Nebraska Staats-Anzeiger. (Lincoln, Nebraska) 1880-1901, January 04, 1894, Image 11

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Nee!"
tut) ine Bnlodullgigelchichie von mg
IXurt.
Man hat! dncn Aulflug an den xtu
den in der Nähe der Hauptstadt gele.
S" knr S unternommen und begab sich
t nach dem Mittagsmahl in den hrrr
liehen Buchenwald, der seine User zierte.
Ein Theil die älteren Mitglied der
Gesellschaft genoß da im Moose unter
den piöchtigen Laubkronen sitzend die
nndrrbare Waldluft; ein anderer Theil,
die Jüngeren, durchstreifte die Geh?ge
nach allen Richtungen, Beeren suchend,
Kräuter sammelnd, Scher verübend
hin und wieder auch ein PIrchen In
höchst wichtigen Gesprächen, die sich um
die schmierigsten Herzensfragen drehten.
Zwei indessen thaten nichts von alle,
dem, sondern sie zankten, sie zankten sich
ernstlich ab, wie da zwischen Fräulein
Ella Moriach und Herrn Dr. Fritz Wal.
ther nur leider schon de öfteren der Fall
gewesen war.
.Ich gkstehe Ihnen.' sagte er eben,
.Sie gefallen mir ganz und gar nicht
mehr! Diese burschikose Wesen, da Sie
von Ihrem Herrn Bruder und seinen
guten Freunden angenommen haben, mag
a für Studenten recht sehr am Platze
sein aber für ein junge, frische, ge
bildete. re,endt Mädchen paßt e
ebenso schlecht, wie wenn Sie gleich eine
Tabakspfeife in den Mund nehmen war
den!
Da .reizende Mädchen' sie er
biernte aber wirklich diesen Namen mit
ihren braunen Locken, ihrem frischzarten
Gesichtchen und ihren Schelmenaugen
warf die Lippen halb beleidigt, halb fp5t-
tisch aus und entgegnen mit schlecht ver
hehlter Erregung: ,0, we.nm denn nichtl
Ich habe auch schon geraucht l Und ich
werde wieder rauchen! Mein Bruder
hat sich erst gestern eine neue prächtige
Pfeife angeschafft mit einem wunder
vollen Wildererkopf darauf die rauche
ich anl"
.Ella ' wollte Doktor Walther ent
setzt ausrufen, aber er hielt noch im letz
ten Augenblick den vertraulichen Namen
zurück und sagte nur unmuthig : .O
pfui ! Wie mögen Sie ein so kleines löst
ltche Kunstwerk, wie die Natur e in
Ihrem allerliebsten, herzigen, losen
Mundchen schaffe hat, mit dem ab
scheulichen Qualm einer Pfeift entweihen!
Da fleht Ihnen doch gar nicht anl
, Seien Sie doch ein Mädchen, ein xoeti
scher, neckischer, herrlicher Backstsch, wie
man e von Ihnen erwartet und ver
langt! Reut Sie denn Ihr schönes
Gesichtchen gar nicht für Ihre Unarten?
.Nee l' entgeanete sie spöttisch und
sah dabei in die Wipfel hinauf, in denen
eben ein Fink sein Liedchen anhob.
.Diese häßliche .Nee I' auch schon
wieder l' rief ihr Begleiter und bohrte
vor Grimm einem großen gutmüthigen
Eßpilz seinen Stock in die Brust. .Ich
kau mir gar kein abscheulichere Wort
für Ihren Mund vorstellen, wie. diese
vlaftrte, arrogante, nichtssagende Nee,
das Sie nun seit einigen Wochen alle
fünf Minute mindesten einmal hören
lasten, statt Ihre reizenden, blendend
meHmZähnchen bei einem frischen, sröh
lichen Nein zu zeigen.
,Hi fünf Minuten! Ohol' rief aber
nun auch Ella empört. .Da ist Ver
leumdungl"
.Wetten wir!' entgegnete er rasch.
.Ja, wetten wir!'
Aber um wa!?'
.Um was Sie wolle!' entfuhr es
irren Lippen tn der Erregung.
.Um was ich will!' antwortete er und
sah sie hinterlistig an. .Gut, wenn Sie
in den nächsten fünf Minute auch nur
ei einzige Mal Nee sagen, bekomme
ich einen Kuß von Ihnen!'
.Herr Doktor!' rief sie entfetzt und
starrte ihn mit tief gerötbeten Wangen
te etneErschetnung au anderer Wett an,
.Ja, warum denn nicht!' entgegnete
er. .Wenn St Pfeife rauchen kön
neu '
.Nun gut!' antwortete sie und nickte
trotzig mit dem Kopf. .E gilt; ich weiß
ja doch, da Wie die Wette niemals ge
innen werden. Wenn ich sie aber ge.
wiune, dann sollen Sie mir gerade zur
träte für Ihre Verleumdung eine kleine.
allerliebste DamenCigare!tensp!tze zum
Gesclzenr maaen!"
.Riemal!' rief er.
.Wir werden sehen!' sagte sie.
,Na, wenn Sie sich aber so gut zu be
herrschen verstehen, daß Sie jetzt schon
dermaßen siegesbewußt sein können,
fuhr er ärgerlich fort, .warum thun Sie
es dann nicht immer? Glauben Sie viel
leicht, dieses unweibliche, den Studenten
abaelaxschte Benehmen steht Ihnen bei:
ser? Ihnen steht ja zwar leider Alles!'
, fügte er mit einem komischen Groll
hinzu.
Si blickte ihn mit lächelndem
Triumphe an und ließ sich auf einer
Mooöbank nieder, die am Rande einer
sonnigen Lichtung stand. .Was liegt
auch daran,' sagte sie dann, .ob mir
etwa steht oder nicht! Sehen Sie,
Herr Doktor, wenn ich N ach so!
wenn ich dieses Wörtchen sage, was
Ihnen nicht gefällt und um das wir gc
wettet haben, wenn ich diese Studenten
lieber trällere, hier und da eine Be
merkung wie Feudal! Dusclmäßig! Ka
tnhaft! Bierselig! '
.Nun aber bitte!' rief er.
.Nun ja,' sagte sie und e zitterte
durch ihre Stimme von einer tiesen Er
regung, .mit solchen Sitten gefalle ich
wenigsten meinem Bruder und seinen
Freunden. Da heißt e denn doch und
ihre Augen glänzten dabei vor Bewun
derung: .Eminenter Kerl! Schade, daß
sie kein Junge ist! Aber wem gefallt ich
sonst? Jawohl! Diesen Dutzendhelden
mit ihren tadellosen Anzügen und ihrem
verehrungsaürdige Süßholzgeraspel I
Aber denen will ich nicht gefallen,
an denen liegt mir gar nicht im Ge
gentheil, die will ich abschrecken von mir
und da ist e hin und wieder ganz gut,
wenn man so eine abscheuliche Angemohn
beit hat, vor der ein gesitteter junger
Mann wie vor einem Raub! hier zurück
schreckt ja wohl! Und sie lachte mit
einer Verbitterung, welche Dr. Walther
bei diesem luvgc Geschöpf nie und mm
vr.tr gesucht hätte.
.Aber sind denn Alle so?' tagte r
betreten, indem er sich vor ihr im Moose
auf ein Knie Niederließ und ihr einige
der prächtigen Erdbeeren reichte, die er
unteraeg gesammelt hatte. ,ch weig
zwar, ich kann ja selber nicht ernstlich in
Betracht kommen, aber ich will doch
eine Augenblick annehmen, ich wäre
auch Jemand bin ich denn auch so
ein Dutzendheld?'
N ' setzte si an. erinnerte sich ader
noch rechtzeitig, daß weder dieses Wört
chea noch dieser warme Ton, den sie an
schlagen wollte, jetzt auf dem Kriegsfuße
am Platze fei und sagte daher mit spät
tischer Miene: .Rein, Sie find freilich
nicht so! Bei Ihnen kann man sich
über keine Anerkennung oder 1; s be
klagen! Sie sind Via dieselbe'. .le,
schulmeisterliche Verneinung, derselbe
tadelnd Präzeptor, dem alle, was man
thut und sagt, nicht paßt, vor dem man
dasteht wie ein ganz unfertiger, talent
loser, erzogener Rangel'
.Ella!' nes Dr. Waityer entieyk.
.So wäre ich Ihnen erschienen? So
könnten Sie mich mißverstehen, der ich
Niemanden auf Erden kenne, den ich
lieber hätte wie Sie? Ja, Ella, ich
liebe Sie und wenn ich i letzter? Zeit
mich in scharfen Worten gegen die ftuden
tischen Angewohnheiten ausgesprochen
habe, die Sie sich beilegten und die Ihrer
herrlichen Mädchenhaftigkeit schaden, so
muhten Sie daß doch nicht so tragisch
auffassen! Ja, Ella, ich liebe Sie so
ganz und voll und rein poetisch, wie nur
irgend ein Student oder ein Dutzendheld
oder überhaupt ein Mensch, der ein Herz
für das Schöne und Herrliche auf der
Welt hat, lieben kann! Ella, wollen
Sie mir verzeihen, wollen Sie mein
werden für immer?
Er hatte sie bei ihre beiden Händen
ergriffen und sah ihr in da glühende
Gestchtchen. Einen Augenblick zögerte
sie; dann plötzlich huschte der Schelm
merklich über ihre Züge und sie rief
laut und energisch:
.Neel'
Entsetzt sprang er empor, seine Hände
ballten sich und er sagte mit schwerem
Athem: .Wa. Sie ollen nicht! Sie
weisen mich zurück?'
.Ah !' rief er dann mit überquellen
dem Zorn, .so will ich wenigsten meine
Wettgewinn haben I Sie haben inner,
halb den fünf Minuten einmal .Neel'
getagt Ich iu entasten meinen
Kuß!'
Und mit rasche Arme hatte er sie
umschlungen und seine Lippen auf die
ihren gedrückt als er plötzlich sich mit
der Hand nach dem Kopf fuhr und ihr
wie einem neuen unbegreiflichen Räthsel
in' Gesicht starrte. Denn au ihr
uaen brach et solche Glutb ISiiellg
fter Empfindung, daß er nur stammeln
konnte:
.Aber Ella, hätte ich doch mißoerstan
den ja, ja, Du willst doch mein fern!
rief r, die Offenbarung der ersten Liebe
t tdre Blick lesend. .Du gehörst doch
mir, Du böse, süße Mädchen! Warum
der dann diese harte, häßliche Nee?'
.Run ja,' sagte sie mit schalkhafter
chuchternhe, .ich mußte Dich ja doch
den Verlobung gewinnen lassen!
,D Zu Schlaukops 1" rief r. .So
also war' gemeint! So hinterlistig
stellst Du' an? Na warte, da kostet
ttasporto!"
Und sie protcftirte nicht mehr dagegen;
denn sie war ja von ihrem .Nee' geheilt
Besser atS die .Dutzendhelden',
welche, als sie noch am selben Tage um
die Verlobung erfuhren, einstimmig und
verblüfft ausriefen: .Nee, so wa I"
ZNeine Relzabilitirung.
Ich bin zu Manchem fähig, aber daß
ich die Gesichter der Menschen im Ge
dächtniß behalte, da bringe ich nicht
ntig.
Ich habe mich schon mit Einem die
ganze Nacht unterhalten, hab seine PH
ftognomi stundenlang betrachtet, ge
prüft. TagS darauf erschien er mir doch
wie in Wildfremder, den ich mein Lebtag
nicht gesehe. ES ist mir auch schon
xa Hn, daß ich einen intime Bekannten.
der mir just ein paar Monate aus den
Augen gekommen war, nachher nicht gleich
erkannte. ? schwach ist mein Gedacht
niß für Physiognomien.
Daraus entstehe oft Verdrießlichkeiten
für mich und auch für den Anderen, den
ich nicht erkenne. Aber bei alledem bin
ich doch älter geworden und habe e auch
zu einer Rathsftelle in einem Amte ge
bracht, wo man glücklicherweise sich nicht
darum kümmert, ob einer ein gute Ge
dächtniß hat, fondern darum, wie lange
er im Amte ist. Dieser Tage stellte mir
meine Gattin einen jungen Mann vor,
der bei uns zur Visite war, beziehungS
weise bei unserer Tochter Maloine. Der
junge Herr freute sich ungeheuer, auch
meine Bekanntschaft gemacht zu haben.
Ich saß ihm gegenüber und fing an, wie
gewöhnlich, sein Gesicht zu ftudire, da,
mit ich ihn erkenne könne, wenn ich ihm
irgendwo einmal begegne. AI er sich
verabschiedete, sah ich ihn mir noch in
mal gut an, und da fühlt ich e, daß ich
diesen jungen Herrn niemals erkennen
werde. Kaum hatte er uns verlassen,
begannen meine Frau und meine Tochter
mir einen eingehenden Vsrtrag über den
jungen Mann zu halten. Ich erfuhr,
daß der Wacker Gutsbesitzer. fiauS
eigevthümer und Kapitalist sei, mit einem
Wort in beachtenSmerthe Persönlich
kett.
Meiner Frau gegenüber halte er ge
äußert, daß er de Junxzestllenlhum
att sei und tiefe Sehnsucht nach dem
ruhigen Hafen der Ehe empfinde. Mei
ner Tochter Maloine aber hatte er bei
läufig gesagt, daß ihr Bild ihn wachend
und träumend begleite, daß er überhaupt
unaussprechlich sür sie fühle.
.Dieser junge Mann,' meinte meine
Gattin, .wäre sür unsere Malvine eine
gute Partie. Er ist sehr reich und be
chelden. Aber da er sehr bescheiden ist,
ürchte ich,' sagte sie zu mir gewandt,
.daß Du ihn verscheuchen wirst.' '
.Ja, weshalb sollte ich denn daZ thun?'
ragt ich.
.Weil Du blind bist und Niemanden
erkennst. Ich nehme an, Du begegnest
ihm morgen auf der Straße, Du schaust
hn flennn nicht an. Er erkennt Dich
sicher schon von Weitem, nähert sich Dir,
bem Vater Maloine, mit Herzklopfen
und lächelt dabei freundlich. Du aber
(haust ihn fremd an, was er so auslegt,
daß Du ihn verachtest und Maloine ihm
nicht geben willst. Da verbittert ihn,
er wagt e nicht mehr, zu uv zu kommen,
erschießt sich vielleicht gar. Und dann
ist Alle au.
Ach, Papa, thu' da nicht,' da Tuch
meine Tochter. . '
Gut,' sagt ich, .ich werde da nicht
thun. Ich verspreche e.'
Ich war entschlossen, mein Berlprechen
z halten, da Glück meiner Tochter er
forderte da.
Aus der Straße hielt ich mir die Be-
merkungen meiner Gattin vor Augen.
Aber da ich peinlich darnach forschte, ob
mir nicht Jemand lächelnd entgegen
komm, erkannte ich Niemanden.
.Hast Du ihn gesehen i Bist Du ihm
begegnet?' fragte mich meine Frau, als
ich nach ause kam.
.Rein, ich ah ihn nicht und tra ihn
nicht.'
Mein Familt wurde sehr traurig.
.Wenn Du ihn nicht gesehen hast, so
hast Du ihn geroiß gesehen und nur nicht
erkannt.' brummt meine Frau, und
Malvin blickte ganz gekrankt aus mich
.Er fühlt sich sicherlich beleidigt, weil
Du thn nicht angelegen. " tagte meine
Frau.
.O, Papa, , Papa,' sagte wehmüthig
merne Tochter.
Zum Frühstück brachte da Stuben,
Mädchen ei Bouquet von dem jungen
Herrn für Maloine. Diese Bouquet
rehabilitirte mich. E wurde dadurch
klar, daß ich den zukünftigen Bräutigam
meiner Tochter nicht getroffen und auch
nicht verscheucht habe,
.Jetzt aber, mein Guter,' sagt mein
Frau, .gieb Acht. Da Bouquet ist ein
Geftändniß. Jetzt verscheucht thn nicht
mthrl"
.Gut,' erwiderte ich, .ich habe e ja
venprocyev.'
Al ich vom Bureau heimging, sah ich
zesem, der mir entgegeniar Hars in'
Gesicht. . '
Plötzlich fühlt ich um Herz heftig
klopfen. Ich erkannte den sehr geehrten
jungen Herrn, der nur an meine Tochter
denkt. Ich erkannt ihn nicht an seiner
Physiognomie, sondern an feinem Lächeln.
cw r i r .. .
U9 er namlica naher ram, oegann er
höflich zu lächeln und zog artig den Hut
vor mir. Wenn mich jetzt mein Frau
und Maloine gesehen hätten, sie würden
mich vor Freude erdrückt haben. Denn
in dem Momente lächelte auch ich und
hob auch ich den Hut vom Kopfe. Nie,
mal hatt ich noch Jemanden mit so
viel Freukdlichkeit und Zuvorkommenheit
gegrüßt. Ich sah S dem gute Jungen
.... fc.a . nx et .-T r .
uii, vuy 11 y vvi ijituut gar niajl
fassen konnte. Er wollte an mir vor
übergehen.
Ich hielt ihn an: .Wohin, mein junger
greunvk'
.Zum Speisen', antwortet r be
scheiden.
, Ei, das hat noch Zeit. Begleiten Sie
mich doch ein Stückchen
Die sagend, nahm ich ihn am Arme
und führte ihn siegestrunken durch die
Straßen.
Seltsame Leute, die Verliebte. Wenn
sie mit ihrem Ideal zusammen find.
hören sie nicht auf zu sprechen. Emem
ernsten Manne gegenüber finden sie kaum
et Wort.
Al mir uns meinem Hause näherten.
fällt mir ein, ich mache mir einen Spaß
um meiner gamuie. 30 werde meine
Frau und Maloine in Verlegenheit brin,
gen. Freilich in eine solche, die ihnen
woyi thun wird, und zugleich rehabi
littre ich mich für Immer! Welche Ueber,
raschung wird da 'in, wenn ich dann
Arm in Arm mit ihm intret und sage:
.Da ist er. Ich! bin ihm begegnet
uno yave tgn mu. Gemalt heraus
bracht!'
Da wird mein Malvin nicht un-
freundlich blicken. Si wird r,th werden
uno wird höchstens sagn: .O Papa,
Papal' - V
Beim HauSthore ließ Vr meinen Arm
lo, zog wieder artig den Hut und wollte
sich entfernen.
.Oho.' rief ich. ,Do!S geht nicht.
Sie müssen mit mir!'
Ich übertreibe nicht: ich schleppte ihn in
de Wortes buchstäblicher Bedeutung mit
mir in meine Wohnung. ,
;$co war erschöpft, aber ich' trat doch
Arm in Arm mit ihm in'S Zitvmer. in
oem meine grau sich befand.
.Da ist er. 34 bin ikm
und habe ihn mit Gewalt herg
steine grau ouatt erstaunt,
auf mich und auf dn iunaen SS
stch sehr elegant vor ihr verbeugt
,rgie ne: mit mm habe ich
ankla,?
Mein Gefangener antw
.Ich heiß Florian Szige,
.Wa,,....Wte?..,
. . . . ' stürmte ich auf ?:
.Nein.' säete r. .ich bitte ergebenst,
ich bin es nicht.'
.Wer sind Sie denn r
.34 bin der Florian, der den gnä
digen Herr im städtischen Bad immer
rasirt.'
....Und da e sich einmal 1 iqicrie,
liefe ick, micb von ibm auch einmal zu
Hause rasiren.
Vtoud und rtht)artae Reger.
Warum nicht aar blond Neger!
wird mancher Leser kopfschüttelnd au
rufe. Die Sache hat aber ihre Richtig
keit. Gewöhnlich stellen wir un den
Neger mit schwarzen Augen und schwär
zem, wolligem Haar vor. In Wirklich
keit sind die Augen der Neger dunkel
braun, während schwarze Augen so gut
wie gar nicht vorkommen. Dagegen
giebt e gerade unter den Neger weit
öster Augen mit hellerer Färbung. So
berichtet z. L. Peschuel-Löschek, daß die
Augen der junge Prinzessin Tschibila
von Mbuku jenes eigenthümlich leuch
tende, goldige Braun hatte, da auch
den Weiße als Seltenheit gilt und sehr
bewundert wird. Ferner beobachtet er
eine jungen Mann im Dorf Tschisa
mano, dessen Augen vollständig masser
blau waren : Obwohl dies hellen Augen
zu den schwarze Körpern einen ganz
merkwürdigen Kontraft bildeten, war das
Sehvermögen bet beiden Individuen
vorzüglich.
Ebenso treten bei den Negern ad
weichende Haarsärbungen auf. Einen
recht dunklen Mann bemerkte Peschuel
Lösche! in Krnsebo, ber suchörotheS Haar
hatt, und inen Kru Neger mit voll
kommen blondem Haarwuchs am Cap
PalmaS. Der bekannte Naturforscher
Schweinfurth erklärt aber ausdrücklich,
daß er um MunsaS Residenz wenigstens
fünf Prozent (mehr Männer IS grauen)
der Monbuttu blondhaarig fand. Er
nennt die blonden ManbuttuS zugleich
die am lichtesten gefärbte Menschen, die
ihm, sktt kr Untkregypten verlassen hatte,
unter die Augen kamen. Dieses Blond
vergleicht er jedoch nicht mit dem unsrt,
gen, sonder bezeichnet S IS von unrew
ner, gelber und wie mit Grau gemischter
ffärbunq dem Hanf vergleichbar.
Immer ist die Natur in ihrem Rechte:
Wenn weiße Menschen tiefschwarze Haare
und Augen aufweifen, weshalb soll sie
nicht auch tlefschmarze Menschen blau,
Sugig und rothhaarig schaffen.
Die theuerste Pelzsort.
Da Fell der Seeotter (Sealskin)
wird in einer Höhe von mehr al 3000
Mark bezahlt. Zobelfelle, nicht viel
größer al eine Männerhand, erreichen
einen Preis von 400 Mark für das
Stück, wa sie oerbältnißmäßig theurer
als Seeotterfelle macht. Aus diesem
kostbaren Zobel ließ die Stadt JrkutSk
der ledigen Kaiserin von Rußland ine
KrönungSmantel anfertigen. Dieser
Pelzmantel hat et Gewicht von noch
nicht fünfviertel Pfund und repräsentirt
inen Werth von 240.000 Mark. Der
Pelz deS schwarze Silberfuchses kostet
260 bis 800 Maxi. Die Gesammt
summe der jährlich erlegten Silberfüchse
beläuft stch nur auf 2000 Stück, von
denen ungefähr 1600 nach England ver
sankt werden. Man hat für ein Silber,
fuchsfell schon sei Gewicht in Gold be,
zahlt, und ein auserlesenes Eremplar
erzielt auf dem londoner Markt noch
heute einen Preis su 1000 Mark. Von
dem Marder, dem man die Bezeichnung
.russischer Zobel' giebt, kostet ein sehr
dunkle Fell 00 Mark. Dagegen wer
den die geringwertigen Felle derselben
Thiere schon zu 4 bis 8 Mark losgeschla,
gen. Die Gattin des Millionär Mackav
besitzt eine SilberfuchSgarnitur, welche
6S.000 Mark gekostet hat. In England
soll die Prinzessin von Wales das schönste
und kostbarst Pelzwerk besitzen. Auch
die Herzogin von Edinburgh hat von
ihrer Mutter, der verstorben Kaiserin
von Rußland, äußerst seltene und werth-
volle Pelze geerbt.
Tausend Hrmnengrüber ausgesuu
de.
Der ungarische Pfarrer und Alter
thumSforscher Wosintzkn hat im Samo-
gner Komitat etwa eintausend Hunnen
gröber aufzefnnden. Bisher wurden
450 Skelette ausgegraben, alle gegen
Osten gewendet. Dr Zvcanner hielten
Waffen in der Rechten; lange Messer.
dreischneidige Wurfspieße oder Hacken; in
der rtnren skayt, undnetne und er,
fallenen Zündschwamm, sowie Obolen.
Die Münzen stammen au der Zeit de
letzten römischen Kaiserreichs. Neben
einigen Männern fand man die Skelette
ihrer Rosse; eine der Pferde fand man
in sitzender Stellung, mit hochgehobenem
Kspfe, an der Stirne da silberne Ge
schirr unter grüner Patma. Die Pferde
sind allesammt aufgezäumt, da Geschirr
ist mit prächtigem Bronzeschmuck ver
sehen. Die Skelette der Frauen sind
geschmückt; die Frauen tragen Ohrringe.
Hals und Armbänder, sowie Ringe aus
Gold, Silber, Bernstein, Bronze oder
Glas; a dem Perlenschmuck ficht man
Arbeit in Mosaik. In dem Grabe einer
vornehmen Hunnenfrau hielt
inen herrlichen stlbernen ge
prächtigen Motiven. Im
HunnensührerS stieg man
lange Lanze. Neben.
Im, frtnn mnn iWfL
UM Zeichen, r
di
die schon manche! Auge ruinirt haben.
Jedermann sollte folgende Regeln besol
gen: 1. Strenge Deine Augen nie an bet
ungenügendem oder Dämmerlichte, oder
wenn sie heiß find und schmerzen; i. daS
Licht falle immer über Deine linke Schul
ter auf das Buch oder den Gegenstand,
welchen Du betrachtest; 3. trage keine
enge Kleidung am Hais. DaS Zimmer,
in dem Du beschäftigt bist, soll nicht heiß,
die Füße aber warm sein; 4. halt die
Augen nicht zu nahe an den betreffenden
Gegenstand; S. lie niemals in liegender
Stellung oder im Wagen während einer
Fahrt. Schlimme Augenkrankheiten find
die Folge; S. verdirb Deine Augen nicht da
durch, daß Du sie sonderbar und unnatür,
lich rollst und verdrehst; 7. wenn Du die
Auge sehr anstrengen mußt, so gönne
ihnen zuweilen eine kleine Ruhepause und
stärke mitunter durch kalte Augenbäder;
8. wenn Du al Schutz vor grellem
Lichte, Schneeflimmer u. s. w., eine
arbige Schutzbrille trägst, so trage die
elbe nicht länger, al die Umstände be
dingen. Ihr beständiger Gebrauch
chwächt das Auge.
Der att Fritz n die Ia.
Wie der alte Fritz über daS Jagen
dachte, hat er in feinem Antimacchiavel
folgendermaßen geäußert: .DaS ist ein
glühender Eifer, irgend ein Thier zu
verfolgen, und eine grausame Befried!
Sung, S zu todten; das ist eine Unter,
altung, di den Körper stark und rüstig
macht und welche den Geist brach und
unbebaut laßt; dleientgen, die au der
Jagd ein Geschäft machen, habe ge
wohnlich ihr Hirn mit Richt bevölkert
al mit Pferden. Hunden und jeder Art
von Thieren. E ist zu fürchten, daß
sie gegen Menschen ebenso grausam er
den. wie gegen , die. Thiere. Dann ist
die Jagd unter allen Vergnügungen für
einen Fürsten die unschicklichste. Die
Vertilgung de Wildüberflusse - sollen
bezahlte Jäger übernehme. Die gar,
ften solle ur Sorge trage, sich zu
unterrichten und gut zu regieren. Beim
Spazierengehen kann man viel ruhiger
über ernste Dinge nachdenken. Die Jagd
solle Fürsten nur selten und nur zur
Erholung betreiben.'
Pftaftrfti us orkadsälle.
Ein solche Pflaster, bei welchem die
Steine au grob gemahlenen Korkabfäl
len, gemischt mit bituminösen Bindemit
teln, wie Asphalt oder dergleichen be
stehen, ist versuchsweise in ngland mit
günstigem Erfolge angewandt worden.
Dasselbe soll alle Vortheile deS Holz,
und ASphaltpflafterS besitzen, ohn die
Nachtheile dieser Pflafterungsarte zu
haben; die neuen Pflastersteine sind vor
Allem sehr leicht, saugen keine Feuchtig
keit ein, stäuben nicht wie daS Holz,
pflaster nd sind unverbrenalich, mäh
rend sie dem reinen Asphaltpflafter
gegenüber den Vortheil bieten, daß die
Pferde auf dieser Art Pflaster nicht so
leicht stürze uad dasselbe kein Geräusch
giebt.
Aus ber Schule.
Lehrer: .Nun find wir bei den Aus,
rufsätzen angelangt. Diese find meist
der Ausdruck eines schmerzlichen oder
freudigen GesühlS. Wollen wir bei den
freudigen beginnen und gleich ein Bei,
spiel anführen.. Du, Karl, waS sagte
Dein Vater, IS ich ihm neulich eine von
meinen Sonntagscigarren spendrrte?'
Karl: .Pfui Teuftll'
Aus der Rasern.
Hauptmann (zum Rekruten): .Mensch,
schämen Sie sich, Sie find das Enfant
ternble der ganzen Kompagnie. '
Unteroffizier (zum Rekruten nach Weg
gang des Hauptmanns): .Hast Du ge.
hört, Du Ungeheuer, Du bist det In
f a u t e ri I b e l von die janze Kom
pagniel
Immer Raufmann
A: .Wo stecken Sie denn? Man fleht
sie i gar nicht mehr l'
B: .Ja, ich habe geheirathetl'
A: .Was, geheirathetl Ist sie
reich? Da kann man ja gratuuren 1 '
B: .Ja, hat sich was mit dem Reich
thum. Die Mitgift hab' fe mer
gutgeschrieben und mit der Frau
hab se mer belast et I'
Crmuthigend.
.Haben Sie mich der Gnädigen ge
meldet?'
.Jawohl.'
Werde ich willkommen sein?
.Ich denke ja, denn sie sagte? Der hat
mir gerade noch geseylt. gj
I:
uns er sazuie.
Lehrer: .Nenne mir mal iin Wort,
das mit O anfangt.'
Schüler: .KuhkSsl'
Der neue Schiller
In einem Vorftadttheate
li.on
Carlo' gegeben. Kurz
.es ersten Aktes '
cf,-
knttänscht.
Student: .Bringen Sie mir doch 'mal
aus der Stelle Ihr Rechnung, Herr
Mayer !'
HauSwirth (freudig überrasch!): .Sie
wollen zahlen. . .'
Student: , Nee, da nicht; aber ich zank
mich gerade mit einem Freund, wie lange
ich hier schon wohne!'
Unfreiwillige Komis.
Ein Tischlermeister in Eilbn in
Sachsen empfiehlt in Nr. 274 de dorti
gen Lokalblatte .Verein Särge'.
Demnach scheint im Eislebener Kreise
kein Mangel an Vereinen zu sein, di am
besten thun, sich begraben zu lassen.
Auch in Erfolg.
A: .Wa bag Du denn in Marien
bad tagsüber gemacht?'
: .skat et, stell mit reymann uns
Schulze.'
A: .Schul war auch das vat er
denn abgenommen?'
B: .Ja! Mir da Geld!'
Ein geplagter Mensch.
Frau (zärtlich): .Könntest Du denn'
nicht einmal zu Hau bleiben, Männchen?
Ihr habt doch heute keinen Skat, keinen
Kegeladend, überhaupt keine Vereins
fitzung !'
Mann: .Eben deshalb, mein Herzl
Willst Du mir auch noch den einzigen
freie Abend der Woche verkümmern?'
Durch die Vlume.
Unteroffizier (zu dem vom Urlauls
heimkehrenden Bauernbnrschen): .Sagen
Sie mal, Huber, kommen bet Zynen di
Schweine eigentlich hn Schtnrei
zur Welt?'
Line trave Seele.
Offizier: .Nun, Anton, wie geb
denn Deinem Hauptmann i Ich hök
ist krank geworden i'
O stzterbursche (Pole): .Arme Herr
Hauptmann ist sich leider serr krank!
Wollte mir werfen Stiefel an Kopf, ar
aber noch zu swack.'
Vorschlag zur Güte.
Ein Bauer ist mit seiner Frau vor
Gericht erschienen, um für die von ihm
beantragte Ehescheidung vernommen zu
werden. Richter (zum Ehemann): .Sie
meinen also, daß Sie mit Ihrer Frau
unmöglich weiter zusammen leben kön
nen?'
.Ja, Herr Richter! Und dormit Se
bat sülwft seben, will ick Se de Ollsch
mal viertein Dag hierlac.tm l'
ver GesZhrliche,
Lieutenant (im Kaffeehaus, dessen
Tisch eine Dame Platz nimmt, für sich):
.Tollkühn Perso!'
vor Schrecken.
Hotelier: ,Wa hat denn der Herr ge
sagt, al Sie ihm di Rechnung über
reichten?'
Kellner: .Nicht eine Silbe hat r her,
ausgebracht.'
Vülznengtsxräch.
Direktor (zu einem Schauspieler, wel
cher durch den Vorhang guckt): .Ist e
denn voll?'
Schauspieler: ,Na b! E ist sogar
jammervoll!'
Direktor: .So? Na einige Plätze find
doch wohl besetzt, was?'
Schauspiel?: .Stimmt! Wir sind aber
immer noch bedeutend i der Mehrzahl!'
verdächtig Aombination.
Kunde (als di Wanduhr zmölfmal
schlägt, obgleich es erst in der sechste
Abendstunde ist): .Aber Meister, die
Wanduhr hört ja gar nicht auf zu schla
gen.'
Meister: , Ja sehen Sie, die hat auch
meine Alte in die Ehe eingebracht.'
Der vorsichtige Apotheker.
Kunde (wild blickend): .Gebe Sie
mir eine Schachtel Rattengift.'
Elerk: .Pffeat einer Ihrer Nachbar
.Aste? the Ball" zu singen?'
Kunde:, Netn.
Clerk: .Hier, mein H:rr, fünfund
zwanzig Cent. '
Ganz einfach.
Professor: .Wa würde Sie thun,
wenn Sie, im vorliegenden Falle, de
Zustand de Patienten verschlimmert
sähen?'
Kandidat: .Den Kopf schütteln, Herr
Professor.'
Erster Gedanke. '
Lehrerin: .Fräulein Elfe, nennen SI
mir in Bindkwcrt.'
Schülerin: .Standesamt.'
Ein Linanzgenie.
A.: .Sie sind mir die Ihnen geliehe
nen hundert Mark bercits drei Jahre
schuldig, ohne mich zu bezahlen. Ich
will Ihnen einen Vorschlag machen: be
zahlen Sie mich sogleich, und ich erlasse
Ihnen sünfzig Prozent.'
B.5 .So annehmbar Ihr Vorschlag ist,
' ins LA. CC- V.J. I.
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