Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, August 15, 1895, Image 11

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rVnvlvn.
In dem einem Bienenstöcke gleiehen-
Jiicii Hanse der !Hiif Telamhre, in wel
Viil Tont) Rnnbee feit einem halben
Iohre ein Zimmer bewohnte, hielt ilin
jeder für eilten Wittw'er,
Wie eine liebeliolle Ä!nlter formte er
für sei liiinn sedjsjähriges Söhnchen,
Jede M'foriKn trno. er den bald bei
sdilasenen Abrien zur Schule nnd feilte
baun feilten Weg nach dein Ctiurtiet
Latin fort, ii' p er nl Sdiristseper in
eiltet Buehduickerei arbeitete, Wut des
Tage Arbeit lu'lll'riidit, holte er ihn
wieder ab nnd den X leinen an der
Hand niadite er feine (Mitlaute heim
Fleischer nnd Bücker nnd trug sie in deS
.Kunde,! Horb und) Hanse wie nnr
irgend eine Hnusjraii, um dann bis
zum wichsten Tage sein Zimmer nicht
zn verlosten.
S.'iiin hetitilleidele den arnien Mann,
er tonnte ttocl) nicht vierzig Jahre all
sein nnd borf) hotte sein blasses Besicht
einen so traurigen Ausdruck nnd fein
schwarzer Port tvor bereits start mit
Oiron vermischt, Tor müßte wieder
heirothen", hiefi es hinter seinem
Rücken, (fr ist ein so guter Mottn,
er trittst niemals, Sicherlich würde er
leicht ei hraves, inno.e Mädchen fin
de, welches ihn nnd fein Sobiicheti
versorget! winde, Wie gut der leine
gehalten wird. Nicht ein Loch, nicht
siin Fleck nn seinem Anzug, (fr ist
sicherlich ein ordentlicher Von ; es
t scheint, dos; er zehn Fronten den Zog
verdient", so sprachen die lotschschwe
stern des Hauses, Man versuchte mit
ihm hetonnt zu werden, (sine Belannt
schast zn fchtieken ist in diesen von Ar
heitern überfüllten Raume, wo jeder
hei offener Thür lebt, nicht schwer,
Ader Tonn hotte etwas so Zuriiefhal
tettdes an sich, eine eigene hofliche Art
die Leute z grüßen, daß er sie ein
schüchterte. Jede Sonntag machten Vater nnd
Sohn, sauber wie zwei eben ans der
Münze gekommene Pfennige einen Spiu
ziergang zusammen, Sie gingen in
die Mnseett, in den Jardin des Plantes.
Mo hatte sie mich vor dein Mittagessen
in einem (leinen (afe des Viertels ge
sehen, wo Tonn, es war das einzige
Mal in der Woche sich den Liirns eines
(iilaschett Absinth gestattete, welchen er
langsam hinunter schlürfte, wahrend
Atrien eben ihm auf der lederüberzo
gene Baut saß und ilhistrirte Blatter
betrachtete,
Nein, Mesdontes", sagte die senti
mental veranlagte (soneierge zn ihren
latschschivestern, dieser Wittwer wird
niemals wieder heiraihen, Vorigen
Sonntag traf ich ihn ans dem Mont
liornaiielirchhoi. Tort liegt seine Frau
jedenfalls begraben. Man wird selbst
, auch traurig, wenn man ihn und das
,Viint sieht, (ä tminiit selten vor, ober
es giebt Montier, die wie er, untröstlich
find."
(5ä ist die Wahrheit, Tonn halte
sein Weib zärtlich geliebt und er würde
sich nicht her ihre Verlust tröste
aber er war ieinesivegs ein Wittwer,
Sein Leben war einsoch aber unglücklich
gewesen, 15 r war ein gewissenhoster
ober kein sehr gewandter Arbeiter. (
hatte lange gedauert, bis es ihm gelnn
ge war, schnell die Letter zusammen
zusepeii und einen gute Verdienst zn
erzielen: daher hotte er auch spat, erst,
nachdem er dos dreißigste Jahr über
schritten, a das Heirathen gedacht. 15t
hatte sich ei verständiges, sparsames
Mädchen, welches zu ihm paßte, wählen
sollen. Aber die Liehe ist niemals prak
tisch. Tonn verlor !opf und Herz 011
ein junges hübsches Ting von neunzehn
Jahren, welche künstliche Vlume
machte, ein gutherziges aber leichtfin
niges Mädchen, dos o nichts anderes,
als a ihre Toilette dachte und sich mit
ein Paar ftranken wie eine Prinzessin zu
Heiden wußte, 5r hatte sich etwas Geld
erspart, welches er zur (fiiiridititmi des
Haushaltes verwandte, Für fiimund
achtzig Fronten laufte er im Fattbourg,
St. Äntoine, eine Kleiderschrank r.it
einem Spiegel, in weichet feine Frau
ihre hiibiche (iefialt von Kopf bis zu
Fuji bewundern tonnte. (5r Keirathete
feine .lemeiitine und die ersten Monate
waren einen Vorgeschmack des Parodie
fes. Wie sie einander liebte! Sie be
wohnten zwei Zimmer in dem fünften
Stock eines Hanfes des Boulevard Pont
Ronal mit einem winzigen Ballon, von
welchem ans sie Paris ans der Vogel
Perspektive betrachten tonnten. Jeden
Abend, wen er die Vuchdruckcrei am
linken User verlassen hatte, erwartete er
am Pont des Saints Peres sein Frau
chen, welche in der töne Saint Honoree
arbeitete. Arm in Arm lehrten sie ver
gnügt noch ihrem cnt'rrnte Heim zu
nick und bereiteten heiter die Abend
mahlzeit. Aber die Sonntage waren
vor allem unaussprechlich schon. (f?
war so gemüthlich daheim, daß sie nicht
ausgehen mochte. Wie bubfd) war es
in dem Sommer am offenen Kenner zu
frühstücken, über sich den blauen Hin,
mel. tinter sich das Panorama der
großen Stadt. Wahrend er langsam,
'einen aec tränt und feine ('igarette
rauchte, begoß lernentine ihre Blumen
aus dem Balten. Wie anmutbig sie
aussah. Tan stand er wohl an und
küßte iie au' ihren weiße Hacken und
sie nannte ihn mit ihrer san'te Stimme
einen itnnutien Vur'eben.
Als dann ihr Heiner F.lir geboren
war. gingen f:e alle vierzehn Ta, e nach
Margene. nvh:n ße ihn in V'b.ge ge
geben hotten. (?r starb nach einem
Jahr an .raiitpieit, aber Adriens sie
burt tröstete sie über den Verlust.
in das ind bei sich behalte zu
'körnten, arbeitete lenieiitine jeft zu
Hause, aber sie verdiente nur, halb, so
viel als früher; trostbem verwandte sie
viel aus ihren Anzug nnd spielte die
j Tome im Jordin de Lnretubourg, wenn
sie ihren leinen in seinem orbwagen
! vor sich schob, Zon mußte sich mehr
anstrengen, er übernahm (fltraarbeit,
, der Haushalt wurde eingefchrantt, sie
1 mochten Schulde.
j Tos Kind wuchs nnd ging in die
.tileintinderfdiule, die Mutter, von Na
tnr eine Motette, hatte jebl nichts zn
jtbini und begann sich in gefährlicher
! Weife de)i Hof inochen zn lassen, (fr,
j der arme M'onn war alt vor der Zeit,
sie war ei thörichtes Ding von fünf
; nndzwanzig Jahren und hübsch wie ein
j Bild von Grenze,
(fines Abends, als er mit dem na
bett, welchen er von der Schule abgeholt
hatte, zn Hanfe kam, fand er auf dein
.Uaniinfinis einen Brief, aus welchem
leinentitiens Trauring fiel. In die
fein Briefe sagte sie ihm und dem Kinde
Lebewohl, und bot ihn, ihr zn vergeben,
j Tont) war weniger zornig als gebrochen,
j Sein Schmerz war tief nnd wen Aorten
i ihn fragte: Wo ist meine Mama, wird
i sie bald zurückkommen ?" dann umarmte
!er ihn leidenfchasllich und sagte: Ich
!weiß es nicht,"
! Kleinentine hotte ihn in den ersten
i Tilgen des Mai verlassen, C, wie
; trügerisch ist zuweilen der Tust des lie
jderö. Anfang Juli halte Tont, den
'größten Theil seiner Möbel verkauft
um seine Schulden zu bezahlen und war
nach der Rite Telnmbre gezogen, Tort,
wo sie ihn alle für einen Wittwer hiel
ten, lebte er still und ehrbar mit seinem
nahen.
Wegen (5de September erhielt er
einen verzweiflungsvollen, zusammen
honglofen Brief von feiner jyran, in
welchem sie ihn mit Vergebung auflebte.
Aber Tont) war stolz und antwortete ihr
nicht.
Bis zum heilige Abend hörte er nichts
mehr von lementinc. Am Tage vor
Weihnachten war er alljährlich mit sei
ner Iran noch dem Moiilparnasse-nried-hose
gegangen, nni aus dem Wrabe
ihres ,elir eine bescheidenen Strauß
künstlicher Veilchen und Rose nieder
zn legen,
3n, ersten Male machte Toni, Nnbee
diesen Mang allein mit Adrie. AIs er
an dem düsteren Wiutertage durch das
Thor des Kirchhofes schritt, trat das
Bild der (ftfliheuen immer lebhafter
vor seiner Seele und er empfand einen
heftigen Schmerz.
Wo mag sie sein, dachte er, was ist
ans ihr geworden?"
Aber als er ffelix' Grab erreichte,
welches er erst nach längerem Stichen
land, blieb er überrascht stehen. Ans
dem flachen Steine lagen einige ärmliche
j Spielsachen, eine Trompete, ein Hain
I pelmonn, Sie waren ganz neu, offen-
bor waren sie eben hingelegt worden,
! Cb, sieh' nur die Spielfachen." rief
'Adrieit entzückt aus nnd kniete vor
j Freude nieder.
Sein Vater erblickte einen Streifen
Papier, auf welchen, i wohlbekannter
Handschrift stand: ,,iir Adrie von
seinem Bruder ffelix, welcher jetit bei
!dem I'hristtind ist," Ta sühlte er, wie
pet! dos Kind erschreckt an thu anleimte
und ihm zuflüsterte: Mutter," (finige
Schritte nur von ihm entfernt, sah
er fein Weib unter (reNenbannie
knieend und die Hände flehend zn ihm
emporstrecken. Wie ärmlich war sie ge
kleidet, ihr Gesicht so blaß, die Augen
so eingesnnleii, (sin Schauer ging
durch seine Glieder. fg war weniger
Mitleid mit seinem unglückseligen, einst
'so heißgeliebten Weibe, als Zorn in der
(frinnernitg an dos ihm zugefügte II
recht. Aber er stieß Adriett sanft zu ihr
hin und sagte: Cieh, Adriett und tun
i arme deine Mutter,"
1 Sie drückte das Kino krampfhaft nit
' sieh, lnßle begierig feine Lippen, feine
I Stirn, feine Augen, fein Haar, dann
, stand sie nf, sah ihren Gatten flehend
an nnd flüsterte: Wie gut bist du!"
(fr stand schon neben ihr und brachte
mühsam nur die Worte hervor:
Sprich nicht, gieb mir deine
,Arnt." ,
j" (fs ist nicht weit out Kirchhof bis
!zur '.litte Telauibre, sie legten den Weg
schnell zurück. Ton fühlte, wie Kleinen
tinens Arm in dem feinigen zitterte,
Tas Kid ging neben ihnen, ganz mit
feinen Spielfachen beschosligl.
Tie ('oneierge stand ans der Schwelle
, ihres Zimmers.
j Madame," sagte er, dies ist meine
,au, sie ist in den letzten sechs Mona
teil in der Provinz gewesen, m ihre
kranke Mutter z pflegen, und kommt
jefct zurück, tun für mich und den Klei
nen zu sorgen."
Als sie die Treppen hinaufstiegen.
Überwältigte Freude und (frregiing die
arme rau derartig, daß Ton sie
streckenweise tragen mußte, Oben an
gelangt, schob er ihr den einzigen Lehn
stuhl ki, welchen das Zimmer enthielt,
gab ihr das Kind aus den Schvoß, off
nete eine Schublade, zog ein Pappichoch
telckhii hervor, nahm Klenieiitmens
Trauring heraus und steckte ihn ihr
ohne ein. Vorwur'. ohne ein bitteres
Wort an den Ringer und druckte, ,m
ße seiner vollen Vergebung zu rßchern.
einen Kuß au' ihre Stien,
-- Hiid.Iberg hat nach der neuesten
Zahlung ::', .M (Mnirohrnr.
Ein Akt fer GorcchliA'it
iiren 2lIoranir Jvs Zux'ikcn.
z,ehuug folgendes mit:
, . ,..,. v s, Mau giebt sich nicht die Mühe, den
An einem Winterabend des Jahres Pstand 'der Madchen auszubilden,
beabsichtigte eine uge Tarne in man ,,., jif p,mf 0I,,miu. lmtl
-t. Petersburg, die Tochter eines Hoheit j,,, m c;mmll Wcilll)1 illr
Beamten, mit ihren Wtem einen Bull ju )tl mh fi)l; j,io wohnliebe
zn besuchen und erwartete mit chnter-; (ir.jcl)lllul eht sich , den äußere,,
zen ihren Friseur. . ! ?ll,'ftsln0; Benehmen und Kleidung: dazu
Als dieser ausblieb, wollte iie zu ihm ,, ci.,f oberflächliche Kenntniß der
leiiden, es war aber zutallig keiner der v, f,;,, P,.,.schaft mit einigen
Tiener zn den. cie eiitlikjlor, lieh ' v'iiftf Rieten und Romanen, Tanz und
daher kurz, den Haartiiu,tler in ,etner , .,mb jo ,,at man einen Maßstab
Wohnung aufzusuchen, war, ein uch;,, (liu, ,!t,unlMjjfc .z weibliche Ge
il her den Kops und wollte ehe von der
eier,,a,e oipinng ant dein newst,-
vrouieii zu oeu, gegenuver womienoen ,',jrjajsier nach, daß sie ihre Zöch-
,ieiir eile, la, als sie gerade im t(,t mit sl1( schlichen der Gesallsucht
Begne stand, her den ahrdamni zu j z, Mamxi mAWi , fic
trtirette, hielt plölilich eine Troila vor,,,,, im nM in vnstantinovel um
ihr an, nnd che ,,e sich s versah, tuhlte ilmm . wrtlUljen: das ist Stla
,te sich in den Schlitten gehoben, der mit : lX,nlHlltbci. Wenn aber bei einen, freien
W,ndes,ch,,elle dahit'fl, l ,td gebildete Volk der erste Adel
inzwischen bangten daheim die Wter,t,j,,M ' aittf firf) g,schließen scheint,
tun bte ant so Nithlelhaste Weise ver- fo ,pirb il)m mA) b( bft cntsemte
Wv'iiidene Tochter und stellten die sorg- j f,f 4illd)ll,elt clmi1 iwrgeworse werden,
tältigsten Nach,or,chgen an. ("ndltch ; Tic iile vlicliteit der grauen hat ihre
vernahm der Thürhüter die Glocke einer ;Cllfllf Bjcl mfl)t in bcr Unthatigleit
Zorika, die vor den, Hanse anhielt, uud l j,, Lebensweise, als in dem ,Vener
sihd,eVern,!teherans,Prtngen. Hotni : ilm,5 Zc,perau,eteöi zwei bis drei
betahl e ihm, den Führer des Schlit-1 tmit,c m bc) Spiegel zu stehen,
tens zn bezahlen, und eilte die Treppe. il)rc )ffi,c , wnnderii, den ganzen
Htnant zt, ihren ältern wo ,,e oHn,,,iich-S,,.',,ch,,,j,,, mt ,,schereien zn ver
ttg zniainnietibrach. ' cachdeni ,,e ch, bringen, dann in's Theater zu gehen,
endlich erholt hatte gab ,,e den Beknm-! m )mni , fpicU.n( dann zu acht zn
inerten solgenden Achln,!: Man habe , cjffl, mi n,ictlcr ,n hMah ift bll 1m1)1
pe plödlich in eine Troika gehoben, ihr i noi) , it bfi sich selbst einzukehren, und
das ,echt verhüllt und ihr gedroht, ste n,irb bic Langeweile, der Ueberdrn an
n,ederz,,,tt:en, wenn ,,e einen Htl,erns , b..,.,, m-xbä)(n ,iißigen Leben sie
von sich geben wurde. Wenn "f , , nicht zu Vergniiquiuzeit anderer Art t)in
lebosl) rnbuijerhielte, sollte ihr nichts ,..j,,. wiu es' auch nur aus Abwechs
geschehen. :,e war vor -chnck und ' luU, cbcr , ei ,,ies Gefühl kennen
Ileberrafchung wie gelahmt, co fei ße, ,u 'lmlcn tc a d ch e n be
weit Hinweg geführt worden, (fndlich i rf, ü f t i tt c n das ift das Mit
habe der Schlitten außerhalb der Stadt it jc oon Lastern zu be
cingefialten, man habe sie heransge-:x'u Lf in Mädchen tamt' sich mit
hoben nnd in den glänzend erleuchteten , Glichen Arbeiten, mit Mufik, sogar
aal eines vornehmen Hotels getragen 2(ln.cn Erhalten: man muß
iiiid ihr dort die llmhullung abgenorn- jcbod) m Mm bauf hinwirken,
inen. Tie (5nt,t,hrer. welche die Uni-: i( f 0ieift ,u t,uÖen. ihr Geschmack für
iiuui ui uu,ui. ''Mm1ui
Regiments getragen, sowie die bereits
anwesenden Ossiziere, welche sich schon
in sehr oniinirter Stimmung befanden, I
halten sie hoflich gebeten, mit ihnen zu
lonpiren; ,e ei in ,t,rer .'tng t utio
(fjani iitdepe völlig au er -lande ge-1
wefe, der ("inladnng zn folge und,
och weniger, sich an der Unterhaltung .
z betbeiligen. Schließlich fei einer der
Herren fo antdnnglich geweien, daß sie
in ihrer Verzweiflung ein Tischmeffer
ergriffen, noch dem Zudringlichen ge
stoßen und ihn int Gesicht verwundet
habe, dadurch sei eine allgemeine Be-
stürz!! entstanden, Tiese habe sie '"kwanoineii im rügen eine ivuwK
mahrgenommen, unbeachtet in s ,reie ' nihmtheit erworben, ,pete in Göttin
zu gelangen, wo sie einen der zahlreich !"', wenn ihn seine Angelegenheiten da
dort haltenden Fiaker besohlen, sie!"" Mt', " der Ruhlender tchen
schleunigst nach dem elterlichen ,nause z ! Wirthsta'el. leinst erzählte er wieder
fuhren.' ' i bei Zisch eine teiner beliebten Ainttch-
(finpört über den gegen seine Tochter iHinsiafen", und zwar eine ganz echte
ausgeführten Streich,' wandte sich derben es giebt auch wische, die theilwene
Vater im Lause des Zages mit einer I " "er sind als Mnchl,a,e und
Beschwerde an den Polizeiininister der ! ''""' 'iclt- l"1be- iichterte der
Residenz, den General Trepow, welcher liebenswürdige Anlsckneider treuherzig,
die (fntsührung der junge Tarne als- ",f der Jagd eine Kette Rebhühner in
bald dem Kaiser meldete. Tiefer ließ cker'nrche einzeln hintereinander
das Fräulein sofort nach dem Winter- l'crlainend niigetroen, unverzüglich tei-
Palais bescheiden nnd sich ihr Abenteuer euiiaei, Minium , um ,",,
noch einmal ganz eingehend berichten. : "" 'steckt und 'o haargenau geichot
Tann verabschiedete er sie mit der Ans- daß ihrer sieben wie an einem
sorderung, sich nächsten Vormittag im ' VraitpieM angepflocki worden waren,
elf Ul,r wieder in feinem Kabine, einzu- ?s fei ihm so drollig vorgelommen,
finden, damit er ihr die vollste I'ienug-; dß ' die Rebhühner nicht abgenom
thnnng geben tonne. ' I '". sonder sie rup'en und an, äui-
AI' die Taute an, ander "age lick''" Ladestock habe brate lasse,
pünktlich erschien, fragte sie der ;ax, ob Hmliitflidier Weise aber richtete Herr
sie ihre (fntführer ti'oiil wieder erkennen MunÄhaiisen dieies ttnnretche Ge
würde, woraus sie mit einen, bestimm-, Müchtchen an einen fremden Reuenden,
teil Ja antwortete, Tarans ersuchte der zufällig ,e,n Zilchnachlar war. ia
Aterauder sie ihm zu folge, und durch- dieser de abenteuerlichen Grzahler nicht
schritt mit ihr einen Saal, in welchem kannte. ,o glaubte er, Verleihe wolle ihn
die Ossiziere des stillsten Garde-Kaval- nanteln, und weil andererseits Herr v.
lerieregiments ausgestellt waren, Sie Miiuchhau'en durch das öftere (zahlen
erlaiiute ihre (fntfiihrer darunter so-, f1"' cigenen Märchen wie an ein
gleich, aber sie vermißte den, i,iPlschuI- iN'augeli,m glaubte, so entipann ,ich
digen unter ihnen. cin Wortwech'el. Ter -Ire,! ward
Sind lammtliche iTssiziere zur
Stelle?" fragte der Zar den Komma
denr, und dieser rapportirte:
Nnr Lieutenant Fürst . fehlt: er
hat sich gestern krank gemeldet."
Fitrst K, hat sogleich zu erscheine
und wird schlimmsten Falles im Bett
hierher getragen!" befahl Alerander der
Zweite, !
Nach etwa drei Viertelstunde erschien '
der fehlende Lieutenant, in dein die
junge Tarne, obschon er ein breites
Pflaster auf seiner rechten Wange trug,
doch den Hauptattentäter tosort er
kannte. Alerander der Zweite maß den sich
meldenden Offizier. Fürsten K., mit
strengem Blicke. Tann sagte er finster
zu ihm:
Nach dem, was Tu an dieser Tarne
begangen hast, wirst Tu sie heirathen."
In demselben Augenblicke erschien ein
Pope im Ornate und vollzog ans der
Stelle die Trauung in aller Form vor
dem Alleinherrfcher und dem gesammten
Osfizierlorps.
Kaum war dies jedoch geschehen, da
trat der Metropolit von St, Petersburg
hinzu und loste auf des Zaren Beseht
den soeben geschlossenen (fhebund wieder
auf. Sodann mußte Fürst K. ein To-
kutnent unterschreibe, in welchem er
sich verpflichtete, die Halste feiner großen
Reichthümer an leine ge'ckiudene Ge
mahlin abzutreten.
Nadidem auch dies getäieken, wurde
,nrst , nebt de übrige drei (f,,t'uh
rern zu Gemeinen degradirt und in ein
tantasi'ebes Infanterie - Regiment ge-fleckt.
tcr alte Jril über die JVnnicii.
Tottor (ieorg v. Gizncki theilt aus
leinen, Briete ,vriedrcvs ii. über ir
schlechtes.
4llfjl jjf Barbaren sind, sieht man es
, i (i r ( ,,,,, 1M, :(ti aetehe
Ihnen, daß ich oft empört war, wenn
ich mir vorstellte, bis zn welchem Punkte
man diese Hälfte des Menfchengefchlech
tes geringfchatit, alles verabsäumt, was
; :. i!fh ,,.-.,,iid,' tonn. lf
j,, ,-0 Mt raun,, die den Männern
ni(1)t;i ten! Bei einer trattvollen
Erziehung würde dieses Geschlecht über
das trnserige den Sieg davontragen,"
Münchliailse in efal,r. '
Freiherr Hieronimius Karl Friedrich
v. Miinchbause, dem seine fabelhafte
criniirn, unv wuroc vnne ,,wei,ei ,ii
ngeliveapei geendet naven, wenn nieoi
ein anwesender Herr den fremden ver
stöhlen über die Person seines Wider
fachers aufaetlart hatte.
?ie Zuppc er Primassnna.
Madame Mio!a-('arvalho erzählt:
Ich eise geradezu leidenschaftlich gern
wissen Sie wohl, ivas? Suppe.
Tick eingelochte, nach italienischer Art.
mit Parmesan über nd über bestreute
puppen. '"Auf der Buhne dort mir
diei'e Suppe nie fehlen nd im .Zivi-
sckienatte wird sie. so kein es nur geht.
hiiiiintergefchlnnge. In jeder neuen
Stadt, in der ich auftrete, ist es daher
mein (Üstes, meine Suppe z bestellen,
j So war es auch in Marseille, Ter
Restaurateur versicherte, er werde piiult-
liehst nd mit' Beste die Suppe besor-
gen. Im Zwischenakte, zwischen dem
zweiten und dritten Akte, also um Punkt
jl", ver'tche Sie ivohl." schärfte ich
dem Manne noch einmal ein. llnbe-
sorgt: in Punkt i auf 1" wird die
Suppe auf der Buhne sein." Ter
Abend kam. Mein Restaurateur über-
gibt einem der Schantinaddien die Ter-
rine mit dem Befehle, sie der Madame
Miolan" auf die Btibue zu tragen, es
fei schon vorae'orgt, daß sie hinauf-
gelassen werde. Werden Sie aber
Madame auch e;!em'.en?" 'ragte er.
C, gewiß," i't die mit stolzem Selb
bewiint'ein
egibene
Antwort und
erade meine große
ir." mit meinem
d. da .... eine
i;,.tbl:tiim, ei"
sie geht. Ich finge e
Schlußaiie als ,.L::
(ieliebien Ranns'r?
'dt'ame Unruhe i::
ichern und Laiheu. Was tvar ge
schehen ? Tas itglitcksmadchett war
mit der Suppenterrine aufgetreten und
meldete: ..Muhimt et Moiisiciiv.
hier ist die' Suppe!"
Wie die ,Vie sein im irtit sei
sollen.
Tie Granen sollen sein wie der Mond:
so mildes Licht verbreitend: ober auch
nicht wie der Mond: sie solle keinen Hof
um sich haben,
Tie grauen sollen sein wie der Mnnd:
einnehmend: aber auch nicht wie der
Mund: beißend und bissig,
Tie grauen sollen sein wie ein Zalg
licht: bescheiden, leuchtend: aber auch
nicht wie ein Zalglicht: sie sollen nicht
immer gepupt sein wollen.
Tie grauen sollen fein wie ein Schiff:
groß nnd erhaben, ruhig nnd sicher ihre
Bahn verfolgend: aber auch nicht wie
ei Schiis: nicht von vielen Stricken und
Bänder umgeben.
Tie fronen solle sein wie eineN,i
tigall: mit sanftem Wohllaut den !ih
ling verkündend: aber auch nicht wie
eine Nachtigall: sie sollen nicht immer zu
klage habe,
Tie Dianen sollen fein wie ein Gene
ral: fest entschlossen: aber auch nicht wie
ei General: sie sollen nicht die Männer
tomutandireu sollen.
Tie fronen sollen sein wie eilte
Kunstausstellung: zartsinnig, wohlge
ordnet: aber wieder nicht wie eine Knust
ansstellnug: es toll nicht alles an ihnen
nur Kunst sein.
Oi Ufa.
Lewascheiv, der Cbet Jägermeister
Alerauder I., war ein leidenschaftlicher
Kartenfpieler, Bold nach feiner Thron-,
besteignng erließ der junge aiser einen
Ulas, der die Hazardspiele streng verbot,
(fS hieß in den Motiven wörtlich, daß j
eine Äienge zahlloser Betrüger mit al- i
tem Blute aus die Zerstörung ganzer!
Familien sinne und mit entern Schlage
den Handen uiiersabrener Jünglinge
große Vermögen entlocke, die durch die
Mühen und Verdienste der Vorsahren
allmählich angesammelt worden wären,"
Ans Grtiiid dieses Ulas sollte alle, die
beim Hazardspiele betroffen wurde,
verhastet und vor Gericht gestellt wer
de, Lewafchew ließ sich IroNdem ich!
beirre und hielt nach wie vor die Bank.
Als nun der aiser davon erfuhr, ließ
er seinen beriiigern,erstei vor sich kom
men und machte ihm schwere Vorwürse,
Hast Tu meinen Ilkas nicht gelesen ?"
fragte er ihn schließlich,
Gewiß, Majestät," erwiderte Lewa
schew, aber der kann doch unmöglich
ans mich Bezug haben, denn er spricht
van unerfahrenen Jünglingen", der
jüngste aber von unserer Spielgesell
schast hat seine fünfzig Jahre bereits
Überschritten,"
,,'.'lrt), Wie iji's möglich min."
(fs dürfte jedenfalls einen weiteren Le
ferkreis iniereffiren, etwas über den r
sprang des so beliebten Volksliedes
Ach, wie ist's möglieti dann" zn ersah
re. Wie viele Vermuthungen sind
nicht bereits über den Schöpfer dieses
Liedes laut geworden, (fs giebt kaum
einen von den bekannteren Liedereom
ponisten,, dein nicht einer seiner Ver
, ehrer das Ach, wie ist's möglicki dann"
über das Grab als Weihrauch gestreut
hätte. Und doeli kehlt unter diesen allen
Terjenige, von dem das Lied in Wahr
heil herrührt, und der nodi unter den
Lebenden weilt, (fs ist dies der König
' liehe Miisitdirettor Anglist Wagner in
Greiiswald, ein Vetter des berühmten
Richard Wagner,
ViM zu rcrUfiffen.
Ich möchte schon Ihr Schwiegersohn
sein, Herr ('omnierzienratb!"
Leider habe ich keine Tochter."
Na, dann bitte, geben Sie mir we
iiigsteiis die Mitgift,"
Mebcnic ;cbc.
(sin st sprach z mir 'ne holde Maid,
Sie sei mir treu nnd gut:
Nie trenne Zeit und (fwigteit
Tes Herzens heiße Glittb.
Toch als der Vollmond schien ans 's neu'.
Ta hatte iie alibier
Geschworen ew'ge Lieb' und Treu
Noch Vielen außer mir!
SmitVriyv
A: Wie komme Sie denn jetit mit
Ihren Gläubigern aus, verfolgen diefel-!
ben Sie immer noch fo stark?"
B: Ich wohne jeft in einem Haute, I
das keine Treppe bat, da bin ich sicher '
vor ihnen."
A: Wie kommen Sie denn da in Ihr :
Zimmer ?" i
B: Verinittetst einer Leiter; wenn '
ich ans bin, lasse ich sie stehen, bin ich
z Hause, ziehe ich sie ein."
Ali? tmc.n roljutcnbnct.
, . . .We die Lange leiner Treue
nach der Lange der mir geschickten Wurst
zn beurtheilen wäre, dann haltest T'
mich schon betrogen!" ,
" web !
A: Sagen Sie, stehen Sie mit Fräu
lein Weber immer noch au fo schlechtem
Fuße wie früher ?"
B: Ja, immer ::.'ck, ich habe sie
namli.ti vor drei Jahren geheiratbet!"
VthjriMi?n.
iramatüitir Tick:er i bei der Geburt
''eines zehnte !:::i-s: Nun hab'
ich bod' U'.iiia'!-:-.: 0 a h e i n: ein rol
le s Ha u s !"
?S kih'ifch lüilaii.
,,T Sepperl, wer Ivaar der erste
Gefchaftsrasende"
Geh, sag's, i woaß's nit!"
Roland!"
Meiner Sir, wieso a der?"
Zfchapeil, hast och nir vout Rasen
den Roland g'Hort?"
Ein poffitnift.
(Häßliche Tochter ohne Mitgift zn ih
rem Vaters: Also T, willst mich wirk
lich nicht aus den Vereiushall führen,
Papa V
Nein. Hause bleibst Tu eben
so g n t s i i e n !" ,
ttiiit'l !e, (Betwbnbcit.
A, : Haben Sie gehört, was dein
Fräulein Weber neulich sitr eilt mert
würdiges Pech passstt ist?"
B, : Nein, was den '?
A,: Nun, als sie neulich bor dein
Altar stand und der Prediger sie fragte,
ob sie ihren Bräutigam heiraihen wollte,
sagte sie: Sprechen Sie mit meiner
Mama!"
fractiftber.
Student Sttssel: Tas ist doch z
sonderbar, wenn ich etwas angeheitert
zn Bette gehe, purzele ich doch allemal
ans dem Bette heraus!"
Bummel: Ja siehst Tu, da bin ich
doch ein viel praktischerer Kerl, Wenn
ich heiter heimkomme, finde ich mein Bett
überhaupt nicht mehr und bleibe deshalb
gleich draußen!
Pic limiptfait'C.
ivran (zum Mann, der gefallen ist und
das Bein gebrochen hol): (sin wahres
Glück, daß Teine neue Hose nicht zer
rissen ist !"
Die (Scbirasfartr.
(irei Touristen wandern ans
dem
Gebirge einher.)
.(frftcf Tourist (zum zweitens: Haben
Sie eine Karte bei sich?"
Zweiter Zonrist: Natürlich: was
waren mir die Alpen ohne Skat," ,
Clsseriviltig.
Fräulein: Tars ick, Ihnen meine
neue Komposition vortragen, Herr
Müller!"
Herr: Warum fragen Sie noch, , , .
Sie missen doch, daß ich z jedem Opfer
bereit hin!"
Daber,
Arzt: Konntet Ihr denn gar keinen
anderen rantenivärter kriege, als
de verfoffeiie Jochen, ?"
Krauler Bauer 1 siebend): Lassen
Sie mir den, Herr Toltor, Schnaps zu
trinken haben Sie mir verboten, darf
id) ihn nicht wenigstens riechen?"
' 3?oshaft.
(fben höre ich, daß Ihr Kassirer
durchgebrannt ist, er hat doch nichts
mitgenommen?"
Gewiß hat er etwas mitgenommen,
meine Frnn hat er mitgenommen!"
Ich meine etwas von Werth,"
Aivk'deiNig,
Ach, Herr Apotheker, haben Sie
nidyt ein Mittel für mein krankes at
chen?"
Gewiß, mein inti, wir haben ja so
viele Mittel, die für die Kalte find!"
Auch ein f d'riftfteller.
Backfisch: Lesen Sie Liebesroniane.
Herr Lieutenant?"
Lieutenant: Teilte gar nicht daran:
Wozu? Mache ja jede Zag selber."
!Ndee Pieuulv!?,,.
Besucher : Ist Frau Brann zn
Hanse?"
Tienstmadcheni Jawohl, heute muß
sie ja den ganzen Zag zn Hanse bleiben,
heute ist ja mein Ausgehtag,"
Hu ein IVirÜ'iib.iftiftiibium.
! Zifchiiachbar z einem Studenten int
Löwenbiäiij: Sie treiben hier land-
wirthfdiaitliche Studien?"
Ja, aber zunächst befleißige ich mich,
die Stadtwirthschatten kennen zu 1er-
nen."
Aus ber Kadcttciifiste.
Kadett im ('igarrenladen: Geben
Sie mir 'mal ein paar ganz leichte
(Zigarren, die aber recht schwer
st n sieben."
Uiuntunchiner ,f all.
Feldwebel: Mtiller, Sie find doch
gewiß der Tüninifte in der ganzen vom
pagnie, Haben S te eigentlich noch Ge
fchwister?" Mutier: Ja. einen Bruder. Herr
Feldwebel."
Feldwebel: So? Na ist er denn
auch fo ton um: wie Sie?"
Müller: Ter ist noch dümmer als
ich, Herr Feldwebel."
Feldwebel: So, was iß er denn?"
Müller: Ter ist Feldwebel, Herr
Feldwebel!"
!1c,t 'blauer.
! Vater (zum Sohn, tur eine größere
Reife antritt!: Benjannn, weitn Tu
antommit in rotofchi. brattchfte erst
gar nicht zn schreibe, ich geb ?,r hier
ein frankiertes Kontiert an mich mit.
das fleckite in den asten: wenn? an-
, loinint an mieh. we:d' ich winen, daß
Tu glücklich bist eingetron.!!."
Sohn: ..Vater, Tu !.:::::, Tir noch
sparen die Bre'marte: Ii' ßecks i:::
wnt:rt in den a't::! :i::d ;i v.'nr."
d:e ?!::;,:::':;.
w
!