Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, May 07, 1896, Image 3

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    NEBRASKA STAATS - ANZEIGER. Ltncotr. Neb.
Die Pflicht öcs Starben.
SiauiQii von Nudslph Elch.
i
Si'cntt Sie Salben, Cpirilu,
Verbandzeug oder sonst etwa bcdiir
feil,- kmcrlte Villvr dem Dvllvr, dcr
eben seine Vorbereitungen traf, so
finden Sie in den, Hintcistiibchen hier
gerade gegenüber eine kleine Haö
ir Der To.Jor erwiderte, dasz et sie
" schon kenne und sich ilrcr bedienen
Werde. 511 nun Alexandra ihn sraglc,
ob sie die Vampe anzünden solle, lehnte
er da Anerbieten ab und meinte, am
Fenster sei ei ijcll genug, um einen
kunstgerechten Verband anzulegen. So
ließen denn die beiden lcschwistcr den
Arzt mit seinem Patienten allein und
gingen über den langen Korridor zum
rechten Schlosiflngel Ijinunter, wo
Alexandras Zimmer lag.
Nun sag' inir aber, Schwesterchen,
wer aus den tolle Einfall gekommen
ist, droben ans der äaldblös eine
Steeplehase zu veranfiallen?"
Nach dieser jnage Biktorö schwankte
Alexandra einen Augenblick, ob sie die
Wahrheit bekennen solle, dann er
widerte sie in trotzigem Tone: Ich
war die Anstifter!."
Viktor blieb stehen und sah sie halb
erschrocken, halb zornig an: Tu?
Ja, Mdcl, was ist Dir denn durch den
Kopf gefahren?- Als Alexandra die
Antwort schuldig blieb und weiter
gehen wollte, erfasste er ihren An und
sagte in heftige, Tone: ,Daö geht
mir doch über den Spaß. Ich vertraue
?ir aus Deine Bitte den Ciisar an und
Du rislirst die Knochcn des edlen Thie-
.rcs und die geraden Glieder Deiner
tefahrtcn, mn ein Kunstreiterstückchen
auSzusühren? In dein Pferd steckt ein
Kapital."
Ei, erhitze Dich nur nicht, wenn ich
einmal im l'clirii etwas thue, was Du
so oft gethan und ein Kapital auf's
Spiel setze."
.Was soll da heißen?" fragte Bik
tor und seine Augen funkelten zornig.
Das soll heißen, daß ich heute
wieder eine Warnung hören mußte, die
Dich, mein feines Brüderchen, betraf.
Du steckst wieder in Schulden, und da
Ostwcde mehr abwirft, als ein er
nünftig lebender Edelmann verbrau
chen !!!, ? irst Di' wohl wieder
gespielt haben am grünen Tisch oder
an der Börse."
Wer sagt das?"
i .Hcckcudors machte Andeutungen"
Er hüte sich!"
Aber, Kinder, zankt Ihr Euch schon
wieder! Ihr benehmt Euch nicht wie
Geschwister, sonder wie iDtonn und
Frau," Tiese mit polnischem Acccnt
gesprochene Bemerkung kam aus einem
halb offen stehenden Zimnicr, in da
die Geschwister jetzt einträte. Die
Dame, welche sie den Streitenden zu
gerufen hatte, war die Frau des Gene
:?s ron Reizborg; sie musterte eben
vor einem großen Wandspiegel ihre
Toilette, während ihr Kamnicrmadchen
die Falten dcr ittobe zurechtzupste.
V Kannst Du Aine schon entbehren,
M'Äama?" fragte Alexandra, und als
die Angeredete nickte, fuhr sie gegen
die Zofe gewendet fort : cge mir das
mallblaue Seidenkleid mit den Briis
seiet Spitzen bereit, zünde auch die
dichter am To!!tentisch an." Die
Zofe war kaum in das Nebenzimmer
getreten, so schloß Alexandra die Thüre
hinter ihr und sagte mit gcdampsker
Stimme: Dein Scherz ist deplazirt,
, Mama. Viktor hat schon wieder Schul
den gemacht "
Gott steh' mir bei ! "Die Genera
lin, die einige Lockchcn ihres rothblon
den Haares auf die Stirne gezupft
hatte, ließ völlig entgeistert den Arm
sinken und blickte den Gutsherrn vor
wurfsvoll an.
Ist ja Mumpitz," versetzte Viktor
wegwerfend. Kleine Verlegenheit
der Eäsar war schlecht trainirt hatte
hoch gewettet daher die Verluste.
Aber zwei gute Ernten und ich bin
wieder slott."
Las! um GotteS willen den Papa
nichts davon wissen " warf die Gene
lalin ein.
Euer Vcrtuschungssnstcm hat schon
einmal eine Krisis herbeigeführt,"
mnnte Alexandra, ,e wird uns Alle
noch in' Verderben stürzen."
Frau von Rcßburg l,alte bereits ihre
, Fassung so weit wiedergewonnen, daß
sie sich dem Spiegel zuwenden konnte.
I Sie war die Stiefmutter Viktors und
Alexandra und sah in dcr prächtigen
Atlasrobc, die einen schimmernden
Nacken und wohlgcrundete Schultern
freiließ, fast so jung aus wie ihre
Stieftochter, obgleich sie bereit die der
Frauenschönheil so gefährliche Grenze
der Vierzig überschritten hatte. Einen
koketten Btick aus ihr Spiegelbild wer
send, sagte sie : Du bist mehr Kas
jandra als Alexandra, aber Deine
Ahnungen sind falsch. Uns steht Gluck
in Aufsicht viel Glück!"
Wädrend Viktor sich in einen bcque
wen Sessel warf und eine Eigarrelte
aus seinem Etui nahm, lachte Alcxan
dra auf : Du hast wieder das Karten
orakcl befragt?"
.sla. mr cnlant! Vadie nicht.
Bien snre! Und kommt Geld in'
Haus."
.Vielleicht fällt'S vom Himmel."
.klebrigen, wie ist den Euer AuS
flug abgelaufen?" fragte die tcneralin.
Zchlimi genug," bemerkte Viktor,
wahrend Atcxandia rasch in ihr nebenan
gelegene Zimmer trat und die Vcr-
?.:v.....l.?i. !,,. r,r ...
T.HUUHyviluu V!,l !. ."
4 k.ndar Vcllric ist mit seinem Pferde
gestürzt und wmde uns eben I Patient
in' Haus gebracht.
,,Kr mal ailmit!" warf die Gene
ral in vcräch'lick ein.
Visier vertheidigte seinen Freund
mit der Bemerkung : .Nickt jeder
Man braucht ein schneidiger Reiter
zu sein. Für kir.cn Rcservclicuicnant
reitet er g".t genug, und hatte Sandras
- Ilcbciinuil, i'uu vickit in eine Rci! von
Hindernisse verstrickt, so näre ibin
der Unfall er'pan aeblicd.n. Ucdrizens
ist n ei fnctdiar Redner und rer
spricht 0j Jurist Karriere zu mrckcn.
jL'tCCr Agv IjUt 11 utllll; Hut .nv-
schüre Aussehen erregt, in der er über
zeugend nachwies, daß da Schwur
gericht einen Unschuldigen verurtheilt
habe. Potz Blitz! Ei Gedanke! Nach
Deinem Kaitenoralel soll uns viel
Geld in'S HauS kommen. Es ist schon
darin, Mama, wir brauchen' nur fest
zu halten!"
Du sprichst in Räthseln!"
Und Alexandra könnte da?. Ei, das
ist ein rettender Gedanle! Wenn Heinz
Vollried " Hier verlor sich Vittor
Gedankengang in ei uuvslädlicheS
Murmel, aber gleichviel schien ihn
die Gencrnlin zu errathen, denn sie
stellte die Frage: Ist er von Adel?"
Nein, aber er ist der einzige Sohn
eines Großindustriellen, er besitzt Ehr
geiz und jene gute Gesinnung, welche
in der Bcanilenlaufbahn gewöhnlich
durch das Adelodiplom belohnt wird."
Das ist zu wenig. Man hat es
mir, dcr Gräfin Sarbiewska, schon vcr
dacht, daß ich einem Herrn von Rcß
bürg meine Hand reichte, ließe sich
Sandra nun zu einem Bürgerlichen
herab, so könnte inan mit Ncchl von
einer Tckadence unserer Familie sprc
chen," Geh' mir doch, Mama, wer wie
Du der Erscheinung nach zur jüngeren
Generation gehört, darf nicht an über
lebten Anschaunngcn frsthaltcn. Voll
ricd hat eine Goldstufe unter den Füße
und steht darum, wenn auch nicht so
hoch, doch so sicher wie ein Graf."
Die Gcncrali lächelte geschnicichelt
und erwiderte Viktor Kompliment
durch einen Schlag mit dem Fächer.
Viktor wandte sich dem Nebenzimmer
zu und rief durch die angelehnte Thür:
Na, was sagst Du zu meiner Idee,
Sandra?"
Ich leine, daß Du etwas Nütz
licherc thun könnlest, als Dir Deinen
jjprn jit Mlii-0fun "
Vik'lo wollte eben auf diese Abfcr
tigung antworlcn, als feine Frau mit
dem Frcudcnnif in'S Zimmer stürzte:
Sie ist da, sie ist da!"
Wer deun?" sragtcn die Gencralin
lind Viktor wie aus einem Munde, und
auch Alexandra, die ihr Reilkleid mit
dcr Gcscllschaftörobe verlauscht halte,
wurde durch Hclenens freudigen Aus
ruf auf die Schwelle gclockk.
Anna Förster! Habt Ihr das An
kommen des Wagen nicht gehört?"
Wer ist Anna Forster?"
Aber, Mama, wer anders als die
lang crschnle Stütze die neue Gouver
nantc." Vraiineiit, ich dachte, eine Fürstin
sei angckonimcn."
In dcni Falle hätt' ich einen
Schrcckensrnf ausgesloßcn," bemcrkte
Helene, UcbrigcnS macht dicö Frau
lein einen guten Eindruck"
Viktor warf lächelnd den Rcst seiner
Ein.arrctte in den Aschenbecher und bc
merkte ironisch: Da haben wir die
alte Geschichte. Jede neue Gouvernante
erweckt in Dir neue Hofsnungcn. Am
ersten Tage siehst Tu an der Neu
angekommenen mir Vorzüge, und jeder
folgende Tag einhüllt Dir Mängel und
Fehler, bis ich den Kündigungsbrief
schreiben nluß."
Nein, Viktor, diesmal glaub' ich
mich nicht zu täuschen. Des Fräuleins
letzte Herrschaft, bei dcr sie zwei Jahr
war, hat ihr auch die beste Empfehlung
mitgegeben. Ich ließ ihr Gepäck in'S
Jagoschlößchcn bringen und sie hat
sofort ohne sich umzukleiden, die
Wartung dcr Kinder übernommen, die
ich cbcn zu Bette bringen wollte. Gott
sei Dank, daß ich mich jetzt wenigstens
meinen Gästen widmen kann."
Na, hoffentlich behält dcr neue
Stern so lange seinen Glanz, bis die
Hcrbslübungcn vorüber und wir die
Einquartirnng losgeworden sind.
Jetzt witl ich aber nach unserem Pa
tienlen sehen."
Biklor verließ mit seiner Frau das
Zimmer und die Gencralin forschte,
während sie sich in einem Schaukclstuhl
wiegte, Alexandra über ihre letzten Er
lebnisse aus. Diese halte ihr Haar
Fineö flinken Händen anvertraut und
gab knappe Antworten. Sie drängte
die Zofe zur Eile, und kaum war ihre
Toilette beendet, so warf fie noch einen
prüfenden Blick in den Spiegel und
verließ dann mit der kurze Entschul
digung, daß sie der Schwägerin beislchen
wolle, da Zimmer.
Rasch durchschritt sie den Korridor,
bis sie in die Nähe des blauen Zim
rnerö kam, dann verlangsamte sie ihre
Schritte und lauschte einige Sekunden
an dcr Thür, Irinnen war Alles still,
aber sie vernahm vom Fcstsaal her die
rauhe Stimme des Doktor, der sich
bei Helene nach deni Bcsindcn der Kin
der erkundigte. Alexandra vermuthete,
daß man den Verletzten allein gelassen
habe, damit er sich von den ausgcstande
nen Schmerzen und Aufregungen er
hole, und da auch sie das Bedürfniß
fühlte, vor der Ankunft der Gäste mit
der Seele allein zu sein, so schritt sie
durch einen schmalen Seitengang in
den Park. Al sie die oberste Terrasse
erreicht hatte, verglomm eben dcr letzte
Purxurstrcisen am westlichen Horizont
und die weiche Dämmerung au dcr
Ebcne kain heraus und licß die Hinrisse
der Dvrfliäuechen verschwimmen, von
deren Dächern mehrere Rauchsäulen
ausstiegcn.
Die fricdvolle Abendiiimmung in
der Natur löste auch die Spannung in
Alexandra Nerven, und e kam eine
Wchmuth über sie, die ihr die Augen
feuchtete. Am liebsten hätte sie sich
auf den Rasen gewor'cn und den letzten
Rcst nagender Empfindung in lauten
Klagen und heißen Thränen auogc
strömt, allein sie schämte sich dieser
Sckiroächeanwandlung. Sie war von
Kindheit auf a Selbstbeherrschung
gewöhnt, und Hcckcndorf baue ihren
Stolz so tief rnmndct, daß sie sich
mit zuckcnd.'v iroen, aber tonlos sagke :
.Es wäre eine Scknnach, wenn ich ihm
eine Thräne iiackiiveinte."
Eine Minute stand Alexandra i Gc
tanken versunken am Rand der Tcr
raife, da tniriedte der Sand neben ihr
und als sie sich umwandte, blickte sie
Heinz Veltried in' Gesicht. .Welch'
ei glücklicher Zufall!" sagte er, und
! an seine Mienen svracden freudige
' IklKrrasiT.r.a und Bewunderung, itl
Alexandra Ihn aocr mit großen, amn
Augen ansah, setzte er im Tone der
Verlegenheit hinzu: .Hab' ich Sie
erschreck, ? Ihre Augen sind fcuchi.
Wa bclümmerl Sie?"
Noch immer stand sie regungslos da
und gab ihm Gelegenheit, den schwim
mcndcn(lanz ihrer Nixcnaugcn und das
kühne Profil ihre Gesichts zn bewun
dcr, dann rang sich cin Entschluß in
ihr auf und sie antwortete: Muß ich
mich nicht bclünnncrt fühlen bci dein
Gedanken an den fchwe'ren Unfall, dcn
mein bodenloser Leichtsinn verschuldet
hat?"
In dem Gefühl, eine bewußte Luge
auszusprechen, halte ihre Slimine bei
den ersten Wollen gezittert. Dcr
Rcfcrcndar aber ahm die für ein
Zeichen ihrer tiefen, inneren Bewegung
und strahlend vor Frende sagte er:
O, Fräulein von Reßburg Sie ahnen
nicht können e ja nicht ahnen wie
glucklich Sie mich machen durch diese
Worlc, Sie wiegen alle körperlichen
Schmerzen auf vcrtilgcn die Erinnc
rung daran. Ja, wenn ich' recht be
denke, so war dieser Stnrz cin glück
lichcr Zufall, den er brachte mich in
Ihre Nähe nd licß mich erkennen, wie
falsch die Gesellschafl von Sarminden
Sie beurtheilt und wie sehr ich sclbcr
Sie verkannt habe."
ES war ein stolzes, überlegenes
Lächeln, mit dem sie die Frage stellte:
Nun, für mi hält man mich denn in
Sarminden?"
Für stolz!" antwortete er zögernd.
DaS i,rs kein Fehler, Also für
eitel. Bitte, fagcn Sie nur ehrlich die
Wahrheit. Ich kann sie ertragen."
Nun sah er sie mit seinen treuen,
blauen Augen offen an und fagte:
Ja, da glaube ich jetzt auch. Also
mau hicll Sie für hochttiülhig, lanncn
haft nnd hcrzloS,"
Das ist cine lmbe Kritik," versetzte
Alexandra in nachdenklichem Tone,
und sie mahnt mich, meine Handlun
gen fortan besser zn kontrollircn, Haben
Sie jemals glauben können, daß ich
diese harte Bernrthcilung verdiene?
Hat irgend cin Mensch die Bcrcch
tigung, an meinem Herzen zu zwei
fein?" Der Referendar wurde verlegen und
stotterte : Ich selber konnte mir lein
Urtheil bilden, mein gnädiges Fräu
lein," Warum gefiele Sie sich slctö in
dcr Rolle des Bcijcitcslchcndcn?"
Sie erschienen mir so unnahbar
und dann befand sich Hcckcndorf slcts
an Ihrer Seile, und Sie zeichneten
ihn in einer Weise au, daß ich dein
Gerücht Glauben schenken mußte das
verzeihen Sie von einer bevor
stehenden Verlobung zwischen Ihnen
und"
Und ihm?" Ein verächtliches
Lachen kam über ihre Lippen und sie
fiiglc dann in bitterem Tone hinzu:
Was für eine kurzsichtige Person doch
in kleinen Städten die öffentliche Mei
nnng ist! Weil Heckendorf meinem
Bruder befreundet war, weil er mir
Anfmcrksamkcilcn erwies, amüsant
plauderte und weil sich kein anderer
Besucher von slwcde die Mühe nahm,
ihn z verdränge, räumte ich ihm eine
gewisse Vorzugsstellung ei. Aber nie
gingen diese Beziehungen über die
Grenzen dcr Freundschaft hinaus. Mich
ihm verloben da sei Gott vor! Wie
könnte ich einen Mann lieben, dcr nur
sich selbst liebt!"
O, wie mich das freut, wie mich
da freut !" Dcr Rcfcrcndar ergriff
ihre Hand nd driickle Küsse darauf.
Aber es beschämt ittich auch ! Ich hab'
Sie verkannt wie alle Welt "
Sie lächelte ihr gütigstes Lächeln
und sagte in warmem Tone : Wolle
Sie sich fortan die Mühe nehmen, mich
elwas genauer zu bctrzchtcn. Ja?"
Mit lausend Frcudcn! Ich habe
keinen sehnsuchligeren Wunsch."
So wellen wir gleich beginnen,
Bleiben Sie während des Festes an
meiner Seile und gestatten Sie mir,
Ihnen den kranken Arm zu ersetzen.
Lassen Sie mich Ihre linke Hand
sein."
Wie gern möcht' ich das! Aber
meine äußere Verfassung schließt mich
aus. Ich kann den Fcstsaal nicht bc
trctcn." Fühlen Sie noch große Schmerzen?"
Wenig mehr. Aber mit dem oer
bundenen Kopf, mit dcr Armschlinge
und in Ihres BiAdcrs Jagdjoppe kann
ich mich doch nicht unlcr festlich geklei
dcle Menschen wagen?"
Alexandra wars cincn priistndcn Blick
auf feine Erscheinung und fand ihn
vorthcilhaft verändert. Während in
dcr knapp sitzcndcn Uniform cine ge
wisse Plumvkcir seines überkräftig
entwickelten Körpers zu Tage trat und
seine Bewegungen schwerfällig crschie
cn, sah er jetzt in dcr weiten Joppe
nur stalllich au. Scine Haltung war
außcrdcm freier und die schmale Binde
über dcr Sliin dcs bliihcndcn, fast barl
lose Gesichte ließ ikn männlicher,
gereifter erscheinen. .Da sind xhili
strose Bedenken," entgegnete sie in gc
bietendem Ton. Wir befinden uns auf
dem 'ande und die Regeln der Etikette
bat die Hauoirau zu bestimmen. Meine
Schwägerin Hclcne aber wird Jlincn
sagen, daß Ihr Zustand eine Anahne
von dcr Älkidercrdnung recklsertigt.
Ich höre die Wagen vom Torf hcrrol
lcn. Unsere t'xisie kommen. Wollen
Sie mich zur Gesellschaft sichre? Ihr
rechter Arm ist ja zum Glück unverletzt
geblieben."
Heinz Vollried reichte ibr den Arm.
auf dcn sie lcicht ihre schlanke Hand
legte. .Wie schadc," sagtc er seufzend,
.daß wir die einsame Terrasse verlas'
scn und uns in daesc!lschast?trcib,'n
mische müssen. Ich hebe noch so
Manches auf dem Herzen."
Sie neigte den stolze Kork ganz
nabe zu in:n bin und idic jiuiic.n er
glänzte, dann sagle sie leise und h:ira
lich : Wir kennen ja dahin znrücklcl,
rcn, aber nach Tisch. Jetzt 'reut c?
mich, daß ich, aller Reue und Sergen
entheben, an Iircr Seite sveiscn darf.
Es mag kä,ree!ich criiuckternd Ilinaen.
aber ich habe Hnngcr."
LaSend schritten sie A:m in Arm die
Treppe hinab.
3. Kapitel.
Am Parithor halle sich bereits eine
heiter bewegte Gruppe gebildet. Dem
ersten Wagen war Herr von Bohnstclt.
ein kleiner, dicker Mann mit groben
Zügen, aber listig blickenden Augen,
nebst seiner Tochter Ü71ga entstiegen;
dem zweiten dcr Landralh des KiciscS,
Herr von Schlabcrg, mit scine beiden
Töchter, Herr von Bohnslctt gratn
lirle der Hausfrau zu ihrem Geburls
tag mit lachendem Gesicht lind in jenem
larinttiden Ton, dcr ihm für kordin!
nd bieder galt ; dcr Landralh brachte
feinen Glückwunsch mit einer steifen
Vcrbengnug vor. In d.r Hallung, die
er dann annahm, wie in feiner feicr
liehen Miene viägken sich die Würde
und das starke Selvttgesiihl des eiufluß
reiche Beanilen aus.
Na, liebe Nachbarin, wie alt find
wir den heut' gcwoidcn?" fragte Herr
von Bohi:etk, während di: Mädchen
Helene auf die Wange küßten. Die Ant
wort gab ihm dcr Hausherr: In
Hclenens Alter darf man die Zahl ja
noch vcrr.hcn vierundzwanzig, lieber
Bohnstclt."
I, Tu meine Güte! So jung noch
und schon können drei Kinder Gott
walt'ö sagen, wenn Papa niest, Das
nenne ich eine prächtige junge Frau!"
Er lachtc heftig über seine witzige
Bemerkung und B,llor cnlgcgncle mit
einem Auslug von Sclbstironie :
Ja, Glück inußderAcnsch haben!"
Zu dcn Gratulanlcn gefeilten sich
dann die Oisizieic von Papritz, von
Hcckcndoif und von !laobcck. Alle drei
waren mit riesigen Blumcnbonkctö bc
waffnet, dic fiedcrHausfrau mit ihren
Glückwünschen überreichten.
Aber woher wußten Sie, daß heute
mcin Gcburlötag isl?" sragte Hclcnc
überrascht.
Kriegslist, Gnädigste," versetzte
Kasbeck, indem cr schlau lächeile und
an den ersten Sprosse seines im Wer
dcn begrisscncn Scmmrrbarls zupste.
Vor drei Tagen schon entlockte ich
Viktor durch raffiniitc Fragestellung
die Geburtslage der vcrchrlcn HauSfra
und von Fräulein Alexandra, Nur den
seiner Stiesmama verschwieg cr hart
näckig." Alle lachten und Viktor rief bc
lniligt: Du willst doch nicht, daß ich
Dir unsere Familiengeheimnisse alle
preisgebe, Eaffio?"
Warum nennen Sie dcn Herrn
Liculenant denn immer Eafsio, Herr
von Reßburg?" Tiefe Frage stellte
Olga von Bvhnflcll mit einem kokelken
Blick ans Heckndorf.
Ei, den Kosenamen hat ihm dcr
Herr Riltnicistcr gcgcbcn, weil er der
jüngste Vicutenaick im Regiment ist und
keinen Wein vertragen kann. Nicht
wahr. Jüngster?"
Wenn mich die gnädige Frau ein
wenig unterstützen wollte," aniwortele
Kasbeck gegen Helene gewendet, so
würde ich den Kosenamen auch dadurch
rechtfertigen, daß ich Viktor zum
Othello machte."
Potzblitz, er wagt einen Ausfall !
Seht mir doch den Kiekindiewelt!"
Hat sogar Einsälle, lieber Viktor!"
antwortete Kasbeck und warf sich in die
Brust. In Sarminden hab' ich einen
Theil der Militärkapelle aufgeboten,
die gestern mit dem Infantcric-Regi-inent
eingerückt ist. Werden bald hier
sein."
Uni Gottes willen wozu denn?"
rief Helene erschrecken.
Weil siir die große Zahl Ihrer
Gäste Klavicrgcklimpcr beim Tanze
nicht ausreicht und Welonski nicht
immer aus den Tasten trommeln, son
dern auch einige Walzer und Polkaö
riekircn will."
Aber wir haben ja garnicht so viele
Gaste gcladcn," bcmcrlte Helene bc
unruhigt. Wciß ich, weiß ich! Silier so bald
es publik wurde, daß Sie, meine Gnä
dige, heule Ihren Geburltag feiern,
erfolgte eine Lovcc cn inasso. Die
Kameraden von der dritten und vierten
Schlvadron komme zuverlässig. "
Um Gottes willen!" enlfuhr es
Helene in jähem Erschrecken.
Nach dcm Souper, natürlich!" setzte
Kasbeck beruhigend hinzu. Ein Blu
mcnrcgcn soll heute auf Ostwcde nie
dergebcn."
Vittor warf cincn Blick auf da Ge
ficht seiner Frau, die init dein Ausdrucke
einer Maler doloroja den Himmel
suchte, und klopsle Kasbeck auf die
Schulter: Du bist cin Tausendsassa,
Eassio. Gott eihalte Dir Dein arg
loses Gemnlh!"
In diesem Augenblick trat die Frau
des Generals von Rcßbnrg über die
Terrasse und wurdc von dcn Gasten mit
Ausrufen dcr grcude und der Bewun
dcrung begrüßt. Sie senkte den blonden
Kopf wie eine an Huldigungen gc
wöhnte Fürstin und fragte, als Kasbcck
ihr die Hand küßte: Was haben Sie
wieder gemacht, Eassio?"
Ich habe für Musikanten und mehr
Gäste gesorgt, meine Gnädigste!"
Bravo, Sie verdienen cincn Orden.
Wo ist dcnn Alcxandra?"
Hier!" rics diese und trat eben mit
Heinz Volliicd au einem die unterste
Parkterrassc mit dem Vorgarten ver
bindenden Vaubengang. Die Gaste be
trachteten da Paar mit leiser Ueber
raschung, dann sragtcn fic dcn Rcferen
dar nach seinem Befinden. Vollried
versicherte mit glücklichem lächeln, daß
die Felgen des Sturze unerheblicher
gewesen seien, als es ihm sclbcr zuerst
erschienen, und dez cr sich ganz wohl
befände.
Kcin Wunder!" bemerkte Herr vrn
Bohnsteit. Mit einer solchen Sama
riterin zur Seite cr!,clt man sich leicht
vom schlimmste Fall."
Ohne jede Verlegenheit antwortete
Alexandra: Ich habe ein Unrecht zu
sühnen, ricllcii gelingt "es mir."
Wann fuhren Sie wieder eine
Steerte-Ebase an, gnädiges Fräu
lein?" fragte Kae-bcck.
,?ca feil diese Frage?"
Ich nieckie auch unter Ihrem Kam
mank mit dern Gant stürze und mit
einige nechc zerlrccken."
Äl!e lackte über Eai'sics Scherz,
nur Helene rcrlcr die sorgenvolle
Ivtlene llinjt uo nmncte an um
Rittmeister mit dcr Bitte, er möge doch
die erste Bowle prüfen, die sie gebtanl
habe.
Dcr Rittmeister schnilt eine drollige
Grimasse und lies : Die Sie gebraut
hallen? Um Gottes willen!"
Ta scheint Sie zu erschrecken?"
Ja, meine Gnädigste. Ich verehre
tic Frauen"
Aber bi zum Altar reicht diese
Vcrchinng nicht," warf Alcxandra scher
zcnd ei.
Im gewissen Sinne doch. Ich bete
sie an wie dcr Gläubige die Madonna
auch die begehrt man nicht, Ich traue
den Dame viel Gute zu, glaube, daß
sie klavicrspiclcn, malen, kochen,
himmlische Roscn in'S irdische Leben
flechlen und mil Grazie da Pantöffel
chen schwingen können, aber eine Bowle
brauen nein, das können sie ich!.
Dazu gehört die Zunge, gehört die
MischungSioutine eines Junggesellen,
der im Zeitraum von zwanzig Jahren
vom Krätzer dcr Mililärlasiiw bis
zum JolianniSbergcr der Füisicnhöfe
so ziemlich alles Trinkbare gekostet hat.
Nein, meine verehrten Tarnen, bci
aller Bewunderung Ihrer liebenswür
digen Eigcnfchaflcn das Bowlen
braue sollten Sie doch uns überlassen, "
Der Nillntcistcr bot nach dieser
Schcrzrcde der Hanssrau den Arm, und
Viklor rics den 'übrigen Herren zu, sie
möchten sich dcr Damen bemächtigen.
Die Paare schrillen lachend und plan
dernd dcm hcllcrleuchlcten Festfaal zu
nd ließen sich an dcr reich bcsctztcn
Tafcl nieder. Als die Lctzlcn im Zuge
traten Heinz Vollried und Alexandra
über die Schwelle. Vor ihnen her fchrit
ten Hcckcndorf und Olga von Bohnstctt
in hcitcrem Gespräch. Alexandra bc
rncrkte, wie die kleine Lachlaube sich
kichernd an ihren Kavalier schmiegle
und dieser ihr die Hand driickle.
Bei dcr Festtafel angekommen,
blickte Olga triuinphircnd z der stol
zcn GencralStochter hinüber. Diese
besaß Selbstbeherrschung genug, mit
glcichgiltigcr Miene an der glücklichen
Rivalin vorüber zu schreiten und Voll
rieb, dcr (ich Hcckcndorf gcgcniibcr nie
derlassen wollte, zuzuflüstern: Nicht
hier, bitte! Am unteren Ende dcr
Tafcl sind noch Plätze frei. "
Im Herrenhaus zu Ostwcde wurde
selten der Tisch gedeckt, ohne daß man
aus nachkommende Gäste Riicksichl
nahm, denn es war ei gastfreies
HauS. Auch diesmal waren mehrere
Gedecke für die Spätkoniiucnden auf
gelegt und Alexandra wählle ihren Platz
am Ende der Tafcl, wobci sie ihrem
Begleiter zuslüsterte: Sie habcn hof
fentlich nichts gegen die leeren Stühle
einzuwenden, die uns von dcn Nachbarn
schcidcn?"
Ich bin cnlzückt, daß Sie sich a
meiner Gesellschaft genügen lassen."
Er sagte das mit einem Auslug von
Schwärmerei, und Alexandra bemerkte,
daß er schöne Augen besitze, die ebenso
viel Munterkeit wie Treuherzigkeit
verriethe. Als die Suppe ausgctragcn
wurde, bediente Alexandra ihren Nach
bar, der mit glücklichem Lächcln dcn
Löffel zur Hand nahm. Sie selbst
wollte sich gleichfalls in dcn verlockend
duftenden Inhalt ihres Tellers vcrtie
fcn, da schweifte, wie von unsichlbarer
Macht angezogen, ihr Blick zu Kurt von
Heckcndvrf hinüber. Sie bcmcrllc, daß
er traurig und vorwurfsvoll zn ihr
heriibcrfab, und cs wallte in ihrem
Inneren so heiß auf, daß sie meiittc,
ersticken zu müssen. Mit Mühe und
Noth wiirglc sie den Löffel voll Suppe
hinuulcr, nippte an ihrem Portwein
und sandte wieder einen Strcisblick
über die Tafel. Diesmal erkannte sie,
wie Olga ihrem zerstreut und ernst
vor sich in'S Lcere starrenden Kavalier
mit drolliger Miene etwa in' Ohr
flüsterte. Und cin Lächcln flog über
Kurtö Gesicht.
Er lächelte er konnte heiter sein
in dieser Stunde ! Diese Wahrneh
mung rührte wieder die tiefste Erbitte
rnng in Alexandras Seele auf und in
hcrliem Ton sagke sie sich: Was cr
kann, soll mir auch gelingen. An Wil
lcnskiafl weiche ich keinem Manne.
O, er soll crsahrcn, daß ich lächcln kann
und plaudern und lokcttircn wie
irgend Eine nnd wenn mich gleich die
Thränen zu ersticken drohen." Sie
leerte ihr Glas Portwein ganz und
wandte sich dann, während ihre zucken
dcn Finger das Biödchen nciicn ihrem
Teller zerkrümelten, mit heiterer
Miene dein Referendar zu.
Wissen Sie, daß ich schon seit tneh
rcrcn Tagen cin Wmt der Anerkennung
und Zustimmung für dcn Juristen
Vollried mit mir herumtrage, ohne daß
ich Gelegenheit faud, es an dcn Mann
zu bringen?"
Sie überraschen mich."
Ich las im , Sanninder Boten'
eine Auszug aus Ihrer Schrift ,Der
Fall Lohfchcidt' und bewunderte die
Klarheit, mit der Sie bewiesen, daß die
von ihrem Manne in grausamster Weise
mißhandelte Angeklagte nur in der
Nothwehr gehandelt habcn könne. Sva
tcr gab mir Viktor die Schrift selbst
und ich sah, wie viel warme Bcrcdlsam
seit Sie besitzen, ja ich hätte Ihnen
cin Bravo zurusen mögen für Alle,
was Sie Über die Rechtlosigkeit und
die unwürdige Lage veihcirathclcr
Franc schrieben. Ihre Schrift Hai
mich vollkommen überzeugt, daß der
Gerichtshof im Fall robscheidt ein
ungerechtes Unheil gefallt hat. S'c
wollen, wie ich höre, Vcrwaltungs
beamtcr werden? Mir scheint. Sie
hatten Vcnheidiqer werden müssen."
Ihre Anerkennung thnt mir wohl
au tciiiein anoeren Munde hätte sie
mir so viel Fieudc gemacht wahr
Hastig. Sie Haben auch mit dcr An
ahme Recht, daß meine geringen
FaHigkcitcn und meine Neigung mich
aus den Beruf eines Rcchte-aniralte
binweifcn. allein äußere Hindernisse
lenkten mich davon ab. -Zueilt fehlt
mir eine gewisse geistige Schlagfertig
keil. Ich muß jeden Gedanken erst
mühsam aus dcr Tiefe heraufholen und
meine i'gner können mich leicht ver
tUi't'en. Beredt werde ich nur is der
jfc.-.c. ."fivr.cr h-fijt ich tei::e klaffte
Stünme. 'ein Ora.:i cn::;:det !ei ':.
So ist e weh! besser, ich werde 'Vcv
waltuugsbeaiuter. Man erreicht auch
mehr aus diesem Wege und ich bin mchl
ohne Ehrgeiz."
Bravo! Männer solle auswärts
streben und mir scheiuk, Sie werde
Ihre Ziele erreichen, nr müssen Sie
Ihre Scliüchlernheil ablege. Wer be
herzt in den Kamps tun' Dasein tritt,
erreicht viel."
Wenn ich eine Gefährtin wie Sic
an nieiner Seite hätte ja, da würde
mir Muth einflößen Muth genug,
um jedes Hinderniß zu Überwinden,"
Er hatte die Gläser mit Rheinwein
gefüllt nnd stieß mit Alexandra an.
Diese erwiderte, während ihre Augen
ihn warm anstrahlte! Mir scheint
wirllich, daß meine Nähe Ihren Muth
belebt. Also trinken wir aus die Ersül
lung Ihres ZukuttflSlranincs,"
Nun leuchlele sein Gesicht freudig
aus: Ja, ja, da wollen wir!"
Er leerte sein Glas bis aus den letz'
tcn Tropfen, aber als cr es eben nieder
fetzlc, kamen zwei neue Gaste an, cin
alter, fchv.atzl'aflcr Instiziath nd cin
burfchiloscr Assessor, die ihn als jun
gen Kollegen mit einem Hailoh begrüß'
icn und neben ihm Platz nahmen. Nun
war ihm daö Wort zn wcilcren Bc
kennlnisfc abgeschnitten, den cr
mußte dcn Ncnangckenimencn über alle
Einzelheiten de Unfälle Auskunft
gebe. Als dies geschehen, wandle der
Assessor sich an Alcxandia in der Ab
sichl, seine Unlerhaltnugsgabe glänzen
zu lassen. Diese ging nur widerwillig
aus das Gespräch ein, aber die Höflich
keit gebot ihr, dem Schwadroneur zuzu
Pren. In übereifriger Weise schnitt
sie dabei Fisch und Braten für Heinz
i kleine Stücke, füllte fein Glas und
sorgte für ihn, wie eine Hausfrau.
Und cr nahm diese Ausmcrksamkcit
dankbaren Gcnnilhs hin und ließ sich
Speise und Trank mnndcn, während
an ihr alle Tafelgcniisse unberührt
vorüber gingen.
Er verglich sie mit den andere
Tomen und hatte bald die Gewißheit,
daß die stolze Anmuth ihrer Hallung,
die Reinheit ihrer Farben, die cdlc
Bildung ihre csich!S nnd der Körper
forme, vor Allem aber der Zauber
ihrer lichtcn Augen unvergleichlich
seien. Sie überstrahlte Alle an Schön
hcit nd Geist so viel war gewiß. Er
trank insgeheim auf ihr Wohl, und
unlcr dem Einfluß deS WeiueS ahmen
seine Gedanken einen hohen Flug.
Noch ivarcn die Toi tcn und der Nach
tisch nicht aufgetragen, da kamen neue
Gaiic, cin Major, zwei Rittmeister
nnd vicr LicutcuautS vom Tiagoner
Regiment, die zwar af der Schloßlcr
raffe das Lude des Tinerö abwarten
wolltcn, aber vom Hausherrn herein
geholt wurden. Die Herren gratulirtcn
der Hausfrau und gaben ihr die bc
rnhigcndc Vcrsichcrnng, daß sie schon
zu Abend gespeist hätten.
Als dcr Rittmeister von Papritz die
Nicscnbowle aus dcn Tisch hob und
gleichzeitig mächtige Obsttorten ausge
trage wurden, ließen sie sich Über
reden, an dcr Tafel Platz zu nehmen
und cin Glas vom Papritz'schen
Nektar" aus das Wohl des Gcburls
tagskindcs zu Iccrcn, Es wurde nun
ein Tisch an das Ende der Taf-.l gc
schoben, wo Vollried und Alexandra
saßen. Diese erhoben sich und tauschten
mit den Neuangekommenen einige
freundliche Worte aus, dann aber, als
sie durch den von der Tiencrschaft
hereingebrachten Tisch zu dcr offenen
Thüre hingedrängt wurden, sagte
Alexandra leise zu Vollried: Haben
Sie och Ynst, von dcr Torte und Bowle
zu naschen?"
Nein, ich bin mehr für den sauren
Geschmack unseres zur Neige gehenden
Jahrhunderts," versetzte cr scherzend,
und möchte lieber"
Was?"
Zu dem Fleckchen Erde auf der
Parkterrassc zurückkchrcn, wo Sic so
lieb mit mir plandcrtcn."
Auch ich inöchlc hinaus. Es wird
schon rcckit hciß hicr, und wcnn die
Hcrrcn ihre Eigarrcn in Brand
stecken"
Und Rittmeister von Papritz seinen
Toast aufbringt, der uns zu halbstiin
digcm Slillfitzcn vcrurlhcilt, dann
geht's uns schlccht. Vosfen Sie uns
still hinausjchlcichen, gnädiges Fräu
lein!" Alcxandra nickte, während ihre Blicke
zu Hcckcndorf hinubcrfchivciflcn ; dann
folgte fie Heinz ans dem Festfaal.
Draußen war unterdessen dcr Mond
aufgegangen und von seiner vollen
Scheibe brcitcle sich lichler Glanz über
die Kroncn dcr Bäume. Tie Nachllufl
war kühl. Alexandra hatte, als sie
über die Ticlc des Schlosses schritt,
cin rothes i2hcnillcluch vom Zapfen
brett genommen, das sie jetzt in male
tischet Faltenwnrs über Kops nnd
Schultcrn breitete. Vollried athmete
draußen lies aus und als er mit seiner
Begleiterin das oberste Plateau cr
reicht hatte, sah cr aus die glitzernde
Schieferdächer des Schlosses herab und
rief lachend: Hoch soll die Freiheit
leben sie lebe hock!"
Alexandra sah ihn verwundert an
und sagtc: Sie sind nach dem Sturz
wie ausgemechselt ; Sie erscheinen mir
in eine n ganz neuen Richte. Was
ist mit Ihnen vorgegangen?"
(Zortfctzung folgt,)
- Det 2SjähtigeGSttti
Jia Eibson in Woodbury. 51. I.. er.
schofz dieser Tage die 32jährige Wittn
SalNe Maich und beging daraus Selbst
nioid. Iran March führte ein Kost,
hauii und Gibso war ihr Kostgänger,
ober dcm Trunke stark ergeb:, lin
wilderte Liebe soll die Veranlaf
sung zu der Tragödie gegeben hebe
Tie Eiinorderte hintcrlaszt in sie
beniahiige Toekzlci.
Tn Vkttket sin de ficcle." Sa,
ict (in dessen Kontor ein total zei
lumptet Bettlet erscheint): ..Wie Ica
cn Sie sich erlauben, in dieser Per
faffunz dick bcicinzukommen?"
?ctlc'lndei Strolch: ..Jcki (Kfintjc mich
bicr nsi auf 5er Tut-imi-'e. tlntfchul
dizen Sie alt gütigst, wenn ich nicht
in Iisitcntviletie
gcrzloidett
fuhren jt plökilkilien! Toke,
c.Ur rttf eine vrlni, Warnung, wie cd" mach.
cCli'.it. rft ezrnnll, nig,ImIg! 0l'
tn:irailiirtr.:tt Yirikl !,, k,Il!,g,
Ru'icNBtatüt, kw'Iwng D 8il5c linb
-IiivHll ii. I. io.
Zr.Zttttci.' Ljcartnrc
heZIt Kcrzlridcn.
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mPco. L. Cmitl) um terffleu, ü. Eumh Man
ttlGc, l'cuuvitlc Jlij., frt,mt)t ur.ttim '-0 ffcdru.n
If ft-t : iltiflrluljr (in Jal,r lang litl ii (iUtlilcvW) au
Hcrzbcschwivd'.'N. dtt si VX,mm würben, tmii im
Bett culfijjfit mitlitt, um Viijt zu deloüiiüc. Ich
miifjtf mein (ivtlttatt stiifstcit mit fptuttt !:.:::;; im
hcrjchlrichrri. SUIria Jrcund Herr JuIiiiS E,
einer unserer IjctDcnriicnt-Vtc Viyii!l!ct vult) nur.
c8 mit Tr, a'hirii' Henrt Eure zn rersnchlli. Ä!.:ch Ee
brauch von rlivag iicr eincr Fiachc rerlch.vandr Ut
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