Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, March 14, 1895, Image 1

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Jahrgang 15.
Lincoln, Ncl,., Donnerstag, 14. Mär; 195.
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Abermals ein TueU.
T,r Vrud.r d,s S,rn fikkt sei
,,r uftösu ntgegcn.
Berlin. Die Meklknburgcr Cre
diibank in Parchim hat sallirt und cs
hkrrschk dort die grösjt Auslegung.
Hunderte von Depositoren sind juWnin
de gerichtet und die Volks-Spar-sBanf,
in Heine AaiisgeschSst. u" Zwei gioße
Hckiivelshöuser habe in Folge deS lÖan
tcrctleS der tfieditbaiif ebenfalls sallirt.
Petersburg. Das Befinden des
an der Sdinriiidjitcht im höchsten Grade
elkranklen Großfürsten , ThrouZolgerS
Georg hat sich derart verschlimmert, dasz
seine geplante Reise ach Ägypten, die
er ,n Iesellschüst seiner Mutler, der
Jzurin-Wittro 1'calia geodoroivna.noch
im Laus des Monats treten ivollie.
aus unbestimmte Zeit verschoben werden
musste. Wahrscheinlich wird der Thron
folget überhaupt nie mehr dazu kommen,
die Reise nach dem Lande der Pharao
en anzutreten.
Hiroshima. Ein vom General
Nadzu aus HaiTsching vom 4. Mär;
daiirie Depesche meldete, daß a:n Mor
gen eine Tages, um 10 Uhr. zwei Di
visionen der eisten japae,1chen Armee
den Angriff auf Nem-Tschang begannen,
und um Mittag in die Stadt eindrangen.
E Theil der feindlichen Truppen floh
sofort ach ','ien-Kau, der neuen Ansied
lung bei New Tschang, während die zu.
rucllilkibenden Truppen hartnäckigen
Widerstand leisteten. Es fanden hesti.
ge Sti-aßcnkäinpfe statt, aber um II
Uhr Abends waren die Chinesen mit ä
tii'i Verluste von 11)00 Todten auf al
len Punkten zurückgeschlagen.
Berlin. Der Oberrhcin mzr mit
einer dicken E,s. ecke bedeckt. Hunderte
von Person: haben dcnselbc bei
WormS und Mannheim überschriite.
Auf dem Mitlclrhcin ist daS Eis wieder
in Bewcguklg gerathen, hat sich aber
sofort wieder gestaut uns mufzte mit
Pulver und Dynamit gesprengt werden.
'.i Bewohner der Rheinniederugeii bc
reiten sich auf die unvermeidlichen Ueber
schivtinmungen vor, die sich Heuer weit
vkrhängiiisjvvller erweisen dürften, als
in den Borjahren. Auf Befürworten
der Kaiserin haben sich schon seit einer
Wache fürsorglich Hülfs- und Unterst.
hungS Comites gebildet.
Berlin. Die Antiscmitenhetze hat
wieder ein junges und hoffnungsvolles
Menschenleben zum Opfer gefordert.
3 einem Trinklokal kan es zwischen
den, antisemitischen Studenten Lchmann
,und dem jüdischen Nechtzcandidaten
Rubi'istein zu einem Streit, welcher da
mit endete, daß Lehmann dem Rubin
stein eine Ohrfeige versetzte. Der t
ohrfeigte liesz seinen Beleidiger durch ei
nen Augenzeugen der Affaire, r cn Stu
diosuS Hutzler. den Stiefsohn des be
kannten Schauspielers Josrph Kainz,
zum Duell auf Pistolen fordern. Das
Duell sand statt, und Rubinstein, der
Beleid gle, wuidc von seinem Gegner
erschossen.
Wien. Das Temesvarer Komitat,
Süd-Ungarn. ist durch das Anschwellen
der Ströme bedroht. Um ihre Winter
saatcn !u retten, versuchten die Bauern
die 4)fimm dcö BegakanalS zn durch
brechen, um die Fluthen auf die Weide
gründe der Königs Holländischen Ge
sellschaft entiveichen zu lassen. Es kam
zwischen den Angestellten der Gesellschaft
unv den bemassneten Bauer zum bluti
gcn Kamps Die Bauern siegten,
durchbrachen den Damm und eine Stun
de später ertranken 7500 der Gesellschaft
gehörigen Schweine und 10.000 Stück
Bieh befinde,, sich in größter Lebensg:
jähr. Die Gesellschaft will die Regie:
rung au, schweren Schadenersatz verkla
gen. London. Am Donnerstag durch
schnitt ein in Loiver Torting in der Nähe
von London wohnender Gypser Namens
Taylor seiner Frau und sechs Kinoern
die Hälse, woraus er Selbstmord beging.
Die'zanze Familie, bis auf ein Kind,
welches im Sterben liegt, ist todt.
Das Vervrechen war eine Folge der
äußersten No h, welche unter vielen Ar
beitern herrscht. Taylor war ein nüch
leiner, fleißiger Arbeiter, jedoch hatte er
in Folge des selten strengen Winters,
durch welchen alle Bauarbeiten zum
Stillstande gelangten, seine Beschäfti
gung verloren. Da er nicht im Stande
war, seine Familie zu ernähren, litt
sein Verstand, und es ist augenscheinlich,
daß er deßhalb beschloß, alle seine An.
gehörigen zu ermorden und dann Selbst
mord zu begehen, um die Familie vor
dem langsamen Hungertod zu bewahren.
Wilhelmshafen. In seiner
öiede an die Flottenrekruten sagle der
aiser: Ihr seid hierher gekommen
den Treueid zu leisten. Es war ein al
Kr Gebrauch unserer Vorfahren und sie
hielten eö für eine heilige Pflicht, ihren
Eil i leuial zu halten. Gerade wie ich,
juer Kaiser und H.'rr, all mein Thun
und Tenken dem Vaterlande widm,
so seid Ihr auch verpflichtet, Euer ganzes
Leben zu geben, denn ihr habt den Eid
als Christen geleistet und Diener Gottes
haben in christlichem Geiste zu euch ge
sprachen. Auf euren Kricgsflaggen seht
ihr den Adler, den edelsten Logel des
Weltalls. Stark i seiner Jugcndkrast
erhebt er sich hoch in die Lüste der Son
ne zu, keine Furcht noch Gefahr kennend.
So müssen auch Eure Gedanken und
Handlungen sein. Ihr kommt zu einer
Zeir, wenn in dem ernsten Dienst Fo
derungcn an Euch gestellt werden, die
mühevoll sind, wenn Stunden kommen,
in welchen ihr Euch der Ausgabe nicht
nrmachfea ballet. Dann erinnert Euch.
das Ihr Christen fnd, denkt an Eure j
Eltern und wie Eur Mütter Euch dt.4
Gebet des Herrn lehrten. Wenn Ihr
im Auslande stid. ist ei Eurej Pflicht,
das Vaterland durch Eure Tüchtigkeit
uns gutes Betragen zu repräseniiren.
Die Flotte ist ach außen klein, aber
waS sie stärker wie andere Flotten macht,
ist die Disciplin und der unverbrüchlich'
sie Gehorsam den Vorgesetzten gegeuü'
der. Dadurch wird un,ere Flotte zunch
mcn und in dem griedenswerk und zum
Besten des Vaterlandes wachsen und,
wie wir zu Gott hoffen, die Feinde vcr
nichten. Seid wie die allen Branden
burger! RemAork. Bill Eodo" ein
ittünelnier und eine Büsselkuo.
die sich auf der R:ise von Cincianaii
ach Deutschland t; befinden, trafen
in crsev City ein und werden mit dem
Schiielldampslr ..Augusta Victoria"
ach Hamburg welter desördert werden.
Die Bussel, zwei wahre Prachteremplare,
welche sich bisher im Zoologischen Gar
lcn zu Cinciunati befanden, sind für
Hagenbeck bestimmt im Austausch für
zwei bengalische Königstiger, die dem
nächst hier eintreffen werden. Der ame
litauische Büffel ist seitens der Zoologi.
scheu Gärten Europas ein sehr gcluch
ter Artikel, denn b A Herrn A. C, Bark
har.H, dem Direktor des Zoologischen
Gartens in Eincinnali, lies ein abel
gramm vom Bci tiner Zoologischen Gar
ten e, einen Auftrag von acht Büffeln
enthaltend. Herr Burkhard erklärte
nach kurzem Besinnen, daß der Auftrag
ausgeführt werde würde. ,,Zwar kön
nen die Thiere nicht unserm ,.Zoo" ent
onunen werden," fügte er hinzu, aber
ich werde den Berlinern acht Bison schi
ckcn.welche die Bewunderung aller Spree
Athener eiregen und ihrer großartigen
Thiersammlung zur Zierde gereichen
solle,,. Uebrigens weid.m wir in einige
Jahren selbst n Stande sein, alljährlich
eine Anzahl Exemplare nach Europa
verkaufen zu könne,,, denn es ist unsere
Absicht, eine Büffelfarm im Kleinen
einzurichten, d. h . wie es die Platzver
hälinisse gestalten."
Washington. ,,Der Präsident
erklart, er habe dem Conzreß weiter kei
ne Mittheilung zu machen und beglück
wünscht den Eongreß zu der Beendigung
seiner Arbeiten."
Senator Boorhecs, der nebst Senator
Sherman abgeordnet worden war, um
in Begleitung eines Kommillees von drei
Repcäetanien Catchings, Reed uns
Outhvaite den Präsidenten ofsicicll
davon zu unterrichten, daß der 53. Eon
greß bereit sei, sich sine die zu vertagen,
brachte diese An.wort vom Weißen Hau
sc zurück und ein Ausbruch der unge
z vur..;enste,i Heiterkeit erfolgte. Sena
tor Sherman konnte nur mit Mühe sein
Lachen unterdrücken, Haivley klopfte sich
aus die Schenkel,.daß es schallte, Gorman
lehnte sich in seinen Sessel zurück und
lies seiner Heiterkeit freien Lauf, der
ganze Senat lachte, die Gallcrie lachten,
Pefjer mußte sich die Seiten halten und
sein histor scher Bart perpendikelle im
Takt. Selbst der grimmige alte Harris
Tennessee schüttelte sich, bis seine Glatze
rolhgluheno leuchtete, wie die Mitter
nachtsonne am Nordpol. Bislang hatte
Niemand dem Pcäsidcnt.'n zugetraut, daß
er im Stande sei, einen Witz zu machen.
Aber dieser Glückwunsch zu der Beendig
gug der Arbeiten des 53. Congresses
war ein Bcwciß dafür, daß es vem ober
sten Erekutivbeamten nicht an Humor
mangelt, der in diesem Falle freilich hart
an die Grenze des Galgenhumors streif
te. Die Vertagung des 53, Congresses
erfolgte pünklich um 12 Uhr Miltags.
ES war nicht nothwendig , die Uhr zu
rück zu stell, n, wie dies bel früheren Ge
legenheiien wohl geschehen, denn alle
noihwendigcn legislativen Geschäfte
waren bereits um 10 Uhr abgethan uno
vor II Uhr hatte die legte Budgek-Sill
die Unterschrift des Präsiventen erhalten.
PiSsisenk Cleieland, der auch Heuer,
wie cho mährend feines ersten Amis
termines, eS abgelehnt Halle, in's Kapi
toi zu kommen, um daselbst während der
letzten Sitzunqsstunden Bills zu unter
zeichnen, hatte den leitenden Elementen
,,, beiden Hausern zu verstehen gegeben,
d ,ß er kiiner Vorlage durch seine Unter
schiist Gesetze, kraft verleihen weroe, die
ihm später als 10 Uhr am Morgen des
4. März zugesandt werde. Er hatte
diesen Entschluß gefaßt, um der hastigen
Passirulig von Bills enlgegenzutreren,
und di: beabsichtigte Wirkung ist erzielt
worden.
Petersburg. Das russische Ge
schwader des Mittelländischen MeereS
hat Befehl erkalten, nach Ostasien ab
zugchen. Aus St. Petersburg wird gemeldet,
daß das Befinden des Großfürst-Thron-folgers
Georg, des Bruders des Zaren
Nicolaus. sich in Folge des kalten Wet
lers, das sich sogar biö nach Livadia
fühlbar gemacht hat, verschlimmert hat
und sein Zustand besorgniherregend ge
morden ist, Großfürst Georg, welcher
schon lange lungenleidend ist, soll jetzt
Blut auswerfen.
I Folge Dkmonstrationen Peters
duigc.' Studenten ist es zu ernstlichen
Unruhen gekommen. Die Demonstra
tiouen wurden so arg, daß Polizei zu
ihrer Unterdrückung aufgeboten werd:
mußte. Die Studenten leisteten der
Polizei Widerstand und es entspann sich
ein heftiger Kampf. Die Ordnung
konnte erst wieder hergestellt werden, als
viele Studenten verhaftet worden waren
Eine Anzahl zn ihnen erlitt bei dem
Kampfe Verletzungen.
Die letzthin stattgehabten Studenten
üiiruhen in Petersburg lassen die Ztu
denten n?.ch den ossiziellcn Bericht. in
einem sehr wenig vortheilhasten 'icht
erscheinen. Die Ruhestörungen trugen
sich in einem Restaurant zu in welchem
300 angerückt kamen und Speisen und
Getränke verlangten. Da ihnen di'sel
bn verweigert wurden, kam tt zu, Tu
mult. Es scheint, als ob die Studenten
die Ansicht hegten, dem Czaren eine Pe
tiiion gegen die Abschaffung gewisser
Gesetze zu unterbreiten. Auf dem Marsch
ach dem Palast kehrten sie in dem Re
staurationein und betranken sich. i?ie
drangen in verschiedene Theater ein, ver
höhnten die Schauspieler und prügelten
sich mit den Zuschauern und dem Thea
lerpersonal, bis man sie mit Gewalt an
die Lust setzte. Tann rückten sie vor
den Anilschew-Palast, wo sie aus und ad
zogen in der Hoffnung, die Aufmerksam
keil des Zaren zu erregen. Die Polizei
hielt sie schließlich auf und dabei kam eS
zur Prügelei. Die Studenten maifch'r
ten dann uach dem Restaurant zurück,
allein die Polizei war bereits vorsichtig
genug gewesen und hat? dem Besitzer
desselben besohlen, feine Thüren ;u schlie
ßen. Darüber wurden die Studenten
ärgerlich, erbrachen Thüren und Fenster
und zertiümmerten die Vorräthe, bis
die Polizei sie schließlich vertrieb. Auf
der Straße kam es zu einem neuen
Kampfe. Die Studenten griffen die Po
lizei mit Messern, Sieinen und Stuhl
deinen an. Etwa 20 von ihnen wurden
verwundet.
ZZreunvschastcn.
(Tichtcr unbckan'nt, mitgetheilt von H.
ii t u m o i e i )
Zum Trost für mein verwaistes Leben
Ward mir ein Tugendfreund gegeben;
Doch balg entzog er mir die Hand,
Und schloß die Augen und verschwand.
Ersetzt ward der Berlust wir wieder,
Statt eines Freunds gewann ich Brüder;
Die reiften schnell für höh'res Glück,
Sie gingen heim; ich blieb zurück.
Run klopft ich wohl an manche Pforten,
Man öffnete mit Freundeswortcn ;
4,ch Schein war, was ich hört' und sah;
Das Herz sprach Nein," die Zunge
.Ja."
Ii düstern Gram versank mein Leben,
Das Hoffe hatt' ich aufgegeben,
Bon, Glauben zweifelnd mich entfernt,
Und ach! was Leben sei, verlernt.
Da ward durch eine Hand von oben
Der schwarze Borhang aufgehoben;
Ich sah ei Bild und kannte bald
Die göttlich-leidende Gestalt.
Der Frühling naht.
Auszugausde in neulichen
BortragevonD. Hart
man, über klin, att
s cheM är zK r a n k
heilen. Am Schlüsse einer seiner regelmaßi
gen Vorlesungen über medizinische Pra
ris sagt Dr. Hartman: März ist das
virbindende Glied zwischen kaltem und
heißem Wetter in der nördlichen mäßi
gen Zone. Von allen Monaten im Iah
re, ist dieser der Gesundheit am gefähr
lichsten. Solche die während des Win
ters an irgend einer klimatischen Krank
heil gelitten, als Kalarrh, Grippe, In
fluenza, Husten, Erkältungen, oder
Bronchltis, finden ihren Zustand durch
das Märzmctter fast immer bedeutend
verschlimmert. Selbst Solche, deren
Gesundheitszustand gut ist, bedürfen ge
wöhnlich einer reinigenden, renovirenden,
regulirenden und belebenden Bchand
lund zu dieser Jahreszeit. Die allmäh
lich wäyrend des Winters angesammel
ten schlechten Stoffen im Körper sollten
während des Monates März ganz günd
lich ausgeschieden werden, wenn die Ge
sundheit erhalten werden soll. Jeder
mann, krank oder gesund, wird wahrneh
men, daß sein System mehr oder weni
ger mährend des letztverflossenen schwc
ren Winters gelitten hat, und eine Be
Handlung von Pe-ru-na ist von unschatz
barem Werthe, wenn nicht eine absolute
Nothwendigkeit. Pe-rn-n ist eine ide
al Frühjahrs-Medizin, denn es ist ein
Specificum für katrrhalische Leiden; es
stärkt die Nerven, belebt die Verdauung,
regulirt die Circulaiio, reinigt das
Blut, verjüngt die Gefühle und stä,kt
die geistlichen Fakultäten. Ermattete
Männer, müde Frauen, nervöse Mädchen
und Knaben geschwächt durch Ueber,
deit, Strdlum oder Ercesse sie Alle
finden eine vollständige Wiederherstellung
durch die Behandlung von Pe-ru-na."
Ein höchstbelehiendes illustnrtes Buch
über Frühjahrsmcdizincn und Frühjahrs
Krankheiten wird kostenfrei nach irgend
einer 'Adresse ver sandl von der Pe-ru-na
Drug Maiiufacturinq Company. Colum
bus Ohio Dieses Buch enthalt Jllu
stratione von Wrrthe für jeden Aizt,
Student, Lehrer, Invaliden und Lcsec
im ganzen Lande.
Für ein freies Buch über Krebs aores
flre man Dr. Harrman, Columbus.
Ohio.
Carl Hoffmann, der kürzlich ach
Gland Island zurückgekehrte Ucberle
bendc der ,,Elbe"-Katastrophe, welcher
bei derselben bekanntlich Weib und Kind
verlor, hat vom deutschen Konsulat in
Chicago die Mittheilung erhalten, daß
er bebufs seiner, von der deutschen Re
gierung gewünschten Vernehmung be
züglich des Schiffsunglücks sich im deut
schen Konsulat einfinden soll.
Hoffmann hat dem Konsul geantwor
let, daß er bereit sei. der Aufforderung
nachzukommen, wenn der Konsul ihm die
Reiscspcsen für ihn und seinen Rechisan
malt und überdies eine entsprechende
Vergütung für die Zeitversäumiiß Bei
der garantiren will.
Dr. price's ttm Baking powder.
höchste Wclt-Außftkllinigs Auszeichnung.
TaS Todten der SlUcn.
Xie Sine, alle und kranke Leute zu
tcdicn, ist über die ganze lirde ver
breitet und findet in verschiedenen Um
ständen (Noth. Aibeitöiiiisahlgkcit,
Lästigkeit, auch wohl in vcbensiiber
druß) ihre Erklärung. ?cscr Erschei
nung bei den verschiedenen Bolkcin
widmet P. Sanoii in Dortmund im
Globus' eine zlisammciisasscnde c
trachtiing. der wir folgende Einzclhei
tcn entnehmen:
Nach m'idischcn Sagen suchte man
in der Hcidcn:cit Hungcr-?i'il,c durch
Bcscikigung der allen vcute zu lindern,
n Schweden zum Beispiel beschloß
unter zlonig Freu, imch Anderen unter
König Sigirud, wahrend einer .yu:!,
gcronvlh die Bolksvcrsammlung,
sämmtliche allen, kräntlichen und ge
brcchlichcn Leute zu todte und dem
Cdiit zu opfern. Sicher war in diesem
Falle nicht dS ü?pfer an den Gott,
sondern das Loswerden so vieler un
niiucr Mtesser die Hauptsache und das
Urstiriingliche. Wenn beitden Apachen
die Lcbenöinittel knapp wurden, so
mußten die Invaliden vomMitgcnusse
zuriickslehrn und verhungern, oder wur
den, wenn sie nicht vorher fluchteten,
mit aller Gemiithoruhc iiiedcrgeiuacht.
Bekannt und wohl mit Unrecht bc strit
ten ist cü, daß die Feuerlciiider, wenn
sie im Wiuler vom Hunger geplagt
werden, eher ihre alten Weiber als ihre
Hunde todten und verzehren.
Oft gerühmt ist die große Pietät der
nordamerikanischc Indianer gegen
ihre Eltern. Trotz dieser Pietät ist es
kein seltener Fall, daß alte und kranke
Leute, von ihren Angehörigen mit
etwas Nahrung, Feuer und Wasser ver
sehen, auf die Wanderung, zu der die
Noth zwingt, ausgesetzt und ihrem
Schicksal überlasse!, werden. Man
scheidet alsdann weinend 'von den Hits
losen, oft mit. seltener wider den Wil
len der alten teilte. AuS Deiitschland
berichtet die Sage noch eins Verhältniß
mäßig spater Zeit Achnlichcö. Als sich
der König Dagobert einmal nach Thii
ringen begab, erkrankte tödtlich der
Berwandke eines vornehmen Cannes
aus dem Gefolge. Da der König zur
Weiterreise drängte und der Slerliende
nicht fortzuschaffen war, aber auch nicht
zurückgelassen werden sollte, beschloß
man, ihm nach heidnischer Sitte den
Kopf abzuschneiden und den Körper zu
verbrennen. Bischof Arnulf beugte
aber diesem Greuel durch eine ivunder
bare Heilung vor.
Wenn ein Stamm oder ein Bolk
auch nur eines mäßigen Grades von
Wohlleben sich erfreut,. läßt sich
natürlich die Tödtnng der Alten und
Kranken nicht mehr mit der nnmittel
baren Noth entschuldigen. Trotzdem
besteht der Brauch noch vielfach fort,
theils in Folge des menschlichen
Wunsches, dem sich hinschleppenden
Elend ein Ende zumachen, mehr aber
wohl durch Ueberleben einer aus älterer
Zeit ererbten Gewohnheit. Noch heute
ist inmitten der eivilisirten Völker die
Stellung des kraftlosen Alters, das
nicht mehr thätig mit Hand an
legen kann, oft recht beklagenswerth.
DevnS schildert in den Studien über
das Familienleben die Berachtung und
Verhöhnung der Allen bei den franzö
sischen Bauern. Sie sind den Kindern
oft lästig, liiau beschwert sich, daß sie
zn lange leben, man nennt den alten
Baler Monsieur vit toujourö," und
nicht selten wird der gehetzte Akcinn
dazu gelrieben, seinem Leben ein Ende
zu machen. Uebrigens hören wir viel
fach, daß die der grausamen Sitte
verfallenen Alten selbst in ihrer Erfiil
lnng nichts Schlimmes, sondern etwas
sehr Natürliches finden.
Grausam war und ist zumeist das
Verfahren, wie die Alten um 's Leben
gebracht werden. Bei den Skandina
viern wurden kraft- und freudlose
Greise lebendig begraben. Die alten
Preußen opferten und verbrannten
kranke Kinder und sonst schwache Leute,
selbst Vornehme, ihren Göttern. Auch
bei ihnen mögen, wie bei den Römern,
alte oder kranke Knechte am längsten
der Sitte zum Opfer' gefallen sein.
Man hing sie an Bäume, um ihrer
Bersorgung nberhoben zu sein. Unheil
bare Kranke ivurden unker Zustimmung
der Zingehörigen vom Waideler (Prie
ster) mit Beltkissen erstickt. Auch in
Thüringen war es gestattet, aiffgegcbe
nen Siechen, bevor der natürliche Tod
eintrat, das Lcbcn zu nehmen. Am
längsten scheint sich die Sitte, die
alten, zur Arbeit untüchtigen Bäter zu
ködlen, bei der wendischen Bevölkerung
erhallen zu haben (nach Einigen bis
zum I. Jahrhundert).
Es sl nicht unwahrscheinlich, daß
sich die Sitte dcr Todtung unniig ge
wordener Alter und Kranker einerseits,
wie zum Beispiel in Ro,n, bei Knecli
ten und Skliven am längsten erhalten
hat, andererseits aber auch gerade bei
Fürsten und Königen. Ursprünglich
beseitigte man an manchen Orten wohl
auch diese nur dann, wenn sie nicht
mehr im Stande waren, ihre Pflichten
zu erfüllen, spater wurde die Sitte mit
religiösem Eeremoniell umkleidet, auch
wohl als eine Opferung aufgefaßt und
mitunter dem Opfer selbst die Bell
Ziehung überlassen. Bei den Eycos
(östlich von Widcih in Wesiafrika)
herrscht der Gebrauch einer völlig f rieb
lichcn Absetzung des Herrschers. Es
werden ihm nämlich ' Papagcicneicr
übersendet mit der Botschart, daß er
der Regirrungssorgcn müde sein und
zu schlafen wünschen werde, worauf er
von seinen Weibern erdrosselt wiro.
Zn Fazogl am Blauen Nil bestand,
wie Lepsius erzählt, noch 1814 der
Brcnch, einen König, der nicht mehr
kl'ic'ct war, c!!v".!'iingctt. Seine B:p
wandten ,.nd ini sie r vcrfa,:,,iiellen
sich vin ihn und rci.iiiclcn iliiii : da
er d'i, MY,",!!crii und Wcibcrn des Lan
des. den Ockisen, Eseln und Hübii.'in
u. f. w. nicht mehr gefalle, sondern
Alles ibn verabscheue, so sei es bei er,
daß er sterbe. Mitunter fu.lilc nun
wohl der Opferung das Gcliäsi! ie
dadurch zu nehme, daß man dem zum
Tode bestimmten ,'conigc die Me,!ich
keit gewährte, mit den Waffen in der
Hand im .iampse zu fallen, so wie in
einer Sage einem bejahrten Dakotah
einst seine Kinder eine Flinte in die
Hand gaben, um sich gegen sie zu m
thcidigcn, damit sie, loic sie sagten,
seiner in ehrenhafter Weise los würden.
(i ZSundcrkind"
droht Eumbcrlaud und seine Kollegen
in der Kunst des Gedankenlesens ein
mächtiger Konkurrent zu werden ;
obwohl das Kind kaum das sechste
Lebensjahr erreicht hat, leistet eS ach
der Darstellung, welche Dr. Ouintard
jüngst in der Gesellschaft der Aerzte in
AngcrS gegeben, bereits wahre Wun
dcrdinge als Gedankenleser. Ein lcbhaf'
tcS, lustiges, kräftiges Kind, von aus
gezeichneter Gesundheit, ganz frei von
Nervosität, der Krankheit dcS Jahr
Hunderts," deren Spuren oft schon im
zartesten Alter auftreten, entwickelte
sich der kleine Ludwig X. vom fünften
Lebensjahre an nach dem Beispiel des
Adam Niese und anderer mathematisch
veranlagter Wunderkinder. Seine
Mutter wollte ihm das Einmaleins
lehren und es zeigte sich, daß er es
bereits auswendig wußte. Man stellte
ihm ziemlich verwickelte Ncchenauf
gaben ; er gab die Losung, bevor noch
die Frage beendet war. Sagte man
ihm: Legt man in meine Geldbörse
2" Francs 50 EentimcS, dann werde
ich dreimal se viel darin haben als
jetzt, weniger .', FremcS 40 EentimeS.
Wie viel habe ich also jetzt?" Und
Bebe, ohne zu überlegen, antwortet:
.Sie haben 15 Francs 4,', EcntimeS"
eine vollständig richtige Antwort.
Diese und ähnliche Ausgaben löst der
kleine Gedankenleser sofort. Dr. Ouin
tard hebt zur Erklärung seiner weiteren
Mittheilungen hervor, daß alle diese
Probleme sich in einer Sammlung
mathematischer Ausgaben finden, die
neben der Aufgabe auch die Lösung enk
hält. Der Bater des Knaben stellte mm
sorgsame Beobachtungen an und fand
vor Allcm, daß das Kind gar nicht oder
mir wenig daraus achtele, was man
ihm sagte: es antwortete stets vor
Beendigung der Frage. Außerdem
mußte die Mutter dcS Kindes bei den
Versuchen immer anwesend sein und
vor den Augen die gedruckte Lösung der
Frage haben oder an die Lösung denken.
Sonst blieb das Kind stumm. Der
Bater folgerte daraus, daß sein Söhn
che in Wirklichkeit gar nicht rechnet,
sondern erräth oder, richtiger gesagt,
die Gedanken der Mutter liest. Der
Bater ließ nun die Mutier ein Wörter
buch ansschlngen und das Kind fragen,
welche Seite sie vor Augen hätte.
Ohne Zagern gab das Kind zehnmal
nach einander die richtige Seitenziffer
an. Legt die Mutter einen Finger
aui ein Wort im Buch, sagt das Kind
auf Befragen, welches Wort es ist;
ein beliebiger Satz von beliebiger
Kürze oder Länge wird auf einen Zct
tcl geschrieben, und kaum hat die Mut
ter den Zettel vor Augen, sagt da
Kind den Satz Wort sür Wort aus.
Dr. Ouintard erklärt den Borgang als
eine Art Suggestion, ausgeübt auf ein
verwandtes Gehirn."
Eine b r st i s ch c Korrespon
denz führte, so schreibt man aus Hol
stein, ein dortiger Gutsbesitzer mit
einem nnonnmen" Tagelöhner. Beide
verschmähten eS, Tinte, Feder und par
fümirtes Briefpapier zu benutzen: ein
Stück Kreide vielmehr war die Feder
und als Schreibfläche diente das
Scheunenthor, Da aus dem Gut die
Arbeit zwar schwer, die Kost aber sehr
leicht und ungenügend war, so wunder
ten sich Knechte und Tagelöhner nicht
allzusehr, als sie eines Morgens mit
Riesenschrift den Sa'; an's Thor ge
schrieben fanden: Snerbeer (Saner
lucr) un Sciimmeibrod; De Diiwcl
slah i schlagt den Grasen dod!" Ob
dieses freundlichen Wunsches war der
Gutsbesitzer natürlich mehr ergrimmt
als erbaut. Zornig schrieb er darunter:
Wenn Dun ehrlichen Kerl bist, denn
meld' Di'!" Indessen er hatte der
Eavnllena ruotieana" eincö holstei
nischen Tagelöhners zu viel zugetraut;
dieser meldete sich zwar, aber doch mir
wieder anonym schriftlich am Schcmi
thor: Dat ick ' Narr wäre !" stand
anderen Morgens in steifen Lettern
unter des Grafen distinguirten Schrift
zügen. So ganz Unrecht hätte der Kerl
nicht ! '
S ch i f f s ii fall - S t a t i st i k.
Die Gcjelliilrntt Ben'tao" veröffent
licht eine Statistik über die Schisso
unsalie aus dem Meere im Lause des
Jahres 1 sü i. Es gingen zn Grunde
.'5 Segelschiff:, darunter 71 franzö
sische, 4:;". sind durch Strandnng, 2t
durch Brand, 7:) durch Schiffbruch, die
Übrigen durch andere Unfälle verun
glückt. Bon fs Segelschiffen hat man
gar keine Nachrichten klommen.
Dampfschiffe sind 20:i verloren gegem
neu, nw runter 127 englische und 1)
französische : von !' hat man keine Nach
richt. Beschädigungen haben erlitten
Ü2i:! Dampfer, worunter 2!.:l eng
lische und i:j:" französische. Bei dieser
Stntisiil kcinwl nur die französische
und englische Marine in Betracht.
Taö proiektirte (4cf4tionif;.
In der letzien Auögade des .Anzei
gci?" hat Herr Feld. Schweizer in einem
Artikel sich eiilschicden gegen die BelouS
gabang von Jail BondS ai,ögefproch,n
!d wollen wir, nachkeu, wir mit
nrn Eouiity-Eommissar, F. Bcckmann,
Rückiprache genommen, die heikle Frage,
welche daS Porlemoiinaie der Stcuerzah
ler berührt, an dieser Stelle einer fach
gemäßen ttritik unteiziehen.
Unser Eonespondent, Her, Schweizer,
hat schon so hänsig seinen Mitbürgern
den Nath theilt, daß sie zuerst wägen
und dann wagen follien, ohn diese tref
flichen Wort , diestin Falle seider be
iolgt zu haben, da er sonst gewiß den
Vorschlag, das Counly Gefäng-iß in's
Eidgeichoß des Courthauses z verlegen,
nicht gemacht Hüne. Thalsä Z lich it im
Erfgeichrß deö Ceurihauses kein Raum
vorhanden, um dasselbe in ein Gsäng
iß umzuwandeln. Wir bedürfe eine
geräumigen Gebäudes, da Herr Schmei
zer wohl nicht iSugnen wird, daß es un .
umgänglich nothwendig, besondere Zel
len sur leichte BergkhiN und schwere Ver
brechen herzustellen. Leute, t ie wegen
Naustrei u. dgl. eingesperik werden, soll
ten doch nicht mit geiiebene Gaunern
und Mörder in Berührung kommen.
Ferner sollte Männern und Frauen be
sondere Abtheilungen angewiesen werden,
damit die Mädchen oder Frauen, welche
wegen eines kliincn Vergehens verhaftet
wurden, nicht mit den eiqrauten Sünde
rinnen nd schmutzigen Dirnen veikehriN
müs'en.
In letzterem Falle würde das Gesang'
riß eine Pflanzslätie dlsVerbrecherthums
reprüsentiien I unserem gegenwärt,'
gin Gefängniß befinden sich heule 45
Peisonen 8 Frauen uno 37 Männer
wenngleich der Raum nur sür 12 Ge
savgene genügen dürste. Hätten die
Coun:y - Commissare im verflossenen
Sommer Herrn Echwkizer's Nath be
folgt, so könnten sie heute das zur Her
stelluiig dis Gefängnisses im Erdgeschoß
des Courthauses verausgabte Geld als
verloren belrachien, da die Legislatur
(Senat File No. 41) ein im Erdgeschoß
befindliches Gifängniß als ein public
nuiaiico bezeichnet und die Countybe
hörden angewiesen hat, die Gefängnisse
,u ebener Erde zu errichten. Wenn die
Behölde den Gesangenen der Freiheit
beraubt, so hat sie noch lange nicht das
Recht, seine Gesundheit zu gefährden,
was sich auch infofern rächt, als noch vor
Kurzen, aufAnordnung dcsCounlyarztes
ein Sträfling ans sercm erbärmlichen
Gcsänguißin'SHospital überführt werden
mußte, für dessen Verpflegung dasCrun.
ly heule W per Woche za berappen hat.
D Eifahrung iehlt, daß. wo Menschen
in beschränkten Räumen zusammcnwoh
nen, sei es nun in Miethskasernen, Lo
girhäusern oder Gefängnissen, ansteckende
Krankheiten entstehen. Wenn Herr
Schweizer rjnun als Geschworener im
Comthaus verweilen müßle, mährend
Erdgeschoß. 1 Cholera, Pocken usw,,
heischten, so würden wir den Herrn
wahrlich nicht beneiden und glauben wir,
daß sich dersllbe auch nicht besonders
wohl fühlen würbe. Wie leicht
könnten einem Gesangenen die erforder
chen Werkzeuge zugesteckt werden, um
Schloß und Ricgec zu beseitigen und in's
Frne zu gelangen. Die Behörde von
Lancaster hat in früheren Jahren den
Schweizer'fchen Rath befolgt, mdem sie
damals ein kleines Gefängniß baute,
welches aber heute nicht mehr den An
forderunqen entspricht.
Seit vier Jahren hat sich die Grand
Jury über das jämmerliche Gefängniß
dischwcrt und wurden den Counly.Eom
missaren von der Presse die Leviten gele
sen, weil sie für die Gcfangeneu nicht
genügend Sorge getragen hätten. Be
vor die Vertreter von Lancaster den Be
schluß faßten, über Bunds abstimmen
zu lassen, haben sie Einladungen zu ei
er Versammlung durch die Prtsje ab.
gelten lassen und wäre es den Commissa
ren sehr angenehm gewesen, wen Herr
Schweizer sich zu der Versammlung ein
gefunden halle. Die anwesenden Bür
ger haben einstimmig beschlossen, daß
ein Gefängniß errichtet werde, zwar
nicht auf dem CourthauSplatz, das für
die nächsten 50 Jahre genügender Raum
zur Aufnahme der Gefangenen biete,
Die.Bondg werde, falls bewilligt, zn
einer Zeit fällig, wenn alle anderen
Schulden getilgt sind und wenn die
Nachkommen einen reellen Werth von
einer halben Million, nämlich in Eoun
tyfarm, Comthaus, County Jail usw.
zur Disposition haben, dann glaube
wir, daß die Leute zusrieden sein lön
nen. Gsvz besonders möchten wir die Aus
merksambeit unserer fceser aus ein mit
dem Gefängniß zu verbindendes ArbeiiS
Haus lenken, weil wir überzeugt sind,
dß dann nicht 50 Prozent der Leute,
welche heute die Hülfe vom County in
Anspruch nehmen, im Courlhaus vorspre
che würden. Jüngst wurden 42 Mann
vom Counly beauftragt, Holz zu sägen,
gegen welche Dienstleistung d,e Coun
ty Commissore fich ve,pflich!eten,.'ohlcn,
Grccer:eS usw. zu verabfolgen.
Diese Menlchcn habe sich seither
nichl mehr blicken lassen.
Das von uiistrm tüchtigen County
Coinniiffar Bcckmann vor etwa Jahres
Frist anf's Tapet gebrachte Arbeit?hauS
sollte beim Bau des neuen Gcsängnisscs
unter allen Umständen berücksichligt wer
den, da wir unS weder für die Ernäh
rung arbeitsscheuer Leute iwöimcn kön
nen, noch eine besondere Vorliebe dafür
haben, wenn Stadtrölhe oder Supcrvi
foren, sei es nun im Westen oeer Osten,
Prozente in den Taschen verschwinden
lassen, um diesem oder jenem Geschähe
einen Contract zu sichern. Leute dieser
Kategorie dürfen sich wchl schwerlich
der Freundschaft e:n:s Ehrenmannes
rühmen, den we, Pech anrührt besudelt
sich.
Zum Schluß möchten wir och zur
Beruhigung der Steurrzahler lw her
v?' heben, laß die tisahrkN'N eltrcier
von Lancaster di' Zeit, ä,k zwischen den
einzelnen FSUigk'itSikimiiien so bemessen
habe, daß ti durchaus ich, mii Schiwe
,'gkeiien verbunden ist, di, BvndS
prompt einzulösen, die. lubrnbcj demeiki.
ur 4 Prczent Zinsen trage iib nicht
unter Par verkauft werden können.
Da, County hat heute 40,.io
Schulden, wovon im Jahi VMM 140,
uto fällig sind und bizahll werden müs
s. Die übrigen 350,000 winden im
veiftossknen Jahr auf L, Jahre resu.
dirt. wovon aber schon im Jah,e I!(4
da ist Zehntel oder :i7,,v00 ebtt
Zinsen bezahl, werden müssku. wodurch
das letzt Zehntel in da'Jahr ,I4 sällt.
Wen dieses Jahr vcr,,,chkn ist. sind
alle Schulden des Counly's, mit Aus
nahme der Jail Bods, bezahlt. Im
Jahre 1915 lönnei, diese BondS. da dann
2k, Jahre oe, flösse sein werken, bezahlt
oder die Zahlungsfrist noch um 10 Jahre
verlangen werden.
Damit Herr Schweizer nd Alle, wel
che sich für den Bau des neue Gesang
nisitS teressiren, die Ucberzcugnng ge
wiilnen, daß wir den Nagel 'aus de.,
Kops getroffen, wenn wirken Eoiiuly
eingesessenen den Rath ertheilen, im
Apiit zu Gunsten der Verausgabung dcr
Bande zu stimmen, ss möchten wir un
seien Eollkjpoiidcntc von Woodlaw
hoflichst suchen, gest, gelegentlich bei
unjcrem durchaus erfahreneu.Z die Jn
teiesfen der Steuerzahler in der gewissen
haflesten Weise wahrenden Counly-Com,
inissar, Herrn Fred. Bcckmann, vorzu
sprechen, da dcr wackere Hannoveraner
sich bereit erklärt hat, Herrn Schweizer
den Beweis von der Wahrheit dieser Zci
len zu erbringen.
Unseres Erachten würde eineBesichli
gung an Ort und Stelle wohl eher zum
Zieje führen, als eine lange Zeitungs
Polemik, bei der doch schließlich nicht viel
herauskommt.
I Befolgung des von den Groß
geschworenen von Douglah Counly im
Fkbiuar. Termin gestelllen Antrages hat
die Behörde der Feuer- und Polizei
Kominissäre der Stadt Omaha, welcher
die städtische Polizei unv Feuerwehr un.
tersteht, soeben die Einleitung einer Un
tersuchung gegen den Polizeichcf Seaocy
sowohl, als auch gegen andere Beamte
und Mitglieder des Polizei. Corps be
schloßen, welche Untersuchung sich na
mentlich mit den gegen die erwähnten
Beamten erhobenen Beschuldigungen der
Korruption und der Vorschubleistung bei
gesetzwidrigen Handlungen zu besassen
hat. Die hauptsöchilichsten Bcschuldi
gungen sind, daß die Polizeibeamten ge
genübcr den ProstituiionsHäusern und
Spielhäuscln ihre Pflicht vernachlässigt
und in vielen Fällen Bestechungsgelder
ja förmliche Abgaben von den Besitzern
der erwähnten Häuser erhoben haben.
Das Zcuqenmalerial, welches den
Gloßgeschmorencn vurgelege hat. läßt
es außer Zweifel erscheinen, daß die er
wähnten Beschuldigungen zum großen
Theile aus Thatsachen beruhen. Die
Untersuchung wird sensationelle Enthül
lungen zu Tage fördern, und unstreitig
zu einer Reorganisation der städtischen
Polizei an Haupt nd Gliedern führen.
Der Polizei Chef ist vorläufig berei:s
vom Dienst suspendirt weiden.
Just 0 , 3 1 2 Pferde gibt c
nach einer Aufstellung in der Stadt
New jork.
Sandpapier wird nicht an?
Tand, sondern ans pulverisirtcm Glas
hergestellt.
Hundert E c n t n e r Dia m a n
tcn befanden sich um das Jahr 1805
im Besitz der Menschheit.
Der niedrigst belohnte
fürstliche N c g e n t i st der von
Montenegro mit seiner Civil liste von
$21,000.
Di c Zahl der Verbrecher
in den Bei'. Stanken wird ans 400,000
geschäht. Darin find aber die unet't
deckten nicht inbegriffen.
Ehili will den Staatsbetrieb der
Eisenbahnen einführen und hat soeben
seine Absicht kundgegeben, alle vorhan
denen Linien aufzulaufen.
A ch 1 1 o u send I u st i z i r r t h ü
m er sollen nach der Behauptung
eines französischen Juristen alljährlich
in Frankieich vorkommen.
Elephanten bilden in Siam und
Afghanistan die fast ausschließlich bc
mitten Lastlhiere. Eine Elcphnntcn
last" wird in bcidcn Ländern zwei Ton
nen gerechnet.
Typhus kann nach einem Gutach
ten, welches Sachverständige dem Lon
doner Ge.neinderathe unterbreiteten,
nicht durch GiiS aus den Abzngskanalen
übertragen weiden.
Der Pionier Bachmann von
Los Gatvs, Ecl.. welcher unlängst das
Zeitliche segnete, gehörte zu jn"T
Partie, die im Marz 11 daS '.'jeje-mite-Zhal
entdeckte.
Ein a r t e s i s ch e r B r i: n n c n
von 400 Fuß Tiefe und 12 Zoll im
Dmclimesser wurde kürzlich in einem
Zeiträume von 5.' Tagen für eine
Brauerei in London erstellt.
Eine der größten I n s e l n
der Erde ist Madasgaskar. Sie lieat
im Indischen Ozean und ist 5, ,!,! !
O.uadrai!i!oine!er groß. Frankreich hat
nur ö2;!,in!i' O.uadruil:lometer.
B o n l i! 2 ! Kindern, welche in
London laut neueren Feststellunaei:
grausame Beliandlnng erfuhren, waren,
wie man aifimmt, 12!7 in einer
Lebensversicherung ausgenommen.