Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, May 28, 1896, Image 3

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    EBRASKA STAATS - ANZEIGER, Lincoln. rv.
m
Dir piiiilji örs m.
iiimai, ;:t '.linolph fflchg.
', oicivr 'öoiiviitu ii iiuiiuiiif),
beim muh ti'iirüi'rtiituu'v lehre ich nuilir
filieinlich und) vUerliii iimief, iinii midi
jutfiiiiiirn mirnit in 1 1 iiircr Mania
sehr bald Csnuc&i-. Jch iöchle dalur
ftrau Mit :)fffibtivst bitten, tniii sie ihr
nueieiite svon iunutiiiiiiiiii. uüch
;
Vi'il'.nit der (cSatttc. r u lomilcft dntch
!!!"!" i'er'i'e'eiiheit ne
mtlfll."
.Jch bunte Tir, Heinz, lind ca freut
mich, das; ?n nod) iiiiiiiit foiiiitiij bis!,
allein ie!i inerte t orfi stehen lind wich
zur iNüitreiie fertig iiieuheit, denn
lerne liifpiintifjc reichen dafür iiiitf.''
5ie iiuli itiin mit einem mannen
JPliif die Hand und fiirttc leise er;it
tcind i Veb' mol;l!"
(fr aber hielt die Hund sifl und bei
dem Mjchu'boiwrt, du wie das i:er
klingelt einer Harfe iitier ihre Vippen
kam, war eo ilnn, nlo ströme eine
liliill) Mit schönen terriniieiiiiigeit dnrdi
seine ee!e. ix sal den Sternen
Himmel vor sich, unter dem er ihr seine
Vielie im luieiidraiisdi gestände, er
glaubte den Dust des rtilelitiorn ciii
ziiatljmen und den Voefnif der rrujiel
(luü weiter verne ;n hören. Und wider
streitende befähle tuirtliiuiien sein yr,.
Anna, " ljuiiditc er jititlid), irao uns
einst oeiband -
Sie entjof) ilini die Hand und smile
hastig, in ubweisendem Taue: Tatf
ist je;t etfiorlxii. Wende ?,'ch den
neuen Idealen ;n ich will reine
reue indit lloien, .Motreitt idi nt c
.kein ;tiol, beis Tu jeljt nudelest."
iie nneitc leicht de,i!ovl nnd ichrill
an ihm voriil'er in'c agdhaiiechen.
G. Sislpilcl.
Auf der Tchlofiteriasfe hallen sich
die Hausfrau mit iliren ältesten Jiin--dem
isetix und Trude. jeime die Ver
lobten slin Xrtffeetijd) niedergellissen,
jvelif, eilt hbjchei Bübchen, des, eil
Blondhaar nach Pagenart oeischnillen
war, stellte der Mama fragen, die die
ser uiibegiiem t,it sein schiene; sie lv
trafen die neue Owuveruaiile : Trink'
jetzt Deine Wild, und kümmere Tid)
nicht weiter tun das ivriiiilein, den ei
fahrt um elf Wir wieder von liier ad, "
Ist aber redit schade, Mama," be
niertte der leine, dao ,nanlein hat
mir gefallen."
Wir nudi," rief dic vierjährige
Tinde, die sich in der Regel damit
begnügte, bnji es clio für die weifen. 8iu
spiiiche ihres älteren Bnideicheiiij abzu
geben. So? Na, warum gefallt Luch denn
gerade das giäuleitt?" fragte Heinz
lächelnd,
Felix, der eben einen tiefe Zug ans
dem Mildibecher gellian, wischte sich
das Mauldien mit dem Handrücken ab
und antwortete, prompt: Sie ist so
geduldig."
Helene, die eben die Tassen mit dein
braunen Trank füllte, sah bei dieser
. Antwort ihres -Stiininchaltertf betroffen
UM und sagte dann nach einer Weile
leise zu der neben ihr sitzenden Älexan
dra: Ja, auch jltndcrljüitdc treffen
bisweilen den Nagel auf den Mops, und
sein Voll für Fräulein Förster ist ein
Tadel für mich. Geduld? Wahrhaf
tig, die geht mir zu rasch aus, Auch
gestern wieder . Im Grunde war's
eine Timinilicit und dir Erregung mei
er Nerven zuzuschreiben, daß ich mich
um des Unfalles willen hinreißen
ließ, und dem rciulein den Stuhl vor
die Thür setzte. Ick, bedarf so dringend
der Stütze, und dieses junge Mädchen
gefallt auch mir. Sie scheint gerade
die Person zu sein, die ich so lange ver
geblich gesucht habe."
Nun, so behalte sie doch, nimm
Deine Kündigung zurück," versetzte
Zllerandra mit einem Seitenblick auf
Heinz und einer Miene, die zu sagen
schien: ?u siehst, daß ich keine Riva
lin fiitdite."
Ja, wenn das so leicht ginge, Idi
hab' heute Morgen schon eingelenkt und
ihr gesagt, daß idi aus den Ersatz des
affeegesdiines verzichten wolle"
Heinz sliisteite bei dieser Stelle
Alexandra zu : .Wir wollen Deiner
Sdiivägerin in Berlin ein recht schönes
als beschenk aussuchen!"
Na, und was hat sie erwidert?"
fragte Alexandra, nachdem sie Heinz
' zi!,,estiniint.
Sie lehnte das in besdieidenem
yenc, aber mit aller Bestimmtheit
(il), dic mir den Muth benahm, ihr
weitere Vorschlage zu inachen. Mir
scheint, sie stammt aus einem guten
Hause."
'Ihr Vater war Bürgermeister in
meiner Batcrftadt und ihre Eltern
unterhielten frcundschaftlidieBeziehun
gen mit den tneinigen," bemerkte
Heinz erröt hend.
Und was Dir der Herr Referendar
noch verhehlt, Helene, ist der Umstand,
daß Anna Förster seine erste Viebe
war'" Alexandra lachte triumphirend
aus bei dieser Bemerkung und Helene
meinte, nun verstehe sie erst die abwei
sende Haltung kcS jungen Maddiens,
Papa! Pax!" riefen irf diesem
Augenblick dir Sinder und liefen Vik
tcr entgegen der eben durch den Vor
garten schritt.
,ott ft.'li' mir bei ! Du schon auf,
Viktor?"
Ja, ivas gibt'S denn da zurcrwun
dern?" antwortete dieser zu seiner
Frau aufblickend, radiern er die lei
mn flnd,tii gelunt hatte. Wenn ich
r';:t Frut!.' aus dem Ee.iar die Gelder
' k!iitc, um zu seilen, wie weit die
Arbeiten genern ged:e!,en sind, so ist
tao doch ganz natiirndi,"
, Freit, di. Iie!er Vitter. da? treite ja
so natürlich und eianz in der Ordnung,
aber leider j-iilni't ?u in der Regel
bis r.txn U'ir.'
Hier genügt cuii dic Slusrolime.
li sdiieckt id'. n die ,a!!en;er. wenn
mein rsn ea zu cis criter ans
dem i;k'oc erscheint und cs zinnat aueb
dic Auiieker zie.r P'li!isiiun.i. wenn
sich der H.rt vl?ct i:n Hortiir der
Arbeiten ackcxie, inrinut."
ms:iiiH ujl ,:tiv 111 v;i'tt uai ,
dem PleiK," earf Heien? hin,
Vi'itoi, dir i n Ii'iii'ii.'r Erregung
(lefpiodien, ,.ili mit einem Male das
'.'luge des iliefeiendais auf icki rnlieii
und dessen Vii.f idiint : sagen : Du
Im fi reuten (vrmid, Dich zu erhitzen,
dein, ?n s.'.gs, nicht die Wahrheit.
0'i'ri'!l;e;:S mangle er seinen Ton und
erwiderte: l einPata, liebe Helkiie,
Kar auch das unerreichbare Muster
eines 'andwirtlics. ?od, jetzt laß uns
in Frieden unseren iaiiee trinleit. "
Viktor ließ jini auf der Ternsse nie
der, plauderte mit den indem, neckte
die riebeuden, lußle das Vübl,, welches
von der Amnie Iierausgebrad wurde,
und veiirand in der frischen Morgen
inst bald die Ivrperlidie und nivraliselie
Depression, '.'iachdein er eine Tasse
scknraizen astce getrunken, trat Fritz
ans dem Iagerliäuschen uns er befahl
dem Burschen, ihm Cigarren zu brin
gen. Fritz verschwand im Saale und
kehrte uaeh einer Weile mit der Mel
düng zurück: 'adiger Herr, in den
Ligarrenkisie sieht's ede aus."
Nun, so bring' die Eigarrettett."
Audi die sind alle in'Raud, auf
gegangen. "
Aber Schockschweienolh, so viel ist
dodi gar nicht geraucht worden. ,W)
selbst halte das istchen mit Cigarren
und eine Blechbüchse mit tziigarrelten
herausgegeben. Von unsere Ästen
aber habe hechstens ei Dutzend ge
raucht. "
Ja, von den Herrschaften." warf
Fritz ein, das stimmt ! Aber als gegen
Morgen l)ier Alles d unter und drüber
ging, da thaten die ffiziersbuischen
und die Musiler tiefe Griffe"
Und Du hast das ruhig geschehen
lassen?"
Da war kein Hallen mehr,"
Helene schüttelte leise den opf und
sagte dann, nur um den Diener zu
verabschieden: Fritz, sieh zu, daß der
o'asar gut abgerieben und zugedeckt
wird, "
Der Lasar wozu denn, gnädig?
Frau?"
Mein Mann hat auf ihm die Fel
der abgeritten und er schont die Pferde
nicht."
I, gniidige Frau irren sich. Der
(Zäsar ist seit gestern nicht aus dem
Stall"
Fritz brach ab, denn sei Herr räu
sperle sich und bliulte ihm verstohlen
mit den Augen zu, Ich verfprad,
mich," bemerkte Viktor zu feiner Frau
gewendet: Auf dem orsar bin ich
ausgelitten,"
Darum auch!" beeilte sieh Fritz,
seinem Herr zu Hilfe z kommen.
Ich wunderte mich vorhin, daß der
ntscher dem orsar die Decke auf
legte. eIa, der orsar! Da stimmt,"
Als der verschmitzte Bursche die
Treppe verließ, wußte die dwtsherritt,
daß ilr Manu sie wieder einmal be
logen hatte. Sieh', lieber Viktor,"
bemerkte fic. ihren Verdruß bezwin
gend, das , ist auch ein wunder Punkt
unserer Wirthschaft. Mein Vater ja,
Dein spöttisches kacheln ändert an der
Thatsache nichts besaß gar keine
uxuspferde, geschweige denn so viele,
daß er ihre Rainen hätte verwechseln
können."
Nun war Viktors Geduld erschöpft.
Aeigerlich jchob er sein Bübchen, das
sieh ein ihn gelehnt, zur Seite, und
antwortete in barschem Ton : Hoffent
lich befaß Deine Mutter ebenso glän
zcnde Eigensdiaiten wie Dein Papa,
und dann daif ich annehmen, daß sie
sich nur tu ihre eigenen Angelegenheit
ten bekümmert hat,"
Minder, zankt Ihr Euch schon wie
der! lmiis, c'cst iiiliviix!" iii war
dic Wenernliit, die durch diese Benicr
kung die Aufmerksamkeit auf sich lenkte
und dem Jurist der jungen (iheleutc
ein ,iiet letzte. Alexandra bot ihr
einen guten Morgen und bemerkte
ladiend: Mama, Du siehst au wie
das verkörperte Elend!" In der That
hatte sich mit der strahlenden Erschei
mmg, die wenige Stunden zuvex noch
den jüngsten Lieutenant blenden konnte,
eine ersdireckende Veränderung voll
zogen. Ihr gefärbtes Haar, das int
Kerzenlicht goldblond und aninutliig
gekräuselt erschien, hing ihi jetzt in
moosfarbenen Strähnen wirr um den
opf. Eine nasse Stirnbinde hielt es
zusammen und von dieser tarnten einige
Wassertiopsen über das (Besicht, auf
dem noch Flecke wiißer Schminke die
Thatsache verrietlien, daß die (iVncra
lin sich noch nicht am Wasditiick) er
frischt hatte. Ihr Schlasrock hing ihr
lose wie eine Mönchskutte um die sonst
so wolilgerundete. formenschöne Gestalt,
und völlige Schlaffheit prägte sich in
ihrer Haltung und ihren Mienen aus.
Ach, " klagte sie, ich leide sehr aber
sehr! Wie sag! doch der Dichler Sckiep
xcl ?"
Scheuet, Mama!"
..Kiiliii, Scheffel : ,Es ist im i'cbcn
häßlich eingerichtet, daß bei den Rosen
gleich die Domen stehen,' am hat
man bei Svicl und Tanz ein Stiickckicn
fugend wiedergefunden, so kommt der
aler und verlangt den Finderlohii."
eine .lailc schwarzen iifr'ee? wird
Ihnen wohlthun, liebe Mama."
Helene schenkte ihr den braunen Trani
ein, und die (''eneralin erwiderte in
kläglichem Tone : Wohlthun, mein
liebes ind? In diesem Zustand ist
Alles was nun genießt kein (cnufi."
Sie nahm einen Schluck und schüttelte
sich: Brr! Schmeckt bitter, wie
Arznei !"
Weißt Du was. Mama? Dir und
uns Allen wurde ein kurzer rne, durrti
den Paik zutiaglich sein," sagte Viktor
in tTo!lide:r. Ton und teiitc der tc
neratiii jenen Vlrm.
..( r-t um- iili'i'!-' D ie ("rnernliu
rotste sich a:i und selgtc ihrem Stief.
sobn. Die Verlebten tiefen die indec
herbei, die vergnügt an der Promenade
Ibeilnabmen. Rur Helene blieb zuine!
mit dem Hiuireis aui die ihr rerf; tt
Dprfteber.ter. Äusiainun,',eatblen.
Sie wandte s,eb d.r Saaltburc z",
ein die Dieueridia't zur Vlrbeil lierbei
zuru'cn, blieb aber aJ balbem We.ie
lieben, denn es idoß ihr der edau!e
durch den Kerf : Waran: in Visier io
frud angestanden? i7d cr am Ei-.de ein
niefct vi Bett gegangen? Cd cr die
Nacht kcch wieder a:n Zclli'ch -: '-
sen bat, Iretz e,nes 'eriptechens?
Die Flucht ihrer quälenden (bedanken
wurde plolilieh dareh Vluua Forsters
Eiidjeiiien unterbrochen, die im ilieiie
kleid aus dem ,Zageil,äus.he trat,
Adi, das junge Mädchen kann viel
leicht Aufschluß geben, sagte sich
Helene. Sie war such aufgestanden.
11m nicht von der Dienerschaft gehe:!
zu weiden, ging Helene Anna entgegen.
Diese stellte im Vorgarten die eht
crbiciigc Frage, ob die gnädige Fia
nodi Befehle für sie habe.
Helene schüttelte den opf und er
widerte: Idi bitte Sie nur und), mir
eine Frage zu beantworten: Habe
Sie heule in der Frühe meinen Man
schon gesehen?"
Ja,"
Wo?"
Im Spielzimmer des Iügerliäii
diens. Ich trat, weil ick, den Vlusgang
venehlte, i den iiaiini
Wo die Herien ant Spielliseh
saßen?"
Ja, gnädige Frau."
Bei diesem Ja zuckte Helene zusam
men, ihr (Besicht winde bleich, und sie
rief plötzlich in aiisbrechender Verzweif
lung: So hat er dock, die Nacht hin
durch gespielt ! C, nun lreiß idi 's ge
wiß! Wir treiben dein Untergang ent gegen!"
Anna war so überrascht von der Wir
kniig, die ihre Antworten hervorbrach
teil, daß sie auf die bleiche Frau, der
mit einem Male heiße Thränen über
die Backen rollten, zusprang, sie um
faßte und erschrocken austics: Um
(Voltes willen! Was crfd)ieckt Sie
den so? Ich wollte Ihnen nicht weh
thun, gnädige Frau wahrhaftig
nicht!"
Helene ließ wie gebrochen den Kopf
auf die Schulter Annas sinken und
stammelte schluchzend : C, meine
inder, meine armen itidci !"
unädiqe Frau, Sie sind krank, "
flüsterte das Mädchen fafiungsloe-,
soll ich zum Arzt schufen?"
Helene reifste siech wieder ans und
trocknete ihre Augen. Um (Lottes wil
len, lassen Sie Niemand wissen, wie
schwach Sie mich gesehen. Es iiberwäl-
tigte mich plövlich ich bin nervös ge
worden. Die Unruhe, welche die Ein
giiailirinig und der Besuch mehrerer
Verwandten in's Haus brachten Sie
begreifen !"
Um so mehr muß ich es bedauern.
Sie durch meine Antworten so tief er
regt zu haben."
Annas Stimme klang so theilnahms
voll, daß Helene ihr in die feudxglän
zenden Augen sah und leise erwiderte:
Ich weiß, daß Sie gut sind, und be
dauere cS sehr. Sie gekränkt zu haben,"
, das ist verwunden und ver
ziehen" So beweisen Sie mir es durch dic
That," Helene ergriff Annas Hände
und fuhr in flehendem Tone fott:
Bleiben Sie bei uns."
Unmöglich!" Anna rief das Wort
im Tone des Erschreckens aus und suchte
sid) loszumachen. Jd)kann tiidjt blei
ben, jetzt nicht mehr."
Helene aber klammerte sich an die
Widerstrebende, Sie könnten mir
viel weiden, ich fühle es. S4c besitzen,
trotzdem Sie die Jüngere sind, mehr
Erfahrung und ebensklngheit als ich,
das hat mir die Art gezeigt, wie Sie
dic indcr behandelten. Sic könnten
mir rathen und helfen in mancher
schwierigen Vage. Sehen Sie, Fräulein
Forstet, verheirathetc Frauen sind zu
weile harten Prüfungen ausgesetzt
cö fallen Schatten auf ihr Veben, von
denen Sie nichts ahnen "
Glauben Sie?"
Helene betrachtete die C-'CUbernnnte
bei diesem Eiiiwuif überrascht und be
merkte jetzt erst einen sd)wermiithigen
Zug in ihren Mienen. Wie, auch
Sie? Adi, jetzt erst seh' ich, daß
Sie vor urzem geweint haben, und
ahne, daß nicht der Verlust der Siel
lung Ihnen die Thränen erpreßte.
Nun denn, liebe Anna darf ich Sie
so nennen? gemeinsames 'eid verbin
det, bleiben Sie bei mir als meine
Freundin, ('leben Sie mir in dieser
schweren Stunde den Trost, daß meine
iuder gut behütet sein werden, selbst
wenn mich das Schicksal zu Boden
werfen sollte." Ihre Augen füllten
sich wieder mit Thränen, und einem
plötzlichen Impuls folgend, zog sie das
widerstrebende Mädchen in ihre Arme.
Durch Anitas Herz zogen die (Gefühle
drö Milleids und der erwackienden ,jn
Neigung: diesen nadigebcnd, erwiderte
sie dic Umarmung und antwortete be
wogt: Run wohl, ick, will es ver
suchen, Ihr Vertrauen zu reckitfcrtigcn.
Jetzt aber lassen Sie uns miithig sein.
Weiiiliren und Heimsuchungen iiber
Ivinfct nur der besonnene und herzhafte
Mensch,"
Helene küßte Anna und crwideitc:
Jetzt bin ich schon ruhiger, da ich in
Ihnen cinc Stutze gefunden. Colt
segne Sie für Ihren Entschluß!"
Donnerwetter, das ist phänome
nal!" Dieser Äusius kam in niar-
iigen onen von der ;ct;terra,,e
herab und hatte die Wnkung, daß
Helene sich blitzschnell umwandte uns
dann jubelnd aniidirie: Papa. Para!
Rein, diese Hebet rasdiung !" Sie sieg
in die weiigeö'ineten Anne eines statt
lichen alten Herrn in tyer.erak'r.ii.
errn, der sie heilig an idi prente und
dann ladvnd ausrief : Mein Techter
ckien schließt um hellen M.igen anen
"iebeslund mit einer jungen D".:e,
das ist mir. trotzdem idi ein alter Zeerl
bin, nedi id't verge!o:":"e::. "
iteie un.ze "... ;'t rautr.s
Anna Feiiicr." bemerkte Helene tcr
stellend, .ein liebet St'.r.'t:,.-ri:.-ra,
fcueral rrti Re.::ia. vib:
;
.1.7
mir. reas DseJ; so ui.e'.iee.:!.: 1
gefehlt bat?"
. -Zune.ib'ider Dic"!'!." D.x .::eral
stri.l, sich, mit He.e::e e..:i d:e T..
ta'ie z!:ckire:rd. se:::.: t::i':.z
Schuunkir! und wellt.- da::" i.
Helm av.' ciu.e der T:'.' ::: ;:c I:::,
fand aber :irii.'.xn ke:: z::-:. ;:::;!.::
Flaschen, ilaier ur.d Ta.:: t.:::
sie, es P'.archeg. .!i:-'er D vi':." ,r v:
xleiztich eikienkt! D- ir.:" d.r.n niai
die Ctdrr, c;:!tei::Me:ni;'v'i'eide ;:::::
ieb.n, i;:; die Herren Negni.euzo
t-;r.:".i:'.teure ir.; finale .abschneide?.'
Mir kam der üiitiag ganz gelegen.
den lo tann teil i ir reemi iiiuli ?
b tnm peiicnlidi zum Geburtstag
Miiit wünickien, einige -ilimden mit
Eure indem spielen und dann meine
Alke und Zllerandia mit nach Berlin
nehmen. Die beiden Franeniiiiimer
haben Euch lange genug zur Vaft gele-
gen, -
'::x, Papa, wie magst Du nur
Eeipar ede fliitleits-
ttrase. Idi weis! genau, daß die $m
vom veben drei iinize beaniprudien
V igiiügeti, Vergnügen und nedi ein
mal Vergnügen, und von meiner aise:
seid. C'eld und noch einmal M'ld
.'lebe Ettiquarltruitg ist nicht leicht
zu Ivwinheni, mein gutes Vendjett.
jia, wie mir teiietnt, mer lvarr der
alle Herr einen Vlies auf die Terrafse
und zog die buschigen Äugenbranen
hoch, ist gestern Dein lebmtstag
tedit Innig gefeiert worden. Das .inm-
nierseld spiieht sr ne lange und beiße
Bataille. Uebrigens ersiihr ich schon
vor zwei stunden, da: das halbe Dia
goncrreginiettt Euer Fest mitgefeiert
hat."
Wodurch erfuhrst Du das?"
Der General läichelte giinirnig. Ich
ließ Alarm blasen. Na, da hab' ich
denn mein blaues Wunder erlebt!
Mehr Marodeure hatte relativ auch
Napoleons große Armee beim Rückzug
den Moskau iiickit. (icnli! Da kom
men sie! Eben tritt unsere Sippschaft
aus dem Park ; verrathe meine Anlnnft
nicht, Veilchen, ick, will sie überraschen."
Der OV'tiernl trat in den Saal zu
rück, Helene ging den indem ent
gegen, die mit Feldblumen in den Hän
den vom Spaiiergang zurücklehrten,
und Anna trat in's Iägerhäu-zcheti,
um ihren offer wieder auszupacken.
Schade, daß Du uns nicht begleitet
haft," sagte Viktor zu seiner Frau,
der Gang burrtj den Park war crfri
schcnd. Dic Sonne sdiien so warm"
lind die Morgenluft hat meine
Migräne fortgeblasen," bemerkte die
General in und nahm ihre Binde ab.
Aha, also hast Du gestern wieder
einmal Deine Zugeud gesucht?" tönte
eine Baßstimme von der Terrasse herab
und dic mder schrien wie aus einem
Munde : (Großpapa!"
Der General kam lachend die Treppe
hcrabund freute sich bei Ueberraschung,
die sein plötzliiches Eijcheineii hervor
brachte, Einen Stuhl bitte, einen
Stuhl," rief dic Generalin und machte
eine tastende Bewegung : Mir ist der
Schreck in die nie gefahren."
Viktor aber umarmte seine Vater
und rief: Papa, Du hier? Ah, nun
weis; ich aueii cndlidi, wer die Truppen
alatmirt Hai. Wenn General Reßbing
eine Inspektionsreise mitlitt, rüste
sich d,e Trompeter zum Alanublaien."
Nit, mein eIunge, ich mußte doch
wissen, wer gestern bei Euch zu Gast
gewesen. Ah, Ihr kleinen Schwere-
nother," hier wandte ich der General
den Enkelkindern zu, Ihr seid ja ge-
wachsen!" Er kiißtc sie herzlich und
rief nach seinem Burschen, mit derBe-
merkuug, er se, ,cht mit leeren fän
den von Berlin gekommen. Als die
Geschenke vor den leinen ausgebreitet
werden sollten, mtintctt die Diener
rasch einen Tisch abräumen. Sie brach
ten ihn von der Terrasse aus den Gras
platz und rückten einige Stühle herzu.
Aber wo teckt denn Zandia?" stagtc
der General, nadidcm cr sich an der
Ueberraschung und Freude der lernen
geweidet.
Viktor und dic Generalin wurden
durch dic Frage in Verlegenheit ge
setzt, Beidc fd'tmcgeit eine Weile,
' dann antworteten sie gleichzeitig:
;ie nt noch im Part mit entern unse
ler Gäste, zurückgeblieben,"
So!" Dem Menenil fiel dic Ver
legenheit, die feine ,rage hervor
gerufen, aus und es entging dann auch
seinem scharten Ohr nicht, daß Viktor
der Geneialin ziifliistcrte : Wir müs
sen beichten ! Mama, steh' bei mir!"
Er deutete aber dic Worte fassest,
und als die beiden Frauen durch den
Jubel der leinen veranlaßt wurden.
sich dic vom Großpapa geschenkte Pnp-
penitube anzutclicn, nahm der General
Viktor aus die Seite und siagtc leise :
Als ich Deine Frau vorhin umarmte,
hatte sie seuck)tc Augen. Warum weint
sie?"
Ich habe keine Ahnung, Papa"
Ist etwas vorgefallen?"
Nichts, was iigend der Rede
werth. Parole iriicimii'ur! Möglich,
daß die Anfregimgcn'deS Festes sie
nervös gemacht,"
Nun, ich will hoffen, dgn ch mich
getäuscht. Abcr das meil' Dir, mein
eIunge, wenn Du die Frau unglücklidi
machst, hast Dtt's mit mir zu iliini."
Viktor, dem diefc Vetmalrnuug sehr
einiich war, sach plötzlich das leid
feiner Schevestcr durch iat fahle Vaub
der Bäume sd'immcrn und rief auf
athmend: Da kommt eben meine
Schwester!"
Der General drehte sich um und sein
scharfes, graues Auac erkannte, daß
Alexandra sich vertraulich aus den Arm
eines Mannes stutzte und diesen mii
einem sehr wannen Blick ania!,.
Ach herrsel, ! Muß sie auch ge
radc " Viktor trat hinter seine
Stiefmutter und 'lusterte ihr in' l,r :
Ma.na, wir niniie:! i;itrr iriv;ii
sagen. Hilf mir, bitte."
Wer ist der :cmde da?" bemerkte
der General r.reZ seine Iie'e Stimme
nahm einen dreketten lang an.
.Das ! Viktors freund der Refe
rendar Heinz Veitried ein sebr lieber
i Mensch" antwortete die neralin
und trat naber zu ihrem Muten lim.
.So? iiiuir sdicinl i!m Al.raudra
auch :n halten. Syriiti, wie toi:,:i
sie zu d,i7 Veriraulidd.,!?"
..Y.h liii-ü: Die ungen Veute lieben
sich-"
.Ei, was Du sagst? Und da l,:t Du
sie allein mit dem fremden Harn iir.
ciweimeii V.rrt Iiernmliiu,,?"
In diesen, Augenblick cikauntc
Aleiandra ron der Tr.xve au? die
martiaüsdic 'es?a!I ibree? Vetlei.
Zdieu :ea sie den Arm aus dem il r.s
Begleiters und tiltee r.;t Kra Ruf:
X-ara. lieber eapa!" aus d,e t'-rurpe
im Vergarlen :u.
Der 'nieral laiu keine Techler auf
die Stirn und lichtete baun e,ne:i
scharfen, snigenden Vlick an' Hei:,
der seiner Verlobten hastig gefolgt loai
und jetzt mit flaiuniendruthen Binsen,
in bejdieidener Halnnig am Fuß der
Treppe flehen blieb. Viktor, der seine
Fassung wieder erlangt hatte, nahm
Heinz bei der Hand und sagte : Papa,
dies ist der Referento und Reserve
lieiiteiiant Heinz Vollried."
Sie sind ein Freund meines Soh
nes?" Ja, Herr General, allein ich
wünsche und Hesse, Ihrem Hause bald
mehr zu werden."
Das soll heißen?"
Das; ich Ihre Tochter liebe."
Et, der Tansend ! Und Alexandra?"
Diese schlug verwirrt die :'li,gen
nieder und sagte: Ich erwidere diese
Neigung Papa,"
Hm, das ist ja eine kuriose Ueber
rasdiuug "
Auch midi haben die Viebenden mit
einem tait, iiivnnili iiberiaschi," be
merkte die Generiiliit im Totte der Eul
sd)uldiguug, Herr General, wenn Sie meinen
heißen Wunsch erfüllen winden"
Heinz warf einen Blick voll Iäitlich
leik auf Alerandra und ergriff i!,,e
Hand ich setzte nietn Vebe daian,
um sie glücklich zu machen. "
Ja, das kennen wir! Verliebte
lind Schwärmer und haben stets die
löblichsten Ablichten, alle, ich niiiii
aud wissen, wie eej mit den Aussichten
des jungen Herrn steht,"
ie. werden Ihre rochier nicht ver-
lieren, sondern einen Sohn dazu bekommen."
Ja, daö wünsch' ich mir. Herr
Resercndar. Gesunde Enkelkinder wür
den mir auch Freude machen, allein
bevor iich dieser veilockenden Perspektive
näher trete, bitte ich Sie, mir einige
Fragen zu beantworten."
Stiche zu Bi'tehl, Herr General."
Viktor, Du könntest mir zuvor eine
Flasche Wein speiidiieii. Der Ritt von
arm, den bis hierher hat mich höllisch
durstig gemacht."
C-vm, Papa, ,ie, Fritz, zwei Fla
schen Markobrunnrr und (läser, Wir
niniicn aus Dem Wohl austonen,
Papa."
Fritz nahn, den Befehl in strammer
soldatischer Haltung entgegen, als er
jid aber dem Schloß zuwendete, schiit
leite er bedenklich den opf. Der Ge-
neral setzte sich vor das Tischchen und
blähte dic Nasenflügel ans, Hier
sieht'S wüst ans," sagte cr mit einem
Blick nur dic getraue. Von Eurem
chloß herüber weht etwas wie der
Brodcm einer neive. Eure Gäste sind
wohl bis zum Frühstück geblieben?"
lieber Viktors Gesicht huschte ein
gezwungenes Vächcln, In det That,
Papa, die Nachbarn und ameraden
schieden erst gegen Morgen, denn das
Fest war sehr lustig. Schade, daß Du
sohltest. Bitte, Helene, sorge auch für
einen Imbiß. Potz Wetter, wo bleibt
denn der eil mit deut Wein?"
Helene ging rasch zur Schloßtcrrassc,
um Sorge siir die Bewiithutig des
Generals zu trage, ,-ju ihrer Ver
wunderiiiq sah sie Fritz mit leeren
Händen zurückkommen. Den sragenden
Blick der Hanssrau beantwortete er
unter virlegcneiu Achselzucken mit
den Worten: Wo nischk iS, hat der
aisix bekanntlich sein Recht vetkoren."
Nun sprang Viktor dic Treppe hinan
und der General vernahm die Frage :
Was, kein Wein mehr im eller?"
Worauf Fritz erwiderte: Nicht'n
Tropperi. So is noch kein Brunnen
ausgepumpt worden, wie unser eller,"
Viktor," ries der General, es
braucht nicht gerade Markobrunner zu
sein, Vaft irgend cinc Sorte bringen.
Ich habe Durst, und den stillt auch ein
Sckioppcn utscher,"
Gieid), Papa!" Gegen Fritz ge
wendet suhx der Schloßherr in leisem,
aber vor Erregung bebendem Tone
fort: ,,crl, ich kenne Deine Hamster
natiir, Du hast sicher ein paar Flaschen
bei Scitc gebracht, gib den Raub
et !, ,tim eer, . ,ry,t meine
Vctlcgcnheil "
Fritz antwortete in kläglichem Tone :
Herrgott, ich würde doch den braven,
alten Herrn General ich durfditen
lasse, wenn ich's ändern könnte! Idi
hatte ja auch zwei von die alte 'arde
und zwei ber Ingelheimer bei Seite
gestellt, aber das is ja die Gemein
Keit ! Wie ich eben unlcr's Bett
gucke, sind se sort sutsch reine weg.
Dic verfluchten erle, dic fremden
j7ffizicrsburschen, haben sie mix weg
geputzt. Das is 'ne Bande !"
Na, dann sitz' ich schön in der
Patsche. Herr Mnt, die Blnin-,e !
Vieber Papa. Du siehst mich in einer
lachcrlidien Situation der Wein ist
uns ausgegangen."
Es kamen mehr Gäste, als wir er
wartet " warf dic General in ein,
Uttfer Vorzath war außerdem schon
stark reduziit," fügte Viktor bei.
''ul, fo gebt mir ein Glas Bier."
Eilcichtert athmete Viktor aus. Du
Käst geliert, Fritz. Ra'ch, mehrere
Flaickien Bier! Vorwärts!"
("vritr aber blickte wie ein Märttzr?r
nach oben und antwoitetc: Audi damit
ist's Eilig."
Was, erl. Dich soll ja"
Und r.'enn mich der gnädae Herr in
Stucke hauen idi kann s nidi andern.
Die Muiilanten ach, Sie haben ja
keine Abnnng. nus fo ne di:id,iige
Musikaiitenlelile Alles rerfd'lucken
kann. "
Der "'eueral lachte aui. aber cs war
ein .'Imiidies. artmmiaes Vache::.
Die idach:e i't iauiee ! Alio a.bt
mir n eaua! und ein tlao Wa!.:,"
,ritz klammerte t:d, eitrig an des
t'enirati letzte? ivort und iie' : W.it
fer, ja, damit kenne wn au'wiirten
schönes. Ie:!lez Biuiiiieniraiser haben
wir in '
-aber canai
eniti rl leider r.ichi uii hr."
.Ab. dao i.r.ii !, lagen Euer -rn- .
last i't et i 'rufend. Cimvdc ie!e:::t I
vor, Wal'iich.u b:eo!,.:t zu sein. Vor I
kaum cinen: Viertetiabr Ka! mein i
ei n. un'erern geir.ein'ebaitli.ten '
-.iiitiefernten eine Vei"tellui:g an j
in-in, ieeine.1 uni, ctiesrtreuu' a
!'-3. die ir.tr ,1 'f stn i'ii!:,-.x
ui ::e aen,:ak Uilte "
.Wobl lealir, Pava, allein wi.
Giiindbeiitzer sind ane!, in einer ande
ren Vage, als Ihr in der Stadt. Ihr
gebt im Winter zwei große M'jell
schatten und zwei Henendineis
Bafia! Wir aber haben fortwährend
Besuch, Bald fahren die Giilenndibani
vor, bald die Beamtin und Offiziere
der reissiaot "
So sdnaiilt (stire Gastirinnidschast
aus ein veiiiunftigee. Maß ein"
Das ist leid gesagt, Papa, aber
man will doch auch nid,! unter den
Hechten und Tagelöhnern versauern,"
Cl)iie Geselligkeit wär's zum Ster
ben langweilig auf dem Vaude," be
merkte die Geiteiiilin, Villen zu Hilfe
kommend. Dieser hatte das Bedarf
niß, sich den strengen Blicken des
Generals zu entziehen und sagte: Es
muß übrigens odl ognak in der
Speisekammer sein. Werde selbst ein
mal revidiren,"
Bring' mir 'ne Eigarre mit."
Sofort, Papa. " Viktor verschwand
im chloii und der General wandte sich
nach diesem Intermezzo dem Referen
dar wieder zu mit der Frage: Wie
und wo haben Sie Ihre Jugend ver
lebt?" Ich bin Westfale, Herr General,
wurde nach schlichten bürgerlichen
Grundsätzen erzogen, stürzte mich in
Bonn und Heidelberg mit Vust in den
Strom akademischen Vcbciis, tauichtc
aber daraus hervor, ohne Schaden ge
nomuien zu haben. Mein Vater
wünschte, ich solle Richter werden, mich
aber zieht das Verwaktttngsfach mehr
an, lind so sattelte ich um. ' Jetzt stehe
ich vor dein Äisessoiexamen."
So, so! Aber zwisdieu dieser Prii
fung, die Sie hofsenllich bestehen wer
de, und der Anstellung dehnt sich ein
weiter Weg. Die Zahl der andidateit
ist groß, öiincn Sie als Assessor
schon eine Frau erhalten?"
Mein Vater der Fabrikbesitzer
Vollried hat mir eine Summe aus
gesetzt, die bei mäßigen Vlnspriichen
sux uns Beide genügt."
Sie sind Reserveoffizier?"
Ja, Herr General."
Warum tragen Sie denAnn in der
Schlinge?"
Bin mit dem Pferd gestürzt,"
Bei den FclLdienstübungeii?"
Rein, Herr General, sondern bei
einer An von Sleeplc Ehase,"
Derartige Ertravaganzen sollten
dic Herren Offiziere sich erst nach dem
Äianooer erlaufen, xa äic mir nun
Auskunft iibcr Ihre Person gegeben
haben, Herr Referendar, fo sollen Sie
auch erfahren, wer ich bin. Als Soldat
ist mir der Wille des Monarchen
sMiprcmiu li'x. Ueber mein Privatleben
richtet gleichsalls ein Gesetz das der
Ehre. Da haben Sie mein ganzes
Glaubensbekenntnis;."
Es läßt an Einfachheit nichts zu
wünschen übrig."
Wollen Sie mit glcick)cr Gesinnung
in mein Hans treten, so heiße ich e
willkommen." Der (statcral streckte
Heinz die Hand entgegen. Dieser
sdilug freudig ein und wandle sich dann
Alexandra in stürmischer Bewegung
zu, um sie an'ö Hetz zu drücken. Der
(General aber ries ein kurzes Halt und
fügte hinzu: So weit find wir noch
nicht. Der Btautkuß will erst verdient
sein durch das Assessorexamen,"
Aber, liebster Mann, sei kein
Biummbär, V,n,v, ,l,,i:! Darüber
können Monate vergehen,"
Der General blickle seine Frau mit
spöttischen! Vächcln an und erwiderte :
Mag ein Jahr darüber vergehen, so
haben Beide Zeit und (Gelegenheit,
die Frage zu erwägen: .Passen wir
auch zu einander?' " Und leise setzte er
hinzu: Hätte ich aller Thor mir
Zeil zur Ueberlegung gelassen"
Dann wäre iich Ungliiekelvurin nicht
in die Hände eines Dcsvoten gefallen,"
beeilte sich die Geneniliii, ihm ent
gegenzuhalten. In diesem Augenblick erschienen
Viktor und Helene wieder aus der
Tertafse, Beide in niedergeschlagener
Haltung. Vtebcr Papa," bemerlte die
Vctztere, wir tanttiieiintit leere Hän
den, aber ich lasse eben ein Frühstück
und eine Tassc affec bereiten."
Idi habe sosort meinen Jockey mit
dein besten Traber nach Sarminden
geschickt," beeilte sidi Viktor beizn
fugen, Bevor eine Stunde vergeht,
kommt der Iagdwagen, mit Wein,
ognak und Eigarren gefüllt, wieder
zunick."
Rei, daö muß ich sagen, wenn Dir
nicht einmal eine Eigarre iibng geblie
den ist, so muß Euer Fest zur Razzia
ausgeaitet sein."
Des Generals Stirn zog sich bei
dieser Bemerkung in drohende Falken.
Alexandra war zu sehr mit ihren eige
nen Angelegenheiten bcschastigt, um
dies zu bemerken, und drang heimlich
in die Stiksmaina, sie möge dem
General dodi gestehen, daß Viktor siliert
auf die Verlobten einen Toaft ausge
bracht habe. Als nun midi Heinz di '
Bittende unterstützte, wandte dic Gene
ralin sich zaghan an den gestrengen
Gatten : y.eber Mann das mit der
Verlobung wird kaum angehen,"
,aum angehen? Was heißt das?
Was ich anordne, geschieht."
Geh', brumme nicht. Sieh', es
wird den Viebeiiden so sd?wer, ihr Gluck
zu verbergen,"
Se? Net, der Sckuviengteit ist
leid abzuhelfen. Z.iudra ein mit uns
nach Berlin, und der Herr Referendar
kann in Saniiiiiden nngesicit arbeiten,"
.Ja. das wäre sehr gut. wenn nut
i Viktor-"
I .Wenn? Heraus mit Deinem ;
i Wenn und .'tber " I 2
Wir befanden uns gestern in ie
aebobener Stimmung" warf Viktor 1 ÜZ
schüchtern ein,
.Hen vcn Belim'tett hatte eben d-e
Verlebung einer Todter angezeigt " .
fugte Helene bei. l 5
.Und was aeiehech dann?" fragte der "
"'eneiat unzekutdig.
Nickn bete kein. lieber i'arr'"
Alexandra lehnte fiel, ick niei t nd s
den, ovneral und entl n'ete dinu dae
l''ehe,i:,m: .Pikter V:i in dein
Glauben, da': ?:i iuit,n"::.n U'-irde':
! scheu uniete Verlebuna nella:::::'
Liopsschttlcvzctt
UttjLrgrakktt die ÄcsundKkit.
Sir Utetu tu ,,(l,,i,,i?schw.1k. cictjitint ?knvb.
lit.it uut pfifrtjsr fcr'Lti'piutiii. triiünltiiitn
r.:i?crt flriidntiloun.-u, uir : tall'mflL frerj
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