Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, February 25, 1897, Image 6

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Dkk aus dem Tinns Mississippi
Hände ls.Konrek i,n Jahre gk
saszte Beschllltz. Im Jahre 189 in bet
StadI Omaha eine Ausstellung bet na
türlichen Hilssquellen und des kultnel
kn JgrlschrilteS des ungeheure Ge
bictes ivestlich vom Mississippi-fflusse
zu ranstalten, hat die genannte Stadt
zu einem Gegenstände allgemeinen In.
teresseZ in diesem Lande und darüber
hinaus, gemacht. Aus diesem Grunde
ist es wohl angebracht, zur Information
für weileic Kreise wisscnswcrthe Aus
tünste über die Ausstellung? . Siadt
Omaha zu veröfsfentlichcn, damit Die
jenigen, welche diese Siadt nicht aus
eigener Anschauung kennen, sich daraus
ein Aild derselben gestalten können.
Die Siadt Omaha Hai ihre lZrmählung
zur Ausstkllugs.Sladt in erster Linie
dem Umstände zu txidmfcn, bah sie ge
wisseimakku den Eingung bildet zu dem
grossen Reiche, welches zwiscken dem Ba
ter der Gewässer und dem Stillen Ocean
gelegen ist und in Folge ihrer ccnlralen
Lage und vorziiglichen Eisenbahn.Ver
bindungeil siir am meisten geeignet ge
holten wurde, um daselbst eine Aus
stcllttiig der groken Agrikultur und
MInen.Staalen der Union zu veran
stalten.
Omaha gehört in die Reihe jener
Städte dieses Landes, deren Wachs
thum sich in eine skhr kurze Zcitper'ode
zusammendrängte. Im Jahre 1854 ge
gründet und längere Zeit Hinduich nichts
weiter als ein Gienzdors. dessen Bewch
er hauptsächlich milden Indianern, on
welchen sie rund herum eingeschlossen
waren, Handel trieben, ersvlgte die Ent
Wickelung der Stadt und die Vergröszc
rung ihrer Einwohnerzahl, welche 186
erst 1912 betrug, in den ersten Jahr
zehnten des Bestehens sehr langsam,
thatsächlich bis zum Ansang der Acht,
ziger Jahre, von wo an der Fortschritt
nach beiden Richtungen hin geradezu i
rapider Weise sich bemerkbar machte,
wie schon aus der Zunahme der BevölK
rung hervorgeht. Die Volkszählung von
1880 ergab in Omaha eine Einwohner
zahl von 30,518, welche sich 1890 bereits
aus 139,4V vergröszert hatte und da
bei eine steigende Tendenz zeigte. Zwan
zig Jahre vorher, 1870, betrug die
Zahl der Bewohner von Omaha 16,083.
Heule zählt die Siadt über 140,000
Einwohner und innerhalb sechs 2M
Kn, von ihrem Gerichtsgebäude gerech
net, leben circa 180,000 Menschen.
Das Deutschthum Omaha s repia
ientirt reichlich zwanzig Prozent der
Zcriölkerung der Stadi und bildet einen
angesehenen und achtunggebietenden
gakior innerhalb der letzteren, in sozialer
und politischer Hinsicht,
Omaha liegt, ungesuhr in der Mitte
des Weges zwischen New ZZork und San
Francisco. 490 Meilen von Chicago
und 413 Meilen on St. Louis entfernt
nd ist der Centralpunkl zur Berthe!
lung der Produktion von und nach der
enorme Werthe produzirenden Black
Hills Region, des an Kohlen, Metall
und Petroleum reichen Wyoming, der
groken Vieh RancheS" des Westens.
der ungeheuren landwirtschaftlichen
Produktion des Missouri-Thales und
für die lausende blühender Städte und
Ortschaften des nördlichen Kansas. des
östlichen Colorado, Whommgs. eines
gkoszen Theiles von Montana und South
Takola. des westlichen Iowa und Ne
braSka'!
Die Bedeutung Omaha's als Han
dklSstadt ergibt ich daraus, dak die Ge
sammlsumme des Clearinghouse Ber
lehrs n Jahre 1896 $210.141,324.28
trug. Die Stadt zählt acht National.
tanken und eine Sparbank mit einem
Äesammtkapital von Z3.800.000 und
$12 $15,000,000 Gesammttinla
cii. 180 GroKhandlunassirmen, de
rra Umscch per Jahr auf $40.000.000
veranschlagt melden kann und deren Ge
schäftskapital cirka $10,000,000 be,
trägt, besorgen die Bertheilung der ver
schiedenen Waaren an die Klelnhänd
ler. er EeldumsaK des Ponamtelt
Omaha belies sich im Jahre 1896 aus
k2.S7S.7Zg. Die Einnahmen M
Jnland'Steuern in Onkel Sam's Of
(icc in Omaha, betrugen im Vorjahre
930.606. Der Süd-Omaha Bieh
markt nimmt hinsichtlich seines Ge
schastöunisangek den dritten Platz ei
unter den Viehmärklen der Ner. Staa
ten. Im Jahre 1896 wurden daselbst
aufgetriebe: 6,181,529 Stück Rind
Vieh. 14.692.120 Schweine. 2.006.
194 Schafe und 86.211 Pferde und
Maulihiere. Der Werth des umge
setzten Produlle! betrug 1896 mehr als
$30.000.000. Die Zahl der in den
Viehhöfen und den damit in Bttbin
düng stehende grohin Schlackthäu
sern angestellten Arbeiter beträgt durch
schnittlich 3500. ,
Aber auch hinsichllich seiner Jndu
strien kann sich Omaha mit so mancher
Stadt des Ostens messen. Die gröKten
Schmelzmerk siir Edelmetall in diesem
Land sind daselbst tablirt: dieselbe
produzirten im Jahre 1896 10.900.000
Unzen Ftinsilb. im Werth von $7.
225.00! 273.000 Unzen Feingold,
im Werthe n $5,640.00; überdies
32,000 Tonnen Viel, im Werthe n
$1.656.000 uns Kupfervitrwl I
Werthe $790.000. Besonder fec
uuhebe sink eil noch die Werk
Patte der Union Pacific Bah, d
greifet im Westen, für die Anfertigung
,d Reparatur der JahrbetriebsmUtel
iuschliekl'ich Lokomotive, mit ei
m (lein bi Arbeiter, des
se Zahl sich us 1500 klaust; snnet
die C artet' (dhen leimeikvadrike.
die unter die btdeutendftk des Candet
zähle nd Im Vorigen Jahie .v0To
m Waare produzirten. deren Werth
sich us $400.0 belies. uszkrdeu,
besindensichinOmabedtkigrokeBraue !
reien. zwei Biannimeinblenneieten,
Sirup und Essig'Jabiilen. eine Schrot,
gikszerci. Leinölsiedciei, Maschinen
svbriten. Eiscngiesjeieien, Jässcr und
Kistensabrilc, zwei Peilmutlerknops
sZabiilcn. eine CichiiknlaIsecFabrit
und verschiedene andere JndusliieEta
blissemenls.
Nicht weniger als dreizehn Eisen
bahnlinicn lausen in Omaha zusam
men, welche, von allen Richtungen kom
mend. die Stadt in diiette Berbin
düng mit allen Theilen des Lande!
bringen. Vier grokc Hauptl'micn r
mitleln unmittelbaren Bcrlchr mit dem
Osjcn, Bon den in Omaha vertrete
neu Bahnen haben die Union Pacisic,
die Bullington und MissouriÄimr.
die llhicogo. Mianeapolis. St. Paul
und Omaha', die frumont, Ellhoin und
Missouri Valley' dann die Bclt Line
Bah, ihre Haupiquaiticic in Omaha.
Dt, veiittsllirift iil'er dir drut
schrn Schulzgrbtrto.
,Jm Reichstag ist die wx längerer Zeit
angekündigte Denkschrift über die Ent"
Wickelung der deutsche Schutjgcbiete
nun endlich zur Verkeilung gelangt.
Als Fazit des Berichtes für das Togo
land konstatirt die Denkschrift, das; die
bisherige günstige Entwickelung fort
dauernd anhält. Togo ist die einzige
Kolonie, welche noch nicht rollständig
abgegrenzi ist. Nach Norden istdas Land
offen, und konkurrirend bemühen sich
westlich England und östlich Frankreich
um die Ausdehnung des Hinterlandes
bis zum Niger.
Ueber die TogohinIcrlandEkPcdition
welche den deutschen Besib bis zum Niger
zu erweitern gedachte, öiifzcrt sich die
der Denkschrift beigelegte Anlage über
die Verwendung des Afrika-Fonds: es
hat bisher an Zeit gefehlt, kartographisch
alles genau zu fizircn und die wissen
schastlichen Ergebnisse der Arbeit im
Nigerbogen darzustellen. Welche Rechte
bei der schliefzlichen Bcrihcilung des
Hinterlandes am Golf von Guinea
deutscherseits geltend gemacht werden.
sagt die Denkschrift aus begreiflichen
Gründen nicht.
Für Kamerun, wo im verflossenen
Jahre der Zlaunde-Ausstand nieder
zuwerfen war, ist ein Aufschwung des
Plantagenbaues im Norden und am
Kamerunberg zu verzeichnen. Die Ein
geborenen sind gehorsam, das Vertrauen
der Kaufleute wächst, die Zolleinnahmen
sind wesentlich im Steigen begriffen.
Die gröfjte Kolonie Deutsch Ost
afrika hatte im verflossenen Jahre un
ter erneuten WaheheAusständen und
Unruhe an den Küsten zu leiden. Als
Landplage war dazu die Heuschrecken
noth gekommen. Jetzt ist die Ruhe im
Lande gesichert, die Heuschreckengefahr
ist geschwunden: in den weitesten Gebie
ten ist eine Fülle an Lebensmitieln vor
Handen. Der Plantagenkultur scheint,
wenn auch der Kaffecbau ein jeden Zwei
sel auSschlieszendes Resultat noch nicht
gelieferthat, eine blühende Entwickelung
bevorzustehen, und aus bergbaulichem Ge
biete eröffnen neuere Funde, insbeson
dere Kohlensunde, die besten Aussichten.
Von besonderem Interesse sind die
Mittheilungen über den Eiscnbahnbau.
Die Tracirung der Ecntralbahn von
der Küste zum Tanganjika- und Vikto
riO'See ist bis nach Udschidschi bisher
fortgeführt. Die Usambara-Linie ist
4 Kilometer lang bis' Muhla im Ja
nuar vorigen JahreS fertiggestellt. Die
Tracirung ist bi! Korogwe fertiggestellt.
Die Bahn soll den Kilimandscharo er
schließen. Der Bau ruht aber seit Ja
nuar. weil die Gesellschasl neue Mittel
aufbringen muh. Ferner enthält die
Denkschrift neue Mittheilungen über
die Regelung der wichtigen Landsroge.
durch die der Bodenspekulation vorge
beugt und der Regierung die ihr ge
bührend Einwirkung aus die Entwicke-
lung der Plantagenwirlhschasl gesichert :
erden soll. I
Langsam aber stetig" ist die Ent
Wickelung von DeutschSüdwestasrika. :
nachdem der Hottentotten-Ausstand nie
Iirgeschlagen ist. Die Hereros. welche
schwierig zu werden drohten, beobachteten
unter dem Eindruck dieses Erfolges eine
friedliche Haltung. Die Einführung der
Wehrpflicht hat den befreundeten Einge
borenen die Solidarität mit den deut
schen Interessen zum Bewuszisein ge
bracht. Handel und Schiffsverkehr haben
sich gehoben, nur fehlt noch, da die Lan
dungsstelle am Swakop sich so günstig
entwickelt, eine Bahn von der Küste
ach Windhoek oder Otjimbingwe und
im Süden eine zweite von Lüdcritzbucht
nach Keetmannshoop. Etwas ist schon
geschehen: die Regierung hateinige Kilo
meter Feldbahn gelegt, damit die Güter
bei den tiefen Sand an der Küste
landeinwärts gebracht werden könne.
Verkannt.
,Lch glaube, lieber Ncsse, Du kannst
meinen Tod gar nicht abwarten, um zu
meinem Gelde zu kommen!"
Aber. Onkelcden. für wie schleckt
hältst Tu mich! Mußt Du denn durch
aus zuvor sterben?"
.
Kein Ctudenlenzimmei.
Hauswirthin (bei ermieihuna einet
seh' schmalen Zimmers): Seit mehr
als 20 Jahre wird diese! Zimmer
ur , Studenten bewohnt!"
Snidiosu!: ..Unmöglich! Hier kann
suh ja nacht! das et, nicht drehen!"
Der unschuldige Sonnlagsreiter.
Habe, Sie icht lese, da hier
Reite und Jahre streng verboten ist?-
..R. kann I ch vielleicht etwa
dafür, dafe der Gaul heteingegcmge
'.".
n rn u n o
Im Anschlusz an den gediegenen Ar
tikcl unseres verkhrte Freundes I. C.
Demos über einen Krebsschaden dri
modernen amerikanischen Gesellschaft"
möchten wir aus einen anderen, nicht
minder wichtigen Punkt aufmerksam
machen.
Die Donnersiagausgaben der großen
englischen Zeitungen unseres Lande!
brachten spaltenlange illustrirte Be
richte über einen Ball, der im Kreise
der Oberen Zehntausend" der New
Yorker Gesellschasl gegeben war.
Die dabei getragene Costüinc waren
denjenigen nachgebildet, mi) welchen die
französische Aristokratie unter der Rc
gicrung Ludwigs des Fünfzehnten und
Ludwigs des Sechzehnte zu prunken
pflegte.
Zahlreiche Bilder veranschaulichten
die Scenen im Ballsaalc, und eine
Viertelspalte oder mehr war den Spei
scn und Getränken gewidmet, mit wcl
chen die betreffenden Millionäre ihre
Gäste rcgalirten.
Aufdringlicher hat sich das östliche
Protzcnthum seil langer Zeit sticht ge
ze'gt.
Und doch ist nichts unvernünftiger
als diese Entfaltung übertriebenen Pru n
kes im Angesichte der arbeitslosen Mit
lionen und der hungernden Tausende.
Während früher ein so unsinniger
Luxus den Zorn der Geringen und
Armen nur soweit entzündete, als die
unmittelbare Augenzeugcnschaft oder
Ohrcnzeugenschaft reichte, trägt die sinn
los arbeitende englische Sensation!
presse heute die Prahlerei der Millio
näre einer einzelnen Stadt über das
ganze Land. So, dasz Millionen
Hände, die nicht im Stande sind, ihren
Lieben Brod zu verschaffen, sich enb
rüstet ballen, Millionen Augen zor
nig, wenn nicht rachsüchtig, funkeln und
Tausende einen Tag der Abrechnung
herbei sehnen. Einer Abrechnung, die
sich noch grauenvoller gestalten mag, als
dieienige, welche die französischen Ur
bilder jener New Borker Posscnspieler
in den Sack niesen" machte.
Im Angesichte solcher Zustände wird
die Warnung des Amerikaners Long
fcllow, die ursprünglich eine andere Be
zichung hatte, wieder zeitgemäß :
Laßt euch gewarnt sein! Der den
i Leu n erschlug.
Der vor sich her trieb der Philister
' ' Schaar,
Der Gaza's Thor auf breiten Schul
lern trug
Er, als er blind nun und geschoren
war,
Als man ihn holte nun on seiner
Mühle.
Dass er, Ziel ihres Hohns, vor seinen
Qualern spiele:
Er packte wild und ritz zu Boden
dann
Des Tempel! Säulen : nieder mit
Getös
.Stürzte das Dach ! So strafte die
ser Mann
Die Schöpfer seines ougcnlosen
Weh's!
Der arme Silav'. den .sie verlachte
Alle.
Zermalmte Tausende m seinem eg
nen Falle!
Ein blinder Samson auch in diesem
Land.
Machtlos, geschoren, geht in Kett und
Strick.
O, hütet euch, daß nicht auch seine
Hand
Umreiszt die Säulen dieser Republik,
Bis unsrer Freiheit Tempel, hehr ge
fügt,
Ein Trümmerlabyrinth formlos am
Boden liegt !"
gerr von Miq,l.
Au! Herrn Miguel ist nun ein Herr
von Miquel geworden, da der preußische
Finanzminister gleich dem Geheimen
abinetsrath des Kaisers, Dr. v. Lu
canus, ril dem Orden vom Schwarzen
Adler decotirt worden ist. Gkichzei
zeitig ist dem Minister ein huldvolle!
Schreiben des Kaisers zugegangen.
Der vom König Friedrich dem Ersten
bei seiner Krönung am 13. Januar
1701 gestiftete Schatze Adlerorden ist
der höchste preußische Orden ; derselbe
besteht nur aus einer Klasse. Der
preußische König ist Großmeister, jeder
feiner Söhne geborener Ritter. Die
inländischen Militärs und Civilbcam
ten erreichen durch den Orden den Rang
hinter den General Feldmarschällen ;
außerdem kann der Schwarze Adlcrorde
an auswärtige Fürsten und deren vor
nehmste Würdenträger etlichen wer
den. Jeder Nichtadelige, dem der Or
den verliehen wird, erhält dadurch den
preußischen Erbadel. Zu dem Orden,
der an einem breiten orangefarbigen
Bande getragen wird, gehört ein silber
er Stern auf der Brust mit schwarzem
Adler und der Devise Suum cuique"
Jedem das Seine. Als besondere
Auszeichnung werden Brillanten zu dem
Orden verliebe.
Herr vonMicaiel ist seitdem 24. Juni
1890 preußischer Jinanzminister und
iZeht. wie ma wohl aus der Eihe
tun in den Adelstand." dk ihm mit
der Verleihung des Schwarze Adleror
den! zu Theil ge worden ist. ersehe na,
beim Kaiser auch jetzt noch in derselbe
Gunst wie damals, al! der Monarch
über den Franksurtet Oberbürgermeister
nach in längeren Unterhaltung mit
ihm der Ausspruch that: Das ist
mein Mann !" i
Ueber de Lebcnsgang des liberalpro
teftantische neuen Riiters bringt da!
liberalprotestax'ikche iUn Tageblatt
das Folgende :
Johannes Miaucl ist am 21. Februar
1.'9 zu Ncuenhau! i der Grasschast
Bcuihkim au! einer französischen Emi
graniensamilie geboren.
Miquel studirie In den Remlutions
jähren, deren Ideen er völlig in sich
ausgenommen hatte, in Heidelberg und
Göiiingen die Rechte. Sei Briefwech
sel mit Marz aus jener Zeit, wonach
Miquel die Rolle eines Organisators
von Bauernaufständen zufallen sollt,
ist in den letzten Jahren von sozialisti
scher Seite mit Vorliebe gegen den preu
bischen Minister ausgespielt worden,
der sein ganzes Leben hindurch etwa!
kommunistisch angehaucht geblieben ist.
Nach Vollendung seiner Studien wurde
Miquel Anmalt in Göttingen. In die
zweite hannoversckx Kämmet gewählt,
that er sich dort sehr hervor und wurde
bald nebe Bcnnigscn der Führer der
hannovrischen Nationalliberalcn wie
später nachdem Wiedererstehen des deut
schen Reiches dem er durch eifriges
Wirken im deutschen Nationalvercin vor
gearbeitet hatte dct nationallibcrale
Partei Deutschlands. Er entfaltete als
Mitglied des deutschen Reichstags und
des preußische Abgeordnetenhauses eine
eifrige Thätigkeit .arbeitete mit bei der
Berathung der Verfassung des Reiche!
und namentlich der Justizgesetze. Nach
dem et kurze Zeit Oberbürgermeister
von Osnabrück gewesen war, trat er
1870 in die Direktion der Diskontoge
sellschaft ein: btefe Stellung gab
Ende 1873 Indeß schon wieder auf.
Im Jahre 1876 wurde Miquel wie
der Bürgermeister von Osnabrück und
später von Franlfurt M., wo er bis
zu seiner Ernennungzum Minister blieb.
Miquel hat in allen seinen Aemtern
eine große Arbeitskraft und ein bcdeu
tendes organisatorisches Talent bewie
sm.
Leider hat er seine Fähigkeiten, je Ll
ter er wurde, desto weniger in den Dienst
des Bllrgerihums gestellt ,für das er
i jüngeren Jahren so eifrig thätig
gewesen. Nachdem er 1884 die Na
tionallibcralcn in Heidclbergzum Rechts
abmarsch veranlaßt hatte, ließ er sich
1887 wieder in den Reichstag wöh
len, dem et Jahre lang mißmuthig, wie
Bennigsen, den Rücken gekehrt hatte.
Hier machte er sich in erster Linie um
das Zustandekommen des Branntwein
stcuergesctzes mit der noch bestehenden
Liebesgabe" verdient, und obgleich er
in seinen Tagen im Reichstage empha
tisch ausrief : Ich bin Bürgermeister
einer großen Stadt, warum sollte ich
Agrarier sein?!" ist er doch mit
den Jahren immer mehr zum Lieb
ling der Agrarier" geworden. Auch
betheiligte sich Miquel hervorragend an
der Revidirung der Gewerbeordnung.
Als preußischer Finanzminister in
teressirte sich Hett Miquel lebhaft für
ine Reichsfinanzreform, die aber selbst
dieser vielgewandte Mann bisher noch
nicht zu Stande gebracht hat, wenn wir
ihm auch manche Steuern zu verdanken
haben. Mehr Glück halte dieser aller
getteueste Dienet des Fiskus in Preu
ßen. Hiet setzte er von 1891 bis 1893
eine Umgestaltung des gesammten direk
ten Steuerwesens durch, wobei er wie
der für den Großgrundbesitz arbeitete,
zu dessen Gunsten jetzt wie er aus
gesprochen haben soll ein Menschen
alter hindurch Gesetze erlassen werden
müssen. In den weiten Kreisen des
wertthätigen Bürgetthums ist Miquel
datum nicht mehr sehr beliebt. In ihm
sind die unangenehmen Eigenschaften
des Fiskus personisizirt, und Niemand
hat vor ihm das Umdrehen der Steuer
schraube mit gleicher Virtuosität wie er
zu handhaben verstanden.
Wundervoller Fortschritt der Wissen
schuft! So heißt es ringsum, nun
Edison ein Licht entdeckt haben soll,
welches den lebenden Menschen bis in
den letzten Schlupfwinkel des organi
schen Wesens durchleuchtet. Der weist
Sakrales aber sagte schon vor zweitau
send und mehr Jahren, daß er vo
Tag zu Tag mehr zu der Erkenntniß
komme, daß er nichts wisse. Und so
wird'S, wenn jenes Licht wirklich ge
funden, auch mit dem Fortschritt be
stellt sein. Wir werden nur immer
noch klarer beleuchten: unsere Unwis
senheit.
Die englischen Gelehrten sind mehr
denn je am Spekuliren" und erinnern
darin manchmal sehr an Göthe'S ..Vieh
aus dürrer Heide". Einer von ihnen
hat soeben ausgerechnet, daß, wenn alle
Menschen vom Tode auferstünden, sie
eben der jetzigen Menschheit sehr wohl
Platz auf der Erde hätten, daß aber
schon im Jahre 400 die dann Lebende
nichts mehr zu esse haben würden. Ja,
wenn eine in 200 Jahren bevorste
hende Hungersnoth unser einziger irdi
scher Trubel wäre l
Amtssiil.
Det loblickn Beziikhauptmannschaft
wird ergebenft bericktet. daß der Orts
polizeidiener Joses Ordnung gestor
den ist. und zwar an einer Lungenent
zündung, wozu sich noch ärztliche Be
Handlung gesellte.
'
Aus der Schule.
Lehrer : ..Was ist ein Trugschluß?"
Der kleine Moritz : ..Wenn mein Ba
ter Sonntags das Geschäft vorne zu
hat und rückwärts die Kunde doch her
Maßt!"
AuSdem Kasernenhof.
Feldwebel: ..Rekrut Mayer, wie
stecken Sie den heute wieder ia der
Uniform!.. An Ihnen ist witklich
in Civilist verlöte gegange !"
Deutsche
Wkin u. Bier
Wirthschaft
von
AUGUST ÄI0SER
127 sudliche 10. Strafte,
(früher Ernst Hoppe's Wirthschaft )
Alle Freunde eine! guten Glase
schlitzlchc Bier, sowie Weine, Liquenre
und iotkklflij,en einheimische Ciganen
werden di.seg stets öci mir vaisinde,
freundliche Bedienung zugesichert.
uIchkn Lincoln und Tcnner, Oakn ii
äse, utie, ioeleui. Snotonr, M,In,
:fo!lle, a Fr-nc oun!, 'o VlnqtW
"""man Palan und Touristen ,t,,aimin.
kcun'ni Ebair gar, -mtitt in er
loot Stiti rffice. 1044 0 Sir, Oor, wo
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3. . eioftoti, I. T. Mast!,,,
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SS'Äig,ra
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5t. 1216 O Straße.
IVÄSlperDalz.
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