würdest Du mich
glücklich machen. Ick weide Dir die
Zinsen pünlllich bezahlen, Mama, und
Du wirst also in keiner Weise belastet
sein. Was ich wünsche, ist, nicht ale
gewöhnlicher Mitgistjäger vor meinen
künftigen Schwiegervater hiinreten zu
müssen."
Die Baronin war blaß geworden, sie
blickte zu Boden, gleichsam, als fürchte
sie dem Auge ihres SolmeS zu begegn
neu. Und mit schwerein Scuszer sagte
sie: Es geht nicht ! Straudow ist
schon 'bis zum Aeußerflen belast:! es
gehl ich! !"
Mama," fuhr er entsetzt auf,
Mama, warum hast Du mir das ver
schwiegen!" Er war ehrlich erschiillett.
Ich wollle Dir keine Beschränknn-.
gen auferlegen. Dir Deine Jugend
nicht verderben. Auch hoffle ich, vom
nächsten Jahre ab günstiger zu verpach
ten. Und endlich schien es mir Zweifel
los, daß Du Dich glänzend verheiratheu
wirst. Wir haben hier in Berlin immer
,zu viel O'eld gebraucht. Hast Du je
berechnet, mein Sohn, was Du noch
außer Deiner regelmäßigen Zulage in
kleinen und großen Summen von mir
erhieltest? Was Deine Eemipirung ge
kostet hat? Was Dein unglückliches
Debtit auf der Rennbahn verschlang?"
Waldemar schlug sich vor die Stirn.
Und die arme Trndel " Er wagte
den bedanken nicht auszudenken. Aber
die Mutler war nicht immer fein
fühlend. Für die bleibt nichts mehr übrig,"
erklärte sie, es wurde Alles zuf Dich
verwendet, vielleicht kamt ich etwas
für sie zurücklegen, wenn Du eist ein
mal verheirathet sein wirst."
Also ein Defizit." stöhnte Walde
mar, den Kopf in den Händen vcrgra
bend. So muß ich entweder meine
Gläubige? prellen oder ich muh aus
meiner Hcirath eine gemeine Speku
lation machen"
Er schrill erregt im Zimmer hin und
her.
Das hallest Du mir sagen müssen,
Mutter! Darüber durfte ich nickt im
Dunkel bleiben !"
Du hättest doch nichts Wesentliches
erspart, mein Sohn," vertheidigte sich
die Baronin. Da gibl's überhaupt
nichts ,zu ersvaieu das Nothwendige
ist vorgezeichuel. Schließlich, die Mit
gift Deiner ivran wird uns retten wir
wollen für Ortruo etwas erübtigen
wir Beide."
Waldemar seufzte tief auf. Also
dieses Alles sollte von jeuer Mitgift
geschehen. Seine Schulden bezahlen,
seine Schwester verfolgen, seine Mut
tcr rnngiren. Ja, raugiren nannte
man das! Siele feiner Kameraden
hatten sich in solcher Weise rangirt."
Und er, er hatte das immer ehrlich ver
achtet. Denn das hieß doch nichts Ande
res, als sich selbst, seinen Namen und
des Königs Rock, den er mit so frohem
Stolze trug, direkt verkaufen. Er
hatte immer gemeint, das nicht nöthig !
zu haben. Er war in dem Glauben aus
gewachsen, der Sohn einer bemittelten,
wenn auch nicht reichen familie zu
sein. Und cr halte leine eigentlichen
eidenschasten. Natürlich war ihm nie
der Wcdaulc gekommen, ein armes
Mädchen zu heitathen. Das war un
möglich cr hatte es sich nie verhehl,.
Aber seine Braut brauchte doch nur
Weid um ihrer selbst willen. Und nun
sollte er, was sie besaß, für sich er
langen? Das war entsetzlich nieder
schmettetnd. Dennoch, seine Schulden
mußten bezahlt werden und auch für
Ort nid mußte man eine Aussteuer
schaffen.
farchtbarc Vorwürfe drängten sich
auf seine Vippeu. häßliche uuliudliclie
Worte. Diese Matter hatte iliu in eine
schmähliche Vage gebracht, in eine Vage,
die seiner nuwüidig war. Er war ein
Manu warum hatte sie nichl offen zu
thut gesprochen?
Aber er verstummte. Ja, sie hatte
zu ihm gesprochen. Mehr als einmal
hatte sie gefreuzt : Ist dies rdcr iriies
wirklich notbwendig. mein Sebn? Ist
es mm läßt ich?" So der Berliner Ans
cnilw.lt. o die rceluviniaen 2o:ur.'.:r-
flr Mllos' Nervt e""p-craforiUioumnUtn.
rei'.u. du- er ic.t J.i:"- u:i aa n.tl
i!aüi'!e f;ub;rie.t : i l.'nneu.
Vo:ul, wie a i.r. '. e.üe a iegar
mit unter Muttet :ail;c:i. wo er ;:t
Mitta.l UH'i'cn würde, d.i ihm nicht
r.uuiei die Z.a Hub, rou Sckwnetv:,'
' aus. w? die K,:ici!ie nach Hanfe
zu kommen. Aber ou.!i seine Mutter
hatte sich für eines der theuersten,
elegante sie n W e te iianre.nl? enti ich ! e
den, denn das mußte je,. Er war ein
mal zuiallig nach Hause ekomineu
und hatte nicht ebne Be'chamnug ge
sehen, das: seine Matter und Sc!,wener
ein einzige?, einfaches ndv.cricht
mit Kütivs'eln und billigem Salat
aßen, wählend mau noch vorgestern
ein feines Souver gegeben hatte, aller
dings ,. K'tit mi t -- walirciid cr
geilern irischen Hummei und Neboraten
in seinem Äenu" gehabt. Aber die
Mutter wußte ihn zu K jchwutitigen.
Sie und Ortrnd machten lich nickt?
daraus.
Und auf einmal fielen ihm alle feine
Sünden ein. Wie iiianckes theuere
Diner, wie manche Ehampagner-Orgie
hatte er mitgemacht, chne reclikes Ber
gungen, nur weil es vielleicht aufgefal
len wäre, wenn cr sich anschloß. Er
hatte Zweifel liafkeu Sängerinnen, die
ihm kaum gefielen, kostbare Blumen
geschickl, nur weil es die Kameraden
auch fc machten. Er fuhr taglich in
Droschken erster Klasse, wo er bequem
die Pferdebahn benutzen konnte. Und
was der sträflichen leichtsinnigen Ans
gaben mehr waren. Er meinte dies
Allec sich, seinem Range, seinem
Name : ichuldig zu sein, lind nun er
eilte ihn das Berhängniiz er sank
herab zu cineni gemeinen Milgifljäger,
zu einem gewöhnlichen Spekulanten!
Aber es war unwürdig und zwecklos,
ihr Borwürfe zu macheu. In diesem
Augenblick siel ihm der Traum von der
Hütte" ein ja in diese Hütte ge
hotte er nicht !
Es ist doch nicht zu anbei n, Mama."
sagte er dumpf, obgleich es mich
schwer trifft aber Deine Absicht war
gut und ich werde trachten, Dick für
alle die Opfer, die Du meinetwegen
gebracht, zn entschädigen von dem
A'lde meiner ,rau. "
Er tüßle ihr dic Handdas hätte er
nie vergessen und ging gesenkten
Hauptes.
Die Baronin brach in Thränen aus.
Unablässig halle sie für diesen Sohn
gesorgt, sich für ihn gekümmcil, für
ihn, der den Glanz des Namens rcpiiv
scntirte. Ihre arme Tochter hatte sie
darüber säst vernachlässigt.
Gewiß, cr hatte sie dafür angebetet.
Sie sei gar nicht wie andere Mütter,
hatte cr immer wieder gesagt. Und
nun zum ersten Male wandte sich sein
Herz von ihr. So hatte sie sich also
auch in ihm gcirrl?
Unglaublichen, geheimen Kummer,
zehrende Sorgen hatte sie ertragen,
ohne daß die Kinder eS merkle. Wie
ttf't hatte sie mit Mühe f?eld beschafft
zu Dem und Jenem. Und nun nannte
Crtiuö das thöricht und er Waldemar
ihr Waldemar. o, es war nicht ane
mdenken! Ach, sie hatte ihren Mann
l,angc nicht so geliebt rind verehrt, wie
diesen Sohn. Er war ihr das, was sie
oon ihrem Galten geträumt hatte. Er
ivar ganz dic Bcrkorpcrttng der echten
Ritterlichkeit, der idealen Ehrenhaflig
;t'it, die ihr in ihren Müdchcujahrcn
"orgcschiucbt.
Und hier stockte sie. War sie es
nicht, die ihren Sohn abgebracht Halle
von dieser idealen Ehreuhafligkeil, da
durch, daß sie ihn zur Milgiftjagd
zwang? Wcvu er nun aufhören würde,
sie zu lieben? Wer weiß, vielleicht
war das schon geschehen !
Sie versank in schmerzliches Brüten,
sie Kachle nichl mehr an die Schneidetin
Eordicr nicht mehr an den Empfang
bei Hofe.
Inzwischen hatte Waldemar den
Säbel umgeschnallt, um sich in die
Kaserne zu begeben, auf das einfache
Frülistück verzichtend, das er sonst zn
ausc nahm.
Warum sollte ich nicht in der
Pferdebahn fahren?" sagte er sich, da
er eben einen Wagen vorüberkommen
sah. Abei der Wagen war voll; die
Borstellung, sich ant den Boiderpeiren
zu drängen, zwischen einem Bier
kulscher und einem Reservisten mit ge
rollten Achselklappen, schreckte ihn. Er
wollte nun doch seine" Droschke be
nutzen. Durch diese kleine Berzögernng war
er aufmerksam geworden, daß drüben
vor dem Hause ein junger Mann in
der Uniform seines Regiment; auf und
ab ging, der nach den fansieiu der
Beietage schielte. Er saßle ihn in's
Auge und erkannte den Einjabiig
faciwilligen Vöwc ein hübscher,
schient er Mensch, als Soldal reckt
brauchbar, hatte auch schon die
Knöpfe," nur wurde er gern, wie der
Berliner zu sagen pflegt, koddrig."
Der Gefreite gafste hinauf und sah
den Offizier nicht. Jetzt folgte Wal
deiuar der Richtung seiner Blicke.
Oben putzte ein Dienstmädchen seiner
Mutter dic fanficr. Und deshalb
äugelte der dumme Bursche da hinauf?
Waldemar hatte wicdciholt init dem
jungen Manne geplaudert und sich über
seine flotte Schlagsertigleit amüsirt.
Bei einem faste zu Ehren von Kaisers
Geburtstag war n ihm besonders nahe
getreten. Der junge Vöioe" man
nannte ihn so, weil es auch einen alten
Sergeanten Vöwe gab hatte einen seht
witzigen Toast ans die Damen des Rc
gimenis ausgebracht. Alles in Allem
ein netter Mensch; was er im Imrgcr
liehen Velien war, wußte Waldemar
nicht.
Anfangs ärgerte er sich über den
jungen Mann, dann aber mußte er
lächeln, lind in diesem Augenblicke
wurde der junge Vüwc" ihn gewahr
und mackle senertoth faont. Nun, die
ses Enötlieü war ein Zugestandn, ß
Waldemar schritt ans ihn zu.
Wenn Sie irgend einem hübschen
Haue oder Slnbenniadchen fanstcr
pveuieur.be niaclieu wollen. ;e ist de.0
ein unschuldiges Bergniigen. aber
muß es gerade ror diesem Hraie sein,
Herr Veiirc? Jüi habe eine iiüe
Si'UviU"., s'ic die ist da: !ei: passendes
Sduuu'ui."
y,-r'i "" ii,--': !!"-
lr. wNr-rve riaitcrs "', at alUlniggltts.
.11 !'!, ,!! . v.u Vieii,e:!.:nt, tagte
n tYt.teiieu Mi? ti: zi:.,Iei. .gei.-t
ni.lt den Haiivüi.sea e:i ,.:, lin'.-,
inur I at zuiiuii; eln'.i.l e AI ,! len
und lanii deck' ein i sciiümarck.ii
lieitai'.uii. Judeitcii, He:t Vieaieva::!,
el neide Nickt lriediilenüiui nuin
Weit darauf'."
Er jalunrte mit ea g,,i:;eu ckne,
digkeit eines pienr,ückc vaidi'ten und
schritt steif und auficck! daeen.
Waldeinar blieb ganz beüoiie,,
tuck. Welch' enttchiedener und dabei
an;ü,z!ii?!er Ton ! Und dieses bindende
S ck! ußivoi t ? sonderbar ie!u jouret
lar! Noch einmal blickte et fragend
hinaus, das leimmadcken putzte acht'
los weiter. Aber an einem anderen
,enf:er glaubte Waldemar jetzl. wenn
auch ganz fluchtig, Oiinid zu sehen.
Wie denn? War denn sg etwas mög
lick? Er besann iick jett, daß Orirud
bei jenem fane inn veuu- geiauzi, ge
plaudert hatte. War der breche etwa
ilnetwegen gekommen? Ein rasender
Zorn packle Waldemar im eisten
Augenblicke balle er die Regung, Jenem
nackzustüizeii. i! z ohiseigen. I'ann
besau er sich, Bielleickt. ja wahr
sckeiiilich. war Voioe ein woblsilnitlcr.
gebildeter nnger Manu, wenn auch
von kleinbürgerlicher Abkunft, aun
war er also nichts Anderes als Eoeline!
Uns dennoch es war znni Rasend-
weiden! der hatte vielleicht wirklich
ernste Absichten" o. das war cmpo-
rend! Er wellte auch Orlrud gehörig
in s ebet uebmcn. noch heule!
Mama balle Recht -inan mußte
denn doch nach Möglichkeit die gute
Tradition wahren. Mit finsterer
Miene schritt er über den Straßenbau
und bestieg seine" Droschke.
... Kapitel.
toivlnt? v"m'iTKuiv,
ü'.'aüvai'e, Äivilicrr roii 2!vanfi'.u
'l-rriiiii'vluMnriuiiii im liiniiniiliru litieiit'aliii
-K'ftlill.i'll! V'n'ulUi'.
Das stand in den Zeitungen, in der
Kreuz-Zeitnng" und auch in der Bo
siscken." für die beiden iescllschaft?
Ireise der Bet lobten.
Es war nunmehr ganz rasch gekom-
siCU.
Eine "vlnlh oon Gratulationen aus
de so verschiedenen Kreisen war die
nächste falge. Hier, wie drüben, btachlc
man den jungen Veulen aufrichlige
Simipalhie entgegen. Die einzige
Tochter der urma Bnrgliaus hatte sich
einen aristokratischen Ossi zier erwählt ;
das war sehr natürlich, dazu konnte
man ihr nur graluliren. Andererseils
war ane!) er zu beglückwünschen : Er
heirathete die Tocktcr eines angesehene
Hauses. Was tonnte er Besseres erhof
fen? Allerdings, Stiandow war nick! ge
rade ein Vebemaun unter den Offizie
ku. Außer einem inzwischen fast ver
gessenen Abenteuer mit einet Ileiueu
Schauspielerin ei halte sich damals
lächerlich gemachi durch ein übereiltes
Heiralhsversprechen konnte man ihm
wenig nachsage. Aber schließlich,
Schulden muß ein junget, iwrnehmer
Offizier von Adel haben. Gut jel't
raugirr er sich. Das ist sehr anständig ;
dazu kamt man nur graluliren.
Wie gcsagl, eine lulh von Graln
lationeu slrömlc in das Haus der
Braut. In beiden Hausern waren
natürlich große fastlichtnlen angesagt.
Mail suchte einander zu überbieten:
Johannes Bnrghans und die Baronin
Strandow, die einander übrigens gründ
lich mißfielen, wollten sich den Rang
streitig mache. Ortrnd war begeistert
für die künftige, bürgerliche Schwä
gerin. Gekommen war eS zunächst so : Nach
dem Burghaus zwei Tage lang seiner
Tochter den guten Wenvel angepriesen
hatte, nicht mehr so begeistert und über
zeugt, wie gestern und vorgestern nach
dem Eveliue geweint und jaust wider
sprochen, war am d.ilten Tage eine
Droschke vorgefahren, darin ein Offi
zier in Parade saß Waldemar. Er
ließ sich melde, wurde sofort in das
Arbeitszimmer des Hausherr geführt
und brachte ohne lange Einleitung fetuc
Werbung vor.
Ich bitte um die Hand Ihrer Tech
tcr, deren Zustimmung ich habe."
Zwar Burghaus versuchte noch einige
Aussl lichte. Dann aber kaut Eveliue
hinzu, und Hand in Hand traten sie
rer den Bater hin. mit strahlender
Miene, scken, jung, liebend, nnwider
stehlick. Und Burgbaus mit seinem
Slich in's üeeananlisch-Sentimentalc
konnte nicht widerstehen. Schon standen
ihm die Thränen in den Augen.
Es muß wohl so fein." sagte er
überwallig!.
Er zog Waldemar, den er so recht
eigentlich zum ersten Male im Vebeu
sah denn vorher halte er nur den Vieu
tenant gesehen, nicht den Menschen
an sein Herz. Seine Eoeline war ver
lebt. Es war gar nicht die Rcdc gewesen
von der Mitgift und nicht von den
Schulden, Mi! keinem Wert. Und nun
riß das vicbesgliick Alles mit sich sott
in seinem Wirbel. Eine ganze Wock:
lang konnte Bnrghans gar nicht an sein
Geschäft denken, Gratulationen, das
fastprogtamm, das Menü, die Ein
laduugcu. der Besuch bet der Baronin,
Eoelinens Boischlage wegen der Ans
steuer genug, er kam nicht zu Athem.
Nur ganz unbestimmt hatte cr an
Wentzc! gedacht. Aber das war ja ein
guter Kerl, und auch er mußte sich an
dem sonnigen Glück der jungen Veulc
freuen.
Nur scbe.t mußte mau sie, dann!
wurde mau wieset uug. solche Viebc
ist eine Seilenbeil, sagle er, ja. ein
Götterjchanspiel." Der gute Bnrg
Hans war ein wenig zur Emvhase ge
neigt. Aber bald legle sich in ihm wie
der der praktische Sinn; und er schloß
seinen begeisterte Ausruf mit den
Worten: 5a muß man Alles thun,
was man kann,"
Er hatte nicht ganz Unrecht. Es war
in der That ein Sckausvicl für Götter,
diese selig verklärte Gesichter z
sehen, auf denen ein froher, dnrck
nicht zn erschütternder Glaube in die
Zulnnsl strahlte. Ach, diese Zukunft
erschien ihnen wie eine Unendlich
i-'i des Glückes, Sie winden ja in.üui
1 fiiiu ...i ii 1 1 i u ;
Alle Selbfiveistandliche war ihnen
eine Wonne. Sie waren wie Kinder,
die sick tun reebalb jieiieii, weil sie
leben. Und sie lebten und liebten.
Taf; sie tii: reiches Viebeevaar
waren, da? meikicn sie gar nickt. Sie
, eilten nur die Vif In ieltit. S u
moblirten in: Geiste ihre Zimmer und
stritten sich scheizhait bet R,assanee
nud Reloko. sie stritten über das Ziel
ihrer Hochzeitsreise. i,bcr die Insel im
Mittelländische Meere, ant der sie
hause wellten. Er schlug vor. sie
sollte immer nur Weiß tragen, Ban ist.
Kaschmir, Seide - ji' wollte von nun
ob sich tuteu. was sie bisher nie ge
than. He wollte seinetwegen schon sei,:.
'.lud so sikiilene sie soit. Alt die
kleinste Hütte" backten sie nicht mehr,
Sie backte nn, an lü jchenes, reich
geschmücktes He, in.
Buighaüs selbst hatte solches Viebes
gluck ti,ch kennen gelitnl. Er war
damals, Is er sich clablirt hatte, eine
Bet niinfthei rath eingegangen. Seine
VifiV wat sein 'Beruf, dennoch hatte
er in auter Ebe gelebt, wenn auch ohne
Entznckcn, obne Rausch, lind nun
wurde ir wieder ganz jung mit seiner,
Tochter. Er sah die selige, feucht
schiiiiuterudeii Blicke, die se mit dem
Geliebten tauschte. Er horte, wie in
jedem gleichgiltigen Worte, das sie zu
ihm spiach. irgend ei Besonderem
nachklang, irgend ei heiliges Geheim
nis:. Ganz weich wurde ihm iini'sHcr;
dabei, cin Haus erschien ihm wie
ver Härt und zum erste Male i sci
nein vtbc empfand er vollends den
Wettl, des Reichthums, er segnete detr
erfolg seines Schaffens.
p'lvl nir fiMititi 1 iiifliiil ll nlitifliHi
" ,....,,,
sein. Öl' Bedenken, ohne Bed,naum
bewilligte er Alles, was die Viebenden
verlangten, ja, er lauschte ihnen ihre
Wünsche ab. Sie sollleu eine kleine
Billa haben, draußen au dem neuen
See im Grmii'ivald, sie sollten tine
Hoch.citsreise inachen -man liatte sich
endlich über Noiwegen geeinigt ach,
wie sie janchzien! Sie sollten eine
.Bellelage bewohnen im Thiergarten,
rber ganz im Grünen, in einer du
Straßen am Kmtalnier. Ja, sie soll
: cn Alles haben. Er wurde ja durch
seine Arbel;, znwichft durch den neuen
Petroleum Gas-Moior, Alles wieder
hereiubriugeu.
Dabei sieilich siel ihm Wentzel ei.
Sondeibar, der hatte nicht einmal gta
tnlitt. Anfangs hatte Buighans hun
dert Entichüldiguiige dafür. Jener
fühlte sich natüilich beleidigt, das war
gar nicht zu verwnndetu. Aber er war
ein guter Kerl es würde sich schon
noch All cd ausgleichen. Die beste Ge
legenheit wäre, trenn matt ihn jetzt zu,
der Beilobnugsfeicr bei den Straudows
einlade würde ; das mußte ihm impo
iren, mußte Eindruck auf ihn mache.
Die Baronin Strandow lud wirklich
Weut-cl ein, obgleich ihr der Herr
weder voigestellt war, noch einen Be
such gcmaci c hatte. Sie that es tibri
geus mit recht gefpreiztet Miene, denn
giäßlich" blieb ihr die Sache.
Aber Burgbaus hielt es außctdem
noch für gut, dem rcuudc und Brudcr
zu fckrcibcn. I
Du haft zwar kein Wort gehabt fiir
mich und Eveliue," hieß es in dem
eigentlich beinahe demüthigen Briefe,
und doch verlebe ich jetzt die glücklich
ften Tage meines Vebeus. Du müßtest
sehen, wie glücklich die beiden Kinder
sind, dann windest Tu Alles begreifen
und verzeihen. Also, komm, mein
guter Junge komm! Bon allem Ge
schaftlichcn nachher. Du sollst nur
Eveliue an's Herz drücken, wie eine
Tochter"
Die Gesellschaft bei Straudows ver
lies unvermiit let glänzend. Es hatte
Niemand abgesagt. Die mililärischc
Arislokralie drückle gewissermaßen biitch
ihr vollzähliges Erscheinen ihre Zu
stimmung, zu Waldcmars Bcrlobung
aus. T :e Braut selbst hatte gtvßen
und ehrlichen Erfolg. Sie trug eine
prachtvolle Toilette in mattweiß ihre
ganze Etscheinung war vornehm und
bescheiden zugl'ick. Selbst die Baronin
wurde mürbe ; sie hatte etwas wie ans'
richtige faenndlichlril für dic künftige
Schiviogcr tocbtei.
Bmghans fnhllc sich velllomniert
glücklich, sinn mar nnbeschreiblich wohl
zu Muthe: schließlich schmeichelte es
ihm ja auch, seine Tochter hier zu sehen.
Erst als das wirklich glanzvolle fast
sich seinem Ende näherte, erinnerte er
sieh, daß sein facund nnd Bruder"
fehlte. Weiincl war ausgeblieben, wie
ein echter Plebejer, ohne sich auch nur
bei der fremden Dame zu cntschni
digen, die ihn mit einer Einladung be
eint hatte. Auch Buighatis gegenüber ' ,i
schien ihm eine Erliarung unnolhig: ß
lein Zweifel, et wat lödtlich beleidigt.'
Und das bli'.b eine schiverc Sorge, ein
ernster Kummer für den glückliche
Bater.
Auch für Waldemar gab es zunächst
nur ein beunruhigendes Moment, das
sich ihm auch inmitten der ,n'stessreiidk.
säst gegen seinen Willen, ansdiongte
es betraf seine Schwester Oitrud.
Diese war wirtlich zwei Tage voiher
bei Hofe vorgestellt wotden : ihr Name
hatte auch in der !rcuz-Heilung" ge
standen. Und das junge Mädchen würde
voll allen Seiten beglückwünscht. Aller
dings versiehe, lc sie, es je, jchiceklich
ßewesen. Drei Stunden warten, in
snichtbarer Hitze, geplagt von Durst
und Hunger. Ihr Kix mißglückte und
von der Kaiserin hatte sie nichts ge
sehen, weil sie halb ohnmächtig war,
besonders vor Hunger," wie sie sagte.
Man lachte Ortrnd war ja noch so
jung, man nahm es ihr nickt Übel, daß
sie dic ganze Weibe dieser Stunde noch
nichl zu würdigen vermochte. Nur eine
alle Stiftsdame, eine Kousine der
Baronin, drückte deutlich ihr Mißfallen
über diese maladrelle Haltung, über
diese desveklii liehen Reden ans.
Auch Better A.bim. dem Ortrnd von
ihrer Mama im Stillen bestimmt war,
meinte ganz elscinocken: derlei müsse
die gnädige faau Tanle dem Mädel
abgei'.ebnen. Er war überhaupt kahl
und rcrich;iu::tt, den er suhlte sich,
, 5,,,., -:.'.', !,,, s, i.iiv
l'ti"ii:ut( ..'Ul'ilil,Lll till Hl l!UUi;i:
lieben Hcirath zu zeigen. Endlich war
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